Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Brainiac » Fr 26. Mai 2017, 12:38

Provokateur hat geschrieben:(26 May 2017, 11:29)
Man müsste für die Predigtertätigkeit eine genaue Legaldefinition schaffen. Das sollte aber zu erreichen sein.

Mir fehlt die Vorstellung, aber wenn du eine gute Idee haben solltest, poste sie bitte. :thumbup:

Wenn man eine solche Definition hätte und in Gesetzesform giessen könnte, wäre das GG kein Problem mehr - der Art 5 gilt ja ausdrücklich nicht uneingeschränkt, sondern "findet seine Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze".
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Provokateur » Fr 26. Mai 2017, 21:20

Brainiac hat geschrieben:(26 May 2017, 13:38)

Mir fehlt die Vorstellung, aber wenn du eine gute Idee haben solltest, poste sie bitte. :thumbup:

Wenn man eine solche Definition hätte und in Gesetzesform giessen könnte, wäre das GG kein Problem mehr - der Art 5 gilt ja ausdrücklich nicht uneingeschränkt, sondern "findet seine Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze".


Ich denke da zum Beispiel an die Gemeinsamkeiten aller Prediger:
1) Trägt einen religiösen Ehrentitel
2) Gibt auf Wunsch Einzelanweisungen zu konkreten Fragen der religiösen Theorie und Praxis
3) Hat eine Ausbildung in der Religionslehre an irgendeiner Schule, einem Institut oder einer Universität erhalten und bestanden
4) Leitet Gottesdienste und hält Predigten, also Lehransprachen, die religionstheoretische Grundsätze auf alltagspraktische Fragestellungen projizieren.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon jack000 » Fr 26. Mai 2017, 21:54

Provokateur hat geschrieben:(25 May 2017, 21:48)

Aus einer intensiven Diskussion mit meiner Lebensgefährtin über die allgemeine Lage der Welt und über Religion in der Gesellschaft ist eine Idee hervorgegangen, die ich gerne mal zur Diskussion stellen möchte:

Ähnlich eines Führerscheins sollte es einen "Predigerschein" geben. Unabhängig von der Religionszugehörigkeit muss sich jeder, der in Deutschland eine Gemeinde unterrichten möchte, in Seminarform mit allen angehenden Predigern anderer Religionen, ob jetzt Weltreligion oder Minisekte mit fünf Anhängern, folgenden Themen stellen:
1) Wie kann meine Religion das gesellschaftliche Leben in Deutschland befruchten befördern und zu einer gesunden, friedlichen Gesellschaft beitragen?
2) Wie gehen wir damit um, wenn wir bedenkliche Tendenzen bei einem unserer Anhänger feststellen?
3) Wie wollen wir Kinder erziehen und ihren Eltern vermitteln, dass gewaltfreie Erziehung ein absolutes Grundrecht ist?

Am Ende dieser Seminare, die über zwei Semester gehen, wird ein akademischer Test geschrieben über das Wissen, dass in diesen Seminaren vermittelt wird. Wer diesen Test besteht, bekommt seinen Predigerschein.

Wer predigt, ohne diesen Predigerschein zu haben, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die im Wiederholungsfall mit einem Ordnungsgeld von bis zu 500.000€ bedroht ist.
Wer Hass predigt, dem wird sein Predigerschein entzogen.

Was haltet ihr von dieser Idee?
Würde es etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt bringen?
Wie lange müsste man eine Übergangszeit gestalten, bis alle diesen Schein erworben haben müssen?
Was müsste noch vermittelt werden?

Generell eine gute Idee, aber es stellen sich die Fragen:
1. Wozu braucht man sowas bei Selbstverständlichkeiten?
2. Wer soll das kontrollieren?
3. Wer soll die Maßstäbe festlegen?
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Provokateur » Fr 26. Mai 2017, 22:02

jack000 hat geschrieben:(26 May 2017, 22:54)
Generell eine gute Idee, aber es stellen sich die Fragen:
1. Wozu braucht man sowas bei Selbstverständlichkeiten?


Wenn wir uns Scientology oder die Zeugen Jehowas anschauen...da ist vieles nicht selbstverständlich, was wir als selbstverständlich ansehen.

jack000 hat geschrieben:(26 May 2017, 22:54)
2. Wer soll das kontrollieren?


Wer kontrolliert deinen Führerschein? Wird eine extremistische Buddhistengruppe aufgegriffen, von der mehrere Mitglieder Angriffe auf Hindus begangen haben, schaut man erst einmal, ob der Vormeditierer einen Predigerschein hat.


jack000 hat geschrieben:(26 May 2017, 22:54)
3. Wer soll die Maßstäbe festlegen?


Wir können Vorschläge machen, diese vielleicht sogar zur Petitionsreife bringen. Aber die Ausgestaltung obliegt dem Gesetzgeber.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon jack000 » Fr 26. Mai 2017, 22:19

Provokateur hat geschrieben:(26 May 2017, 23:02)

Wenn wir uns Scientology oder die Zeugen Jehowas anschauen...da ist vieles nicht selbstverständlich, was wir als selbstverständlich ansehen.

Ja, in der Tat ...

Wer kontrolliert deinen Führerschein? Wird eine extremistische Buddhistengruppe aufgegriffen, von der mehrere Mitglieder Angriffe auf Hindus begangen haben, schaut man erst einmal, ob der Vormeditierer einen Predigerschein hat.

Nun, Führerscheinkontrollen sind Alltag. Buddisten, die Hindus angreifen eher die absolute Ausnahme ..., bzw. erwähnenswerte Fälle in Deutschland nicht bekannt.

Wir können Vorschläge machen, diese vielleicht sogar zur Petitionsreife bringen. Aber die Ausgestaltung obliegt dem Gesetzgeber.

Wenn es um generell schärfere Vorschriften und Strafen um alles und jedes geht unterschreibe ich alles :) ;) :thumbup:
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Brainiac » Sa 27. Mai 2017, 05:30

Provokateur hat geschrieben:(26 May 2017, 22:20)

Ich denke da zum Beispiel an die Gemeinsamkeiten aller Prediger:
1) Trägt einen religiösen Ehrentitel
2) Gibt auf Wunsch Einzelanweisungen zu konkreten Fragen der religiösen Theorie und Praxis
3) Hat eine Ausbildung in der Religionslehre an irgendeiner Schule, einem Institut oder einer Universität erhalten und bestanden
4) Leitet Gottesdienste und hält Predigten, also Lehransprachen, die religionstheoretische Grundsätze auf alltagspraktische Fragestellungen projizieren.

Du musst die Tätigkeit definieren und rechtssicher abgrenzen, nicht die Person / den Funktionsträger beschreiben.

Was machst du mit einem, der 1) bis 3) nicht erfüllt und trotzdem predigt? Das erkennt man nur an 4). Und alleine dafür diesen Schein zu verlangen, ist sehr weitgehend und benachteiligt die Religionen gegenüber anderen Theorien zu was auch immer.

Was ist mit jemandem, der anderen irgendeine Philosophie vermittelt, sei es Konfuzianismus, Objektivismus oder die aristotelische Metaphysik.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Teeernte » Sa 27. Mai 2017, 06:48

jack000 hat geschrieben:(26 May 2017, 23:19)

Ja, in der Tat ...


Nun, Führerscheinkontrollen sind Alltag. Buddisten, die Hindus angreifen eher die absolute Ausnahme ..., bzw. erwähnenswerte Fälle in Deutschland nicht bekannt.


Wenn es um generell schärfere Vorschriften und Strafen um alles und jedes geht unterschreibe ich alles :) ;) :thumbup:


Das gab es nicht mal zu Ostzeiten...

Nur weil ein paar Muslimisten dummes Zeugs predigen.......und unser Staat (noch) Hassprediger erlaubt ?

Ich setze auf Selbstreinigung....jede Hütte schliessen - in der Hass gepredigt wird....

Keinen Moscheeneubau genehmigen - bis Muslime das Selbstregulativ gefunden haben !!!

Warum muss der Staat den Beterlaubnisschein vorgeben ? Das sollte die Muslimische Dschamahirija selbst machen...erst wenns nicht klappt - der Staat eingreifen...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Provokateur » Sa 27. Mai 2017, 20:23

Brainiac hat geschrieben:(27 May 2017, 06:30)

Du musst die Tätigkeit definieren und rechtssicher abgrenzen, nicht die Person / den Funktionsträger beschreiben.

Was machst du mit einem, der 1) bis 3) nicht erfüllt und trotzdem predigt? Das erkennt man nur an 4). Und alleine dafür diesen Schein zu verlangen, ist sehr weitgehend und benachteiligt die Religionen gegenüber anderen Theorien zu was auch immer.

Was ist mit jemandem, der anderen irgendeine Philosophie vermittelt, sei es Konfuzianismus, Objektivismus oder die aristotelische Metaphysik.


So jemand ist in der Regel ein Philosoph. Philosophie endet in der Regel im Hier und macht keine jenseitigen Versprechen.

Ich sehe da keine Benachteiligung. Über die Unterschiede zwischen Positivismus und Stoizismus haben sich noch keine zwei Menschen den Schädel eingeschlagen. Über die Unterschiede zwischen Judentum und Christentum wurden Tausenden die Schädel eingeschlagen. Wenn Religion das hinbekommt und Philosophie nicht, dann muss Religion stärker beaufsichtigt werden als Philosophie.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Brainiac » Sa 27. Mai 2017, 20:43

Provokateur hat geschrieben:(27 May 2017, 21:23)

So jemand ist in der Regel ein Philosoph. Philosophie endet in der Regel im Hier und macht keine jenseitigen Versprechen.

Ich sehe da keine Benachteiligung. Über die Unterschiede zwischen Positivismus und Stoizismus haben sich noch keine zwei Menschen den Schädel eingeschlagen. Über die Unterschiede zwischen Judentum und Christentum wurden Tausenden die Schädel eingeschlagen. Wenn Religion das hinbekommt und Philosophie nicht, dann muss Religion stärker beaufsichtigt werden als Philosophie.

Also das Unterscheidungskriterium soll lauten: Jemand, der Theorien verbreitet und dabei Hoffnungen oder Versprechungen für die Situation im Jenseits, nach dem physischen Tode, erweckt bzw vergibt, braucht einen Predigerschein.

Wer sich auf das hiesige Leben beschränkt, nicht.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon ebi80 » Sa 27. Mai 2017, 21:06

Brainiac hat geschrieben:(27 May 2017, 21:43)

Also das Unterscheidungskriterium soll lauten: Jemand, der Theorien verbreitet und dabei Hoffnungen oder Versprechungen für die Situation im Jenseits, nach dem physischen Tode, erweckt bzw vergibt, braucht einen Predigerschein.

Wer sich auf das hiesige Leben beschränkt, nicht.

Ich wusste gar nicht das Frankfurt ne Fußballmanschaft hat. Aber schön verloren.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Provokateur » Sa 27. Mai 2017, 21:06

Brainiac hat geschrieben:(27 May 2017, 21:43)

Also das Unterscheidungskriterium soll lauten: Jemand, der Theorien verbreitet und dabei Hoffnungen oder Versprechungen für die Situation im Jenseits, nach dem physischen Tode, erweckt bzw vergibt, braucht einen Predigerschein.

Wer sich auf das hiesige Leben beschränkt, nicht.


Das ist meiner Meinung nach das Abgrenzungsmerkmal zwischen Religion und Philosophie, ja.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Brainiac » Sa 27. Mai 2017, 21:26

Hm.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Provokateur » Sa 27. Mai 2017, 21:29

Brainiac hat geschrieben:(27 May 2017, 22:26)

Hm.


Vielleicht noch das: Während Philosophie relativ vielschichtig ist (erlaubt ist, was sinnvoll ist), ist Religion häufig einpfadig. Erlaubt ist, was in den Schriften nicht verboten/eindeutg erlaubt ist.
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Teeernte » Sa 27. Mai 2017, 21:39

Brainiac hat geschrieben:(27 May 2017, 21:43)

Also das Unterscheidungskriterium soll lauten: Jemand, der Theorien verbreitet und dabei Hoffnungen oder Versprechungen für die Situation im Jenseits, nach dem physischen Tode, erweckt bzw vergibt, braucht einen Predigerschein.

Wer sich auf das hiesige Leben beschränkt, nicht.


Ausser Ärzte, Autoverkäufer, Geldvermittler/Versicherungsvertreter.... die sollten zusätzlich einen Predigerschein haben - wenn sie etwas versprechen - was zu unter 50% eintrifft.... :D :D :D
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Re: Gemeinsame Predigerausbildung - der "Predigerschein"

Beitragvon Provokateur » So 28. Mai 2017, 20:04

Qui tacet, consentire videtur.

Ich sehe, dass hier echt viele sich mit der Idee anfreunden können. Die Gegenrede hält sich jedenfalls in Grenzen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.

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