Die Christen und die DNA Gottes

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
Progressiver
Beiträge: 1629
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 23:37
Wohnort: Baden-Württemberg

Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Progressiver » So 11. Dez 2016, 20:35

Hallo!

Als Atheist bin ich mir natürlich felsenfest sicher, dass es einen Gott nicht geben kann. Aber mich würde mal interessieren, wie heutige Christen ihren Glauben mit den neueren Erkenntnissen der Wissenschaft vereinbaren wollen.

Dazu ein berühmtes Beispiel: Jesus wurde laut christlichem Glauben von seinem Gott selber gezeugt. Dies muss doch bedeuten: Der christliche Gott hat demnach eine DNA, die mit dem menschlichen Genom so gut wie identisch ist. Jesus hatte keine Flügel und keine grüne Haut, sondern war eindeutig als Mensch erkennbar. Wenn aber dieser Gott -gehen wir mal hypothetisch von seiner Existenz aus- eine DNA besitzt, dann bedeutet dies wiederum:

Er ist ein körperliches Wesen aus Fleisch und Blut. Um zu überleben, braucht er nicht nur Nahrung und Wasser, sondern in seinem Körper findet dauerhaft eine Zellteilung statt. Diese wiederum kann auch mal schief gehen, wie wir alle wissen. Dann entsteht die Krankheit Krebs, die einen dahinraffen kann. Da Leben nur als körperliches Leben existieren kann, fällt dieses Wesen folglich einem materiellen Verschleiß zum Opfer, da es bisher kein Lebewesen gab, das nicht automatisch altert. Dieser Gott -wenn man ihn nicht als Idee, sondern als lebendiges Wesen versteht- muss folglich sterblich sein. Gleiches gilt für alle anderen Götter, an die die Menschen glauben. Leben ohne Zellteilung wäre auch bei ihnen in etwa so real wie eine Computersoftware ohne Rechner.

Und um beim Beispiel Jesus zu bleiben: Er war auch nicht zweihundert Meter groß, sondern in etwa so wie ein durchschnittlicher Mensch. Folglich muss auch sein Vater nicht größer sein können wie ein ganz normaler Mensch, denn sonst hätte sich das ja im Erbgut Jesu festgesetzt.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch andere Ungereimtheiten. So wird ja behauptet, dass der christliche -wie übrigens auch der islamische- Gott ein Leben außerhalb seiner "Schöpfung" führt. Er habe aber die Macht, in das Universum einzugreifen. Nach den Gesetzen der Entropie bedeutet dies wiederum, vereinfacht gesagt: Wer von außen auf ein System einwirkt, wird im selben Augenblick Teil dieses Systems. Der christlich-jüdisch-islamische Schöpfergott kann folglich nicht außerhalb unseres riesigen Universums leben, sondern ist in seinem Leben und Wirken begrenzt. Er lebt innerhalb des Universums bzw. seiner Schöpfung. Und seine Lebensdauer ist auch in dieser Hinsicht nicht unendlich.

Von daher noch einmal meine Fragen an die Christen: Wie könnt ihr euren Glauben im 21. Jahrhundert mit den Erkenntnissen der Humangenetik und der Astrophysik vereinbaren? Diese Frage kann selbstverständlich auch an die Gläubigen aller anderen Religionsgemeinschaften gerichtet werden, die durch die modernen Wissenschaften vor das gleiche Problem gestellt werden. Wie gehen die Religiösen damit um? Ist Wissenschaft für sie gleich Teufelszeug? Oder welche Konsequenzen ziehen sie aus solchen Schlussfolgerungen?

Ich will mit diesem Thread im Übrigen niemanden missionieren, dass er oder sie sich dem Atheismus zuwenden. Denn nichts liegt mir ferner. Da ich weiß, dass der Tod das Ende meiner Existenz sein wird, würde es mir nichts bringen, andere von meiner Weltsicht zu überzeugen. Mich interessiert folglich nur, wie die Religiösen ihr Weltbild zusammenhalten wollen.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8494
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Helmuth_123 » So 11. Dez 2016, 22:15

Ganz einfach kann ich beides miteinander verbinden. Glaube und Wissenschaft sind zwei unterschiedliche Sphären und klar voneinander getrennt. Einfach ausgedrückt: Glauben tu ich in der Kirche, Wissenschaft betreibe ich im Labor. Wenn es um die Entstehung des Universums, der Erde und des Lebens geht, halte ich mich an die Wissenschaft. Wenn es um Sinnsuche geht, wende ich mich an Gott.

Nachtrag: Für Christen, zumindest für mich, ist der Glaube keine Wissenschaft oder Wissenschaftsersatz. Vielleicht sollte man sich das als Atheist öfter klar machen.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1243
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Kael » So 11. Dez 2016, 22:58

Eigentlich ist es nicht unbedingt getrennt.
Du kannst Wissenschaft und Glaube miteinander verbinden, denn irgendwo ist immer ein Punkt der nicht wissenschaftlich erklärbar ist. Und den wird es immer geben.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2034
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Ger9374 » Mo 12. Dez 2016, 03:03

Wieso muss man immer alles erklären können?
Beweisen,nachweisen ect.
Haben wir Antworten erhalten, kommen schon wieder neue Fragen auf. Dann müsste doch auch Gott immer neues zu hinterfragen haben. Wir stammen doch von ihm ab.Wer gibt ihm denn Antworten.Es hat etwas beruhigendes wenn selbst
Gott nicht alle Antworten kennt;-);-)
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 4698
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon unity in diversity » Mo 12. Dez 2016, 03:33

Persönlich glaube ich genau so wenig an die Götter, wie du.
Aber in der Öffentlichkeit weiß ich, was sich gehört.
Die Götter wurden von den Priestern nach ihrem Ebenbild erschaffen.
Idealerweise unsichtbar, unhörbar und nur an ihren Wirkungen zu erkennen.
Die Interpretation der göttlichen Wirkungen von allpräsenten Göttern, obliegt den Priestern.
Durch den Mund der Priester, tun die Götter ihren Willen kund und zu wissen.
Das macht sie selber unangreifbar und unfaßbar.
Auf diese Weise haben die Menschen ihre virtuellen, gütigen Vater- oder Führerfiguren, weil sie es mit der Eigenverantwortung nicht so haben.
Die monotheistische Götter der 3 Großreligionen, sind die am weitesten entwickelten sphärischen Alfatiere, die den Menschen von ihren Priestern vorgesetzt wurden.
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8494
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 12. Dez 2016, 20:37

Kael hat geschrieben:(11 Dec 2016, 22:58)

Eigentlich ist es nicht unbedingt getrennt.
Du kannst Wissenschaft und Glaube miteinander verbinden, denn irgendwo ist immer ein Punkt der nicht wissenschaftlich erklärbar ist. Und den wird es immer geben.


Für die Naturwissenschaften ist es recht einfach. Es sind empirische Wissenschaften. Hypothesen müssen experimentell überprüfbar sein, Modelle müssen stets durch Experimente geprüft und verbessert werden. Alles was nicht empirisch überprüfbar ist, ist keine Fragestellung für die Naturwissenschaften. Naturwissenschaften können z.B. nicht die Frage beantworten: "Was war vor dem Urknall?", weil es eben nicht empirisch überprüfbar ist. Naturwissenschaften sind sinn-, hoffnungs- und gottfrei aber Vorsicht, sinnfrei und sinnlos sind zwei unterschiedliche Sachen. Es gibt keine Sinn- Hoffnungs- oder Gottkonstanten, -terme o.ä. in den Naturwissenschaften. Mit Sinn-, Hoffnungs- oder Gottesfragen sollte man sich an die Philosophie und Theologie richten.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8494
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 12. Dez 2016, 20:41

Ger9374 hat geschrieben:(12 Dec 2016, 03:03)

Wieso muss man immer alles erklären können?
Beweisen,nachweisen ect.
Haben wir Antworten erhalten, kommen schon wieder neue Fragen auf. Dann müsste doch auch Gott immer neues zu hinterfragen haben. Wir stammen doch von ihm ab.Wer gibt ihm denn Antworten.Es hat etwas beruhigendes wenn selbst
Gott nicht alle Antworten kennt;-);-)


Wir, sprich die Spezies Homo sapiens sapiens (Nebenbei, finde ich die Artbezeichnung ziemliche Hybris, aber so sind wir nun mal.), stammt nicht von Gott ab, keine Spezies stammt von Gott ab. Biologie, die sich mit so etwas beschäftigt, ist eine Naturwissenschaft. Gott hat darin nichts verloren.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 5411
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 12:18

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon firlefanz11 » Di 13. Dez 2016, 16:11

Kael hat geschrieben:(11 Dec 2016, 22:58)
... irgendwo ist immer ein Punkt der nicht wissenschaftlich erklärbar ist. Und den wird es immer geben.

Und es wird immer nur eine Frage de Zeit sein bis auch DIESER Punkt wissenschaftlich erklärbar ist...
Selbst warum Lebewesen fühlen, träumen ,denken, sich Ihrer selbst bewusst sind etc. obwohl es sowas wie die Seele nicht gibt.
Der einzige Punkt, der wohl nie wissenschaftlich erklärbar sein wird, ist der warum manche Menschen sich all das nur damit erklären können, dass ein imaginäres Überwesen alles erschaffen hat, ihr Schicksal lenkt etc. ... :rolleyes:
Obwohl es auch dazu Theorien gibt. Eine davon ist ganz simpel. Weil der Mensch grundsätzlich dazu neigt andere Wesen über sich selbst zu erheben/auf einen Sockel zu stellen/anzubeten. Sei es einen Fußballer, einen Filmstar, einen König, oder "nur" eine Frau. :D
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
Ammianus
Beiträge: 2073
Registriert: Sa 17. Dez 2011, 22:05

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Ammianus » Di 13. Dez 2016, 17:26

Der grundlegende Fehler im Eröffnungsbeitrag ist, dass der Sinn des Begriffes "allmächtig" dabei vergessen wurde. In den alten polytheistischen Religionen hatte jeder Gott seinen Platz und sein Gebiet. Teilweise waren sie festen Regeln unterworfen wie der, dass kein Gott rückgängig machen kann, was ein anderer tat. Weiter waren sie ständig damit befasst sich gegenseitig Kopfnüsse zu erteilen, die Konkubinen auszuspannen usw. Zeus verwandelte sich ständig in irgendwelche Tiere um es dann mit Menschenfrauen zu treiben und die ägyptische Sechmeht betrank sich in einem See von Bier.

Dem steht der aus dem Judentum von Christen und Moslems entnommene eine Gott gegenüber. Und der ist allmächtig. Und diesen Begriff muss man wirklich voll erfassen, denn damit ist jegliche philosophische oder naturwissenschaftliche Diskussion über diesen Gott nutzlos. Der kann alles sein und tun. Sämtliche Naturgesetzte sind nicht ohne seine Zustimmung möglich und ohne seine Zustimmung kann auch niemand etwas dafür oder dagegen machen. Er kann sich, wo er will, in ein riesiges grünes Schweinchen mit Eselsohren verwandeln oder in einen wild kreiselnden Galaxienhaufen, er kann die Zeit rückwärts laufen lassen oder ganz abschaffen oder dafür sorgen, dass Marzipan ab morgen nach mit Pflaumenmus gemischtes Hackfleisch schmeckt.

„Kann Gott einen Berg schaffen, der so groß ist, dass er ihn selbst nicht heben kann?“ Diese Frage drückt das Paradoxe an einem allmächtigen Gott aus. Die Antwort wäre dann, dass dies eine menschliche Frage wäre, die Gott zwar beantworten könnte, so er denn wollte – er ist ja allmächtig. Aber kein Mensch wäre heute oder jemals in der Lage, diese Antwort, die natürlich völlig richtig wäre, zu verstehen. Dies kann nur der allmächtige Gott – weil er eben allmächtig und nicht begreifbar ist – für den Menschen.
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4564
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Ein Terraner » Di 13. Dez 2016, 17:31

Ammianus hat geschrieben:(13 Dec 2016, 17:26)

weil er eben allmächtig und nicht begreifbar ist – für den Menschen.

Was "Ihn" für das menschliche Dasein komplett irrelevant macht.
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8494
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Helmuth_123 » Di 13. Dez 2016, 19:41

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Dec 2016, 17:31)

Was "Ihn" für das menschliche Dasein komplett irrelevant macht.


Viele Menschen, wohl die Mehrheit der Menschheit, findet Sinn und Halt im Glauben, sei es nun an einen Gott oder an mehrere Götter. Atheisten und Agnostiker sollten nicht der Arroganz verfallen, diese Menschen als kindisch oder dumm zu bezeichnen. Genau so sollten aber auch religiöse Menschen die Ansichten von Atheisten und Agnostikern respektieren.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4564
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Ein Terraner » Di 13. Dez 2016, 21:00

Helmuth_123 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 19:41)

Viele Menschen, wohl die Mehrheit der Menschheit, findet Sinn und Halt im Glauben, sei es nun an einen Gott oder an mehrere Götter. Atheisten und Agnostiker sollten nicht der Arroganz verfallen, diese Menschen als kindisch oder dumm zu bezeichnen. Genau so sollten aber auch religiöse Menschen die Ansichten von Atheisten und Agnostikern respektieren.

Die Menge hat noch nie über richtig und falsch entschieden.
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8494
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Helmuth_123 » Di 13. Dez 2016, 22:05

Ein Terraner hat geschrieben:(13 Dec 2016, 21:00)

Die Menge hat noch nie über richtig und falsch entschieden.


Und Sie meinen entscheiden zu können was richtig und falsch ist, wenn es um Sinn- und Glaubensfragen geht? Sie denken, sie können für andere Menschen entscheiden, was für sie richtig oder falsch sei? Das halte ich für anmaßend. Aber auf das Problem mit dem Homo "sapiens sapiens" habe ich ja schon oben hingewiesen.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 4564
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Ein Terraner » Mi 14. Dez 2016, 08:08

Helmuth_123 hat geschrieben:(13 Dec 2016, 22:05)

Und Sie meinen entscheiden zu können was richtig und falsch ist, wenn es um Sinn- und Glaubensfragen geht? Sie denken, sie können für andere Menschen entscheiden, was für sie richtig oder falsch sei? Das halte ich für anmaßend. Aber auf das Problem mit dem Homo "sapiens sapiens" habe ich ja schon oben hingewiesen.

Natürlich nicht, Ich halte mich aber mehr an die Faktenlage und weniger an Wunschvorstellungen.
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
Kritikaster
Vorstand
Beiträge: 3239
Registriert: Fr 30. Sep 2016, 23:55
Benutzertitel: TROLLJÄGER

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Kritikaster » Mi 14. Dez 2016, 10:16

Progressiver hat geschrieben:(11 Dec 2016, 20:35)

Er ist ein körperliches Wesen aus Fleisch und Blut.

Randbemerkung: Selbst diejenigen, die die Existenz des Menschen durch einen Eingriff "außerirdischer Astronautengötter" zu erklären versuchen und mit ihren "Erklärungen" Autoren wie Däniken u.ä. folgen, entgehen damit natürlich der grundsätzlichen Frage nach der Herkunft von (intelligentem) Leben nicht.
Progressiver hat geschrieben:Er lebt innerhalb des Universums bzw. seiner Schöpfung. Und seine Lebensdauer ist auch in dieser Hinsicht nicht unendlich.

Folgte man der kreationistischen These, nach der die Schöpfung der Welt im Jahr 4004 v. Chr. stattfand, wäre dieses Argument eher schwach. Da wir selbst auf unserer Erde Lebewesen kennen, deren Lebensdauer im Vergleich zum Menschen entweder nur einen geringen Bruchteil oder auch ein Vielfaches (antarktischer Riesenschwamm - 10.000 Jahre, Grönlandhai - 400 Jahre) ausmacht, erscheint eine Lebensspanne von mehreren (zehn-)tausend Erdenjahren grundsätzlich möglich.

Und noch eine Belanglosigkeit hinterher: Dass "Glauben" in einem gewissen Gegensatz zu "Wissen" steht, ist klar und an sich auch kein Problem. Problematisch wird das erst, wenn "Glauben" zu "Nicht-Wissen-Wollen" wird.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8494
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Helmuth_123 » Mi 14. Dez 2016, 20:07

Firlefanzdetektor hat geschrieben:(14 Dec 2016, 10:16)

Randbemerkung: Selbst diejenigen, die die Existenz des Menschen durch einen Eingriff "außerirdischer Astronautengötter" zu erklären versuchen und mit ihren "Erklärungen" Autoren wie Däniken u.ä. folgen, entgehen damit natürlich der grundsätzlichen Frage nach der Herkunft von (intelligentem) Leben nicht.

Folgte man der kreationistischen These, nach der die Schöpfung der Welt im Jahr 4004 v. Chr. stattfand, wäre dieses Argument eher schwach. Da wir selbst auf unserer Erde Lebewesen kennen, deren Lebensdauer im Vergleich zum Menschen entweder nur einen geringen Bruchteil oder auch ein Vielfaches (antarktischer Riesenschwamm - 10.000 Jahre, Grönlandhai - 400 Jahre) ausmacht, erscheint eine Lebensspanne von mehreren (zehn-)tausend Erdenjahren grundsätzlich möglich.

Und noch eine Belanglosigkeit hinterher: Dass "Glauben" in einem gewissen Gegensatz zu "Wissen" steht, ist klar und an sich auch kein Problem. Problematisch wird das erst, wenn "Glauben" zu "Nicht-Wissen-Wollen" wird.


Kreationismus ist keine Wissenschaft! Es gibt da keinerlei Thesen, denen man als Wissenschaftler folgen könnte.

Ich sehe keinerlei Gegensatz zwischen Wissen und Glauben, da es meines Erachtens zwei völlig verschiedene Dinge sind. Man kann sowohl Wissenschaftler als auch gläubiger Mensch sein. Man muss sich klar darüber sein, welche Fragen es wissenschaftlich zu beantworten gilt und welche Fragen gilt es im Glauben zu beantworten. Fragen an die Natur müssen immer wissenschaftlich sein, da hat Gott nichts verloren. Fragen nach Sinn, Hoffnung und Glauben kann man wiederum nur schwerlich mit harter Wissenschaft beantworten.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Benutzeravatar
Antonius
Beiträge: 3911
Registriert: Mo 9. Jun 2008, 22:57
Benutzertitel: SURSUM CORDA

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Antonius » Do 15. Dez 2016, 10:48

Ammiunus hat geschrieben:
    weil er eben allmächtig und nicht begreifbar ist – für den Menschen.
Ein Terraner hat geschrieben:(13 Dec 2016, 17:31)
Was "Ihn" für das menschliche Dasein komplett irrelevant macht.

Das ist ein logischer Fehlschluß.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)
Benutzeravatar
Antonius
Beiträge: 3911
Registriert: Mo 9. Jun 2008, 22:57
Benutzertitel: SURSUM CORDA

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Antonius » Do 15. Dez 2016, 10:52

Helmuth_123 hat geschrieben:(14 Dec 2016, 20:07)
(...)
Ich sehe keinerlei Gegensatz zwischen Wissen und Glauben, da es meines Erachtens zwei völlig verschiedene Dinge sind. Man kann sowohl Wissenschaftler als auch gläubiger Mensch sein. Man muss sich klar darüber sein, welche Fragen es wissenschaftlich zu beantworten gilt und welche Fragen gilt es im Glauben zu beantworten. Fragen an die Natur müssen immer wissenschaftlich sein, da hat Gott nichts verloren. Fragen nach Sinn, Hoffnung und Glauben kann man wiederum nur schwerlich mit harter Wissenschaft beantworten.
Völlig richtig.
Naturwissenschaften spielen sich in Raum, Zeit und Kausalität ab.
Daraus folgt, daß es Fragen gibt, die nicht naturwissenschaftlich beantwortet werden können.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)
Benutzeravatar
harry52
Beiträge: 1507
Registriert: Fr 30. Jan 2015, 09:35

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon harry52 » Do 15. Dez 2016, 11:06

Antonius hat geschrieben:Naturwissenschaften spielen sich in Raum, Zeit und Kausalität ab. Daraus folgt, daß es Fragen gibt, die nicht naturwissenschaftlich beantwortet werden können.

Bist Du Dir sicher, dass es überhaupt etwas außerhalb von Zeit und Raum gibt? Woher willst Du das überhaupt wissen?

Zum anderen:
Wenn ich mich mit Gläubigen über ihren Glauben unterhalte, dann geht es immer um Dinge innerhalb von Raum und Zeit. Moses, die zehn Gebote, Jesus, die Kreuzigung, die Auferstehung, ... Gebete, die Nächstenliebe, ...

Das alles sind Dinge innerhalb von Raum und Zeit.
Ich habe noch nie etwas von einem Gläubigen gehört, was zu seinem Glauben gehört, was außerhalb von Raum und Zeit liegt. Ich halte "außerhalb von Raum und Zeit" für nicht existent. Es ist widersprüchlich genauso wie Allmacht. Wenn jemand alles kann, müsste er sich selber vernichten können und nach der Vernichtung kann er garantiert nichts mehr. Also kann er nicht alles.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
Benutzeravatar
Antonius
Beiträge: 3911
Registriert: Mo 9. Jun 2008, 22:57
Benutzertitel: SURSUM CORDA

Re: Die Christen und die DNA Gottes

Beitragvon Antonius » Do 15. Dez 2016, 11:23

harry52 hat geschrieben:(15 Dec 2016, 11:06)

Bist Du Dir sicher, dass es überhaupt etwas außerhalb von Zeit und Raum gibt? Woher willst Du das überhaupt wissen?

Zum anderen:
Wenn ich mich mit Gläubigen über ihren Glauben unterhalte, dann geht es immer um Dinge innerhalb von Raum und Zeit. Moses, die zehn Gebote, Jesus, die Kreuzigung, die Auferstehung, ... Gebete, die Nächstenliebe, ...

Das alles sind Dinge innerhalb von Raum und Zeit.
Ich habe noch nie etwas von einem Gläubigen gehört, was zu seinem Glauben gehört, was außerhalb von Raum und Zeit liegt. Ich halte "außerhalb von Raum und Zeit" für nicht existent. Es ist widersprüchlich genauso wie Allmacht. Wenn jemand alles kann, müsste er sich selber vernichten können und nach der Vernichtung kann er garantiert nichts mehr. Also kann er nicht alles.
Hm, ein kleines Beispiel: Der Begriff der Ewigkeit.
Er steht außerhalb von Raum, Zeit und Kausalität.

Im übrigen empfehle ich den Vortrag von Prof. Lesch über Kausalität (etwa ab 6:00 min).
https://www.youtube.com/watch?v=lsTO3-OqdKw
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)

Zurück zu „81. Religion“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 1 Gast