Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

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Fliege
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Fliege » Fr 19. Okt 2018, 17:52

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 18:10)
Quatsch.
Die Reproduktion war noch nie von der Institution Ehe abhängig. Die Ehe ist ein ausschließlich soziales Konstrukt.

Warum drehst du Dark Angel das Wort im Mund herum? Er hat nämlich nicht gesagt, dass Reproduktion vom Institut der Ehe abhängig sei. Bei "Zunder" mag man zwar gern an "Strohmann" denken, doch das ist kein anständiger Grund, ein Strohmann-Fehlargument zu bringen.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Selina
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Selina » Fr 19. Okt 2018, 18:01

Dark Angel hat geschrieben:(19 Oct 2018, 16:13)

Tja Selina - das mit Augenhöhe funktioniert nur, wenn der Gegenüber sich inhaltlich mit Argumenten auseinander setzt und selbst auch Argumente hat, die dazu taugen die eigenen Argumente zu widerlegen. Da ist bei dir leider Fehlanzeige, weil von dir nur argumentum ad hominem, Strohmannargumente und Argument "Schuld durch Zugehörigkeit" kommen.
Ich weiß nicht wie oft ich den Unterschied zwischen Individualrecht (Gleichberechtigung) und Bevorzugung aufgrund Gruppenzugehörigkeit/Gruppenrecht (Gleichstellung) erläutert habe - wird nicht zur Kenntnis genommen - im Gegenteil.
Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.


Sorry, wenn ich da meine Zweifel habe, dass du tatsächlich verstehst. Sollte das tatsächlich so sein, verstehst du es hervorragend, das zu verbergen.
Ich schreibe, dass wissenschaftliche Methode nichts mit politischer Verortung rechts oder links zu tun hat (andere User tun das übrigens auch) und dir fällt nichts besseres ein, als ganze Zeitungsrtikel per copy 'n' paste entgegen zu setzen.
Diskussion mit eigenen Argumenten sieht anders aus.
Es ist eben KEIN Witz, dass ich mich mit meiner Kritik an Gender Studies eben NICHT auf das beschränke, was in Zeitungen seht, sondern mich mit den Publikationen der "Zunft" selbst auseinander gsetzt und festgestellt habe, dass die sich wirklich nur gegenseitig zitieren und nur aufeinander verweisen. Interdisziplinär, Kenntnisnahme der Erkenntnisse anderer Fachrichtungen - insbesondere der Naturwissenschaften - sieht anders aus. Gender Studies weisen zu deutlich die Merkmale einer Ideologie mit absolutem Wahrheitsanspruch auf.
Zudem wird nur zu deutlich, dass es dabei NICHT um die Veränderung/Verbesserung gesellschaftlicher Verhältnisse und Strukturen geht, sondern um deren Zerstörung. Angebliche - noch vorhandene - "strukturelle Diskriminierung" der Frau soll durch Diskriminierung des Mannes ersetzt werden. Ein Begriff wurde dazu auch schon gefunden ==>positive Diskriminierung.
Selbst freiwillige selbstbestimmte Entscheidungen von Frauen mit Priorität von Kind(er) und Familie werden als Frauendiskriminierung stilisiert.
Entsprechend wird in der verlinkten Dissertation auch bedauernd festgestellt - da ja bereits die biologische Funktion der Frau bei der Reproduktion eine Diskriminierung darstellt - dass sich die Frauen der "zweiten Frauenbewegung" nicht Mutterschaft prinzipiell ablehnten, sondern "nur" für sexuelle Selbstbestimmung und selbstbestimmte Mutterschaft kämpften.
Die Gender"forscher" blenden vollkommen aus, dass eine Gesellschaft nur dann Bestand und Zukunft hat, wenn entsprechend viele Kinder geboren werden - und das Erhaltungsniveau liegt nun mal bei 2,1 Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter.
Nach Lesart der Gender"forscher" ist aber gerade die Mutterschaft ganz schlimme Frauendikriminierung - weil ja Frau und Mutter sein zusammen gehören. Dass Mann und Vater sein, genauso zusammen gehören, wird ausgeblendet.
Wenn Mutterschaft als "strukturelle Diskriminierung" der Frau bezeichnet wird, die es zu beseitigen gilt, liegt es mehr als nur nahe, dass Gender"forscher" auch die Familie als solche zerstören wollen.
Darüber kann auch kein Geschwätz von "Vielfalt" hinweg täuschen.
Familie ist etwas anderes als "mehrere Menschen, die aus einem Kühlschrank essen" - ja da bin ich klaschisch - Familie bedeutet Zusammenhalt, füreinander einstehen, sich aufeinander verlassen können, sich gegenseitig helfen und Familie besteht (für mich) aus Vater-Mutter-Kind(ern ggf sogar noch aus Großeltern und Enkeln.
Und ich bin ehrlich - Alleinerziehende mit Kind(ern) sind für mich keine richtige Familie und noch viel weniger erstrebenswert.
Studien zeigen, dass "Scheidungskinder" oft psychisch auffällig und zunehmend beziehungsunfähig sind.
Es spricht absolut nichts dagegen, dass auch Homosexuelle Kinder adoptieren und aufziehen, wird dieses dadurch die Heimerziehung erspart.
Gender"forscher" sollten allerdings bei ihrer Bejubelei der Patchwork- und Regenbogenfamilien", dass die Kinder, die Homosexuelle adoptieren können von einem Mann gezeugt und einer Frau geboren und zur Adoption freigegeben werden müssen.
In den Augen der "Gender"forscher" ist die Frau als Gebärmaschine wahrscheinlich weniger diskriminierend, als die Frau als Mutter.


Der erste Abschnitt deiner Antwort ist ein Paradebeispiel für deine Arroganz und dein nicht vorhandenes Kommunikations-Vermögen. Kapier doch einfach mal: Du musst mir nichts erklären. Ich brauche keinen Unterricht von dir. Andere auch nicht. Bleib mal schön gelassen. Du schreibst immer irgendwas auf, legst es den Leuten in den Mund, als hätten sie es so gesagt, nur, um dann dagegen argumentieren zu können. Verrückt. Du brauchst diese selbstgeschaffene Spiegelung deiner Ansichten offenbar, um dozieren zu können. All das hat aber nichts mit mir und mit dem zu tun, was ich zum Thema sagte und zitierte. Kleiner Tipp: Sieh das Ganze doch einfach mal als sich gegenseitig ergänzende Argumentationen an und gehe nicht immer davon aus, dass du andere belehren musst oder dass auf jedes deiner Argumente nun unbedingt immer und in jedem Fall eingegangen werden muss. Das macht keiner. Man geht auf Argumente des anderen ein, wenn sie einen interessieren, reizen, weiterbringen, nicht weil es irgendeine Pflicht dazu gibt. Und noch etwas: Nicht nur du hast Wissen, Erfahrungen, Ansichten, Meinungen. Andere selbstverständlich auch.

Und was die Copy-and-paste-Sache anbelangt: Ich hab durchaus schon des Öfteren meine Meinung zum Thema geschrieben. Kein Wunder, wir haben es ja auch schon vor Monaten rauf und runter diskutiert. Und wenn ich dann schon mal so einen langen Text zitiere, dann deshalb, weil ich weiß, dass verlinkte Pressebeiträge nur sehr selten wirklich angeklickt werden, solange nur der Link da steht. Und weil es durchaus statthaft und sinnvoll ist, Texte und Leute zu zitieren, die all das vorher Diskutierte treffend zusammenfassen und bündeln. Mitunter besser, als es jeder andere kann in dem Moment. Einfach, weil sie wirklich zu Hause sind in der Thematik. Deshalb zitiert man ja auch. Aber ich gebe zu: Ich sollte kürzer zitieren und dann eben hoffen, dass der betreffende Link doch angeklickt wird. Gerade bei dieser Problematik hier sollte man des Öfteren genau die Leute sprechen lassen, die sich mit dem Diskussionsgegenstand am besten auskennen. Und wie man gut sehen kann, haben diese Argumente ja auch voll ins Schwarze getroffen. Und was die so genannte Verortung Links-Mitte-Rechts anbelangt: Du bist hier in einem politischen Forum. Und selbstverständlich werden da alle besprochenen Themen durch die User entsprechend der eigenen Wissens- und Erfahrungswelt und entsprechend der eigenen politischen Sozialisation beleuchtet und diskutiert. Logisch.

Inwieweit du dich - wie du schreibst - mit der Materie wirklich auseinandergesetzt hast, weiß ich nicht. Behaupten kann man viel, wenn der Tag lang ist. Du kannst mich jedenfalls mit alledem, was du kommentierst, nach wie vor nicht überzeugen. Und dass es dir eigentlich um eine vermeintliche "Diskriminierung des Mannes" geht, ist mir schon die ganze Zeit klar. Das hat sicher persönliche Ursachen, dass du solche fragwürdigen Theorien aufstellst. Schon seltsam, zumal du ja vorgibst, selbst eine Frau zu sein. Und bei Frauen sollte man schon von Haus aus einen gewissen Kenntnisstand zur Problematik Frau-Sein, Frauenpolitik, Frauendiskriminierung, Gleichstellung, Chancengleichheit voraussetzen. Außerdem ist allgemein bekannt, dass sich die Fälle von echter Männerdiskriminierung in einem überschaubaren marginalen Bereich bewegen. Damit baut die Neue Rechte (deren Theorien du oft vertrittst, siehe Diskussion über kulturelle Identität und Verschleierung und vieles weitere mehr) einen Popanz auf. Der Hintergrund: Das konservative Ideal der Vater-Mutter-Kind-Familie soll unbedingt hochgehalten werden. Der Witz dabei: Niemand will denjenigen, die in dieser alten traditionellen Familienart ihr Seelenheil finden, etwas wegnehmen. Ich schon gar nicht. Dieses Familienmodell gehört einfach mit dazu zur Vielfalt an Lebensmodellen, zu denen selbstverständlich auch Patchwork-Familien, Mann-Mann-Kind- und Frau-Frau-Kind-Familien sowie auch allein erziehende Väter und Mütter mit Kindern und Kinderlose gehören. Alles ist möglich. Alles gehört dazu. Die Mehrzahl der Leute wird vermutlich nach wie vor an der Vater-Mutter-Kind-Familie festhalten, was doch auch völlig ok ist. Aber zu einer bunten vielfältigen Gesellschaft gehören halt auch alle anderen Formen des Zusammenlebens und jede dieser Formen hat ihre Daseinsberechtigung. Das ist so und das bleibt auch so.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Okt 2018, 18:32

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 18:10)

Quatsch.
Die Reproduktion war noch nie von der Institution Ehe abhängig. Die Ehe ist ein ausschließlich soziales Konstrukt.

Da steht ursprüngliche Sinn der Ehe und NICHT, dass Reproduktion von der Institution Ehe abhängig ist!
Aber ganz nebenbei - bis ins Zeitalter der Aufklärung war die Ehe, die Voraussetzung/Grundbedingung für Familiengründung UND damit für die Reproduktion. Nur wer nachweisen konnte, dass er fähig ist, eine Familie zu versorgen, durfte eine Ehe eingehen.
Und das wiederum bedeutet, dass Reproduktion sehr wohl mit Ehe in Zusammenhang steht bzw von Ehe abhängig war.
Dabei ist es vollkommen wurscht, ob die Instiutuion Ehen ein soziales Konstrukt ist oder nicht. Der Staat ist als Organisations- und Verwaltungsform auch ein soziales Konstrukt und dennoch hat sich jeder an geltende Regeln und Gesetze zu halten.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon MäckIntaier » Fr 19. Okt 2018, 18:39

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 18:10)

Quatsch.
Die Reproduktion war noch nie von der Institution Ehe abhängig. Die Ehe ist ein ausschließlich soziales Konstrukt.


Der User Dark Angel hatte geschrieben:

Sorry, aber der (ursprüngliche) Sinn der Ehe IST die Reproduktionsgemeinschaft und die gemeinsame Aufzucht und die gemeinsame Sorge für den Nachwuchs.


Weshalb sollte Ihr Argument der Ehe als soziales Konstrukt nun diesen Gedanken zu einem falschen machen? Der User hätte auch schreiben können:

"Sorry, aber der (ursprüngliche) Sinn des sozialen Konstrukts Ehe IST (war) die Reproduktionsgemeinschaft und die gemeinsame Aufzucht und die gemeinsame Sorge für den Nachwuchs."

Davon ist selbstverständlich nicht die Reproduktion abhängig, was auch gar nicht zur Debatte stand, aber ein soziales Konstrukt muss ja einen Sinn haben, auf einen Zweck abzielen, oder? Und einer könnte sein, die Reproduktion zu kontrollieren und unter einen moralischen Hut zu bringen, wozu die Ehe historisch gesehen ein wichtiges Werkzeug gewesen war. Das soziale Konstrukt Ehe ermöglicht(e) es beispielsweise einerseits, die Reproduktion unter den Vorbehalt des Konstrukts zu stellen, andererseits hatte man auch zu jedem Kind immer auch einen identifizierbaren Vater (heute würde ein DNA-Test genügen). Und viele andere Dinge mehr, aber Reproduktion stand bei diesem Konstrukt eben immer im Mittelpunkt (außer bei der Josefsehe).

Wobei völlig unklar bleibt, was das alles nun damit zu tun hat, dass angebliche Wissenschaftler umgeschriebene Führerbuch-Artikel akzeptieren. Das deutet doch darauf hin, dass die Prämissen und die Wahrheitsbegriffe so konstruiert sind, dass alles, was dem Duktus bestimmter Jargonvorgaben und bestimmten Signalbegriffen folgt, darunter subsumierbar ist. In diesem Sinne, wie bereits gesagt, ist auch der Mensch nur ein soziales Konstrukt, und die Erde kann auch ein Würfel werden.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Zunder » Fr 19. Okt 2018, 18:54

Vielleicht sollten sich einige User mal Gedanken darüber machen, was der Sinn der Vokabel "Sinn" ist.

Der Sinn einer Institution besteht ja wohl darin, einen Zweck zu erfüllen. Und wenn der Zweck der Ehe darin bestehen soll, eine Reproduktionsgemeinschaft zu bilden, setzt das voraus, daß die Ehe die Bedingung zur Reproduktion darstellt. Blöderweise kennt die Biologie gar keine Ehe. Und die Menschheit hat sich doch tatsächlich über ein bißchen mehr als zwei oder drei Generationen fortgepflanzt, ohne überhaupt eine Vorstellung davon zu haben, was Ehe sein könnte.

Die Ehe ist eine juristisch definierte und gesellschaftlich anerkannte Lebensgemeinschaft. Und zwar vollkommen unabhängig von der Reproduktion.
Wenn also die Ehe von der Reproduktion unabhängig ist, kann die Reproduktion auch nicht der Sinn der Ehe sein.

Dieses Gelaber von der Reproduktionsgemeinschaft ist genau der biologistische Schwachsinn, den Ulrich Kutschera verbreitet.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Selina » Fr 19. Okt 2018, 19:12

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:54)

Vielleicht sollten sich einige User mal Gedanken darüber machen, was der Sinn der Vokabel "Sinn" ist.

Der Sinn einer Institution besteht ja wohl darin, einen Zweck zu erfüllen. Und wenn der Zweck der Ehe darin bestehen soll, eine Reproduktionsgemeinschaft zu bilden, setzt das voraus, daß die Ehe die Bedingung zur Reproduktion darstellt. Blöderweise kennt die Biologie gar keine Ehe. Und die Menschheit hat sich doch tatsächlich über ein bißchen mehr als zwei oder drei Generationen fortgepflanzt, ohne überhaupt eine Vorstellung davon zu haben, was Ehe sein könnte.

Die Ehe ist eine juristisch definierte und gesellschaftlich anerkannte Lebensgemeinschaft. Und zwar vollkommen unabhängig von der Reproduktion.
Wenn also die Ehe von der Reproduktion unabhängig ist, kann die Reproduktion auch nicht der Sinn der Ehe sein.

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Du sagst es. Den Mann kann man einfach nicht ernst nehmen. Ein Biologist reinsten Wassers. Und homophob bis unter die Halskrause. Selten solche abstrusen und hasserfüllten Dinge gelesen. So was nennt sich Wissenschaftler.

Zitat:

Ulrich Kutschera ist Professor für Evolutionsbiologie an der Uni Kassel - und für gezielte Provokationen bekannt. Die Genderforschung hält er für die Spinnerei einer "feministischen Sekte", der sich der Wissenschaftsbetrieb widerspruchslos ergebe. Und schwule oder lesbische Lebensgemeinschaften sind für ihn nur "sterile Erotikduos ohne Reproduktionspotenzial". Im übrigen sei generelle Homophobie, also die Ablehnung von Homosexuellen, "instinktiv" und damit natürlich. So äußerte sich Kutschera im Interview mit der erzkonservativen Webseite kath.net, nachdem der Bundestag Anfang Juli die Öffnung der Ehe für alle beschlossen hatte. Er sehe, so der Kasseler Professor, durch das Adoptionsrecht für Homosexuelle "staatlich geförderte Pädophilie und Kindesmissbrauch auf uns zukommen".

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 58757.html
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Okt 2018, 19:24

Selina hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:01)

Der erste Abschnitt deiner Antwort ist ein Paradebeispiel für deine Arroganz und dein nicht vorhandenes Kommunikations-Vermögen. Kapier doch einfach mal: Du musst mir nichts erklären. Ich brauche keinen Unterricht von dir. Andere auch nicht. Bleib mal schön gelassen. Du schreibst immer irgendwas auf, legst es den Leuten in den Mund, als hätten sie es so gesagt, nur, um dann dagegen argumentieren zu können. Verrückt. Du brauchst diese selbstgeschaffene Spiegelung deiner Ansichten offenbar, um dozieren zu können. All das hat aber nichts mit mir und mit dem zu tun, was ich zum Thema sagte und zitierte. Kleiner Tipp: Sieh das Ganze doch einfach mal als sich gegenseitig ergänzende Argumentationen an und gehe nicht immer davon aus, dass du andere belehren musst oder dass auf jedes deiner Argumente nun unbedingt immer und in jedem Fall eingegangen werden muss. Das macht keiner. Man geht auf Argumente des anderen ein, wenn sie einen interessieren, reizen, weiterbringen, nicht weil es irgendeine Pflicht dazu gibt. Und noch etwas: Nicht nur du hast Wissen, Erfahrungen, Ansichten, Meinungen. Andere selbstverständlich auch.

Ich will nicht belehren! Das einzige was ich will, ist dass sich inhaltlich mit meinen Argumenten auseinander gesetzt wird und diese ggf genauso inhaltlich widerlegt werden.
Da kommt aber nix - außer dem ewigen Mantra "Kritik an Gender Studies ist rääächts" als Totschlagargument. Genau das nennt man Immunisierung gegen Kritik.

Selina hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:01)]Und was die Copy-and-paste-Sache anbelangt: Ich hab durchaus schon des Öfteren meine Meinung zum Thema geschrieben. Kein Wunder, wir haben es ja auch schon vor Monaten rauf und runter diskutiert. Und wenn ich dann schon mal so einen langen Text zitiere, dann deshalb, weil ich weiß, dass verlinkte Pressebeiträge nur sehr selten wirklich angeklickt werden, solange nur der Link da steht. Und weil es durchaus statthaft und sinnvoll ist, Texte und Leute zu zitieren, die all das vorher Diskutierte treffend zusammenfassen und bündeln. Mitunter besser, als es jeder andere kann in dem Moment. Einfach, weil sie wirklich zu Hause sind in der Thematik. Deshalb zitiert man ja auch. Aber ich gebe zu: Ich sollte kürzer zitieren und dann eben hoffen, dass der betreffende Link doch angeklickt wird. Gerade bei dieser Problematik hier sollte man des Öfteren genau die Leute sprechen lassen, die sich mit dem Diskussionsgegenstand am besten auskennen. Und wie man gut sehen kann, haben diese Argumente ja auch voll ins Schwarze getroffen. Und was die so genannte Verortung Links-Mitte-Rechts anbelangt: Du bist hier in einem politischen Forum. Und selbstverständlich werden da alle besprochenen Themen durch die User entsprechend der eigenen Wissens- und Erfahrungswelt und entsprechend der eigenen politischen Sozialisation beleuchtet und diskutiert. Logisch.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass es sachlicher und inhaltlicher Argumente bedarf, um Kritik als ungerechtfertigt abzuweisen.
Und NEIN - man kann eben NICHT sehen, dass die Argumente ins Schwarze getroffen haben - haben sie nämlich nicht.
Im Thread-Thema geht es nämlich immer noch darum ob Gender Studies Wissenschaft sind, nach wissenschaftlicher Methode gearbeitet wird oder ob es sich um Ideologie handelt.
Du hast bisher KEINEN Nachweis dafür gebracht, dass es sich bei Gender Studies um Wissenschaft handelt.
Im Gegenteil - Gender Studies sind ein geschlossenes Sinnsystem und Gender"forscher" arbeiten ausschließlich selbstreferentiell und genau das sind Merkmale einer Ideologie.
Ganz abgesehen davon dass die Thesen und Postulate einer Überprüfung in der Realität NICHT standhalten.

Selina hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:01)Inwieweit du dich - wie du schreibst - mit der Materie wirklich auseinandergesetzt hast, weiß ich nicht. Behaupten kann man viel, wenn der Tag lang ist. Du kannst mich jedenfalls mit alledem, was du kommentierst, nach wie vor nicht überzeugen. Und dass es dir eigentlich um eine vermeintliche "Diskriminierung des Mannes" geht, ist mir schon die ganze Zeit klar. Das hat sicher persönliche Ursachen, dass du solche fragwürdigen Theorien aufstellst. Schon seltsam, zumal du ja vorgibst, selbst eine Frau zu sein. Und bei Frauen sollte man schon von Haus aus einen gewissen Kenntnisstand zur Problematik Frau-Sein, Frauenpolitik, Frauendiskriminierung, Gleichstellung, Chancengleichheit voraussetzen.

Ich BIN eine Frau, das hindert mich allerdings nicht am logischen Denken und auch nicht daran, reale Diskriminierung(en) zu erkennen. Die zunehmende Diskriminierung des Mann IST real und nicht vermeintlich!
Chancengleichheit bedeutet immer noch Gleichheit der Ausgangsbedingungen und NICHT Ergebnisgleichheit.
Chancengleichheit für Frauen IST bereits gegeben - sie haben den gleichen Zugang zu Bildung wie Männer und sie haben die gleichen Entscheidungsmöglichkeiten!
NIEMAND hindert Frauen MINT-Fächer zu studieren - sie entscheiden selbst anders.
Die ganzen Gendertussies hätten doch mit guten Beispiel voran gehen können und MINT-Fächer studieren, statt es sich in den Geisteswissenschaften (einer Frauendomäne) bequem zu machen und Unsinn von sich zu geben.
Gleichstellung ist ein Gruppenrecht und bedeutet Ungleichbehandlung des Einzelnen aufgrund (seiner) Gruppenzugehörigkeit. Das wiederum bedeutet, wenn Angehörige einer Gruppe, aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit bevorzugt behandelt werden bzw Privilegien genießen, werden Angehörige einer anderen Gruppe aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit benachteiligt, diskriminiert.
Diese Ungleichbehandlung aufgrund Gruppenzugehörigkeit firmiert unter dem Begriff positive Diskriminierung und meint Maßnahmen der Bevorzugung.
Gleichberechtigung hingegen ist Individualrecht und gewährt JEDEM Menschen gleiche Rechte OHNE Ansehen seiner Gruppenzugehörigkeit.

Und wenn du noch so oft von Frauendiskriminierung faselst, wiederholst damit nur die Falschbehauptungen der Gender"forscher". Diese Frauendiskriminierung gibt es NICHT!


Selina hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:01)Außerdem ist allgemein bekannt, dass sich die Fälle von echter Männerdiskriminierung in einem überschaubaren marginalen Bereich bewegen. Damit baut die Neue Rechte (deren Theorien du oft vertrittst, siehe Diskussion über kulturelle Identität und Verschleierung und vieles weitere mehr) einen Popanz auf. Der Hintergrund: Das konservative Ideal der Vater-Mutter-Kind-Familie soll unbedingt hochgehalten werden. Der Witz dabei: Niemand will denjenigen, die in dieser alten traditionellen Familienart ihr Seelenheil finden, etwas wegnehmen. Ich schon gar nicht. Dieses Familienmodell gehört einfach mit dazu zur Vielfalt an Lebensmodellen, zu denen selbstverständlich auch Patchwork-Familien, Mann-Mann-Kind- und Frau-Frau-Kind-Familien sowie auch allein erziehende Väter und Mütter mit Kindern und Kinderlose gehören. Alles ist möglich. Alles gehört dazu. Die Mehrzahl der Leute wird vermutlich nach wie vor an der Vater-Mutter-Kind-Familie festhalten, was doch auch völlig ok ist. Aber zu einer bunten vielfältigen Gesellschaft gehören halt auch alle anderen Formen des Zusammenlebens und jede dieser Formen hat ihre Daseinsberechtigung. Das ist so und das bleibt auch so.

1. bewegen sich die Fälle von Männerdiskriminierung NICHT im überschaubaren marginalen Bereich, sondern sind allgegenwärtig.
Der Mann - insbesondere der heterosexuelle weiße Mann - ist (neben Naturwissenschaften) das Feindbild Nr.1 in den Gender Studies.

2. hat kulturelle Identität nichts, aber auch GAR NICHTS mit rääächts zu tun.
Ich verweise in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Habilitationsschrift des Verfassungsrichters Prof. Dr. Arnd Uhle!

3. können immer noch nur Mann und Frau miteinander Nachwuchs haben - ergo ist die Vater-Mutter-Kind(er)-Familie die normale Familie. Normal deshalb, weil die am häufigsten auftretende Form der Familie (etwa 78% aller Familien)!

Und nochmal Ausnahmen/Abweichungen vom Normalen bedeuten KEINE Vielflalt!
Vielfalt bedeutet immer noch mit etwa gleicher Häufigkeit auftretend!
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Okt 2018, 19:51

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:54)

Vielleicht sollten sich einige User mal Gedanken darüber machen, was der Sinn der Vokabel "Sinn" ist.

Der Sinn einer Institution besteht ja wohl darin, einen Zweck zu erfüllen. Und wenn der Zweck der Ehe darin bestehen soll, eine Reproduktionsgemeinschaft zu bilden, setzt das voraus, daß die Ehe die Bedingung zur Reproduktion darstellt. Blöderweise kennt die Biologie gar keine Ehe. Und die Menschheit hat sich doch tatsächlich über ein bißchen mehr als zwei oder drei Generationen fortgepflanzt, ohne überhaupt eine Vorstellung davon zu haben, was Ehe sein könnte.

NIEMAND hat behauptet, dass Ehe etwas mit Biologie zu tun hätte, ändert aber nichts an der Tatsache, dass der ursprüngliche Sinn der Ehe eine Reproduktionsgemeinschaft ist.
Und Ehe gibt es länger als du denkst - sehr viel länger!
Ehe als Reproduktionsgemeinschaft sagt zunächst GAR NICHTS über die Form der Ehe aus und auch nichts über die geltenden Regeln. Es sagt nur etwas darüber aus, dass Menschen schon sehr früh Regeln kannten, auch Regeln die Reproduktion betreffend.

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:54)Die Ehe ist eine juristisch definierte und gesellschaftlich anerkannte Lebensgemeinschaft. Und zwar vollkommen unabhängig von der Reproduktion.
Wenn also die Ehe von der Reproduktion unabhängig ist, kann die Reproduktion auch nicht der Sinn der Ehe sein.

Das ist die Ehe heute, war sie jedoch nicht immer.
Und nochmal die Ehe (in welcher Form auch immer) war Voraussetzung/Bedingung für Reproduktion, dass sich Individuen überhaupt reproduzieren durften!
Spätestens seit Homo sapiens sapiens (wenn nicht schon früher) kannten Menschen Regeln für die Reproduktion - die haben eben NICHT wild durcheinander gevögelt!

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:54)Dieses Gelaber von der Reproduktionsgemeinschaft ist genau der biologistische Schwachsinn, den Ulrich Kutschera verbreitet.

Nööö das wird dir auch jeder Archäologe erklären, nur mit etwas anderen Worten.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Fliege » Fr 19. Okt 2018, 19:59

Ich meine, das Eheproblem ist als Beispiel zur Erläuterung des Unterschiedes von Biologie und Biologismus eingeführt worden und sollte als eigenständiges Thema nicht hier im Thread zur neuen "Sokal"-Affäre besprochen werden.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon MäckIntaier » Fr 19. Okt 2018, 20:02

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 19:54)

Vielleicht sollten sich einige User mal Gedanken darüber machen, was der Sinn der Vokabel "Sinn" ist.

Der Sinn einer Institution besteht ja wohl darin, einen Zweck zu erfüllen. Und wenn der Zweck der Ehe darin bestehen soll, eine Reproduktionsgemeinschaft zu bilden, setzt das voraus, daß die Ehe die Bedingung zur Reproduktion darstellt. Blöderweise kennt die Biologie gar keine Ehe. Und die Menschheit hat sich doch tatsächlich über ein bißchen mehr als zwei oder drei Generationen fortgepflanzt, ohne überhaupt eine Vorstellung davon zu haben, was Ehe sein könnte.

Die Ehe ist eine juristisch definierte und gesellschaftlich anerkannte Lebensgemeinschaft. Und zwar vollkommen unabhängig von der Reproduktion.
Wenn also die Ehe von der Reproduktion unabhängig ist, kann die Reproduktion auch nicht der Sinn der Ehe sein.

Dieses Gelaber von der Reproduktionsgemeinschaft ist genau der biologistische Schwachsinn, den Ulrich Kutschera verbreitet.


Es müssten sich User Gedanken machen, ob die Sonne tatsächlich nicht scheint, wenn die Feststellung, sie scheint, von einem getroffen wird, der dem Physikalismus anhängt.

Keiner hat hier nach meinem Verständnis behauptet, die Ehe sei von Reproduktion abhängig - oder woraus lesen Sie das? Die Ehe erfüllt einen ganz bestimmten sozialen Zweck, der vor allem historisch auch von starken ideologischen, machtpolitischen Überlegungen durchsetzt war. Und eine dieser Überlegungen, die bis heute natürlich nachwirkt, ist es, die Ehe als die einzig (durch Gott, eine Sitte, eine Mral etc.) legitimierte Reproduktionsgemeinschaft zu betrachten - sonst würde auch das Verhütungsverbot der katholischen Fraktion gar keinen Sinn machen.

Reproduktion ist zunächst wie Essen ein rein biologischer Vorgang, man möchte ihn aber sozial umhegen, sprich regeln, und klassischerweise war die Ehe der soziale Regelungsversuch hierzu. Dieser Blick auf die Ehe als soziales Regulativ der Reproduktion klingt im GG, das ja noch den Gottesbezug, also das Christentum in der Präambel hat, durchaus nach, auch wenn die Wirklichkeit dieses Verständnis der Ehe inzwischen überholt hat. Wer aber beim klassischen Verständnis der Kirche bleibt, wird sich vielleicht auf den kirchlichen Ursprungsgedanken zurückziehen, bei der Reproduktion als Sinn und Zweck der Veranstaltung nun einmal im Mittelpunkt stand. Allerdings würde ich doch anzweifeln, dass christliche Theologen dabei biologistisch dachten, sie wollten Biologie, das Natürliche doch im Gegenteil geradezu transzendieren und die Sache von Gott her betrachten. Oder sind Sie anderer Auffassung? Würden Sie das dem Biologismus zurechnen?
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Zunder » Fr 19. Okt 2018, 20:14

Die Reproduktion ist ein biologischer Vorgang.
Die Ehe ist eine gesellschaftliche Institution.

Die gesellschaftliche Institution aus dem biologischen Vorgang abzuleiten, ist Biologismus. Darum geht's.

Nach dem Grundgesetz ist die Ehe eine Lebensgemeinschaft, keine Reproduktionsgemeinschaft.
Das läßt sich nachlesen.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Okt 2018, 20:50

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 21:14)

Die Reproduktion ist ein biologischer Vorgang.
Die Ehe ist eine gesellschaftliche Institution.

Die gesellschaftliche Institution aus dem biologischen Vorgang abzuleiten, ist Biologismus. Darum geht's.

Nach dem Grundgesetz ist die Ehe eine Lebensgemeinschaft, keine Reproduktionsgemeinschaft.
Das läßt sich nachlesen.

Niemand hat eine gesellschaftliche Institution aus einem biologischen Vorgang hergeleitet!
Es gibt allerdings intersubjektiv vereinbarte Regeln FÜR biologische Vorgänge und Reproduktion IST so ein biologischer Vorgang.
I.d.R. nennt man solche intersubjektiv vereinbarten Regeln auch Moralvorstellungen oder auch Ethik.
Ehe fällt in den Bereich Moralvorstellungen!
Und das hat absolut gar nix mit Biologismus zu tun!
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon MäckIntaier » Fr 19. Okt 2018, 21:19

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 21:14)

Die gesellschaftliche Institution aus dem biologischen Vorgang abzuleiten, ist Biologismus. Darum geht's.



Wem? Wer leitet das so ab? Ein User? Die Kirche?
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Dark Angel
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Fr 19. Okt 2018, 22:01

MäckIntaier hat geschrieben:(19 Oct 2018, 22:19)

Wem? Wer leitet das so ab? Ein User? Die Kirche?

Da scheint jemand massive Probleme mit dem Unterschied zwischen "Bezug nehmen auf ..." und "ableiten aus ..." zu haben und dann kommt solcher Nonsens raus von wegen "Sinn der Ehe ist Reproduktionsgemeinschaft" als Biologismus zu bezeichnen. :s
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Zunder
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Zunder » Fr 19. Okt 2018, 22:32

Einige scheinen nicht mitbekommen zu haben, daß es hier um den dezidiert BIOLOGISTISCHEN Ansatz von Professor Dr. Ulrich KUTSCHERA geht.

"Die offensichtliche Ablehnung der sogenannten „Ehe für alle“, eine Weiterführung des Begriffs „Homo-Ehe“, teile ich. Meine nachfolgend dargelegte Begründung basiert auf biowissenschaftlichen Fakten: mit Politik oder Religion hat diese naturalistische Anti-Gender-Agenda nichts zu tun."
http://www.kath.net/news/60177

Die Ablehnung der "Homo-Ehe" leitet Kutschera aus der Biologie ab. Das sagt er ziemlich unmißverständlich.
Was soll das denn anderes sein als Biologismus?

Diese Kritik an der Ideologie des Genderismus ist ihrerseits ideologisch. Um diesen Punkt geht es mir.

Wenn im Genderismus von der "Naturalisierung von Heterosexualität", d.h. der behaupteten Ideologisierung eines faktisch natürlichen Verhaltens, die Rede ist, handelt es sich im Prinzip um nichts anderes als den Komplementärstuß zum Biologismus eines Kutschera.
Vernünftigerweise sollte man sich von beidem fernhalten.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon MäckIntaier » Fr 19. Okt 2018, 23:41

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 23:32)
Diese Kritik an der Ideologie des Genderismus ist ihrerseits ideologisch. Um diesen Punkt geht es mir.


Was der zitierte Wissenschaftler über die Ideologie von Gender Studies sagt, war nicht das Thema. Der Strangeröffner hat einen Hoax dreier Wissenschaftler dargestellt, es wurden die inkriminierenden Artikel verlinkt. Es wurde auf die Unwissenschaftlichkeit dieses fragwürdigen Zweigs aus den Sozialwissenschaften hingewiesen, auf den Selbstwiderspruch seines postmodernen Ansatzes, der objektive Wahrheiten ablehnt, jedoch seinerseits den Anspruch erhebt, dies sowie seine Grundaussagen als wahr anzuerkennen. Das ist der zusammengefasste, immer stärker missachtete Ausgangsplot. Dass die Kritik der drei Artikelverfasser ideologisch wäre, müsste gezeigt werden. Die haben sich nicht auf einen anderen Wissenschaftler namens Kutschera berufen, der hier plötzlich als Gewährsmann für den gegenläufigen Ideologieverdacht eingeführt wurde. Das war ein rhetorischer Trick.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Dark Angel » Sa 20. Okt 2018, 11:58

Zunder hat geschrieben:(19 Oct 2018, 23:32)

Einige scheinen nicht mitbekommen zu haben, daß es hier um den dezidiert BIOLOGISTISCHEN Ansatz von Professor Dr. Ulrich KUTSCHERA geht.

"Die offensichtliche Ablehnung der sogenannten „Ehe für alle“, eine Weiterführung des Begriffs „Homo-Ehe“, teile ich. Meine nachfolgend dargelegte Begründung basiert auf biowissenschaftlichen Fakten: mit Politik oder Religion hat diese naturalistische Anti-Gender-Agenda nichts zu tun."
http://www.kath.net/news/60177

Die Ablehnung der "Homo-Ehe" leitet Kutschera aus der Biologie ab. Das sagt er ziemlich unmißverständlich.
Was soll das denn anderes sein als Biologismus?

DU scheinst immer noch nicht mitbekommen zu haben, dass Ehe - in ihrem usrprünglichen Sinn - einen Reproduktionsgemeinschaft bezeichnet - heißt die Regeln festlegt die sich auf einen biologischen Vorgang beziehen, wer, wann mit wem, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen bumsen darf.
Da ist gar nix biologistisch!
Regeln die sich auf biologische Vorgänge beziehen gibt es bereits so lange, wie es Menschen gibt.

Kacken ist auch ein biologischer Vorgang, welcher seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte strengen Regeln unterliegt, aber niemand kommt in diesem Zusammenhang auf den Schwachsinn von "aus biologischen Vorgang abgeleiteten Regeln" zu reden und als Biologismus zu bezeichnen.

Handelt es sich jedoch um Geschlecht und/oder Sexualität und sich darauf beziehende Regeln, dann ist sofort der Kampfbegriff Biologismus zur Hand.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Zunder » Sa 20. Okt 2018, 20:10

Kutschera begründet seine ABLEHNUNG der Homo-Ehe mit angeblich biowissenschaftlichen Fakten.
Eine Ehe ist aber grundsätzlich keine biologische Veranstaltung.

Kacken ist eine biologische Veranstaltung. Genauso wie vögeln.
Es kommt aber niemand auf die Idee, Schwulen das moralisch und juristisch legitimierte Kacken zu verbieten.
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon H2O » Sa 20. Okt 2018, 21:00

Dark Angel hat geschrieben:(20 Oct 2018, 12:58)

...dass Ehe - in ihrem usrprünglichen Sinn - eine Reproduktionsgemeinschaft bezeichnet - heißt die Regeln festlegt die sich auf einen biologischen Vorgang beziehen, wer, wann mit wem, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen bumsen darf.

...


An der Genderei kann ich mich aus Mangel an Sachkenntnis nicht beteiligen. Aus Ihrer Festlegung des ursprünglichen Begriffs "Ehe" als "Reproduktionsgemeinschaft" leite ich ab, daß der dahinter stehende Schutz der Eheleute massenhaft mißbraucht wurde und wird, weil der Zweck der Ehe oft von vorn herein gar nicht erfüllt werden kann. So gesehen müßte dieser schon vor der Eheschließung erkennbare Mißbrauch der Schutzfunktion dazu führen, die Ehe überhaupt nicht geschlossen werden kann! Die "Homo-Ehe" ist so gesehen nur die neueste mißbräuchliche Nutzung des Schutzes einer "Reproduktionsgemeinschaft".

Liebe ist in der Ehe nicht verboten, aber keine grundlegende Voraussetzung. Die Voraussetzung ist allein durch die "Reproduktionsfähigkeit" des Paares zum Zeitpunkt der Eheschließung erfüllt. Insofern kommt auch etwas Licht in Ehen, die aus dynastischen Gründen zwischen einander völlig fremden jungen Leuten geschlossen wurden.

Nachtrag:

    Wenn wir uns nun schon so weit von der heutigen Verwendung des Begriffs "Ehe" entfernen, dann erscheint auch die Mehrfach-Ehe zwischen einem Mann und mehreren Frauen in einem ganz anderen Licht. Diese Form der Ehe war in alten Gesellschaften in biblischen Zeiten üblich, und aus dynastischen Gründen wohl auch zweckmäßig, etwa bei den Osmanen.

Erstaunlich, wohin die Gedanken durch eine solche Diskussion geführt werden! :|
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Re: Neue "Sokal"-Affäre – Genderologen und Pseudo-Feministen aufs Kreuz gelegt

Beitragvon Zunder » Sa 20. Okt 2018, 22:04

Die Ehe ist eine sittlich-juristisch-genealogisch-soziale Veranstaltung und hat mit dem biologischen Aspekt der Reproduktion nicht das Geringste zu tun.
Ein Werturteil über die Ehe aus der Biologie ableiten zu wollen, ist Ideologie und keine Naturwissenschaft.

Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?

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