Gleichberechtigung und Geburtenrate

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Billie Holiday
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Billie Holiday » Mo 29. Jan 2018, 18:59

Frank_Stein hat geschrieben:(29 Jan 2018, 18:56)

Du musst die ca. 20 Mio Einwanderer dazu rechnen, die schon da sind


In Deutschland hat es immer Zuwanderung gegeben. Guck dir u.a. den Ruhrpott an. Es war nicht zu unserem Nachteil.
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Billie Holiday
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Billie Holiday » Mo 29. Jan 2018, 19:00

Frank_Stein hat geschrieben:(29 Jan 2018, 18:57)

Beides, Bedenke, dass die Frau mit jeder Geburt ein gesundheitliches Risiko eingeht.
Dieser Mut und diese Hingabe sind Eigenschaften, die ich bei den Müttern bewundere.


Was für ein Kitsch.

Die Natur hat uns den Instinkt mitgegeben, unser Kind zu lieben und zu schützen, anders wäre es undenkbar. Und um ein Baby zu haben, muß man halt empfangen und dann gebären, noch geht es nicht anders. Es ist eine ganz normale, natürliche Angelegenheit, die nicht romantisiert werden muß.

Meine Güte, als nächstes schlägst du noch die Wiedereinführung des Mutterverdienstkreuzes vor. :dead:
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 29. Jan 2018, 19:33

Frank_Stein hat geschrieben:Du musst die ca. 20 Mio Einwanderer dazu rechnen, die schon da sind
woher stammt nun diese "alternative Wahrheit" :?: Präzise und damit nachprüfbar für welche Zeitspanne.

"Bedenke :p " das Du nicht allein hier bist - es gibt noch ausreichend Kritiker hier, die gern bereit sind entweder dazu zu lernen oder aber Dir Deinen Unsinn nachzuweisen.

Meine "stille Bewunderung" gilt, mit welcher Penetranz längst gegenteilig bewiesenes hier immer wieder auftaucht. :thumbup:
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Frank_Stein » Mo 29. Jan 2018, 22:16

immernoch_ratlos hat geschrieben:(29 Jan 2018, 19:33)

woher stammt nun diese "alternative Wahrheit" :?: Präzise und damit nachprüfbar für welche Zeitspanne.

"Bedenke :p " das Du nicht allein hier bist - es gibt noch ausreichend Kritiker hier, die gern bereit sind entweder dazu zu lernen oder aber Dir Deinen Unsinn nachzuweisen.

Meine "stille Bewunderung" gilt, mit welcher Penetranz längst gegenteilig bewiesenes hier immer wieder auftaucht. :thumbup:


habe mal kurz bei google-Suche
Demografie Migration Deutschland
eingegeben und das war eines der oberen Treffer
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten ... lob=poster

Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund nimmt weiter mehr zu, vor allem bei den unter 40-Jährigen.
Eine Aussage ist entweder wahr oder falsch
genau dann, wenn diese Aussage entweder wahr oder falsch ist,
unabhängig davon, wer diese Aussage gemacht hat.
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 29. Jan 2018, 22:42

Frank_Stein hat geschrieben:(29 Jan 2018, 22:16)

Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund nimmt weiter mehr zu, vor allem bei den unter 40-Jährigen.

Und? Ist das schlimm? Können das keine "guten" Deutschen sein?
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Skull » Di 30. Jan 2018, 00:24

Frank_Stein hat geschrieben:(29 Jan 2018, 18:56)

Du musst die ca. 20 Mio Einwanderer dazu rechnen, die schon da sind

Verstehe den Hinweis nicht.

Oder willst Du etwa ausdrücken, das wir derzeit 20 Millionen Deutsche haben, die keine Deutschen sind. :?:

mfg
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 30. Jan 2018, 08:38

Also ich glaube ich verstehe ihn schon - habe aber doch noch einige Fragen :

@Frank_Stein

Wurde der Ariernachweis inzwischen wieder - nun aber flächendeckend - eingeführt ?

Diesmal nicht nur auf die überlebende handvoll Juden bezogen, sondern gleich auf alles was solchen offensichtlichen Rassenkomikern ggf. "undeutsch" vorkommt.

Müssen sich auch all die polenstämmigen Kowalskis & Co im wunderschönen Ruhrgebiet, die aus F eingewanderten Hugenotten usw. , nun ernste Sorgen wegen Ausbürgerung machen :?:

Wovor würdest Du werter Frank_Stein denn "haltmachen", wenn diese "Rassenideologie" wieder eingeführt würde - 20 Millionen da muss doch eine Begründung her. Schlimm, all diese Leute wagen es sich mitten in "unserem dt. Land" weiter zu reproduzieren. Sollte man da nicht schnellstens auf erweiterte "Nürnberger Gesetze" zurückgreifen :?:

Zusatzfrage, kann da überhaupt noch von "Gleichberechtigung" die Rede sein ?
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Provokateur » Di 30. Jan 2018, 08:47

Überall diese "de Maizeres", "Lafontaines" und gar "Sarrazins" (<-- Nachfahre eines "Beutetürken", d.h. Migrationshintergrund!!!!11elf!).

Alle ausbürgern, die sind völlig unwichtig.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Dark Angel » Di 30. Jan 2018, 11:29

Frank_Stein hat geschrieben:(29 Jan 2018, 18:15)

Mutter sein ist der wichtigste Job, den es in diesem Land gibt. Das gilt es einmal anzuerkennen, statt es abzuwerten!
Dazu gehört dann vor allem auch die Erziehung der Kinder.

Seit wann ist "Mutter sein" ein Job? Mit anderen Worten: für dich beschränkt sich die Daseinsberechtigung von Frauen darauf, möglichst viele Kinder zu gebären, sich ausschließlich um diese zu kümmern und sich aus der Berufstätigkeit fern zu halten.
Aus welcher Gruft bist du denn gekrochen?
Heute entscheiden Frauen selbstbestimmt ob, wann und wieviele Kinder sie haben wollen und für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, dass auch Väter sich um Kindererziehung und Haushalt kümmern. Nennt sich Beziehung auf Augenhöhe.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Dark Angel » Di 30. Jan 2018, 11:36

Frank_Stein hat geschrieben:(29 Jan 2018, 18:57)

Beides, Bedenke, dass die Frau mit jeder Geburt ein gesundheitliches Risiko eingeht.
Dieser Mut und diese Hingabe sind Eigenschaften, die ich bei den Müttern bewundere.

Was für ein Unsinn!
Richtig ist, jede Schwangerschaft und jede Geburt birgt gesundheitliche Risiken. Dennoch haben Schwangerschaft und Geburt nicht mit Mut und/oder Hingabe zu tun. Fortpflanzung ist schlicht und ergreifend ein Grundmerkmal/eine Grundeigenschaft des Lebens.
Gilt für alle Lebewesen.
Dass für Menschen insbesondere die Geburt mit besonderen Risiken behaftet ist, liegt am aufrechten Gang und dem anatomischen Kompromiss den "die Evolution" eingehen musste.
Menschen (Frauen) bekommen Kinder, weil sie sich ein emotionales Bedürfnis befriedigen - zumindest ist das in fortschrittlichen Ländern so, wo Frauen selbstbestimmt entscheiden können ob, wann und wie oft sie schwanger werden.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Hyde » Di 6. Feb 2018, 02:07

Frank_Stein hat geschrieben:(28 Jan 2018, 12:19)

es gab einen Hinweis eines Artikels darüber, dass mehr Gleichberechtigung zu einer höheren Geburtenrate führt.
Jetzt könnte man sich die Frage stellen, ob umgekehrt eine hohe Geburtenrate Auskunft darüber gibt,
wie gleichberechtigt eine Gesellschaft ist.
Wenn das so wäre, dann wäre Deutschland wohl eines der Schlusslichter und das auch innerhalb der westlichen
Industrieländer und vor allem dann, wenn man die Zuzügler noch herausrechnen würde.


Man muss schon Länder mit ähnlichem Wohlstand miteinander vergleichen.
Und wenn man sich beispielsweise die westliche Wohlstandsgesellschaft anschaut, dann wird eins deutlich: je gleichberechtigter Frauen in den Arbeitsmarkt integriert sind, umso HÖHER sind die Geburtenraten.

Was die Berufskarriere angeht, sind Frauen in den USA, in Frankreich, in Großbritannien oder in Nordeuropa wesentlich weiter als man hierzulande ist - und überall dort ist die Geburtenrate auch wesentlich höher.

In den Ländern hingegen, in denen Frauen auf dem Arbeitsmarkt hinterherhinken (z.B. Italien, Spanien, Portugal, Japan) ist die Geburtenrate auch extrem niedrig.

Der Grund dafür ist ja offensichtlich: Das schlechte Image von Kindern (und somit die Weigerung, eigene Kinder zu bekommen) entsteht dann, wenn ein Kind als Hindernis auf dem Karriereweg wahrgenommen wird. Dann verzichtet man lieber auf Kinder.
Nur die Länder, die es schaffen, eine hohe (Voll-)Erwerbsbeteiligung von Frauen zu ermöglichen, wo also Kinder keine Karrierekiller sind, nur diese Länder haben die Chance auf eine hohe Geburtenrate.

Wer das nicht schafft, der endet wie Italien, Japan und Co - kaum Bock auf Kinder, extrem geringe Geburtenraten.

Leute wie du, die einem veralteten Familien - und Rollenbild nachhängen, sind Schuld an der niedrigen Geburtenrate in Deutschland.
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Charles » Do 8. Feb 2018, 23:06

Hyde hat geschrieben:(06 Feb 2018, 02:07)
Man muss schon Länder mit ähnlichem Wohlstand miteinander vergleichen.
Und wenn man sich beispielsweise die westliche Wohlstandsgesellschaft anschaut, dann wird eins deutlich: je gleichberechtigter Frauen in den Arbeitsmarkt integriert sind, umso HÖHER sind die Geburtenraten.

Was die Berufskarriere angeht, sind Frauen in den USA, in Frankreich, in Großbritannien oder in Nordeuropa wesentlich weiter als man hierzulande ist - und überall dort ist die Geburtenrate auch wesentlich höher.


In den USA ist die Geburtenrate in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_U ... _rate_(TFR)_in_2013.svg

Man kann also gar nicht sagen, dass die Geburtenrate in "den USA" hoch ist. In Staaten wie New York, Oregon oder Kalifornien hast du eine ähnlich niedrige Geburtenrate wie in Deutschland. In Staaten wie Utah, South und North Dakota, Nebraska, Kansas, Okalhoma und Texas hast du eine sehr viel höhere Geburtenrate.
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Hyde
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Hyde » Fr 9. Feb 2018, 05:33

Scharfe Kritik an italienischer "Geburten-Kampagne"

Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin ruft "Fruchtbarkeitstag" aus. Kritik von Frauenverbänden – Renzi distanziert sich

Rom – Eine Kampagne des italienischen Gesundheitsministeriums zur Geburtenförderung hat eine hitzige Diskussion in Italien ausgelöst. Im Rahmen der Kampagne wurden in Medien Werbungen geschaltet, mit denen junge Italienerinnen animiert werden, Kinder zur Welt zu bringen.

„Junge Eltern, der beste Weg, kreativ zu sein!" oder "Beeile dich, warte nicht auf den Storch!" ist auf einem Plakat zu lesen, mit dem junge Frauen aufgerufen werden, mit einer Schwangerschaft nicht zu lange zu warten. "Schönheit bleibt, Fruchtbarkeit nicht" wird im Rahmen der Kampagne auf die "biologische Uhr" der Frauen hingewiesen.

Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin erklärte den 22. September zum "Fruchtbarkeitstag". An diesem Tag sollen hochkarätige Konferenzen zum Thema Fortpflanzung organisiert werden. "Unser Ziel ist, die Öffentlichkeit für das Problem der Unfruchtbarkeit zu sensibilisieren, die bereits viele Paare betrifft. Wir finanzieren keine Kampagne für Geburten, sondern zur Bekämpfung der Unfruchtbarkeit, das ein Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt und sowohl Männer wie auch Frauen betrifft", kommentierte die Ministerin.


https://mobil.derstandard.at/2000043734 ... -Regierung



Hier mal ein Beispiel für die schwachsinnige Geburtenpolitik in Italien. Vollkommen nutzlos, irgendwelche „Aufrufe“ oder „Imagekampagnen“ an die Bevölkerung zu richten, sie mögen doch bitte mehr Kinder kriegen. Als wäre das eine Frage von Werbekampagnen. Als wäre bei Italienern der grundsätzliche natürliche Kinderwunsch niedriger als bei den geburtenstarken Franzosen oder Norwegern oder Schweden. Das ist doch überhaupt nicht das Problem. Unter ähnlichen Bedingungen kriegen die Menschen alle ähnlich viel Kinder, egal ob sie Italiener oder Isländer sind. Aber es geht darum, auch die entsprechenden Bedingungen zu schaffen, anstatt einfach lächerliche Werbeanzeigen zu schalten, wo man die Frauen an ihre „Mutterpflicht“ erinnert. Und das wirklich Wichtige, nämlich eben die Rahmenbedingung für mehr Geburten zu schaffen (Kleinkinderbetreuung, Ganztagsschulen, steuerliche Anreize, Elterngeld, familienfreundliche Unternehmenspolitik, ...), diese Dinge geht Italien nicht an. Stattdessen klammert sich Italien an ein längst nicht mehr praktizierbares Ideal von der guten, gebärfreudigen Hausfrauenmutter.

Mit diesen überholten konservativen Vorstellungen verhindert die italienische Politik, dass mehr Kinder geboren werden (letztes Jahr ca 450.000 Geburten bei ca 650.000 Sterbefällen, das muss man sich mal vorstellen) und verspielt die Zukunft des Landes.

Wenigstens ist Deutschland mittlerweile nach Jahrzehnten verfehlter Geburtenpolitik mittlerweile auf dem richtigen Weg bei diesem Thema. Hier wurden jahrzehntelang ähnlich unverzeihliche Fehler gemacht wie in Italien, mit den entsprechenden negativen Langzeitfolgen, die uns die nächsten 100 Jahre beschäftigen werden.
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 9. Feb 2018, 11:09

Tja Hyde - egal warum man "mehr Geburten fordert" und wie man das zu erreichen gedenkt - und lenkt - über die Notwendigkeit permanenten Wachstums in einer Welt, die sich in knapp 150 Jahren "global" von ehemals 1 Milliarde auf das mehr als 7fache im 21. Jahrhundert hast Du und leider nicht nur Du, wenig nachgedacht.

Warum ist die Menschheit davor - all die Jahrhunderte vor ~1800 nicht in Gefahr gewesen "auszusterben" - Gründe dafür hätte es reichlich gegeben. Nun da all diese Gründe weitgehend durch bessere Nahrungsversorgung, Technologie, Hygiene und medizinischen Fortschritt, als erledigt gelten dürfen, hat diese Masse eine eigene, schädliche Dynamik entwickelt, die eigentlich nur durch vernünftige Reduzierung auf den durchaus lebenswerten Stand um 1800, wirksam bekämpft werden kann. Wohl verstanden mit den eben genannte Segnungen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Was nicht nur Du und jede Menge andere eben nicht begreifen, ist eine notwendige allgemeine Renaissance auf die "Belegungsstärke" vor der mörderischen globalen menschlichen Bevölkerungsentwicklung. Was sprich eigentlich dagegen, wenn sich gerade in den entwickelten Ländern, die Bevölkerung auf ein dem "Stand heutiger Technik", auch "bevölkerungstechnisch" anpasst ?

Wer braucht - (in D) - auf einem kleineren Territorium als 1871 - mit damals um die 46 Millionen Einwohnern - heute 82 Millionen Einwohner ?

Worin mag der Sinn einer solch großen Bevölkerung liegen, denen "untenrum" längst alle Arbeitsplätze verlorengegangen sind, welche die Industrialisierung bis in die ~80er noch beschäftigen konnte - und längst nicht mehr benötigt ?

Nun einfach hirn- und sinnlos "weiterzuwachsen" - weil bei einem natürlichen Schrumpfungsprozess, selbstverständlich mehr Alte im Überhang sterben - soll vernünftig und rational sein ? Ich "vermute mal" Frauen, welche frei aber auch rational über ihren natürlichen Wunsch auf eigene Kinder entscheiden "dürfen" und dabei nicht von männlicher Dummheit behindert werden, entscheiden sich für das in dieser Lage genau richtige - ihre reproduktiven Kapazitäten nicht "voll auszuschöpfen" und sich zu gegebener Zeit wieder dem "Erhaltungsmodus" der ja die Anzahl der Elternpersonen - traditionell Frau plus Mann = 2 ! plus des Korrektionsfaktors von 0,1 "Kinder" umfasst, zu nähern.

Das dies wieder rational und emotional "vernünftig sein wird, hängt schlicht davon ab, ob die Altersstruktur einer Bevölkerung "stimmig" ist oder eben nicht. Was die sog. "entwickelten Länder" negativ auszeichnet, ist der hohe Anteil von Alten, welche die immer weniger werdenden produktiv tätigen "Jungen" mit ihren vollkommen normalen Bedürfnissen belastet.

Daran werden all die "Goodies" welche Frauen zu einer höheren Reproduktion anleiten sollen, nichts ändern. Das Ungleichgewicht zwischen den existierenden Altersgruppen wird schlicht und einfach an die "Enkel" weitergereicht - leider nicht nur das - sondern, durch "positives" Wachstum jenseits der "Null" wird auf einer extrem hohen Basis, auch bei einem geringen Wachstum, die nächste Verdoppelung angesteuert. Es tut mir leid, aber wer meint Mathematik "wunschgemäß" verbiegen zu können, hat die naturgesetzlichen Zusammenhänge entweder nicht begriffen oder noch dümmer, möchte sie einfach mal so ignorieren.

So gesehen - wie sollte man es anders sehen, als mit Rationalität in der Betrachtung - ist das Verhalten der reproduktionsfähigen Frauen in allen entwickelten Staaten, vollkommen natürlich. Da Kinderwunsch und rationale Betrachtung keineswegs sich immer die Waage halten, kann jeder, der seinen Verstand zu nutzen weiß, nur höchst erfreut sein, das diese heilsame und höchst vernünftige Entscheidung, die Folge einer stetigen "Normalisierung" überhaupt zustande kommt.

Das der Staat seinen Nachwuchs fördert - nicht die Zahl der Kinder - halte ich für selbstverständlich. Es ist typisch für diese "immer mehr Wachstumsorgie", dass dabei immer mehr Individuen auf der Strecke bleiben. Wer es nicht sicher und als normalen Vorgang ansieht, Frauen, die Kinder haben, als wertvollen Teil einer Gesellschaft zu sehen und nur um sie zu höherer "Produktivität" zu animieren, die "Haltungsbedingungen" verbessern möchte, hat absolut nix begriffen.

Das D (und andere) mit ihren Bevölkerungsstrukturen noch im 19. Jahrhundert hängengeblieben sind, ist kein vernünftiger Grund dies quasi "endlos" fortschreiben zu wollen. Ob das mal bis in den Gehirnwindungen ankommt, dass alle Berechnungen, die von eine positiven Nettofaktor (ein Prozentsatz !) einhergehen, immer der nächsten Verdoppelung "zustreben" ? Gemessen an der "jüngeren Geschichte" der letzten zweitausend Jahre, kann so etwas nicht vernünftig sein.

Schon + 0,1% als DURCHSCHNITTLICHER Zuwachs auf die Basis von derzeit 82 Millionen Einwohnern auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland würde bedeuten, die vorhandenen Ressourcen im Jahr 2718 für dann "mal eben" 164 Millionen Menschen ausreichen müssen. Zum Vergleich, hätte man zu den selben Bedingungen 1800 damit begonnen, wären es in 2500 erst einmal 92 Millionen gewesen. Doch niemand kann das ändern, bei weiter + 0,1% als DURCHSCHNITTLICHER Zuwachs, wäre die nächste Verdoppelung eben in 3200 mit dann 184 Millionen fällig (allein in D "selbstverständlich").

Kann so eine Entwicklung irgendwie "wünschenswert" sein ? Sind wir hirnlose Bakterien, die sich solange vermehren, bis alle Ressourcen ("Wirte") völlig aufgebraucht sind ? Muss nicht jetzt etwas geschehen, was diesen unheilvollen Prozess hindert, Realität zu werden ? Wann denn, wenn nicht jetzt, wo bis auf die üblichen Idioten, Menschen mit Bildung erkennbar wird, wir nähern uns völlig sinnlos dem Punkt, wo das Individuum aller Rechte beraubt sein wird. Glaubt irgendwer, durch eine ständig wachsende Masse von Menschen bleibt Demokratie und individuelle Freiheit erhaltbar ?

Mit der Weltbevölkerung sind "wir alle" und endgültig, auf der zweiten Hälfte des Schachbretts angekommen - nun ist jede weitere Verdoppelung schlicht eine globale Katastrophe. +1,1% (die niederste internationale Annahme) bedeuten in ~64 Jahren (2082) müssen die "noch" vorhandenen Ressourcen für dann 15 Milliarden Menschen reichen. Das werden heute 10 ... 15jährige noch erleben - wenn sie es denn überleben. "Weiter so" bedeutet 30 Milliarden im Jahres des Herrn 2146 - doch bis dahin dürften die vorhandenen Ressourcen entgültig zur Neige gegangen sein. Alles was Menschen "benötigen" müsste ja wenigstens im selben Umfang "mitwachsen" - Bodenschätze - Ackerflächen - Infrastruktur usw. usf. - von den gern "übersehenen" schädlichen Einwirkungen des Menschen gleich ganz abgesehen.... :dead:

Nein, WIR müssen trotz aller damit verbundenen Probleme JETZT damit beginnen, diesen Unsinn zu beenden - gerade wegen unserer Nachkommen. Aber was soll´s, wir handeln weiter wie "Eintagsfliegen" die ca. 80 Jahre alt werden - alles nur "intelligentes design".... :(

Nun kann man hier gerne seine Augen vor all diesem verschließen - scheiß auf Mathematik - mindestens so irre, wie einfach mal auf die Schwerkraft zu scheißen - übrigens die Kraft, welche zuverlässig verhindert, das diese Scheiße zur "Quelle" zurückfindet.
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Charles » Sa 10. Feb 2018, 00:20

Hyde hat geschrieben:(09 Feb 2018, 05:33)
Unter ähnlichen Bedingungen kriegen die Menschen alle ähnlich viel Kinder, egal ob sie Italiener oder Isländer sind.


In Deutschland liegt die niedrige Geburtenrate überwiegend daran, dass es kaum noch Grossfamilien gibt und Kinderreichtum als asozial gilt.

Bujard: Lange dachte man, das deutsche Problem sei ein besonders großer Anteil kinderloser Frauen. Aber das stimmt nicht. Wir haben gerade in einer Studie den kompletten Geburtenrückgang in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg genau analysiert. Dabei zeigte sich, dass er zu 68 Prozent dadurch zu erklären ist, dass größere Familien mit drei oder mehr Kindern immer seltener werden. Kinderlose sind nur für knapp 26 Prozent des Geburtenrückgangs verantwortlich.

ZEIT: Ist das eine deutsche Besonderheit?

Bujard: Ja, eindeutig. Das ist eine Frage der Kultur. In anderen Ländern werden Eltern bewundert, wenn sie viele Kinder haben. Sie können nach Skandinavien fahren, in die Vereinigten Staaten oder auch nach Frankreich: Nirgendwo gibt es ähnliche Vorbehalte gegenüber kinderreichen Familien wie bei uns.

ZEIT: Was für Vorbehalte meinen Sie?

Bujard: Wir haben junge Menschen gefragt, welchen Ruf kinderreiche Familien haben. 72 Prozent stimmten der Aussage zu, dass sie als asozial gelten. Es gibt also eine große Angst vor Stigmatisierung. Dabei sagten in der gleichen Umfrage nur acht Prozent von 5.000 Teilnehmern, dass sie persönlich so über Kinderreiche denken.


http://www.zeit.de/2016/42/demografie-d ... ssfamilien
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Hyde » Sa 10. Feb 2018, 01:21

Charles hat geschrieben:(10 Feb 2018, 00:20)

In Deutschland liegt die niedrige Geburtenrate überwiegend daran, dass es kaum noch Grossfamilien gibt und Kinderreichtum als asozial gilt.



http://www.zeit.de/2016/42/demografie-d ... ssfamilien


Erstens kann man Familien mit 3 Kindern wohl kaum als „Großfamilie“ bezeichnen und ich kenne auch niemanden, der es „asozial“ findet, wenn jemand 3 Kinder hat.
Zweitens sind 4 oder mehr Kinder auch im Ausland die Ausnahme, das macht kaum den großen Unterschied. Viel würde es schon bringen, wenn die Hälfte der Kinderlosen wenigstens 2 Kinder hätten.
Drittens ist die Geburtenrate in Deutschland gar nicht mehr so niedrig, jedenfalls inzwischen höher als in einigen anderen Regionen (Südeuropa, Osteuropa, Ostasien). 2016 lag die Geburtenrate in Deutschland bei 1,59 - was der höchste Stand seit 1972 ist.
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Ger9374 » Sa 10. Feb 2018, 06:59

Als eine bekannte mit Mann und 3 Kindern sich wohnlich verändern wollten, kam in der tat der
Spruch das sei assozial mit 3 Kindern von einem Vermieter!
Deutschland ist kein Kinderland !
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon Charles » Sa 10. Feb 2018, 13:49

Hyde hat geschrieben:(10 Feb 2018, 01:21)
Erstens kann man Familien mit 3 Kindern wohl kaum als „Großfamilie“ bezeichnen und ich kenne auch niemanden, der es „asozial“ findet, wenn jemand 3 Kinder hat. Zweitens sind 4 oder mehr Kinder auch im Ausland die Ausnahme, das macht kaum den großen Unterschied.


Doch, in Ländern wie Frankreich gibt es wesentlich mehr Mehrkindfamilien als in Deutschland. Und die Analyse der Geburtenrückgangs in den letzten Jahrzehnten in Deutschland hat auch gezeigt, dass steigende Kinderlosigkeit zwar auch einen Anteil (ca. 25%) am gesamten Geburtenrückgang hat, aber der weitaus grössere Anteil (ca. 70%) des Geburtenrückgangs ist durch das Verschwinden der Mehrkindfamilien in Deutschland zurückzuführen. In den 50er und 60er Jahren war der Anteil der Familien mit 3 oder mehr Kindern noch doppelt so hoch wie heute.

Hyde hat geschrieben:(10 Feb 2018, 01:21)
Drittens ist die Geburtenrate in Deutschland gar nicht mehr so niedrig, jedenfalls inzwischen höher als in einigen anderen Regionen (Südeuropa, Osteuropa, Ostasien). 2016 lag die Geburtenrate in Deutschland bei 1,59 - was der höchste Stand seit 1972 ist.


1,59 ist aber immer noch eine sehr niedrige Geburtenrate. Und 1,59 ist auch nur der Bundesdurchschnitt. Es lohnt sich mal einzelne Regionen anzuschauen. Auch dazu gibt es Untersuchungen.

Die großen regionalen Unterschiede sind das Ergebnis einer breit angelegten Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Die Wissenschaftler Martin Bujard und Melanie Scheller haben dabei erstmals für alle 402 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland die endgültige Geburtenrate der dort lebenden Frauen ermittelt.

Viel Nachwuchs gibt es vor allem in Regionen, die katholisch geprägt sind und in denen die Akademikerinnenquote niedrig ist. Eine große Rolle spielt aber auch der Wohnungsmarkt. So wirkt sich ein ausreichendes Angebot an großen Wohnungen deutlich positiv auf den Kinderwunsch aus.

Und auch der Heiratsmarkt ist relevant. Denn ein Männerüberschuss in einer Region lässt die Geburtenrate gleichfalls steigen. Darüber hinaus gibt es ein starkes Stadt-Land-Gefälle. Denn eine geringere Bevölkerungsdichte ist in der Regel mit einer höheren durchschnittlichen Familiengröße gekoppelt.

Eine gute Wirtschaftsentwicklung mit niedriger Arbeitslosigkeit lässt gleichfalls die Kinderzahl steigen. Und auch eine traditionelle Wirtschaftsstruktur mit einem nur kleinen Dienstleistungsanteil führt zu größeren Familien.

Generell gilt, dass Großstädte besonders niedrige Geburtenraten aufweisen. So sind große Wohnungen in den Metropolen meist Mangelware und entsprechend teuer. Zudem leben Akademikerinnen häufig wegen der besseren Berufschancen in der Stadt, was die durchschnittliche Kinderzahl dort ebenfalls drückt. Denn hierzulande bekommen hoch gebildete Frauen im Durchschnitt weniger Kinder als Frauen mit einem niedrigeren Bildungsstand.

Es sind vor allem die karriereorientierten Frauen, die es in die Städte zieht. Und in vielen Metropolen herrscht deshalb ein Überschuss an Frauen, was wiederum den Anteil der Kinderlosen unter ihnen steigen lässt.


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ahlen.html
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 12. Feb 2018, 00:52

In dieses Thema "Gleichberechtigung und Geburtenrate" kann jeder beliebiges hineininterpretieren. Nun gibt es einen Maßstab mit dem sich recht einfach Beziehungen der Länder untereinander herstellen lassen :
Gablers Wirtschaftslexikon hat geschrieben:Quelle


Fertilitätsmaße
Kurzerklärung

Fertilitätsmaße sind Verhältniszahlen zur Charakterisierung des Ausmaßes der Erneuerung einer Bevölkerung durch Geburten (Geburtenhäufigkeit). Es ist zu unterscheiden zwischen Periodenmaßen, welche Ereignisse in einem zeitlichen Querschnitt erfassen (Monat, Jahr, Jahrfünft) und Kohortenmaßen, welche Ereignisse, hier Geburten und Geborene, im Lebensverlauf von Frauen nach Gebäralter, Parität und Zeitabstand zwischen den Geburten verfolgen (Längsschnitt).

Ausführliche Erklärung

strukturieren quantitativ die Gesamtheit der Lebendgeborenen (Fertilität) nach verschiedenen Bevölkerungssegmenten zu amtlichen, wissenschaftlichen und politischen Zwecken. Fertilitätsmaße sind Verhältniszahlen zur Charakterisierung des Ausmaßes der Erneuerung (Fortpflanzung) einer Bevölkerung durch Geburten (Geburtenhäufigkeit). Es ist zu unterscheiden zwischen Periodenmaßen, welche Ereignisse in einem zeitlichen Querschnitt erfassen (Monat, Jahr, Jahrfünft) und Kohortenmaßen, welche die Ereignisse, hier Geburten und Geborene, im Lebensverlauf von Frauen verfolgen (Längsschnitt). Zu den Periodenmaßen zählen:

1. Rohe Geborenenziffer (in den Medien z.T. als Geburtenrate bezeichnet): bezieht die Zahl der Lebendgeborenen auf tausend Personen der (mittleren) Gesamtbevölkerung, die zum Großteil am Geburtenvorgang nicht beteiligt ist (Männer, Kinder, Ältere). Daher sind Maße, die auf den weiblichen Bevölkerungsteil bezogen sind, in Forschung und Vergleich aussagekräftiger.

2. Allg. Fruchtbarkeitsziffer: Lebendgeborene eines Kalenderjahres, bezogen auf tausend Frauen im Gebäralter von 15 bis 44 oder 49 Jahren.

3. Altersspezifische Geborenenziffer: Lebendgeborene eines Jahres von bestimmten Frauenjahrgängen auf tausend Frauen dieser betreffenden Frauenjahrgänge. Zusätzliche Unterscheidung:

(1) ehelich Lebendgeborene von Müttern in einem bestimmten Alter, bezogen auf Tausend der verheirateten Frauen in diesem Alter;
(2) nicht ehelich Lebendgeborene von Müttern in einem bestimmten Alter, bezogen auf Tausend der unverheirateten (ledigen, verwitweten und geschiedenen) Frauen in diesem Alter.

4. Zusammengefasste Geburtenziffer (Total Fertility Rate, TFR) (in den Medien meist als Geburtenrate bezeichnet): Summe der altersspezifischen Geborenenziffern. Sie ergeben für die gebärfähigen Frauen eines Jahres die durchschnittliche Zahl der lebendgeborenen Kinder (Deutschland 1,4 Kinder je Frau; Kenia 4,6).

In der Längsschnittbetrachtung einer Kohortenfertilität zählen die Niederkünfte bzw. Geborenen eines Frauenjahrgangs (Geburtenkohorte) bis zum Ende des Familienbildungsprozesses. Sie sind ein ideales Vergleichsinstrument für die Fertilitätsgeschichte verschiedener Geburts- oder Heiratsjahrgänge. Frauengeburtsjahrgänge zwischen 1935 und 1945 haben den Nachkriegs-Babyboom mit einer zusammengefassten Geburtenziffer von 2,5 Kindern je Frau (1965) hervorgebracht; diejenigen zwischen 1945 und 1955 bewirkten den sog. "Pillenknick" des zweiten demografischen Übergangs ab 1964.
Wer sich die Mühe macht und das umfangreiche zugängliche Material im WEB vornimmt, ist mit dem WIKI "Liste von Staaten und Territorien nach Bevölkerungsentwicklung" recht gut bedient.

Hier kann man über die vorhanden Zahlen recht interessante Schlüsse ziehen. Die "Liste" lässt sich problemlos in eine Tabellenkalkulation übertragen und mit etwas Geschick und Mühe dort weiter auswerten. Leider zum umfangreich um auch nur einen Bruchteil der so gewonnen Erkenntnisse hier vernünftig wiederzugeben. Dort findet sich auch die Fertilitätsrate aller Staaten. Nun sagt die ohne die Basis recht wenig aus. D liegt mit 1,5 (2016) über Spanien = 1,3 - Italien = 1,4 - Polen = 1,4 und unter UK = 1,8 - Frankreich 1,9. Hier habe ich nur europäische Staaten "herausgegriffen" die 1950 wenigstens 20 Millionen oder mehr Einwohner hatten. 66 Jahre später 2016 wuchsen diese ausgewählten Bevölkerungen (in Millionen) mit einem Jahresdurchschnitt von [%] (Fertilität) :

Polen 24,8 ... 2016 = 38,6 [+0,84%] (1,4)

Spanien 28,0 ... 2016 = 46,0 [+0,97] (1,3)

Italien 46,3 ... 2016 = 59,8 [+0,44] (1,4)

Frankreich 42,6 ... 2016 = 66,8 [+0,86] (1,9)

UK 50,6 ... 2016 = 65,1 [+0,43] (1,8)

Deutschland 70,0 ... 2016 = 82,3 [+0,27] entspricht einem Plus von 17,57% in 66 Jahren(1,5)

zum Vergleich :

Syrien 3,4 ... 2016 = 18,5 [+6,73] entspricht einem Plus von 444,12% - also mehr als zwei (exp.) Verdoppelungen in 66 Jahren (2,7)

Wären alle europäischen Staaten derartig stark angewachsen wie z.B. Syrien, hätten wir längst vergleichbare Bürgerkriegssituationen in den meisten europäischen Staaten. Das Verhältnis Einwohner zu verfügbaren Ressourcen (mit oder ohne Export), wäre längst unhaltbar.

Die Prognosen für D 2050 = 79,2 ... 2100 71,0 erscheinen mir wenigstens einigermaßen vernünftig. F mit 2050 = 70,6 ... 2100 74,9 wird hoffentlich die Energie aufbringen seine weiter wachsende Bevölkerung mit der notwendigen Infrastruktur + Arbeitsplätze + Ressourcen zu versorgen - gemessen an dem derzeitigen Zustand kommen mir da schon Zweifel....

Ähnliches mag ja für UK 2050 = 75,4 ... 2100 80,9 gelten, glaube kaum, dass sich die Insel bis dahin vergrößern wird.
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TheManFromDownUnder
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Re: Gleichberechtigung und Geburtenrate

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 13. Feb 2018, 10:42

Gleichberechtigung hat nichts mit Geburtenrate zu tun. Die anfaenglich gezeigte Karte ist nur insoweit aussagefaehig das in Laendern in denen es geringes Einkommen gibt und keine sozialen Leistungen die Geburtenrate hoeher ist als in Laendern mit gutet sozialer Versorgung und hoeheren Einkommen.

China das bevoelkerungsreichsteLand der Erde hat eine staatlich kontrollierte Geburtenrate was ebenfalls zu einer Verfaelschung der Statistik fuehrt.

Generell je hoeher das pro Kopf Einkommen und je hoeher die soziale Fuersorge desto geringer die Geburtenrate. Ausnahmen in stark religioes gepraegten Gesellschaften zB in moslemischen Laendern oder in Sektierer Enklaven wie Utah in den USA.

Nicht vergessen das in aermeren Laendern zB in Afrika Kinder billige Arbeitskraefte sind und eine Versicherung fuer die Eltern im Alter.
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