Atheophobie

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Katenberg
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Re: Atheophobie

Beitragvon Katenberg » Mo 7. Aug 2017, 23:26

Michi hat geschrieben:(07 Aug 2017, 14:22)

Ich denke schon, dass man das zu Recht kritisieren kann. Die Glaubensfreiheit endet da, wo die Glaubensfreiheit der Anders- und Ungläubigen anfängt.


Rechtsverständnisse sind in Kulturen und Zivilisationen nterschiedlich
Je freier die Nation, desto sozialer ist sie
Denn jeder Unterdrücker will die Menschen nur vor sich selbst schützen
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Re: Atheophobie

Beitragvon Flaschengeist » Di 8. Aug 2017, 00:21

Keoma hat geschrieben:(07 Aug 2017, 07:56)

Für Menschen zu Mohammeds Zeiten war so etwas wie Atheismus nicht vorstellbar.



Wer sich von seiner Religion lossagt, der verrät auch seine Familie.

Und im Orient ist die Familie eben alles.
„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

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Re: Atheophobie

Beitragvon hafenwirt » Di 8. Aug 2017, 08:39

Flaschengeist hat geschrieben:(08 Aug 2017, 01:21)
Und im Orient ist die Familie eben alles.


Malaysia liegt nicht im "Orient".
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Re: Atheophobie

Beitragvon Flaschengeist » Di 8. Aug 2017, 10:33

hafenwirt hat geschrieben:(08 Aug 2017, 09:39)

Malaysia liegt nicht im "Orient".



Richtig.

Der Isalm ist aber eine orientalische Religion.

Im Judentum und Christentum gelten ähnliche Regeln. Nur wird das heute nicht mehr umgesetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie
„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

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Re: Atheophobie

Beitragvon Michi » Fr 11. Aug 2017, 11:26

https://hpd.de/artikel/hussain-darf-bleiben-14686

Ein pakistanischer Ex-Muslim suchte in Deutschland Asyl, da ihm in seinem Heimatland die Todesstrafe droht. Das BAMF lehnte das ab, aber vor Gericht hat er jetzt Recht bekommen. Gute Entscheidung.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Misterfritz » Fr 11. Aug 2017, 12:03

Michi hat geschrieben:(11 Aug 2017, 12:26)

https://hpd.de/artikel/hussain-darf-bleiben-14686

Ein pakistanischer Ex-Muslim suchte in Deutschland Asyl, da ihm in seinem Heimatland die Todesstrafe droht. Das BAMF lehnte das ab, aber vor Gericht hat er jetzt Recht bekommen. Gute Entscheidung.

:thumbup:
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Re: Atheophobie

Beitragvon Adam Smith » Fr 11. Aug 2017, 13:17

Michi hat geschrieben:(11 Aug 2017, 12:26)

https://hpd.de/artikel/hussain-darf-bleiben-14686

Ein pakistanischer Ex-Muslim suchte in Deutschland Asyl, da ihm in seinem Heimatland die Todesstrafe droht. Das BAMF lehnte das ab, aber vor Gericht hat er jetzt Recht bekommen. Gute Entscheidung.

Gleichzeitig wird betont wie tolerant doch alle sind. Was macht der Mann jetzt eigentlich in Deutschland?
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Re: Atheophobie

Beitragvon Quatschki » Fr 11. Aug 2017, 13:58

Adam Smith hat geschrieben:(11 Aug 2017, 14:17)

Gleichzeitig wird betont wie tolerant doch alle sind. Was macht der Mann jetzt eigentlich in Deutschland?

Was hat er denn in Pakistan gemacht?

Das ist eben der kulturelle Unterschied
Bei uns fragt man: Was machst du so? Ich bin Einzelhandelskaufmann, Gemüsefrau, IT-Berater
Dort fragt man: Was machst du so? Ich bin Sunnit, Schiit, Jesid, Alevit
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Re: Atheophobie

Beitragvon Adam Smith » Fr 11. Aug 2017, 15:11

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Aug 2017, 09:55)

Die Re-Islamisierung selbst in halbwegs liberalen Staaten nimmt immer größere Ausmaße an und beeinträchtigt das Leben von Menschen, die frei von Religion leben wollen. Wo soll das enden? Bekommen wir "im Westen" dann irgendwann eine Re-Christianierung? Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Hokuspokus und Aberglauben den Ton angibt.


In Indonesien ist es nicht anders als in den arabischen Ländern.

03.08.2017
Jakarta - In Indonesien hat eine aufgebrachte Menschenmenge einen 30-jährigen Mann gelyncht, der angeblich einen Verstärker aus einer Moschee gestohlen hatte.

Der mutmaßliche Dieb wurde nach Angaben der Polizei vom Donnerstag in der Hauptstadt Jakarta auf frischer Tat ertappt. Dann sei er durch die Straßen gejagt, verprügelt und mit Benzin übergossen und angezündet worden. Er starb an seinen Verletzungen.


http://www.abendzeitung-muenchen.de/inh ... 7e476.html
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Re: Atheophobie

Beitragvon Adam Smith » Fr 11. Aug 2017, 15:12

Quatschki hat geschrieben:(11 Aug 2017, 14:58)

Was hat er denn in Pakistan gemacht?


Vielleicht eine missverständliche Äußerung getätigt. Im Prinzip ist das unklar.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Adam Smith » Fr 11. Aug 2017, 15:16

Die Beschneidung der Frau gibt es auch in Indonesien.

In Indonesien sind 88% der Bevölkerung islamischen Glaubens. Rund die Hälfte aller Mädchen unter 11 Jahren ist von weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) betroffen.

Die Praktik wird dabei oft von medizinischem Personal durchgeführt. In urbanen Gegenden zu 62% von Hebammen und zu 30% von Geburtshelferinnen, in ländlichen Regionen zu 51% von Geburtshelferinnen und zu 39% von Hebammen.

In 91% der Fälle findet die Genitalverstümmelung auf Wunsch der Eltern statt. In Indonesien wird die Praktik khitan oder sunat perempuan genannt. Die Yayasan Assalaam, eine islamische Stiftung, veranstaltet seit 1958 jährlich in z. B. Klassenzimmern eine Massenzeremonie (khitanan massal) zur Beschneidung junger Mädchen. Die Zeremonie findet jeweils im Mondmonat des Propheten Mohamed statt.

In den letzten Jahren nahmen auch Beschneidungen an Babys im Rahmen von „Birth-Packages“ zu. Diese werden kostenpflichtig von vielen Krankenhäusern nach der Geburt angeboten und beinhalten Impfungen, das Piercen der Ohren sowie weibliche Genitalverstümmelung.


https://www.frauenrechte.de/online/inde ... indonesien
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Re: Atheophobie

Beitragvon schelm » Fr 11. Aug 2017, 16:15

Provokateur hat geschrieben:(07 Aug 2017, 10:28)

Die AfD hält christliche Werte ganz hoch und biedert sich bei den Kirchen an. Denkbar wäre ein solcher Roll-Back.

Allerdings war es Fr.Merkel die empfahl ein Gegengewicht dadurch zu schaffen, in dem man einfach öfters in die Kirche geht, dortige Bilder beschreiben und seine Bibelkenntnisse optimieren kann.

Das sagte wohlgemerkt keine Zeugin Jehovas, sondern die Bundeskanzlerin. Benötigst du den Link zum Quellvideo ?
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
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Re: Atheophobie

Beitragvon gödelchen » Fr 11. Aug 2017, 18:05

schelm hat geschrieben:(11 Aug 2017, 17:15)

Allerdings war es Fr.Merkel die empfahl ein Gegengewicht dadurch zu schaffen, in dem man einfach öfters in die Kirche geht, dortige Bilder beschreiben und seine Bibelkenntnisse optimieren kann.

Das sagte wohlgemerkt keine Zeugin Jehovas, sondern die Bundeskanzlerin. Benötigst du den Link zum Quellvideo ?


Nun ja, als Pfarrerstochter ....

Und das Anbiedern der Biedermänner/-frauen stößt ja auf breite Ablehnung dort. Die Werte, die die Biermänner/-frauen vertreten sind eigentlich auch keine christlichen, da fehlt viel Nächstenliebe.
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Re: Atheophobie

Beitragvon gödelchen » Fr 11. Aug 2017, 18:20

Die besten Essays gibt es immer noch hier in der Netzwelt. Dieses ist aiuch eines ganz in meinem Sinne:

https://www.perlentaucher.de/essay/eine ... beile.html

Daraus:

Alle neuen Konfessionen, die nach Europa gelangten - Buddhismus, Hinduismus, Konfuzianismus, die Religion der Sikhs, passten sich diesem Spiel des Pluralismus mehr oder weniger gutmütig an. Der radikale Islam hat diesen stillschweigenden Pakt nach 1979 gebrochen, denn er akzeptiert den Laizismus nicht, sondern fordert Sonderrechte für seine Gläubigen, geißelt die Freiheit der Frauen, zwingt sie zum Schleier, verspricht Homsexuellen die Hölle, möchte Geschlechtertrennung in Krankenhäusern, an Stränden und in Schwimmbädern.

..m.E und nicht nur der radikale Islam ist so aufgestellt. Das Sonderrecht ( einfordern) ist des Islams höchste Tugend :-)

Das Sonderrecht Andersgläubige, Apostaten uvm zu massakrieren nehmen sie sich bekanntermaßen weltweit heraus. Das Sonderrecht gegen alles zu lamentieren , zu jammern und zu beklagen ist ja im Islam gesellschaftlich erprobtes Mittel um seine Interessen durchzusetzen...wenn man sonst nichts hat :-) ..nur sollten wir was gegen solche Gebahren etwas mehr Haltung zeigen.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Michi » Fr 8. Sep 2017, 05:29

Eine Umfrage hat u.a. das Misstrauensniveau von Amerikanern gegenüber Moslems, Atheisten, Juden und konservativen Christen untersucht. Ergebnisse unter anderem: Atheisten werden die schlechtesten moralischen Werte zugeschrieben, die meisten Freiheitseinschränkungen fürchtet man aber von konservativen Christen und am meisten bedroht fühlt man sich von Moslems.

Hier die Ergebnisse: http://www.baylor.edu/baylorreligionsurvey/doc.php/292546.pdf
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Re: Atheophobie

Beitragvon Antonius » Fr 8. Sep 2017, 10:30

gödelchen hat geschrieben:(11 Aug 2017, 19:20)

Die besten Essays gibt es immer noch hier in der Netzwelt. Dieses ist aiuch eines ganz in meinem Sinne:

https://www.perlentaucher.de/essay/eine ... beile.html

Daraus:

Alle neuen Konfessionen, die nach Europa gelangten - Buddhismus, Hinduismus, Konfuzianismus, die Religion der Sikhs, passten sich diesem Spiel des Pluralismus mehr oder weniger gutmütig an. Der radikale Islam hat diesen stillschweigenden Pakt nach 1979 gebrochen, denn er akzeptiert den Laizismus nicht, sondern fordert Sonderrechte für seine Gläubigen, geißelt die Freiheit der Frauen, zwingt sie zum Schleier, verspricht Homsexuellen die Hölle, möchte Geschlechtertrennung in Krankenhäusern, an Stränden und in Schwimmbädern.

..m.E und nicht nur der radikale Islam ist so aufgestellt. Das Sonderrecht ( einfordern) ist des Islams höchste Tugend :-)

Das Sonderrecht Andersgläubige, Apostaten uvm zu massakrieren nehmen sie sich bekanntermaßen weltweit heraus. Das Sonderrecht gegen alles zu lamentieren , zu jammern und zu beklagen ist ja im Islam gesellschaftlich erprobtes Mittel um seine Interessen durchzusetzen...wenn man sonst nichts hat :-) ..nur sollten wir was gegen solche Gebahren etwas mehr Haltung zeigen.
Danke, gödelchen, für Deinen Beitrag.
Insbesondere für den Aufsatz im "perlentaucher", der den Begriff der "Islamophobie" unter die Lupe nimmt:

    Islamische Fundamentalisten, denen daran liegt, die Blasphemie wieder zum Verbrechen zu erklären,
    haben Ende der siebziger Jahre den Begriff der "Islamophobie" erfunden,
    um die geringste Kritik an ihren religiösen Lehren mit Rassismus gleichzusetzen.
    Ein geschickt, wenn auch grob fabrizierter Begriff.
    Er hat sich dennoch verbreitet, vor allem im Westen, wo ihn sich viele Geistesgrößen ohne viel nachzudenken zu eigen machten, entzückt,
    eine neue Quelle der Diskriminierung entdeckt zu haben, die man als das größte Übel multiethnischer Gesellschaften ansah.
    Neue Wörter zu schmieden, um die komplizierte Realität zu bändigen, ist der Traum aller totalitären Bewegungen.
    "Islamophobie" ist eines jener semantischen Hackebeile, die dazu dienen, jeden Einwand abzuschneiden:
    Es ist bestürzend zu sehen, dass Intellektuelle in die Falle taumeln und einen Begriff verteidigen, der jedes kritische Urteil verhindern soll....
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)
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Re: Atheophobie

Beitragvon Progressiver » So 1. Okt 2017, 22:12

Die Atheophobie ist auch hierzulande ziemlich hoch. In meiner Facebook-Timeline sah ich heute die Werbung zu einem Buch mit dem Namen "Gottlos glücklich: Warum wir ohne Religion besser dran wären". Der Autor ist Philipp Möller, seines Zeichens bekannt als Pressereferent der Giordano Bruno Stiftung. Ich selbst will mir dieses Buch nicht kaufen, da die Faktenlage -die mir ja sowieso in etwa bekannt ist- in einen mir schrecklich anmutenden Schreibstil verpackt wurde. Oder anders gesagt: Anstatt kühl und sachlich zu informieren, benutzt der Autor Umgangssprache.

Richtig schlimm fand ich jedoch die Kommentare, die darunter unter Klarnamen gepostet wurden. Natürlich gab es auch Atheisten, die da etwas schrieben. Aber gerade die Religiösen muss alleine schon die Tatsache dermaßen provoziert haben, dass man auch ohne Gott sehr glücklich sein kann, dass sie in den Kommentarspalten ihre Gülle abgeben mussten. Da wurden dann beispielsweise mal alle Atheisten mit Stalin, Pol Pot und ähnlichen illustren Größen in den Topf geworfen. Völlig egal, ob man sich als säkularer Humanist bezeichnet. Atheismus sei für manche auch nur eine Form von Religion. (Wie jeder weiß, ist Atheismus dagegen nur eine Weltanschauung.) Und manche schrieben auch, dass im Falle eines schrecklichen Schicksalsschlages oder Erkrankung auch die Atheisten vor irgendeinem Gott im Staube kriechen würden. Zwischen den Zeilen konnte man geradezu deutlich lesen, dass die hasserfüllten Theisten ihren Widersachern alles Unheil der Welt an den Kopf wünschten, nur damit diese ihren "Irrtum" einsehen würden.

Doch warum ist das so?

Da ich selbst Atheist bin, kann ich das nicht verstehen. Ich kenne zum Glück keine penetrant gläubigen Menschen, die mich missionieren wollen. Auch die schwersten Schicksalsschläge haben mich nicht derart am Leben zerbrechen lassen, dass ich nicht von alleine wieder aufgestanden wäre. Ich bin also immun gegen Religionen und irrationale spirituelle Verschwurbelungen. Trotzdem würde ich nicht auf die Idee kommen, irgendwelchen Theisten alles Unheil dieser Welt an den Kopf zu wünschen, nur um ihnen zu zeigen, dass Religion eigentlich nicht nötig ist. Bzw. um ihnen zu zeigen, dass die Götter der verschiedenen Religionen wissenschaftlich in etwa so beweisbar sind wie die Existenz des Yeti. Umgekehrt verhält es sich jedoch ganz anders: Die von mir beschriebenen Theisten hängen derart am Tropf ihrer Religion, dass es eine existenzielle Gefahr für sie ist, wenn andere nicht so leben wollen wie sie. Mir ist es als Atheist eigentlich egal, ob der Theist von nebenan nun an etwas glaubt, das sich wissenschaftlich nicht beweisen lässt, solange er mich in Ruhe lässt. Trotz allem lebe ich selbst also auch gottlos glücklich. Die Religiösen dieser Welt sehen aber umgekehrt im Atheismus eine derartige Gefahr, dass sie auch vor Mord nicht zurückschrecken, nur weil da jemand ohne die Droge Gott klarkommen kann.

Das Problem sind also in jedem Fall die Theisten, die ihren erklärten Feinden den Tod wünschen und nicht die Atheisten, die nur für sich erkennen, dass ein Leben ohne Gott lohnenswert sein kann. Wie in dem Eingangsbeitrag gezeigt, treffen sich die Atheisten in den verschiedenen Ländern nur, um miteinander glücklich zu sein. Die Theisten dagegen treffen sich vielerorts, um Atheisten zu lynchen. Atheophobie ist folglich unbegründet. Die wirkliche Gefahr sind die blindfanatischen Religiösen, die anderen ihr Glück nicht gönnen können.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Atheophobie

Beitragvon Billie Holiday » So 1. Okt 2017, 22:39

Welche Gefahr geht denn von Atheisten aus?
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Zunder » So 1. Okt 2017, 22:51

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Oct 2017, 23:39)

Welche Gefahr geht denn von Atheisten aus?

Sie töten Götter.

"Nur die Götter geh'n zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind."
(Konstantin Wecker, als er noch halbwegs bei Trost war.)
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Re: Atheophobie

Beitragvon Ein Terraner » So 1. Okt 2017, 22:52

Progressiver hat geschrieben:(01 Oct 2017, 23:12)

Doch warum ist das so?


Das ist sehr einfach, sie können Atheisten nicht akzeptieren da diese die Möglichkeit verkörpern das alles woran man im Leben Geglaubt hat falsch war.
Das kann emotional schon sehr verunsichern.


Übrigens gibt es von Möller auch ein Interview zu dem Buch, und ich finde er hat die Sprache der Zielgruppe angepasst schon sehr gut gewählt.
Licht und Dunkel

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