Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

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Dark Angel
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Aug 2016, 11:07

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 11:16)


Sorry, aber was haben Ausländer im Aufsichtsrat deutscher Unternehmen zu suchen, wenn es keine ausländischen Anteilseigner gibt?
Ausichtsräte setzen sich gem. § 96 AktG aus Vertretern der Anteilseigner und Vertretern der Arbeitnehmer zusammen.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 19. Aug 2016, 11:45

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 12:07)

Sorry, aber was haben Ausländer im Aufsichtsrat deutscher Unternehmen zu suchen, wenn es keine ausländischen Anteilseigner gibt?
Ausichtsräte setzen sich gem. § 96 AktG aus Vertretern der Anteilseigner und Vertretern der Arbeitnehmer zusammen.


Rischtig! und warum sollten darunter keine Ausländer sein?
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Keoma
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Keoma » Fr 19. Aug 2016, 11:46

epona hat geschrieben:(19 Aug 2016, 12:45)

Rischtig! und warum sollten darunter keine Ausländer sein?


Und warum sollten sie?
Ausländerquoten für Aufsichtsräte?
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Fr 19. Aug 2016, 12:11

Vertreter der Anteilseigner müssen nicht selbst welche sein.

Es geht um Expertise. Deutsche Unternehmen sind häufig im Ausland tätig, haben dort Kunden oder Produktionsstätten. Es wäre also mehr als sinnvoll, auch ausländische Aufsichtsräte mit Kenntnis der Verhältnisse und der landestypischen Eigenarten und auch Verbindungen vor Ort als Kontrolleur und Berater dabei zu haben.

Dass das nicht der Fall ist zeigt, dass es bei der Verteilung der Aufsichtsratssitze eben nicht nur darum geht, die objektiv Besten an Bord zu holen.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Fr 19. Aug 2016, 12:18

Keoma hat geschrieben:(19 Aug 2016, 12:46)

Und warum sollten sie?
Ausländerquoten für Aufsichtsräte?


Von Quoten ist m.W. nicht die Rede, aber etwas mehr Internationalität würde einem "Exportweltmeister" nicht nur gut stehen, es wird in einer globalisierten Welt unerlässlich sein.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Kael » Fr 19. Aug 2016, 13:13

Ausländerquote in Aufsichtsräten...
Hey, warum lösen wir Deutschland nicht gleich auf?
Ist ja egal das ich deutscher bin und der Grundboden unserer Kultur, der seit über 1000 Jahren besteht mit den Füßen getreten wird....
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Aug 2016, 13:17

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 13:11)

Vertreter der Anteilseigner müssen nicht selbst welche sein.

Also: Anteilseigner sind natürliche oder juristische Personen, welche Anteile der Aktien an einer Aktiengesellschaft hat oder Kapitaleinlagen (Investitionen) tätigt. Anteilseigner bei GmBh sind Mitgesellschafter.
Anteikseigner entsenden Vertreter in den Ausichtsrat und diese Vertreter werden von der Hauptversammlung gewählt. Die Hauptversammlung besteht aus dem Aufsichtsrat UND dem Vorstand. Das wiederum bedeutet Vertreter der Anteilseigner müssen selbst Anteilseigner sein, weil
zu den Aufgaben eines Aufsichtsrates Überwachung der Geschäftsführung, Prüfung von Jahresabschluss und Lagebericht und Bericht darüber in der Hauptversammlung gehören.
Anteilseigner wählen ihre Vertreter für den auf der Hauptversammlung und zwar aus den Reihen der Anteilseigner/Aktionäre/Investoren und das bedeutet Vertreter der Anteilseigner ist selbst Anteilseigner und nicht irgendwer.
Also nochmal meine Frage was haben Ausländer im Aufsichtsrat eines deutschen Unternehmens zu suchen, wenn es keine ausländischen Anteile am Unternehmen gibt

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 13:11)]Es geht um Expertise. Deutsche Unternehmen sind häufig im Ausland tätig, haben dort Kunden oder Produktionsstätten. Es wäre also mehr als sinnvoll, auch ausländische Aufsichtsräte mit Kenntnis der Verhältnisse und der landestypischen Eigenarten und auch Verbindungen vor Ort als Kontrolleur und Berater dabei zu haben.

Das mag ja sein, das bedeutet aber noch lange nicht, dass das Unternehmen auch Anteilseigner im Ausland hat.
Geschäftspartner, Kunden etc sind keine Anteilseigner und haben entsprechend weder Rechte noch Pflichten, das Unternehmen betreffend.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Fr 19. Aug 2016, 15:27

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 14:17)

Also: Anteilseigner sind natürliche oder juristische Personen, welche Anteile der Aktien an einer Aktiengesellschaft hat oder Kapitaleinlagen (Investitionen) tätigt. Anteilseigner bei GmBh sind Mitgesellschafter.

Danke dafür, von solchen Feinheiten habe ich genau wie neulich von den Bestimmungen des Mutterschutzes noch nie etwas gehört. ;) :p

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 14:17)
Anteikseigner entsenden Vertreter in den Ausichtsrat und diese Vertreter werden von der Hauptversammlung gewählt. Die Hauptversammlung besteht aus dem Aufsichtsrat UND dem Vorstand. Das wiederum bedeutet Vertreter der Anteilseigner müssen selbst Anteilseigner sein, weil
zu den Aufgaben eines Aufsichtsrates Überwachung der Geschäftsführung, Prüfung von Jahresabschluss und Lagebericht und Bericht darüber in der Hauptversammlung gehören.
Anteilseigner wählen ihre Vertreter für den auf der Hauptversammlung und zwar aus den Reihen der Anteilseigner/Aktionäre/Investoren und das bedeutet Vertreter der Anteilseigner ist selbst Anteilseigner und nicht irgendwer.



Du irrst.


Die Aufgaben des Aufsichtsrates und dass die Hauptversammlung von "der Verwaltung", also Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam einberufen wird, hast du zwar richtig verstanden - immerhin. Aber deine Schlussfolgerung aus § 96 ist falsch, du hättest noch ein bisschen weiter im Aktiengesetz blättern müssen.

http://www.finanzfrage.net/frage/muss-m ... zu-koennen

Und nun ernsthaft. ;) Schau mal hier:

§ 100
Persönliche Voraussetzungen für Aufsichtsratsmitglieder
...
(2) Mitglied des Aufsichtsrats kann nicht sein, wer
1. bereits in zehn Handelsgesellschaften, die gesetzlich einen Aufsichtsrat zu bilden haben, Aufsichtsratsmitglied ist,
2. gesetzlicher Vertreter eines von der Gesellschaft abhängigen Unternehmens ist,
3. gesetzlicher Vertreter einer anderen Kapitalgesellschaft ist, deren Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft angehört, oder
4. in den letzten zwei Jahren Vorstandsmitglied derselben börsennotierten Gesellschaft war, es sei denn, seine Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25 Prozent der Stimmrechte an der Gesellschaft halten.
....
https://dejure.org/gesetze/AktG/100.html


Da steht nichts von "nicht Anteilseigner der Gesellschaft ist. Wäre auch kaum praktikabel.

Du hast das wahrscheinlich mit dem Recht der Bestellung verwechselt:

§ 101
Bestellung der Aufsichtsratsmitglieder
...
(2) Ein Recht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden, kann nur durch die Satzung und nur für bestimmte Aktionäre oder für die jeweiligen Inhaber bestimmter Aktien begründet werden. Inhabern bestimmter Aktien kann das Entsendungsrecht nur eingeräumt werden, wenn die Aktien auf Namen lauten und ihre Übertragung an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden ist. Die Aktien der Entsendungsberechtigten gelten nicht als eine besondere Gattung. Die Entsendungsrechte können insgesamt höchstens für ein Drittel der sich aus dem Gesetz oder der Satzung ergebenden Zahl der Aufsichtsratsmitglieder der Aktionäre eingeräumt werden.
....
https://dejure.org/gesetze/AktG/101.html


...wobei man das Wahlrecht auch nicht mit dem allgemeinen, freien Wahrecht, das wir sonst so kennen, verwechseln darf. Ich habe da mal eine längere Diskussion mit einem empörten Quotenablehner geführt, der sich in der Tatsache, dass eventuell in einer Wahlperiode nur Frauen vorgeschlagen werden würden in seinem Wahlrecht beeinträchtigt sah. Allerdings ist es nun mal so, dass man Stimmen = Aktien kaufen kann. Nix mit: One man, one vote. Und dann gibts ja auch noch die stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Wie auch immer. Der einfache Kleinaktionär kann in der Regel eh nur zur Kenntnis nehmen, wen Großaktionäre ausgesucht haben und höchstens mit seinen 10 Aktien per Gegenstimme eine Spur im Protokoll hinterlassen.

Um also deine Frage wegen ausländischer AR-Mitglieder zu beantworten: warum sollten Großaktionäre nicht jemanden entsenden wollen, von dem sie sich einen besseren Überblick und damit bessere Kontroll- und Beratungsmöglichkeiten über ausländische Märkte versprechen? - es sei denn, sie möchten diese Stellen nach anderen Gesichtspunkten vergeben :p
...
Zuletzt geändert von Maria am Fr 19. Aug 2016, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Fr 19. Aug 2016, 16:00

Um neben der Klarstellung, wer in einen Aufsichtsrat gewählt werden darf und wer nicht, den eigentlichen Zweck meiner Anmerkung über ausländische Aufsichtsräte nicht aus den Augen zu verlieren:

Ich fand die Tatsache bezeichnend, dass der Anteil ausländischer Aufsichtsräte in einem exportbestimmten Land wie dem unsrigen unterdurchschnittlich ist. Würde es also nur darum gehen, höchstmögliche Expertise in einem AR zu versammeln, was durch die Berufung von nichtskönnenden Quotenfrauen konterkarriert werden würde, dann müsste das schon lange anders sein. Das dem nicht so ist, zeigt, dass es Beharrungskräfte gibt, die nicht unbedingt etwas mit "die Besten entsenden" zu tun hat.

Ein kleines Indiz am Rande - nicht mehr und nicht weniger...

..
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Aug 2016, 16:50

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 16:27)

Danke dafür, von solchen Feinheiten habe ich genau wie neulich von den Bestimmungen des Mutterschutzes noch nie etwas gehört. ;) :p




Du irrst.


Die Aufgaben des Aufsichtsrates und dass die Hauptversammlung von "der Verwaltung", also Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam einberufen wird, hast du zwar richtig verstanden - immerhin. Aber deine Schlussfolgerung aus § 96 ist falsch, du hättest noch ein bisschen weiter im Aktiengesetz blättern müssen.

http://www.finanzfrage.net/frage/muss-m ... zu-koennen

Wie kommst Du darauf, dass ich etwas falsch verstanden hätte? Auch Großaktionäre (juristische Personen) benennen nicht irgendwen, der nur entfernt mit dem Unternehmen zu tun hat (Geschäftspartner/Kunden) als Vertreter, sondern natürliche Personen aus ihren Reihen, schließlich wollen sie ihre Interessen vertreten wissen.

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 16:27)]Und nun ernsthaft. ;) Schau mal hier:



Da steht nichts von "nicht Anteilseigner der Gesellschaft ist. Wäre auch kaum praktikabel.

Du hast das wahrscheinlich mit dem Recht der Bestellung verwechselt:

Und wo widerspricht das dem, was ich geschrieben habe?
Dass a) juristische Personen durch natürliche Personen vertreten werden und b) bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen, habe ich als bekannt voraus gesetzt.

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 16:27)...wobei man das Wahlrecht auch nicht mit dem allgemeinen, freien Wahrecht, das wir sonst so kennen, verwechseln darf.

Habe ich etwas dergleichen irgendwo behauptet?

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 16:27)
Ich habe da mal eine längere Diskussion mit einem empörten Quotenablehner geführt, der sich in der Tatsache, dass eventuell in einer Wahlperiode nur Frauen vorgeschlagen werden würden in seinem Wahlrecht beeinträchtigt sah. Allerdings ist es nun mal so, dass man Stimmen = Aktien kaufen kann. Nix mit: One man, one vote. Und dann gibts ja auch noch die stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Wie auch immer. Der einfache Kleinaktionär kann in der Regel eh nur zur Kenntnis nehmen, wen Großaktionäre ausgesucht haben und höchstens mit seinen 10 Aktien per Gegenstimme eine Spur im Protokoll hinterlassen.

Ja und? Was hat das mit meiner Frage zu tun?

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 16:27)Um also deine Frage wegen ausländischer AR-Mitglieder zu beantworten: warum sollten Großaktionäre nicht jemanden entsenden wollen, von dem sie sich einen besseren Überblick und damit bessere Kontroll- und Beratungsmöglichkeiten über ausländische Märkte versprechen? - es sei denn, sie möchten diese Stellen nach anderen Gesichtspunkten vergeben :p
...

Meine Frage war, warum sollten Ausländer in den Aufsichtsrat eines deutschen Unternehmens, wenn KEINE ausländischen Anteile gibt?
Heißt also die Großaktionäre sind wiederum deutsche Unternehmen.
Du hast zwar eine Menge geschrieben, hat aber mit meiner Frage nix zu tun.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Fr 19. Aug 2016, 18:42

Vielleicht hast du es schon vergessen, dies war deine Behauptung (Unterstreichung von mir)

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 14:17)
Anteilseigner wählen ihre Vertreter für den auf der Hauptversammlung und zwar aus den Reihen der Anteilseigner/Aktionäre/Investoren und das bedeutet Vertreter der Anteilseigner ist selbst Anteilseigner und nicht irgendwer.


Das ist falsch siehe Aktiengesetz

https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__100.html

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 17:50)
Und wo widerspricht das dem, was ich geschrieben habe?
Dass a) juristische Personen durch natürliche Personen vertreten werden und b) bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen, habe ich als bekannt voraus gesetzt.


Ach, du glaubst, die "Nicht-Aktionäre" im Aufsichtsrat wären nur Vertreter juristischen Personen, die Aktien halten? :) Auch das ist falsch und geht aus dem Gesetz nicht hervor. Jeder Vorgeschlagene wird mit dem eigenen Lebenslauf und den eigenen Qualifikationen vorgestellt und ausdrücklich als Person gewählt und nicht als Vertreter des Aktionärs "juristischen Person". Schau dir ruhig die entsprechenden Tagesordnungspunkte in den Einladungen zur HV an. ;)

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 17:50)
Wie kommst Du darauf, dass ich etwas falsch verstanden hätte? Auch Großaktionäre (juristische Personen) benennen nicht irgendwen, der nur entfernt mit dem Unternehmen zu tun hat (Geschäftspartner/Kunden) als Vertreter, sondern natürliche Personen aus ihren Reihen, schließlich wollen sie ihre Interessen vertreten wissen.


Natürlich suchen sie Personen aus, von denen sie sich eine gute Vertetung versprechen, nicht anders als natürliche Personen, die sich nicht selbst zur Wahl stellen auch. Aus den eigenen eigenen Reihen der juristischen Person müssen die nicht zwangsläufig kommen.

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 17:50)
Meine Frage war, warum sollten Ausländer in den Aufsichtsrat eines deutschen Unternehmens, wenn KEINE ausländischen Anteile gibt?

Ob jemand Anteile oder nicht hat, ist für die Wahl zum Aufsichtsrat völlig irrelevant. Es gibt andere Gründe, jemanden für den AR vorzuschlagen, egal ob Ausländer oder Inländer, egal ob von menschlichen oder institutionellen Großaktionären.



Liebe Dark Angel,

ich kann nicht mit Bestimmheit sagen, wie hoch der Prozentsatz der Aufsichtsräte ist, die von Großaktionären in Form von juristischen Personen aus ihren Reihen vorgeschlagen worden sind. Ich habe auch keine Lust, mir nun wenigstens die 30 DAX-Gesellschaften anzuschauen und das herauszufinden. Ausschließen, dass es so etwas gibt und raten wie oft, kann und will ich nicht. Im Gegensatz zu dir habe ich die absolute Gewissheit nämlich nicht gepachtet.

Aber egal, was auch immer dabei herauskäme: die Gesetzeslage ist klar und anders, als du behauptet hast. Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, dass die Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat selbst Aktionär oder Vertreter eines Aktionärs, der juristische Person ist, sein müssen.

Alles andere, auf das du dich vielleicht noch zurückziehen kannst, sind höchstens ungeschriebene wirtschaftliche Gepflogenheiten - eben genau die, die es Frauen schwer machen, für den Aufsichtsrat vorgeschlagen zu werden.

Noch einmal - damit du nicht wieder drei Schleifen "das habe ich aber ganz anders gesagt" drehst ;)
Das hast du behauptet und darauf habe ich geantwortet:

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 14:17)
Anteilseigner wählen ihre Vertreter für den auf der Hauptversammlung und zwar aus den Reihen der Anteilseigner/Aktionäre/Investoren und das bedeutet Vertreter der Anteilseigner ist selbst Anteilseigner und nicht irgendwer.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Aug 2016, 20:22

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 19:42)
Ach, du glaubst, die "Nicht-Aktionäre" im Aufsichtsrat wären nur Vertreter juristischen Personen, die Aktien halten? :)

Eine juristische Person ist ein Unternehmen und eine natürliche Person ist ein Mensch. Aktien kaufen kann nur ein Mensch = natürliche Person im Auftrag des Unternehmens = juristische Person. Natürlich sind die Vertreter der juristischen Person selbst keine Aktionäre. Unternehmen können wohl schlecht in einem Aufsichtsrat sitzen.

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 19:42)Auch das ist falsch und geht aus dem Gesetz nicht hervor. Jeder Vorgeschlagene wird mit dem eigenen Lebenslauf und den eigenen Qualifikationen vorgestellt und ausdrücklich als Person gewählt und nicht als Vertreter des Aktionärs "juristischen Person". Schau dir ruhig die entsprechenden Tagesordnungspunkte in den Einladungen zur HV an. ;)

Ist nicht falsch. Sorry, aber du solltest dich vielleicht erst mal informieren, was unter "juristischer Person" verstanden wird, ehe du "Auch das ist falsch und geht aus dem Gesetz nicht hervor."
rufst.
1. Juristische Personen des Privatrechts sind u.a.: eingetragene Vereine (e.V.), Stiftungen, die Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA) und eingetragene Genossenschaften.
Wenn beispielsweise eine Bank Hauptaktionär eines Unternehmens ist, werden Vertreter dieser Bank zu Wahl in den Ausichtsrat benannt = Vertreter des Anteilseigners. Natürlich sind das Personen mit eigenem Lebenslauf, eigenen Qualifikationen etc - was denn sonst. Trotzdem sind sie Vertreter des Anteileigners/Aktionärs (in diesem Falle einer juristischen Person) im Aufsichtsrat.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Fr 19. Aug 2016, 21:04

Liebe Dark Angel,

Es gibt wenig Gesetze, die ich so gründlich und bei jeder Änderung wieder neu gelesen habe wie das Aktiengesetz mit seinen Kapiteln zur Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Kapitalerhöhung. Wieviele Tagesordnungen ich gelesen, wie viele Hauptversammlungen persönlich besucht habe, kann ich nicht mehr zählen. Aber wenn du meinst, es besser zu wissen - bitte.

Die Paragraphen im Aktiengesetz, in denen die Bestimmungen für die geforderten persönliche Voraussetzungen stehen, habe ich genannt. Jeder kann sie selbst lesen. Jeder kann vorsichtshalber auch noch selbst googeln, ob sich Belege dafür finden, die deine Behauptung, man müsse selbst Aktionär sein oder weisungsgebundener Vertreter eines Aktionärs, der juristische Person ist, um für den AR vorgeschlagen zu werden, stützen.


Auf deine Strategie, gebetsmühlenhaft immer wieder dasselbe zu behaupten, garniert mit Links, die mit deiner Behauptung wenig bis nichts zu tun haben (z.B. deine Definition, wer juristische Person ist) bis das "Opfer" sich entweder in diesen "Nebenlinks" verheddert oder total genervt die Geduld verliert und unhöflich wird, werde ich mich nicht einlassen - schon gar nicht, wenn es wie hier nur um einen fast unwichtigen Nebenaspekt des Themas geht. ( siehe mein Posting von 20:25 Uhr)

Was ich allerdings mehr als deutlich lerne ist, dass es dir nicht um Diskussion sondern um Recht haben geht. Immer? :-)
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Aug 2016, 21:51

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 22:04)

Liebe Dark Angel,

Es gibt wenig Gesetze, die ich so gründlich und bei jeder Änderung wieder neu gelesen habe wie das Aktiengesetz mit seinen Kapiteln zur Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Kapitalerhöhung. Wieviele Tagesordnungen ich gelesen, wie viele Hauptversammlungen persönlich besucht habe, kann ich nicht mehr zählen. Aber wenn du meinst, es besser zu wissen - bitte.

Die Paragraphen im Aktiengesetz, in denen die Bestimmungen für die geforderten persönliche Voraussetzungen stehen, habe ich genannt. Jeder kann sie selbst lesen. Jeder kann vorsichtshalber auch noch selbst googeln, ob sich Belege dafür finden, die deine Behauptung, man müsse selbst Aktionär sein oder weisungsgebundener Vertreter eines Aktionärs, der juristische Person ist, um für den AR vorgeschlagen zu werden, stützen.


Auf deine Strategie, gebetsmühlenhaft immer wieder dasselbe zu behaupten, garniert mit Links, die mit deiner Behauptung wenig bis nichts zu tun haben (z.B. deine Definition, wer juristische Person ist) bis das "Opfer" sich entweder in diesen "Nebenlinks" verheddert oder total genervt die Geduld verliert und unhöflich wird, werde ich mich nicht einlassen - schon gar nicht, wenn es wie hier nur um einen fast unwichtigen Nebenaspekt des Themas geht. ( siehe mein Posting von 20:25 Uhr)

Was ich allerdings mehr als deutlich lerne ist, dass es dir nicht um Diskussion sondern um Recht haben geht. Immer? :-)

Vertreter der Anteilseigner:
Der Aufsichtsrat ist seiner ursprünglichen Bestimmung nach ein Gremium, das im Auftrag der Anteileigner den Vorstand als geschäftsführendes Organ zu überwachen und darauf zu achten hat, dass dieser die Geschäfte so führt, wie es das Interesse der Anteileigner erfordert. Die Hauptversammlung, das Gremium, in dem alle Anteileigner vertreten sind, kann die Überwachungsaufgabe nicht selbst wahrnehmen, da sie in der Regel zu groß ist und deshalb auch nur selten einberufen werden kann. Daher wählt sie für diese Aufgabe den Aufsuchtsrat.

Das bedeutet m.M.n., dass der Aufsichtsrat sowohl aus Vertretern von Kleinaktionären und Vertretern der Großaktionären besteht. ... Interesse der Anteilseigner heißt dann aber auch, dass Vertreter der Großaktionäre Insider sein müssen, beispielsweise Vertreter einer Bank, dem Managment der Bank angehören müssen, die Anteilseigner ist. Außenstehende werden wohl kaum die Interessen eines Anteilseigners/Aktionärs betreffen.
Etwas anderes habe ich bezüglich Vertreter der Anteilseigner nicht gefunden.
Dafür allerdings etwas, was die Mindestqualifikation der Aufsichtsratsmitglieder betrifft:
Jedes Aufsichtsratsmitglied muss „diejenigen Mindestkenntnisse und -fähigkeiten besitzen, die es braucht, um alle normalerweise anfallenden Geschäftsvorgänge ohne fremde Hilfe verstehen und sachgerecht beurteilen zu können“ (BGHZ 85, S. 295 f. – Hertie). Es sollte in der Lage sein, sich – unter Rückgriff auf die Vorstandsberichte und die Feststellungen des Abschlussprüfers – ein Bild von der Gesellschaft, ihrer Lage und Entwicklung zu
machen. Dazu sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse, zumindest aber ein gutes Verständnis der für das Unternehmen relevanten wirtschaftlichen Zusammenhänge notwendig. Soweit es die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung im Einzelfall erfordert, ist ein Sachverständiger hinzuzuziehen. Ein Aufsichtsratsmitglied muss deshalb auch fähig sein, einen etwaigen Beratungsbedarf zu erkennen.


Also betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind erforderlich und damit dürfte eine angestrebte Frauenquote von bereits 30% ein Problem bestehen.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Fr 19. Aug 2016, 21:55

Für alle anderen außer Dark Angel:

Der deutsche Corporate Governance Kodex enthält folgende Bestimmung über Aufsichtsräte:

5.4.2 Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Ein Aufsichtsratsmitglied ist im Sinn dieser Empfehlung insbesondere dann nicht als unabhängig anzusehen, wenn es in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben.

http://www.dcgk.de/de/kodex/aktuelle-fa ... tsrat.html

(Unterstreichung von mir)


Es ist also nicht nur so, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht unbedingt Aktionäre sein müssen, es ist sogar im Kodex vereinbart, dass im AR unabhängige Mitglieder dabei sind.
Maria
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Fr 19. Aug 2016, 22:01

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 22:51)
Das bedeutet m.M.n., ...

Also betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind erforderlich und damit dürfte eine angestrebte Frauenquote von bereits 30% ein Problem bestehen.


m.M.n. - meiner Meinung nach ... na, immerhin. ;)

Auch dazu gibt es andere Meinungen wie die, die ich schon verlinkt hatte

BSZ: Ist es tatsächlich so schwierig, ausreichend geeignete Frauen zu finden?
Pape: Es gibt genug qualifizierte Frauen! Ich gehe nicht davon aus, dass Aufsichtsratsposten ab 2016 nicht besetzt werden können, weil die Konzerne es nicht schaffen, die Frauenquote zu erfüllen.

BSZ: Welches Anforderungsprofil gilt für Aufsichtsrätinnen?
Pape: Der Aufsichtsrat kontrolliert und berät den Vorstand – da sind juristische Grundkenntnisse von Vorteil – zum Beispiel sollte man eine Ahnung haben von Haftungsfragen. Es schadet auch nicht, eine Bilanz lesen zu können – obwohl ich mal behaupte, dass das viele amtierende Aufsichtsräte nicht können. Und man sollte Einblick in die Branche haben, in der das jeweilige Unternehmen tätig ist. Derlei theoretisches Rüstzeug kann man sich aber auch aneignen: weil man in einem Unternehmen dicht dran ist am Aufsichtsrat, vielleicht im Betriebsrat sitzt oder Vorstandsassistentin ist. Aufsichtsräte sollten außerdem netzwerken können, viele Kontakte haben. Und Kandidatinnen sollten sich gut verkaufen können. Da hapert’s häufig bei den Frauen, die sind oft zu ehrlich und zu bescheiden.

......

BSZ: Wenn das so ist – warum musste erst eine gesetzliche Quote kommen? Warum setzen die Konzerne nicht von selbst mehr Frauen in Chefsessel?
Pape: In einigen Branchen ist die Vernunft halt noch nicht so weit. Das ist auch eine Generationenfrage. Oft haben Sie in der Führungsetage überdurchschnittlich viele männliche Silver Ager. Das sind alte Seilschaften, die Herrschaften wollen gern unter sich bleiben, schmoren jahrelang im eigenen Saft. Da kommen beim Thema Frauenförderung auch Ängste hoch, die Herren fürchten, rausgedrängt zu werden aus dem Gremium, wenn plötzlich Frauen dazukommen. Ich finde ja, in die Aufsichtsräte gehören nicht nur mehr Frauen, sondern auch mehr junge Leute. Damit frischer Wind reinkommt. Und mehr Mut.


http://www.bayerische-staatszeitung.de/ ... wenig.html
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » Sa 20. Aug 2016, 07:31

Dark Angel hat geschrieben:(19 Aug 2016, 22:51)


Also betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind erforderlich und damit dürfte eine angestrebte Frauenquote von bereits 30% ein Problem bestehen.


:?: Wie kommst du darauf?

Frauenanteil BWL Studium beträgt 48,2 %
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Sa 20. Aug 2016, 08:42

Eines hatte ich vergessen - nämlich hinzuzufügen, was dieser Corporate Govenance Kodex eigentlich ist. Da ich die Entstehungs- und Einführungsgeschichte sehr gut mitbekommen habe, war das für mich etwas zu selbstverständlich.

Darum dazu noch eine Erläuterung:

http://www.boeckler.de/36099.htm

Der damalige Kommissionsvorsitzende, der damalige Thyssen-Krupp Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme ist sicher des Radikalfeminismus unverdächtig.

Aus diesem Kodex kann man aber auch ablesen, dass ich mit meiner Meinung

Maria hat geschrieben:(16 Aug 2016, 11:02)
Aber all die vielen Selbstverpflichtungserklärungen, man wolle Frauen fördern und ihnen eine Chance geben sind genau so "wirksam" wie die Selbstverpflichtungen hinsichtlich Klimaschutz oder was auch immer. In der Regel wird da so ein bisschen Aktivität vorgetäuscht aber nicht wirklich etwas geändert.


durchaus Recht hatte.

Schließlich lautete die alte Form des Kodex zu diesem Punkt

5.4.1

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.

Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beach­tung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Un­ter­nehmens, potentielle Interessenkonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichts­rats­mitglieder im Sinn von Nummer 5.4.2, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichts­ratsmitglieder und eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Bei börsennotierten Gesellschaften, für die das Mitbestimmungsgesetz, das Montan-Mitbestimmungsgesetz oder das Mitbestimmungsergänzungsgesetz gilt, setzt sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammen.3 Für die anderen vom Gleichstellungsgesetz erfassten Gesellschaften legt der Aufsichtsrat für den Anteil von Frauen Zielgrößen fest.4


Unterstreichung von mir.

Verbindlich wurde der Kodex mit der 30% Quote für Frauen und Männer 2002. Es wird mit der Quote im Gleichstellungsgesetz also nichts anderes festgerschrieben, als was vor 14 Jahren bereits als Selbstverpflichtung verabredet wurde.

Hier ist noch einmal die aktuelle Fassung (mit den gekennzeichneten entsprechenden Änderungen) aufgrund neuer Gesetzeslage.
http://www.boeckler.de/pdf/mbf_kodex_farbe_aktuell.pdf

Dark Angel könnte sich durch die Passage "Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beach­tung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Un­ter­nehmens, potentielle Interessenkonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichts­rats­mitglieder im Sinn von Nummer 5.4.2, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichts­ratsmitglieder und eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigen." auch endlich ihre Frage nach den ausländischen Aufsichtsräten beantworten.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Sa 20. Aug 2016, 12:15

Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 22:55)

Für alle anderen außer Dark Angel:

Der deutsche Corporate Governance Kodex enthält folgende Bestimmung über Aufsichtsräte:

Das unterstrichene steht m.M.n. aber im Widerspruch zu "... das im Auftrag der Anteileigner den Vorstand als geschäftsführendes Organ zu überwachen und darauf zu achten hat, dass dieser die Geschäfte so führt, wie es das Interesse der Anteileigner erfordert." und auch zu "... nicht mehr als 3 ehemalige Vorstandmitglieder enthalten ..."
Ehemalige Vorstandsmitglieder stehen (bzw standen) doch in persönlichen oder geschäftlichen Beziehungen ...


Maria hat geschrieben:(19 Aug 2016, 22:55)Es ist also nicht nur so, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht unbedingt Aktionäre sein müssen, es ist sogar im Kodex vereinbart, dass im AR unabhängige Mitglieder dabei sind.

Ja - aber wenn sie von der Hauptversammlung gewählt werden, müssen sie vorher von den Anteilseignern benannt werden und wenn sie die Interessen der Anteileigner vertreten sollen, müssen sie diese Interessen auch kennen.
Und wie soll ein (vollkommen) Außenstehender diesem Aufgaben gerecht werden, das erschließt sich mir nicht.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Sa 20. Aug 2016, 13:42

Dark Angel hat geschrieben:(20 Aug 2016, 13:15)

Das unterstrichene steht m.M.n. aber im Widerspruch zu "... das im Auftrag der Anteileigner den Vorstand als geschäftsführendes Organ zu überwachen und darauf zu achten hat, dass dieser die Geschäfte so führt, wie es das Interesse der Anteileigner erfordert." und auch zu "... nicht mehr als 3 ehemalige Vorstandmitglieder enthalten ..."
Ehemalige Vorstandsmitglieder stehen (bzw standen) doch in persönlichen oder geschäftlichen Beziehungen ...


Hättest einfach ein bisschen weiterlesen müssen:


aus dem Kodex:

5.4.4
Vorstandsmitglieder dürfen vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Ende ihrer Bestellung nicht Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft werden, es sei denn ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25 % der Stimmrechte an der Gesellschaft halten. In letzterem Fall soll der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz eine der Hauptversammlung zu begründende Ausnahme sein. .


Dark Angel hat geschrieben:(20 Aug 2016, 13:15)
Ja - aber wenn sie von der Hauptversammlung gewählt werden, müssen sie vorher von den Anteilseignern benannt werden und wenn sie die Interessen der Anteileigner vertreten sollen, müssen sie diese Interessen auch kennen.
Und wie soll ein (vollkommen) Außenstehender diesem Aufgaben gerecht werden, das erschließt sich mir nicht.


Mir erschließt sich nicht, wieso es so unverständlich ist, dass Aktionäre das Wissen und Können fähiger Menschen nutzen wollen. Die Interessen der (Groß)Aktionäre liegen die in einer erfolgreichen wirtschaftlichen Tätigkeit der Firma in die sie investiert haben, mit entsprechender Gewinnausschüttung und nicht darin, dass im AR Menschen sitzen, deren Hauptqualifikation es ist, aus Erfahrung zu wissen, was der Großktionär hören will - egal ob dabei Chancen oder Risiken übersehen werden.

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