Christentum - Monotheismus und Heilige

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Ein Terraner
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Re: Christentum - Monotheismus und Heilige

Beitragvon Ein Terraner » Mi 2. Mai 2018, 11:22

Senexx hat geschrieben:(02 May 2018, 12:18)

In diesem Strang werde ich nicht diskutieren. er wurde nicht von mir eröffnet. Und die Eröffnung entspricht nicht den Forenregeln.


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Michi
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Re: Die Kippa

Beitragvon Michi » Mi 2. Mai 2018, 11:34

Senexx hat geschrieben:(30 Apr 2018, 20:20)

Heilige sind keine Götter. Das wissen Sie vermutlich nicht.

De facto schon. Aber Polytheismus ist ja auch nicht schlimmer als Monotheismus.
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Re: Christentum - Monotheismus und Heilige

Beitragvon Alexyessin » Mi 2. Mai 2018, 12:12

Senexx hat geschrieben:(02 May 2018, 12:18)

In diesem Strang werde ich nicht diskutieren. er wurde nicht von mir eröffnet. Und die Eröffnung entspricht nicht den Forenregeln.


Schlechtes Ausweichmanöver. :)
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Re: Die Kippa

Beitragvon aleph » Mi 2. Mai 2018, 18:25

Alexyessin hat geschrieben:(02 May 2018, 11:54)

Die Katholiken beten keine Heiligen an? Bist du dir da ganz sicher? Welche katholische Kirche soll das sein?


In Deinem Zitat steht ja schon die Lösung zu diesem scheinbaren Widerspruch:

Bitte für mich


Unter einem "Gott" versteht man landläufig ein übernatürliches Wesen, das in sich übernatürliche Kräfte hat und diese einsetzen kann im Rahmen seiner Macht. Das trifft auf die Heiligen nicht zu, obwohl die Gebete und Anrufungen das vermuten lassen. Es sind halt nur Ehrbezeichnungen ohne reale Macht dahinter. Maria ist nicht die Himmelskönigin aus eigener Kraft, sondern wird mit diesem Titel geehrt.. Man bittet die Heiligen, bei Gott Fürsprache zu halten. Das ist natürlich eine Gottesvorstellung, die Protestanten zutiefst ablehnen. Das ist ein Gott, der nicht mit jedem redet und den man erst über eine einflussreiche Person überreden muss. Ein Gott, der den Menschen fern ist.

Also rein formal stimmt das schon. Wenn das Christentum polytheistisch ist, dann nicht wegen Maria und den Heiligen, sondern weil der Teufel quasi zu einem Gegengott erhöht worden ist, bei dem Gott etwas kaufen und dafür bezahlen muss und nicht mehr nur reines Geschöpf Gottes ist, das vollständig von Gott abhängig ist, was die Theologen aller Konfessionen natürlich bestreiten werden :D

Im Übrigen kann man mit dieser Rhetorik im Grunde genommen die 300 Millionen Dorfgötter des Hinduismus auf einen Gott, das(sic!) Brahma reduzieren. Dann wäre der Hinduismus ebenfalls monotheistisch. Küng hat so was ja hinbekommen in seiner Rhetorik.

Im Buddhismus gibt es ebenfalls Mittler, die ähnlich verehrt werden.

Wie Bleibtreu sicherlich besser erklären kann, gibt es im Judentum ebenfalls Mittler, bei denen aber wichtige Unterschiede zum Christentum bestehen: bei denen ist noch wesentlich klarer, dass sie nur auf Befehl hin handeln können und sie handeln nur auf Gottes Befehl und sind nicht Ansprechpartner für Bitten von Menschen.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: Die Kippa

Beitragvon aleph » Mi 2. Mai 2018, 18:27

Dieter Winter hat geschrieben:(30 Apr 2018, 19:52)

Ich vermute, dass das eine Konzession der Missionare an die "Heiden" war. Ein einziger Gott, war halt doch etwas mager.


Die Heiligen haben mit den altnordischen Göttern etwas gemeinsam: sie haben Familien, Skandale und Geschichten. Menschen können sich mit ihnen viel besser identifizieren, als mit dem fernen dreieinigen Gott, den nicht mal die Theologen verstehen.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: Christentum - Monotheismus und Heilige

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 2. Mai 2018, 19:44

Die in Europa entwickelte Dreieinigkeit fand auch fruchtbaren Boden. Im Keltentum gab es das ähnlich. Die Zahl 3 war ein Symbol der Kraft, viele Gottheiten wurden Dreifach dargestellt.

Dreigesichtiger Gott von Bavay, 2.Jahrhundert v. Christus
https://www.flickr.com/photos/renzodionigi/3411541690

Oder die "drei Mütter von Burgund", 3.Jahrhundert v. Christus.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Christentum - Monotheismus und Heilige

Beitragvon van Kessel » Mi 2. Mai 2018, 21:06

schon einzigartig die Chuzpe, in Gesellschaften einzudringen. Erinnert doch an den Lionel, den Schelm mit dem roten Schild, welcher im England des 19. Jhd., sich 6mal ins Oberhaus wählen ließ, aber den vorgeschriebenen Eid ablehnte. Dann schwor er 1858 den Treueeid auf die hebräische Bibel. Fünfzehn Jahre saß er dann im britischen Parlament und machte nicht ein einiges Mal den Mund auf.

Christen beten keine Heiligen an - wurde ja schon erwähnt - sondern sind halt ebenso seltsam in ihren Glaubensriten, wie andere Gläubige (oder Menschen, welche sich in ihrer Gesellschaft nicht absondern möchten und deshalb mitmischen).

Dass alle monotheistischen Religionen einem Mythos anhängen, macht die Sache auch nicht einfacher. Dass sogar 'die Glauben' (kein orthografischer Fehler) Mythen sind, mag einem realistischen Menschen seltsam anmuten. Sind noch ein gutes Stück von der Vollendung des Menschen entfernt. Mag sein, dass er sich vorher schon abgeschafft hat mit seinen 'neuen Göttern' und der Suche nach 'Glück'.

Btw. hätte man die zwei jüdischen Schöpfungsmythen auf eine reduzieren müssen (die von androgynen Gott) dann wäre der Menschheit zumindest die Story mit der Rippe erspart geblieben und der männliche Chauvinismus. Muttergottheiten hatten gegen die Rippenversion keine Chance; bis A. Merkel kam. Halleluja!

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