Was ist die beste Religionskritik?

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Die beste(n) Formen der Religionskritik ist/sind meiner Meinung nach...

Psychoanalyse
2
4%
Bertrand Russel
1
2%
Logischer Empirismus
7
14%
Kritischer Rationalismus
7
14%
Existenzialismus
1
2%
Neomarxismus
2
4%
Agnostizismus
7
14%
Relativismus
1
2%
Eklktizismus
1
2%
Naturwissenschaftliches Weltbild
20
41%
 
Abstimmungen insgesamt: 49
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Fuerst_48
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 13. Jul 2018, 14:40

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Jul 2018, 15:31)

Und wie kommt man dann Sprachlich in die gleiche Ebene wenn man so etwas ablehnt ?

Womit erfolgen Weltsicht, Weltbeschreibung, Weltbilder, etc. ?? Wo stößt Sprache (nach L.Wittgenstein) an ihre Grenzen ??
Denk mal selber nach, bevor du derart banale Fragen stellst!
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 13. Jul 2018, 14:46

Fuerst_48 hat geschrieben:(13 Jul 2018, 15:40)

Womit erfolgen Weltsicht, Weltbeschreibung, Weltbilder, etc. ?? Wo stößt Sprache (nach L.Wittgenstein) an ihre Grenzen ??
Denk mal selber nach, bevor du derart banale Fragen stellst!


Also wenn sich jemand hinstellt und sagt: "Ich lehne deine Behauptung eines Übernatürlichen Hupi Flupi ab weil weil es weder erklärbar noch beweisbar ist." Hat er auch schon verloren weil es das Gespräch sofort in eine Meta Ebene zieht ?

Spannende These.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 13. Jul 2018, 15:24

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Jul 2018, 15:46)

Also wenn sich jemand hinstellt und sagt: "Ich lehne deine Behauptung eines Übernatürlichen Hupi Flupi ab weil weil es weder erklärbar noch beweisbar ist." Hat er auch schon verloren weil es das Gespräch sofort in eine Meta Ebene zieht ?

Spannende These.

...soll ich auf deinen Schwachsinn reagieren ??? :?: :?:
Zuletzt geändert von Fuerst_48 am Fr 13. Jul 2018, 17:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 13. Jul 2018, 16:07

Fuerst_48 hat geschrieben:(13 Jul 2018, 16:24)

...soll ich auf den Schwachsinn reagieren ??? :?: :?:

Du behauptest diesen Schwachsinn.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon unity in diversity » Sa 14. Jul 2018, 19:17

Der Christengott hat zugelassen, daß sein Sohn ermordet wurde.
Damit ist er ein Verräter seines eigenen Fleisches und Blutes und möge der ewigen Verdammnis anheimfallen.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ammianus » Sa 14. Jul 2018, 21:45

unity in diversity hat geschrieben:(14 Jul 2018, 20:17)

Der Christengott hat zugelassen, daß sein Sohn ermordet wurde.
Damit ist er ein Verräter seines eigenen Fleisches und Blutes und möge der ewigen Verdammnis anheimfallen.


Völlig falsch. Gottvater und Jesus sind zusammen mit dem Heiligen Geist Eins und Drei. Dies ist ein Mysterium, dass wir Menschen vielleicht nie wirklich verstehen können. Dies kann wirklich nur der allmächtige dreieinige Gott.
Du kannst versuchen sich dem anzunähern. Aber was du geschrieben hast zeigt, dass du nicht über den menschlichen Horizont hinaus kommst. Niemanden von uns wird das gelingen.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 14. Jul 2018, 22:14

Ammianus hat geschrieben:(14 Jul 2018, 22:45)

Völlig falsch. Gottvater und Jesus sind zusammen mit dem Heiligen Geist Eins und Drei. Dies ist ein Mysterium, dass wir Menschen vielleicht nie wirklich verstehen können. Dies kann wirklich nur der allmächtige dreieinige Gott.
Du kannst versuchen sich dem anzunähern. Aber was du geschrieben hast zeigt, dass du nicht über den menschlichen Horizont hinaus kommst. Niemanden von uns wird das gelingen.

Das sagte man schon über den Dreiköpfigen Höllenhund. Aber irgendwie finde ich es lustig das sich ein paar Menschen einen Gott mit Agregatszuständen gebastelt haben. :D :thumbup:
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ammianus » So 15. Jul 2018, 10:53

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Jul 2018, 23:14)

Das sagte man schon über den Dreiköpfigen Höllenhund. Aber irgendwie finde ich es lustig das sich ein paar Menschen einen Gott mit Agregatszuständen gebastelt haben. :D :thumbup:


Sobald man einen allmächtigen Gott postuliert hat, gibt es keine Möglichkeit mehr, dessen Nichtexistenz zu beweisen. Jeglicher Versuch dies zu tun läuft dabei ins Leere.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » So 15. Jul 2018, 19:02

Ammianus hat geschrieben:(15 Jul 2018, 11:53)

Sobald man einen allmächtigen Gott postuliert hat, gibt es keine Möglichkeit mehr, dessen Nichtexistenz zu beweisen. Jeglicher Versuch dies zu tun läuft dabei ins Leere.

Ja, so wie bei jedem anderen Fantasiegebilde auch.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Progressiver » So 15. Jul 2018, 23:34

Natürlich existiert etwas auf gesellschaftlicher Ebene, wenn sich alle Mitglieder oder die meisten darauf geeinigt haben, dass es das gibt. Bei Religionen stellt sich das in etwa so dar: Zunächst hatten die Menschen ihre Ahnen verehrt. Später hat sich dann das ganze evolutionär(!) weiter entwickelt. Als die Kontakte zueinander größer wurden, musste man Wege und Möglichkeiten finden, den übergroßen Götterhimmel mit zivilisierten Methoden zu kontrollieren. Was ich damit sagen will: Griechen und Römer machten es sich einfach, indem sie Zeus und Jupiter als denselben Gott darstellten. Gleiches galt für viele andere Untergötter auch. Irgendwann schien das mit der Vielfalt und der Toleranz untereinander nicht mehr so zu klappen, da die Gesellschaft im späten Römischen Reich -ähnlich wie heute?- auseinanderfiel. Die Ideologie des einen, einzigen Gottes war dann der Geniestreich der Römischen Kaiser, der die Einheit des Reiches scheinbar wieder herstellen sollte. Es ging also immer nur um Politik. Dass sich im Westen und Norden das Christentum durchgesetzt hatte, war dabei wohl historischer Zufall. Unter anderen Umständen hätte sich vielleicht der MIthraskult oder irgendeine andere Religion durchgesetzt.

Im Süden und Osten dagegen entstand später der Islam. Dieser hatte aber ebenfalls nur deswegen Erfolg, weil er als Kult mit dem Schwert durchgesetzt wurde. Dies verdankt er aber ebenfalls nur einer historischen Besonderheit. Das Byzantinische Reich sowie das neupersische Reich der Sassaniden hatten sich vorher derart gegenseitig bekriegt, dass beide Seiten absolut am Boden lagen. In dieser Situation geschah es also, dass irgendwelche Wüstenkrieger plötzlich Persien ganz und Byzanz fast erobern konnten. Wäre also der Wüstengott Allah dreihundert Jahre früher erschienen, hätten die damals noch mächtigen Reiche der Römer und Perser die Angriffe der Beduinenstämme vernichtend abgewehrt.

Beide Religionen waren aber niemals tolerant, sondern sie stampften jeden Götterkult in Grund und Boden, der nicht mit ihnen synchron ging. Was das Christentum betrifft, so ist diese Religion von der Tradition her ein verkappter Polytheismus, denn dann würde man nicht auf katholischer und orthodoxer Seite die vielen, vielen Heiligen verehren. Damit hat erst der Protestantismus in seinen Ausbreitungsgebieten Schluss gemacht, da er sich von der Wurzel her bzw. radikal dachte. Blutige Religionskriege waren die Folge.

Der Monotheismus ist also evolutionär entstanden. Als solcher ist er aber genau so absurd wie die vielen polytheistischen Religionen. Delikat bis blutrünstig wird die Sache zudem, wenn sich zwei Offenbarungsreligionen gegenüberstehen. Solches gilt für das Christentum und den Islam. Oder den Katholizismus und den Protestantismus. Da beide Seiten keine Beweise dafür haben, wieso sie im Recht sein sollen und die andere Seite nicht, ist das schlagendste Argument dann doch die Gewalt. Und so werden
aus Religionen, die theoretisch Frieden verbreiten wollen, gegenüber Andersgläubigen solche, die auch für Ketzerverbrennungen oder Heilige Kriege stehen. Das ist aber ein Systemfehler, den man nicht verleugnen kann!

Was die weiblichen Gottheiten betrifft: Die gab es früher auch. Nur hatten deren Anhänger eben keine Schwerter als Argumente. Indem man diese also verdrängte und zu Götzen erklärte, konnten sich die männlichen Priester und Päpste ihr Weltbild weiter geben.

Dass es aber auch völlig anders geht, zeigt sich in China. Dort gibt es meines Wissens nur den einen großen Himmel. Und wer dort wohnt, ist den Chinesen völlig egal, da sie eher diesseitig orientiert sind. Bürgerkriege und Aufstände gab es da trotzdem. Aber man musste sich nicht die Mühe machen, die Positionierung der gesellschaftlichen Gruppen bei Auseinandersetzungen beispielsweise immer wieder aus der Bibel oder dem Koran ableiten zu müssen. Und den Frauen, heißt es dort, gehört die Hälfte des Himmels. In der Praxis wurden und werden dort auch Menschen unterdrückt. Aber zumindest kommt dort niemand auf die Idee, dass Frauen im Jenseits schlechter gestellt sein müssen, wie es im Christentum oder Islam der Fall ist.

Ohnehin vermute ich, dass viele Gläubige vor allem irgendwie geistig träge sind.. Deswegen wird lieber weiterhin ein totes Pferd geritten, weil sie unbedingt glauben wollen, dass das Leben als Ganzes einen ultimativen Sinn haben muss.

Hier würde ich ansetzen bei der Religionskritik: Solange die Gläubigen unbedingt glauben wollen, dass das Leben als Ganzes den einen universellen Sinn machen soll, werden sie jegliche Beweise ignorieren. Aber auch dieser Sinnbegriff bringt einen nicht weiter. Letztendlich führen die Gläubigen aber einen Kampf, den sie nicht gewinnen können.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ammianus » Mo 16. Jul 2018, 00:26

Progressiver hat geschrieben:(16 Jul 2018, 00:34)

...

Irgendwann schien das mit der Vielfalt und der Toleranz untereinander nicht mehr so zu klappen, da die Gesellschaft im späten Römischen Reich -ähnlich wie heute?- auseinanderfiel. Die Ideologie des einen, einzigen Gottes war dann der Geniestreich der Römischen Kaiser, der die Einheit des Reiches scheinbar wieder herstellen sollte. Es ging also immer nur um Politik. Dass sich im Westen und Norden das Christentum durchgesetzt hatte, war dabei wohl historischer Zufall. Unter anderen Umständen hätte sich vielleicht der MIthraskult oder irgendeine andere Religion durchgesetzt.

...



Diese Darstellung entspricht nun aber nicht den belegten historischen Tatsachen. Denn bis zu Konstantin entwickelte sich das Christentum in einem Wechsel von Zeiten der Nichtbeachtung und Verfolgung durch den römischen Staat. Das waren immerhin 2 Jahrhunderte.
Vergleicht man es nur mit dem Mithraskult bzw. dem, was wir über diesen wissen, so ist es da auch kein Zufall, dass es sich gegenüber diesem durchgesetzt hat. Der Mithraskult war eine reine Männerreligion. Beim frühen Christentum jedoch waren es sehr häufig in den oberen Schichten die Frauen, die sich angesprochen fühlten und Christen wurden.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 16. Jul 2018, 08:50

Progressiver hat geschrieben:(16 Jul 2018, 00:34)
Ohnehin vermute ich, dass viele Gläubige vor allem irgendwie geistig träge sind.. Deswegen wird lieber weiterhin ein totes Pferd geritten, weil sie unbedingt glauben wollen, dass das Leben als Ganzes einen ultimativen Sinn haben muss.

Och, ich würde ja eher sagen, daß die Religionen im Gegenteil sehr lebendige Pferde sind. Zugegebenermaßen allerdings sehr bockige. Und die Atheisten sind da eher träge. Und steigen nicht auf. ;)
Hier würde ich ansetzen bei der Religionskritik: Solange die Gläubigen unbedingt glauben wollen, dass das Leben als Ganzes den einen universellen Sinn machen soll, werden sie jegliche Beweise ignorieren. Aber auch dieser Sinnbegriff bringt einen nicht weiter. Letztendlich führen die Gläubigen aber einen Kampf, den sie nicht gewinnen können.

Welche beweise sollten denn Gläubige ignorieren? Der Hauptvorwurf ist doch immer, es gäbe keine Beweise für ihre Religion. Also z. B. keinen Beweis für die Existenz eines Gottes.
Und bitte welchen Kampf führen denn Gläubige gegen wen? Und was sollte der Gewinn sein? Und was bedeutet eine Niederlage?
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 16. Jul 2018, 10:00

Dampflok94 hat geschrieben:(16 Jul 2018, 09:50)

Und bitte welchen Kampf führen denn Gläubige gegen wen?

Einen Heiligen gegen Unglàubige?

Und was sollte der Gewinn sein? Und was bedeutet eine Niederlage?

Bestätigung ihres Irrsinns?
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 16. Jul 2018, 10:06

Ein Terraner hat geschrieben:(16 Jul 2018, 11:00)

Einen Heiligen gegen Unglàubige?

Bestätigung ihres Irrsinns?

Was sind denn das für schwachsinnige Antworten? :?:
Wer abends im Bett betet führt einen heiligen Krieg? Wenn Du das meinst, sollten wir über die Frage wer hier genau irrsinnig ist nochmal genauer nachdenken.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Mo 16. Jul 2018, 10:08

Dampflok94 hat geschrieben:(16 Jul 2018, 11:06)

Was sind denn das für schwachsinnige Antworten? :?:
Wer abends im Bett betet führt einen heiligen Krieg? Wenn Du das meinst, sollten wir über die Frage wer hier genau irrsinnig ist nochmal genauer nachdenken.

Tellerrand, das Leben besteht nicht nur aus kindlichen verhalten.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 16. Jul 2018, 10:19

Ein Terraner hat geschrieben:(16 Jul 2018, 11:08)

Tellerrand, das Leben besteht nicht nur aus kindlichen verhalten.

Zwar bleibt der Sinn deiner Aussage völlig im Dunklen, aber was solls. :D
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Progressiver » Mo 16. Jul 2018, 16:03

Ammianus hat geschrieben:(16 Jul 2018, 01:26)

Diese Darstellung entspricht nun aber nicht den belegten historischen Tatsachen. Denn bis zu Konstantin entwickelte sich das Christentum in einem Wechsel von Zeiten der Nichtbeachtung und Verfolgung durch den römischen Staat. Das waren immerhin 2 Jahrhunderte.
Vergleicht man es nur mit dem Mithraskult bzw. dem, was wir über diesen wissen, so ist es da auch kein Zufall, dass es sich gegenüber diesem durchgesetzt hat. Der Mithraskult war eine reine Männerreligion. Beim frühen Christentum jedoch waren es sehr häufig in den oberen Schichten die Frauen, die sich angesprochen fühlten und Christen wurden.


Ich hatte mich in meinem letzten Posting wohl unklar ausgedrückt. Natürlich entstand die christliche Sekte ohne Wissen der Römer bzw. ohne deren Erlaubnis. Als das Römische Reich aber am Zerfallen war, kamen die Kaiser ab Konstantin auf die Idee, es durch die Ideologie des einzigen Gottes wieder zu einen. Der Mithraskult war vielleicht auch falsch gewählt als Beispiel. Aber auch das frühe Christentum hat viele andere religiöse Bewegungen und deren Einflüsse in sich aufgenommen. Bei den Juden gab es dieses manichäische Bild zwischen Himmel und Hölle bzw. dem Endkampf zwischen Gut und Böse gar nicht. Dafür aber bei östlichen Religionen und Kulten jener Zeit. Meines Wissens hat da Augustinus eine große Rolle gespielt. Dann wurde auch die griechische Philosophie -und hier maßgeblich wohl die Stoa- dahingehend verwurstet, dass man die körperliche Liebe als geringer einschätzte als die ideelle. Vom Kult des Sonnengottes, also des Sol Invictus, übernahm man kurzerhand dessen wichtigsten Feiertag. Niemand weiß, an was für einem Tag der historische Jesus geboren wurde. Aber die Christen legten halt den Geburtstag ihres Idols auf den Tag der Wintersonnenwende. Dies nur mal als wenige Beispiele.

Wenn also Jesus ein Gottessohn sein sollte, war das zu jener Zeit nichts besonderes. Auch die griechischen Götter beispielsweise zeugten dem Glauben nach alle möglichen Helden. Und wenn Jesus aus dem Jenseits wieder zurückkommen konnte, dann möchte ich daran erinnern, dass es auch bei den Hellenen den Glauben gab, dass jemand -war es Herakles?- wieder aus dem Hades zurückkam. Ebenso kann man die Geschichte von Osiris nehmen, der ebenfalls aus dem ägyptischen Totenreich wieder zurückkommen konnte. Komischerweise bemerken die heutigen Gläubigen, dass das alles nur Mythen sind. Aber was den eigenen Glauben betrifft, sind sie doch seltsam betriebsblind.

Dass ich mich hier auf das Christentum beschränkt habe, soll jetzt aber keine explizite Kritik an dieser Religion sein. Natürlich sind damit auch sämtliche andere gemeint! Und wie jeder hoffentlich weiß: Die Idee des einzigen Gottes war eine Erfindung der alten Ägypter. Ich weiß gerade nicht mehr, welcher Pharao es war, der den Monotheismus erfand. Ich glaube, es war Tut-Ench-Amun(?), der den ägyptischen Sonnengott als einzigen Kult etablieren wollte. In Ägypten hielt sich das aber nicht lange. Dafür schien dies den frühen Juden zu imponieren, so dass sie ihren Donnergott Jahwe zum einzig existenten erklärten. Und auch die späteren Araber sprangen auf diesen Zug auf. Nicht aber Allah hat es geschafft, dass die Araber dann ein riesiges Großreich erobern konnten, sondern der historische Zufall. Bzw. der günstige Augenblick, da sowohl die Römer als auch die Perser nach einer langen Kriegsphase gegeneinander am Boden lagen.

Dass sich also bestimmte Religionen durchgesetzt hatten und andere nicht, hat also vor allem politische, militärische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Ursachen. Die Araber waren mit ihrer Religion zufällig zur richtigen Zeit präsent, um mit dem Schwert ein Großreich zu erobern. Die vermeintliche Stärke des Christentums liegt wohl eher an der Demokratisierung des Jenseits, so dass jeder nach dieser Religion die Chance hat, in einem Himmel zu kommen. Bei den alten Ägyptern dagegen waren es ja fast nur die Pharaos. Und auch die Germanen später fanden das Christentum wohl deswegen besser als ihre alten Kulte, weil da nicht nur die größten Krieger nach Walhalla durften, sondern auch alle anderen in den christlichen Himmel durften, wenn sie denn nur fest genug daran glaubten. ;)

Was also nicht stimmt, ist der Umstand, dass sich die heutigen Religionen auf diesem Planeten deswegen durchgesetzt hatten und andere nicht, weil sie die größere Wahrheit transportieren würden. In Wirklichkeit sind aber auch sie doch eigentlich nur eines: Mythen.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 16. Jul 2018, 16:18

Progressiver hat geschrieben:(16 Jul 2018, 17:03)
In Wirklichkeit sind aber auch sie doch eigentlich nur eines: Mythen.

Aber diese Mythen sind eben gefährlich.
Jeder Mensch hat seine Zeit zu wirken.
Und was es darüber hinaus geben soll,
ist Grobfug oder nicht bewiesen.
Das darf eben keine Lebensmaxime sein!
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Progressiver » Mo 16. Jul 2018, 16:22

Dampflok94 hat geschrieben:(16 Jul 2018, 09:50)

Och, ich würde ja eher sagen, daß die Religionen im Gegenteil sehr lebendige Pferde sind. Zugegebenermaßen allerdings sehr bockige. Und die Atheisten sind da eher träge. Und steigen nicht auf. ;)


Warum sollte ich an Mythen glauben? (Siehe mein letzter Beitrag.) Ich halte es dann doch lieber mit dem griechischen Logos. Dieser entstand zwar ebenfalls laut meinen Philosophiebüchern aus dem Mythos. Im Endeffekt stellt er aber das genaue Gegenteil dar.

Welche beweise sollten denn Gläubige ignorieren? Der Hauptvorwurf ist doch immer, es gäbe keine Beweise für ihre Religion. Also z. B. keinen Beweis für die Existenz eines Gottes.
Und bitte welchen Kampf führen denn Gläubige gegen wen? Und was sollte der Gewinn sein? Und was bedeutet eine Niederlage?


Die Gläubigen führen einen Kampf gegen die eigene Sterblichkeit, um mich mal kurz zu fassen. Diesen verlieren sie aber. Genau wie übrigens die Atheisten. Nur ist mir das vielleicht bewusster als irgendeinem frommen Religionsanhänger, dass nach diesem Leben eben nicht eine ewige Party in einem Paradies kommt, sondern eben die finale Vernichtung als Individuum. Umso wichtiger ist es daher, dieses Leben zu genießen.

Ein weiteres Feld ist der Kampf gegen die Sinnlosigkeit des Lebens. Ich für meinen Teil kenne mich zu wenig aus mit der philosophischen Strömung des Existenzialismus. Was ich darüber weiß, ist: Auch sie halten das Leben in seiner Gesamtheit für sinnlos. Und versuchen aber Wege aufzuzeigen, gegen die Absurdität des Seins zu kämpfen und dennoch glücklich zu sein. Die Religionen dagegen vermitteln den Eindruck, es gäbe einen Urgrund, der dem ganzen Sein einen Sinn vermitteln würde. Die meisten klammern sich dabei an irgendwelche Gottesvorstellungen. Wenn man also Atheist ist, dann muss man anerkennen, dass das Leben an sich ohne Sinn, Ziel und Zweck existiert. Jeder kann nur versuchen, seinem eigenen kleinen Dasein einen individuellen Sinn zu geben. Ich denke, viele Religionsanhänger sind alleine schon daher vom Gefühl(!) her nicht bereit, sich dieser großen Sinnlosigkeit zu stellen, sondern lassen sich lieber von ihren Gurus, Priestern und Vorbetern einlullen.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 16. Jul 2018, 16:43

Progressiver hat geschrieben:(16 Jul 2018, 17:22)

Jeder kann nur versuchen, seinem eigenen kleinen Dasein einen individuellen Sinn zu geben. Ich denke, viele Religionsanhänger sind alleine schon daher vom Gefühl(!) her nicht bereit, sich dieser großen Sinnlosigkeit zu stellen, sondern lassen sich lieber von ihren Gurus, Priestern und Vorbetern einlullen.

Sollen sie das doch tun in ihren Gemeinschaften.
Aber sie haben eben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit!
Den Anspruch hat aber unser Grundgesetz.
Und das gilt es zu verteidigen!
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(

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