Homophobie oder natürlicher Ekel ?

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Ebiker
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Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Ebiker » Di 4. Jul 2017, 15:35

Wissenschaftler haben herausgefunden das Bilder sich küssende Männer und Ekelbilder, z.B. Maden, bei gesunden heterosexuellen Männern die gleiche physiologische Reaktion hervorrufen

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/19419899.2017.1328459

Grund ihrer Forschung: Männer die nach Anmachversuchen durch homosexuelle Männer gewalttätig wurden gaben an ein großes Ekel oder Abscheugefühl hätte diese Gewalttätigkeit verursacht. Ihre Untersuchung ergab nun das die Mehrheit heterosexueller Männer eine Abscheu vor Intimitäten schwuler Männer in der Öffentlichkeit hat. Ich fand das früher auch schon eklig wenn sich Honni und Breshnew abgeknutcht haben und auch so möchte ich das nicht sehen, akzeptiere aber das es Homosexuelle gibt und die ihr Leben auch nur genießen wollen.
Was meint ihr, gibt es so was wie eine natürliche Abwehr gegen Homosexualität, so ähnlich wie man verdorbene Lebensmittel meidet als eingepflanzte Überlebensstrategie ?
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Pro&Contra » Di 4. Jul 2017, 18:25

Mich hat mal einer angeschwult. Hätte nicht viel gefehlt und der hätte eine hängen gehabt. Ich konnte mich aber beherrschen. Meine gute Erziehung war stärker als der erste Impuls.
Ich wähle nicht die AfD.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Ammianus » Di 4. Jul 2017, 18:37

Tatsächlich ruft die Vorstellung, sexuelle Handlungen mit einem Mann zu haben, auch bei mir starken Ekel und Abwehr hervor. Auf der anderen Seite sehe ich wieder z.B. in der Öffentlichkeit Hand in Hand gehende Männer als positives Zeichen für die Entwicklung unserer Kultur. Irgendwie hat sich bei mir schon sehr früh die Stellung von Frauen und Homosexuellen in einer Gesellschaft zum Gradmesser für deren Wertigkeit entwickelt.
Glaube nicht, dass das ein Wiederspruch ist.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Billie Holiday » Di 4. Jul 2017, 18:48

Spontane Bauchgefühle kann man nicht bekämpfen.
Ich hab mal im Fernsehen den CSD gesehen und dort zwei ältere, grauhaarige Mannweiber wild knutschend. Bei dem Gedanken, so ein Weib würde mich küssen, bekomme ich Herpes. Allerdings auch bei dem Gedanken, ein abstoßender Mann würde das tun.

Schwule Männer wecken bei mir null Emotionen, weder finde ich sie abstoßend noch spontan süß. Bin eh keine Gabi...
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Quatschki » Di 4. Jul 2017, 19:06

Das Schlimme an der Verschwulung ist die Denunziation der klassischen Männerfreundschaft.

Sowas wie Goethe und Schiller oder Fix und Foxi würde doch heutzutage gleich Verdacht erregen, dass da zwei sich nicht outen wollen...
Die stehen dann quasi unter Druck, permanent Weibergschichten in Umlauf zu bringen und auf Macho zu machen, um den unausgesprochenen Verdacht zu zerstreuen...
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Teeernte » Di 4. Jul 2017, 19:08

Ebiker hat geschrieben:(04 Jul 2017, 16:35)

Wissenschaftler haben herausgefunden das Bilder sich küssende Männer und Ekelbilder, z.B. Maden, bei gesunden heterosexuellen Männern ...


FALSCHE WORTWAHL... :D :D :D

Öhmm... die anderen sind krank. ?

Reine Erziehungsfrage - .....in anderen Ländern sind frittierte Maden ein Hochgenuss.

Ich persönlich - mich stört es nicht - wenn MANN/Frau an geflirtet wird... blöd ist - wenn gar keine schaut...

Es gibt natürlich ORTE - wo mann dem FREE Willy das Licht zeigt - .... da MÜSSEN Männer nicht drauf schauen !
In ner Schwulenbar - ok. Sonst bitte NICHT.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon jellobiafra » Di 4. Jul 2017, 19:16

Gibt es eigentlich Untersuchungen, wie gesunde schwule Männer auf knutschende Hetero-Paare reagieren? Oder wenn sie von Frauen angemacht werden?
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon watisdatdenn? » Di 4. Jul 2017, 19:26

Hm ich fand das als Jugendlicher auch abstoßend. (ähnlich abstoßend wie ich als Kind auf dem Mund küssen bei Erwachsenen fand)
Mittlerweile bin ich da deutlich entspannter, warscheinlich weil ich einige homosexuelle kenne und auch in meiner Verwandtschaft welche habe.

Meine persönliche Erfahrung:
Je alltäglicher das ist, desto weniger abstoßend.

Es gab sogar mal eine Zeit, da hab ich mir gewünscht schwul zu sein. Sozialisiert in einer ideologischen Gemengelage zwischen Feminismus und Katholizismus war mit klar, dass die sexuelle Begierde eines Mannes gegenüber einer Frau etwas abgrundtief böses (von Gott nicht gewolltes) und von Frauen unerwünschtes ist.
Als homosexueller hätte man diese Konflikte nicht, dachte ich, da ja keine Frau Opfer meiner sexuellen Begierde werden könnte.
Mittlerweile hab ich ja ein äußerst bereitwilliges "Opfer" gefunden. :)
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon watisdatdenn? » Di 4. Jul 2017, 19:31

Quatschki hat geschrieben:(04 Jul 2017, 20:06)
Die stehen dann quasi unter Druck, permanent Weibergschichten in Umlauf zu bringen und auf Macho zu machen, um den unausgesprochenen Verdacht zu zerstreuen...

Denk ich nicht.
Wem muss man denn etwas beweisen? Dem Christen oder Moslem von nebenan?
Ist doch egal ob Männerfreundschaft mit oder ohne "benefits".
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Teeernte » Di 4. Jul 2017, 19:33

watisdatdenn? hat geschrieben:(04 Jul 2017, 20:26)

Hm ich fand das als Jugendlicher auch abstoßend. (ähnlich abstoßend wie ich als Kind auf dem Mund küssen bei Erwachsenen fand)
Mittlerweile bin ich da deutlich entspannter, warscheinlich weil ich einige homosexuelle kenne und auch in meiner Verwandtschaft welche habe.

Meine persönliche Erfahrung:
Je alltäglicher das ist, desto weniger abstoßend.

Es gab sogar mal eine Zeit, da hab ich mir gewünscht schwul zu sein. Sozialisiert in einer ideologischen Gemengelage zwischen Feminismus und Katholizismus war mit klar, dass die sexuelle Begierde eines Mannes gegenüber einer Frau etwas abgrundtief böses (von Gott nicht gewolltes) und von Frauen unerwünschtes ist.
Als homosexueller hätte man diese Konflikte nicht, dachte ich, da ja keine Frau Opfer meiner sexuellen Begierde werden könnte.
Mittlerweile hab ich ja ein äußerst bereitwilliges "Opfer" gefunden. :)


:D :D :D

Ein italienischer (erzkatholischer) Mafiaboss - zu Nutten befragt - :

Ja meinen Sie - ich mach DAS mit meiner Frau ?? - .... mit DEM Mund küsst sie jeden Tag meine Kinder...
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon watisdatdenn? » Di 4. Jul 2017, 19:42

Teeernte hat geschrieben:(04 Jul 2017, 20:33)
:D :D :D

Ein italienischer (erzkatholischer) Mafiaboss - zu Nutten befragt - :

Ja meinen Sie - ich mach DAS mit meiner Frau ?? - .... mit DEM Mund küsst sie jeden Tag meine Kinder...

Irgendwie will ich bei dem Aspekt gar nicht mehr an die Küsse meiner Mutter in meiner Kindheit denken. :?
Da sieht man doch mal wieder, wie wichtig das geistige verdrängen für uns Menschen ist..
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Anderus » Di 4. Jul 2017, 20:37

Ich kann ja hier gar nicht ins Detail gehen, sonst müssen wir den Thread in die Weinstube verlegen. Bei mir ist es eben das Küssen, und in den Arm nehmen. Anderen Sachen stehe ich viel offener gegenüber. Z.B. eine Frau und zwei M....., kein Problem.
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Julian
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Julian » Mi 5. Jul 2017, 08:54

Leider kann ich den Artikel nicht vollständig einsehen; von daher fehlen einige wichtige Details insbesondere zur Methodik. Letztlich bleiben meine Überlegungen dazu deswegen Spekulation.

Was auffällt, ist, dass die Untersuchung offenbar in Utah durchgeführt wurde, also dem Staat der USA, der durch Mormonen geprägt ist und in dem die gesellschaftliche Ablehnung von Homosexualität weit verbreitet ist. Das Ekelgefühl soll unabhängig von den Vorurteilen der Probanden gewesen sein, wobei die Frage ist, wie die Vorurteile eingeschätzt wurden. Vermutlich basierend auf Selbstauskunft, was aber unbewusste Vorurteile - etwa durch eine entsprechende Erziehung in der Kindheit - nicht ausschließt. Man kann dann zwar später versuchen, Vorurteile rational auszuschalten, kann sich aber möglicherweise nicht ganz von dem angelegten emotionalen Kontext lösen.

Die Frage wäre ja auch, wie das verwendete Bild aussah; handelte es sich um zwei attraktive junge Männer, die sich küssten, oder vielleicht alternde mit schütterem Haar und schlechten Zähnen?

Macht man sich bewusst, wie weit verbreitet homosexuelles, homophiles oder päderastisches Verhalten an bestimmten historischen Orten war, sei es nun das antike Griechenland oder Rom, das Bagdad zu Zeiten des Kalifats, oder das Italien der Renaissance, kann man nicht so recht an eine primär genetische Ursache - denn dahinter verbirgt sich das im Titel genannte Wort vom "natürlichen" Ekel, oder nicht? - der Abscheu glauben.

Ich glaube eher an ein Produkt unserer gesellschaftlichen Normen. Die westliche Gesellschaft des 20. Jahrhunderts war eine der am meisten homophoben Orte der Geschichte, selbst noch nach der Entkriminalisierung der Homosexualität. Vieles hat auch mit dem Aufkommen des Begriffs der Homosexualität und des Bildes "des Homosexuellen" zu tun, während es ja in den historischen Epochen davor in der Regel um homosexuelles Verhalten ging, nicht jedoch um Homosexuelle. In dieser Hinsicht mögen die Vorurteile gegen "Homosexuelle" im 20. Jahrhundert viel stärker gewesen sein als zu Zeiten der Renaissance, unabhängig von der tatsächlichen Strafverfolgung.

Als ich aufgewachsen bin, und das war vor einigen Jahrzehnten, also vor nicht allzu langer Zeit, war Homosexualität ein Thema, das nur in negativem Zusammenhang angesprochen wurde, beispielsweise in Zusammenhang mit Kriminalität, etwa Gewalt durch Stricher an Freiern, oder in Zusammenhang mit Krankheit, etwa AIDS, und überhaupt assoziiert war mit einem Lotterleben. Selbst die wenigen gut gemeinten Ansätze, etwa der beginnenden AIDS-Hilfe, brachten Homosexualität nur in Zusammenhang mit öffentlichen Toiletten, Promiskuität und Krankheiten. Auch im Fernsehen kam Homosexualität nur in einem bestimmten, etwas schmierigen Milieu vor, meist in zweitklassigen Krimis.

Wer so aufgewachsen ist, dürfte sich später nur unter Schwierigkeiten von diesen Vorurteilen lösen. Es wäre interessant, herauszufinden, ob die vorliegende Studie hinsichtlich der Vorurteile so genau differenziert hat, wie ich es hier vorschlage.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon becksham » Mi 5. Jul 2017, 09:12

Quatschki hat geschrieben:(04 Jul 2017, 20:06)
...
Die stehen dann quasi unter Druck, permanent Weibergschichten in Umlauf zu bringen und auf Macho zu machen, um den unausgesprochenen Verdacht zu zerstreuen...

Warum? Es ist doch völlig wurscht, was andere denken.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Quatschki » Mi 5. Jul 2017, 11:02

becksham hat geschrieben:(05 Jul 2017, 10:12)

Warum? Es ist doch völlig wurscht, was andere denken.

Ich habe den Eindruck. dass viele Menschen hierzulande sehr stark um ihr Image bemüht sind.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Unité 1 » Mi 5. Jul 2017, 13:12

Julian hat geschrieben:(05 Jul 2017, 09:54)

Leider kann ich den Artikel nicht vollständig einsehen; von daher fehlen einige wichtige Details insbesondere zur Methodik. Letztlich bleiben meine Überlegungen dazu deswegen Spekulation.

Was auffällt, ist, dass die Untersuchung offenbar in Utah durchgeführt wurde, also dem Staat der USA, der durch Mormonen geprägt ist und in dem die gesellschaftliche Ablehnung von Homosexualität weit verbreitet ist. Das Ekelgefühl soll unabhängig von den Vorurteilen der Probanden gewesen sein, wobei die Frage ist, wie die Vorurteile eingeschätzt wurden. Vermutlich basierend auf Selbstauskunft, was aber unbewusste Vorurteile - etwa durch eine entsprechende Erziehung in der Kindheit - nicht ausschließt. Man kann dann zwar später versuchen, Vorurteile rational auszuschalten, kann sich aber möglicherweise nicht ganz von dem angelegten emotionalen Kontext lösen.
Die Methodik wäre in der Tat für die Beurteilung wichtig. Mir kam als erster Gedanke, dass das Messen des Stresslevels zu Fehlinterpretation führen kann, wenn die einzige Gegenprobe im Foto mit einem Eimer voll Maden besteht. Stress kann aus vielen Ursachen entstehen und die Verbindung zum Ekel scheint mir intuitiv weit hergeholt. Und unabhängig der Studie unschlüssig.

Ich glaube eher an ein Produkt unserer gesellschaftlichen Normen.

Steht ja auch so im abstract.
The possibility of a socialised disgust response to same-sex PDA is discussed.
Eine andere Schlussfolgerug wird nicht erwähnt. Der Strangeröffner hat sich das einfach ausgedacht, womit seine Frage klar mit ersterem beantwortet werden kann.
"Everyday we change the world. But to change the world in a way that means anything, that takes more time than most people have."
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Anderus » Do 6. Jul 2017, 00:42

Das Küssen ist für eine solche Untersuchung ungeeignet. Das Küssen gehört zu den evolutionären Vorteilen. Paare die Nachwuchs machen wollen, küssen sich. (nicht nur auf den Mund). Dadurch können sie die Banalinfekte austauschen, die in ihren Körpern stecken, die Krankheiten durch machen, und die Frau kann dann diese Antikörper in ihren Nestschutz mit einbauen.

Küssen als solches ist ekelig. Der Ekel ist entstanden, weil durch Küssen verstärkt Krankheiten ausgetauscht werden können. Daher empfinden es Menschen, eben als ekelig, wenn sie Zeuge von Küssen werden. Ausnahmen gibt es eben nur bei Paaren, weil dort angenehme Erinnerungen aufkommen. Auch Kinder empfinden Küssen (auf den Mund), als ekelig, weil sie instinktiv merken, das das gefährlich ist. Bei Homosexuellen, ist eben alles verdreht. Sie Küssen sich, obwohl sie keine Kinder bekommen können. Trotzdem ist ihr Körper darauf programmiert, das sie das Küssen mit dem Sex verbinden. Für Heterosexuelle, wirkt das dann abstoßend.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 6. Jul 2017, 06:46

Es gibt eine Untersuchung über den Wandel in der Beurteilung von homosexuellen Handlungen in den süd- und mittelamerikanischen Telenovelas. (http://lateinamerika-nachrichten.de/?aa ... zungenkuss).

Es scheint eher so zu sein, dass auch die spontane und emotionale Reaktion auf solche Szenen nicht evolutionär und genetisch vorprogrammiert sind sondern gesellschaftlich, diskursiv erworben, quasi langsam eingeschliffen werden. Waren in den Macho-Gesellschaften Südamerikas noch in den 80er Jahren Küsse zwischen Männern absolut undenkbar, hat sich das in den letzten 20, 30 Jahren deutlich verschoben.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Provokateur » Do 6. Jul 2017, 07:02

Was es noch zu sagen gibt: Männer mit starken homophoben Einstellungen sind häufig selber homosexuell.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-schwul-und-homophob-1.1329883

Mitunter sind die, die Homosexualität besonders heftig bekämpfen, selbst schwul. Manche, wie Craig und Haggard, leben ihre Sexualität heimlich aus. Andere homophobe Menschen aber gestehen sich ihre eigene Homosexualität nicht ein. Und das gilt offenbar besonders für Menschen mit autoritären und zugleich homophoben Eltern. Das zeigen Versuche von Psychologen aus Großbritannien und den USA.

"Personen, die sich für heterosexuell halten, sich aber in psychologischen Tests stark vom gleichen Geschlecht angezogen fühlen, betrachten Schwule und Lesben als Bedrohung, da Homosexuelle sie an entsprechende Tendenzen bei sich selbst erinnern", erklärt Studienleiterin Netta Weinstein von der britischen University of Essex.

Tendenzen, die sie aufgrund ihrer Sozialisation ablehnen.

"In vielen Fällen", ergänzt Mitautor Richard Ryan von der University of Rochester, "sind das Menschen, die mit sich selbst im Krieg liegen und den inneren Konflikt nach außen kehren". Dazu passt nach Einschätzung der Forscher, dass Menschen, die Homosexuelle angreifen, häufig von Hass getrieben zu sein scheinen und sich von Menschen mit anderer sexueller Orientierung bedroht fühlen.

"Über die krasse Heuchelei [in Fällen wie Craig und Haggard] lachen wir, aber eigentlich sind diese Menschen selbst häufig Opfer von Unterdrückung und nehmen völlig übertriebene Gefühle von Bedrohung wahr", stellt Ryan fest.
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Re: Homophobie oder natürlicher Ekel ?

Beitragvon Postfach » Do 6. Jul 2017, 07:42

Anderus hat geschrieben:(06 Jul 2017, 01:42)

Das Küssen ist für eine solche Untersuchung ungeeignet. Das Küssen gehört zu den evolutionären Vorteilen. Paare die Nachwuchs machen wollen, küssen sich. (nicht nur auf den Mund). Dadurch können sie die Banalinfekte austauschen, die in ihren Körpern stecken, die Krankheiten durch machen, und die Frau kann dann diese Antikörper in ihren Nestschutz mit einbauen.

Küssen als solches ist ekelig. Der Ekel ist entstanden, weil durch Küssen verstärkt Krankheiten ausgetauscht werden können. Daher empfinden es Menschen, eben als ekelig, wenn sie Zeuge von Küssen werden. Ausnahmen gibt es eben nur bei Paaren, weil dort angenehme Erinnerungen aufkommen. Auch Kinder empfinden Küssen (auf den Mund), als ekelig, weil sie instinktiv merken, das das gefährlich ist. Bei Homosexuellen, ist eben alles verdreht. Sie Küssen sich, obwohl sie keine Kinder bekommen können. Trotzdem ist ihr Körper darauf programmiert, das sie das Küssen mit dem Sex verbinden. Für Heterosexuelle, wirkt das dann abstoßend.


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