Gehalter Gender-gap

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Selina
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » Mo 9. Okt 2017, 16:49

Selbstverständlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Körper und Geist und ebenso auch einen Zusammenhang zwischen biologischen und sozialen Aspekten des Menschwerdens und des Menschseins. Das ist so eine allgemeingültige und selbstverständliche Erkenntnis, dass man nur den Kopf schütteln kann, mit welchen Fan­tas­te­reien sich Biologisten befassen.

Zitat

Der Mensch als soziales Lebewesen

Mit der aristotelischen Charakterisierung des Menschen als Zoon politikon, als ein Lebewesen also, das von seiner Natur her auf ein soziales und politisches Miteinander bezogen und angewiesen ist, liegt eine bis heute gültige Haupteinordnung vor. So ist das neugeborene Menschenkind in besonderer Intensität und Dauer auf die umfassende Fürsorge seiner Sozialpartner angewiesen, um leben und sich entwickeln zu können. Nur in menschlicher Gemeinschaft kann es die Lernanreize erhalten und verarbeiten, die es zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben befähigen. Mit dem Spracherwerb verbindet sich das Hineinwachsen in eine bestimmte Ausprägung menschlicher Kultur, die aus den Traditionen des jeweiligen Sozialverbands hervorgegangen ist. Indem das Bewusstsein so gearteter gesellschaftsspezifischer Traditionen in der Generationenfolge mündlich und schriftlich weitergegeben werden kann, entstehen Geschichte und Geschichtsbewusstsein. In Anpassung an bzw. in Auseinandersetzung mit seiner natürlichen und sozialen Umwelt formt sich das Individuum und gelangt zu seiner Stellung in der menschlichen Gesellschaft.


https://de.wikipedia.org/wiki/Mensch#De ... _Lebewesen
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Mo 9. Okt 2017, 18:28

Selina hat geschrieben:(09 Oct 2017, 17:49)

Selbstverständlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Körper und Geist und ebenso auch einen Zusammenhang zwischen biologischen und sozialen Aspekten des Menschwerdens und des Menschseins. Das ist so eine allgemeingültige und selbstverständliche Erkenntnis, dass man nur den Kopf schütteln kann, mit welchen Fan­tas­te­reien sich Biologisten befassen.

Zitat

Der Mensch als soziales Lebewesen

Mit der aristotelischen Charakterisierung des Menschen als Zoon politikon, als ein Lebewesen also, das von seiner Natur her auf ein soziales und politisches Miteinander bezogen und angewiesen ist, liegt eine bis heute gültige Haupteinordnung vor. So ist das neugeborene Menschenkind in besonderer Intensität und Dauer auf die umfassende Fürsorge seiner Sozialpartner angewiesen, um leben und sich entwickeln zu können. Nur in menschlicher Gemeinschaft kann es die Lernanreize erhalten und verarbeiten, die es zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben befähigen. Mit dem Spracherwerb verbindet sich das Hineinwachsen in eine bestimmte Ausprägung menschlicher Kultur, die aus den Traditionen des jeweiligen Sozialverbands hervorgegangen ist. Indem das Bewusstsein so gearteter gesellschaftsspezifischer Traditionen in der Generationenfolge mündlich und schriftlich weitergegeben werden kann, entstehen Geschichte und Geschichtsbewusstsein. In Anpassung an bzw. in Auseinandersetzung mit seiner natürlichen und sozialen Umwelt formt sich das Individuum und gelangt zu seiner Stellung in der menschlichen Gesellschaft.


https://de.wikipedia.org/wiki/Mensch#De ... _Lebewesen

Du kapierst es immer noch nicht!
Der Mensch ist ein Rudeltier und Rudeltiere haben evolutionär ein gruppenbezogenes Sozialverhalten entwickelt ==> Selektionsdruck ==> evolutionärer Überlebensvorteil. Das ist Biologie!
Biologie ist nicht nur für unsere Anatomie verantwortlich, sondern für sämtliche unserer Lebensäußerungen, für unser Verhalten, unser Denken unsere Sprache/Sprachfähigkeit.
Ohne die biologischen Voraussetzungen/Anlagen kann Mensch nichts entwickeln und entwickelt auch nichts - kein Sozialverhalten, keine Sprache, keine Kultur, keine Traditionen, kein soziales Lernen, kein gesellschaftliches Leben - gaar nichts.
Das ist kein Biologismus und noch weniger Phantasie.
Phantasie hingegen ist es, dass Mensch sein Sozialverhalten aus dem Nichts entwickelt hätte, ohne dass die biologischen Voraussetzungen/Anlagen dafür vorhanden gewesen wären bzw sind. Phantasie ist es anzunehmen Mensch wäre von der Evolution entkoppelt oder könnte sich von der Evolution entkoppeln - das Gegenteil ist der Fall "die Evolution"/"die Biologie" hat den Menschen zu dem gemacht was er ist.
Nicht die "soziale Umwelt" formt den Menschen (das Individuum), sondern der Mensch (das Individuum) formt seine soziale Umwelt - er passt sich nicht seiner sozialen Umwelt an, sondern er passt die soziale Umwelt seinen Bedürfnissen an.
Und das wiederum geschieht in/durch soziale Interaktion und durch Schaffung intersubjektiven Konsens.
Voraussetzung dafür ist immer die Biologie!
Ohne Körper, ohne das große, komplexe Gehirn ==> Biologie - gibt es keinen "Geist"!
Deine so genannten "sozialen Aspekte" sind Teil menschlicher Biologie, sind Ergebnis evolutionärer Entwicklung. Die existieren nicht unabhängig von der Biologie und noch viel weniger außerhalb der Biologie.
Es gibt keine "sozialen Aspekte" des Menschwerdens - es gibt nur die biologische Evolution, innerhalb derer sich irgendwann vor mehr als 5 Mio Jahren der Vorfahr des modernen Menschen vom gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffe abspaltete und sich beide getrennt entwickelten.
Nochmal: der Mensch hat seine soziale Umwelt (selbst) geschaffen und nicht umgekehrt.

Wo sollen denn die "sozialen Aspekte" herkommen und wie soll(t)en die zur Menschwerdung beitragen können, wenn sie nicht in der Biologie begründet liegen?
Wer hat denn die "sozialen Apekte" geschaffen, die angeblich zur Menschwerdung und zum Menschsein beigetragen haben?
Kannst du das erklären?

Und NEIN, es handelt sich NICHT um eine "allgemeingültige und selbstverständliche Erkenntnis", dass es "soziale Aspekte" außerhalb der Biologie gäbe!
Der Mensch nimmt keine Sonderstellung ein, er steht nicht außerhalb der biologischen Systematik.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » Mo 9. Okt 2017, 19:03

Deine Argumentation ist Spiegelfechterei. Weil du gegen irgendwelche, aus der Luft gegriffene Behauptungen argumentierst, die gar nicht von mir stammen. Ich hab überhaupt nicht gesagt, dass die soziale Seite unabhängig von der biologischen Seite existiert. Das ist deine falsche Interpretation. Machst du aber ständig. Du drehst einem die Worte im Munde herum, um irgendeine vermeintliche These zerlegen zu können. Ich sagte: Beide Seiten (die biologische und soziale) gehören zur selben Medaille (Mensch). Ich hab auch nie was gesagt, was in die Richtung "das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt" gehen würde. Ich bestreite die Existenz von biologischen Unterschieden zwischen Mann und Frau auch überhaupt nicht. Ich sage nur, und das seit Stunden, dass das biologische Wesen des Menschen nicht vom sozialen getrennt werden kann. Denk einfach mal darüber nach. Und wenn du absolut nicht damit leben kannst, dann lass es einfach so stehen. Tut nicht weh. Sind unterschiedliche Positionen, nicht mehr und nicht weniger. Schönen Abend noch :)
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Mo 9. Okt 2017, 20:30

Selina hat geschrieben:(09 Oct 2017, 20:03)

Deine Argumentation ist Spiegelfechterei. Weil du gegen irgendwelche, aus der Luft gegriffene Behauptungen argumentierst, die gar nicht von mir stammen. Ich hab überhaupt nicht gesagt, dass die soziale Seite unabhängig von der biologischen Seite existiert. Das ist deine falsche Interpretation. Machst du aber ständig. Du drehst einem die Worte im Munde herum, um irgendeine vermeintliche These zerlegen zu können. Ich sagte: Beide Seiten (die biologische und soziale) gehören zur selben Medaille (Mensch). Ich hab auch nie was gesagt, was in die Richtung "das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt" gehen würde. Ich bestreite die Existenz von biologischen Unterschieden zwischen Mann und Frau auch überhaupt nicht. Ich sage nur, und das seit Stunden, dass das biologische Wesen des Menschen nicht vom sozialen getrennt werden kann. Denk einfach mal darüber nach. Und wenn du absolut nicht damit leben kannst, dann lass es einfach so stehen. Tut nicht weh. Sind unterschiedliche Positionen, nicht mehr und nicht weniger. Schönen Abend noch :)


Meine Argumentstion ist a) keine Spiegelfechterei und b) sind meine Behauptungen jederzeit anhand aktueller naturwissenschaftlicher Fachliteratur bzw Aussagen von Naturwissenschaftlern nachprüfbar.
Aussagen, die DU nicht zur Kenntnis nehmen willst und als "neuräääächts" oder "Biologismus" abschmetterst, weil sie mit deinem Weltbild unvereinbar sind. Dabei merkst du nicht einmal welch faltalem Fehlschluss du unterliegst.

"Dass aus naturgegebenen Unterschieden (dem „Sein“) aber nicht auf ein „Sollen“ für die Frau geschlossen werden kann – etwa im Sinne einer Rollenverteilung –, ist eigentlich bekannt. Man spricht hier vom naturalistischen Fehlschluss:
Eine solche Legitimierung moralischer Normen durch biologische Einsichten ist aber nicht zulässig und außerdem keineswegs eine logische Konsequenz einer biologischen Betrachtung.“ Prof. Doris Bischof-Köhler 2009


Das ist der eigentliche Kernsatz! Aber genau DAS tun Genderfeministinnen - sie meinen aus biologischen Einsichten seien moralische Normen abgeleitet worden, woraus sie eine immerwährende Unterdrückung der Frau konstruieren.
Und wenn sich halt nichts anderes finden lässt, dann muss der Gender-Pay-Gap her.
Aus der Tatsache, dass Männer und Frauen - biologisch bedingt - im Mittel unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen haben, die in unterschiedlicher Berufswahl resultiert. Unterschiedliche Berufe, die auch noch unterschiedlich bezahlt werden, werden dann zur ultimativen Benachteiligung der Frau stilisiert, der man unbedingt entgegen wirken muss und sein es durch Entmündigung der Frau und deren Bevormundung ==> Quotenregelung, herbei phantasierter Gender-Pay-Gap.

Der Sache liegt jedoch noch ein ganz anderes Problem zugrunde - die Betonung von "sozial/gesellschaftlich konstuierten Rollenstereotypen". Für eine soziale/gesellschaftliche Konstruktion fehlt allerdings jeglicher Beweis/Beleg in der Realität, Naturwissenschaften können Erklärungen für geschlechtsspezifische Verhaltensunterschieden liefern.
Der Einsicht, dass Mensch - wie jedes andere Tier - ein biologisches Wesen ist und sonst gar nichts, dass ausnahmslos alle seine Verhaltensweisen biologisch bedingt sind, steht eine anthropozentrische Sichtweise im Wege. Der Mensch muss etwas ganz besonderes sein und weil er etwas ganz besonderes sein muss, muss es auch noch etwas anderes geben als Biologie.
Was bei keinem (anderen) Tier in Zweifel gezogen wird, nämlich dass es seiner biologischen Bedingtheit, seiner biologischen Veranlagung folgt, darf für den Menschen nicht gelten, schließlich ist er "die Krone der Schöpfung" steht über allen anderen, kann, darf nicht als vorläufiges End"produkt" der Evolution betrachtet werden. Mensch muss irgendwie außerhalb der Evolution stehen, er muss über dier Biologie stehen, es muss "mehr" geben, als nur Biologie.
Der Mensch ist aber nichts besonderes - er ist zufällig entstanden, besetzt(e) eine freie ökologische Nische, hat zufällig ein großes komplexes Gehirn entwickelt, das ihn zur Selbstreflektion befähigt und dazu Fragen zu stellen und Erklärungen zu finden.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » Di 10. Okt 2017, 07:42

Weil Dark Angel mir ja so oft vorwirft, ich würde ihre Erörterungen über Geschlechterfragen für neurechtes Gerede halten, dann sollte man mal einen Blick in das Programm der rechtspopulistischen AfD werfen. Man vergleiche die Vorstellungen und Ziele dieser Partei mit dem, was Angel hier ständig schreibt. Und nein, das ist nicht OT, weil alle diese Fragen bereits hier in diesem Thread besprochen worden sind und das Untenstehende, so weh das vielleicht einigen auch tut, zu diesem Komplex unbedingt dazu gehört.

Ich zitiere aus dem Wahlprogramm der AfD:

Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen. Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie internationaler Ebene ab, diese Ideologie durch Instrumente wie Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propagandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlechterneutrale Sprache“ umzusetzen. Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes „Familie“ in Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen.

Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen. Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der „Gender-Ideologie“ verpflichteten „Gleichstellungsbeauftragten“ an den Universitäten sind abzuschaffen.


https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... assung.pdf

Ähnlichkeiten erkannt? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt :D
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Di 10. Okt 2017, 08:00

Dark Angel hat geschrieben:(09 Oct 2017, 15:17)

Was sollte an dem Ausdruck "genetisch festgelegt" ein Widerspruch sein?
Schon mal was von Mutationen/Spontanmutationen, von Master- bzw Steuergenen, die bestimmte Gene aktivieren bzw deaktivieren, dass Umwelteinflüsse sich auf die Funktionsweise dieser Master- bzw Steuergene auswirken?
Wer sagt denn dass sich genetische Determiniertheit/genetisch festgelegt jeweils auf ein einziges Gen bezieht?
Das ändert jedoch nichts daran, DASS genetische Determiniertheit existiert.
Oder verwechselst du (bzw die Autoren/Moderatoren deiner Sendungen) da einfach mal "genetisch determiniert/festgelegt" mit "genetisch beeinflusst" bzw "biologisch beeinflusst"?

Nach meinem aktuellen Verständnis sind Mutation echte Veränderungen der Gensequenz, zum Beispiel Austausch einzelner Basen. Während Epigenetik das "Ausschalten", "Einschalten", "Stumm schalten" vorhandener Gene bedeutet, ohne dass - wie bei Mutationen - die Gensequenz selbst direkt verändert wird. Insofern sind doch mit einer gegebenen Gensequenz noch nicht alle genetisch bedingten Merkmale "festgelegt". Völlig unabhängig von "biologisch beeinflussten" Merkmalen .... sehe ich das richtig?
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Di 10. Okt 2017, 08:29

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Oct 2017, 09:00)

Nach meinem aktuellen Verständnis sind Mutation echte Veränderungen der Gensequenz, zum Beispiel Austausch einzelner Basen. Während Epigenetik das "Ausschalten", "Einschalten", "Stumm schalten" vorhandener Gene bedeutet, ohne dass - wie bei Mutationen - die Gensequenz selbst direkt verändert wird. Insofern sind doch mit einer gegebenen Gensequenz noch nicht alle genetisch bedingten Merkmale "festgelegt". Völlig unabhängig von "biologisch beeinflussten" Merkmalen .... sehe ich das richtig?

Es gibt verschiedene Arten von Mutationstypen, die sich unterschiedlich auf das Genom auswirken:

"Es gibt 3 Typen von Mutationen:
Genommutationen: Veränderung der Chromosomenzahl
Chromosomenmutationen: Strukturmutationen = Veränderung des Chromosomenbaus
Genmutationen: Mutation im Gen selbst = Punktmutationen [...]

Mutationen wichtig für Evolution:
Nachteile der Neumutationen: Letalität

Vorteile der Neumutationen: Evolution
Es herrscht ein labiles Gleichgewicht zwischen der Anzahl der Neumutationen und der Elimination durch Letalfaktoren.

Da nur ca. eine Promille der Neumutationen nicht schädlich sind, darf es nicht zu viele Neumutationen geben, da sonst durch Letalfaktoren die Gefahr besteht, dass die Spezies ausstirbt.
Trotzdem braucht es Neumutationen, da sonst keine evolutive Weiterentwicklung möglich ist. Weiter könnte sich eine Spezies auch nicht an ändernde Umweltbedingungen (z. B. eine Eiszeit) anpassen. Auch das würde im Laufe der Zeit zum Aussterben der Spezies führen, das sich die Umweltbedingungen laufend ändern.

Das ergibt ein lebenswichtiges Spannungsfeld!

http://www.biologie-online.eu/genetik/mutation.php


Einfach mal durchlesen!

"Der Begriff Epigenetik umschreibt Mechanismen und Konsequenzen vererbbarer Chromosomen-Modifikationen, die nicht auf Veränderungen der DNA-Sequenz beruhen. Die wesentlichen epigenetischen Modifikationen sind nachträgliche Modifikationen bestimmter DNA-Basen (DNA-Methylierung), die Veränderungen des Chromatins (Histon-Modifikationen) und RNAi vermittelte Mechanismen.
Epigenetische Modifikationen spielen in Pflanzen, im Tier und im Mensch eine essentielle Rolle für die Steuerung von Entwicklungsprozessen. Genome mehrzelliger Organismen sind mit zellspezifischen, entwicklungs-gesteuerten, epigenetischen Kodierungen „überzogen“. Diese epigenetischen Kodierungen strukturieren die Chromsomen, sie steuern die Genaktivität auf zell- und gewebespezifischer Ebene und sorgen in weiten Teilen des Genoms dafür, daß große Genomabschnitte stumm geschaltet bleiben."
http://epigenetics.uni-saarland.de/de/home/


Auch durchlesen!
Unterschied Mutation Modifikation des Genoms!

Offensichtlich hast du das nicht richtig verstanden - ist auch recht schwierig und sehr komplex. Da ist man als Laie sehr schnell überfordert!

Im Genom sind alle biologisch determinierten Merkmale festgelegt und zwar wirklich alle, die evolutionär entstanden sind. ==> Genotyp
Epigenetik hingegen betrifft den Phänotyp.

In der Epigenetik spielen Modifikationen bestimmter Gengruppen eine Rolle, welche durch Umwelteinflüsse hervorgerufen/verursacht werden. Also nicht unabhängig von biologisch beeinflussten Merkmale, Epigenetik beschäftigt sich gerade mit biologisch beeinflussten Merkmalen.
Genetik/Epigenetik sind Teilgebiete der Biologie und was Teilgebiet der Biologie ist kann gar nicht "unabhängig" von der Biologie existieren oder "passieren".
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon pikant » Di 10. Okt 2017, 08:32

Dark Angel hat geschrieben:(10 Oct 2017, 09:29)




Offensichtlich hast du das nicht richtig verstanden - ist auch recht schwierig und sehr komplex. Da ist man als Laie sehr schnell überfordert!


gut dass wir hier einen Fachmann oder Frau haben, die dem Laien das alles erklaert, weil dieser ueberfordert ist :thumbup:
super Service
Danke!
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon pikant » Di 10. Okt 2017, 08:42

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2017, 08:42)

Weil Dark Angel mir ja so oft vorwirft, ich würde ihre Erörterungen über Geschlechterfragen für neurechtes Gerede halten, dann sollte man mal einen Blick in das Programm der rechtspopulistischen AfD werfen. Man vergleiche die Vorstellungen und Ziele dieser Partei mit dem, was Angel hier ständig schreibt. Und nein, das ist nicht OT, weil alle diese Fragen bereits hier in diesem Thread besprochen worden sind und das Untenstehende, so weh das vielleicht einigen auch tut, zu diesem Komplex unbedingt dazu gehört.

Ich zitiere aus dem Wahlprogramm der AfD:

Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen. Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie internationaler Ebene ab, diese Ideologie durch Instrumente wie Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propagandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlechterneutrale Sprache“ umzusetzen. Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes „Familie“ in Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen.

Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen. Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der „Gender-Ideologie“ verpflichteten „Gleichstellungsbeauftragten“ an den Universitäten sind abzuschaffen.


https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... assung.pdf

Ähnlichkeiten erkannt? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt :D


wer will dies denn?
der Bundestag hat doch erst kuerzlich mit breiter Mehrheit das Gegenteil beschlossen, indem man alle Formen der Ehe gleich behandelt und ja auch die klassische Familie als Lebensmodell nicht ablehnt.

Widerspruch zum Grundgesetz?
Ist eine Meinung neben vielen anderen und fuer sowas festzustellen bedarf es einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und bisher ist da noch nichts eingegangen, wohl weil die Erfolgsaussichten sehr, sehr gering sind :D

sagt Pikant als Laie , denn Richter bin ich ja nicht ;)
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Di 10. Okt 2017, 08:49

@D.A. Dann nenne ich aus dem Gedächntis heraus einmal kurz das, was ich in entsprechenden beiträgen zusammenfassend hörte/las: Dass das junge Forschungsgebiet der Epigenetik zeigt, dass Menschen - im Unterschied zu bisherigen Auffassungen - eben nicht "Marionetten ihrer Gene" sind. Und dass - ebenfalls im Unterschied zu früheren Auffassungen - erworbene Eigenschaften eben doch vererbbar sind. Dass insbesondere die Folgen erlittener Traumata auf die nächsten Generationen vererbbar sind.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Di 10. Okt 2017, 08:59

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2017, 08:42)

Weil Dark Angel mir ja so oft vorwirft, ich würde ihre Erörterungen über Geschlechterfragen für neurechtes Gerede halten, dann sollte man mal einen Blick in das Programm der rechtspopulistischen AfD werfen. Man vergleiche die Vorstellungen und Ziele dieser Partei mit dem, was Angel hier ständig schreibt. Und nein, das ist nicht OT, weil alle diese Fragen bereits hier in diesem Thread besprochen worden sind und das Untenstehende, so weh das vielleicht einigen auch tut, zu diesem Komplex unbedingt dazu gehört.

Ich zitiere aus dem Wahlprogramm der AfD:

Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage. Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen. Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie internationaler Ebene ab, diese Ideologie durch Instrumente wie Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propagandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlechterneutrale Sprache“ umzusetzen. Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes „Familie“ in Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen.

Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen. Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der „Gender-Ideologie“ verpflichteten „Gleichstellungsbeauftragten“ an den Universitäten sind abzuschaffen.


https://www.afd.de/wp-content/uploads/s ... assung.pdf

Ähnlichkeiten erkannt? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt :D


Nein - ich erkenne keine Ähnlichkeiten. Ich kann nämlich selber denken und lasse nicht für mich denken, wie gewisse andere Leute"
Siehe http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=41&t=61178 - Der Titel des Threads lautet:
Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie? und wurde am 29. Juni 2016 gestartet. Da gab es das AfD-Programm noch gar nicht!

Ich brauche auch keine AfD, um zu erkennen ob Gender Studies/Gender Mainstream Wissenschaft oder Ideologie ist.
Da Gender- - so genannte Geschlechterforschung - grundsätzlich naturwissenschaftliche Erkenntnisse leugnet, keine Kritik an der Arbeitsweise zulässt, sich nicht mit kritischen Argumenten auseinander setzt, sondern mit der Person des Kritikers, handelt es sich dabei nicht um Wissenschaft, sondern um Ideologie.
Die so genannten Gender"forscher" sind - bis auf wenige Ausnahmen - Geisteswissenschaftler oder haben "Gender Studies" studiert und somit keinerlei Bezug zu Naturwissenschaften, ihnen fehlt die entsprechende Ausbildung und das Wissen. Sie verweigern sich dem Dialog mit den Naturwissenschaften, diffamieren deren Erkenntnisse als "Biologismus", sprechen gar der modernen Verhaltensbiologie und Evolutionären Psychologie die Existenzberechtigung ab, negieren und leugnen deren Erkenntnisse, bezeichnen diese als "veraltet und widerlegt", obwohl sie selbst keinerlei Argumente zu zur Widerlegung vorweisen können - sie behaupten einfach.
Die so genannten Forschungsergebnisse der Gender"forscher" sind nicht nachvollziehbar, nicht an und in der Realität überprüfbar, sondern im Gegenteil sie werden regelmäßig von der Realität widerlegt.
Gender"forscher" wie eine Prof. Franziska Schössler versteigen sich sogar zu der Aussage:
"Naturwissenschaft ist eine Konstruktion", "Naturwissenschaft reproduzieren herrschende Normen" und „Der Objektivitätsanspruch der Wissenschaft ist ein verdeckter männlicher Habitus.“

Damit spricht sie den Naturwissenschaften - insbeondere der Biologie, mit all ihren Fach- und Teilbereichen - jede Existenzberechtigung ab und leugnet bzw negiert deren Erkenntnisse.

Wer sich derart verhält, ist kein Wissenschaftler, der ist Ideologe und bestrebt, seine Ideologie möglichst ungestört zu verbreiten.

"Störe meine Kreise nicht!" - dieser Ausspruch wird Archimedes zugeschrieben, als er darüber informiert wurde, dass seine Heimatstadt Sysrakus von Römern angegriffen wurde.
Dieser Spruch passt aber haargenau auf Feministinnen/Genderfeministinnen, die sich durch die Erkenntnisse der Naturwissenschaften (Biologie) in ihren Kreisen gestört fühlen, weil ihre Aussagen schlicht an der Realität scheitern.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Di 10. Okt 2017, 09:11

pikant hat geschrieben:(10 Oct 2017, 09:42)

wer will dies denn?
der Bundestag hat doch erst kuerzlich mit breiter Mehrheit das Gegenteil beschlossen, indem man alle Formen der Ehe gleich behandelt und ja auch die klassische Familie als Lebensmodell nicht ablehnt.

Widerspruch zum Grundgesetz?
Ist eine Meinung neben vielen anderen und fuer sowas festzustellen bedarf es einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und bisher ist da noch nichts eingegangen, wohl weil die Erfolgsaussichten sehr, sehr gering sind :D

sagt Pikant als Laie , denn Richter bin ich ja nicht ;)

Und was - bitte sehr - hat das mit dem Thema zu tun?
Was hat das mit biologisch bedingten angeborenen Verhaltensunterschieden zwischen Mann und Frau zu tun?
Kannst du das mal erklären?
Was hat das mit Gender-Pay-Gap zu tun, der angeblich eine Benachteiligung der Frau(en) aufzeigt, weil die aufgrund ihrer (im Mittel) angeborenen biologisch bedingten geschlechtsspezifischen Verhaltensmuster, Karrierebrüche zugunsten Kinder und Familie hinnehmen und sich eher für Erziehungs-, Pflege- und Gesundheitsberufe entscheiden, statt für Vorstandsposten und MINT-Fächer?
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Di 10. Okt 2017, 09:21

Dark Angel hat geschrieben:(10 Oct 2017, 10:11)

Und was - bitte sehr - hat das mit dem Thema zu tun?
Was hat das mit biologisch bedingten angeborenen Verhaltensunterschieden zwischen Mann und Frau zu tun?
Kannst du das mal erklären?
Was hat das mit Gender-Pay-Gap zu tun, der angeblich eine Benachteiligung der Frau(en) aufzeigt, weil die aufgrund ihrer (im Mittel) angeborenen biologisch bedingten geschlechtsspezifischen Verhaltensmuster, Karrierebrüche zugunsten Kinder und Familie hinnehmen und sich eher für Erziehungs-, Pflege- und Gesundheitsberufe entscheiden, statt für Vorstandsposten und MINT-Fächer?

Nichts. Aber die Diskussion war schon vorher in diese Vererbungsgeschichten abgeglitten.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Di 10. Okt 2017, 09:36

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Oct 2017, 10:21)

Nichts. Aber die Diskussion war schon vorher in diese Vererbungsgeschichten abgeglitten.

Nein - die Vererbungsgeschichte hast DU ins Spiel gebracht!
Es besteht nämlich immer noch ein Unterschied zwischen "biologisch determiniert" = genetisch, vererbt und "biologisch bedingt" und letzteres hat eben nix mit Genen und Vererbung zu tun sondern mit Hormonen, die in allen pränatalen Entwicklungsphasen wirksam sind und Steuerfunktion übernehmen, die Anpassung an Umweltbedingungen bewirken. Anpassung an Umweltbedingungen hat etwas mit Evolution ==> evolutionärem Überlebensvorteil zu tun. Bestimmte Verhaltensweisen, die sich als evolutionärer Überlebensvorteil erweisen sind Anpassungsleistungen.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon pikant » Di 10. Okt 2017, 09:43

Dark Angel hat geschrieben:(10 Oct 2017, 10:11)

Und was - bitte sehr - hat das mit dem Thema zu tun?
Was hat das mit biologisch bedingten angeborenen Verhaltensunterschieden zwischen Mann und Frau zu tun?
Kannst du das mal erklären?
Was hat das mit Gender-Pay-Gap zu tun, der angeblich eine Benachteiligung der Frau(en) aufzeigt, weil die aufgrund ihrer (im Mittel) angeborenen biologisch bedingten geschlechtsspezifischen Verhaltensmuster, Karrierebrüche zugunsten Kinder und Familie hinnehmen und sich eher für Erziehungs-, Pflege- und Gesundheitsberufe entscheiden, statt für Vorstandsposten und MINT-Fächer?


Wernn Sie das Posting als Profi, von einem Laien geschrieben nicht verstehen oder fuer zu flach halten, einfach nicht darauf antworten
Danke!
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Selina
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » Di 10. Okt 2017, 11:30

Dark Angel hat geschrieben:(10 Oct 2017, 09:59)

Nein - ich erkenne keine Ähnlichkeiten. Ich kann nämlich selber denken und lasse nicht für mich denken, wie gewisse andere Leute"
Siehe http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=41&t=61178 - Der Titel des Threads lautet:
Gender Studies Wissenschaft oder Ideologie? und wurde am 29. Juni 2016 gestartet. Da gab es das AfD-Programm noch gar nicht!

Ich brauche auch keine AfD, um zu erkennen ob Gender Studies/Gender Mainstream Wissenschaft oder Ideologie ist.
Da Gender- - so genannte Geschlechterforschung - grundsätzlich naturwissenschaftliche Erkenntnisse leugnet, keine Kritik an der Arbeitsweise zulässt, sich nicht mit kritischen Argumenten auseinander setzt, sondern mit der Person des Kritikers, handelt es sich dabei nicht um Wissenschaft, sondern um Ideologie.
Die so genannten Gender"forscher" sind - bis auf wenige Ausnahmen - Geisteswissenschaftler oder haben "Gender Studies" studiert und somit keinerlei Bezug zu Naturwissenschaften, ihnen fehlt die entsprechende Ausbildung und das Wissen. Sie verweigern sich dem Dialog mit den Naturwissenschaften, diffamieren deren Erkenntnisse als "Biologismus", sprechen gar der modernen Verhaltensbiologie und Evolutionären Psychologie die Existenzberechtigung ab, negieren und leugnen deren Erkenntnisse, bezeichnen diese als "veraltet und widerlegt", obwohl sie selbst keinerlei Argumente zu zur Widerlegung vorweisen können - sie behaupten einfach.
Die so genannten Forschungsergebnisse der Gender"forscher" sind nicht nachvollziehbar, nicht an und in der Realität überprüfbar, sondern im Gegenteil sie werden regelmäßig von der Realität widerlegt.
Gender"forscher" wie eine Prof. Franziska Schössler versteigen sich sogar zu der Aussage:
"Naturwissenschaft ist eine Konstruktion", "Naturwissenschaft reproduzieren herrschende Normen" und „Der Objektivitätsanspruch der Wissenschaft ist ein verdeckter männlicher Habitus.“

Damit spricht sie den Naturwissenschaften - insbeondere der Biologie, mit all ihren Fach- und Teilbereichen - jede Existenzberechtigung ab und leugnet bzw negiert deren Erkenntnisse.

Wer sich derart verhält, ist kein Wissenschaftler, der ist Ideologe und bestrebt, seine Ideologie möglichst ungestört zu verbreiten.

"Störe meine Kreise nicht!" - dieser Ausspruch wird Archimedes zugeschrieben, als er darüber informiert wurde, dass seine Heimatstadt Sysrakus von Römern angegriffen wurde.
Dieser Spruch passt aber haargenau auf Feministinnen/Genderfeministinnen, die sich durch die Erkenntnisse der Naturwissenschaften (Biologie) in ihren Kreisen gestört fühlen, weil ihre Aussagen schlicht an der Realität scheitern.


Naja, an deiner Stelle würde ich mir schon Gedanken machen, wenn die von dir ständig wiederholten Äußerungen zu Genderfragen so dermaßen (zum Teil fast wörtlich) übereinstimmen mit der Ideologie einer rechtspopulistischen Partei. Ob du das nun schon vor der Veröffentlichung des Partei-Programmes oder erst danach gesagt hast, spielt dabei nun wirklich keine Rolle. Und nur mal nebenbei: In mir triffst du auch nicht auf irgendeine Hardcore-Feministin, die vom Geschlecht als "soziales Konstrukt" spricht oder gar von "sozialem Geschlecht". All das habe ich nie behauptet. Hat mit meiner Denkweise auch nichts zu tun. Zumal mich diese genetischen Fragen sehr interessieren, mindestens genauso sehr wie die sozialen. Ich gehöre bei der Genderproblematik auch zu keinem Flügel oder Fraktion oder Ideologie oder was auch immer. Das einzige, was ich kritisiere, ist deine rein biologische Betrachtungsweise, die das Soziale völlig außer acht lässt. Dahinter steckt natürlich eine Absicht. Schon klar. Denn wer die entsprechenden Verhältnisse, in denen Frauen zum Beispiel in Beruf und Familie agieren, mit betrachtet, der kommt früher oder später immer auch auf Dinge, die es zu verbessern gilt. Da aber die Neurechten Veränderungen in wesentlichen gesellschaftlichen Fragen meiden wie der Teufel das Weihwasser, müssen sie eben so antiemanzipatorisch daherreden, wie sie es tun. Da wurde in Deutschland schon vieles erreicht und dieses enge Vater-Mutter-Kind-Familien-Bild der Neurechten bedeutet nun mal einen Rückschritt. Warum? Weil es die gesamte Vielfalt in der Gesellschaft nicht abbildet und damit andere Lebensformen ausgrenzt. Und mal ganz nebenbei: Wer sich ständig so abwertend und beleidigend über andere wissenschaftlich arbeitende Kollegen äußert, nur weil man mit deren Fachgebieten nichts anfangen kann, der zeigt nur, wie eng die eigene Sicht ist. Große Forscher und Wissenschaftler der Vergangenheit zeichneten sich gerade dadurch aus, dass sie sich sehr interessiert mit den "Nachbarwissenschaften" befassten und ihnen Respekt zollten, statt sie permanent zu diffamieren. Letzteres Verhalten ist weit entfernt von jeglichem Wissenschafts-Ethos.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Di 10. Okt 2017, 13:31

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2017, 12:30)

Naja, an deiner Stelle würde ich mir schon Gedanken machen, wenn die von dir ständig wiederholten Äußerungen zu Genderfragen so dermaßen (zum Teil fast wörtlich) übereinstimmen mit der Ideologie einer rechtspopulistischen Partei. Ob du das nun schon vor der Partei-Gründung oder erst danach gesagt hast, spielt dabei nun wirklich keine Rolle.

Warum sollte ich mir Gedanken machen?
Wie gesagt, ich kann selber denken, das brauche ich weder eine AfD noch sonstwen dazu. Ich habe mich mit der Problematik Gender eingehend beschäftigt bevor ich den verlinkten Thread eröffnet habe und bin ganz unabhängig von irgendwelchen Parteien und/oder politischen Vereinigungen zu dem Ergebnis gekommen, dass Feminismus/Gender Studies gar nichts mit Wissenschaft zu tun hat. Außerdem wurde ich auch beruflich mit Forderungen von Genderforschern konfrontiert, doch bitte die "Rolle der Frau in der Gesellschaft" mehr in den Vordergrund zu stellen - unabhängig jeglicher Beleglage, Stichwort Matriarchat - nach dem Motto "wir haben zwar keine Belege, aber es könnte doch immerhin sein".

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2017, 12:30)Und nur mal nebenbei: In mir triffst du auch nicht auf irgendeine Hardcore-Feministin, die vom Geschlecht als "soziales Konstrukt" spricht oder gar von "sozialem Geschlecht". All das habe ich nie behauptet. Hat mit meiner Denkweise auch nichts zu tun. Zumal mich diese genetischen Fragen sehr interessieren, mindestens genauso sehr wie die sozialen. Ich gehöre bei der Genderproblematik auch zu keinem Flügel oder Fraktion oder Ideologie oder was auch immer. Das einzige, was ich kritisiere, ist deine rein biologische Betrachtungsweise, die das Soziale völlig außer acht lässt. Dahinter steckt natürlich eine Absicht. Schon klar. Denn wer die entsprechenden Verhältnisse, in denen Frauen zum Beispiel in Beruf und Familie agieren, mit betrachtet, der kommt früher oder später immer auch auf Dinge, die es zu verbessern gilt.

Ich lasse gar nichts außer Acht. Aber so wenig man ein Haus bauen kann, ohne vorher ein Fundament zu bauen, das das Haus trägt und ihm Halt gibt, so wenig kann man menschliches Sozialverhalten - die sozialen Aspekte, wie du es nennst - ohne die Biologie betrachten. Die Biologie und damit die evolutionär erworbenen Anlagen bilden die Grundlagen - das Fundament - für das gesamte menschliche Sozialverhalten, welches natürlich aufgrund von Intelligenz, Selbstreflektion und der Fähigkeit zur Erlangung intersubjektiven Konsens, sehr viel komplexer ausfällt, als das beispielsweise bei unseren nächsten Verwandten der Fall ist.
Grundlegende Verhaltensmuster gleichen sich allerdings. Und es gibt bei anderen Primaten die gleichen bzw ähnliche Verhaltensunterschiede zwischen Männchen und Weibchen wie beim Menschen zwischen Mann und Frau. Und das legt nahe, dass diese Verhaltensunterschiede eben nicht anerzogen nicht rein sozial (gesellschaftlich) erkärbar sind.
Das bedeutet doch nicht, dass es keine gewisse Variationsbreite gäbe. Im Mittel jedoch unterscheidet sich das Verhalten von Männern und Frauen - was sich halt auch in unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessenlagen ausdrückt.
Das sind jedoch naturgegebene Unterschiede, die nicht moralisch bewertet werden dürfen, die nicht dazu führen dürfen, dass daraus irgendeine Möglichkeit zur Diskriminierung und/oder Benachteiligung abgeleitet werden dürfen.
Aber genau das wird getan und dagegen wende ich mich. Wenn Frauen Freude daran finden, sich um andere Menschen zu kümmern, mit anderen Menschen zu arbeiten und Berufe wählen, die diesen Interessen und Fähigkeiten am Nächsten kommen - dann ist das halt so. Es sind (sozial) wichtige und gesellschaftlich notwendige Berufe. Warum werden die - ohne Not - abgewertet, weil vorrangig von Frauen gewählt und ausgeführt werden?
Warum der Drang naturgebene Unterschiede um jeden Preis beseitigen zu wollen?

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2017, 12:30) Da aber die Neurechten Veränderungen in wesentlichen gesellschaftlichen Fragen meiden wie der Teufel das Weihwasser, müssen sie eben so antiemanzipatorisch daherreden, wie sie es tun. Da wurde in Deutschland schon vieles erreicht und dieses enge Vater-Mutter-Kind-Familien-Bild der Neurechten bedeutet nun mal einen Rückschritt. Warum? Weil es die gesamte Vielfalt in der Gesellschaft nicht abbildet und damit andere Lebensformen ausgrenzt.

Ohne deine Seitenhiebe - alles rääächts - geht es nicht gelle?
Nicht gerade ein Zeichen dafür, dass du stichhaltige Argumente hast.
Gesellschaftliche Veränderungen müssen von "innen", aus der Gesellschaft heraus, kommen. Die können nicht erzwungen werden. "Politik muss dies" und "Politik muss das" konterkariert das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, widerspricht in höchstem Maße dem Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen und mündet im Endeffekt in Bevormundung, Fremdbestimmung und Diktatur.
Wenn mehr Frauen in MINT-Fächern aktiv werden wollen, dann haben sie bereits die Möglichkeit das zu tun. Niemand verwehrt ihnen den Zugang zu diesen Fächern, aber niemand kann sie dazu zwingen, wenn sie (selbst) lieber Pädagogen, Lehrer, Kindererzieher, einen Pflegeberuf oder einfach Friseurin werden wollen. Wieso nimmt sich eine margninale Minderheit, das Recht heraus, Frauen vorschreiben zu wollen, was sie tun sollen, wie sie leben sollen?
Ich will niemandes Rechte beschneiden, aber ich will auch nicht, dass unter dem Deckmäntelchen der "Gleichstellung" Minderheiten gegenüber Mehrheiten bevorteilt werden. Die normale Famile (statistische Normalverteilung) besteht nunmal aus Vater-Mutter-Kind(ern) - immerhin 78% und daran ändern auch die (gerade mal) 7000 Patchwork-/Regenbogenfamilien nichts.
Ja es gibt sie, aber es sind Ausnahmen, Abweichungen vom Normalen.
Bei der normalen Familie handelt es sich absolut nicht um ein "enges" Familienbild, sondern um die Normalität, das am häufigsten auftretende Familienbild und zwar aus ganz natürlichen Gründen. Es sind nunmal nur Mann und Frau, die gemeinsam Kinder haben können und diese entsprechend gemeinsam aufziehen. Die 18% Alleinerziehenden sind nicht normal - i.S. auftretender Häufigkeit und die Patchwork-/Regenbogenfamilien sind die Ausnahme.
DAS ist die Realität und das wird sie auch bleiben - angesichts gerade mal 10% gleichgeschlechtlicher Präferenzen in der Gesamtbevölkerung.
Rechtlich gleichgestellte ASusnahmefälle haben nichts mit Vielfalt zu tun, sie sind und bleiben Ausnahmen.
Vielfalt bedeutet Auftreten mit einer inetwa gleichen Häufigkeit!

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2017, 12:30) Und mal ganz nebenbei: Wer sich ständig so abwertend und beleidigend über andere wissenschaftlich arbeitende Kollegen äußert, nur weil man mit deren Fachgebieten nichts anfangen kann, der zeigt nur, wie eng die eigene Sicht ist. Große Forscher und Wissenschaftler der Vergangenheit zeichneten sich gerade dadurch aus, dass sie sich sehr interessiert mit den "Nachbarwissenschaften" befassten und ihnen Respekt zollten, statt sie permanent zu diffamieren. Letzteres Verhalten ist weit entfernt von jeglichem Wissenschafts-Ethos.

Oh - ich werte Wissenchaftler anderer Fachgebiete nicht ab - sofern es sich tatsächlich um Wissenschaftler handelt.
Nur haben Gender Studies nichts mit Wissenschaft zu tun und sich die Gender"forscher" keine Wissenschaftler.
Auch ein Geisteswissenschaftler muss seine Theorien/Hypothesen nachvollziehbar formulieren - ohne innere Widersprüche und auch die müssen (in bestimmten Grenzen) überprüfbar sein.
Das ist allerdings bei den Gender"forschern" nicht der Fall.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Selina » Di 10. Okt 2017, 15:20

Dark Angel hat geschrieben:(10 Oct 2017, 14:31)

Oh - ich werte Wissenchaftler anderer Fachgebiete nicht ab - sofern es sich tatsächlich um Wissenschaftler handelt.
Nur haben Gender Studies nichts mit Wissenschaft zu tun und sich die Gender"forscher" keine Wissenschaftler.
Auch ein Geisteswissenschaftler muss seine Theorien/Hypothesen nachvollziehbar formulieren - ohne innere Widersprüche und auch die müssen (in bestimmten Grenzen) überprüfbar sein. Das ist allerdings bei den Gender"forschern" nicht der Fall.


In dieser Absolutheit ist das eben eine höchst zweifelhafte Behauptung. Die Gender Studies mögen relativ jung sein als vorwiegend interdisziplinär arbeitender Wissenschaftszweig, aber ihnen die wissenschaftliche Seriosität ganz abzusprechen, ist verfehlt und arrogant. Man sollte sich kritisch damit auseinandersetzen, ja, aber doch nicht mit Diffamierungen. Bei näherer Betrachtung dieser Gender Studies fällt natürlich schon auf, dass sie sich sehr vielen Angriffen ausgesetzt sehen und das meistens von rechts. Was mich dabei interessiert, ist die Motivation von rechts außen, die inhaltlichen Ansätze der Geschlechter-Studien ständig zu negieren, statt sich mit ihnen inhaltlich auseinanderzusetzen. Dass sie es tun, die Gender Studies zu kritisieren und abzulehnen, hab ich ja nun mehrfach lesen können. Jetzt fehlt nur noch das Warum, das Motiv. Dazu hätte ich schon selbst einige Ideen, aber am besten wäre es, fachlich bewanderte User (solche, die sich wirklich mit dem Zusammenhang/Widerstreit von Gender Studies und Rechtspopulismus auskennen) erklären es hier mal selbst. Vielleicht auch mal ein anderer als du, Dark Angel.

Dieses Gespräch mit einer Gender-Forscherin im Tagesspiegel ist als Hintergrund sehr zu empfehlen:

http://www.tagesspiegel.de/wissen/strei ... 91646.html
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon Dark Angel » Di 10. Okt 2017, 16:56

Selina hat geschrieben:(10 Oct 2017, 16:20)

In dieser Absolutheit ist das eben eine höchst zweifelhafte Behauptung. Die Gender Studies mögen relativ jung sein als vorwiegend interdisziplinär arbeitender Wissenschaftszweig, aber ihnen die wissenschaftliche Seriosität ganz abzusprechen, ist verfehlt und arrogant. Man sollte sich kritisch damit auseinandersetzen, ja, aber doch nicht mit Diffamierungen. Bei näherer Betrachtung dieser Gender Studies fällt natürlich schon auf, dass sie sich sehr vielen Angriffen ausgesetzt sehen und das meistens von rechts. Was mich dabei interessiert, ist die Motivation von rechts außen, die inhaltlichen Ansätze der Geschlechter-Studien ständig zu negieren, statt sich mit ihnen inhaltlich auseinanderzusetzen. Dass sie es tun, die Gender Studies zu kritisieren und abzulehnen, hab ich ja nun mehrfach lesen können. Jetzt fehlt nur noch das Warum, das Motiv. Dazu hätte ich schon selbst einige Ideen, aber am besten wäre es, fachlich bewanderte User (solche, die sich wirklich mit dem Zusammenhang/Widerstreit von Gender Studies und Rechtspopulismus auskennen) erklären es hier mal selbst. Vielleicht auch mal ein anderer als du, Dark Angel.

Dieses Gespräch mit einer Gender-Forscherin im Tagesspiegel ist als Hintergrund sehr zu empfehlen:

http://www.tagesspiegel.de/wissen/strei ... 91646.html

Hast du dich schon mal inhaltlich mit Gender Studies auseinander gesetzt?
Ich habe es getan! Und ich bin zu dem Schluss gekommen - es handelt sich nicht um Wissenschaft, sondern um Ideologie!
Die Genderideologie hat ihre Wurzeln im Marxismus, verwendet sogar die "Patriarchatsdefinition" die Friedrich Engels in seinem Werk "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats" verwendet und erweitert diesen sogar noch.
In Gender Studies wird nichts erforscht, da wird dekonstruiert, da bedient man sich der Methoden des Postkonstruktivismus, des Relativismus und der Diskursanalyse verwendet und sich der widerlegten Thesen des Behaviorismus bedient, derzufolge der Mensch als "unbeschriebenes Blatt" geboren wird.
Eine "Genderforscherin" Dr. Monika Setzwein versteigt sich zu er Behauptung:
"Die Rigidität und Ausschließlichkeit, mit der Menschen in Männer und Frauen aufgeteilt werden, geht also keineswegs auf naturgegebene Zwänge zurück, sondern die Zwei-Klassen-Gesellschaft ist ein soziales Ordnungsmuster, das in sozialen Praxen immer wieder neu hergestellt und bestätigt werden muss."
Naturwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Primatenforschung und der Säuglingsforschung werden als "unzulässig" abgelehnt.

Nennst du dergleichen Wissenschaft? Ich nicht - seriöse Wissenschaftler bedienen sich nicht, bereits widerlegten Thesen/Hypothesen als Beleg für ihre Aussagen.
Inhaltliche Kritik an der Arbeitsweise, der Methodik und den Thesen der Gender"forscher" kommt aus den Naturwissenschaften und sogar von von Gender"forschern" selbst.

Dein Mantra von der rääächtsmotivierten Kritik, die sich nicht mit Inhalten beschäftigt, kannst du getrost stecken lassen.
DU bist diejenige, die sich nicht mit den Argumenten der Kritiker auseinander setzt, DU bist diejenige die über keinerlei Gegenargumente verfügt, mit denen du die Argumente der Kritiker widerlegen könntest - DU sortierst gleich alles rääächts ein, du tabuisierst und weichst damit jeder inhaltlichen und sachlichen Diskussion aus.
Und damit gehst du sogar noch ein Stück weiter, als die Genderforscher selbst, die sich ebenfalls nicht inhaltlich mit der Kritik auseinander setzen, sondern mit der Person der Kritiker.

Du fragst nach dem Motiv der Kritik - nun seriöse Wissenschaftler - die wirklich wissenschaftlich arbeiten, sich wissenschaftlicher Methodik bedienen, formulieren ihre Hypothesen/Theorien nachvollziehbar, an der Realität überprüfbar, ohne innere Widersprüchen und falsifizierbar UND sie weichen keiner Kritik an ihren Hypothesen/Theorien aus, sie entziehen sich nicht der Scientific Community.
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Re: Gehalter Gender-gap

Beitragvon schokoschendrezki » Di 10. Okt 2017, 21:11

Dark Angel hat geschrieben:(10 Oct 2017, 17:56)

Hast du dich schon mal inhaltlich mit Gender Studies auseinander gesetzt?
Ich habe es getan! Und ich bin zu dem Schluss gekommen - es handelt sich nicht um Wissenschaft, sondern um Ideologie!

Es ist kaum vorstellbar, dass sich irgendjemand aus dem Bereich Physik tatsächlich im Stil eines Richtungskampfs mit Astrologie auseinandersetzt. Ich könnte wetten, dass sämtliche seriösen Physiker dieser Welt die Positionierung zur Astrologie eher als lockere und gleichzeitig doch irgendwie seriöse Herausforderung annehmen, originelle, polemische, witzige Gegenbeiträge in gutem Sprachstil zu formulieren. Und im Grunde genommen selbst die völlig offensichtliche Unwissenschaftlichkeit der Astrologie noch als Herausforderung zur Gegenpositionierung annehmen. Und sei es nur aus Spaß und Freude am Disput. Aber selbst aus dieser Auseinandersetzung ist ganz sicher noch wissenschaftlicher Gewinn zu ziehen. Ehrlich! Mal ganz locker formuliert: Die bestpassende Attitüde zur Gegenpositionierung in akademisch gutem Stil außerhalb des offiziellen Programms besteht darin, mit einem Glas guten Weins anzustoßen und sich selbst auf ungewöhnlichste Dialoge - und sei es selbst mit Genderfoschern - ( wohlgemerkt: ohne *Innen, mein eigener Schwiegersohn, männlich, war zeitweilig an einem Genderforschungsinstitut tätig :p ) einzulassen. Wissenschaftlich und ganz ernsthaft interessant ist die Frage, warum es gerade in Diskussionen um solche soziokulturellen Abgrenzungen regelmäßig so unkultiviert zugeht. Und natürlich zuerst, worin die eigentlichen psychologischen Ursachen solcher verkrampften Distanzierungsagressivität besteht.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

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