Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Sa 20. Aug 2016, 15:03

Maria hat geschrieben:(20 Aug 2016, 14:42)

Hättest einfach ein bisschen weiterlesen müssen:





Mir erschließt sich nicht, wieso es so unverständlich ist, dass Aktionäre das Wissen und Können fähiger Menschen nutzen wollen. Die Interessen der (Groß)Aktionäre liegen die in einer erfolgreichen wirtschaftlichen Tätigkeit der Firma in die sie investiert haben, mit entsprechender Gewinnausschüttung und nicht darin, dass im AR Menschen sitzen, deren Hauptqualifikation es ist, aus Erfahrung zu wissen, was der Großktionär hören will - egal ob dabei Chancen oder Risiken übersehen werden.

Es ging darum, wie vollkommen Außenstehende die Interessen der Anteilseigner wahren sollen. Außenstehenden sind die Interessen der Anteilseigner wurscht bis dahin, dass sie u.U. den eigenen Interessen widersprechen (können).
Dass Unternehmen erfolgreich ist und entsprechende Gweinnausschüttungen erfolgen liegt nicht nur im Interesse von Großaktionären, sondern auch in dem der Kleinanleger - in deren sogar noch mehr. Wer will schon seine Ersparnisse einbüßen, die er in scheinbar lukrative Aktien investiert hat. ;)
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Sa 20. Aug 2016, 15:43

Dark Angel hat geschrieben:(20 Aug 2016, 16:03)
Es ging darum, wie vollkommen Außenstehende die Interessen der Anteilseigner wahren sollen. Außenstehenden sind die Interessen der Anteilseigner wurscht bis dahin, dass sie u.U. den eigenen Interessen widersprechen (können).
Dass Unternehmen erfolgreich ist und entsprechende Gweinnausschüttungen erfolgen liegt nicht nur im Interesse von Großaktionären, sondern auch in dem der Kleinanleger - in deren sogar noch mehr. Wer will schon seine Ersparnisse einbüßen, die er in scheinbar lukrative Aktien investiert hat. ;)


Liebe Dark Angel,

du kannst einfach nicht mal zugeben, dass du etwas nicht gewusst, bzw. falsch interpretiert hast, nicht wahr? :?: Ich hätte dabei bleiben sollen, mich nicht weiter von dir in eine unwichtige Nebendiskussion verwickeln zu lassen. Dein Schwenk von "Ich weiß es so genau, dass ich dir Unwissenden jetzt erstmal die Grundlagen á la "was ist eine juristische Person" erklären muss" zu "meiner Meinung nach" war dann doch nicht so gemeint. ;)

Wir diskutieren hier seitenlang eine kleine Nebenbemerkung von mir, nämlich dass man an der geringen Präsenz ausländischer Aufsichtsräte in Aufsichtsräten einer exportgeprägten Nation wie der unsrigen auch ersehen kann, dass es bei Besetzung der ARs nicht unbedingt nur darum geht, die Besten und Qualifiziertesten zu finden, wie es die Gegner von Quoten behaupten und fürchten, durch Frauen würde der Kompetenzdurchschnitt zu sehr gesenkt werden.

Das brachte dich dazu, zu behaupten, ausländische Menschen hätten in der Regel keine Aktien und könnten deshalb auch nicht im AR sitzen, weil dort nur Aktionäre bzw. ihre Vertreter, wenn sie juristische Personen sind, sitzen dürfen. Diese Behauptung, der ich mit für jeden nachlesbaren Links widersprochen habe, verfolgst du jetzt anscheinend auch nicht mehr weiter, oder doch? ;) Jetzt reitest du auf Bestimmungen im Kodex herum, die sich dir nicht ertschließen.

Wenn du der Meinung bist, was ich geschrieben habe sei Quatsch und nicht schlüssig - bitte, das ist dein gutes Recht.

Aber können wir jetzt wieder mal zum Inhalt des immerhin von dir selbst eröffneten Threads kommen?

Dark Angel hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:23)

Egal wie man es auch drehen und wenden mag, das Beispiel zeigt, dass Gleichstellung weder was mit Gleichberechtigung noch mit Chancengleichheit zu tun hat. Chancengleichheit bedeutet jeder Bewerber hat - unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion etc die gleiche Chance für eine ausgeschriebene Stelle angenommen zu werden. Das gilt für den freien Markt, wie den öffentlichen Dienst gleichermaßen. Der/die am besten qualifzierte Bewerber erhält die Stelle - unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion etc. Gleiches gilt bei Gleichberechtigung - jeder, der über eine entsprechende Qualifikation verfügt, hat das Recht, sich aufgrund eigener freier Entscheidung für eine ausgeschrieben Stelle bewerben. Bei qualitativen Auswahlkriterien bekommt der/die Beste die Stelle und Punkt.
Gleichberechtigung und Chancengleichheit bedeutet somit, die Auswahl ist ergebnisoffen.
Bei Gleichstellung hingegen wird Ergebnisgleichheit angestrebt, heißt nicht der/die Beste (am besten qualifizierte) erhält die ausgeschriebene Stelle, sondern die Stelle wird aufgrung einer bestimmten (festgelegten) Gruppenzugehörigkeit vergeben und das beinhaltet ganz eindeutig eine Diskriminierung von Angehörigen einer anderen Gruppe. Somit stellt Gleichstellung KEINE Erweiterung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit dar, sondern das genaue Gegenteil.
Gleichstellung ist somit ein Verstoß gegen Art.3 des GG - weil nirgendwo im GG auch nur ansatzweise Gleichstellung benannt wird und einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz
"§ 1 Ziel des Gesetzes
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen."


Bei Ausschreibungen, die sich explizit nur an Angehörige eines Geschlechts richten, werden Angehörige des anderen Geschlechts diskriminiert.
Werden Angehörige eines Geschlechts bei Bewerbungen aufgrund Geschlechtszugehörigkeit bevorzugt, IST das eine Diskriminierung des anderen.
Da kann noch so viel Gehirnakrobatik betrieben werden, die ändert nichts an der Tatsache einer gezielten und politisch gewollten Diskriminierung aufgrund Geschlechtszugehörigkeit.

Die Verantwortlichen der Humboldt-Universität waren sich DIESER Tatsache sehr wohl bewusst, als sie die ausgeschriebene Professur unbesetzt ließen. Nur so konnten sie eine Rechtswidrigkeit und einen Verstoß gegen Grundgesetz und Antidiskriminierungsgesetz umgehen.


In diesen und weiteren Postings hast du klar gemacht, dass du dich mit Gender-Mainstreaming und dem Druck von Radikalfeministinnen via UNO auf Deutschland beschäftigt hast und dich da auskennst. Wenn ich dich richtig verstanden habe, bist du der Meinung, dass die Verwechslung von Gleichstellung und Gleichberechtigung eine ernste Gefahr und ein Verstoß gegen die Verfassung ist.

Ich frage dich in deiner Experteneigenschaft:
In welchem Zeitraum ungefähr erwartest du ein "Umkippen" unserer Gesellschaft, d.h., wann kommen all die Männerdiskriminierungen so im Alltag unserer Gesellschaft an, dass sie auch für die fühlbar wird, die heute noch nie etwas von Gender Mainstreaming gehört haben. ?

Wann wird dies
Dark Angel hat geschrieben:(12 Aug 2016, 12:42)
Dieses Gleichstellungsgelaber schadet Frauen, aber es nutz ihnen nichts, weil sie die entsprechende Position NICHT aufgrund Leistung und Qualifikation erhalten haben, sondern weil sie Frauen sind und damit wird ihre Leistung ganz massiv abgewertet, weil alle in den Topf "Quotenweiber" geworfen werden - egal ob sie in ihrem Job zu den Spitzenkräften oder zum Mittelmaß gehören.

für Frauen zur Realität?

In einem Jahr? Zwei Jahren? Zehn, zwanzig Jahren?
Was schätzt du grob.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Sa 20. Aug 2016, 18:42

Maria hat geschrieben:(20 Aug 2016, 16:43)

Liebe Dark Angel,

du kannst einfach nicht mal zugeben, dass du etwas nicht gewusst, bzw. falsch interpretiert hast, nicht wahr? :?: Ich hätte dabei bleiben sollen, mich nicht weiter von dir in eine unwichtige Nebendiskussion verwickeln zu lassen. Dein Schwenk von "Ich weiß es so genau, dass ich dir Unwissenden jetzt erstmal die Grundlagen á la "was ist eine juristische Person" erklären muss" zu "meiner Meinung nach" war dann doch nicht so gemeint. ;)

Wir diskutieren hier seitenlang eine kleine Nebenbemerkung von mir, nämlich dass man an der geringen Präsenz ausländischer Aufsichtsräte in Aufsichtsräten einer exportgeprägten Nation wie der unsrigen auch ersehen kann, dass es bei Besetzung der ARs nicht unbedingt nur darum geht, die Besten und Qualifiziertesten zu finden, wie es die Gegner von Quoten behaupten und fürchten, durch Frauen würde der Kompetenzdurchschnitt zu sehr gesenkt werden.

Das brachte dich dazu, zu behaupten, ausländische Menschen hätten in der Regel keine Aktien und könnten deshalb auch nicht im AR sitzen, weil dort nur Aktionäre bzw. ihre Vertreter, wenn sie juristische Personen sind, sitzen dürfen. Diese Behauptung, der ich mit für jeden nachlesbaren Links widersprochen habe, verfolgst du jetzt anscheinend auch nicht mehr weiter, oder doch? ;) Jetzt reitest du auf Bestimmungen im Kodex herum, die sich dir nicht ertschließen.

Wenn du der Meinung bist, was ich geschrieben habe sei Quatsch und nicht schlüssig - bitte, das ist dein gutes Recht.

Warum so aggressiv? Ich habe nirgends behauptet, dass du Quatsch schreibst.
Ich hatte eigentlich nur eine einfache Frage gestellt und nicht die Absicht verfolgt, über die Zusammensetzung von AR zu philosophieren.

Maria hat geschrieben:(20 Aug 2016, 16:43)
Aber können wir jetzt wieder mal zum Inhalt des immerhin von dir selbst eröffneten Threads kommen?

Nichts lieber als das.

Maria hat geschrieben:(20 Aug 2016, 16:43)In diesen und weiteren Postings hast du klar gemacht, dass du dich mit Gender-Mainstreaming und dem Druck von Radikalfeministinnen via UNO auf Deutschland beschäftigt hast und dich da auskennst. Wenn ich dich richtig verstanden habe, bist du der Meinung, dass die Verwechslung von Gleichstellung und Gleichberechtigung eine ernste Gefahr und ein Verstoß gegen die Verfassung ist.

Experte ist maßlos übeertrieben, aber ich habe mich intensiver damit beschäftigt - ja.
Bisher bestand für mich auch kein Unterschied zwischen Gleichstellung und Gleichberechtigung und ich habe mich gefragt "was wollen die denn bloß?"
Bis ich bei Wiki darauf gestoßen bin:
"Oft widersprechen politische Bestrebungen zur Gleichstellung und Bestrebungen zur Gleichberechtigung einander. Die Gleichberechtigung richtet das Augenmerk auf die Gerechtigkeit jedem einzelnen Menschen gegenüber ohne Ansehen seiner „Gruppenzugehörigkeit“. Die Gleichstellung hingegen strebt die Gleichheit von Gruppen an, indem sie Einzelne aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit ungleich behandelt."
Und das hat mich veranlasst, mich intensiver mit dem Thema Gleichstellung zu beschäftigen.
Thema Radikalfeminismus:
Dieser hat seinen Ursprung in den späten Sechzigern in den USA und orientiert sich stark an den "Ideen" von Marx und Engels aber auch an Freud und Foucault. Eine seltsame Mischung - ich weiß. In den USA hatten (und haben) haben Radikalfeministinnen starken Rückenhalt und eine recht starke Lobby, weil sie es verstanden haben auf "den Zug" der schwarzen Bürgerrechtsbewegung aufzuspringen bzw in deren Kielwasser, ihre eigenen Interessen surchzusetzen - bis in einige Gremien der UNO hinein (Verbände und Gruppierungen, die die Gleichberechtigung der Frau v.a. in Entwicklungsländern durchsetzen und die Lage der Frauen dort (ernsthaft) verbessern wollen) Unter dem Vorwand, sich für die Ziele der Entwicklungsländer einzusetzen, hatten sie relativ leichtes Spiel, diese Gremien letztendlich zu dominieren und für ihre eigentlichen Ziele zu missbrauchen ==> Gender Mainstream.
In Deutschland blieben diese "Spielchen" relativ lange unbeachtet und hatten auch - trotz Einführung des Gender Maistream in die Politik, relativ wenige Auswirkungen. Das änderte sich erst in den letzten Jahren, mit den Bestrebungen die Queer-Theorie mittels Genderstudies/Gender Mainstream in allen Lebenbereichen (sogar bis in die Privatsphäre der Menschen hinein) zu etablieren ==> Bildungspläne.

Maria hat geschrieben:(20 Aug 2016, 16:43)]Ich frage dich in deiner Experteneigenschaft:
In welchem Zeitraum ungefähr erwartest du ein "Umkippen" unserer Gesellschaft, d.h., wann kommen all die Männerdiskriminierungen so im Alltag unserer Gesellschaft an, dass sie auch für die fühlbar wird, die heute noch nie etwas von Gender Mainstreaming gehört haben. ?
Wann wird dies
für Frauen zur Realität?
In einem Jahr? Zwei Jahren? Zehn, zwanzig Jahren?
Was schätzt du grob.

Ich denke nicht, dass es zu einem "Umkippen der Gesellschaft" kommen wird, eher zu einem moderaten "Roll back" - zu Durchsetzung tatsächlicher Gleichberechtigung. Immer mehr Menschen werden mit Gender Mainstream konfrontiert und sei es durch Bildungspläne, die von der "Regenbogenphilosophie" dominiert werden (sollen) und unter dem Vorwand "Toleranz gegenüber Vielfalt", die Lebensmodelle der überweigenden Mehrheit der Menschen zur Randerscheinung gemacht werden sollen.
Die Leute wehren sich dagegen und werden deshalb (pauschal) in die rechte Ecke gedrängt.
Nein - ich denke nicht, dass Gender Mainstream die Gesellschaft vollständig durchdringt. Es ist wie mit jeder Ideologie - erst wird sie nicht bemerkt, dann nicht zur Kenntnis genommen und nach einem gewissen Beharrungsvermögen, weggefegt.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » Sa 20. Aug 2016, 21:31

Dark Angel hat geschrieben:(20 Aug 2016, 19:42)
Warum so aggressiv? Ich habe nirgends behauptet, dass du Quatsch schreibst.
Ich hatte eigentlich nur eine einfache Frage gestellt und nicht die Absicht verfolgt, über die Zusammensetzung von AR zu philosophieren.


Liebe Dark Angel.

ist dir eigentlich die Bedeutung dieses von mir benutzen Smileys ;) bekannt? :p


Dark Angel hat geschrieben:(20 Aug 2016, 19:42)

Ich denke nicht, dass es zu einem "Umkippen der Gesellschaft" kommen wird, eher zu einem moderaten "Roll back" - zu Durchsetzung tatsächlicher Gleichberechtigung. Immer mehr Menschen werden mit Gender Mainstream konfrontiert und sei es durch Bildungspläne, die von der "Regenbogenphilosophie" dominiert werden (sollen) und unter dem Vorwand "Toleranz gegenüber Vielfalt", die Lebensmodelle der überweigenden Mehrheit der Menschen zur Randerscheinung gemacht werden sollen.
Die Leute wehren sich dagegen und werden deshalb (pauschal) in die rechte Ecke gedrängt.
Nein - ich denke nicht, dass Gender Mainstream die Gesellschaft vollständig durchdringt. Es ist wie mit jeder Ideologie - erst wird sie nicht bemerkt, dann nicht zur Kenntnis genommen und nach einem gewissen Beharrungsvermögen, weggefegt.


Dark Angel, du hast im Laufe dieser Diskussion sehr deutlich jeden in seine Grenzen gewiesen, der nicht deinen Gedankengängen hinsichtlich der Gefährlichkeit des Gender-Mainstreaming gefolgt ist. Und noch mehr hast du die angegriffen, die - wie ich - da zwar einige Übertreibungen sehen, aber auch finden, dass viele richtige Dinge angestoßen wurden und nicht alle Gedankengänge aus z.B. der Pekinger Konferenz von vornherein abzulehnen sind.

Du hast dem Verfassungsgericht unterstellt, es würde nichts dagegen machen, weil es eh schon mit Radikalfeministinnen durchsetzt ist,

Maria hat geschrieben:In einem hast du Recht: die Verfassungsmäßigkeit von Quoten ist umstritten. Ich habe mal ein bisschen gegoogelt (bin ja schließlich kein Jurist) und habe festgestellt, dass es Pro- und Kontra-Stimmen gibt. Ein echtes Mengenverhältnis lässt sich aus Googleergebnissen sicher nicht herauslesen. Ich denke, Befürworter werden zig Pro-Meinungen finden, Gegener ebenso. Steht eigentlich ein Verfahren vor dem Verfassungsgericht an?

Dark Angel hat geschrieben:Das weiß ich nicht, halte die Chancen allerdings für sehr gering, dass darüber überhaupt verhandelt wird, bei der Anwesenheit von Genderprofessorinnen (und damit befangenen Befürwortern) im Bundesverfassungsgericht


Du hast den Parlamenten Einflussmöglichkeiten abgesprochen
Maria hat geschrieben:- weder diesen starken Frauen und Männern, noch (männlichen) Parlamentariern, noch Lobbyarbeit (von deren Macht du offensichtlich nicht viel weißt), noch fachkundigen Juristen zutraust, Radikalfeministinnen "in Schach" zu halten.

DarkAngel hat geschrieben:Nein, ich unterschätze Lobbyarbeit nicht. Die Radikalfeministinnen haben ja die Lobby UND die UNO auf ihrer Seite.
Die Staaten sind angewiesen, die Gender Maistream-Strategie durchzusetzen.


Du hast sogar behauptet, Parlamente wären sozusagen gezwungen politische Forderungen der Radikalfeministinnen durchzusetzen
Dark Angel hat geschrieben:Und nochmal: die Staaten, die die Resulution der Weltfrauenkonferenz unterschrieben haben, sind verpflichtet diese auch zu ratifizieren. In dieser Resultion sind Forderungen festgelegt, die ständig konkretisiert werden. Die Unterzeichnerstaaten sind schlicht und ergreifend verpflichtet, die Forderungen durchzu setzen. Nicht weil es in D. einige (durchgeknallte) Genderprofessorinnen gibt, sondern weil es in den unterzeichneten Resulutionen drin steht und die verbindlich sind.


Dein Statement war ganz klar - mit wenig Spielraum für differenzierte Meinungen über einige Gender-Professoren oder Übertreibungen, für unterschiedliche Meinungen über Quoten u.s.w.. Niemals stand da "meiner Meinung nach" oder "Sehr viele" oder "einen Teil" - Nein, klar und deutlich "So ist es, Punkt".

Ich könnte dich jetzt noch einmal fragen, wie es sein kann, dass die Gesellschaft überhaupt Möglichkeiten zum Rollback, zur Gegenwehr hat, wenn doch nach deinen zitierten Aussagen weder für Parlament, noch für das Verfassungsgericht Spielraum bleibt.

Ich spare mir das, weil das die gesamte Diskussion wieder von vorn beginnen lassen würde.

Ich bin im übrigen auch deiner Meinung, dass wir keinen "Frauenstaat" bekommen werden. Für mich hat das allerdings nichts mit "Gegner werden erst in die rechte Ecke gedrückt, aber wenn dann die Vater-Mutter-Kind-Familie "zur Randerscheinung genacht werden soll", dann werden sich die Menschen wehren" zu tun.

Ich hatte nämlich im Gegensatz zu dir nie einen Zweifel daran, dass Parlamente, Verfassung und Gesellschaft stark genug sind, Übertreibungen auszuhalten und sich das der Zeitströmung entsprechend Sinnvolle herauszusuchen und in Gesetze zu gießen, auch solche unter dem Motto "Toleranz gegenüber Vielfalt" mit neuen Regeln und Anerkennung für Regenbogenfamilien. ;) Nicht alle werden allen gefallen, so wie jetzt das Gleichstellungsgesetz mit der Frauenquote im Aufsichtsrat. Aber sie werden alle nach unseren demokratischen Regeln erlassen werden - mit dem gesellschaftlichen Einfluss von Radikalfeministinnen, aber auch auch konservativer Unternehmensverbände. Und das ist auch richtig so.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Sa 20. Aug 2016, 23:14

Maria hat geschrieben:(20 Aug 2016, 22:31)
Dark Angel, du hast im Laufe dieser Diskussion sehr deutlich jeden in seine Grenzen gewiesen, der nicht deinen Gedankengängen hinsichtlich der Gefährlichkeit des Gender-Mainstreaming gefolgt ist. Und noch mehr hast du die angegriffen, die - wie ich - da zwar einige Übertreibungen sehen, aber auch finden, dass viele richtige Dinge angestoßen wurden und nicht alle Gedankengänge aus z.B. der Pekinger Konferenz von vornherein abzulehnen sind.

Ich halte Gender Mainstream für eine Ideologie und Ideologien sind alle mehr oder weniger "gefährlich". Das war die Ideologie des Marxismus-Leninismus auch. Nunja - gefährlich ist nicht der richtige Ausdruck - mir fällt im Moment aber nix besseres ein - weil eine Gruppe unter dem Deckmantel gesamtgesellschaftliche Verbesserungen herbei zu führen, doch nur ihre eigenen Interessen durchsetzen will. Mit Woman-Studies hat das nicht geklappt, da ist man schnell an Grenzen gestoßen, also hat man Genderstudiens daraus gemacht und die Strategie die dem zugrunde liegt, nennt sich Gender Mainstream. Und wieder etwas später wurde in diesen Gender Mainstream noch eine so genannte Queer-Theorie hinein gebastelt - so steht es zumindest in der englisch sprachigen Wikipedia. Was Queer-Theorie allerdings sein soll - haben ich keine Ahnung.

Maria hat geschrieben:(20 Aug 2016, 22:31)Du hast dem Verfassungsgericht unterstellt, es würde nichts dagegen machen, weil es eh schon mit Radikalfeministinnen durchsetzt ist,
Du hast den Parlamenten Einflussmöglichkeiten abgesprochen

Ja habe ich, weil ich wirklich der Meinung bin, dass Radikal- und Genderfeminismus sich inzwischen zu einem Kraken entwickelt hat, der alles fest im Griff hat. Von mir aus, nenne es Verfolgungswahn, aber wenn man sich mit dem Thema näher beschäftigt, stehen einem die Haare zu Berge, wenn einem klar wird, was da wirklich läuft.

Maria hat geschrieben:[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=3634339#p3634339]]Du hast sogar behauptet, Parlamente wären sozusagen gezwungen politische Forderungen der Radikalfeministinnen durchzusetzen

Ja habe ich und ich habe auch versucht das zu begründen.

Maria hat geschrieben:[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=3634339#p3634339]Ich könnte dich jetzt noch einmal fragen, wie es sein kann, dass die Gesellschaft überhaupt Möglichkeiten zum Rollback, zur Gegenwehr hat, wenn doch nach deinen zitierten Aussagen weder für Parlament, noch für das Verfassungsgericht Spielraum bleibt.

Hat eine Gesellschaft immer. Siehe die friedliche Revolution 1989. Da hat ein Jahr vorher auch niemand auch nur im Entferntesten dran gedacht, dass das möglich ist.

Maria hat geschrieben:[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=3634339#p3634339]Ich bin im übrigen auch deiner Meinung, dass wir keinen "Frauenstaat" bekommen werden. Für mich hat das allerdings nichts mit "Gegner werden erst in die rechte Ecke gedrückt, aber wenn dann die Vater-Mutter-Kind-Familie "zur Randerscheinung genacht werden soll", dann werden sich die Menschen wehren" zu tun.

Na doch, werden sie. Jeder der von der derzeitigen political Correktness abweicht, wird als rechts abgestempelt - ob das die Initiatoren der "Demo für Alle" sind oder CETA-Gegner oder Menschen, die sich für traditionelle Werte, für die Stärkung der traditionellen Familie einsetzen oder, oder oder ... Sie alle werden in die rechte Ecke gedrängt, als Gegner betrachtet. Rechts ist momentan alles, was rechts von Links oder Grün ist, sogar die "politische Mitte" - nach dem Motto "wer nicht für uns ist, ist gegen uns".

Maria hat geschrieben:[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=3634339#p3634339]Ich hatte nämlich im Gegensatz zu dir nie einen Zweifel daran, dass Parlamente, Verfassung und Gesellschaft stark genug sind, Übertreibungen auszuhalten und sich das der Zeitströmung entsprechend Sinnvolle herauszusuchen und in Gesetze zu gießen, auch solche unter dem Motto "Toleranz gegenüber Vielfalt" mit neuen Regeln und Anerkennung für Regenbogenfamilien. ;) Nicht alle werden allen gefallen, so wie jetzt das Gleichstellungsgesetz mit der Frauenquote im Aufsichtsrat. Aber sie werden alle nach unseren demokratischen Regeln erlassen werden - mit dem gesellschaftlichen Einfluss von Radikalfeministinnen, aber auch auch konservativer Unternehmensverbände. Und das ist auch richtig so.

Doch, ich habe da (jetzt nachdem ich mich intensiver beschäftigt habe) Zweifel, aber nicht weil Parlamente, Verfassung und Gesellschaft nicht stark genug wären, sondern weil es so schwierig ist, diesen ganzen Filz der das produziert wird, zu durchschauen. Eben WEIL vieles positiv ist, WEIL Veränderungen angestoßen werden, die notwendig sind und weil diese Veränderungen genutzt werden, eine Ideologie durchzusetzen.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon jack000 » So 21. Aug 2016, 02:23

Maria hat geschrieben:(14 Aug 2016, 20:56)Was mich betrifft, so habe ich Jack vor vielen Jahren in einem inzwischen geschlossenem Forum einer Tageszeitung kennengelernt, wo er nicht gerade durch schnelle Auffassungsgabe und Ironieverständnis auffiel.

Es ist auch nicht bekannt das jemals analog zu dir bezüglich etwas dessen aufgefallen wäre ... oder hast du da tatsächlich was zu berichten? --- Nein, hast du natürlich nicht ...
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Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » So 21. Aug 2016, 09:23

jack000 hat geschrieben:(21 Aug 2016, 03:23)
...das jemals analog zu dir bezüglich etwas dessen aufgefallen wäre ...


Wow, was für ein Satz! ;)

Aber du hast natürlich recht, das war unfair, weil niemand hier sich selbst ein Bild machen kann und ich entschuldige mich bei dir dafür.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » So 21. Aug 2016, 10:56

Dark Angel hat geschrieben:(20 Aug 2016, 19:42)
Ich denke nicht, dass es zu einem "Umkippen der Gesellschaft" kommen wird, eher zu einem moderaten "Roll back" - zu Durchsetzung tatsächlicher Gleichberechtigung. Immer mehr Menschen werden mit Gender Mainstream konfrontiert und sei es durch Bildungspläne, die von der "Regenbogenphilosophie" dominiert werden (sollen) und unter dem Vorwand "Toleranz gegenüber Vielfalt", die Lebensmodelle der überweigenden Mehrheit der Menschen zur Randerscheinung gemacht werden sollen.
Die Leute wehren sich dagegen und werden deshalb (pauschal) in die rechte Ecke gedrängt.
Nein - ich denke nicht, dass Gender Mainstream die Gesellschaft vollständig durchdringt. Es ist wie mit jeder Ideologie - erst wird sie nicht bemerkt, dann nicht zur Kenntnis genommen und nach einem gewissen Beharrungsvermögen, weggefegt.


http://www.tagesspiegel.de/wissen/brutale-drohungen-im-internet-hetze-gegen-genderforscherinnen/10318416.html

".......Gleichstellungspolitik als etwas wahrgenommen, das ihnen aufgezwungen wird und ihnen etwas wegnimmt". (aus dem Artikel)

Dei einzigen die auf vermeindliche Vorrechte beharren sind die, die Frauen und Männern nicht das Recht auf individuelle Lebensgestaltung einräumen und Minderheiten ausgrenzen wollen.
Die haben schlechte Karten und werden, das kann man evtl. noch zugestehen, sie werden überrollt. Mein Mitleid hält sich dabei allerdings in Grenzen. ;)
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon epona » So 21. Aug 2016, 11:07

Dark Angel hat geschrieben:(21 Aug 2016, 00:14)


Hat eine Gesellschaft immer. Siehe die friedliche Revolution 1989. Da hat ein Jahr vorher auch niemand auch nur im Entferntesten dran gedacht, dass das möglich ist.




Ist dieser "Vergleich nicht selbst für deine "Argumentation" zu absurd? :D


Zum Untergang der DDR führte vorrangig Glasnost, Perestroika und die schlichte Tatsache, dass die DDR Pleite war und niemand mehr einen Cent reinstecken wollte.

Die weltweite Bewegung zur Gleichtellung von Frauen mit den Interessen von gerade einmal 16 MIo. Menschen (wollen die DM, Konsum, moderne Autos, Reisefreiheit usw), zu vergleichen ist nun wirklich lächerlich.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » So 21. Aug 2016, 14:52

Dark Angel hat geschrieben:(21 Aug 2016, 00:14)
Ja habe ich, weil ich wirklich der Meinung bin, dass Radikal- und Genderfeminismus sich inzwischen zu einem Kraken entwickelt hat, der alles fest im Griff hat. Von mir aus, nenne es Verfolgungswahn, aber wenn man sich mit dem Thema näher beschäftigt, stehen einem die Haare zu Berge, wenn einem klar wird, was da wirklich läuft.
.....
Na doch, werden sie. Jeder der von der derzeitigen political Correktness abweicht, wird als rechts abgestempelt - ob das die Initiatoren der "Demo für Alle" sind oder CETA-Gegner oder Menschen, die sich für traditionelle Werte, für die Stärkung der traditionellen Familie einsetzen oder, oder oder ... Sie alle werden in die rechte Ecke gedrängt, als Gegner betrachtet. Rechts ist momentan alles, was rechts von Links oder Grün ist, sogar die "politische Mitte" - nach dem Motto "wer nicht für uns ist, ist gegen uns".


Liebe Dark Angel,

ich möchte dir noch einige Überlegungen abseits deiner "in rechte Ecke schieben" und "Verfolgungs"befürchtungen zum Bedenken geben:

Die Erste:
Es gibt bei dere Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Zuschüsse zu bestimmten baulichen Veränderungen. Angenommen, du und dein Nachbar hätte Anträge dazu gestellt - dein Nachbar für Einbrechersicherung, du für eine Lift, damit deine alte, kranke Mutter das Haus überhaupt verlassen und Ärzte aufsuchen kann. Der Unterschied wäre nur, dass dein Nachbar das bereits m Februar getan hat und du jetzt, im August. Du wirst feststellen, dass er die Genehmigung bekommt, du aber nicht. Warum? Nun, Fördermittel gibt es nur bis der Topf des jeweiligen Jahres leer ist. Wer also statt im Januar erst im August Fördermittel benötigt, kann also gern einen viel höheren Bedarf haben - kein Geld im Topf, keine Förderung, keine Gleichbehandlung (Diskriminierung)
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Pr ... chuss-(455)/

Von allem ideologischen Diskriminierungsängsten befreit, bleibt bei deinem Eingangsbeitrag genau dies nach: keine Fördergelder - kein Posten. Dass sich da ein Mann nun mit viel Mühe umsonst beworben hat, weil vielleicht wirklich nicht deutlich genug die Finanzierungsquelle in der Ausschreibung erschien, ist für ihn ärgerlich, könnte in meinem oberen Beispiel aber auch passieren, wenn das Geld kurz vor der Neige steht.

Das Zweite ist deine Ausführung, dass eine Idee wie der Gender-Mainstreaming Gesetze gegen den Wunsch von Mehrheiten und ohne Beachtung von grundgesetzlichen Regeln durchgepeitscht wird.

Mich erinnert das an eine ebenso "ideologievorwurfs"-aufgeladene Debatte. Auch hier wurden gravierende Eingriffe in persönliche und gesellschaftliche Rechte befürchtet. Auch hier ging es um eine "Bewegung", die sich letztendlich durchgesetzt hat und heute akzeptiert ist: die Umweltschutzverbände und hier speziell der Kampf um die Einführung von Nationalparks. Der älteste - das Wattenmeer" wird diese Jahr 30 Jahre alt:
http://www.ndr.de/ratgeber/reise/nordse ... er106.html

Auch hier werden unter Umständen individuelle Eigentumsrechte verletzt, weil ein Eigentümer nicht mehr völlig frei über seinen Besitz verfügen kann. Die Einschränkung "sein Gebrauch soll der Allgemeinheit dienen" hat hier Bedeutung, genau wie der Zusatz "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin" eben bei Geleichstellungsgesetzen.

Für den dritten Punkt möchte ich dein Augenmerk noch einmal auf den Corporate Governance Kodex lenken. Dieser Kodex enstand ja - wie ich weiter oben verlinkt habe - aus der Arbeit erst einer Kommission unter der Leitung von Prof. Dr. Dres. h.c. Theodor Baums
https://www.jura.uni-frankfurt.de/42780 ... surinhaber
und dann einer weiteren Kommission unter der Leitung von Gerhard Cromme
http://www.wiwo.de/koepfe-der-wirtschaf ... 86878.html
beide wohl kaum Radikalfeminismusverdächtig.

Der Kodex trat 2002 mit einigen weiteren "Begleitgesetzen zum Aktienrecht (TransPuG)" mit der Verpflichtungserklärung zur Förderung von Frauen im Aufsichtsrat und der Quote für Männer und Frauen von 30% in Kraft.

Ist es für dich so unvorstellebar, dass Politiker nicht von irgendwelchen geheimfeministischen Umtrieben diese Quote in ein Gesetz gegossen haben, sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil die Selbstverpflichtung einfach ignoriert wurde? Was im Kleinen gilt (Wenn du nicht bis ... das und das getan hast, wie du es versprochen hast, dann...), das gilt für Große nicht? Eine Durchsetzung per Gesetz ist "radikalfeminstisch"?

Wenn man alles, was einem Angst macht, nur mit einem Grund erklären möchte, dann ist das vielleicht einfach - richtig deswegen noch lange nicht.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » So 21. Aug 2016, 15:26

Maria hat geschrieben:(21 Aug 2016, 15:52)

Liebe Dark Angel,

ich möchte dir noch einige Überlegungen abseits deiner "in rechte Ecke schieben" und "Verfolgungs"befürchtungen zum Bedenken geben:

Die Erste:
Es gibt bei dere Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Zuschüsse zu bestimmten baulichen Veränderungen. Angenommen, du und dein Nachbar hätte Anträge dazu gestellt - dein Nachbar für Einbrechersicherung, du für eine Lift, damit deine alte, kranke Mutter das Haus überhaupt verlassen und Ärzte aufsuchen kann. Der Unterschied wäre nur, dass dein Nachbar das bereits m Februar getan hat und du jetzt, im August. Du wirst feststellen, dass er die Genehmigung bekommt, du aber nicht. Warum? Nun, Fördermittel gibt es nur bis der Topf des jeweiligen Jahres leer ist. Wer also statt im Januar erst im August Fördermittel benötigt, kann also gern einen viel höheren Bedarf haben - kein Geld im Topf, keine Förderung, keine Gleichbehandlung (Diskriminierung)
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Pr ... chuss-(455)/

Von allem ideologischen Diskriminierungsängsten befreit, bleibt bei deinem Eingangsbeitrag genau dies nach: keine Fördergelder - kein Posten. Dass sich da ein Mann nun mit viel Mühe umsonst beworben hat, weil vielleicht wirklich nicht deutlich genug die Finanzierungsquelle in der Ausschreibung erschien, ist für ihn ärgerlich, könnte in meinem oberen Beispiel aber auch passieren, wenn das Geld kurz vor der Neige steht.

Das Zweite ist deine Ausführung, dass eine Idee wie der Gender-Mainstreaming Gesetze gegen den Wunsch von Mehrheiten und ohne Beachtung von grundgesetzlichen Regeln durchgepeitscht wird.

Mich erinnert das an eine ebenso "ideologievorwurfs"-aufgeladene Debatte. Auch hier wurden gravierende Eingriffe in persönliche und gesellschaftliche Rechte befürchtet. Auch hier ging es um eine "Bewegung", die sich letztendlich durchgesetzt hat und heute akzeptiert ist: die Umweltschutzverbände und hier speziell der Kampf um die Einführung von Nationalparks. Der älteste - das Wattenmeer" wird diese Jahr 30 Jahre alt:
http://www.ndr.de/ratgeber/reise/nordse ... er106.html

Auch hier werden unter Umständen individuelle Eigentumsrechte verletzt, weil ein Eigentümer nicht mehr völlig frei über seinen Besitz verfügen kann. Die Einschränkung "sein Gebrauch soll der Allgemeinheit dienen" hat hier Bedeutung, genau wie der Zusatz "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin" eben bei Geleichstellungsgesetzen.

Für den dritten Punkt möchte ich dein Augenmerk noch einmal auf den Corporate Governance Kodex lenken. Dieser Kodex enstand ja - wie ich weiter oben verlinkt habe - aus der Arbeit erst einer Kommission unter der Leitung von Prof. Dr. Dres. h.c. Theodor Baums
https://www.jura.uni-frankfurt.de/42780 ... surinhaber
und dann einer weiteren Kommission unter der Leitung von Gerhard Cromme
http://www.wiwo.de/koepfe-der-wirtschaf ... 86878.html
beide wohl kaum Radikalfeminismusverdächtig.

Der Kodex trat 2002 mit einigen weiteren "Begleitgesetzen zum Aktienrecht (TransPuG)" mit der Verpflichtungserklärung zur Förderung von Frauen im Aufsichtsrat und der Quote für Männer und Frauen von 30% in Kraft.

Ist es für dich so unvorstellebar, dass Politiker nicht von irgendwelchen geheimfeministischen Umtrieben diese Quote in ein Gesetz gegossen haben, sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil die Selbstverpflichtung einfach ignoriert wurde? Was im Kleinen gilt (Wenn du nicht bis ... das und das getan hast, wie du es versprochen hast, dann...), das gilt für Große nicht? Eine Durchsetzung per Gesetz ist "radikalfeminstisch"?

Wenn man alles, was einem Angst macht, nur mit einem Grund erklären möchte, dann ist das vielleicht einfach - richtig deswegen noch lange nicht.

Tut mir leid, aber ich kapiere jetzt beim besten Willen nicht, was du sagen willst.
Aber nochmal zurück zur "rechten Ecke":
Sagt dir die, von Frau Kahane (IM Victoria) geleitete A.A.S und deren Hate Speech-Broschüren etwas? Sagt dir das Projekt dieser A.A.S "Neue-Rechte-Wiki" und deren Online-Pranger etwas?
Nur nebenbei: diese A.A.S wird von Familienminiterium finanziert und geriet ganz massiv in die Schlagzeilen, weil sie ausgerechnet die CDU als rechte/rechtsextreme Partei gelistet hatte.
Die A.A.S. musste ihr "Projekt" aus dem Netz nehmen und behält sich jetzt rechtliche Schritte gegen eine große Zeitung vor.
Und sowas nennt sich dann noch Meinungs- und Pressefreiheit in unserem Land. :s
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Maria » So 21. Aug 2016, 15:44

Dark Angel hat geschrieben:(21 Aug 2016, 16:26)

Tut mir leid, aber ich kapiere jetzt beim besten Willen nicht, was du sagen willst.


Was ich dir sagen möchte?

Dark Angel hat geschrieben:(21 Aug 2016, 00:14)

...weil eine Gruppe unter dem Deckmantel gesamtgesellschaftliche Verbesserungen herbei zu führen, doch nur ihre eigenen Interessen durchsetzen will...

...weil ich wirklich der Meinung bin, dass Radikal- und Genderfeminismus sich inzwischen zu einem Kraken entwickelt hat, der alles fest im Griff hat.

... Jeder der von der derzeitigen political Correktness abweicht, wird als rechts abgestempelt

...- nach dem Motto "wer nicht für uns ist, ist gegen uns".

...weil diese Veränderungen genutzt werden, eine Ideologie durchzusetzen.


Dass man so gut wie alles, was du als Anzeichen für die ach so gefährliche Unterwanderung durch Extremfeministinnen ganz anders erklären kann und auch sollte.

Anhand einiger Beispiele habe ich versucht, dir nahezubringen, dass Geschehnisse, die du als feministische Ideologie ansiehst auch ganz anders gesehen werden können. Ein nicht besetzter Professorenstuhl, weil der Beste ein Mann, die Finanzierung dieses Stuhls aber als Frauenförderung ausgewiesen war ist genauso "feministisch" wie die Ungleichbehandlung meines Bedarfs des barrierefreien Umbaus - kein Geld bleibt kein Geld.

Die Quote im Gleichstellungsgesetz wurde nicht eingeführt, weil feministische Umtriebe dies heimlich durchgesetzt haben, sondern weil Parlamentarier der Meinung waren, dass über zehn Jahre lang genug für freiwilliges (Nicht)Bemühen war, wenn die Politik an sich sich nicht unglaubhaft machen will.

Eine Ideologie geht über Leichen und setzt gegen die Bedürfnisse der Menschen ihre Ideologie durch - so siehst du den Feminismus, so haben die Küstenbewohner diejenigen gesehen, die Naturparks gefordert haben.

Wenn man von ein Sache überzeugt ist, wird man auch überall Beweise dafür finden - das ist nur menschlich (und im übrigen eine große Gefahr der Googelei mit der Goggle-Vorauswahl - aber das ist ein anderes Thema)
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » So 21. Aug 2016, 16:07

Maria hat geschrieben:(21 Aug 2016, 16:44)

Was ich dir sagen möchte?



Dass man so gut wie alles, was du als Anzeichen für die ach so gefährliche Unterwanderung durch Extremfeministinnen ganz anders erklären kann und auch sollte.

Anhand einiger Beispiele habe ich versucht, dir nahezubringen, dass Geschehnisse, die du als feministische Ideologie ansiehst auch ganz anders gesehen werden können. Ein nicht besetzter Professorenstuhl, weil der Beste ein Mann, die Finanzierung dieses Stuhls aber als Frauenförderung ausgewiesen war ist genauso "feministisch" wie die Ungleichbehandlung meines Bedarfs des barrierefreien Umbaus - kein Geld bleibt kein Geld.

Die Quote im Gleichstellungsgesetz wurde nicht eingeführt, weil feministische Umtriebe dies heimlich durchgesetzt haben, sondern weil Parlamentarier der Meinung waren, dass über zehn Jahre lang genug für freiwilliges (Nicht)Bemühen war, wenn die Politik an sich sich nicht unglaubhaft machen will.

Eine Ideologie geht über Leichen und setzt gegen die Bedürfnisse der Menschen ihre Ideologie durch - so siehst du den Feminismus, so haben die Küstenbewohner diejenigen gesehen, die Naturparks gefordert haben.

Wenn man von ein Sache überzeugt ist, wird man auch überall Beweise dafür finden - das ist nur menschlich (und im übrigen eine große Gefahr der Googelei mit der Goggle-Vorauswahl - aber das ist ein anderes Thema)

Nun - ich habe irgendwann mal gelernt, dass es nicht darum geht, für etwas wovon man überzeugt ist, Beweise zu funden, sondern im Gegenteil nach Hinweisen/Belegen zu suchen, die das wovon man ist, widerlegen.
Und nochwas am Rande: die hiesige Uni muss sparen und was meinst du welche Fakultät sie schließt?
Nicht etwa die, die sich mit Gender Studies beschäftigt - nein deren Mittel werden, trotz Sparprogramm erhöht, geschlossen wird hingegen die Fakultät Ingenieurswissenschaften.
Ein Schelm, der böses dabei denkt!
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon pikant » Mo 7. Nov 2016, 13:19

Mann muss Spitzenkandidatur im Saarland uebernehmen, da keine Frau antreten wollte :D und das bei den Gruenen

www.taz.de/Parteitag-der-Gruenen-im-Saarland/!5351392

Frauen sollten sich schon was wagen :)
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon firlefanz11 » Di 8. Nov 2016, 11:25

Und später heissts dann wieder es gäbe zu wenig Frauen in Führungspositionen... :D :rolleyes:
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dampflok » Di 8. Nov 2016, 13:47

Dark Angel hat geschrieben:(21 Aug 2016, 17:07)

Nun - ich habe irgendwann mal gelernt, dass es nicht darum geht, für etwas wovon man überzeugt ist, Beweise zu funden, sondern im Gegenteil nach Hinweisen/Belegen zu suchen, die das wovon man ist, widerlegen.
Und nochwas am Rande: die hiesige Uni muss sparen und was meinst du welche Fakultät sie schließt?
Nicht etwa die, die sich mit Gender Studies beschäftigt - nein deren Mittel werden, trotz Sparprogramm erhöht, geschlossen wird hingegen die Fakultät Ingenieurswissenschaften.
Ein Schelm, der böses dabei denkt!


Nun Du mußt das verstehen: Wer braucht schon Ingenieure die den Wohlstand des Landes mehren könnten?

Daß die Genderstudien erweitert werden, liegt ganz bestimmt nicht an den exorbitant hohen Fördermitteln aus den Landeskassen an die Unis. :)
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Atheist » Di 8. Nov 2016, 17:03

Dampflok hat geschrieben:(08 Nov 2016, 13:47)

Wer braucht schon Ingenieure die den Wohlstand des Landes mehren könnten?


Vor allem jene, die keine Ingenieure sind, sonst würden sie sich mit der Mehrung ihres eigenen statt des "deutschen" Wohlstandes beschäftigen.
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Fuerst_48 » Di 8. Nov 2016, 17:48

Dampflok hat geschrieben:(08 Nov 2016, 13:47)

Nun Du mußt das verstehen: Wer braucht schon Ingenieure die den Wohlstand des Landes mehren könnten?

Daß die Genderstudien erweitert werden, liegt ganz bestimmt nicht an den exorbitant hohen Fördermitteln aus den Landeskassen an die Unis. :)

Genderstudien gehören mMn gar nicht an die UNIS! Sind sinnlose Unterfangen, allesamt!
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon firlefanz11 » Do 10. Nov 2016, 10:58

Na ja, vllt ist ja zumindest in Amiland jetzt wieder Schluß damit, jetzt da das Trumpeltier an der Macht ist... ;)
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Re: Männerdiskriminierung im Namen der Gleichstellung

Beitragvon Dark Angel » Fr 11. Nov 2016, 14:51

firlefanz11 hat geschrieben:(10 Nov 2016, 10:58)

Na ja, vllt ist ja zumindest in Amiland jetzt wieder Schluß damit, jetzt da das Trumpeltier an der Macht ist... ;)

Naja - es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass eine gewisse Ideologie, dank der Trampel-Trump-Regierung, in den nächsten Jahren einen sehr schweren Stand haben und ihren Vertretern ein eisiger Wind ins Gesicht blasen wird, denkbar auch, dass einige ihrer "Errungenschaften" rückgängig gemacht werden.
Finanzieren will Trampel-Trump GM nicht mehr, das hat er im Vorfeld der Wahl schon verkündet.
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