Genderpolizei wird selbstkritisch...endlich (?)

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Genderpolizei wird selbstkritisch...endlich (?)

Beitragvon Provokateur » Sa 17. Jun 2017, 12:10

Ein kleines Lesestück.

Auszug:
Nicht mehr das Unanständige von queer im Sinne von schräg, versaut und schwuchtelig – so lässt sich das englische Adjektiv am besten übersetzen – steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen, sondern queer wird nun als absolute alternative Anständigkeit eingefordert.

Auf Veranstaltungen wie den Queeren Hochschultagen an der Humboldt-Universität in Berlin oder den bundesweiten alternativen CSDs wacht eine Sprachpolizei darüber, dass Gender und Sexualität auch korrekt in Frage gestellt werden.

Ein strenger Blick scannt Aussagen und Aussehen der linken Szene, die im Zweifelsfall im Sinne eines "awareness"-Trainings korrigiert werden müssen.

Fehlverhalten wird durch Denunziation oder Ausschluss abgestraft.

So wurde der Auftritt der Punkband Feine Sahne Fischfilet im linken Zentrum Bielefeld unterbrochen, weil der verschwitzte Drummer seinen Oberkörper entblößt hatte. Diese allzu selbstverständliche Zurschaustellung purer Männlichkeit war ja wohl ein Akt patriarchaler Gewalt, oder?

Aus einer radikalen sexualpolitischen Kritik ist eine moralische Kontrolle geworden.

[...]

Denn in der Konsequenz führt eine solche Kultur dazu, dass hier jeder nur noch für sich selbst sprechen darf. Identitäten werden durch Leiderfahrungen als authentisch verifiziert; eine Form der Verkörperung, die keinen Raum mehr für Brüche, Witze oder das Unbewusste lässt.

Geschweige denn für Streit und den Austausch von Argumenten. Wie der Beitrag von Till Randolf Amelung auf sehr erhellende Weise klarstellt, werden hier private Kränkungserfahrungen, theoretische Einsichten und politische Forderungen auf unmögliche Weise verdichtet. Dass theoretische Einsichten nicht unmittelbar in politische Handlungen überführbar sind und biografische Verletzungen von der Politik nicht versöhnt werden können, bleibt dabei auf der Strecke.

Die Missverständnisse, die hier innerhalb der queer-feministischen Szene am Werk sind, aufzudecken, ist das Verdienst von Beißreflexe.


Endlich setzt sich diese Erkenntnis durch.

Dass die Theorie, dass "nichtbinäre Genderkonstrukte" eigentlich nur das Produkt von Leuten ist, die sonst keine Probleme auf der Welt und viel zu viel Zeit haben, gedanklich auf absonderliche Abwege zu geraten, hat sich noch nicht durchgesetzt, aber das kann ja noch kommen.
Wenn es jetzt schon verboten sein soll, den Oberkörper zu entkleiden - dann ist diese Genderbürgerwehr moralisch wirklich am Ende.

Wird diese Verwirrung verschwinden? Oder werden diese Menschen vielleicht etwas weniger dogmatisch?

(Nur um das mal klar zu machen: Es ist mir völlig egal, wie sich jemand identifiziert, die können von sich von mir aus "Schwulvegan Androgyner Megacyborg Z2000" nennen und Sex mit Möbelstücken haben. Aber mir bleibt es ebenso vorbehalten, einen Mann Mann und eine Frau Frau zu nennen. Das ist meine Meinungsfreiheit.)
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Re: Genderpolizei wird selbstkritisch...endlich (?)

Beitragvon Billie Holiday » Sa 17. Jun 2017, 12:39

Provo, den letzten Absatz hättest Du nicht kleiner schreiben müssen, der ist nämlich sehr wichtig.
Dass ein Mann ein Mann ist und eine Frau eine Frau ist auch keine Meinung, sondern Fakt.
Und ein umoperierter Kerl mit Gebärmutter, der meint, trotz seines Mann-seins gebären zu müssen, ist immer noch eine biolgische Frau.

Man muß auch nicht jedes Minderheitenproblem zu seinem eigenen machen. Leben und leben lassen....und das Maul lasse ich mir auch nicht verbieten von Klaus-Bärbel. ;)
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Re: Genderpolizei wird selbstkritisch...endlich (?)

Beitragvon Provokateur » Sa 17. Jun 2017, 13:51

Billie Holiday hat geschrieben:(17 Jun 2017, 13:39)

Provo, den letzten Absatz hättest Du nicht kleiner schreiben müssen, der ist nämlich sehr wichtig.
Dass ein Mann ein Mann ist und eine Frau eine Frau ist auch keine Meinung, sondern Fakt.
Und ein umoperierter Kerl mit Gebärmutter, der meint, trotz seines Mann-seins gebären zu müssen, ist immer noch eine biolgische Frau.


Nja, ich wollte klar differenzieren zwischen meiner Meinung und dem Thema an sich, weil meine Meinung ist hier nur peripher das Thema ist. Viel mehr geht es doch darum, dass eine Gruppe, die versucht, gesellschaftliche Deutungshoheit über das Kernelement einer jeden Kultur - die Sprache - zu gewinnen, langsam zu der Erkenntnis gelangt, dass sie kein besseres Modell anbieten, dass die Menschen freiwillig annehmen.

Es geht ja nicht einmal um Transmenschen. Die sind das eine und haben das Gefühl, eigentlich das andere zu sein. Sie lassen sich dann, so weit es geht, irgendwann angleichen. Kann ich nicht nachempfinden, kann ich aber bis zu einem gewissen Grad verstehen. Sollen sie glücklich sein.

Die bewegen sich aber immer noch in einem Spektrum, das für mich normal ist. Ich habe nix dagegen.
"Nichtbinäre" gehen aber viel weiter. Die sagen, dass sie weder das eine noch das andere sind. Hermaphroditen jetzt mal ganz außen vor.

Was jemand ist, wird aus der Hose definiert. Punkt.
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