Polytheismus wieder in?

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firlefanz11
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon firlefanz11 » Fr 20. Jan 2017, 14:17

watisdatdenn? hat geschrieben:(14 Jan 2017, 09:38)
... ich denke es gibt letztlich nur materie/energie und keine transzendenten wesen ...

Hmm, ich bin da etwas anderer Meinung. Ich glaube natürlich auch nicht an einen allmächtigen "Gott" oder so n Zeugs aber ich neige zu der Annahme, dass die nächste Evolutionsstufe nach der korporealen Existenz eine auf rein geistiger Ebene ist. Was wenn das was wir "Tod" nennen z. B. der Übergang auf diese Stufe der Existenz ist?

Es gab im Mittelalter eine christliche Sekte, die der Überzeugung war, dass der Körper nichts weiter als ein Gefängnis für die Seele ist, die ursprünglich ein Teil von "Gott" war, und in das der Teufel diese Seele gesteckt hat, um sie zu einem Leben auf der ebenfalls von ihm erschaffenen materiellen Welt zu zwingen. Und nur wenn der Mensch ein gutes Leben geführt, und die nötige Kenntnis erworben hat, wäre die Seele in der Lage nach dem Tod wieder in "Gott" aufzugehen.
Das fatale war, dass diese Sekte ALLES Materielle als des Teufels ansah, und das hat der RKK, mit ihrer Goldgier u. generellem Materialismus, nun GAR nicht gepasst. Weshalb sie alle Anhänger dieser Sekte kurzer Hand ausrotten lies.
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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SpukhafteFernwirkung
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Fr 20. Jan 2017, 20:20

skynet ist die nächste evolutionsstufe und ja sie wird die menschlichen Seelen mit ihren göttern vereinen... wenn sie keinen sublocker Faktor 10000000000 haben....
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Teeernte
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Teeernte » Fr 20. Jan 2017, 23:17

Michi hat geschrieben:(14 Jan 2017, 20:11)

Das ist mMn ein wichtiger Unterschied zwischen Heiden- und Christentum. Im griechisch-römischen Bereich gab es ein Nebeneinander verschiedener religionsphilosophischer Schulen ohne dass es deswegen zu Spaltungen der Religion selbst gekommen wäre. Die polytheistischen Religionen konnten mit theologischem Pluralismus offenbar gut leben.


Es geht ums Geld ! Rom hats abkassiert - und verbraten . .....Religion - war Nebensache -

Mehr Götter verteilen das "Gläubige Geld" - und Glauben wird wieder teuerer für den Gläubigen - wenn er es jeder Gottheit gleich gut machen will...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 21. Jan 2017, 08:24

firlefanz11 hat geschrieben:(20 Jan 2017, 14:17)
Was wenn das was wir "Tod" nennen z. B. der Übergang auf diese Stufe der Existenz ist?

Glaub ich nicht. Bisher lassen sich alle unsere Denkweisen durch Neurologie erklären.
Z.b. Stecken unsere Gewohnheiten (Dinge über die wir nicht bewusst nachdenken müssen um sie zu machen) nachweisbar im Kleinhirn.
Was passiert also nach dem Tod, wenn das Kleinhirn kaputt ist? Für mich ganz logisch: Wir haben dann keine Gewohnheiten mehr.
Selbiges gilt für Erinnerungen im frontalen Cortex, Emotionen in der amygdala usw..
Also sind wir nach dem Tod ohne Erinnerungen, ohne Emotionen, ohne Gewohnheiten usw.. Ob da noch ein abstraktes Bewusstsein übrig bleibt weiss ich nicht, denke aber nicht.
Vor dem leben kann ich mich auch nicht erinnern und so wirds auch nach dem Tod sein.

Aber: Während wir leben können wir neues Bewusstsein erschaffen durch Kinder.. Das ist eine krasse philosophische Erfahrung.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 21. Jan 2017, 11:06

Michi hat geschrieben:(14 Jan 2017, 17:01)
Erinnert mich an die Art wie Justitia heute noch als Symbol für Gerechtigkeit gilt, ohne dass man glaubt, dass es die Göttin Justitia wirklich gibt.

Genau! So seh ich das.
Ich hab auch mal gehört (keine gewähr auf Richtigkeit ich habs nicht überprüft) im Hinduismus gibt es drei Sichtweisen auf die Religion

1. Man glaubt an die Götter als reale Wesen und achtet ihre Gebote
2. Man sieht die Götter als Ausdruck der Gesetze und achtet diese deswegen.
3. Man sieht die Ordnung hinter den Göttern und achtet die Gesetze aus philosophischen überlegungen.

Alle drei Sichtweisen sind gleich richtig(!), denn sie führen alle zum befolgen der gesellschaftlichen regeln.

So sehe ich das auch. Man sollte den Glauben an den Resultaten messen.
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Michi
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Michi » Sa 21. Jan 2017, 20:20

watisdatdenn? hat geschrieben:(21 Jan 2017, 11:06)

Genau! So seh ich das.
Ich hab auch mal gehört (keine gewähr auf Richtigkeit ich habs nicht überprüft) im Hinduismus gibt es drei Sichtweisen auf die Religion

1. Man glaubt an die Götter als reale Wesen und achtet ihre Gebote
2. Man sieht die Götter als Ausdruck der Gesetze und achtet diese deswegen.
3. Man sieht die Ordnung hinter den Göttern und achtet die Gesetze aus philosophischen überlegungen.

Alle drei Sichtweisen sind gleich richtig(!), denn sie führen alle zum befolgen der gesellschaftlichen regeln.

So sehe ich das auch. Man sollte den Glauben an den Resultaten messen.

Das passt gut zu dem, was wir über die griechische und römische Religion wissen (davon dürfte der Hinduismus der nächste lebende Verwandte sein). Von Cicero ist die Aufzeichnung einer Diskussion von Anhängern verschiedener Philosophenschulen mit völlig verschiedenen Ansichten über die Götter überliefert. In den vorchristlichen Religionen war offenbar die Ausübung der Rituale wichtiger als das, was der einzelne über die Götter glaubte oder nicht glaubte.

Interessantes Video dazu: Roman Pagan Life and Worship
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Fuerst_48 » Sa 21. Jan 2017, 21:54

Michi hat geschrieben:(21 Jan 2017, 20:20)

Das passt gut zu dem, was wir über die griechische und römische Religion wissen (davon dürfte der Hinduismus der nächste lebende Verwandte sein). Von Cicero ist die Aufzeichnung einer Diskussion von Anhängern verschiedener Philosophenschulen mit völlig verschiedenen Ansichten über die Götter überliefert. In den vorchristlichen Religionen war offenbar die Ausübung der Rituale wichtiger als das, was der einzelne über die Götter glaubte oder nicht glaubte.

Interessantes Video dazu: Roman Pagan Life and Worship

Letztlich obsiegten alle 3 monotheistischen Weltreligionen. Keine Chance für den Polytheismus !!
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Teeernte » Sa 21. Jan 2017, 22:04

watisdatdenn? hat geschrieben:(21 Jan 2017, 08:24)

Glaub ich nicht. Bisher lassen sich alle unsere Denkweisen durch Neurologie erklären.
Z.b. Stecken unsere Gewohnheiten (Dinge über die wir nicht bewusst nachdenken müssen um sie zu machen) nachweisbar im Kleinhirn.
Was passiert also nach dem Tod, wenn das Kleinhirn kaputt ist? Für mich ganz logisch: Wir haben dann keine Gewohnheiten mehr.
Selbiges gilt für Erinnerungen im frontalen Cortex, Emotionen in der amygdala usw..
Also sind wir nach dem Tod ohne Erinnerungen, ohne Emotionen, ohne Gewohnheiten usw.. Ob da noch ein abstraktes Bewusstsein übrig bleibt weiss ich nicht, denke aber nicht.
Vor dem leben kann ich mich auch nicht erinnern und so wirds auch nach dem Tod sein.

Aber: Während wir leben können wir neues Bewusstsein erschaffen durch Kinder.. Das ist eine krasse philosophische Erfahrung.


....durch die "Vorprogrammierung" reagieren "wir" in Grenzen, und haben nur einen kleinen Teil dieser "Vorprogrammierung" entschlüsseln können - obwohl es in "Jedem" drinsteckt ...(vererbt wird) - quasi "neu geboren" werden kann -. :D
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon watisdatdenn? » So 22. Jan 2017, 00:47

Michi hat geschrieben:(21 Jan 2017, 20:20)
Das passt gut zu dem, was wir über die griechische und römische Religion wissen (davon dürfte der Hinduismus der nächste lebende Verwandte sein). Von Cicero ist die Aufzeichnung einer Diskussion von Anhängern verschiedener Philosophenschulen mit völlig verschiedenen Ansichten über die Götter überliefert. In den vorchristlichen Religionen war offenbar die Ausübung der Rituale wichtiger als das, was der einzelne über die Götter glaubte oder nicht glaubte.

Interessantes Video dazu: Roman Pagan Life and Worship

interessant, danke für die infos.
Wobei dieses römische staatsheidentum am ende des römischen reiches mit dem fokus auf den imperator natürlich auch ein anderes heidentum ist als zur frühzeit des römischen reiches, als es noch keinen imperator gab und der senat die wichtigste rolle hatte.

wie schon gesagt, das ist auch heute noch so: 2 heiden -> 3 meinungen

ich mag Tyr recht gerne.. denn er ist der schutzgott des Things (der dienstag hat seinen namen daher), was bereits eine demokratische urform darstellt, die ich toll finde.
demokratie und heidentum passt gut zusammen.
bei islam/christentum und demokratie bin ich mir da nicht so sicher.. ein gott -> ein könig

Fuerst_48 hat geschrieben:(21 Jan 2017, 21:54)
Letztlich obsiegten alle 3 monotheistischen Weltreligionen. Keine Chance für den Polytheismus !!

letztlich über die renaissance (erinnerung an die polytheistische antike) kamen wir zur aufklärung und zu der hochkultur die wir heute genießen.
unsere hochkultur ist nicht aus dem christentum oder dem islam geboren, sondern aus antiker denkweise und (polytheistisch geprägter) kultur.
diese haben sich (evolutionär durchaus geschickt) durch (friedliche und kriegerische) missionierung verbreitet, worauf der polytheismus keine evolutionäre antwort hatte (und hat?).

du darfst gerne an deinem dogmatischen glauben festhalten, dieser hat sich ja auch nicht ohne grund evolutionär durchgesetzt und schafft sinnvolle werte: "viele kinder haben, sozial verträglich sein, usw..".
bei mir sitzt aber das "sapere aude!" (ursprünglich von dem heidnischen Horaz.. wiederentdeckt durch den Aufklärer Kant) zu tief in meiner erziehung, als dass ich mich einem dogmatischen glauben unterordnen könnte.. insbesondere keinem der von mir z.B. verlangt wortwörtlich zu glauben, dass eine (physische) jungfrau ein kind bekommt. das beleidigt meinen intellekt einfach zu krass.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Fuerst_48 » So 22. Jan 2017, 10:00

watisdatdenn? hat geschrieben:(22 Jan 2017, 00:47)

interessant, danke für die infos.
Wobei dieses römische staatsheidentum am ende des römischen reiches mit dem fokus auf den imperator natürlich auch ein anderes heidentum ist als zur frühzeit des römischen reiches, als es noch keinen imperator gab und der senat die wichtigste rolle hatte.

wie schon gesagt, das ist auch heute noch so: 2 heiden -> 3 meinungen

ich mag Tyr recht gerne.. denn er ist der schutzgott des Things (der dienstag hat seinen namen daher), was bereits eine demokratische urform darstellt, die ich toll finde.
demokratie und heidentum passt gut zusammen.
bei islam/christentum und demokratie bin ich mir da nicht so sicher.. ein gott -> ein könig


letztlich über die renaissance (erinnerung an die polytheistische antike) kamen wir zur aufklärung und zu der hochkultur die wir heute genießen.
unsere hochkultur ist nicht aus dem christentum oder dem islam geboren, sondern aus antiker denkweise und (polytheistisch geprägter) kultur.
diese haben sich (evolutionär durchaus geschickt) durch (friedliche und kriegerische) missionierung verbreitet, worauf der polytheismus keine evolutionäre antwort hatte (und hat?).

du darfst gerne an deinem dogmatischen glauben festhalten, dieser hat sich ja auch nicht ohne grund evolutionär durchgesetzt und schafft sinnvolle werte: "viele kinder haben, sozial verträglich sein, usw..".
bei mir sitzt aber das "sapere aude!" (ursprünglich von dem heidnischen Horaz.. wiederentdeckt durch den Aufklärer Kant) zu tief in meiner erziehung, als dass ich mich einem dogmatischen glauben unterordnen könnte.. insbesondere keinem der von mir z.B. verlangt wortwörtlich zu glauben, dass eine (physische) jungfrau ein kind bekommt. das beleidigt meinen intellekt einfach zu krass.

Zu deiner Beruhigung : Ich bin kein Mitglied der (kath.) Kirche mehr, sozusagen "Neuheide"!
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon nezumi » So 22. Jan 2017, 11:06

Das Verleugnen fremder Götter erfordert heutzutage schon eine ganz besondere Engstirnigkeit. Sie sind überall präsent. Nur die Christen, Muslime und Juden verweigern ihnen den Respekt.

Was die neuen polytheistischen Kulte und Religionen der westlichen Welt angeht, sie alle sind buchstäblich erst mit der weltanschaulichen Liberalisierungswelle ab dem 19.Jh. entstanden. Sucht man nach Primärquellen, stellt man ziemlich schnell fest, dass da nichts altehrwürdiges dran ist, selbst die Symbole zum Großteil frei erfunden sind und die angebliche Rekonstruktion bzw. Weiterführung uralter Traditionen nur ein Schwindel ist. Sowas hat mit der Spiritualität der alten keltischen oder nordischen oder indischen Völker nur unwesentlich mehr gemeinsam als Voodoo Daddy's Pizza mit dem Vodun der Ewe in Togo.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon watisdatdenn? » So 22. Jan 2017, 11:17

nezumi hat geschrieben:(22 Jan 2017, 11:06)
Sucht man nach Primärquellen, stellt man ziemlich schnell fest, dass da nichts altehrwürdiges dran ist, selbst die Symbole zum Großteil frei erfunden sind und die angebliche Rekonstruktion bzw. Weiterführung uralter Traditionen nur ein Schwindel ist.

es ist eine mischung. natürlich will niemand die menschenopfer der alten germanen wiederaufleben lassen, aber die rituale haben ein antikes vorbild.
auch z.B. die runen die heidnisch genutzt werden (ᚠᚢᚦᚨᚱᚲᛏᚷᚹᚺᚾᛁᛃᛇᛈᛉᛊᛏᛒᛗᛚᛜᛞᛟ), sind (als älteres futhark bekannt) selbstverständlich tausende jahre alt und historisch korrekt. dieses ehrwürdige kulturelle erbe wird von heiden auch wiederbelebt.
wollen sie den fakt bestreiten?

ᛁᚲᚺ ᚷᛚᚨᚢᛒᛖ ᛇᚾᚠᚨᚲᚺ ᛊᛁᛖ ᚹᛟᛚᛚᛖᚾ ᚺᛁᛖᚱ ᛊᛏᚨᛖᚾᚲᛖᚱᚾ ᚢᚾᛞ ᚺᚨᛒᛖᚾ ᚲᛇᚾᛖ ᚨᚺᚾᚢᛜ ᚹᛟᚠᛟᚾ ᛊᛁᛖ ᚱᛖᛞᛖᚾ, ᛊᛏᛁᛗᛗᛏᛊ?
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon nezumi » So 22. Jan 2017, 13:07

watisdatdenn? hat geschrieben:(22 Jan 2017, 11:17)

es ist eine mischung. natürlich will niemand die menschenopfer der alten germanen wiederaufleben lassen, aber die rituale haben ein antikes vorbild.
auch z.B. die runen die heidnisch genutzt werden (ᚠᚢᚦᚨᚱᚲᛏᚷᚹᚺᚾᛁᛃᛇᛈᛉᛊᛏᛒᛗᛚᛜᛞᛟ), sind (als älteres futhark bekannt) selbstverständlich tausende jahre alt und historisch korrekt. dieses ehrwürdige kulturelle erbe wird von heiden auch wiederbelebt.
wollen sie den fakt bestreiten?

ᛁᚲᚺ ᚷᛚᚨᚢᛒᛖ ᛇᚾᚠᚨᚲᚺ ᛊᛁᛖ ᚹᛟᛚᛚᛖᚾ ᚺᛁᛖᚱ ᛊᛏᚨᛖᚾᚲᛖᚱᚾ ᚢᚾᛞ ᚺᚨᛒᛖᚾ ᚲᛇᚾᛖ ᚨᚺᚾᚢᛜ ᚹᛟᚠᛟᚾ ᛊᛁᛖ ᚱᛖᛞᛖᚾ, ᛊᛏᛁᛗᛗᛏᛊ?


Diese Runen sind eine Adaption einer latinischen Alphabetschrift durch Barbaren, die kein haltbares Schreibmaterial wie Papier oder Papyrus machen konnten. Händler mit Kontakt zu den Hochkulturen fingen an, ihre Schulden- und Inventarlisten in Holzstäbe zu schnitzen. Die Maserung des Holzes macht das Schnitzen von Kurven und horizontalen Linien unnötig umständlich, dadurch entstand die charakteristische Form der Runen. Auf so einem Stab ist nicht viel Platz, und schwer ist er auch. Dieser Mangel an Schreibmaterial sorgte dafür, dass sich vor der Ankunft der christlichen Missionare praktisch keine Literatur und eigenständige Schriftkultur entwickelte. Was die Christen nicht in ihre eigenen Aufzeichnungen aufgenommen haben, blieb undokumentiert und wurde vergessen. Unwiederbringlich. Und das sind einfach mal 99,9% der Volks- und Alltagskultur, des Aberglaubens, der Religionen. Wieviele Trinklieder aus der vorchristlichen Zeit kennst du? Wieviele Tischgebete? Witze? Alltägliche Dinge, die damals JEDER kannte. Wenn dir so etwas unter dem Label "neugermanisch" begegnet, ist es mit Sicherheit frei erfunden.

Parallel wurden und werden die Runen den Analphabeten als magische Zeichen mit besonderen heiligen Kräften verkauft. Ist jetzt meiner Meinung nach nicht ehrwürdiger als die Numerologie oder Horoskope oder ähnliche Jahrmarktsschwindel.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Fuerst_48 » So 22. Jan 2017, 21:11

nezumi hat geschrieben:(22 Jan 2017, 11:06)

Das Verleugnen fremder Götter erfordert heutzutage schon eine ganz besondere Engstirnigkeit. Sie sind überall präsent. Nur die Christen, Muslime und Juden verweigern ihnen den Respekt.

Was die neuen polytheistischen Kulte und Religionen der westlichen Welt angeht, sie alle sind buchstäblich erst mit der weltanschaulichen Liberalisierungswelle ab dem 19.Jh. entstanden. Sucht man nach Primärquellen, stellt man ziemlich schnell fest, dass da nichts altehrwürdiges dran ist, selbst die Symbole zum Großteil frei erfunden sind und die angebliche Rekonstruktion bzw. Weiterführung uralter Traditionen nur ein Schwindel ist. Sowas hat mit der Spiritualität der alten keltischen oder nordischen oder indischen Völker nur unwesentlich mehr gemeinsam als Voodoo Daddy's Pizza mit dem Vodun der Ewe in Togo.

Glaubst du deinen Schwachsinn, den du hier verzapfst, oder bist du zum Spammen hier ?? :mad2: :mad2:
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon nezumi » So 22. Jan 2017, 22:28

Fuerst_48 hat geschrieben:(22 Jan 2017, 21:11)

Glaubst du deinen Schwachsinn, den du hier verzapfst, oder bist du zum Spammen hier ?? :mad2: :mad2:


Du spielst hier die Rolle des hysterischen Wutbürgers? Es stellt sich die Frage, inwieweit dein Kommentar zur Förderung der politischen Diskussion beizutragen geeignet ist.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Misterfritz » So 22. Jan 2017, 23:06

nezumi hat geschrieben:(22 Jan 2017, 22:28)

Du spielst hier die Rolle des hysterischen Wutbürgers? Es stellt sich die Frage, inwieweit dein Kommentar zur Förderung der politischen Diskussion beizutragen geeignet ist.
Götter eignen sich nicht für politische Diskussionen.
Im Übrigen tendiere ich dazu, dass die antiken Götter genauso wie z. B. die germanischen Götter nie irgendetwas anderes waren, als Märchen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Und wenn die Buchreligionsgläubigen nicht dauernd so viele bekloppte Fanatiker hervorbringen würden (obwohl sie sich auch auf Märchen berufen), dann wäre der Welt gedient.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Welfenprinz » Mo 23. Jan 2017, 03:31

Fuerst_48 hat geschrieben:(21 Jan 2017, 21:54)

Letztlich obsiegten alle 3 monotheistischen Weltreligionen. Keine Chance für den Polytheismus !!


U.a. deswegen,weil sie ein neues Menschenbild schufen auf dem unsere Vorstellungen von Ethik,Moral ,Recht und Gesetz beruhen.
Ausserdem werden sie als die “Buchreligionen“ bezeichnet.....das Wort sollte überzeugen,nicht eine im Weihrauchdampf tänzelnde halbnackte Tempeltänzerin.
Ein für Zivilisation nicht grad unwichtiger Quantensprung. :D

Monotheismus beginnt in der Geschichte Ägyptens.

http://basisreligion.reliprojekt.de/monotheismus.htm
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 23. Jan 2017, 10:23

Welfenprinz hat geschrieben:(23 Jan 2017, 03:31)

U.a. deswegen,weil sie ein neues Menschenbild schufen auf dem unsere Vorstellungen von Ethik,Moral ,Recht und Gesetz beruhen.
Ausserdem werden sie als die “Buchreligionen“ bezeichnet.....das Wort sollte überzeugen,nicht eine im Weihrauchdampf tänzelnde halbnackte Tempeltänzerin.
Ein für Zivilisation nicht grad unwichtiger Quantensprung. :D

Monotheismus beginnt in der Geschichte Ägyptens.

http://basisreligion.reliprojekt.de/monotheismus.htm

Stimmt!
Wobei es schon fasziniert, dass ein Weltbild von einer Religion (egal, von welcher monotheistischen) mitgeprägt wurde und eigentlich noch immer wird. Trotz der Aufgeklärtheit unserer Zeit.
(Auf den Unsinn von @nezumi reagiere ich nicht mehr).
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon nezumi » Mo 23. Jan 2017, 13:41

Misterfritz hat geschrieben:(22 Jan 2017, 23:06)

Götter eignen sich nicht für politische Diskussionen.


Ihr Konfliktpotential erfordert ein Maß an Vor- und Rücksicht, das beim Verfassen von Internetkommentaren nicht zwangsläufig gegeben ist.

Misterfritz hat geschrieben:
Märchen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.


Kultur. Wissenschaftliche Methoden der Informationsbewertung sind ein sehr neues Phänomen. In den meisten Familien kein halbes Dutzend Generationen alt. In vielen bis heute nicht angekommen.

Misterfritz hat geschrieben:
Und wenn die Buchreligionsgläubigen nicht dauernd so viele bekloppte Fanatiker hervorbringen würden (obwohl sie sich auch auf Märchen berufen), dann wäre der Welt gedient.


Ein Wunschtraum. Wie die reaktionären Neo-Atheisten der Alt-Right beweisen, kann man die religiösen Grundlagen des bekloppten Fanatismus überwinden, nur um ihn nachher mit anderen, nicht weniger absurden Dummheiten zu rationalisieren und so im Kern unangetastet weiter zu betreiben.
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Re: Polytheismus wieder in?

Beitragvon Welfenprinz » Mo 23. Jan 2017, 14:54

Fuerst_48 hat geschrieben:(23 Jan 2017, 10:23)

Stimmt!
Wobei es schon fasziniert, dass ein Weltbild von einer Religion (egal, von welcher monotheistischen) mitgeprägt wurde und eigentlich noch immer wird. Trotz der Aufgeklärtheit unserer Zeit.


Wieso fasziniert? Das wesentliche wurde doch schon am Anfang des Strangs gesagt: egal,ob es wahr ist,wenn alle dran glauben,bestimmt es das individuelle und kollektive Handeln.
Und der qualitative Quantensprung dieser Buchreligionen beruht eben darauf,dass sie die Willkür einer Rechtssprechung durch von Tempeldiener geworfenen Hühnerknochen durch verlässliche ,Zeit und Generationen überdauernde Normen abgelöst hat.

Und heute ist das so verinnerlicht,dass das gar nicht mehr dezidiert wahrgenommen wird. Natürlich ist der auch sich ostentativ als Atheist gebärende moderne Mensch davon geprägt sein Handeln Kategorien zu unterwerfen und zu bewerten. Es sind nur die Titel gewechselt worden. Paradies und Hölle sind abgelöst durch soziale Kompetenz oder wir haben die Erde von unseren Kindern nur geerbt oder so.
Die Hölle von heute ist halt,dass niemand über einen redet.. :D
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.

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