Männerquote im Studium

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frems
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Männerquote im Studium

Beitragvon frems » Fr 17. Jul 2015, 12:55

Die Bundeszahnärztekammer hat Forderungen nach einer Männerquote beim Zahnmedizin-Studium zurückgewiesen. Die Kammer halte "Quotenregelungen im Studium nicht für zielführend", sagte Vizepräsident Dietmar Oesterreich dem Magazin "Focus". Entsprechende Forderungen waren aus dem niedersächsischen Landesverband des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte gekommen, weil es durch die Art der Vergabe von Studienplätzen Jahrgänge mit einem hundertprozentigem Frauenanteil gebe.

Oesterreich räumte im "Focus" ein, dass bis 2030 der Frauenanteil beim Staatsexamen bis auf 70 Prozent steigen werde. Grundsätzlich verwies er darauf, dass die Bundeszahnärztekammer und viele Landeskammern Unterstützung bei der Existenzgründung sowie bei der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie böten.

http://www.donaukurier.de/nachrichten/p ... 70,3099199

Viele Männer fühlen sich ja heutzutage benachteiligt. Gleichzeitig gibt's nicht nur Frauen, die lieber von weiblichen Ärzten behandelt werden möchten, sondern eben auch Männer, die mit ihrem Anliegen lieber zu einem männlichen Arzt gehen. Haltet Ihr es für sinnvoll, wenn man eine Quote einführt, um einen Mindestanteil an Herren zur gewährleisten? Nur für Frauen? Oder auf Geschlechtsmerkmale komplett verzichten und junge Menschen nur nach den bisherigen Kriterien (in der Regel Schulnote, ggf. ergänzt um Gespräche für subjektive Eindrücke und ggf. Eignungstests) auswählen?
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Blockhead » Fr 17. Jul 2015, 13:08

frems » Fr 17. Jul 2015, 13:55 hat geschrieben:Viele Männer fühlen sich ja heutzutage benachteiligt.

Weil die Benachteiligung der Frau geringer geworden ist. Sie müssen einfach nur den Bezugspunkt ihrer Weltsicht an die Gegenwart anpassen. Dann werden sie auch nicht impotent, wenn ihr Vorgesetzter eine Frau ist. :D
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denkmal
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon denkmal » Mo 20. Jul 2015, 11:10

Hmm,
ich kann jetzt nicht aus dem Artikel oder anderen Informationen erkennen, wie denn da eine 100% oder 70% Frauen"quote" zustande kommen soll. Ist das in Medizin nicht so, 20% Abiturbeste, 20% Wartezeit 60% Hochschulverfahren? Da habe ich nichts von irgendwelchen frauenspezifischen Kriterien gesehen.

Auf der anderen Seite würde dire Feststellung, dass eine Männerquote unsinnig ist, bedeuten, dass ergo auch eine Frauenquote (in anderen Bereichen) unsinnig ist.
Oder ist das zweierlei Maß? :cool:
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
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Dampflok
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Dampflok » Mo 20. Jul 2015, 12:07

Im Grunde sind Quoten in fast allen Bereichen zu verbieten. Quoten machen das Leben unfreier und totalitaristisch. Das Problem muß anders gelöst werden.

Problem Nummer Eins: Mädchen werden bei gleicher Leistung im Schnitt eine Note besser bewertet als Jungen. Daher haben Mädchen die besseren Abschlüsse und bekommen die begehrten NC-Fächer.

Problem Nummer Zwei: Wenn sie den Doktortitel in der Tasche haben, lassen sie ihn aber oft ungenutzt (schön, wenn er dann verfallen würde...) oder aber -
Problem Nummer Drei - arbeiten nur halbtags!

Das gilt oft auch für die wenigen Frauen mit eigenen Praxen. Ergebnis: Frauen behandeln weniger Patienten als Männer.

Wie eben geschrieben, es wäre wohl eine praktikable Lösung, anstatt einer Quote den Doktortitel bei Nichtnutzung verfallen zu Lassen und die entstandenen Kosten zurückzufordern. Außerdem sollte man bei Medizinstudien die Zulassung an praktische Prüfungen kuppeln. Bei Tierärzten z.B. gibt es ähnliche Probleme, weil die heute hauptsächlich weiblichen Tierärzte nicht mehr bereit sind, Nachts um 3 auf den Bauernhof zu fahren um der Kuh in den Geburtskanal zu greifen - es werden lieber halbtäglich Hamster gesundgestreichelt.

Vor Allem aber sollten die Schulen endlich ihrer Aufgabe gerecht werden, und bei allem "Gender"-Gefasel kann dies nur bedeuten, daß bei konstant 51% Jungenanteil eben mindestens 50% der Abiturienten Männlich sind - und daß der Unterricht so gestaltet wird, daß die Notenschnitte M/W gleich sind. Merkwürdig daß keine Gleichstellungsbeauftragte das propagiert.


Zuletzt geändert von Dampflok am Mo 20. Jul 2015, 12:11, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon nichtkorrekt » Mo 20. Jul 2015, 13:45

Ich halte allgemein nichts von Quoten weil so geringer qualifizierte Personen bevorzugt werden, mein Zahnarzt ist auch eine Frau, bin zufrieden mit ihr.
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Katenberg
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 14:14

Im Allgemeinen kann man feststellen, dass das derzeitige Bildungssystem sehr stark auf Frauen ausgebaut ist. Das bereits dahingehend, dass man mit bloßem Auswendiglernen sehr weit kommen kann. Wenn man auf Ausgewogenheit achten möchte, müsste man also erstmal an der Stelle ansetzen und aussagekräftigere Abschlüsse schaffen. Insgesamt bleibe ich bei der Haltung, dass ich Quoten ablehne.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Dingo » Mo 20. Jul 2015, 14:33

Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 15:14 hat geschrieben:Im Allgemeinen kann man feststellen, dass das derzeitige Bildungssystem sehr stark auf Frauen ausgebaut ist. Das bereits dahingehend, dass man mit bloßem Auswendiglernen sehr weit kommen kann.

Können Männer nicht Auswendiglernen? :?:

Außerdem muß sich da seit meiern Schulzeit einiges geändert haben, Auswendiglernen war nur selten angesagt.
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Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 14:50

Dingo » Mo 20. Jul 2015, 15:33 hat geschrieben:Können Männer nicht Auswendiglernen? :?:

Außerdem muß sich da seit meiern Schulzeit einiges geändert haben, Auswendiglernen war nur selten angesagt.


Das Lernverhalten ist unterschiedlich, also so, wie ich es erlebt habe. Die Teilnahme im Unterricht war bei meinen männlichen Mitschülern um einiges stärker, als bei den weiblichen, ebenso, wie die Diskussionsbereitschaft. Für die Klausuren wurden dann schlichtweg die Tafelbilder auswendig gelernt und dann 1 zu 1 übertragen. Und das zog sich durch alle Fächer. Es ist also kein direktes Auswendigaufsagen, aber das unkritische Übernehmen von vorgekautem Wissen.

Jetzt auf mich bezogen war da der Unterschied, dass ich mir immer sehr allgemein gebildet habe, alles mögliche an Wissen aufgesogen habe und dann Verbindungen erstellt habe, die ich übertragen konnte und deswegen in den meisten Fächern gar nichts machen musste, weil ich alles irgendwie herleiten konnte. Mich hat es halt im Abi Punkte gekostet, weil ich nicht genau das gesagt habe, was man hören wollte, sondern auch andere Schlüsse gezogen habe. Erging dabei aber nicht nur mir so, sondern eben den meisten Mitschülern.

Es gibt durchaus Möglichkeiten, bei der Jungenförderung effektiv anzusetzen, aber das ist derzeit nicht politisch gewollt.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Dingo » Mo 20. Jul 2015, 15:02

Ich sehe da trotzdem keinen Grund, warum "Auswendiglernen" was für Frauen sein sollte.

In meiner Schule - in meiner Stufe allerdings noch reine Mädchenschule, das wurde erst in der Stufe unter uns geändert (in der Oberstufe bekamen wir ein paar Jungs von anderen Schulen dazu) - wurde durchaus auch diskutiert. Das ist keine Männerdomäne.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 16:39

Dingo » Mo 20. Jul 2015, 16:02 hat geschrieben:Ich sehe da trotzdem keinen Grund, warum "Auswendiglernen" was für Frauen sein sollte.

In meiner Schule - in meiner Stufe allerdings noch reine Mädchenschule, das wurde erst in der Stufe unter uns geändert (in der Oberstufe bekamen wir ein paar Jungs von anderen Schulen dazu) - wurde durchaus auch diskutiert. Das ist keine Männerdomäne.


Ich spreche davon, dass Mädchen meistens eben mit Auswendiglernen durch die Schule kommen. Die Erkenntnis basiert auf Erfahrung, die Bezeichnung "meistens" auf Vermutung. Damit meine ich jetzt auch nicht, dass es immer so sein muss. Eine gute Schule wird sich auch dadurch auszeichnen, dass Frauen auch zu anderen Mitteln ermutigt werden.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Dingo » Mo 20. Jul 2015, 17:03

Nun, meine Erfahrung ist eine andere, aber auch schon fast dreißig Jahre her.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon epona » Mo 20. Jul 2015, 17:57

Dampflok » Mo 20. Jul 2015, 13:07 hat geschrieben:Im Grunde sind Quoten in fast allen Bereichen zu verbieten. Quoten machen das Leben unfreier und totalitaristisch. Das Problem muß anders gelöst werden.

Problem Nummer Eins: Mädchen werden bei gleicher Leistung im Schnitt eine Note besser bewertet als Jungen. Daher haben Mädchen die besseren Abschlüsse und bekommen die begehrten NC-Fächer.

Problem Nummer Zwei: Wenn sie den Doktortitel in der Tasche haben, lassen sie ihn aber oft ungenutzt (schön, wenn er dann verfallen würde...) oder aber -
Problem Nummer Drei - arbeiten nur halbtags!

Das gilt oft auch für die wenigen Frauen mit eigenen Praxen. Ergebnis: Frauen behandeln weniger Patienten als Männer.

Wie eben geschrieben, es wäre wohl eine praktikable Lösung, anstatt einer Quote den Doktortitel bei Nichtnutzung verfallen zu Lassen und die entstandenen Kosten zurückzufordern. Außerdem sollte man bei Medizinstudien die Zulassung an praktische Prüfungen kuppeln. Bei Tierärzten z.B. gibt es ähnliche Probleme, weil die heute hauptsächlich weiblichen Tierärzte nicht mehr bereit sind, Nachts um 3 auf den Bauernhof zu fahren um der Kuh in den Geburtskanal zu greifen - es werden lieber halbtäglich Hamster gesundgestreichelt.

Vor Allem aber sollten die Schulen endlich ihrer Aufgabe gerecht werden, und bei allem "Gender"-Gefasel kann dies nur bedeuten, daß bei konstant 51% Jungenanteil eben mindestens 50% der Abiturienten Männlich sind - und daß der Unterricht so gestaltet wird, daß die Notenschnitte M/W gleich sind. Merkwürdig daß keine Gleichstellungsbeauftragte das propagiert.




Mann könnte den Buben natürlich auch das Abitur schenken ;)

Gibt es eigentlich einen seriösen Nachweis für die Behauptung Mädels werden bei gleicher Leistung besser bewertet?

Die Tierärztinnen mit eigener Praxis die ich kenne, schaffen fast rund um die Uhr. Da ist nichts mit halbstags Hamster streicheln. Die stehen 2 x wöchentlich um 7Uhr im OP, haben täglich Sprechstunde und sind im Notfall jederzeit erreichbar.

Den Doktortitel zu entziehen ist eine tolle Idee.
Das Blöde ist nur, es gibt in diesem Land kein Arbeitszwang.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon epona » Mo 20. Jul 2015, 17:59

Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 17:39 hat geschrieben:
Ich spreche davon, dass Mädchen meistens eben mit Auswendiglernen durch die Schule kommen. Die Erkenntnis basiert auf Erfahrung, die Bezeichnung "meistens" auf Vermutung. Damit meine ich jetzt auch nicht, dass es immer so sein muss. Eine gute Schule wird sich auch dadurch auszeichnen, dass Frauen auch zu anderen Mitteln ermutigt werden.


Evtl. verfügen Mädels durchaus über andere Mittel, sind aber clever genug die erwartete Leistung zu liefern. ;)
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Cloudfox » Mo 20. Jul 2015, 18:10

Ausweniglernen sollte heut aus allen guten Schulen eh zum größten Teil verbannt werden...

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance ... 65-p2.html


daraus...

Doch was ist mit den Jungen?

Um die macht sich Gerald Hüther Sorgen. Der Göttinger Neurobiologe und Lernforscher kann nicht erkennen, dass Jungen in der Schule das finden können, was sie für eine gute Entwicklung brauchen. Sie seien im Durchschnitt extrovertierter und suchten noch stärker als Mädchen nach Anerkennung und Bedeutung. „Doch Hausaufgaben in der Schule sind keine Aufgaben, an denen Jungen wachsen können.“ Solche Aufgaben seien in der Schule aber schwer zu finden.

„Bedeutungsvoll wird Gelerntes für die Jungen eher außerhalb der Schule, im realen Leben“, sagt Hüther und fordert, dass sich Schulen mehr öffnen, damit die Schüler in die Natur und in die Praxis gehen könnten. Mädchen orientierten sich hingegen weniger stark als Jungen am Außen. „Sie können eher nur um der Noten willen lernen, haben Spaß an Beziehung und sich selbst“, erklärt Hüther.
Jungs suchen nach starken Vorbildern

Die starke Außenorientierung der Jungen kommt nach Hüther daher, dass sie biologisch gesehen das schwache Geschlecht sind. „Wegen des fehlenden zweiten X-Chromosoms.“ Das Y-Chromosom, das sie stattdessen haben, sei kümmerlich. Wenn mit ihrem X-Chromosom etwas nicht funktioniere, fehle das „Ersatzrad“. „Zur Welt kommen Jungs konstitutionell schwächer und haltsuchender – aber mit einem Riesenantrieb.“

Weil sie stark nach Halt suchten, hätten sie eine hohe Affinität für kräftige Dinge wie Panzer, Saurier und Feuerwehrautos; und sie entwickelten ein besseres Orientierungsvermögen. Sehr wichtig seien für Jungen gute Vorbilder. Doch wenn männliche Vorbilder fehlten, seien sie hochaffin für die Angebote ihrer Peer Group, wo sie oft die ungünstigen Vorbilder fänden. „Häufig orientieren sie sich nicht an den klügsten, sondern an den primitivsten Jungs, die mit ihren billigen Strategien schon viel erlebt haben.“ ...
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Shlabotnik » Mo 20. Jul 2015, 18:20

Dampflok » Mo 20. Jul 2015, 12:07 hat geschrieben:Im Grunde sind Quoten in fast allen Bereichen zu verbieten. Quoten machen das Leben unfreier und totalitaristisch. Das Problem muß anders gelöst werden.

Problem Nummer Eins: Mädchen werden bei gleicher Leistung im Schnitt eine Note besser bewertet als Jungen. Daher haben Mädchen die besseren Abschlüsse und bekommen die begehrten NC-Fächer.

Problem Nummer Zwei: Wenn sie den Doktortitel in der Tasche haben, lassen sie ihn aber oft ungenutzt (schön, wenn er dann verfallen würde...) oder aber -
Problem Nummer Drei - arbeiten nur halbtags!

Das gilt oft auch für die wenigen Frauen mit eigenen Praxen. Ergebnis: Frauen behandeln weniger Patienten als Männer.

Wie eben geschrieben, es wäre wohl eine praktikable Lösung, anstatt einer Quote den Doktortitel bei Nichtnutzung verfallen zu Lassen und die entstandenen Kosten zurückzufordern. Außerdem sollte man bei Medizinstudien die Zulassung an praktische Prüfungen kuppeln. Bei Tierärzten z.B. gibt es ähnliche Probleme, weil die heute hauptsächlich weiblichen Tierärzte nicht mehr bereit sind, Nachts um 3 auf den Bauernhof zu fahren um der Kuh in den Geburtskanal zu greifen - es werden lieber halbtäglich Hamster gesundgestreichelt.

Vor Allem aber sollten die Schulen endlich ihrer Aufgabe gerecht werden, und bei allem "Gender"-Gefasel kann dies nur bedeuten, daß bei konstant 51% Jungenanteil eben mindestens 50% der Abiturienten Männlich sind - und daß der Unterricht so gestaltet wird, daß die Notenschnitte M/W gleich sind. Merkwürdig daß keine Gleichstellungsbeauftragte das propagiert.




Was mir nun nicht ganz einleuchtet: wie kann man als Mathe-Lehrer eine vergleichbare Arbeit einfach so "eine Note besser bewerten"? In einem Fach wie Deutsch kann ich mir das ja noch vorstellen, da das ja oft eine Stilfrage ist, aber in Mathematik?

S.
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Umetarek » Mo 20. Jul 2015, 18:31

Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 16:39 hat geschrieben:
Ich spreche davon, dass Mädchen meistens eben mit Auswendiglernen durch die Schule kommen. Die Erkenntnis basiert auf Erfahrung, die Bezeichnung "meistens" auf Vermutung. Damit meine ich jetzt auch nicht, dass es immer so sein muss. Eine gute Schule wird sich auch dadurch auszeichnen, dass Frauen auch zu anderen Mitteln ermutigt werden.

Je nun, ich habe nichts so gehasst, wie Auswendiglernen, deswegen lagen mir die Naturwissenschaften auch näher...
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Dark Angel » Mo 20. Jul 2015, 18:45

Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 16:39 hat geschrieben:
Ich spreche davon, dass Mädchen meistens eben mit Auswendiglernen durch die Schule kommen. Die Erkenntnis basiert auf Erfahrung, die Bezeichnung "meistens" auf Vermutung. Damit meine ich jetzt auch nicht, dass es immer so sein muss. Eine gute Schule wird sich auch dadurch auszeichnen, dass Frauen auch zu anderen Mitteln ermutigt werden.

Da unterliegst Du allerdings einem Trugschluss. Mädchen lernen genauso gern und genauso viel auswendig wie Jungen.
Kann es sein, dass der Punkteabzug beim Abi, bei Dir, nicht darauf zurückzuführen, dass nicht gesagt hast, "was die hören wollten", sondern, dass deine Schlussfolgerungen schlicht falsch waren.
In Naturwissenschaften bringt auswendig lernen gar nix, da muss man begreifen/verstehen.
Und dass es mit Deiner Allgemeinbildung und Deinen so genannten Herleitungen nicht allzuweit her ist, hast Du bewiesen als es um die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Kultur und gesellschaft ging. Da hast Du ziemlichen Bullshit von Dir gegeben. :p
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon Dampflok » Mo 20. Jul 2015, 19:09

Shlabotnik » Mo 20. Jul 2015, 18:20 hat geschrieben:
Was mir nun nicht ganz einleuchtet: wie kann man als Mathe-Lehrer eine vergleichbare Arbeit einfach so "eine Note besser bewerten"? In einem Fach wie Deutsch kann ich mir das ja noch vorstellen, da das ja oft eine Stilfrage ist, aber in Mathematik?

S.


In Mathe geht das nur im "Mündlichen". Es hat aber eine Umstrukturierung vieler Fächer dahingehend gegeben, daß die Mädchenstärken - Quasseln - höher bewertet werden als etwa die Jungenstärken. mathe gehört zu den wenigen Fächern in denen Jungen trotz aller bemühungen noch etwas besser abschneiden als Mädchen.

Vor etlichen Jahren hat es rotgrün in NRW mal versucht, die drei anderen "Jungenfächer" - Physik, Chemie, Biologie - zu einem Fach "Naturwissenschaften" zusammenzufassen. Das Ergebnis wäre dann gewesen, daß die Jungen statt dreier guter Noten nur noch eine hätten. Es versteht sich von selbst daß man es bei den "Laberfächern" die den Mädchen liegen nicht auch nur ansatzweise angedacht hatte, dort Fächer zusammenzulegen.

Zum Glück wurden sie dann abgewählt.

Medizinstudium Österreich: Dort hatte man praktische Zulassungsprüfungen vor dem Studium und dort waren Männer besser. Daraufhin gab man den weiblichen Bewerberinnen einen geschlechterbonus, sodaß sie ebensogut oder sogar besser abschnitten trotz schlechterer Leistung. Man hatte sich darauf berufen, daß Frauen ja auch öfter Abitur machten.

Daß in Österreich wie in Deutschland Mädchen besserbenotet werden - also daß bereits dort die Ungerechtigkeit anliegt, das wollte man natürlich nicht erkennen oder gar ändern.

Der Nachweis über die Besserbenotung von Mädchen bei gleicher Leistung wurde in einer offiziellen Studie des Bundesbildungsministeriums erbracht. Man hatte allerdings dann versucht die Studie "zur Textkorrektur" verschwinden zu lassen, aber Dank Internet ist die Studie im Netz, allerdings bis heute ohne jegliche Konsequenzen was die fairen Bildungschancen betrifft.


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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon frems » Mo 20. Jul 2015, 19:37

Katenberg » Mo 20. Jul 2015, 15:14 hat geschrieben:Im Allgemeinen kann man feststellen, dass das derzeitige Bildungssystem sehr stark auf Frauen ausgebaut ist. Das bereits dahingehend, dass man mit bloßem Auswendiglernen sehr weit kommen kann. Wenn man auf Ausgewogenheit achten möchte, müsste man also erstmal an der Stelle ansetzen und aussagekräftigere Abschlüsse schaffen. Insgesamt bleibe ich bei der Haltung, dass ich Quoten ablehne.

Hm, nehmen wir mal an, das "Auswendiglernen" begünstigt Frauen tatsächlich... Der Trend geht seit vielen Jahren in eine andere Richtung: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance ... 25660.html

Witzigerweise ist die Kritik daran, daß man Kompetenzen nicht so objektiv testen kann wie die Abfrage nach Wissen, wo manch einer befürchtet, daß das ein Instrument sei, um Mädchen zu bevorteilen. (Andere sehen natürlich wieder eine neoliberale Weltverschwörung, die nur die Employability im Auge hat und nicht mehr die guten, alten konservativen Auswendiglern-Werte.)
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Re: Männerquote im Studium

Beitragvon HugoBettauer » Mo 20. Jul 2015, 19:59

Die Prüfungsergebnisse sind in der Ausgestaltung und Auswahl der Lernstoffe schon vorbereitet.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.

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