Gehalter Gender-gap

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Dark Angel
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » So 18. Jun 2017, 11:51

odiug hat geschrieben:(18 Jun 2017, 12:31)

Also die Wirklichkeit außerhalb der Wahrnehmung zu leugnen, eigentlich ist Wirklichkeit das falsche Wort, das Sein an sich außerhalb der Wahrnehmung zu leugnen, das wäre Quatsch.
Denn die Wahrnehmung braucht den Gegenstand, den sie wahrnehmen will ... da hat unsrer dunkler Engel schon recht.
Nur ist dieses Sein für sich, also jenseits der menschlichen Wahrnehmung, auch der Messung mit technischen Hilfsmitteln, die unsre Wahrnehmung erweitern in Bereiche, die unsre natürlichen Fähigkeiten übersteigen, für uns Menschen irrelevant.
Es gibt für uns nichts, außerhalb unsrer Wahrnehmung.
Nun könnte ein Hobbyastrologe die "dunkle Materie" anführen ... die wir weder sehen, noch schmecken,riechen, spüren oder messen können und dennoch gehen viele physikalischen Theorien davon aus, daß es sie geben muß.
Nur auch hier ist das Limit wieder nur unsre Wahrnehmung.
Denn wir beobachten Phänomene im Weltall mit unsrer modernen Technologie, die sich nach den derzeitigen Modellen eben nur erklären lassen, wenn das Universum weit mehr Maße besitzt, als wir messen, bzw wahrnehmen können.
Du wirst immer auf die eigene Wahrnehmung zurück geschmissen, weil das Sein an sich, also jenseits unsrer selbst, ist für uns nicht erschließbar.

Langer Rede kurzer Sinn:
Wir können nur etwas wahrnehmen, was ganz real existist, das was IST - meinetwegen auch das Sein. Und das nennt sich unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins existieren.
Da wo wir an unsere sensorischen Grenzen der Wahrnehmung stoßen, nutzen wir Hilfsmittel. Ändert aber nix daran, dass diese Dinge Sind, unabhängig und außerhalb unseres Bewusstseins real existieren.
Sie werden nicht erst durch die Wahrnehmung real und sind auch kein gedankliches Konstrukt und noch weniger sind sie Sprache und/oder Text und lassen sich auch nicht auf Zeichen und Zeichensysteme reduzieren.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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odiug
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » So 18. Jun 2017, 11:58

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jun 2017, 12:43)

Was dir egal ist und was nicht, ist doch völlig irrelevant. Tatsache bleibt - der Stein IST (materielle) Realität, er existiert außerhalb und unabhängig von deinem Bewusstsein, unabhängig davon ob du - oder ein anderer Mensch - ihn sieht. Der Stein ist und bleibt der Betrachtung und Erforschung zugänglich


Nein - ich mache da gar keinen Fehler. ALLE Menschen - jeder einzelne lebt in der gleichen Realität - nämlich in "der Welt" die uns umgibt. Da ist gar nichts vermittelt - kann gar nicht sein, weil jeder Mensch Sprache überhaupt erst erlernen muss.
Kinder begreifen die Realität - die unabhängig und außerhalb ihres Bewusstseins existiert - im wahrsten Sinne des Wortes, JEDER Mensch sammelt seine eigenen Erfahrungen. Du kannst einem Kind noch so oft erzählen "Feuer ist heiß", interessiert das Kind nicht, für das Kind ist das nur eine Fiktion und zwar so lange bis es die Ergfahrung am eigenen Leib gemacht und sich die Finger verbrannt hat.


Durch lernen, durch (im wahrsten Sinne des Wortes) begreifen.


Ach - die naturwissenschaftliche Sicht ist nicht alltagstauglich?
Oh doch naturwissenschaftliche Erklärungen sind sehr wohl alltagstauglich.
Abgesehen davon tragen naturwissenschaftliche Erklärungen Modellcharakter, sind hinreichend genau und zeitkernig gültig - heißt so lange gültig, bis sie durch neue Erkenntnisse widerlegt werden.


Tun wir gewissermaßen, denn ohne naturwissenschaftliche Erkenntnisse gäbe es keine Küchenmaschine, keinen Herd, nicht einmal einen Topf in dem wir das Essen zubereiten könnten. All das ist Ergebnis naturwissenschaftlicher Erkenntnis.

Und wie wäre es, wenn du mal konkret auf meine Fragen eingehen würdest?
Hier sind sie noch einmal:
Wenn Realität nur ein gedankliches Konstrukt (nur Sprache, nur Text) ist, dann erkläre mir doch bitte, wie ich auf einem gedanklichen Konstrukt einen Text schreiben kann, welchen Sinn es macht, mich mit einem ("meinem") gedanklichen Konstrukt auszutauschen? Bilde ich mir das alles nur ein?
Wenn "die Welt, in der ich lebe" nur ein gedankliches Konstrukt ist, wie kann es dann Evolution geben?
Wenn "die Welt, in der ich lebe" nur ein gedankliches Konstrukt ist, wie kann dann der Ausbruch eines Supervulkans (von dessen Existenz nur indirekt Kenntnis besteht) das globale Klima verändern?

Ach ja:
"Und solange das funktioniert, sich keine Widersprüche auftun, solange ist auch für den Wissenschaftler der Irrtum Realität."
Und was ist, WENN sich Widersprüche auftun, WENN die Erklärungen/Theorien der Konstruktivisten an der Überprüfung in der realen Welt/Realität (die außerhalb und unabhängig von menschlichem Bewusstsein existert) scheitern?
Was ist wenn sich diese Erklärungen/Theorien mit der realen Welt/der Realität nicht in Einklang bringen lassen - werden dann die Erklärungen/Theorien fallen gelassen oder muss die Realität an die Erklärungen/Theorien angepasst werden?

Du machst immer den gleichen Fehler und ich rede gegen eine Wand der Ignoranz.
Ich weiß nicht zum wievielten mal, das Sein an sich, ist der bessere Begriff als Wirklichkeit, leugnet auch der Konstruktivist nicht.
Nur das Sein an sich ist für den Menschen nicht erschließbar, nicht begreifbar und von daher auch nicht sein Problem.
Der Mensch kann das Sein nur durch seine Wahrnehmung begreifen ... was anderes hat er nicht.
Und nein, wenn ich Kässpätzle koche, dann denke ich nicht über die physikalischen Bedingungen des Elektromotors in meiner Knetmaschine nach ... wozu auch ?
Das wird erst zu einem Problem für mich, wenn die Knetmaschine nicht mehr funktioniert.
Zuletzt geändert von odiug am So 18. Jun 2017, 12:08, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » So 18. Jun 2017, 12:01

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jun 2017, 12:51)

Langer Rede kurzer Sinn:
Wir können nur etwas wahrnehmen, was ganz real existist, das was IST - meinetwegen auch das Sein. Und das nennt sich unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins existieren.
Da wo wir an unsere sensorischen Grenzen der Wahrnehmung stoßen, nutzen wir Hilfsmittel. Ändert aber nix daran, dass diese Dinge Sind, unabhängig und außerhalb unseres Bewusstseins real existieren.
Sie werden nicht erst durch die Wahrnehmung real und sind auch kein gedankliches Konstrukt und noch weniger sind sie Sprache und/oder Text und lassen sich auch nicht auf Zeichen und Zeichensysteme reduzieren.


Sehe ich auch so. Allerdings glaube ich auch, dass all diese sehr unterschiedlichen philosophischen Ansätze durchaus nebeneinander und miteinander existieren können. Ich würde auf keinen Fall so etwas sagen wie "die Konstruktivisten liegen falsch" oder dergleichen. Denn was nun genau ist mit den vielen Dimensionen, es sollen ja sehr viel mehr als drei oder vier sein, vielleicht sogar unendlich viele... wer weiß das schon. Ich denke, "richtig" oder "falsch" gibt es nicht in der Philosophie.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Teeernte » So 18. Jun 2017, 12:47

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jun 2017, 12:43)

Was dir egal ist und was nicht, ist doch völlig irrelevant. Tatsache bleibt - der Stein IST (materielle) Realität, er existiert außerhalb und unabhängig von deinem Bewusstsein, unabhängig davon ob du - oder ein anderer Mensch - ihn sieht. Der Stein ist und bleibt der Betrachtung und Erforschung zugänglich

Was ist wenn sich diese Erklärungen/Theorien mit der realen Welt/der Realität nicht in Einklang bringen lassen - werden dann die Erklärungen/Theorien fallen gelassen oder muss die Realität an die Erklärungen/Theorien angepasst werden?


Der Stein in 30.000 km Entfernung ist Dir unzugänglich - ob Du Ihn jemals bemerkst hängt von seiner Flugbahn//Grösse ab. Weiter entfernt Objekte - 200 Lichtjahre enfernt - machst Du "Abschätzungen" - auch wenn Du es Messung nennst.

Die virtuelle - von Dir zur >> Realität erklärt, spiegelt sich also in unserem Gehirn - ....die Reale vorhandene Welt ist ausserhalb unserer Erkenntnis trotzdem auch vorhanden...auch wenn er nicht zu messen, erfassen ....oder überhaupt in Erscheinung tritt.

Es gibt Naturereignisse - die man nur vorhersagt. Ohne dass sie passiert sind..../ oder wir sie bisher nicht erkennen/messen konnten.

Unsere Welt besteht aus Millionen Jahren EVOLUTION. 40% der Gehirnareale des Menschen sind damit "Beschäftigt"/belegt.....vorprogrammiert.

Weitergegeben durch weiblichen und männlichen GEN Code.

Natürlich darfst Du meinen - der Männliche Teil mit Y Chromosom ist vollkommen Überbewertet....

Meine Realität lässt jedoch 98% DachteckER auf dem Dach stehen. Ein Gewerbe - dass es mindestens schon 2000 Jahre gibt.
Bei , SeefarERn...FischERn, ZimmerERn ....noch länger...

GrubenarbeitERn ...etwas kürzer.

Nehmen wir an - Gott/Alah ist schwarz und ne Frau.. -

Warum ist die Frau jahrtausende unterdrückt worden ? .... weil es sich gelohnt hat.

Warum ist keine (nur selten eine) Frau .....SeefarER...FischER, ZimmerER , DachdeckER geworden ? ....weil sie unterdrückt worden sind ?

...weil es sich nicht GELOHNT hat !

Nun - die Zeiten sind glücklicherweise Überlebt....

jedoch lohnt es BIS HEUTE nicht in manchen Jobs Frauen für schwere/gefährliche Arbeiten zu nehmen. ....Für Frauen selbst die Arbeiten zu übernehmen.

Du kannst sicher einen Schlüsseldienst aufmachen..... per Telefonmarketing merkt keiner - ob da dann ein Mann oder eine Frau kommt.....auch bei Gas, Sch...Wasser nicht.

Bezahlt wird hier das ERGEBNIS >> Dach....Schloss auf....gefangene Fische...

Schau Dich um - wie nimmt die DERZEITIGE Gesellschaft einen Arbeitsunfall hin ? Ne Narbe quer über das Gesicht .....Abgeschnittene Finger des Tischlers... -
nicht schööööööön - aber beim Mann tolerabel ?

Noch wird - die männliche Arbeitskraft gekauft - fast wie auf einem mittelalterlichen Sklavenmarkt. ....die weibliche ebenso.

Natürlich kann man dagegen ANRENNEN.

.....leider LOHNT es - auf der Arbeit nur wenig.

Kauft die Frau ne Bildzeitung ? Selten. Hat es sich GELOHNT dort eine Frau als Chef einzusetzen ? ....nicht.

Wirtschaftlich - ohne Genderkrams - wieviel Möbelpacker werden in Zukunft "weiblich" sein .....(Ohne Import der russischen Kugelstoßerinnen) ?

Will ich (männlich/auf Frauen gepolt) einen Mann zum Haare waschen - als FrieurIN ? Eine schöööööne Kopfmassage ? - der Preis hat angezogen...

Blöd nur - dass man Männern eben seltener den Kollektor abdrehen muss....

Solange es sich WIRTSCHAFTLICH lohnt - wird es Unterschiede bei der Bezahlung geben. - ob Du es akzeptierst .....oder dagegen Sturm läufst.
Du darfst gern Selbständig einen GAS WASSER SCheisse - Laden aufmachen .....und NUR Frauen rekrutieren. Den Heizofen bekommst Du mit einer/zwei Frauen NICHT in den Keller...

Gern kannst Du einen Laden aufmachen - die VerkäuferINNEN teuerer bezahlen..... leider werden GeschlechtsGENOSSINNEN diesen Preis unterlaufen. (Männer jedoch selten.)

....Die Risiko BÄNKER - fast alles Männer - die können über LEICHEN gehen - bei Frauen ist die emotionale Seite anders konstruiert (Evolution) - die sollten auch Kinder aufziehen..... Was bei Männern eben NICHT "eingebaut" IST.

Wenn Du den EVOLUTIONÄREN Bauplan NICHT erkennen MÖCHTEST/WILLST - kein PROBLEM - die ECHTE REALITÄT musst Du nicht erkennen - ....Du darfst gern bei Deiner "virtuellen" Realität bleiben...

Sicher wird die Evolution diesen Bauplan ändern.

.....bis das "Männchen" jedoch (für Frauen tragfähig) >> bei 15 kg ausgewachsen IST - wird es noch eine Weile dauern.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » So 18. Jun 2017, 12:48

odiug hat geschrieben:(18 Jun 2017, 12:31)

Also die Wirklichkeit außerhalb der Wahrnehmung zu leugnen, eigentlich ist Wirklichkeit das falsche Wort, das Sein an sich außerhalb der Wahrnehmung zu leugnen, das wäre Quatsch.

Genau das meinte ich auch weiter oben. Der sprachliche Kern des Wortes "Wirklichkeit" hat mit Wirkung und Gegenwärtigkeit zu tun. Realität und Wirklichkeit werden nur häufig gleichbedeutend verwendet.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » So 18. Jun 2017, 12:56

odiug hat geschrieben:(18 Jun 2017, 12:58)

Nur das Sein an sich ist für den Menschen nicht erschließbar, nicht begreifbar und von daher auch nicht sein Problem.


Das ist eben die Frage. Einen Teil des Seins nimmt man sofort oder direkt und spontan wahr, den anderen sozusagen vermittelt durch Erfahrungen, Lernprozesse, Wissenschaften, Gedankenaustausch, Diskurs. Ich denke also schon, dass das Sein erschließbar bzw. erkennbar durch den Menschen ist.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » So 18. Jun 2017, 19:15

odiug hat geschrieben:(18 Jun 2017, 12:58)

Du machst immer den gleichen Fehler und ich rede gegen eine Wand der Ignoranz.
Ich weiß nicht zum wievielten mal, das Sein an sich, ist der bessere Begriff als Wirklichkeit, leugnet auch der Konstruktivist nicht.
Nur das Sein an sich ist für den Menschen nicht erschließbar, nicht begreifbar und von daher auch nicht sein Problem.
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Und nein, wenn ich Kässpätzle koche, dann denke ich nicht über die physikalischen Bedingungen des Elektromotors in meiner Knetmaschine nach ... wozu auch ?
Das wird erst zu einem Problem für mich, wenn die Knetmaschine nicht mehr funktioniert.

Was willst du denn nur immer mit dem Sein an sich? Was soll "das Sein an sich" überhaupt darstellen?
Das Sein an sich gibt es nicht.
Es gibt eine Realität/Wirklichkeit die menschlicher bzw wissenschaftlicher Betrachtung und Erforschung zugänglich ist und diese Realität existiert unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins und nicht IN unserem Bewusstsein.
Wir sind fähig hinreichend genaue und zeitkernig gültige Erklärungen für beobachtete Regelmäßigkeiten der Realität und in der Realität zu finden. Der Mensch ist fähig die Realität zu begreifen und zu erklären und er ist fähig zu begreifen, dass er Teil dieser Realität ist. Was willst du denn noch?
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » So 18. Jun 2017, 19:25

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2017, 13:01)

Sehe ich auch so. Allerdings glaube ich auch, dass all diese sehr unterschiedlichen philosophischen Ansätze durchaus nebeneinander und miteinander existieren können. Ich würde auf keinen Fall so etwas sagen wie "die Konstruktivisten liegen falsch" oder dergleichen. Denn was nun genau ist mit den vielen Dimensionen, es sollen ja sehr viel mehr als drei oder vier sein, vielleicht sogar unendlich viele... wer weiß das schon. Ich denke, "richtig" oder "falsch" gibt es nicht in der Philosophie.

Die Konstruktivisten können sich nicht einmal einigen, was sie wollen. Da gibt es die radikalen Konstruktivisten, die methodischen Konstruktivisten und die interaktionistischen Konstruktivisten und alle gehen von unterschiedlichen Ansätzen aus. Einig sind sie sich nur darin, dass die Realität nicht unabhängig vonvunseren Denken existiert, sondern durch Denkprozesse erst hergestellt wird.
Mit ihrer Vorstellung, dass dem Denken/dem Geist das Primat zukommt, folgen sie in gewisser Weise Hegels Vorstellungen vom "Weltgeist".
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » So 18. Jun 2017, 20:51

Dark Angel hat geschrieben:(18 Jun 2017, 20:15)

Was willst du denn nur immer mit dem Sein an sich? Was soll "das Sein an sich" überhaupt darstellen?
Das Sein an sich gibt es nicht.
Es gibt eine Realität/Wirklichkeit die menschlicher bzw wissenschaftlicher Betrachtung und Erforschung zugänglich ist und diese Realität existiert unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins und nicht IN unserem Bewusstsein.
Wir sind fähig hinreichend genaue und zeitkernig gültige Erklärungen für beobachtete Regelmäßigkeiten der Realität und in der Realität zu finden. Der Mensch ist fähig die Realität zu begreifen und zu erklären und er ist fähig zu begreifen, dass er Teil dieser Realität ist. Was willst du denn noch?

Bei dir muß man wirklich bei Null anfangen.
Nie eine Seminar der Philosophie besucht ?
Sollte eigentlich Pflicht für alle Studienfächer sein.
"An sich und für uns (für sich) sind Begriffe der philosophischen Fachsprache. ... Bei ihm (Kant) ist das „an sich“ ein Sein unabhängig von den Anschauungsformen, aber auch von den Formen des Denkens."
Das "an sich Seiende" ist das, was du fälschlicherweise als Wirklichkeit bezeichnest.
Die Wirklichkeit ist ein Konstrukt des Denkens und der Anschauung um sich in der Welt zurecht zu finden, aus den ... wenn man so will ... Bausteines des "an sich Seienden".
Aber an und für sich ist dein Fehler im Gebrauch der Sprache ein schönes Beispiel dafür, wie Sprache eben Wirklichkeit konstruiert und im Falle des Mißbrauchs eben die Wirklichkeit auch verzerrt.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Jun 2017, 08:26

odiug hat geschrieben:(18 Jun 2017, 21:51)

Bei dir muß man wirklich bei Null anfangen.
Nie eine Seminar der Philosophie besucht ?
Sollte eigentlich Pflicht für alle Studienfächer sein.
"An sich und für uns (für sich) sind Begriffe der philosophischen Fachsprache. ... Bei ihm (Kant) ist das „an sich“ ein Sein unabhängig von den Anschauungsformen, aber auch von den Formen des Denkens."
Das "an sich Seiende" ist das, was du fälschlicherweise als Wirklichkeit bezeichnest.

Ich frage ja - was "das Sein"/"das Seiende" (an sich) sein soll, was da unabhängig von allen Anschauungsformen, von Formen des Denkens "ist", was nicht "erfasst werden" kann.
Und genau das ist das Problem - da wird ein Begriff in den "Raum geworfen" ohne diesen Begriff auch nur ansatzweise zu erklären oder auch nur erklären zu können und solch ein Begriff wird dann als Grundlage für ein ganzes Gedankengebäude hergenommen. - "Das Sein"/"das Seiende" keine Erklärung des Begriffes, damit kein Hinterfragen und keine Begründung.
Philosophie mag einmal die "Mutter der Wissenschaften" gewesen sein, mag einmal Erklärungen/Erklärungsansätze geliefert haben, heute jedoch hat sie jeglichen Realitätsbezug, jede "Bodenhaftung" verloren und beschäftigt sich in ihrem Elfenbeinturm nur noch mit sich selbst. Nimm 10 Philosophen und du erhälst 100 verschiedene "Denkrichtungen". Jeder vertritt 10 verschiedene Ansichten und jeder beansprucht jeweils im Besitz der Wahrheit zu sein.
Peter Higgs - ja DER Peter Higgs - sagte in einem Inteview etwas spöttisch: "befrage 3 Physiker zu einem bestimmten Problem und due erhälst 4 Antworten". Der Unterschied besteht allerdings darin, dass die Antworten der Physiker nachvollziehbar, überprüfbar und ggf falsifizierbar sind. Die Sichtweisen der Philosophen sind reine Postulate, die jeglicher Überprüfbarkeit entziehen.

odiug hat geschrieben:(18 Jun 2017, 21:51)Die Wirklichkeit ist ein Konstrukt des Denkens und der Anschauung um sich in der Welt zurecht zu finden, aus den ... wenn man so will ... Bausteines des "an sich Seienden".

Nein - die Wirklichkeit/Realität ist KEIN Konstrukt des Denkens. In Unserem Bewustsein wird ein Abbild der Realität erstellt, ein Foto - eine Momentaufnahme. Natürlich können wir die Realität als Gesamtheit nicht wahrnehmen, sondern immer nur Ausschnitte derselben, aber viele Ausschnitte, viele Momentaufnahmen ergeben - ähnlich wie bei einem Puzzle - das Gesamtbild. Um sich IN der Realität zurecht zufinden benötigt der Mensch Erklärungen FÜR die Abbilder die er in seinem Bewusstsein erstellt und die wiederum sind Interpretationen der Realität ==> hinreichend genau und zeitkernig gültig.
Da hat etwas wie "das an sich Seiende" keinen Platz, weil genau DAS eben nicht erklärt wird. Das "an sich Seiende" ist das eigentliche Konstrukt - eine Zuatzannahme, die niemand benötigt, weil nicht erklärt/definiert und nicht erklärbar/definierbar. Olle Occam schnippelt sowas weg.
Und darum frage ich noch einmal: was soll das sein, "das an sich Seiende"?
Auch bei Kant findet sich nirgends eine Erklärung dafür!

odiug hat geschrieben:(18 Jun 2017, 21:51)Aber an und für sich ist dein Fehler im Gebrauch der Sprache ein schönes Beispiel dafür, wie Sprache eben Wirklichkeit konstruiert und im Falle des Mißbrauchs eben die Wirklichkeit auch verzerrt.

Sprache konstruiert keine Wirklichkeit, Sprache bildet Wirklichkeit ab und ist Mittel zur Interpretation von Wirklichkeit.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Mo 19. Jun 2017, 11:37

Dark Angel hat geschrieben:(19 Jun 2017, 09:26)

Ich frage ja - was "das Sein"/"das Seiende" (an sich) sein soll, was da unabhängig von allen Anschauungsformen, von Formen des Denkens "ist", was nicht "erfasst werden" kann.
Und genau das ist das Problem - da wird ein Begriff in den "Raum geworfen" ohne diesen Begriff auch nur ansatzweise zu erklären oder auch nur erklären zu können und solch ein Begriff wird dann als Grundlage für ein ganzes Gedankengebäude hergenommen. - "Das Sein"/"das Seiende" keine Erklärung des Begriffes, damit kein Hinterfragen und keine Begründung.
Philosophie mag einmal die "Mutter der Wissenschaften" gewesen sein, mag einmal Erklärungen/Erklärungsansätze geliefert haben, heute jedoch hat sie jeglichen Realitätsbezug, jede "Bodenhaftung" verloren und beschäftigt sich in ihrem Elfenbeinturm nur noch mit sich selbst. Nimm 10 Philosophen und du erhälst 100 verschiedene "Denkrichtungen". Jeder vertritt 10 verschiedene Ansichten und jeder beansprucht jeweils im Besitz der Wahrheit zu sein.
Peter Higgs - ja DER Peter Higgs - sagte in einem Inteview etwas spöttisch: "befrage 3 Physiker zu einem bestimmten Problem und due erhälst 4 Antworten". Der Unterschied besteht allerdings darin, dass die Antworten der Physiker nachvollziehbar, überprüfbar und ggf falsifizierbar sind. Die Sichtweisen der Philosophen sind reine Postulate, die jeglicher Überprüfbarkeit entziehen.


Nein - die Wirklichkeit/Realität ist KEIN Konstrukt des Denkens. In Unserem Bewustsein wird ein Abbild der Realität erstellt, ein Foto - eine Momentaufnahme. Natürlich können wir die Realität als Gesamtheit nicht wahrnehmen, sondern immer nur Ausschnitte derselben, aber viele Ausschnitte, viele Momentaufnahmen ergeben - ähnlich wie bei einem Puzzle - das Gesamtbild. Um sich IN der Realität zurecht zufinden benötigt der Mensch Erklärungen FÜR die Abbilder die er in seinem Bewusstsein erstellt und die wiederum sind Interpretationen der Realität ==> hinreichend genau und zeitkernig gültig.
Da hat etwas wie "das an sich Seiende" keinen Platz, weil genau DAS eben nicht erklärt wird. Das "an sich Seiende" ist das eigentliche Konstrukt - eine Zuatzannahme, die niemand benötigt, weil nicht erklärt/definiert und nicht erklärbar/definierbar. Olle Occam schnippelt sowas weg.
Und darum frage ich noch einmal: was soll das sein, "das an sich Seiende"?
Auch bei Kant findet sich nirgends eine Erklärung dafür!


Sprache konstruiert keine Wirklichkeit, Sprache bildet Wirklichkeit ab und ist Mittel zur Interpretation von Wirklichkeit.

Kritik der reinen Vernunft ... da steht genau, was Kant mit dem Seienden an sich meint und wie es sich von Seienden für sich unterscheidet.
Das ist erstes Semester ... nix wirklich außerordentliches ... zumindest heute nicht mehr.
Und das Problem ist eher, daß du Begriffe aus der Philosophie in den Raum schmeißt, ohne deren Bedeutung zu erfassen.
Schon allein der letzte Satz ... da argumentiert dich schon ein Oberstufenschüler an die Wand.
"Sprache konstruiert keine Wirklichkeit, Sprache bildet Wirklichkeit ab und ist Mittel zur Interpretation von Wirklichkeit."
Sowohl das Abbild als auch die Interpretation von Abbildungen sind Konstrukte.
Die eigentliche Frage ist, ob das Seiende an sich, was du immer noch fälschlicher weise als Wirklichkeit bezeichnest, überhaupt für den Menschen und seinen Wahrnehmungsapparat erfaßbar ist, oder ob er es per se nicht immer mit Abbildungen und Interpretationen von Realität zu tun hat, aus denen er sich dann seine Wirklichkeit konstruiert.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Jun 2017, 12:23

odiug hat geschrieben:(19 Jun 2017, 12:37)

Kritik der reinen Vernunft ... da steht genau, was Kant mit dem Seienden an sich meint und wie es sich von Seienden für sich unterscheidet.
Das ist erstes Semester ... nix wirklich außerordentliches ... zumindest heute nicht mehr.

Na dann dürfte es ja kein Problem sein, mir mit einfachen Worten zu erklären, was "das Sein an sich"/ "das Seiende an sich" sein soll.

odiug hat geschrieben:(19 Jun 2017, 12:37)Und das Problem ist eher, daß du Begriffe aus der Philosophie in den Raum schmeißt, ohne deren Bedeutung zu erfassen.

Hää? Wo habe ich denn einen Begriff aus der Philosophie in den Raum geschmissen?
Ich sprach und spreche von der Realität, die unabhängig und außerhalb meschlichen Bewusstseins existiert und davon, dass der Mensch Teil dieser Realität ist. Der Baum existiert unabhängig und außerhalb meschlichen Bewusstseins, der Stein, die Berge etc ebenfalls, die existieren unabhängig davon, ob Mensch sie wahrnimmt oder nicht, unabhängig davon, welchen Begriff Mensch verwendet und ob er überhaupt einen Begriff verwenden kann. Realität entsteht NICHT erst, indem diese wahrgenommen und darüber gesprochen wird.
Menschliches Bewusstsein schafft (ein) Abbild(er), Momentaufnahme, "Foto" der vorhandenen - unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins - existierenden Realität und er interpretiert diese, indem er Erklärungen sucht und findet.

odiug hat geschrieben:(19 Jun 2017, 12:37)
Sowohl das Abbild als auch die Interpretation von Abbildungen sind Konstrukte.

Mag sein, bedeutet aber noch lange nicht, dass Wirklichkeit/Realität erst durch das Abbild entsteht - im Gegenteil.

odiug hat geschrieben:(19 Jun 2017, 12:37)Die eigentliche Frage ist, ob das Seiende an sich, was du immer noch fälschlicher weise als Wirklichkeit bezeichnest, überhaupt für den Menschen und seinen Wahrnehmungsapparat erfaßbar ist, oder ob er es per se nicht immer mit Abbildungen und Interpretationen von Realität zu tun hat, aus denen er sich dann seine Wirklichkeit konstruiert.

Ich bezeichne Wirklichkeit/Realität NICHT als das "an sich Seiende", sondern als das, was Realität ist - nämlich außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existierend, menschlicher (wissenschaftlicher) Betrachtung und Erforschung zugänglich! Und diese Realität IST für den menschlichen "Wahrnehmungsapparat" mit und ohne Hilfsmittel erfassbar!
Abbildungen der Realität sind 1:1 Wiedergaben der Realität und die Interpretation(en) der Realität sind hinreichend genaue (nachvollziehbare, an und in der Realität überprüfbare und ggf. falsifizierbare) und zeitkernig gültige Erklärungen.
Menschen, die sich "ihre" Wirklichkeit/Realität konstruieren/zusammen basteln, leben eben nicht IN der Realität, sondern schaffen sich Illusionen/Fiktionen, die sie mit der Realität verwechseln.
Ich kann gar nicht das "an sich Seiende" fälschlicherweise als "Wirklichkeit"/Realität bezeichnen, wenn ich mir darunter nichts vorstellen kann bzw gar nicht weiß, was ich mir darunter vorzustellen habe.
Ich habe eher den Verdacht, dass mit dem "Seienden an sich" irgend eine Transzendenz, höhere Macht - what ever - durch die Hintertür in die Philosophie eingeführt werden soll/eingeführt wird. Immerhin war Kant Vertreter des Idealismus.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Di 20. Jun 2017, 07:21

Dark Angel hat geschrieben:(19 Jun 2017, 13:23)

Na dann dürfte es ja kein Problem sein, mir mit einfachen Worten zu erklären, was "das Sein an sich"/ "das Seiende an sich" sein soll.

Habe ich doch schon ... warum immer alles drei viel mal ?
Alles was ist, weil es ist.
Der Stein in einem unentdeckten Flußtal des Himalaya, die Krake in der Tiefsee, die noch nicht gefangen wurde, das subatomare Teilchen im Universum, von dem noch niemand weiß.
Alles was der Mensch wissen könnte, aber von dem er keine Ahnung hat.
Das gilt sowohl für das Kollektiv, wie auch für den einzelne Menschen.
Alles andere, also von dem der Mensch weiß, nennt Kant das Sein für sich ... heute würde man das Sein für uns sagen.


Hää? Wo habe ich denn einen Begriff aus der Philosophie in den Raum geschmissen?
Ich sprach und spreche von der Realität, die unabhängig und außerhalb meschlichen Bewusstseins existiert und davon, dass der Mensch Teil dieser Realität ist. Der Baum existiert unabhängig und außerhalb meschlichen Bewusstseins, der Stein, die Berge etc ebenfalls, die existieren unabhängig davon, ob Mensch sie wahrnimmt oder nicht, unabhängig davon, welchen Begriff Mensch verwendet und ob er überhaupt einen Begriff verwenden kann. Realität entsteht NICHT erst, indem diese wahrgenommen und darüber gesprochen wird.
Menschliches Bewusstsein schafft (ein) Abbild(er), Momentaufnahme, "Foto" der vorhandenen - unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins - existierenden Realität und er interpretiert diese, indem er Erklärungen sucht und findet.


Mag sein, bedeutet aber noch lange nicht, dass Wirklichkeit/Realität erst durch das Abbild entsteht - im Gegenteil.


Ich bezeichne Wirklichkeit/Realität NICHT als das "an sich Seiende", sondern als das, was Realität ist - nämlich außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existierend, menschlicher (wissenschaftlicher) Betrachtung und Erforschung zugänglich! Und diese Realität IST für den menschlichen "Wahrnehmungsapparat" mit und ohne Hilfsmittel erfassbar!
Abbildungen der Realität sind 1:1 Wiedergaben der Realität und die Interpretation(en) der Realität sind hinreichend genaue (nachvollziehbare, an und in der Realität überprüfbare und ggf. falsifizierbare) und zeitkernig gültige Erklärungen.
Menschen, die sich "ihre" Wirklichkeit/Realität konstruieren/zusammen basteln, leben eben nicht IN der Realität, sondern schaffen sich Illusionen/Fiktionen, die sie mit der Realität verwechseln.
Ich kann gar nicht das "an sich Seiende" fälschlicherweise als "Wirklichkeit"/Realität bezeichnen, wenn ich mir darunter nichts vorstellen kann bzw gar nicht weiß, was ich mir darunter vorzustellen habe.
Ich habe eher den Verdacht, dass mit dem "Seienden an sich" irgend eine Transzendenz, höhere Macht - what ever - durch die Hintertür in die Philosophie eingeführt werden soll/eingeführt wird. Immerhin war Kant Vertreter des Idealismus.

Also zum letzten Punkt, Die Kritik der reinen Vernunft stellt für sich genommen keine Moralphilosophie dar, sondern so was wie eine Erkenntnistheorie.
Von daher brauchst du keinen Gott ... auch meint Kant mit mit "transzendental" auch was anderes.
Es meint eine Metaebene, die Frage nach dem Fragen oder die Erkenntnis über die Erkenntnis.
Realität entsteht NICHT erst, indem diese wahrgenommen und darüber gesprochen wird.

Doch ... heute je denn mehr in der Geschichte der Menschheit.
Oder ist dieses Gespräch nicht real, sind die Nachrichten im Fernsehen nicht real, sind die Berichte im Internet nicht real, ist das, was in Büchern und Zeitschriften steht nicht real ?
Ich hab es doch schon mal geschrieben, das, was den Mensch unmittelbar wahrnimmt, ist nur ein Bruchteil seiner Realität, seiner Wirklichkeit.
Kennst du Donald Trump ... ich mein, hast du ihn in Person schon mal gesehen ?
Dennoch ist er Teil deiner Realität ... und was für einer :eek:
Das meiste, was der einzelne Mensch weiß oder kennt, weiß oder kennt er nur über die Vermittlung und eben nicht aus der unmittelbaren Erfahrung.
Klaus und Barbara heute sind eben nicht Adam und Eva, die ihre Welt neu unmittelbar, auf sich alleine gestellt, ergründen müssen.
Wie kommt es, das jene Menschen, die am wenigsten Kontakt mit Ausländern haben, die stärkste Meinung über Ausländer haben und am Montag in Dresden zum Ausdruck bringen ?
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Di 20. Jun 2017, 08:50

odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)

Habe ich doch schon ... warum immer alles drei viel mal ?
Alles was ist, weil es ist.
Der Stein in einem unentdeckten Flußtal des Himalaya, die Krake in der Tiefsee, die noch nicht gefangen wurde, das subatomare Teilchen im Universum, von dem noch niemand weiß.

Du behauptest das zwar, aber kannst du das auch gelegen/begründen, ist diese Behauptung an und in der Realität nachprüfbar?
Ich behaupte der Stein, der Krake etc sind real, sind menschlicher Betrachtung und Erforschung zugänglich und zwar unabhängig davon ob sie schon (von jemanden) betrachtet un/oder erforscht wurden.
Alles - die gesamte materielle Realität existiert unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins und NICHT im Bewusstsein.
IM menschlichen Bewusstsein wird durchaus (auch) konstruiert - nämlich wenn ich einen Roman lese, dann konstruiert mein Gehirn die passenden Bilder zur Handlung - nur ist das keine Realität, sondern Fiktion, ähnliches passiert, wenn ich ein Bild/Gemälde betrachte.

odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)]Alles was der Mensch wissen könnte, aber von dem er keine Ahnung hat.
Das gilt sowohl für das Kollektiv, wie auch für den einzelne Menschen.

Das hat allerdings nix mit Realität zu tun. Mensch kann etwas ÜBER die, ihn umgebende Realität wissen, ÜBER die, ihn umgebende Realität, in Erfahrung bringen.

odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)]Alles andere, also von dem der Mensch weiß, nennt Kant das Sein für sich ... heute würde man das Sein für uns sagen.
Also zum letzten Punkt, Die Kritik der reinen Vernunft stellt für sich genommen keine Moralphilosophie dar, sondern so was wie eine Erkenntnistheorie.

Tja - nur "definieren" Kant, Hume, Hegel, Fichte oder Satre "das Sein an sich" jeweils unterschiedlich.
Wer hat denn nun recht?
Da finden Philosophen keine Einigung, jeder Vertreter eines bestimmten Denkrichtung nimmt für das für sich selbst in Anspruch.
Hinzu kommt die Behauptung, dass allem ein bestimmter Sinn zugrunde liegt bzw ein bestimmter Sinn inne wohnt.
Realität hat keinen Sinn und verfolgt auch keinen. Das Leben hat keinen Sinn - außer dem, den ihm jeder Mensch selbst gibt, was ihm persönlich sinnvoll erscheint - Leben liegt kein Sinn zugrunde, Evolution hat weder Sinn noch Zweck, ihr liegt auch kein Sinn zugrunde.

Von daher brauchst du keinen Gott ... auch meint Kant mit mit "transzendental" auch was anderes.
Es meint eine Metaebene, die Frage nach dem Fragen oder die Erkenntnis über die Erkenntnis.

odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)]Doch ... heute je denn mehr in der Geschichte der Menschheit.
Oder ist dieses Gespräch nicht real, sind die Nachrichten im Fernsehen nicht real, sind die Berichte im Internet nicht real, ist das, was in Büchern und Zeitschriften steht nicht real ?

Sofern das, was berichtet wird, auch überprüfbar ist, ist es real.
Unsere Diskussion findet doch statt, also ist sie real, kann von jedem User des Forums in genau dieser Form nachgelesen werden, steht schwarz auf weißem Grund auf dem Bildschirm - wird nicht erst beim Lesen "konstruiert".

odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)]Ich hab es doch schon mal geschrieben, das, was den Mensch unmittelbar wahrnimmt, ist nur ein Bruchteil seiner Realität, seiner Wirklichkeit.

Das bestreite ich nicht und habe ich auch nie bestritten, dennoch ist auch das, was Mensch nicht unmittelbar wahrnimmt real und nicht "das Sein an sich" - der Supervulkan im Yellowstonepark ist real - ganz egal ob ICH den wahrnehme oder nicht, der Supervulkan "Laacher See" ist real - unabhängig davon ob die Mehrheit der Deutschen das weiß oder nicht und der Lake Amistad ist real - auch wenn du (vielleicht) zum ersten Mal von diesem Gewässer erfährst. Alle diese Dinge existieren nicht in unserem Bewusstsein, sondern unabhängig und außerhalb desselben.

odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)]Kennst du Donald Trump ... ich mein, hast du ihn in Person schon mal gesehen ?
Dennoch ist er Teil deiner Realität ... und was für einer :eek:

Nicht nur meiner Realität, dieser Mensch IST Realität.

odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)Das meiste, was der einzelne Mensch weiß oder kennt, weiß oder kennt er nur über die Vermittlung und eben nicht aus der unmittelbaren Erfahrung.

Ja und? Was soll das mit dem "Sein an sich" zu tun haben? Was ändert das daran, dass Dinge unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins existieren, dass die hinreichend genauen Erklärungen, die eigentlichen gedanklichen Konstrukte sind.
Klaus und Barbara heute sind eben nicht Adam und Eva, die ihre Welt neu unmittelbar, auf sich alleine gestellt, ergründen müssen.
odiug hat geschrieben:(20 Jun 2017, 08:21)Wie kommt es, das jene Menschen, die am wenigsten Kontakt mit Ausländern haben, die stärkste Meinung über Ausländer haben und am Montag in Dresden zum Ausdruck bringen ?

Wie das kommt kann ich dir nicht sagen. Persönliche Meinungen und Empfindungen haben allerdings nichts mit Realität zu tun.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon James T. Kirk » Fr 23. Jun 2017, 07:26

Ich dachte, hier geht's um den (nominalen) Gender Pay Gap und nicht um ein Philosophieseminar über mittelalterliche Scholastik. :)

Die Sache mit dem Youngster Pay Gap zuungunsten von Männern ist aber interessant. Gleich mal 'ne Stellungnahme einholen von diesen Vollpfützen im Frauenministerium, was man dagegen zu tun gedenkt.

Was ist das für eine Gesellschaft, die sich solch dekadente Tussen und Ministerien leistet?
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 23. Jun 2017, 08:35

James T. Kirk hat geschrieben:(23 Jun 2017, 08:26)

Ich dachte, hier geht's um den (nominalen) Gender Pay Gap und nicht um ein Philosophieseminar über mittelalterliche Scholastik. :)


Die mittelalterliche Scholastik ist auch nur eine von mehreren philosophischen Richtungen, die sich mit der Unterscheidung vom "Sein an sich" und dem "Sein für sich" befasst. Und dass das "Sein an sich" überhaupt erst durch ein "für sich"-Sein erzeugt werde, ist auch nur die Auffassung eines kleinen Teilbereichs. Der eigentliche Punkt ist die Differenz.

In der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit hat die ganze Geschichte vermutlich vor allem durch die moderne Physik nochmal so einen Aufschub bekommen. In der klassischen Physik galt: Ein physikalischer Vorgang hängt nicht davon ab, ob er beobachtet wird oder nicht. Das, so ist inzwischen gewiss, gilt eben nicht. Zumindest wenn man mit "beobachten" nicht speziell menschliches Beobachten sondern allgemein "messen" meint.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon James T. Kirk » Fr 23. Jun 2017, 18:51

Danke noch mal für diese Ausführungen zum Gender Pay Gap. :)
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Sa 24. Jun 2017, 08:18

Oops ... Formatierungsfehler ... also alles nochmals neu :dead:
Zuletzt geändert von odiug am Sa 24. Jun 2017, 08:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Sa 24. Jun 2017, 08:23

Dark Angel hat geschrieben:(20 Jun 2017, 09:50)

Du behauptest das zwar, aber kannst du das auch gelegen/begründen, ist diese Behauptung an und in der Realität nachprüfbar?
Ich behaupte der Stein, der Krake etc sind real, sind menschlicher Betrachtung und Erforschung zugänglich und zwar unabhängig davon ob sie schon (von jemanden) betrachtet un/oder erforscht wurden.

Ja schon ... aber ohne Beobachtung, was sind sie dann ?
Wo verortet sich diese unbeobachtete Realität ?
Was weiß man darüber ?
Nur erst durch die Wahrnehmung entsteht so was wie eine Realität für den Menschen ... und diese menschliche Realität ist die einzige, die zählt.
Und selbst unsre biologische Wahrnehmung konstruiert die Realität, in der wir uns bewegen.
Sie setzt selbst schon Grenzen, sie priorisiert deine Umgebung noch bevor du dir darüber bewußt wirst.
Muß auch so sein, weil sonst wären wir gar nicht überlebensfähig.
Alles - die gesamte materielle Realität existiert unabhängig und außerhalb menschlichen Bewußtseins und NICHT im Bewußtsein.

Das mag ja sein ... nur was interessiert uns diese, außerhalb der Bewußtseins existierende Realität?
IM menschlichen Bewusstsein wird durchaus (auch) konstruiert - nämlich wenn ich einen Roman lese, dann konstruiert mein Gehirn die passenden Bilder zur Handlung - nur ist das keine Realität, sondern Fiktion, ähnliches passiert, wenn ich ein Bild/Gemälde betrachte.

Der Roman ist doch selbst Teil unsrer Realität, auch wenn er nur Fiktion ist.
Die Realität des Menschen besteht doch nicht allein aus naturwissenschaftlichen Erkenntnissen ... da ist doch viel mehr, was die menschliche Welt ausmacht.
Das hat allerdings nix mit Realität zu tun. Mensch kann etwas ÜBER die, ihn umgebende Realität wissen, ÜBER die, ihn umgebende Realität, in Erfahrung bringen.

Doch ... eben schon ... was weiß ich denn über das Lebensgefühl des Großbürgertums in Lübeck, ohne Thomas Manns Buddenbrooks ?
Das kann ich doch gar nicht aus eigener, unmittelbarer Wahrnehmung erfahren.

Tja - nur "definieren" Kant, Hume, Hegel, Fichte oder Satre "das Sein an sich" jeweils unterschiedlich.
Wer hat denn nun recht?

Es geht nicht um "recht haben" ... falsche Denke.
Es geht um eine Ideengeschichte, die auf einander aufbaut, sich ergänzt, auch widerspricht, um unser Verständnis von dem, was es bedeutet Mensch zu sein, zu vervollständigen.
Und das ändert sich im Lauf der Geschichte, eben weil sich auch die Realität der Menschen über die Zeit hin verändert.
Da finden Philosophen keine Einigung, jeder Vertreter eines bestimmten Denkrichtung nimmt für das für sich selbst in Anspruch.

Konkurrenz belebt das Geschäft ... das gilt auch für Ideen und Theorien.
Hinzu kommt die Behauptung, dass allem ein bestimmter Sinn zugrunde liegt bzw ein bestimmter Sinn inne wohnt.
Realität hat keinen Sinn und verfolgt auch keinen. Das Leben hat keinen Sinn - außer dem, den ihm jeder Mensch selbst gibt, was ihm persönlich sinnvoll erscheint - Leben liegt kein Sinn zugrunde, Evolution hat weder Sinn noch Zweck, ihr liegt auch kein Sinn zugrunde.

Nein ... stimmt so nicht ... das ist ein Mißverständnis deinerseits.
Sinn ist ein menschliches Konstrukt ... damit Teil der menschlichen Realität, nicht aber des Seins an sich.
Sinn, das ist der Unterschied zwischen den Sein an sich und dem Sein für sich.
Sinn macht eine Theorie nur für den Menschen ... für den Planeten Erde, ist seine Entstehungsgeschichte völlig irrelevant.


Sofern das, was berichtet wird, auch überprüfbar ist, ist es real.

Überprüfbar für wen, unter welchen Bedingungen, mit welchen Regeln ?
Für den Schamanen im Urwald ist der Geist in einer Pflanze so real, wie für den Chemiker der Wirkstoff, den er durch seine Analyse in der Pflanze entdeckt.
Warum ?
Weil er wirkt ... für den Schamanen der Geist, für den Chemiker der Wirkstoff.
Effizienter ist jedoch der Naturwissenschaftler ... und das, die Effizienz, das ist die Grundlage für unsre naturwissenschaftliche Weltsicht.
Effizienz mißt sich aber nicht an der Natur, sondern am Menschen selbst und welchen Nutzen er daraus erzielt.
Unsere Diskussion findet doch statt, also ist sie real, kann von jedem User des Forums in genau dieser Form nachgelesen werden, steht schwarz auf weißem Grund auf dem Bildschirm - wird nicht erst beim Lesen "konstruiert".

Stimmt ... aber mein Verständnis des Textes ist konstruiert.
Sie folgt regeln der Sprache und wird bestimmt durch mein Wissen und meine Bildung.
Und das gilt genauso für dich.

Das bestreite ich nicht und habe ich auch nie bestritten, dennoch ist auch das, was Mensch nicht unmittelbar wahrnimmt real und nicht "das Sein an sich" - der Supervulkan im Yellowstonepark ist real - ganz egal ob ICH den wahrnehme oder nicht, der Supervulkan "Laacher See" ist real - unabhängig davon ob die Mehrheit der Deutschen das weiß oder nicht und der Lake Amistad ist real - auch wenn du (vielleicht) zum ersten Mal von diesem Gewässer erfährst. Alle diese Dinge existieren nicht in unserem Bewusstsein, sondern unabhängig und außerhalb desselben.

Das Sein an sich kannst du gar nicht erfassen ... du kannst nur das Sein für sich, heute würde man eher sagen das Sein für uns erfassen.
Denn nur durch die Wahrnehmung ist die Welt für uns erlebbar und diese folgt Regeln ... sonst ergibt sie keinen Sinn für dich.
Diese Regeln sind bereits ein Konstrukt und dieses wird bestimmt durch dein Wissen und deine Bildung ... daher lebt der Schamane im Urwald in einer anderen Realität als du in Deutschland.


Nicht nur meiner Realität, dieser Mensch IST Realität.


Ja und? Was soll das mit dem "Sein an sich" zu tun haben? Was ändert das daran, dass Dinge unabhängig und außerhalb menschlichen Bewusstseins existieren, dass die hinreichend genauen Erklärungen, die eigentlichen gedanklichen Konstrukte sind.
Wie das kommt kann ich dir nicht sagen. Persönliche Meinungen und Empfindungen haben allerdings nichts mit Realität zu tun.

Eben ... weil du deine Realität als allein gültige postulierst und alles andere verwirfst.
Daher fehlt dir das Verständnis für andere Vorstellungen, vor allem jene, die eben deiner nicht entsprechen.
Wenn ich gemein wäre, dann ist das die exakte Definition von Ignoranz ;)
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Sa 24. Jun 2017, 08:35

James T. Kirk hat geschrieben:(23 Jun 2017, 08:26)

Ich dachte, hier geht's um den (nominalen) Gender Pay Gap und nicht um ein Philosophieseminar über mittelalterliche Scholastik. :)

Die Sache mit dem Youngster Pay Gap zuungunsten von Männern ist aber interessant. Gleich mal 'ne Stellungnahme einholen von diesen Vollpfützen im Frauenministerium, was man dagegen zu tun gedenkt.

Was ist das für eine Gesellschaft, die sich solch dekadente Tussen und Ministerien leistet?

Ja ... `tschuldigung ... aber es geht hier um Grundsätzliches, was eben auch die Diskussion über das Verständnis der gesellschaftlichen Kritik des Feminismus betrifft.
Um das auf das Thema zu bringen.
Die Realität einer Frau in Deutschland ist offensichtlich eine andere, als die unsres dunklen Engels.
Beispiel: In der Kantine erzählen sich die Kollegen einen schlüpfrigen Witz über die Oberweite der neuen Sekretärin des Chefs.
Am Nebentisch hört dies eine Kollegin.
Für die Männerrunde ist der Sexismus vüllig normal, sie denken sich nix dabei, für die Kollegin ist das eine Form der Diskriminierung.
Zwei unterschiedliche Wahrnehmungen, zwei Realitäten.
Und weil Dark Angle die Realität der Frau einfach verneint, daher gibt es für ihn auch keine Diskriminierung von Frauen.
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