Prinzipielle Unschuldsvermutung

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Katenberg
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Prinzipielle Unschuldsvermutung

Beitragvon Katenberg » Fr 16. Feb 2018, 18:32

Wie immer, wenn öffentlicher Druck steigt, gibt es einen Hang zur Vorverurteilung, Hexenjagd, oder wie auch immer man es nennen mag. Mit #MeToo haben wir in diesem Fall einen neuen Gipfel erreicht, denn inzwischen reicht bislang der reine Vorwurf, um Schauspieler aus fertigen Filmen entfernen zu lassen. Zwar mag in diesem Fall auch das Thema "Trennung von Werk und Künstler" eine gewichtige Rolle spielen, doch der Eindruck der Vorverurteilung und Vollstreckung ist nicht ganz ohne Grundlage.
Ohne jetzt gleich von bösartigen Absichten auszugehen, geht es natürlich darum, die Dunkelziffer auf Seiten nicht verurteilter Taten bzw Taten ohen Reaktion zu senken und dabei die Dunkelziffer von Fehlurteilen in Kauf zu nehmen. Über die Hintergründe, den Willen und was weiß Gott noch alles zu diskutieren, ist hier nicht die Absicht, dafür haben wir genug Schauplätze.
Schweden und Kalifornien, die beiden Vorreiter, denen die anderen Staaten schrittweise folgen, bringen nun eine weitere Forderung ein, nämlich jene, dass Sex per se eine Vergewaltigung sei, sofern nicht zuvor offiziell bejaht wurde, dass es keine sei. In der Konsequenz ist bereits vom Sexualvertragswesen die Rede, doch auch hier zeigt sich, dass der Grundsatz der Unschuldsvermutung ausgeklammert wird, die Beweislast umgekehrt wird.

Diskutieren möchte ich hingegen jetzt die Konsequenzen aus diesen Schritten, welche sich teilweise bereits zeigen oder zangsläufig ergeben werden.


Was die Idee des Vertrags angeht, so stößt auch dies, wie Feministinnen bereits kritisierten, an seine Grenze, denn die reine Einwilligung zuvor schließt noch nicht aus, das danach Dinge gegen den Willen eines Betroffenen passieren können. Ein Vertrag muss also dementsprechend, wenn er Rechtsschutz bieten soll, auch die gewollten Praktiken enthalten. Zur tatsächlichen Absicherung müsste wohl das Gesamtverfahren gefilmt werden, damit ein Angeklagter jeweils seine Unschuld beweisen kann. Das mag grotesk und übertrieben klingen, aber es ist die logische Konsequenz, auch wenn sie, glücklicherweise, höchstwahrscheinlich nicht Realität werden wird.
Interessant finde ich dabei jedoch die Sichtweise von Sex als etwas per se Schlechtes, was zunächst entlastet werden muss und das in einer Konsequenz, die viktorische Prüderie um Meilen überbietet.


Die nächste Frage bleibt natürlich, welche Konsequenzen für die Arbeitswelt bleiben. Eine Anschuldigung muss nicht vor Gericht gehen, sie muss wohl nicht mal wahr sein, um das Leben eines Mannes zu vernichten, Fälle von Frauen gab es wohl bislang nicht. Konsequent betrachtet ist aber wohl die einfachste Reaktion, dass ein Mann sich nicht mehr ohne Zeugen im Raum mit einer Frau aufhält, Chefs die Tür offen lassen, wenn eine Frau eintritt und ebenfalls für ständige Zeugen sorgen. Es mag sein, dass dies zunächst wie ein Entzug des Vertrauens wirkt, doch handelt es sich letztendlich um eine konsequente Absicherung für alle Beteiligten, die eben beide Dunkelziffern, also jene von Opfern und denen unberechtigt Angeklagter wohl gen Null fahren würde. Tatsächlich entgegnete ein Arbeitgeber einer Schweizer Zeitung, auf freiwilliger Basis Bodycams, der Polizei ähnlich eingeführt zu haben, sodass letztendlich immer Beweise für Schuld oder Unschuld existieren.
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Re: Prinzipielle Unschuldsvermutung

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 17. Feb 2018, 12:33

Katenberg hat geschrieben:(16 Feb 2018, 18:32)

Wie immer, wenn öffentlicher Druck steigt, gibt es einen Hang zur Vorverurteilung, Hexenjagd, oder wie auch immer man es nennen mag. Mit #MeToo haben wir in diesem Fall einen neuen Gipfel erreicht, denn inzwischen reicht bislang der reine Vorwurf, um Schauspieler aus fertigen Filmen entfernen zu lassen. Zwar mag in diesem Fall auch das Thema "Trennung von Werk und Künstler" eine gewichtige Rolle spielen, doch der Eindruck der Vorverurteilung und Vollstreckung ist nicht ganz ohne Grundlage.
Ohne jetzt gleich von bösartigen Absichten auszugehen, geht es natürlich darum, die Dunkelziffer auf Seiten nicht verurteilter Taten bzw Taten ohen Reaktion zu senken und dabei die Dunkelziffer von Fehlurteilen in Kauf zu nehmen. Über die Hintergründe, den Willen und was weiß Gott noch alles zu diskutieren, ist hier nicht die Absicht, dafür haben wir genug Schauplätze.
Schweden und Kalifornien, die beiden Vorreiter, denen die anderen Staaten schrittweise folgen, bringen nun eine weitere Forderung ein, nämlich jene, dass Sex per se eine Vergewaltigung sei, sofern nicht zuvor offiziell bejaht wurde, dass es keine sei. In der Konsequenz ist bereits vom Sexualvertragswesen die Rede, doch auch hier zeigt sich, dass der Grundsatz der Unschuldsvermutung ausgeklammert wird, die Beweislast umgekehrt wird.

Diskutieren möchte ich hingegen jetzt die Konsequenzen aus diesen Schritten, welche sich teilweise bereits zeigen oder zangsläufig ergeben werden.


Was die Idee des Vertrags angeht, so stößt auch dies, wie Feministinnen bereits kritisierten, an seine Grenze, denn die reine Einwilligung zuvor schließt noch nicht aus, das danach Dinge gegen den Willen eines Betroffenen passieren können. Ein Vertrag muss also dementsprechend, wenn er Rechtsschutz bieten soll, auch die gewollten Praktiken enthalten. Zur tatsächlichen Absicherung müsste wohl das Gesamtverfahren gefilmt werden, damit ein Angeklagter jeweils seine Unschuld beweisen kann. Das mag grotesk und übertrieben klingen, aber es ist die logische Konsequenz, auch wenn sie, glücklicherweise, höchstwahrscheinlich nicht Realität werden wird.
Interessant finde ich dabei jedoch die Sichtweise von Sex als etwas per se Schlechtes, was zunächst entlastet werden muss und das in einer Konsequenz, die viktorische Prüderie um Meilen überbietet.


Die nächste Frage bleibt natürlich, welche Konsequenzen für die Arbeitswelt bleiben. Eine Anschuldigung muss nicht vor Gericht gehen, sie muss wohl nicht mal wahr sein, um das Leben eines Mannes zu vernichten, Fälle von Frauen gab es wohl bislang nicht. Konsequent betrachtet ist aber wohl die einfachste Reaktion, dass ein Mann sich nicht mehr ohne Zeugen im Raum mit einer Frau aufhält, Chefs die Tür offen lassen, wenn eine Frau eintritt und ebenfalls für ständige Zeugen sorgen. Es mag sein, dass dies zunächst wie ein Entzug des Vertrauens wirkt, doch handelt es sich letztendlich um eine konsequente Absicherung für alle Beteiligten, die eben beide Dunkelziffern, also jene von Opfern und denen unberechtigt Angeklagter wohl gen Null fahren würde. Tatsächlich entgegnete ein Arbeitgeber einer Schweizer Zeitung, auf freiwilliger Basis Bodycams, der Polizei ähnlich eingeführt zu haben, sodass letztendlich immer Beweise für Schuld oder Unschuld existieren.



Ja auf Bodycams läuft dass ganze hinaus. Überhaupt läuft ist diese ganze Sexismus Debatte in bewährten Schwarz/ Weiß Denkmuster ab,.die etwaigen Grautöne ( gerade beim Thema Sex) werden ausgeblendet, von berechtigten berechtigter Verurteilung von Sex Straftaten bis hin zu erfundenen Vergewaltigungsgeschichten seitens der Frauen ist alles schon in der Realität geschehen und zwischen tatsächlicher sexueller Gewalt und eher zweifelhaften Geschichten ( der Fall Gina Lisa Lohfink war ja ein Paradebeispiel dafür) die juristisch relevante Wahrheit zu finden .ist mitunter schwierig.
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Re: Prinzipielle Unschuldsvermutung

Beitragvon Maskulist » Sa 17. Feb 2018, 14:14

Katenberg hat geschrieben:(16 Feb 2018, 18:32)

Wie immer, wenn öffentlicher Druck steigt, gibt es einen Hang zur Vorverurteilung, Hexenjagd, oder wie auch immer man es nennen mag. Mit #MeToo haben wir in diesem Fall einen neuen Gipfel erreicht, denn inzwischen reicht bislang der reine Vorwurf, um Schauspieler aus fertigen Filmen entfernen zu lassen. Zwar mag in diesem Fall auch das Thema "Trennung von Werk und Künstler" eine gewichtige Rolle spielen, doch der Eindruck der Vorverurteilung und Vollstreckung ist nicht ganz ohne Grundlage.
Ohne jetzt gleich von bösartigen Absichten auszugehen, geht es natürlich darum, die Dunkelziffer auf Seiten nicht verurteilter Taten bzw Taten ohen Reaktion zu senken und dabei die Dunkelziffer von Fehlurteilen in Kauf zu nehmen. Über die Hintergründe, den Willen und was weiß Gott noch alles zu diskutieren, ist hier nicht die Absicht, dafür haben wir genug Schauplätze.
Schweden und Kalifornien, die beiden Vorreiter, denen die anderen Staaten schrittweise folgen, bringen nun eine weitere Forderung ein, nämlich jene, dass Sex per se eine Vergewaltigung sei, sofern nicht zuvor offiziell bejaht wurde, dass es keine sei. In der Konsequenz ist bereits vom Sexualvertragswesen die Rede, doch auch hier zeigt sich, dass der Grundsatz der Unschuldsvermutung ausgeklammert wird, die Beweislast umgekehrt wird.

Diskutieren möchte ich hingegen jetzt die Konsequenzen aus diesen Schritten, welche sich teilweise bereits zeigen oder zangsläufig ergeben werden.


Was die Idee des Vertrags angeht, so stößt auch dies, wie Feministinnen bereits kritisierten, an seine Grenze, denn die reine Einwilligung zuvor schließt noch nicht aus, das danach Dinge gegen den Willen eines Betroffenen passieren können. Ein Vertrag muss also dementsprechend, wenn er Rechtsschutz bieten soll, auch die gewollten Praktiken enthalten. Zur tatsächlichen Absicherung müsste wohl das Gesamtverfahren gefilmt werden, damit ein Angeklagter jeweils seine Unschuld beweisen kann. Das mag grotesk und übertrieben klingen, aber es ist die logische Konsequenz, auch wenn sie, glücklicherweise, höchstwahrscheinlich nicht Realität werden wird.
Interessant finde ich dabei jedoch die Sichtweise von Sex als etwas per se Schlechtes, was zunächst entlastet werden muss und das in einer Konsequenz, die viktorische Prüderie um Meilen überbietet.


Die nächste Frage bleibt natürlich, welche Konsequenzen für die Arbeitswelt bleiben. Eine Anschuldigung muss nicht vor Gericht gehen, sie muss wohl nicht mal wahr sein, um das Leben eines Mannes zu vernichten, Fälle von Frauen gab es wohl bislang nicht. Konsequent betrachtet ist aber wohl die einfachste Reaktion, dass ein Mann sich nicht mehr ohne Zeugen im Raum mit einer Frau aufhält, Chefs die Tür offen lassen, wenn eine Frau eintritt und ebenfalls für ständige Zeugen sorgen. Es mag sein, dass dies zunächst wie ein Entzug des Vertrauens wirkt, doch handelt es sich letztendlich um eine konsequente Absicherung für alle Beteiligten, die eben beide Dunkelziffern, also jene von Opfern und denen unberechtigt Angeklagter wohl gen Null fahren würde. Tatsächlich entgegnete ein Arbeitgeber einer Schweizer Zeitung, auf freiwilliger Basis Bodycams, der Polizei ähnlich eingeführt zu haben, sodass letztendlich immer Beweise für Schuld oder Unschuld existieren.


Du hast hier einige sehr gute Punkte angemerkt.
Tatsache ist leider, wie Du schon richtig anführst, dass es zu vielen Schuldzuweisungen gegenüber Männern gekommen ist und diese medial und gesellschaftlich jetzt erledigt sind, obwohl es keine Verurteilung seitens der Gerichte gibt.
Viele Dinge, die Angeführt werden, liegen Jahrzehnte zurück, sowohl Schuld als auch Unschuld zu beweisen, sind praktisch unmöglich. Trotzdem wird oft in unseren Medien so getan, als ob es sich um Tatsachen handelt (believe the victim). Widerspruch, wie z.B. von Catherine Deneuve, wird von der Presse und von den sozialen Medien geächtet. So wurde aus Catherine Deneuves "Das Recht, auch mal lästig zu sein" der Satz "Man darf auch mal belästigen". Kritische Stimmen werden so Mundtot gemacht.
Und weibliche sexuelle Belästigung? Wird unter dem Tisch gekehrt! So wird z.B. die Mitinitiatoren von #Metoo, Christina Garcia, von mehreren Mitarbeitern der sexuellen Belästigung und des Ausnutzens ihrer Machtposition beschuldigt. Schon mal was darüber bei SPON und FOCUS gelesen? Nein? Darüber wird auch geschwiegen. Beweise gegen Weinstein und Wedel? Konnten bisher nicht erbracht werden, Weinstein konnte sogar vor kurzem eine Email der Managerin einer der Beschuldigerinnen vorlegen, wo diese bestätigt, dass es einvernehmlich war (Genderama - 01.02.2018). Auch das ZDF kann anscheinend nichts belastendes gegen Dieter Wedel finden.

Aber auch ein Freispruch hilft kaum! So wird Woody Allen immer noch als Kinderschänder angesehen, obwohl er Freigesprochen wurde - und zwar, weil es keine stichhaltigen Beweise gab. Kachelmanns Freispruch wird auch gerne von gewissen Kreisen als fragwürdig angesehen, wogegen er übrigens konsequent und erfolgreich vorgeht.
Und Gina-Lisa Lohfink? Eine schuldig gesprochene Falschbeschuldigerin, ab mit Ihr ins Fernsehen (Dschungelkamp, Promi-Dinner etc.). Gesellschaftliche Folgen der Falschbeschuldig? Keine!
Auch ihre Unterstützer, wie Manuela Schwesig und Heiko Maas, haben bis heute kein Wort des Bedauerns gefunden, eine Straftäterin unterstützt zu haben.

Und arbeitsmäßig?
Als männlicher Vorgesetzter alleine mit einer Frau im Büro? Kommt so gut wie gar nicht mehr vor. Es ist immer eine dritte Person anwesend, nach Möglichkeit vom Betriebsrat. Und was sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz betrifft, so sollte man auch mal darüber nachdenken, dass die Firma auch eine Art Heiratsmarkt ist. In meinem Umfeld (ich arbeite in einem sehr großen Unternehmen) kenne ich mehrere Ehepaare, welche sich in der Firma kennen gelernt haben.

Die #Metoo-Debatte - mit aufrichtigen Zielen gestartet - entwickelt sich mehr und mehr zu einer Hexenjagd.
Maskulismus die radikale Ansicht, dass Männer keine Schweine sind, sondern Menschen.
Flaschengeist
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Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Prinzipielle Unschuldsvermutung

Beitragvon Flaschengeist » Di 20. Mär 2018, 18:11

Katenberg hat geschrieben:(16 Feb 2018, 18:32)

Wie immer, wenn öffentlicher Druck steigt, gibt es einen Hang zur Vorverurteilung, Hexenjagd, oder wie auch immer man es nennen mag. Mit #MeToo haben wir in diesem Fall einen neuen Gipfel erreicht, denn inzwischen reicht bislang der reine Vorwurf, um Schauspieler aus fertigen Filmen entfernen zu lassen. Zwar mag in diesem Fall auch das Thema "Trennung von Werk und Künstler" eine gewichtige Rolle spielen, doch der Eindruck der Vorverurteilung und Vollstreckung ist nicht ganz ohne Grundlage.
Ohne jetzt gleich von bösartigen Absichten auszugehen, geht es natürlich darum, die Dunkelziffer auf Seiten nicht verurteilter Taten bzw Taten ohen Reaktion zu senken und dabei die Dunkelziffer von Fehlurteilen in Kauf zu nehmen. Über die Hintergründe, den Willen und was weiß Gott noch alles zu diskutieren, ist hier nicht die Absicht, dafür haben wir genug Schauplätze.
Schweden und Kalifornien, die beiden Vorreiter, denen die anderen Staaten schrittweise folgen, bringen nun eine weitere Forderung ein, nämlich jene, dass Sex per se eine Vergewaltigung sei, sofern nicht zuvor offiziell bejaht wurde, dass es keine sei. In der Konsequenz ist bereits vom Sexualvertragswesen die Rede, doch auch hier zeigt sich, dass der Grundsatz der Unschuldsvermutung ausgeklammert wird, die Beweislast umgekehrt wird.

Diskutieren möchte ich hingegen jetzt die Konsequenzen aus diesen Schritten, welche sich teilweise bereits zeigen oder zangsläufig ergeben werden.


Was die Idee des Vertrags angeht, so stößt auch dies, wie Feministinnen bereits kritisierten, an seine Grenze, denn die reine Einwilligung zuvor schließt noch nicht aus, das danach Dinge gegen den Willen eines Betroffenen passieren können. Ein Vertrag muss also dementsprechend, wenn er Rechtsschutz bieten soll, auch die gewollten Praktiken enthalten. Zur tatsächlichen Absicherung müsste wohl das Gesamtverfahren gefilmt werden, damit ein Angeklagter jeweils seine Unschuld beweisen kann. Das mag grotesk und übertrieben klingen, aber es ist die logische Konsequenz, auch wenn sie, glücklicherweise, höchstwahrscheinlich nicht Realität werden wird.
Interessant finde ich dabei jedoch die Sichtweise von Sex als etwas per se Schlechtes, was zunächst entlastet werden muss und das in einer Konsequenz, die viktorische Prüderie um Meilen überbietet.


Die nächste Frage bleibt natürlich, welche Konsequenzen für die Arbeitswelt bleiben. Eine Anschuldigung muss nicht vor Gericht gehen, sie muss wohl nicht mal wahr sein, um das Leben eines Mannes zu vernichten, Fälle von Frauen gab es wohl bislang nicht. Konsequent betrachtet ist aber wohl die einfachste Reaktion, dass ein Mann sich nicht mehr ohne Zeugen im Raum mit einer Frau aufhält, Chefs die Tür offen lassen, wenn eine Frau eintritt und ebenfalls für ständige Zeugen sorgen. Es mag sein, dass dies zunächst wie ein Entzug des Vertrauens wirkt, doch handelt es sich letztendlich um eine konsequente Absicherung für alle Beteiligten, die eben beide Dunkelziffern, also jene von Opfern und denen unberechtigt Angeklagter wohl gen Null fahren würde. Tatsächlich entgegnete ein Arbeitgeber einer Schweizer Zeitung, auf freiwilliger Basis Bodycams, der Polizei ähnlich eingeführt zu haben, sodass letztendlich immer Beweise für Schuld oder Unschuld existieren.





Unschuldsvermutung, daß ist doch ein Teil der patriarchalen Strukturen. Und wer sich für Frauenrechte einsetzt versucht nur Menschen gegen andere Menschen auszuspielen.
„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

Christopher Clark

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