frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 1261
Registriert: Do 19. Jun 2008, 14:08

frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 2. Feb 2009, 15:07

Nur noch wenige Eltern entscheiden sich für drei oder mehr Kinder. Denn das neue Ideal der berufstätigen Mutter passt nicht zum traditionell geprägten Lebensstil der Großfamilie. Warum der Trend zur Kleinfamilie die eigentliche Ursache für die demografische Katastrophe ist.

http://www.welt.de/politik/article17118 ... d_aus.html

wäre nicht die logische konsequenz zur beseitigung des demografischen problems eine rückbesinnung der frau als mutter in einer großfamilie?

ich würde die frage mit "ja" beantworten.. wie seht ihr das?
besonders würde mich die meinung derer interessieren, die mit "nein" antworten würden.

meiner ansicht nach ist frauenarbeit mit großfamilie strukturell nicht zu vereinbaren (oder nur in ausnahmefällen, wo genug hilfskräfte vorhanden sind "von der Leyen").
Skylla
Beiträge: 898
Registriert: Di 10. Jun 2008, 13:42

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Skylla » Mo 2. Feb 2009, 15:16

watisdatdenn? hat geschrieben:http://www.welt.de/politik/article17118 ... d_aus.html

wäre nicht die logische konsequenz zur beseitigung des demografischen problems eine rückbesinnung der frau als mutter in einer großfamilie?

ich würde die frage mit "ja" beantworten.. wie seht ihr das?
besonders würde mich die meinung derer interessieren, die mit "nein" antworten würden.

meiner ansicht nach ist frauenarbeit mit großfamilie strukturell nicht zu vereinbaren (oder nur in ausnahmefällen, wo genug hilfskräfte vorhanden sind "von der Leyen").

Ich bin der Meinung, dass das jeder für sich selber entscheiden muss. Außerdem halte ich nix davon, mir von anderen vorschreiben zu lassen mich "auf meine Rolle als Frau" zu besinnen. Meine Rolle suche ich mir im Leben schon selber aus und dazu auch den passenden Partner.

Im übrigen ist unsere Erde reichlich überbevölkert. Ich sehe also eher ein Problem in der Überbevölkerung als umgekehrt. Da auch die Ressourcen der Erde begrenzt sind, ist eine Großfamilie auch ein egoistischer Akt (nur so gesehen).
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 1261
Registriert: Do 19. Jun 2008, 14:08

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 2. Feb 2009, 15:29

Skylla hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass das jeder für sich selber entscheiden muss. Außerdem halte ich nix davon, mir von anderen vorschreiben zu lassen mich "auf meine Rolle als Frau" zu besinnen. Meine Rolle suche ich mir im Leben schon selber aus und dazu auch den passenden Partner.

natürlich.. aber der staat hat doch (hoffentlich?) ein interesse daran, dass es mehr deutsche gibt.
wäre es also nicht sinnvoll/logisch jene frauenrolle zu fördern (wenn auch nur moralisch), wenn das mehr kinder bedeutet?

Skylla hat geschrieben:Im übrigen ist unsere Erde reichlich überbevölkert. Ich sehe also eher ein Problem in der Überbevölkerung als umgekehrt. Da auch die Ressourcen der Erde begrenzt sind, ist eine Großfamilie auch ein egoistischer Akt (nur so gesehen).

dir ist aber bewusst, dass diese lokale europäische kinderarmut längerfristig einen niedergang der europäischen kultur bedeutet?

um es einfach zu machen: kinder lernen die meisten dinge von ihren eltern.. sie übernehmen das "kulturelle erbe". sie übernehmen zwar auch später einige dinge, aber der einfluss der eltern ist enorm.
-> mehr immigranten -> weniger europäisches kulturelles erbe -> kultureller niedergang

ist dies in deinem/unserem interesse? was ist so schlimm an einem gewissen kulturellen egoismus? wären die antiken hochkulturen egoistischer gewesen, könnten wir heute schon viel viel weiter sein..


ich verweise auf die spätantike, in dem es massive migrationsbewegungen (insbesondere von germanen) ins römische reich gab.
Zuletzt geändert von watisdatdenn? am Mo 2. Feb 2009, 15:31, insgesamt 1-mal geändert.
Andromache

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Andromache » Mo 2. Feb 2009, 15:31

watisdatdenn? hat geschrieben:http://www.welt.de/politik/article17118 ... d_aus.html

wäre nicht die logische konsequenz zur beseitigung des demografischen problems eine rückbesinnung der frau als mutter in einer großfamilie?

ich würde die frage mit "ja" beantworten.. wie seht ihr das?
besonders würde mich die meinung derer interessieren, die mit "nein" antworten würden.

meiner ansicht nach ist frauenarbeit mit großfamilie strukturell nicht zu vereinbaren (oder nur in ausnahmefällen, wo genug hilfskräfte vorhanden sind "von der Leyen").

Die großfamilie würde nur kurz- bis höchstens mittelfristig demographische Probleme lösen, langfristig hingegen selbst zum Problem werden.
Für den Bestand eines Volkes ist die einfache Reproduktion völlig ausreichend ud die lässt sich auch mit der Berufstätigkeit der Frau vereinbaren.
Zudem wäre diese "Rückbesinnung" auch ein Rückschritt. Nicht jede Frau sieht ihr Glück ausschließlich darin, möglichst viele Kinder großzuziehen. Wobei die Betonung auf möglichst viele liegt und nicht auf Kinder. ;)
In diesem Zusammenhang ist jedoch auch zu bedenken, dass in Hinsicht auf Demographie nationale Interessen mit globalen Interessen kollidieren.
Während in Deutschland nicht einmal die einfache Reproduktion gegeben ist, mehr Menschen sterben als geboren werden, ist eine Stagnation der Weltbevölkerung oder gar eine Trendwende nicht in Sicht. Immer mehr Menschen bedeuten aber auch eine immer stärkere Belastung unseres Ökosystems und seiner Ressourcen.
National hingegen bedeutet eine zunehmende Vergreisung der Bevölkerung zunehmend ökonomische Probleme.
Die Vielschichtigkeit und Komplexität der Probleme - zunehmende Weltbevölkerung einerseits und nationale Vergreisung und Kindermangel anderseits, lassen sich mit der einfachen Formel Rückbesinnung nicht lösen.

Andromache
schallundrauch
Beiträge: 898
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:14

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon schallundrauch » Mo 2. Feb 2009, 15:42

Bis es soweit kommt, dass die "europäische Kultur" untergeht, sind wir alle längst Regenwurmfutter. Ich halte diese Hysterie für total überzogen.
Wenn der Staat möchte, dass die Deutschen mehr Kinder kriegen, dann soll er dafür sorgen, dass auch angemessene Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. So wie es jetzt aussieht, würden Großfamilien die bestehenden Probleme nur bestärken, nicht beseitigen.
Andromache

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Andromache » Mo 2. Feb 2009, 15:46

watisdatdenn? hat geschrieben:
dir ist aber bewusst, dass diese lokale europäische kinderarmut längerfristig einen niedergang der europäischen kultur bedeutet?

um es einfach zu machen: kinder lernen die meisten dinge von ihren eltern.. sie übernehmen das "kulturelle erbe". sie übernehmen zwar auch später einige dinge, aber der einfluss der eltern ist enorm.
-> mehr immigranten -> weniger europäisches kulturelles erbe -> kultureller niedergang

ist dies in deinem/unserem interesse? was ist so schlimm an einem gewissen kulturellen egoismus? wären die antiken hochkulturen egoistischer gewesen, könnten wir heute schon viel viel weiter sein..


ich verweise auf die spätantike, in dem es massive migrationsbewegungen (insbesondere von germanen) ins römische reich gab.

Migrationen hat es in der Menschheitsgeschichte mehrfach gegeben und die müssen nicht zwangsläufig zu einem Niedergang oder zum Verschwinden einer Kultur führen.
Dein Ansatz vom kulturellen Egoismus greift zu kurz. Nach vorüber gehender kultureller Zäsur wirkt Migration auch als Katalysator. Griechenland hätte nach dem Niedergang der Mykenischen Palastkultur ohne Migration aus dem Norden und Osten keine neue Hochblüte erlebt. Rom wäre ohne Einfluss aus Griechenland, von den Etruskern und Ägypten nie zur Großmacht aufgestiegen.
Die Vandalen wanderten bis Nordafrika und assimilierten dort römische Kultur, verhalfen ihr sogar zu neuer Blüte.
Der kulturelle Niedergang in der Übergangszeit Spätantike/Mittelalter ist weniger auf Migration zurückzuführen als vielmehr auf religiösen Sichtweisen und religiösen Fanatismus.
Auf die heutige Zeit bezogen würde das bedeuten, das Erhaltenwerte jeder Kultur wird weiter tradiert, das Nichterhaltenswerte verliert sich. Hinzu kommt, dass andere Kulturen durchaus Impulse zur Entwicklung einer neuen Kultur/neuen Sichtweise liefern.
Das war immer so und wird auch so bleiben. Kultur ist nichts statisches, sondern etwas was ständig in Bewqegung ist, sich ständig weiter entwickelt.

Andromache
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 1261
Registriert: Do 19. Jun 2008, 14:08

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 2. Feb 2009, 15:49

Andromache hat geschrieben:Die großfamilie würde nur kurz- bis höchstens mittelfristig demographische Probleme lösen, langfristig hingegen selbst zum Problem werden.

inwiefern würde es denn probleme aufwerfen?

Andromache hat geschrieben:Für den Bestand eines Volkes ist die einfache Reproduktion völlig ausreichend ud die lässt sich auch mit der Berufstätigkeit der Frau vereinbaren.

nun bisher sieht das in europa allerdings nicht sehr überzeugend aus..
also bezweifle ich diese theorie, da es in der praxis (nach jahrzehnten der erprobung, so dass langsam deutliche resultate sichtbar sind) nicht zu funktionieren scheint.

Andromache hat geschrieben:Zudem wäre diese "Rückbesinnung" auch ein Rückschritt.

nicht unbedingt.. auch die renaissance war eine rückbesinnung, aber kein rückschritt (in die dekadenz der spätantike).
ich sage ja nicht, dass alle frauen sofort das goldene mutterkreuz erwerben sollen, sondern dass ein generelles gesellschaftliches umdenken sinnvoll wäre.

Andromache hat geschrieben:zunehmende Weltbevölkerung einerseits und nationale Vergreisung und Kindermangel anderseits, lassen sich mit der einfachen Formel Rückbesinnung nicht lösen.

mehr kinder in europa durch (großfamiliäre) rückbesinnung und weniger kinder in 3.welt-länder durch modernisierung (= frauenarbeit + bildung + verhütung)
das fände ich einen durchaus sinnvollen und ausgeglichenen weg, der sowohl der vergreisung/überfremdung in europa entgegenwirken würde, als auch der armut und übervölkerung in den 3.welt-ländern.
Benutzeravatar
Pandora
Beiträge: 7319
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 15:33
Benutzertitel: living with a box
Wohnort: Schweiz

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Pandora » Mo 2. Feb 2009, 15:52

watisdatdenn? hat geschrieben:http://www.welt.de/politik/article17118 ... d_aus.html

wäre nicht die logische konsequenz zur beseitigung des demografischen problems eine rückbesinnung der frau als mutter in einer großfamilie?

ich würde die frage mit "ja" beantworten.. wie seht ihr das?
besonders würde mich die meinung derer interessieren, die mit "nein" antworten würden.

meiner ansicht nach ist frauenarbeit mit großfamilie strukturell nicht zu vereinbaren (oder nur in ausnahmefällen, wo genug hilfskräfte vorhanden sind "von der Leyen").


Ich habe in meinem Umfeld einige Großfamilien und kann nur eine Gegenfrage stellen... wer bezahlt das?! Ich würde schätzen, dass der überwiegende teil der Großfamilien recht nahe am Existenzminimum lebt... die Frauen gehen gerade dort meist auch arbeiten, damit die Familie etwas mehr Geld zur Verfügung hat...

Frau von der Leyen z. B. hat weder ein zeitliches noch ein finanzielles Problem und ist daher für mich bzw die breite Masse absolut kein Maßstab... weniger Maßstab als sie geht kaum noch... sie ist weder ein Positivbeispiel noch ein Negativbeispiel für/gegen Großfamilie... für mich steht sie ausser Konkurrenz...
Niveau ist keine Hautcreme
Benutzeravatar
Olifant
Beiträge: 8542
Registriert: Mi 18. Jun 2008, 15:21
Benutzertitel: Demokratischer Kultist

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Olifant » Mo 2. Feb 2009, 15:55

watisdatdenn? hat geschrieben:wäre nicht die logische konsequenz zur beseitigung des demografischen problems eine rückbesinnung der frau als mutter in einer großfamilie?


Was Frauen können, können Männer ebenso.
Benutzeravatar
lobozen
Beiträge: 9962
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 22:22
Benutzertitel: fugitive
Wohnort: Where women glow and men plunder

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon lobozen » Mo 2. Feb 2009, 16:00

watisdatdenn? hat geschrieben:meiner ansicht nach ist frauenarbeit mit großfamilie strukturell nicht zu vereinbaren (oder nur in ausnahmefällen, wo genug hilfskräfte vorhanden sind "von der Leyen").

vermutlich meinst du erwerbsarbeit, denn tatsache ist, dass gerade in traditionellen sozialsystemen die frauen es sind, die einen grossteil der arbeit leisten.
Zuletzt geändert von lobozen am Mo 2. Feb 2009, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
"what you call love was invented by guys like me, to sell nylons"
Benutzeravatar
Umetarek
Vorstand
Beiträge: 14052
Registriert: Di 3. Jun 2008, 06:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Umetarek » Mo 2. Feb 2009, 16:01

Olifant hat geschrieben:
Was Frauen können, können Männer ebenso.

Naja, stillen dann weniger, ich weiß auch nicht was sich watisdatdenn unter einer Großfamilie vorstellt, aber bei über fünf Kindern macht es schon Sinn, wenn die Mutter zu Hause bleibt. Aber es soll alles geben ...
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
Olifant
Beiträge: 8542
Registriert: Mi 18. Jun 2008, 15:21
Benutzertitel: Demokratischer Kultist

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Olifant » Mo 2. Feb 2009, 16:04

Umetarek hat geschrieben:...aber bei über fünf Kindern macht es schon Sinn, wenn die Mutter zu Hause bleibt...


Worin liegt der Sinn?
Andromache

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Andromache » Mo 2. Feb 2009, 16:06

watisdatdenn? hat geschrieben:inwiefern würde es denn probleme aufwerfen?


nun bisher sieht das in europa allerdings nicht sehr überzeugend aus..
also bezweifle ich diese theorie, da es in der praxis (nach jahrzehnten der erprobung, so dass langsam deutliche resultate sichtbar sind) nicht zu funktionieren scheint.


nicht unbedingt.. auch die renaissance war eine rückbesinnung, aber kein rückschritt (in die dekadenz der spätantike).
ich sage ja nicht, dass alle frauen sofort das goldene mutterkreuz erwerben sollen, sondern dass ein generelles gesellschaftliches umdenken sinnvoll wäre.


mehr kinder in europa durch (großfamiliäre) rückbesinnung und weniger kinder in 3.welt-länder durch modernisierung (= frauenarbeit + bildung + verhütung)
das fände ich einen durchaus sinnvollen und ausgeglichenen weg, der sowohl der vergreisung/überfremdung in europa entgegenwirken würde, als auch der armut und übervölkerung in den 3.welt-ländern.

Einfache Reproduktion bedeutet 2,1 Kinder pro Frau (im gebärfähigen Alter), in Deutschland liegen wir gegenwärtig bei ~1,4 Kinder, Italien und Griechenland bei nur 1,1 Kinder, viele ehemalige Ostblockländer bei 1,3 und die skandinavischen Länder + Niederlande bei 1,9 Kinder, alsi alle europäischen Staaten unter der einfachen Reproduktion.
Der Grund hierfür liegt in fehlenden oder falschen Rahmenbedingungen.
Ich schrieb zudem langfristig würde die Großfamilie zum Problem einfach darum, weil aus einer vorübergehenden Stabilisierung ein Anwachsen der Bevölkerung resultieren würde und damit eine Zunahme der ohnehin schon relativ hohen Bevölkerungsdichte, verbunden mit einer Belastung vorhandener Ressourcen. Flächen für den Nahrungsmittelanbau, Veihzucht und vor allem für Wohnung sind begrenzt, können ohne Eingriffe in das Ökosystem nicht erweitert werden.
Ich habe das auch nicht so gewertet, dass Du jetzt jede Frau zur Mutterkreuzträgerin machen/verdonnern willst. ;)
In Anbetracht der globalen Situation kann in Europa nur eine Stabilisierung der Bevölkerung, nicht aber eine Zuinahme der bevölkerung angestrebt werden, bei gleichzeitigem Bevölkerungsrückgang in den Schwellenländern.
Die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen muss Ergebnis globaler Politik sein und letztendlich eine Trendumkehr eingeleitet werden. Den gegenwärtigen 6,7 Mrd Menschen einen einigermaßen angeglichenen Lebensstandard/Lebensniveau zu sichern, dazu reichen die Ressourchen der Erde nicht aus, nicht mal dann, wenn man die völlige Zerstörung des Ökosystems in Kauf nimmt.

Andromache
Benutzeravatar
Umetarek
Vorstand
Beiträge: 14052
Registriert: Di 3. Jun 2008, 06:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Umetarek » Mo 2. Feb 2009, 16:11

Olifant hat geschrieben:
Worin liegt der Sinn?

Die Frau ist schwanger und stillt, beides Dinge die zuhause einfacher zu erledigen sind. Kann man beides auch extrem schlecht an den Mann abdrücken. Ich weiß, stillt nicht jede und nicht jede so lang wie ich, den Kindern tuts aber auf jeden Fall gut. Bei 5 Kindern wären das ca 5 Jahre Schwangerschaft und ebensoviel Stillzeit, also 10 Jahre, die mit ganztägigem Beruf nicht vereinbar sind.
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 1261
Registriert: Do 19. Jun 2008, 14:08

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 2. Feb 2009, 16:14

Andromache hat geschrieben:Migrationen hat es in der Menschheitsgeschichte mehrfach gegeben und die müssen nicht zwangsläufig zu einem Niedergang oder zum Verschwinden einer Kultur führen.

natürlich nicht..
es kann sogar positive impulse geben, aber ich denke nur, wenn es von einer höheren zu einer niederen kultur geht:
phönizier -> griechen
griechen -> römer
römer -> germanen

der jeweils umgedrehte weg römer -> griechen, germanen -> römer führte historisch gesehen nicht zu einer nennenswerten bereicherung der jeweils höher stehenden kultur.

momentan sind wir europäer auf einem sehr hohem kulturellem niveau. -> wir sollten wählerisch bei der immigration sein.
wir können andere völker dadurch kulturell befruchten und tun dies auch. aber wir sollten aus der geschichte lernen und nicht die selben fehler machen, wie schon die römer..

Andromache hat geschrieben:Der kulturelle Niedergang in der Übergangszeit Spätantike/Mittelalter ist weniger auf Migration zurückzuführen als vielmehr auf religiösen Sichtweisen und religiösen Fanatismus.

allerdings auch auf den kinderarmut insbesondere der romischen kulturellen eliten, da sich eben jene religiösen deutlich stärker vermehr(t)en.

schallundrauch hat geschrieben:Ich halte diese Hysterie für total überzogen.

wirke ich hysterisch?
ich will eigentlich vernünftig darüber diskutieren.
Andromache

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Andromache » Mo 2. Feb 2009, 16:17

Umetarek hat geschrieben:Die Frau ist schwanger und stillt, beides Dinge die zuhause einfacher zu erledigen sind. Kann man beides auch extrem schlecht an den Mann abdrücken. Ich weiß, stillt nicht jede und nicht jede so lang wie ich, den Kindern tuts aber auf jeden Fall gut. Bei 5 Kindern wären das ca 5 Jahre Schwangerschaft und ebensoviel Stillzeit, also 10 Jahre, die mit ganztägigem Beruf nicht vereinbar sind.

... und zudem der Gesundheit der Frau nicht sonderlich zuträglich. Jede Schwangerschaft ist eine Belastung für den Körper und sind die Erholungsphasen zu kurz, gehts abwärts und das kann dann dazu führen (jetzt werde ich boshaft :ill: ) dass Mann sich eine sucht, die besser aussieht. :nails:

Andromache
Benutzeravatar
Umetarek
Vorstand
Beiträge: 14052
Registriert: Di 3. Jun 2008, 06:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Umetarek » Mo 2. Feb 2009, 16:20

Andromache hat geschrieben:... und zudem der Gesundheit der Frau nicht sonderlich zuträglich. Jede Schwangerschaft ist eine Belastung für den Körper und sind die Erholungsphasen zu kurz, gehts abwärts und das kann dann dazu führen (jetzt werde ich boshaft :ill: ) dass Mann sich eine sucht, die besser aussieht. :nails:

Andromache

*g* Nach dem Zweiten hab ich unter anderem deswegen beschlossen, das es reicht. (Also nicht wegen der Schönheit)
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 1261
Registriert: Do 19. Jun 2008, 14:08

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 2. Feb 2009, 16:28

Umetarek hat geschrieben:ich weiß auch nicht was sich watisdatdenn unter einer Großfamilie vorstellt

wie in meiner eingangs quelle: ab 4-5 kindern spreche ich von großfamilie

lobozen hat geschrieben:vermutlich meinst du erwerbsarbeit, denn tatsache ist, dass gerade in traditionellen sozialsystemen die frauen es sind, die einen grossteil der arbeit leisten.

natürlich meinte ich erwerbsarbeit. entschuldige bitte meine ungenaue ausdrucksweise, welche die gefahr inherent hat, hausfrauenarbeit zu marginalisieren.

Anavlis hat geschrieben:Ich habe in meinem Umfeld einige Großfamilien und kann nur eine Gegenfrage stellen... wer bezahlt das?!

am besten so wie damals, der ernährer der großfamilie selbst. das funktioniert natürlich nicht bei hartz4-empfänger, für die ich auch gar keine großfamilie propagieren will. ich denke eher an die mittelständische großfamilie (mit vater als architekten, beamter o.ä.), die bereits fast ausgestorben ist (warscheinlich aufgrund der vermehrten erwerbsarbeit mittelständischer frauen).
Zuletzt geändert von watisdatdenn? am Mo 2. Feb 2009, 16:30, insgesamt 1-mal geändert.
Andromache

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Andromache » Mo 2. Feb 2009, 16:34

watisdatdenn? hat geschrieben:natürlich nicht..
es kann sogar positive impulse geben, aber ich denke nur, wenn es von einer höheren zu einer niederen kultur geht:
phönizier -> griechen
griechen -> römer
römer -> germanen

der jeweils umgedrehte weg römer -> griechen, germanen -> römer führte historisch gesehen nicht zu einer nennenswerten bereicherung der jeweils höher stehenden kultur.

Nun, bei den von Dir genannten Kulturen handelt es sich mit Ausnahme der Germanen um mehr oder weniger gleichrangige Kulturen. Rom entstand etwa um die gleiche Zeit als in Griechenland ein Wiederaufleben kultureller Blüte zu verzeichnen war und profitierte in erster Linie von den Etruskern. Die Phönikier "erholten" sich vom Seevölkersturm etc.

watisdasenn hat geschrieben:momentan sind wir europäer auf einem sehr hohem kulturellem niveau. -> wir sollten wählerisch bei der immigration sein.
wir können andere völker dadurch kulturell befruchten und tun dies auch. aber wir sollten aus der geschichte lernen und nicht die selben fehler machen, wie schon die römer..

Welchen Fehler meinst Du? Korruption zulassen, Konzentration der Macht auf wenige, Vernachlässigung der eigenen Produktionsstätten und Verlassen auf Importe, Verschärfung der Ausbeutung eroberter Provinzen?

watisdasdenn hat geschrieben:allerdings auch auf den kinderarmut insbesondere der romischen kulturellen eliten, da sich eben jene religiösen deutlich stärker vermehr(t)en.

Hier muss ich Dir widersprechen. Hauptgrund für das Verschwinden von Wissen, Kenntnissen und Fähigkeiten war weniger der Kinderreichtum der Einwanderer, sondern mehr ihr Unvermögen die hoch gezüchtete Verwaltung am Leben zu erhalten, die Vernichtung des Schriftguts und die Wertung technischer und wissenschaftlicher Errungenschaften als Teufelswerk.

Andromache
Benutzeravatar
Dampflok
Beiträge: 10653
Registriert: Di 3. Jun 2008, 08:18
Benutzertitel: Macho

Re: frauenarbeit -> weniger großfamilie -> weniger kinder

Beitragvon Dampflok » Mo 2. Feb 2009, 16:36

Andromache hat geschrieben:Einfache Reproduktion bedeutet 2,1 Kinder pro Frau (im gebärfähigen Alter), in Deutschland liegen wir gegenwärtig bei ~1,4 Kinder,
0,9 deutsche Kinder. Türken und Russen vermehren sich weit überdurchschnittlich und bringen "uns" auf 1,4. Soviel Ehrlichkeit muß sein.
Italien und Griechenland bei nur 1,1 Kinder, viele ehemalige Ostblockländer bei 1,3 und die skandinavischen Länder + Niederlande bei 1,9 Kinder, alsi alle europäischen Staaten unter der einfachen Reproduktion.
Der Grund hierfür liegt in fehlenden oder falschen Rahmenbedingungen.
feminismus.
In Anbetracht der globalen Situation kann in Europa nur eine Stabilisierung der Bevölkerung, nicht aber eine Zuinahme der bevölkerung angestrebt werden, bei gleichzeitigem Bevölkerungsrückgang in den Schwellenländern.
Die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen muss Ergebnis globaler Politik sein und letztendlich eine Trendumkehr eingeleitet werden. Den gegenwärtigen 6,7 Mrd Menschen einen einigermaßen angeglichenen Lebensstandard/Lebensniveau zu sichern, dazu reichen die Ressourchen der Erde nicht aus, nicht mal dann, wenn man die völlige Zerstörung des Ökosystems in Kauf nimmt.

Andromache
Das habe ich vor Jahren schon im PF dargelegt. Du hast von mir gelernt.


.
Zuletzt geändert von Dampflok am Mo 2. Feb 2009, 16:36, insgesamt 1-mal geändert.
""Political correctness" sollte das Unwort des Jahrzehnts werden!"

Zurück zu „82. Gender“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Anderus und 1 Gast