Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

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King Kong 2006
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Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon King Kong 2006 » Di 14. Jun 2016, 14:17

Interessante Frage bzw. Feststellung die im folgenden Artikel aufgeworfen wird.

Gewalt: Es ist ein Junge

Kommt es zu einer Gewalttat, fragen wir nach der Geschichte des Täters, nach seiner Herkunft, nach seiner Ideologie und seiner Motivation. Nach dem Geschlecht zu fragen, haben wir uns abgewöhnt. Warum?

Wenn wir von einer Schwangerschaft erfahren, stellen wir oft zwei Fragen: Wann ist es so weit? Und: Weiß man schon, was es wird? Wenn wir von Schlägereien, Massenmord, Vergewaltigung oder Mord in oder nach Beziehungen hören, fragen wir nicht mehr: Weiß man schon das Geschlecht? Wir gehen davon aus, dass es Männer waren.

Die prominenten Fälle, in denen es um Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen geht, sind so vielzahlig wie hässlich.

Die Sängerin Kesha, die Schauspielerin Amber Heard, das Model Gina-Lisa Lohfink: Sie alle müssen damit kämpfen, dass ihnen nicht geglaubt wird. Gegen den zurückgetretenen Nürnberger CSU-Landtagsabgeordnete Michael Brückner, der eingeräumt hat, Sex mit einem 16-jährigen Mädchen gehabt zu haben, wird wegen des Verdachts auf Missbrauch einer Minderjährigen ermittelt. Der 21-jährige Brock Turner, der eine bewusstlose Studentin in Stanford hinter einer Mülltonne vergewaltigt hat, muss maximal sechs Monate ins Gefängnis, und derweil sorgt sein Vater sich, dass der Junge sein Steak nicht mehr mag. In Katar wurde eine Touristin wegen außerehelichem Sex verurteilt, weil sie eine Vergewaltigung angezeigt hatte.

In Italien wird gerade wieder viel über Mord an Frauen debattiert, unter anderem, weil ein eifersüchtiger Mann seine Ex-Freundin gewürgt und verbrannt hat. Am Freitag erschoss in Orlando ein Mann die Sängerin Christina Grimmie und in Berlin wurde eine Frau durch Messerstiche anscheinend von einem Mann getötet, in Los Angeles gab ein Gericht das Strafmaß für den Schauspieler Michael Jace für den Mord an seiner Frau bekannt. Am Wochenende eskalierte der Konflikt zwischen extrem gewaltbereiten Hooligans in Marseille, ein Brite schwebte vorübergehend in Lebensgefahr. In Berlin wurde in der Nacht zum Sonntag ein weiterer Mann festgenommen, der offenbar seine Freundin getötet hat. In derselben Nacht tötete ein Mann in einem queeren Club in Orlando 49 Menschen und verletzte 53 weitere. In Potsdam beginnt heute der Prozess gegen den Mörder der beiden Jungs Mohamed und Elias.

Es geht um nichts Geringeres als die Frage, wem die Welt gehört


In der Tat ist die Frage vor der Geburt oder nach der Geburt im allgemeinen, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Das ist sehr wichtig. Später wird dies nicht mehr so oft abgefragt. Natürlich gibt es auch psychische und/oder physischer Gewalt durch das weibliche Geschlecht. Aber es erscheint statistisch gesichert, daß das männliche Geschlecht mehr auf dem Kerbholz hat. Sicherlich auch durch seinen Position in der Gesellschaft mit verursacht.

Etwas als globales Problem festzustellen kann natürlich auch heißen sich der Verantwortung zu entziehen. "Ist doch überall so." Das wär das Falscheste, was wir tun können. Ähnlich falsch wäre es, Männer dafür einfach zu hassen. Es geht aber nicht darum, Menschen abzulehnen, sondern etwas zu thematisieren und zu bekämpfen, das in ihnen steckt, und das ist viel komplizierter.

Immer sind es die Frauen, die ihr Verhalten anpassen sollen

Im Englischen gibt es den Begriff der "toxic masculinity", also einer Form von Männlichkeit, die auf Dominanz und Gewalt basiert und Gefühle nicht zulässt. Dazu gehört auch die Vorstellung einer gigantischen Ladung sexueller Triebhaftigkeit, die nur mit Mühe in zivilisierten Bahnen gehalten werden kann. Es ist ein Problem, wenn Jungs und Männern immer wieder erzählt wird, dass ein "richtiger Kerl" nicht weine, eine ausschweifende und geradezu animalische Sexualität habe und alles, was sich ihm in den Weg stellt, eigenhändig beiseite räumen müsse - ein Problem für Frauen und Männer.


Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese ihre Schritte hört oder wenn sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 97493.html


Tatsächlich kenne ich auch letzteres. Es war mir selbst manchmal unangenehm längere Zeit auf "einsamen" Wegen des Nachts hinter Frauen herlaufen zu müssen. "Was denkt die jetzt?" ging mir oft durch den Kopf. Erstrecht, wenn ich gezwungenermassen hinter ihr genauso in anderen Straßen abbiegen mußte, wie sie selbst. Bin ich da aber auch schon Gefangener eines Klischees? Muß ich solche Gedanken haben?

Im Kontext von Terror wird oft über Religion, politischer Ideologie, psychische Erkrankungen und sozialem Milieu gesprochen, als Ursachen. Es gibt weibliche Terroristen. Aber die sind in der Minderzahl. Auch bei diesem Thema. Es sind meist Männer. Die Jungs, sozusagen. Ist Gewalt ein Jungensproblem?

Die Frage wäre einmal, ob Gewalt für das männliche Wesen einen höheren Stellenwert hat. Vermutlich genetisch bedingt. Und ob das von Gesellschaften gefördert wird. Gerade patriachalischer Natur. Durchaus auch getragen von den Müttern und Frauen. Wer will nicht einen starken Mann? Gehört dazu nicht auch ein Portion Aggression? Der Frauenversteher ist in letzter Konsequenz oft doch nur zweite Wahl.

"Es geht um nichts Geringeres als die Frage, wem die Welt gehört", ist das daraus abzuleiten? Wer definiert sozusagen Verhalten? Oder wie ist das zu verstehen?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Billie Holiday » Mi 15. Jun 2016, 15:41

Einen starken Mann verbinde ich nie mit einem gewalttätigen Mann.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon firlefanz11 » Mi 15. Jun 2016, 16:50

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Jun 2016, 15:17)
Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese ihre Schritte hört oder wenn sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.

Also bei allem Verständnis aber DAS werd ich ganz sicher nicht machen! Irgendwo ist auch mal gut...! :x

Es war mir selbst manchmal unangenehm längere Zeit auf "einsamen" Wegen des Nachts hinter Frauen herlaufen zu müssen. "Was denkt die jetzt?" ging mir oft durch den Kopf. Erstrecht, wenn ich gezwungenermassen hinter ihr genauso in anderen Straßen abbiegen mußte, wie sie selbst. Bin ich da aber auch schon Gefangener eines Klischees? Muß ich solche Gedanken haben?

Nein, musst Du NICHT! Ich bin selbst auch oft genug in solchen Situationen gewesen. Bis auf eine hysterische Kuh, die mich angschrien hat was ich denn von ihr wolle obwohl sie so furchtbar aussah, dass ich sie nicht mal mit der Kneifzange angefasst hätte, hatte auch keine der Frauen in diesen Situationen ein Problem damit. Sie sind weder schneller gelaufen noch haben sie sich panisch umgedreht, in ihrer Handtasche nach Pfefferspray oder Handy gekramt oder sonstwas.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon epona » Mi 15. Jun 2016, 16:55

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 16:41)

Einen starken Mann verbinde ich nie mit einem gewalttätigen Mann.


Nur fremdländisch aussehende, die harmlos rumstehen. :D
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Billie Holiday » Mi 15. Jun 2016, 17:09

epona hat geschrieben:(15 Jun 2016, 17:55)

Nur fremdländisch aussehende, die harmlos rumstehen. :D


Die tun ja alle nichts. :cool:
Also außer grabbeln und klauen..... :)
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon epona » Mi 15. Jun 2016, 17:16

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 18:09)

Die tun ja alle nichts. :cool:
Also außer grabbeln und klauen..... :)


Bravo!!!

Greifst du zukünftig noch tiefer in den braunen Morast um dein Geschichtchen noch weiter "auszuschmücken"?
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Wildermuth » Mi 15. Jun 2016, 17:21

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 18:09)

Die tun ja alle nichts. :cool:
Also außer grabbeln und klauen..... :)



Der IS is auch nicht mehr das, was er mal war...
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Billie Holiday » Mi 15. Jun 2016, 17:21

epona hat geschrieben:(15 Jun 2016, 18:16)

Bravo!!!

Greifst du zukünftig noch tiefer in den braunen Morast um dein Geschichtchen noch weiter "auszuschmücken"?


Das übernehmen all die jungen Frauen, die Anzeige erstatten wegen Belästigung und Antanzen. :cool: Lügen aber alle, wie man weiß. :D

Mit meinem Geschichtchen kommst Du immer noch nach all der Zeit angeschissen, ich nicht.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon epona » Mi 15. Jun 2016, 17:27

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 18:21)

Das übernehmen all die jungen Frauen, die Anzeige erstatten wegen Belästigung und Antanzen. :cool: Lügen aber alle, wie man weiß. :D

Mit meinem Geschichtchen kommst Du immer noch nach all der Zeit angeschissen, ich nicht.


Na was denn nu, haben die "Damen" alle gelogen?
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon H2O » Mi 15. Jun 2016, 17:38

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 16:41)

Einen starken Mann verbinde ich nie mit einem gewalttätigen Mann.


Das wäre aber auch keine gute Grundlage für eine Homo-Ehe!
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Maskulist » Mi 15. Jun 2016, 17:57

Jaja, die friedfertigen Frauen:

http://www.frauengewalt.fall.vn/Frauengewalt/2013-07-06_Pro_Kastration___Das_Blut_der_Manner_wird_fliessen.pdf

http://www.frauengewalt.fall.vn/Frauengewalt/FG_2015/fg_2015.html

http://www.frauengewalt.fall.vn/Kindesmorde/KM_2015/km_2015.html

Es sind ja so wenige, dass sich Gefängnisse nicht lohnen. Außerdem leiden sie mehr in der Haft

https://www.washingtonpost.com/posteverything/wp/2014/11/06/we-should-stop-putting-women-in-jail-for-anything/#

Und immer schön auf der anderen Straßenseite gehen und daran denken: Sprecht Frauen nicht an!

https://www.youtube.com/watch?v=TrrHL1gN8WQ

Und auch immer schön daran denken: Gewalt von Frauen gegen Männer ist lustig!
Gender Mainstreaming ist eine brandgefährliche Manipulationsmethode, die sich wie ein Steppenbrand in der Geisteswelt des Westens in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 15. Jun 2016, 18:23

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 16:41)

Einen starken Mann verbinde ich nie mit einem gewalttätigen Mann.


Vielleicht verstehen manche Frauen aber auch ein entschiedenes, gradliniges Verhalten eines "starken Mannes" als dominiant. Damit einhergehend bei der vermeintlichen Durchsetzung dessen in der Beziehung als Gewalt. Das muß ja nicht zwangsläufig tätlich gewaltätig sein. Das ist dann aber durchaus auch eben die Wahrnehmung der Frau.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 15. Jun 2016, 18:24

firlefanz11 hat geschrieben:(15 Jun 2016, 17:50)

Also bei allem Verständnis aber DAS werd ich ganz sicher nicht machen! Irgendwo ist auch mal gut...! :x


Nein, musst Du NICHT! Ich bin selbst auch oft genug in solchen Situationen gewesen. Bis auf eine hysterische Kuh, die mich angschrien hat was ich denn von ihr wolle obwohl sie so furchtbar aussah, dass ich sie nicht mal mit der Kneifzange angefasst hätte, hatte auch keine der Frauen in diesen Situationen ein Problem damit. Sie sind weder schneller gelaufen noch haben sie sich panisch umgedreht, in ihrer Handtasche nach Pfefferspray oder Handy gekramt oder sonstwas.


Einmal hat eine Frau die Schrittgeschwindigkeit erhöht. Ich nehme an, wegen mir. Vielleicht bin ich aber auch nicht so ein schneller Fußgänger. Jedenfalls hielt ich es für ratsam nicht in Konkurrenz der Frau zu treten und ebenfalls schneller zu laufen. :)
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Umetarek » Mi 15. Jun 2016, 19:12

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 18:09)

Die tun ja alle nichts. :cool:
Also außer grabbeln und klauen..... :)

Aha.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Billie Holiday » Mi 15. Jun 2016, 19:28

Umetarek hat geschrieben:(15 Jun 2016, 20:12)

Aha.


Ist natürlich in dieser Pauschalität nicht richtig.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Yossarian » Mi 15. Jun 2016, 19:50

Billie Holiday hat geschrieben:(15 Jun 2016, 20:28)

Ist natürlich in dieser Pauschalität nicht richtig.


Aber in diesem Thread geht es doch um Pauschaliserungen oder nicht? Gewalt und Jungs?
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Dark Angel » Mi 15. Jun 2016, 19:58

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Jun 2016, 15:17)

Interessante Frage bzw. Feststellung die im folgenden Artikel aufgeworfen wird.



In der Tat ist die Frage vor der Geburt oder nach der Geburt im allgemeinen, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Das ist sehr wichtig. Später wird dies nicht mehr so oft abgefragt. Natürlich gibt es auch psychische und/oder physischer Gewalt durch das weibliche Geschlecht. Aber es erscheint statistisch gesichert, daß das männliche Geschlecht mehr auf dem Kerbholz hat. Sicherlich auch durch seinen Position in der Gesellschaft mit verursacht.





Tatsächlich kenne ich auch letzteres. Es war mir selbst manchmal unangenehm längere Zeit auf "einsamen" Wegen des Nachts hinter Frauen herlaufen zu müssen. "Was denkt die jetzt?" ging mir oft durch den Kopf. Erstrecht, wenn ich gezwungenermassen hinter ihr genauso in anderen Straßen abbiegen mußte, wie sie selbst. Bin ich da aber auch schon Gefangener eines Klischees? Muß ich solche Gedanken haben?

Im Kontext von Terror wird oft über Religion, politischer Ideologie, psychische Erkrankungen und sozialem Milieu gesprochen, als Ursachen. Es gibt weibliche Terroristen. Aber die sind in der Minderzahl. Auch bei diesem Thema. Es sind meist Männer. Die Jungs, sozusagen. Ist Gewalt ein Jungensproblem?

Die Frage wäre einmal, ob Gewalt für das männliche Wesen einen höheren Stellenwert hat. Vermutlich genetisch bedingt. Und ob das von Gesellschaften gefördert wird. Gerade patriachalischer Natur. Durchaus auch getragen von den Müttern und Frauen. Wer will nicht einen starken Mann? Gehört dazu nicht auch ein Portion Aggression? Der Frauenversteher ist in letzter Konsequenz oft doch nur zweite Wahl.

"Es geht um nichts Geringeres als die Frage, wem die Welt gehört", ist das daraus abzuleiten? Wer definiert sozusagen Verhalten? Oder wie ist das zu verstehen?

Selten so viele Klischees auf einen Haufen gelesen, wie im verlinkten Artikel.
Ja - Männer neigen öfter zur Anwendung von (körperlicher) Gewalt, sind öfter Täter als Frauen, sie sind aber auch sehr viel öfter Opfer von Gewalt. Das thematisiert die "Dame" nicht - scheint nicht erwähnenswert.
Gewaltbereitschat/Gewaltanwendung ist sicherlich kein Zeichen von Stärke, eher das Gegenteil.
Und was an dem Artikel ganz besonders daneben ist, ist die Vorverurteilung, die Sippenhaft, die aus der Aufforderung an Männer spricht, doch bitte die Straßenseite zu wechseln und nicht hinter einer Frau zu gehen, weil die ja die Schritte hören könnte. Was soll das denn?
Das ist ja an Paranoia nicht mehr zu überbieten.
Die allermeisten Männer kommen gar nicht erst auf die Idee Gewalt anzuwenden - nicht gegen Männer und auch nicht gegen Frauen.
Aber ein schönes Beispiel dafür, was das Genderunkraut so anrichtet in den Köpfen gewisser Zeitgenossinnen. :mad:
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 29. Mär 2017, 14:04

Sexuelle Gewalt

Freispruch, weil der Vergewaltiger keinen Spaß hatte

Skandalöses Urteil in Mexiko: Weil der Angeklagte in einem Vergewaltigungsprozess seine Tat angeblich nicht genossen hat, ist er von einem Richter freigesprochen worden.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/m ... 40916.html


Wann liegt sexueller Gewalt vor? Wenn der Angeklagte Spaß daran hatte? Ist das ein männlicher Richterspruch? Hm, demnächst könnten Täter vielleicht darauf plädieren.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon Adam Smith » Mi 29. Mär 2017, 14:11

King Kong 2006 hat geschrieben:(29 Mar 2017, 15:04)

Wann liegt sexueller Gewalt vor? Wenn der Angeklagte Spaß daran hatte? Ist das ein männlicher Richterspruch? Hm, demnächst könnten Täter vielleicht darauf plädieren.

Eher ein religiöser Richterspruch. In einigen muslimischen Ländern wird sogar die Frau angeklagt. Vertuscht oder ignoriert wird das zudem auch noch.
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Re: Es ist ein Junge? Gewalt und Geschlecht

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 29. Mär 2017, 14:24

Adam Smith hat geschrieben:(29 Mar 2017, 15:11)

Eher ein religiöser Richterspruch. In einigen muslimischen Ländern wird sogar die Frau angeklagt. Vertuscht oder ignoriert wird das zudem auch noch.


Darf man denn religiös gesehen Spaß beim Sex haben? Ich dachte immer, daß die katholische Kirche - Mexiko ist ja vornehmlich katholisch - die Fortpflanzung als Pflicht sieht. Weniger den Spaß.

In Indien gibt es auch viel Gewalt gegen Frauen. Auch Lateinamerika. Naja, vermutlich auch in Asien und Afrika. Inwiefern das religiös - hier in Mexiko - initiiert oder beeinflußt ist, wäre zu untersuchen. Mir erscheint es primär eine Gendersache zu sein, was nicht automatisch religiöse Komponente ausschließt. Zumal in hinduistisch, muslimischen, auch animistischen (!) oder christlichen Gesellschaften die Frau - nach dem Buche - heute ganz klar benachteiligt ist. Was aber zuerst da war, der Mann oder die Bücher, die von diesen geschrieben wurden. Was oder wer durch wem oder was beeinflußt wurde ist wie die Frage nach dem Ei und der Henne.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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