Gehen wir einem (neuen) Zeitalter der Prüderie entgegen?

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Anderus
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Re: Gehen wir einem (neuen) Zeitalter der Prüderie entgegen?

Beitragvon Anderus » Mo 18. Sep 2017, 15:12

Provokateur hat geschrieben:(18 Sep 2017, 11:08)
Auch das ist nicht mehr up to date. Das machen höchstens noch (zensiert. Du meintest sicher Katholiken?) oder andere Erzkonservative wie Ted Cruz. ( :D )

Pornographie ist etwas völlig Harmloses, wenn es sich nicht um Gewalt- oder Kinderpornographie handelt. Genauso sollte man damit auch umgehen. Wer in Pornographie etwas Anstößiges sieht, ist ein Schwätzer oder ein Heuchler. Und jemand der seine Prüderie auf die Pornographie ausdehnt, hat von der Sache nicht die geringste Ahnung.

Jüngere Menschen diskutieren das Thema völlig offen.

Da wäre ich mir nicht so sicher. Vielleicht unter einander, aber gegenüber Fremden, erlebt man oft Voreingenommenheiten, die, insbesondere bei Mädchen, durchaus als Prüderie gesehen werden können.

Es gibt da kein Tabu mehr.

Ja, das erlebe ich auch. Allerdings, bezieht sich das nicht nur auf normale Pornos. Ein jüngerer Kollege hat mir angeboten, einen Film zu zeigen, wo eine 13-jährige Bekannte von ihm, gefilmt worden war, wie sie sich ein Kind hat machen lassen. Man wusste gar nicht wie man reagieren sollte. Das hat natürlich nichts mehr mit Pornographie und Prüderie zu tun, das ist kriminell, worauf ich dann auch entsprechend reagiert habe.

Die meisten Seiten, die kostenlose Pornos anbieten, geben sogar die Option, das entsprechende Produkt zu liken und zu sharen.

Und wo könnte da ein Problem liegen? Muss man sich schämen, wenn man sich Pornos ansieht? Pornos sind für viele Menschen, insbesondere Männer, die einzige Möglichkeit, sich anregen zu lassen um durch Masturbation sexuellen Druck abzulassen. In hohem Alter ist es oft die einzige Möglichkeit, wenn man sich Zärtlichkeiten nicht kaufen kann oder will und das Kopfkino nicht mehr richtig funktioniert, sexuelle Erfüllung zu finden. Insofern ist Porno sogar gesundheitsfördernd und sollte auf keinen Fall in den Bereich der Prüderie abgeschoben werden.

Ein völlig ungeahnter Vorgang...noch vor 15 Jahren wäre niemand außerhalb eines Bordells oder Swingerclubs auf die Idee gekommen, irgendwem zu sagen, welchen Porno er gerade konsumiert hat.


Es haben sich Gott sei Dank, die Zeiten geändert. Allerdings ist es heute noch, unter Älteren, eher die Ausnahme, das man sich über Pornos unterhält. Hier hat der gesellschaftliche Druck, ausgelöst durch Prüderie, immer noch soviel Macht, das man sich nicht traut. Auch in Porno-Kinos, haben sich in den letzten 20 Jahren, derart die Sitten geändert, wie man es nicht für möglich gehalten hätte. Streng nach dem Motto, "Ja und, das machen die doch in den Filmen auch." haben sich Verhaltenssweisen entwickelt, insbesondere unter Älteren Männern, aber auch vereinzelt mit Frauen, die schon beachtlich sind.
Schau mal auf Bento, Vice oder sonstigen jungen Medien mal, wie viel du unter dem Suchbegriff Porno findest. Das ganze ist völlig normalisiert.

Wie ist denn deine Meinung dazu? Sollte man den jungen Menschen Mores lehren und zur Prüderei anhalten? Oder, ist es nicht sinnvoll, das sich hier das Normalgefühl breit macht? Die Moralisten haben schon lange resigniert. Es ist nicht mehr möglich, bei der Verbreitung von Smart Phones wie wir es heute erleben, zu verhindern, das Kinder und Jugendliche ungehindert an "normale Pornos" gelangen.
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Re: Gehen wir einem (neuen) Zeitalter der Prüderie entgegen?

Beitragvon Anderus » Mo 18. Sep 2017, 15:35

Provokateur hat geschrieben:(18 Sep 2017, 11:37)

Wenn ich mir vorstelle, dass mir heißes Fett auf meine Geschlechtsteile tropft, bekomme ich einen Fall von spontaner Koro. Ohne Todesfolge.


Auch das sind Langzeitfolgen von Prüderie. Nur ein Mensch, der durch Prüderie so gemaßregelt wird, das er jede Gelegenheit nutzt, Sexuelles zu finden, wird auf die Idee kommen, selbst beim Grillen, seine Nacktheit demonstrativ zur Schau zu stellen, in der Hoffnung, das andere Menschen, insbesondere Frauen, es ihm nachmachen.

Ein Mensch, der regelmäßig sexuelle Erfüllung bekommt, und sei es auch nur beim Masturbieren mit Pornos, wird kaum, wenn es keine Neigung ist, auf die Idee kommen, das Grillen, den Saunagang oder den Besuch auf dem FKK-Gelände, mit Sex, über Maßen, in Verbindung zu bringen. Beim Grillen, sollte man auf jedem Fall, der Sicherheit, den Vorzug geben.
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Re: Gehen wir einem (neuen) Zeitalter der Prüderie entgegen?

Beitragvon Dark Angel » Mo 18. Sep 2017, 15:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Sep 2017, 11:34)

Vor die Wahl gestellt zwischen Körperästhetik der Sorte Riefenstahl-Filme und traditioneller Hochgeschlossenheit ... würd' ich eher letzteres wählen. Und "prüde" bin ich ganz sicher nicht. Es gibt eine ziemlich starke Affinität zwischen FKK als Teil der Lebensreform und der faschistischen Körperästhetik. Auch wenn beides - natürlich! - nicht dasselbe ist. Ähnlich vielleicht wie es sich mit der weit verbreiteten Sympathie von Nazigrößen für Vegetariertum verhält. Ich will hier keine unzulässigen Parallelen ziehen. Aber zumindest suspekt in Hinsicht auf faschistoide Ideologien sind mit all diese Körperfixiertheiten.

Was ist denn eigentlich "Körperästhetik Sorte Riefenstahl"?
Ich habe hier mal 4 Beispiele für Körperästhetik/Darstellung des nackten menschlichen Körpers aus 4 verschiedenen Zeitepochen.
Diese, diese, diese und diese.

Erkläre mir doch bitte mal die Unterschiede bzw Besonderheiten - Zeitgeschmack und ggf. innerer Pathos mal außen vor - die dieser Körperästhetik zugrunde liegen und wo bzw da irgendeine "Körperfixiertheit" zu finden ist.
Würde mich wirklich mal interessieren, wie du jedesmal den "Schlenker" von Darstellung des nackten menschlichen Körpers über - in diesem Fall - Prüderie zu Riefenstahl hinkriegst.
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Re: Gehen wir einem (neuen) Zeitalter der Prüderie entgegen?

Beitragvon Dark Angel » Mo 18. Sep 2017, 16:07

Anderus hat geschrieben:(18 Sep 2017, 10:50)
Doch! hat es. Wenn Frauen misshandelt werden, bis das Blut fließt, ist das Gewalt und Vergewaltigung!

Ein "blutiges erstes Mal" hat immer noch nichts mit Misshandlung und/oder Vergewaltigung zu tun - auch nicht, wenn du das noch tausend Mal wiederholst.
Es hat schlicht und ergreifend ausschließlich etwas mit der Anatomie der Frau zu tun.

Anderus hat geschrieben:(18 Sep 2017, 10:50)Richtig. Aber diese Anatomie kann man beeinflussen und verändern. In erster Linie waren es damals die Umstände unter denen das "Erste Mal" vonstatten ging, die eine solche Vergewaltigung möglich machten. Man hatte gefeiert, es war spät abends, man war müde, man stand unter Zeitdruck, man war aufgeregt wegen dem "Ersten Mal", aber auch, weil der Mann einen das erste Mal nackt sah und weil man sich nicht sicher war, ob der Mann zufrieden mit der Frau war. Das alles sind Umstände, die denkbar ungeeignet für das "Erste Mal" sind.

Nein, die Anatomie kann man ohne invasive Eingriffe nicht verändern oder beeinflussen!
Aus einem Reissen des Hymens beim "ersten Mal" wird immer noch keine Vergewaltigung!

Anderus hat geschrieben:(18 Sep 2017, 10:50)Es gehört eben auch zur Anatomie der Vagina, das sie im Zustand der Lust, sich dehnt, schmiert (Lubrikation) und dehnbarer wird. Alles Umstände, die eine Entjungferung wesentlich angenehmer machen können. Daher ist der beste Schutz vor Vergewaltigung-beim-ersten-Mal, wenn man ein Liebespaar, experimentieren lässt, und die Frau entscheiden lässt, wie vorgegangen werden soll, und das alles ohne jeden Zeitdruck. Wenn also Eltern, ihre Prüderie aussetzen können, die darauf abzielt, das es in der Hochzeitsnacht geschehen muss, kann viel Leid vermieden werden.

Auch wenn du den Schwachsinn von Vergewaltigung noch tausendmal wiederholst, wird er nicht wahrer!
Die Vagina ist dehnbar, das Hymen nicht - es reisst und das ist mit Blut verbunden. Leichtes bluten hat nichts mit "angenehm" oder "schmerzhaft" zu tun, sondern mit einer schlichten biologischen/antatomischen Tatsache.

Anderus hat geschrieben:(18 Sep 2017, 10:50)]Der kann gar nicht klüger gewesen sein, als ich, weil ihm die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse der heutigen Zeit, gar nicht vorlagen, und auf die ich jederzeit, zurückgreifen kann. Selbstverständlich gibt es angeborene und anerzogene Frigidität. Take it, or leave it. Ich hab keine Lust, mehr dazu zu schreiben.

Doch das war er und das er das war, stellst du hier pausenlos unter Beweis. Der Nonsens, den du hier von dir gibst, der einzig aus deinen verqueren sexuellen Phatasien erwächst, hat nichts mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu tun - aber sowas von

Anderus hat geschrieben:(18 Sep 2017, 10:50)Das wird auch durchs Wiederholen nicht richtiger. Ich bleibe dabei. Die Frau kümmert sich um ihre Bedürfnisse selber, ...

Wenn sich eine Frau um die Befriedigung ihrer Bedürfnisse selber kümmern soll, braucht sie keinen Mann - vor allem keinen, der nur an sich und die Befriedigung seiner Wünsche und Bedürfnisse denkt.
Genau DAS hat der kluge Mann nämlich mit "dummen, ungeschickten Männern" gemeint und das schon vor mehr als 700 Jahren.

Anderus hat geschrieben:(18 Sep 2017, 10:50)... und wenn sie Wünsche hat, muss sie alleine erstmal dafür sorgen, das sie erfüllt werden können. Auch hier, take it or leave it. Im Übrigen, steht die Prüderie auch hier, maßgeblich der Sache im Wege. Würde ein Mann einer Frau vorschlagen, sich ausbilden zu lassen oder bei einer anderen, Besseren, üben zu gehen, bekäme die Frau, wegen ihrer Prüderie, einen Tobsuchtsanfall.

Und wieder - wenn Frau für die Erfüllung ihrer Wünsche selbst verantwortlich ist, braucht sie keinen Mann - dann ist der überflüssig!
Was du hier von dir gibst hat nix mit Prüderie zu tun, sondern mit Dummheit - die Dummheit, die Giovanni Boccaccio beschreibt und die 1300 Jahre vor ihm bereits ein Mann namens Ovid in seiner "Ars amatoria" beschrieben hat - nicht die Frau muss sich ausbilden lassen - die muss nur ihren Körper kennen und eine gesunde Einstellung zu ihrem eigenen Körper haben - sondern Mann muss lernen, wie er die Wünsche und Bedürfnisse einer Frau am besten befriedigen kann.
Genau das meint Prüderie übrigens - die Einstellung zum eigenen Körper bzw zum menschlichen Körper allgemein.

Anderus hat geschrieben:(18 Sep 2017, 10:50)Von mir aus kann er Konrad Adenauer heißen. Er hat Geschwätz geliefert, das heute fast jeder Gynäkologe oder Urologe widerlegen kann.

Naja, wenn das nur Geschwätz ist, wirst du das ja anhand einschlägiger Quellen aus der Fachliteratur widerlegen können.
Butter bei die Fische!
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Re: Gehen wir einem (neuen) Zeitalter der Prüderie entgegen?

Beitragvon Milady de Winter » Mo 18. Sep 2017, 16:40

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