Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

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aleph
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon aleph » Do 31. Aug 2017, 06:56

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Aug 2017, 18:01)

Achtung Titeländerung: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Hadsch حج ist die jährliche Pilgerfahrt nach Mekka, die Muslime nach einigen Interpretationen nach Möglichkeit mindestens einmal im Leben durchführen sollen.
Da Mekka im dubiosen Saudi-Arabien liegt, stellt die Reise für viele Menschen ein erhebliches Risiko dar. Während der Wallfahrt dürfen die Gläubigen sich nicht rasieren oder Haare schneiden, Frauen dürfen sich zudem nicht voll verschleiern. Darauf legt die Religion großen Wert.

Rund zwei Millionen Menschen machen sich jährlich auf den anstrengenden Weg, an dessen Höhepunkt die Kaaba siebenmal umrundet werden soll - nicht zuletzt diese Station birgt erhebliche Verletzungs- und Gesundheitsgefahren. Schnell bricht auch mal eine Panik aus.

Der Islam wird auch in Deutschland immer beliebter, inklusive Hadsch. Man kann praktisch sagen, der Islam gehört auch zur deutschen Kultur teilweise dazu.

Man kann gewissermaßen von einem Weltkulturerbe sprechen, das alle Völker vereinigt. Sollten die deutschen Sozialbehörden finanziell schwachen Familien die Möglichkeit bieten, ein zinsloses Darlehen zur Durchführung dieser wichtigen Kulthandlung aufzunehmen? Immerhin werden teilweise auch Klassenfahrten ärmerer Schüler durch die Sozialbehörden mitfinanziert. Was meint ihr? Ein Stück Integration? Sollten auch der Jakobsweg und der Besuch des Heiligen Rockes in Trier gleichgestellt werden?


Nein, denn die Hadsch ist nur verpflichtend für Moslems, die sich das leisten können. Dass Klassenfahrten für arme Kinder kostenlos sind, hängt mit dem Erziehungsauftrag des Staates zusammen. Der Staat will, dass die Schüler auf Klassenfahrt gehen, also soll er das auch ermöglichen. Der Staat hat aber nicht die Aufgabe, den Menschen bei der Erfüllung religiöser Wünsche finanzielle Unterstützung zu leisten. Oder soll der Staat auch die Fahrt zu Kirchentagen plus Übernachtung zahlen?
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 31. Aug 2017, 07:19

Nein. Der Staat sollte weder religiöse Pilgerfahrten noch sonstige private Sinnsuchen und Vergnügungen wie die Bundesliga finanziell unterstützen. Kurz und knapp.
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon Quatschki » Do 31. Aug 2017, 07:32

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Aug 2017, 19:12)

Das wäre ein feiner Zug von ihnen, aber kein Diskussionsgegenstand in einem Forum über Politik. Dann sollten wir eher darüber reden, ob und warum man solche Förderungsangebote will oder nicht will. Wie gesagt, Religion ist hier mehr ein Beispiel für prägende Lebensereignisse des Einzelnen.

Du meinst so was?
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Aug 2017, 07:36

Quatschki hat geschrieben:(31 Aug 2017, 08:32)

Du meinst so was?

Auf den ersten kurzen Blick, ja.
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon Quatschki » Do 31. Aug 2017, 07:59

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Aug 2017, 08:36)

Auf den ersten kurzen Blick, ja.

Nach Auschitz oder Buchenwald kann aber jeder,
auf den Jacobsweg kann jeder, zum Leninmausoleum kann jeder, zum indischen Guru kann jeder

Nach Mekka aber dürfen nur Moslems.
Somit kann man mitnichten "von einem Weltkulturerbe sprechen, das alle Völker vereinigt."
Es vereinigt nur die Moslems,
so wie der Reichsparteitag in Nürnberg die Nazis vereinigte, um ihnen ein "Wir"-Gefühl der Stärke zu verschaffen.
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Aug 2017, 08:50

Quatschki hat geschrieben:(31 Aug 2017, 08:59)

Nach Auschitz oder Buchenwald kann aber jeder,
auf den Jacobsweg kann jeder, zum Leninmausoleum kann jeder, zum indischen Guru kann jeder

Es geht ja ums liebe Geld.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 31. Aug 2017, 08:54

Keoma hat geschrieben:(30 Aug 2017, 18:57)

Guter Ansatz - wie fördert man Ateisten?

Die bekommen einmal pro Woche eine Portion Spaghetti gratis. Oder es wird ein Ausflug zum Burning Man-Festival gesponsert.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon Quatschki » Do 31. Aug 2017, 11:13

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Aug 2017, 09:50)

Es geht ja ums liebe Geld.

Ein Pilger soll nicht auf den Staat, sondern auf den Allmächtigen vertrauen!
Das ist ja gerade das Wesen der Pilgerei
Wenn der Allmächtige will, dass du dein Ziel erreichst, wird er dich unterwegs auch nähren

Wenn es aber Allahs Plan ist, Dich mit Armut zu schlagen, so dass Du Dir keine Hadsch leisten kannst, wer bist Du dann, nach dem Staat und dem Geld der Ungläubigen zu rufen??
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Re: Hadsch, Jakobsweg & Co - Lebensereignisse als Soziales Recht?

Beitragvon Antonius » Do 31. Aug 2017, 13:30

Quatschki hat geschrieben:[url=http:
Ein Pilger soll nicht auf den Staat, sondern auf den Allmächtigen vertrauen!
Das ist ja gerade das Wesen der Pilgerei
Wenn der Allmächtige will, dass du dein Ziel erreichst, wird er dich unterwegs auch nähren.
Wenn es aber Allahs Plan ist, Dich mit Armut zu schlagen, so dass Du Dir keine Hadsch leisten kannst, wer bist Du dann, nach dem Staat und dem Geld der Ungläubigen zu rufen??
Ohne Zweifel, ein Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela wird von Gott geleitet.
Die mohammedanische Hadsch hat allerdings nichts mit einer christlichen Pilgerfahrt zu tun.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)

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