Gehalter Gender-gap

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odiug
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Do 15. Jun 2017, 13:11

Dark Angel hat geschrieben:(15 Jun 2017, 13:45)

So gesehen hast du natürlich recht.


Dazu müsste man zunächst mal definieren, was Sprache ist. Nur die verbale Kommunikation? Wertet man Kommunitation mittels Zeichen auch als Sprache?
Ein differenziertes Weltbild und Wirklichkeitswahrnehmung basieren zunächst auf der Fähigkeit zu beobachten, Beoachtungen zu abstrahieren, Erkenntnisse und Erklärungen zu gewinnen. Über diese Fähigkeit verfügten bereits Homo erectus und Homo Neanderthalensis - sie konnten jedoch nicht sprechen, mussten sich anderer Kommunikationsmittel bedienen. Welcher Art und wie differenziert diese Kommunikationsmittel waren, wissen wir nicht. Es besteht nicht einmal Konsens darüber, ob diese Kommunikationsmittel mit der, aus(verbaler) Sprache abgeleiteten, Zeichensprache Taubstummer vergleichbar sind.
Die Sprachentwicklung des Homo sapiens sapiens ist etwa 50.000 Jahre zurück verfolgbar. Er verfügte aber seit seiner Entstehung über das gleiche intellektuelle Potential wie heute.
Mit deiner obigen Aussage sprichst du dem frühen HSS quasi die Fähigkeit zur differenzierten Wirklichkeitswon Wert istahrnehmung ab, weil erst er die Voraussetzungen besaß, eine differenzierte Sprache zu entwickeln und du sprichst diese Fähigkeit Homo Neanderthalensis ab.


Sprache stößt an die Grenzen der Wirklichkeitsbeschreibung? Wäre mir neu.
Aber gut, ich bin Archäologe, kein Philosoph. ;)

Gut ... nehmen wir Archäologie.
Die Frage, was bei einer Ausgrabung von Wert ist, also erfaßt, gesammelt und untersucht wird , ergibt sich aus der Frage, nach was man sucht und nicht aus den Tatsachen, die man findet.
Beispiel: In New York baut man einen neuen Wolkenkarzer.
Dabei werden menschliche Knochen entdeckt ... ein Friedhof.
Vor 50 Jahren machte man noch eine klare Unterscheidung, was von Wert sei, und damit auch Teil der New Yorker Geschichte und was eben nicht.
So fand sich zB ein Sklavenfriedhof, der einfach zugeschüttet, bzw auf der Mülldeponie landete.
Einen Siedlerfriedhof hätte, bzw hat man auch, anders behandelt.
Das heißt, die Wirklichkeit wird zerstört, weil man sie nicht wahrnimmt, bzw, aufgrund von gesellschaftlichen Konventionen, nicht wahrnehmen will.
Und nein, ich spreche damit auch früheren Generationen nicht die Fähigkeit zu einer differenzierten Wirklichkeitswahrnehmung ab.
Für ihre Wirklichkeit, war ihre Sprache adäquat und funktional.
Für unsre Wirklichkeit wäre sie das nicht, wie auch unsre Sprache und Wirklichkeitswahrnehmung zB im Mittelalter völlig deplaziert wäre, ja wahrscheinlich für uns auf dem Scheiterhaufen enden würde.
Und ja ja ja ... die schlimmsten Hexenverfolgungen und Ketzerprozesse fanden nicht im Mittelalter statt, sondern in der frühen Neuzeit ... schon klar ... ;)
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Do 15. Jun 2017, 13:26

Dark Angel hat geschrieben:(15 Jun 2017, 14:05)

Ich habe zu keiner Zeit die Existenzberechtigung von Geisteswissenschaftlern der verschiedensten Fachrichtungen bestritten.
Theoriebildung funktioniert aber nur auf der Grundlage von vorhandenen Fakten, fehlen diese Fakten, kann keinerlei Aussage getroffen werden.
Beispiel: wenn ich einen Siedlungs- oder Lagerplatz ausgrabe und finde innerhalb eines umgrenzten Wohnbereichs auch Grablegungen, dann lässt das Rückschlüsse auf religiöse Glaubensvorstellungen zu, die in irgend einer Art und Weise mit Ahnenverehrungen zu tun haben könnten. Ich kann aber, trotz eines gewissen Interpretationsspielraums keinerlei Aussagen über mögliche Rituale und/oder den damit verbundenen Kultus machen. Das gibt die Beleglage nicht her. Natürlich könnte ich ins Blaue hinein spekulieren und mir irgendwas zusammen spinnen - nur welche Relevanz hätte das.
Gleiches gilt für den Literaturanthropologen, wenn der etwas über die Anfänge und Entwicklung von Literatur herausfinden will, wenn er ermitteln will, welche jeweilige gesellschaftliche Funktion diesem Schaffen inne wohnt, welche Stellung literarischem Schaffen in der jeweiligen Gesellschaft zukam, dann benötigt er Belege, die er dahingehend analysieren kann. Ohne irgendwelche schriftliche Hinterlassenschaft kann er gar nichts tun.
Darum geht es - man kann nicht die Existenz von irgend etwas postulieren, für dessen Existenz jeglicher Hinweis fehlt.

Nein, das kann man natürlich nicht. Literatur besteht aus Texten und was dieser Literaturanthropologe postuliert, läuft vereinfacht darauf hinaus, dass in die Rezeption solcher Texte durch den Leser mehr einfließt als in diesen Texten drinsteckt. Einen Teil der Inhalte produziert der Leser während des Lesens selbst. Und er fasst diese grundsätzliche Fiktionsfähigkeit nicht einfach als eine Art "Lesetechnik" sondern als eine anthropologische Grundkonstante auf. Das muss er natürlich mit der Rezeptions- und Wirkungseschichte ausgewählter literarischer Texte belegen oder zumindest glaubhaft machen. Das ist aber wenigstens eine andere Art von Faktum als etwa ein gemessener Temperaturwert.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » Do 15. Jun 2017, 17:19

Das ist aber ein allgemeines Phänomen, auch in der Kunstrezeption oder in der Dramatik: Da gibt es diverse Aussagen von Künstlern und Autoren, dass das betreffende Kunstwerk erst im Kopf des Rezipienten entsteht bzw. vollendet wird und auch eine gewisse Eigendynamik in der Wahrnehmung des einzelnen Rezipienten erfährt. Es entsteht unter Umständen etwas völlig Neues. Also mit meinen Worten gesagt. Sie selbst haben es natürlich klüger formuliert ;)
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Do 15. Jun 2017, 17:40

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 14:11)
Gut ... nehmen wir Archäologie.
Die Frage, was bei einer Ausgrabung von Wert ist, also erfaßt, gesammelt und untersucht wird , ergibt sich aus der Frage, nach was man sucht und nicht aus den Tatsachen, die man findet.
Beispiel: In New York baut man einen neuen Wolkenkarzer.
Dabei werden menschliche Knochen entdeckt ... ein Friedhof.
Vor 50 Jahren machte man noch eine klare Unterscheidung, was von Wert sei, und damit auch Teil der New Yorker Geschichte und was eben nicht.
So fand sich zB ein Sklavenfriedhof, der einfach zugeschüttet, bzw auf der Mülldeponie landete.
Einen Siedlerfriedhof hätte, bzw hat man auch, anders behandelt.

Und genau diese Sichtweise ist falsch. Wir gehen gerade nicht nach der Methode vor "wir graben hier mal und suchen jetzt nach denundem".
Von Wert ist grundsätzlich ALLES was wir finden - jeder Knochen, jede Keramikscherbe, jedes Stück Holz - einfach alles!
Wir bezeichnen uns zwar gerne als Schliemanns Erben, aber mit Schliemanns Methoden arbeiten wir schon lange nicht mehr.
Zugegen bei den meisten Grabungen handelt es sich um Notgrabungen infolge von Erschließungsarbeiten. Das heißt jedoch nicht, dass weniger sorgfältig vorgegangen wird. Gesichert und Katalogisiert wird grundsätzlich jeder Fund und sei er noch so unscheinbar.
NEIN - es gibt nichts, was nicht "von Wert" wäre!

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 14:11)]Das heißt, die Wirklichkeit wird zerstört, weil man sie nicht wahrnimmt, bzw, aufgrund von gesellschaftlichen Konventionen, nicht wahrnehmen will.

Das ist schlicht und ergreifend falsch, ja sogar eine bösartige Unterstellung!

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 14:11)Und nein, ich spreche damit auch früheren Generationen nicht die Fähigkeit zu einer differenzierten Wirklichkeitswahrnehmung ab.
Für ihre Wirklichkeit, war ihre Sprache adäquat und funktional.
Für unsre Wirklichkeit wäre sie das nicht, wie auch unsre Sprache und Wirklichkeitswahrnehmung zB im Mittelalter völlig deplaziert wäre, ja wahrscheinlich für uns auf dem Scheiterhaufen enden würde.
Und ja ja ja ... die schlimmsten Hexenverfolgungen und Ketzerprozesse fanden nicht im Mittelalter statt, sondern in der frühen Neuzeit ... schon klar ... ;)

Sorry - aber Wirklichkeit ist Wirklichkeit, die verändert sich nicht mit der Sprache.
Ich habe mich etwas mit Poststrukturalismus beschäftigt - besser mit der Kritik am Poststruktukturalismus.
Die Thesen der Postrukturalisten, die "die Wirklichkeit/die Welt" auf "einzelne Zeichen und deren Bedeutung" reduzieren, für die "die Wirklichkeit/die Welt" außerhalb der Sprache nicht existieren, sind schlicht nicht nachvollziehbar und noch weniger nachprüfbar und am aller wenigsten falsifizierbar. Sie erfüllen keine der Bedingungen/Forderungen, die Popper an eine wissenschaftliche Theorie stellt.
Eine Denkrichtung, die aus den Literaturwissenschaften stammt, in denen es noch einen Sinn macht, nach Bedeutungen von Worten und Sätzen zu fragen, mutiert in den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften zur reinen Ideologie.
Dass mittels Postrukturalismus jeder Unsinn als "kritische Theorie" verkauft werden kann, der nicht (mehr) hinterfragbar ist, hat Alan Sokal recht eindrucksvoll nachgewiesen.
NEIN - Sprache konstruiert/schafft keine Wirklichkeit, sondern Sprache beschreibt die exisiterende Wirklichkeit.
Könnten wir Zeitreisen unternehmen, träfen wir auf die gleiche Wirklichkeit, wie sie der Neandertaler, der frühe Homo sapiens sapiens oder der Mensch im Mittelalter erlebte - auch mit unserer Sprache. Wir würden die gleichen Bedingungen beschreiben, die auch die Menschen der jeweiligen Zeit erleben - die verändert sich nicht dadurch, dass wir ggf. andere Begriffe verwenden.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Do 15. Jun 2017, 17:48

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Jun 2017, 14:26)

Nein, das kann man natürlich nicht. Literatur besteht aus Texten und was dieser Literaturanthropologe postuliert, läuft vereinfacht darauf hinaus, dass in die Rezeption solcher Texte durch den Leser mehr einfließt als in diesen Texten drinsteckt. Einen Teil der Inhalte produziert der Leser während des Lesens selbst. Und er fasst diese grundsätzliche Fiktionsfähigkeit nicht einfach als eine Art "Lesetechnik" sondern als eine anthropologische Grundkonstante auf. Das muss er natürlich mit der Rezeptions- und Wirkungseschichte ausgewählter literarischer Texte belegen oder zumindest glaubhaft machen. Das ist aber wenigstens eine andere Art von Faktum als etwa ein gemessener Temperaturwert.

Das stelle ich doch alles gar nicht in Frage. Was ich meine, ist dass der Literaturanthropologe ein Spezialist sein muss, der sich in seinem Fachgebiet bestens auskennt und nicht von jeder Fachrichtung ein bisschen was weiß - weil irgendwer meint eine "Interdisziplinäre Anthroplogie" begründen zu müssen. Im Endeffekt haben diese Leute dann, von nix wirklich Ahnung und ist im Endeffekt nicht fähig, Texte so zu analysieren, wie das ein Literaturathropologe ist, der sich ausschließlich in dieser Fachrichtung auskennt - das aber richtig.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Do 15. Jun 2017, 19:08

Dark Angel hat geschrieben:(15 Jun 2017, 18:40)

Und genau diese Sichtweise ist falsch. Wir gehen gerade nicht nach der Methode vor "wir graben hier mal und suchen jetzt nach denundem".
Von Wert ist grundsätzlich ALLES was wir finden - jeder Knochen, jede Keramikscherbe, jedes Stück Holz - einfach alles!
Wir bezeichnen uns zwar gerne als Schliemanns Erben, aber mit Schliemanns Methoden arbeiten wir schon lange nicht mehr.
Zugegen bei den meisten Grabungen handelt es sich um Notgrabungen infolge von Erschließungsarbeiten. Das heißt jedoch nicht, dass weniger sorgfältig vorgegangen wird. Gesichert und Katalogisiert wird grundsätzlich jeder Fund und sei er noch so unscheinbar.
NEIN - es gibt nichts, was nicht "von Wert" wäre!


Das ist schlicht und ergreifend falsch, ja sogar eine bösartige Unterstellung!


Sorry - aber Wirklichkeit ist Wirklichkeit, die verändert sich nicht mit der Sprache.
Ich habe mich etwas mit Poststrukturalismus beschäftigt - besser mit der Kritik am Poststruktukturalismus.
Die Thesen der Postrukturalisten, die "die Wirklichkeit/die Welt" auf "einzelne Zeichen und deren Bedeutung" reduzieren, für die "die Wirklichkeit/die Welt" außerhalb der Sprache nicht existieren, sind schlicht nicht nachvollziehbar und noch weniger nachprüfbar und am aller wenigsten falsifizierbar. Sie erfüllen keine der Bedingungen/Forderungen, die Popper an eine wissenschaftliche Theorie stellt.
Eine Denkrichtung, die aus den Literaturwissenschaften stammt, in denen es noch einen Sinn macht, nach Bedeutungen von Worten und Sätzen zu fragen, mutiert in den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften zur reinen Ideologie.
Dass mittels Postrukturalismus jeder Unsinn als "kritische Theorie" verkauft werden kann, der nicht (mehr) hinterfragbar ist, hat Alan Sokal recht eindrucksvoll nachgewiesen.
NEIN - Sprache konstruiert/schafft keine Wirklichkeit, sondern Sprache beschreibt die exisiterende Wirklichkeit.
Könnten wir Zeitreisen unternehmen, träfen wir auf die gleiche Wirklichkeit, wie sie der Neandertaler, der frühe Homo sapiens sapiens oder der Mensch im Mittelalter erlebte - auch mit unserer Sprache. Wir würden die gleichen Bedingungen beschreiben, die auch die Menschen der jeweiligen Zeit erleben - die verändert sich nicht dadurch, dass wir ggf. andere Begriffe verwenden.

Ja ich schrieb ja, vor 50 Jahren ... heute kannst du das nicht mehr machen ... nicht einmal in Atlanta.
Schliemann ... er grub nach Troja und vermutete dies ganz ganz unten ... der Rest interessierte ihn nicht.
Kannst du heute auch nicht mehr machen.
Aber das Beispiel in New York zeigt, wie gesellschaftliche Prozesse Sichtweisen ändern und das drückt sich auch in der Sprache aus.
Diese Sichtweisen werden durch die Sprache verinnerlicht ... sie werden so zu einer neuen Realität.
Du bist also bereits selbst ein Produkt dieser neuen Realität.
Und wieder auf die Archäologie bezogen, die neue Wirklichkeit, die nach der Bürgerrechtebewegung, die, die es eben nicht mehr erlaubt, einen Sklavenfriedhof in New York einfach auf der Müllkippe zu entsorgen, wird den Studenten heute auch durch eine neue Terminologie in den Universitäten vermittelt.
Sie erlaubt es dir eben nicht mehr, einen Afro-Amerikaner mit "Boy" oder Negro anzusprechen.
Sprache schafft also eine neue Wirklichkeit.
Das gilt so natürlich auch für die Frauenrechtsbewegung und die Terminologie des Feminismus.
Dem kannst du dich entziehen, sich ihr verweigern und hoffen, die Entwicklung zu revidieren ... aber persönlich glaube ich, der Zug ist bereits abgefahren :p


Und wenn du radikal neues denkst, dann erfindest du eine neue Sprache, da die alte eben nicht mehr reicht um diese neue Realität, oder Beschreibung der neuen Wirklichkeit auszudrücken.
Nietzsche oder auch Heidegger sind da gute Beispiele.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Jun 2017, 08:05

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 20:08)

Ja ich schrieb ja, vor 50 Jahren ... heute kannst du das nicht mehr machen ... nicht einmal in Atlanta.
Schliemann ... er grub nach Troja und vermutete dies ganz ganz unten ... der Rest interessierte ihn nicht.
Kannst du heute auch nicht mehr machen.
Aber das Beispiel in New York zeigt, wie gesellschaftliche Prozesse Sichtweisen ändern und das drückt sich auch in der Sprache aus.
Diese Sichtweisen werden durch die Sprache verinnerlicht ... sie werden so zu einer neuen Realität.
Du bist also bereits selbst ein Produkt dieser neuen Realität.
Und wieder auf die Archäologie bezogen, die neue Wirklichkeit, die nach der Bürgerrechtebewegung, die, die es eben nicht mehr erlaubt, einen Sklavenfriedhof in New York einfach auf der Müllkippe zu entsorgen, wird den Studenten heute auch durch eine neue Terminologie in den Universitäten vermittelt.
Sie erlaubt es dir eben nicht mehr, einen Afro-Amerikaner mit "Boy" oder Negro anzusprechen.
Sprache schafft also eine neue Wirklichkeit.
Das gilt so natürlich auch für die Frauenrechtsbewegung und die Terminologie des Feminismus.
Dem kannst du dich entziehen, sich ihr verweigern und hoffen, die Entwicklung zu revidieren ... aber persönlich glaube ich, der Zug ist bereits abgefahren :p


Und wenn du radikal neues denkst, dann erfindest du eine neue Sprache, da die alte eben nicht mehr reicht um diese neue Realität, oder Beschreibung der neuen Wirklichkeit auszudrücken.
Nietzsche oder auch Heidegger sind da gute Beispiele.

Dass Sprache die Wirklichkeit verändert, zumindest die gesellschaftlich-soziale, und dass man insofern nicht einfach vollkommen unabhängig über etwas reden oder schreiben kann, weil man mit diesem Reden oder Schreiben schon wieder einen Teil der Wirklichkeit verändert hat ... volle Zustimmung. Im Bereich der Physik ist es ganz einfach so, dass ab einer gewissen Grenze nicht mehr zu verhindern ist, dass der Messprozess das gemessene System verändert.

Dass Archäologen - vereinfacht gesagt - das finden, wonach sie suchen ... das würde ich aber doch bezweifeln. Ich hab' zufällig die Möglichkeit, dem eher praktisch orientierten Studiengang Grabungstechnik sozusagen ein wenig über die Schulter zu schauen. Es ist tatsächlich so, dass häufig begrenzte Zeitfenster genutzt werden müssen und dann sozusagen flächendeckend erfasst wird.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Fr 16. Jun 2017, 08:14

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 20:08)

Ja ich schrieb ja, vor 50 Jahren ... heute kannst du das nicht mehr machen ... nicht einmal in Atlanta.
Schliemann ... er grub nach Troja und vermutete dies ganz ganz unten ... der Rest interessierte ihn nicht.
Kannst du heute auch nicht mehr machen.
Aber das Beispiel in New York zeigt, wie gesellschaftliche Prozesse Sichtweisen ändern und das drückt sich auch in der Sprache aus.
Diese Sichtweisen werden durch die Sprache verinnerlicht ... sie werden so zu einer neuen Realität.
Du bist also bereits selbst ein Produkt dieser neuen Realität.

Auch vor 50 Jahren wurde akribisch gearbeitet, allein die Tatsache, dass von einem Slavenfriedhof gesprochen wird, spricht dafür.
Im Falle "Bau eines neuen Wolkenkrazers" handelt es sich um eine Notgrabung, entsprechend wäre mit einem Siedlerfriedhof nicht anders verfahren worden, als mit dem Sklavenfriedhof ==> ausgraben, untersuchen, katalogisieren, auführliche Fundbeschreibung (Grabungsbericht). Die bei Grabungen gewonnenen Erkenntnisse haben per se nichts mit "gesellschaftlichen Prozessen" zu tun. Theorien stehen immer wieder auf dem Prüfstand, werden durch neue Erkenntnisse entweder bestätigt oder wiederlegt. In der "Vor-Schliemann-Ära" der Altertums- und Geschichtsforschung wurden Erkenntnisse/Erfahrungen, die bei (einzelnen) indigenen Völkern gesammelt wurden verallgemeinert und auf frühere gesellschaftliche Entwicklungsstufen übertragen. (Siehe Bachofen und Morgan). Das tun wir heute nicht mehr, die meisten dieser Annahmen sind heute widerlegt - durch die Realität widerlegt, nicht durch die Sprache - und dennoch wird aus ideologischen Gründen an widerlegten Interpretationen/Theorien festgehalten. Werden diese, insbesondere was so genannte "Rollenbilder/Rollensterotype" anbelangt weiterhin als Begründung(en) herangezogen, wird ohne jeglichen Beleg oder auch nur Hinweis auf einem "könnte es ja trotzdem gegeben haben" bestanden. So lange eine Gesellschaft/Kultur keine Schriftzeugnisse hinterlassen hat, ist es zwar möglich, auf gesellschaftliche Strukturen zu schließen, es kann aber keine Aussage getroffen werden, welcher Art diese Strukturen waren und wie sie funktionierten. Deshalt können Vorstellungen und Sichtweisen in der Vergangenheit auch nicht losgelöst vom jeweiligen gsellschaftlichen Kontext und Erkenntnishorizont, aus heutigen Sicht- und Denkweisen heraus, interpretiert werden - was jedoch in "bestimmten Kreisen" getan wird.
Das wiederum bedeutet, dass Sprache eben keine Realität "konstruiert/schafft". Die materielle Realität existiert auch ohne Sprache und sie lässt sich auch nicht auf Sprache (Bedeutung von Zeichen/Symbolen) reduzieren, wie das im Poststrukturalismus "getan" und behauptet wird.

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 20:08)Und wieder auf die Archäologie bezogen, die neue Wirklichkeit, die nach der Bürgerrechtebewegung, die, die es eben nicht mehr erlaubt, einen Sklavenfriedhof in New York einfach auf der Müllkippe zu entsorgen, wird den Studenten heute auch durch eine neue Terminologie in den Universitäten vermittelt.
Sie erlaubt es dir eben nicht mehr, einen Afro-Amerikaner mit "Boy" oder Negro anzusprechen.
Sprache schafft also eine neue Wirklichkeit.

Sprache schafft gar nichts - schon gar keine Wirklichkeit. Gesellschaftliche Veränderungen basieren auf Einsichten, auf deren Grundlage sich Denkweisen ändern und zur Herausbildung neuer/anderer gesellschaftlicher Konventionen führen. Diese wiederum finden ihren Ausdruck in der Sprache. "Negro" bedeutet nichts anderes als schwarz und ist von seiner Bedeutung her wertneutral.
Bei der Bewertung des Begriffs/Wortes spielt Ideologie eine, nicht zu unterschätzende Rolle.

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 20:08)Das gilt so natürlich auch für die Frauenrechtsbewegung und die Terminologie des Feminismus.
Dem kannst du dich entziehen, sich ihr verweigern und hoffen, die Entwicklung zu revidieren ... aber persönlich glaube ich, der Zug ist bereits abgefahren :p

Ja - auch für die so genannte Frauenrechtsbewegung ist Ideologie der entscheidene Faktor - genauer die marxitische Ideologie, auf welcher auch der Poststrukturalismus aufbaut.
Die "Frauenrechtsbewegung" nutzt ja gerade die Terminologie marxistischer Ideologie, was in der Postulation gesellschaftlicher Strukturen deutlich wird, die durch nichts belegt sind. Feminismus IST eine Ideologie!

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 20:08)Und wenn du radikal neues denkst, dann erfindest du eine neue Sprache, da die alte eben nicht mehr reicht um diese neue Realität, oder Beschreibung der neuen Wirklichkeit auszudrücken.
Nietzsche oder auch Heidegger sind da gute Beispiele.

Da ist aber nichts "radikal" neu! Da wird auch keine "neue Wirklichkeit" geschaffen - schon gar nicht mit Sprache. Es werden lediglich die Vorstellungen einer Minderheit propagiert und der Vorstellungen und Sichtweisen (Weltanschauungen) als (historische) Tatsachen postuliert, die auf "Biegen und Brechen" derart verändert/politisch durchgesetzt werden müssen, bis sie mit den Vorstellungen dieser Minderheit konform gehen. Mit Realität hat das absolut gar nichts zu tun. Realität ist, dass die Mehrheit der Menschen mit dieser feministischen Weltanschauung so gar nichts am Hut hat. Und Sprache hat damit gar nichts zu tun.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Fr 16. Jun 2017, 10:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 09:05)

Dass Sprache die Wirklichkeit verändert, zumindest die gesellschaftlich-soziale, und dass man insofern nicht einfach vollkommen unabhängig über etwas reden oder schreiben kann, weil man mit diesem Reden oder Schreiben schon wieder einen Teil der Wirklichkeit verändert hat ... volle Zustimmung. Im Bereich der Physik ist es ganz einfach so, dass ab einer gewissen Grenze nicht mehr zu verhindern ist, dass der Messprozess das gemessene System verändert.

Sorry, aber Sprache verändert keine Wirklichkeit - auch keine gesellschaftliche soziale. Sprache refektiert höchstens die veränderte gesellschaftlich-soziale Wirklichkeit.
Sich etwas ausdenken und als gesellschaftliche/soziale "Wirklichkeit" postulieren, hat nichts mit "Wirklichkeit schaffen" zu tun, sondern mit Realitätsverlust. Da kann noch so viel über "Geschlecht als soziale Zuschreibung gebrabbelt werden" und darüber "dass es mehr als nur zwei Geschlechter" gäbe, damit wird aus diesem Gebrabbel noch lange keine "Wirklichkeit".
An dieser "Wirklichkeit"/Realität ändert auch die Tatsache nichts, dass es Abweichungen im Promillebereich gibt, bei denen das Geschlecht nicht eindeutig zuordenbar ist und/oder sich jemand dem (jeweils) anderen Geschlecht zugehörig fühlt. Realität ist und bleibt die normale - nicht etwa die postulierte "normative" - biologische Zweigeschlechtlichkeit.
Und was die Physik angeht - da können Phänome, die im subatomaren Bereich auftreten nicht einfach auf die "Makroebene" (fällt mir jetzt kein besserer Begriff ein) übertragen werden. Ein umfallender Baum erzeugt ein messbares Geräusch - mit und ohne Beobachter, der Baum fällt um, ob das jemand beobachtet oder nicht, ob da jemand drüber spricht oder nicht. Das ist die Realität.

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 09:05)Dass Archäologen - vereinfacht gesagt - das finden, wonach sie suchen ... das würde ich aber doch bezweifeln. Ich hab' zufällig die Möglichkeit, dem eher praktisch orientierten Studiengang Grabungstechnik sozusagen ein wenig über die Schulter zu schauen. Es ist tatsächlich so, dass häufig begrenzte Zeitfenster genutzt werden müssen und dann sozusagen flächendeckend erfasst wird.

Nee - weil man vorher gar NICHT wissen KANN, was man finden wird.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Jun 2017, 13:11

Dark Angel hat geschrieben:(16 Jun 2017, 11:15)

Sorry, aber Sprache verändert keine Wirklichkeit - auch keine gesellschaftliche soziale. Sprache refektiert höchstens die veränderte gesellschaftlich-soziale Wirklichkeit.
Sich etwas ausdenken und als gesellschaftliche/soziale "Wirklichkeit" postulieren, hat nichts mit "Wirklichkeit schaffen" zu tun, sondern mit Realitätsverlust. Da kann noch so viel über "Geschlecht als soziale Zuschreibung gebrabbelt werden" und darüber "dass es mehr als nur zwei Geschlechter" gäbe, damit wird aus diesem Gebrabbel noch lange keine "Wirklichkeit".

Dass man etwas willentlich durch Kommunikation in eine vorgegebene Richtung verschieben kann ... nein, das glaube ich auch nicht. Insbesondere lassen sich Geschlechterdifferenzen durch "Postulate" weder weg- noch herbeidiskutieren. Um halbwegs beim Thema zu bleiben.
Und was die Physik angeht - da können Phänome, die im subatomaren Bereich auftreten nicht einfach auf die "Makroebene" (fällt mir jetzt kein besserer Begriff ein) übertragen werden. Ein umfallender Baum erzeugt ein messbares Geräusch - mit und ohne Beobachter, der Baum fällt um, ob das jemand beobachtet oder nicht, ob da jemand drüber spricht oder nicht. Das ist die Realität.

Es ist zwar richtig, dass es eine Grenze zwischen Mikro- und Makrowelt gibt und dass Makroobjekte eben klassische Eigenschaften aufweisen. Aber die grundsätzliche Überlegung, dass ein Messprozess eigentlich eine zweiseitige Wechselwirkung ist und sowohl beim Messinstrument als auch beim vermessenen Objekt eine Wirkung hinterlässt, gilt dennoch immer. Die Wirkung des Hineinhaltens eines kleinen Thermometers auf die Temperatur einer großen Wanne voll Wasssr ist nur eben verschwindend gering. Aber nicht null. Ob sich dies in Bezug auf die gesellschaftliche Wirklichkeit auf der einen und Reden, Schreiben, Diskurse allgemein andererseits in ähnlichen Wirkungsverhältnissen bewegt, ist noch die Frage.

Wenn man - wie ich - auf diese Welterklärungsansätze eher aus den Naturwissenschaften stößt, landet man auch eher nicht beim Poststrukturalismus, bei Derrida, Diskursanalyse usw. sondern eher beim Konstruktivismus des Neurobiologen und Philosophen Maturana. Mit dem grundsätzlichen Ausgangspunkt: Alles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.
Damit wird die tradierte Vorstellung zurückgewiesen, dass Erkenntnisakte die externe Realität widerspiegeln und es einen archimedischen Punkt gibt, von dem aus die Welt gedanklich erfasst werden kann. Erkenntnisprozesse bilden die Realität nicht einfach ab, sondern sind vielmehr aktiv an ihrer Erzeugung beteiligt.

Der Aufschwung dieser Sichtweisen in jüngerer Zeit hat sicher auch mit dem überwältigenden Erfolg der QUantentheorie zu tun. Es gebe eine Art Drehbewegung. Zunächst war lange Zeit die Quantentheorie der Exot und Ausnahmefall. Langsam beginne man - umgekehrt - die die klassisch-mechanisch-deterministische Weltvorstellung als Ausnahmefall zu sehen.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Fr 16. Jun 2017, 13:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 14:11)

Dass man etwas willentlich durch Kommunikation in eine vorgegebene Richtung verschieben kann ... nein, das glaube ich auch nicht. Insbesondere lassen sich Geschlechterdifferenzen durch "Postulate" weder weg- noch herbeidiskutieren. Um halbwegs beim Thema zu bleiben.

Na dann sind wir uns ja wenigstens einmal einigermaßen einig.

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 14:11)Es ist zwar richtig, dass es eine Grenze zwischen Mikro- und Makrowelt gibt und dass Makroobjekte eben klassische Eigenschaften aufweisen. Aber die grundsätzliche Überlegung, dass ein Messprozess eigentlich eine zweiseitige Wechselwirkung ist und sowohl beim Messinstrument als auch beim vermessenen Objekt eine Wirkung hinterlässt, gilt dennoch immer. Die Wirkung des Hineinhaltens eines kleinen Thermometers auf die Temperatur einer großen Wanne voll Wasssr ist nur eben verschwindend gering. Aber nicht null. Ob sich dies in Bezug auf die gesellschaftliche Wirklichkeit auf der einen und Reden, Schreiben, Diskurse allgemein andererseits in ähnlichen Wirkungsverhältnissen bewegt, ist noch die Frage.

Einigen wir uns darauf, dass Diskurse zu gesellschaftlichen Veränderungen beitragen, sofern diesen Diskursen Einsichten, Erkenntnisse und Erfahrungen zugrunde liegen. Anders wäre gesellschaftliche/kulturelle Entwicklung gar nicht denkbar.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Realität/Wirklichkeit durch Sprache überhaupt erst entsteht bzw "konstruiert" wird, wie Postrukturalisten behaupten. Und das ist die Krux bei der ganzen Geschlechter-/Genderdebatte, dass hier Methoden aus den Literaturwissenschaften 1:1 nicht nur auf gesellschaftliche Verhältnisse, sondern auf Menschen übertragen werden.
Da wird ja postuliert (insbesondere Butler), dass Geschlecht erst durch die "Zuschreibung/Zuweisung" überhaupt erst "konstruiert" werde und mit dieser "Zuschreibung/Zuweisung" würden gleichzeitig Stereotype "transportiert", "Normative" erzeugt, da wird normal i.S.v. "mit großer Häufigkeit auftretend" zum "Normativ" erklärt und postuliert, es werden Zwang ausgeübt.

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 14:11)Wenn man - wie ich - auf diese Welterklärungsansätze eher aus den Naturwissenschaften stößt, landet man auch eher nicht beim Poststrukturalismus, bei Derrida, Diskursanalyse usw. sondern eher beim Konstruktivismus des Neurobiologen und Philosophen Maturana. Mit dem grundsätzlichen Ausgangspunkt: Alles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.

Komisch - ich lande da nicht beim radikalen Konstruktivismus eines Maturana, der jede jede Fähigkeit, die objektive Realität zu erkennen, bestreitet, sondern bei Popper und Occam. Wenn einem ein Stein auf den Kopf fällt, dann ist das sehr real und nicht nur konstruiert - das tut zwar subjektiv weh, ergibt aber objektiv eine messbare Beule und ggf auch ein objektiv mittels CT nachweisbares subdurales Hämatom.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Jun 2017, 18:28

Dark Angel hat geschrieben:(16 Jun 2017, 14:53)
Komisch - ich lande da nicht beim radikalen Konstruktivismus eines Maturana, der jede jede Fähigkeit, die objektive Realität zu erkennen, bestreitet, sondern bei Popper und Occam. Wenn einem ein Stein auf den Kopf fällt, dann ist das sehr real und nicht nur konstruiert - das tut zwar subjektiv weh, ergibt aber objektiv eine messbare Beule und ggf auch ein objektiv mittels CT nachweisbares subdurales Hämatom.

Maturana und Varela selbst wollen ausdrücklich nicht als "radikale Konstruktivisten" eingeordnet werden... Es gibt da manchmal auch Missverständnisse. Die Wissenschaft Medizin hat festgestellt, dass Asbest krebserregend ist. Als Reaktion darauf wurde die Verwendung von Asbest in der üblichen Bauwirtschaft weitestgehend eingestellt, Ein völlig simples und vielleicht zu simples Beispiel dafür, dass Erkenntnisse über einen Realitätsausschnitt diesen nicht nur wiederspiegeln sondern auch in einem Maße verändern, dass die nächste Erkenntnisschleife wieder ganz anders aussieht. Nicht was den grundsätzlichen Wirkungszusammenhang zwischen Asbest und Krebs anbelangt. Das ist eben reine Naturwissenschaft. Durchaus jedoch das gesellschaftlich-soziologisch-wirtschaftliche Problem Asbesteinsatz. Und noch enger dürften die Rückkopplungen in der Volkswirtschaftslehre sein.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon gödelchen » Fr 16. Jun 2017, 18:39

übrigens...wurde schon mal erwähnt, dass gender nur so was wie Quark ist...je mehr darauf gestanden wird, je breiter wird das, nie fester. Gender ist das gleiche Elend in der Denkaufstellung in der Art, wie sich die Theologie als Disziplin über der Philosophie stehend sieht.

Hat mehr überflüssiges an sich das Genderische, als es irgendwie irgendwen irgendwie weiterbringt........außer natürlich Palaverköpfen ne W2 Professur :-)
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Jun 2017, 18:41

odiug hat geschrieben:(15 Jun 2017, 20:08)

Ja ich schrieb ja, vor 50 Jahren ... heute kannst du das nicht mehr machen ... nicht einmal in Atlanta.
Schliemann ... er grub nach Troja und vermutete dies ganz ganz unten ... der Rest interessierte ihn nicht.
Kannst du heute auch nicht mehr machen.
Aber das Beispiel in New York zeigt, wie gesellschaftliche Prozesse Sichtweisen ändern und das drückt sich auch in der Sprache aus.
Diese Sichtweisen werden durch die Sprache verinnerlicht ... sie werden so zu einer neuen Realität.
Du bist also bereits selbst ein Produkt dieser neuen Realität.
Und wieder auf die Archäologie bezogen, die neue Wirklichkeit, die nach der Bürgerrechtebewegung, die, die es eben nicht mehr erlaubt, einen Sklavenfriedhof in New York einfach auf der Müllkippe zu entsorgen, wird den Studenten heute auch durch eine neue Terminologie in den Universitäten vermittelt.
Sie erlaubt es dir eben nicht mehr, einen Afro-Amerikaner mit "Boy" oder Negro anzusprechen.
Sprache schafft also eine neue Wirklichkeit.
Das gilt so natürlich auch für die Frauenrechtsbewegung und die Terminologie des Feminismus.
Dem kannst du dich entziehen, sich ihr verweigern und hoffen, die Entwicklung zu revidieren ... aber persönlich glaube ich, der Zug ist bereits abgefahren :p


Und wenn du radikal neues denkst, dann erfindest du eine neue Sprache, da die alte eben nicht mehr reicht um diese neue Realität, oder Beschreibung der neuen Wirklichkeit auszudrücken.
Nietzsche oder auch Heidegger sind da gute Beispiele.


Diese Terminologie-Verwendungs-Fragen sind das eine. Die Unterstellung, Archäologen und verwandte Kollegen würden nicht grundsätzlich ergebnisoffen recherechieren, ist jedoch eine sehr starke, sehr negative Behauptung, die man entsprechend mit Fakten zu unterlegen hat. Etwas schlimmeres kann man Forschern kaum unterstellen.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Jun 2017, 18:55

gödelchen hat geschrieben:(16 Jun 2017, 19:39)

übrigens...wurde schon mal erwähnt, dass gender nur so was wie Quark ist...je mehr darauf gestanden wird, je breiter wird das, nie fester. Gender ist das gleiche Elend in der Denkaufstellung in der Art, wie sich die Theologie als Disziplin über der Philosophie stehend sieht.


Theologie, Theos und Logos zugleich ist ein Widerspruch in sich. Es müsste neben "Islamwissenschaft" eben auch "Christentumswissenschaft" geben.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Fr 16. Jun 2017, 19:05

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 19:28)

Maturana und Varela selbst wollen ausdrücklich nicht als "radikale Konstruktivisten" eingeordnet werden... Es gibt da manchmal auch Missverständnisse. Die Wissenschaft Medizin hat festgestellt, dass Asbest krebserregend ist. Als Reaktion darauf wurde die Verwendung von Asbest in der üblichen Bauwirtschaft weitestgehend eingestellt, Ein völlig simples und vielleicht zu simples Beispiel dafür, dass Erkenntnisse über einen Realitätsausschnitt diesen nicht nur wiederspiegeln sondern auch in einem Maße verändern, dass die nächste Erkenntnisschleife wieder ganz anders aussieht.
Nicht was den grundsätzlichen Wirkungszusammenhang zwischen Asbest und Krebs anbelangt. Das ist eben reine Naturwissenschaft. Durchaus jedoch das gesellschaftlich-soziologisch-wirtschaftliche Problem Asbesteinsatz. Und noch enger dürften die Rückkopplungen in der Volkswirtschaftslehre sein.

Nun - ob Manturana und Varela dem radikalen Konstruktivismus zugeornet werden wollen oder nicht, sie werden sogar als Hauptvertreter des radikalen Konstruktivismus betrachtet.
Ich wüsste auch nicht, was dein Beispiel mit Konstruktivismus zu tun haben soll. Diese Denkrichtung bestreitet ja gerade, die Fähigkeit des Menschen die objektive Realität zu erkennen bzw ein Abbild der bewusstseinsunabhängigen Realität zu produzieren.
Konstruktivisten behaupten ja gerade, dass jede Wahrnehmung/Erkenntnis individuell - also vollkommen subjektiv ist
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Fr 16. Jun 2017, 19:11

Dark Angel hat geschrieben:(16 Jun 2017, 09:14)

Auch vor 50 Jahren wurde akribisch gearbeitet, allein die Tatsache, dass von einem Slavenfriedhof gesprochen wird, spricht dafür.
Im Falle "Bau eines neuen Wolkenkrazers" handelt es sich um eine Notgrabung, entsprechend wäre mit einem Siedlerfriedhof nicht anders verfahren worden, als mit dem Sklavenfriedhof ==> ausgraben, untersuchen, katalogisieren, auführliche Fundbeschreibung (Grabungsbericht). Die bei Grabungen gewonnenen Erkenntnisse haben per se nichts mit "gesellschaftlichen Prozessen" zu tun. Theorien stehen immer wieder auf dem Prüfstand, werden durch neue Erkenntnisse entweder bestätigt oder wiederlegt. In der "Vor-Schliemann-Ära" der Altertums- und Geschichtsforschung wurden Erkenntnisse/Erfahrungen, die bei (einzelnen) indigenen Völkern gesammelt wurden verallgemeinert und auf frühere gesellschaftliche Entwicklungsstufen übertragen. (Siehe Bachofen und Morgan). Das tun wir heute nicht mehr, die meisten dieser Annahmen sind heute widerlegt - durch die Realität widerlegt, nicht durch die Sprache - und dennoch wird aus ideologischen Gründen an widerlegten Interpretationen/Theorien festgehalten. Werden diese, insbesondere was so genannte "Rollenbilder/Rollensterotype" anbelangt weiterhin als Begründung(en) herangezogen, wird ohne jeglichen Beleg oder auch nur Hinweis auf einem "könnte es ja trotzdem gegeben haben" bestanden. So lange eine Gesellschaft/Kultur keine Schriftzeugnisse hinterlassen hat, ist es zwar möglich, auf gesellschaftliche Strukturen zu schließen, es kann aber keine Aussage getroffen werden, welcher Art diese Strukturen waren und wie sie funktionierten. Deshalt können Vorstellungen und Sichtweisen in der Vergangenheit auch nicht losgelöst vom jeweiligen gsellschaftlichen Kontext und Erkenntnishorizont, aus heutigen Sicht- und Denkweisen heraus, interpretiert werden - was jedoch in "bestimmten Kreisen" getan wird.
Das wiederum bedeutet, dass Sprache eben keine Realität "konstruiert/schafft". Die materielle Realität existiert auch ohne Sprache und sie lässt sich auch nicht auf Sprache (Bedeutung von Zeichen/Symbolen) reduzieren, wie das im Poststrukturalismus "getan" und behauptet wird.


Sprache schafft gar nichts - schon gar keine Wirklichkeit. Gesellschaftliche Veränderungen basieren auf Einsichten, auf deren Grundlage sich Denkweisen ändern und zur Herausbildung neuer/anderer gesellschaftlicher Konventionen führen. Diese wiederum finden ihren Ausdruck in der Sprache. "Negro" bedeutet nichts anderes als schwarz und ist von seiner Bedeutung her wertneutral.
Bei der Bewertung des Begriffs/Wortes spielt Ideologie eine, nicht zu unterschätzende Rolle.


Ja - auch für die so genannte Frauenrechtsbewegung ist Ideologie der entscheidene Faktor - genauer die marxitische Ideologie, auf welcher auch der Poststrukturalismus aufbaut.
Die "Frauenrechtsbewegung" nutzt ja gerade die Terminologie marxistischer Ideologie, was in der Postulation gesellschaftlicher Strukturen deutlich wird, die durch nichts belegt sind. Feminismus IST eine Ideologie!


Da ist aber nichts "radikal" neu! Da wird auch keine "neue Wirklichkeit" geschaffen - schon gar nicht mit Sprache. Es werden lediglich die Vorstellungen einer Minderheit propagiert und der Vorstellungen und Sichtweisen (Weltanschauungen) als (historische) Tatsachen postuliert, die auf "Biegen und Brechen" derart verändert/politisch durchgesetzt werden müssen, bis sie mit den Vorstellungen dieser Minderheit konform gehen. Mit Realität hat das absolut gar nichts zu tun. Realität ist, dass die Mehrheit der Menschen mit dieser feministischen Weltanschauung so gar nichts am Hut hat. Und Sprache hat damit gar nichts zu tun.

Sprache verändert sehr wohl die Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Wenn "Nigger" ein völlig normaler Umgangston für die "Masters" ist, dann sind Afroamerikaner eben keine gleichberechtigten Mitbürger.
Wußtest du, daß das einzige, weibliche Wort in der Deutschen Sprache, das zur Beschreibung von Männern gebraucht wird, Witwe ist ?
Alle anderen gehen immer von dem männlichen Wortstamm aus.
Das zeigt, wer die Hosen an hat.
Mal abgesehen davon, daß das erlernen einer neuen Sprache auch das Denken verändert und damit auch die Sicht auf die Wirklichkeit.
Das merkt man auch an sich selbst, wenn die neu erlernte Sprache für einen längeren Zeitraum zur Alltagssprache wird und die Muttersprache verdrängt.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon gödelchen » Fr 16. Jun 2017, 19:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 19:55)

Theologie, Theos und Logos zugleich ist ein Widerspruch in sich. Es müsste neben "Islamwissenschaft" eben auch "Christentumswissenschaft" geben.


Du irrst, sag ich als Atheist

In dir oder einem anderen oder ganz wo anders widersprechen sie sich nicht, sie sind wie Musik. Jeder bringt sie für sich zum Klingen. Deshalb widersprechen sie sich nicht, sie machen zusammen nur immer eine neue Melodie.

So denken Denker darüber, lesenswert:

https://www.amazon.de/Dialektik-S%C3%A4 ... +Habermass

https://www.amazon.de/Woran-glaubt-wer- ... mberto+Eco
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon odiug » Fr 16. Jun 2017, 21:06

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jun 2017, 19:41)

Diese Terminologie-Verwendungs-Fragen sind das eine. Die Unterstellung, Archäologen und verwandte Kollegen würden nicht grundsätzlich ergebnisoffen recherechieren, ist jedoch eine sehr starke, sehr negative Behauptung, die man entsprechend mit Fakten zu unterlegen hat. Etwas schlimmeres kann man Forschern kaum unterstellen.

Das ist doch bestimmt vom herrschenden Zeitgeist, was nun wichtig ist, und was nicht.
Himmlers Anwandlungen zum Thema Archäologie sind heute auch nicht mehr en vogue in den Fachkreisen.
Wir glauben halt,wir sind auf dem Weg der Tugendhaften, jene, die es ernst meinen mit der reinen, sachlichen, einzig wahren Wissenschaft.
Und wir haben unsre Theorien,die uns das plausible erscheinen lassen.
Ich will jetzt gar nicht einmal die Gründe dafür in Frage stellen, nur das gleiche dachten die Rassentheoretiker des 19ten Jahrhunderts von sich selbst auch.
Abgesehen davon ... ich verstehe ja, wenn einer sich in seiner Berufsehre angekratzt fühlt wenn, wenn man ein Beispiel nennt, daß diese in Frage stellt.
Nur meines liegt 50 Jahre zurück und ich schrieb ja, daß dies heute so nicht mehr geht.
Aber das hat Gründe, warum wir das heute anders sehen.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 17. Jun 2017, 04:00

odiug hat geschrieben:(16 Jun 2017, 22:06)
Das ist doch bestimmt vom herrschenden Zeitgeist, was nun wichtig ist, und was nicht.

Der Zeitgeist hat möglicherweise einen Einfluss auf die Vergabe von Fördergeldern ... das sollte man jedoch von den fachlichen wissenschaftlichen Leitlinien trennen.
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