warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

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suchender
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warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon suchender » So 4. Sep 2016, 21:27

Als ehemaliges Staatsoberhaupt des Vatikans genießt der pensionierte Papst Imunität.

aus "Die Welt vom 25. März 2010"

Das Primat, die Kirche zu schützen, nicht die Kinder, wird desto weniger angezweifelt, je höher der neuste Skandal in der Kirchenhierarchie verhandelt wird. Und so ist die Geschichte des Priesters Lawrence Murphy, der mindestens 200 Jungen in einer Schule für Gehörlose sexuell missbrauchte, auffiel und versetzt wurde, aber bis zu seinem Tod nie seine Priesterwürde verlor, auf bestürzende Weise vertraut. Selbst der Vorwurf, dass Papst Benedikt XVI. in seinem Vorleben als Kardinal Joseph Ratzinger und Präfekt der Glaubenskongregation trotz Bitten eines amerikanischen Erzbischofs nichts unternommen, sondern für den geständigen, todkranken Sünder Gnade vor Recht ergehen ließ, gemahnt unangenehm an Routine.

"Es ist schwer zu verstehen", kommentiert die "New York Times", die den Fall von Pater Murphy in ihrer Donnerstagsausgabe aufdeckt, "warum die Führung des Vatikans nicht die Lektionen aus dem erschütternden Skandal ziehen konnte, als in einem Zeitraum von drei Jahren mehr als 700 Priester in den Vereinigten Staaten entlassen wurden". Das Blatt erinnert daran, dass Kardinal Ratzinger im Jahr 2001 unter der Drohung der Exkommunizierung die Direktive an alle Bischöfe verantwortete, alle Untersuchungen zu sexuellen Übergriffen von Priestern geheim zu halten. Das Misstrauen gegen den Vatikan ist ausgeprägt im erzevangelischen Amerika. Nicht Gott und dem Gesetz, sondern dem Papst und einem Staat im Staat verpflichtet zu sein, ist den meisten Gläubigen zutiefst fremd.

Wann zieht man im 21. Jahrhundert ENDLICH die richtigen Konsequenzen1
suchender
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon suchender » Mo 5. Sep 2016, 18:28

Glaube oder katholische Diktatur?

Haben Sie sich als Katholik Gedanken darüber gemacht, in welcher Form vom Vatikan das Ver-halten den Gläubigen vorgegeben wird? Wenn nein, dann lesen Sie das Buch „Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung“, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger. Das Buch ist als römisch-katholisches Lehrbuch autorisiert.

Das Buch enthält die wichtigsten Urkunden über den ka-tholischen Glauben in deutscher Sprache. In ihnen hat die Kirche selbst das Gut der Offenbarung, das ihr Christus anvertraut hat, in Worte gekleidet und dem gläubigen Volk als Entscheidung oder Belehrung vorgelegt.
Alle haben ein Recht zu wissen, was die Kirche selbst von ihrem Glauben sagt, und oft wird aus diesem Recht eine Pflicht, wenn das Gut dieses Glaubens in uns oder in anderem bedroht wird und unseren Einsatz fordert. Das Buch stellt also den Versuch dar, weitere Kreise an diese Quellen katholischer Glaubenslehre zu führen, und möch-te auch so aufgenommen werden. Möge es diesen Dienst an der heiligen Kirche und am katholischen Volk erfüllen.

Kurzauswahl aus den über 800 Glaubenssätzen:

Glaubenssatz Randnummer 49:
Wer sagt, die Menschenvernunft sei so unabhängig, dass ihr der Glaube nicht von Gott befohlen werden könne, der sei ausgeschlossen.

Glaubenssatz Randnummer 85:
Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen.

Glaubenssatz Randnummer 382:
Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen Einsetzung die Pflicht, auf das Gewissenhafteste das Gut des göttlichen Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles ent-fernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr vom göttlichen Urheber übertrage-nen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, son-dern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern.

Glaubenssatz Randnummer 392:
Die Kirche ist die Säule und Grundfeste der Wahrheit, also frei und unberührt von jeder Gefahr des Irrtums und der Falschheit. Wir lehren also: Der Gegenstand der Unfehlbarkeit geht so weit, wie das Glaubensgut reicht, und die Pflicht, dieses Gut zu schützen, es erfordert.

Glaubenssatz Randnummer 430:
Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir.


Erklärung: der Schlußtext - der sei ausgeschlossen lautete früher - ist verdammt

Sollten Sie sich die Mühe machen wie ich alle Glaubenssätze zu lesen, werden sie erkennen was für ein internationaler Machtkonzern der Vatikan ist und die ursprüngliche Jesuslehre nur mehr fragmenthaft zu erkennen ist!
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Boraiel
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Boraiel » Mo 5. Sep 2016, 21:31

suchender hat geschrieben:(04 Sep 2016, 22:27)

Als ehemaliges Staatsoberhaupt des Vatikans genießt der pensionierte Papst Imunität.

aus "Die Welt vom 25. März 2010"

Das Primat, die Kirche zu schützen, nicht die Kinder, wird desto weniger angezweifelt, je höher der neuste Skandal in der Kirchenhierarchie verhandelt wird. Und so ist die Geschichte des Priesters Lawrence Murphy, der mindestens 200 Jungen in einer Schule für Gehörlose sexuell missbrauchte, auffiel und versetzt wurde, aber bis zu seinem Tod nie seine Priesterwürde verlor, auf bestürzende Weise vertraut. Selbst der Vorwurf, dass Papst Benedikt XVI. in seinem Vorleben als Kardinal Joseph Ratzinger und Präfekt der Glaubenskongregation trotz Bitten eines amerikanischen Erzbischofs nichts unternommen, sondern für den geständigen, todkranken Sünder Gnade vor Recht ergehen ließ, gemahnt unangenehm an Routine.

"Es ist schwer zu verstehen", kommentiert die "New York Times", die den Fall von Pater Murphy in ihrer Donnerstagsausgabe aufdeckt, "warum die Führung des Vatikans nicht die Lektionen aus dem erschütternden Skandal ziehen konnte, als in einem Zeitraum von drei Jahren mehr als 700 Priester in den Vereinigten Staaten entlassen wurden". Das Blatt erinnert daran, dass Kardinal Ratzinger im Jahr 2001 unter der Drohung der Exkommunizierung die Direktive an alle Bischöfe verantwortete, alle Untersuchungen zu sexuellen Übergriffen von Priestern geheim zu halten. Das Misstrauen gegen den Vatikan ist ausgeprägt im erzevangelischen Amerika. Nicht Gott und dem Gesetz, sondern dem Papst und einem Staat im Staat verpflichtet zu sein, ist den meisten Gläubigen zutiefst fremd.

Wann zieht man im 21. Jahrhundert ENDLICH die richtigen Konsequenzen1

Bzgl. des Fettgedruckten würde mich interessieren, ob Kardinal Ratzinger auch veranlasste, dass die Ergebnisse dieser Untersuchungen, insbesondere wenn sexuelle Übergriffe stattgefunden haben, geheimgehalten werden sollen. :?:
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Nele28 » Mo 5. Sep 2016, 21:38

Die Kirche konnte sich doch nie und nimmer auf die ursprüngliche Jesuslehre - wenn sie denn authentisch ist- alleine beziehen. Das hätte bedeutet, allein das Leben und Wirken Jesu, seine Bergpredigt und seine Gleichnisse wären die Grundpfeiler der Kirche.
Die Interessen der Kirche waren und sind heute noch von einer anderen Art.
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon suchender » Mo 5. Sep 2016, 21:53

Nachdem ihnen vorgeworfen wurde diesen Herrn Murphy nicht suspendiert zu haben, rechtfertigte sich der Vorgesetzte, dass Kardinal Ratzinger seine Zustimmung, trotz wiederholter Meldung des Mißbrauchfalles, unterlies.
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 6. Sep 2016, 07:22

suchender hat geschrieben:(04 Sep 2016, 22:27)

Wann zieht man im 21. Jahrhundert ENDLICH die richtigen Konsequenzen1

Die Antwort gibst du dir ja selber:
"Als ehemaliges Staatsoberhaupt des Vatikans genießt der pensionierte Papst Imunität."

Leider. Wer so ein schweres Verbrechen deckt und die Strafverfolgung behindert oder gar vereitelt, der gehört vor Gericht. Aber die Krähn hacken sich nicht gegenseitig die Augen aus.


suchender hat geschrieben:(05 Sep 2016, 19:28)

Glaube oder katholische Diktatur?

Jede Religion hat einen totalitären Kern, richtig schlimm wird es, wenn die Religion echte Macht über Menschen hat, wie im Mittelalter oder wie hier bei den misshandelten Kindern.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon suchender » Sa 1. Okt 2016, 21:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Sep 2016, 08:22)

Die Antwort gibst du dir ja selber:
"Als ehemaliges Staatsoberhaupt des Vatikans genießt der pensionierte Papst Imunität."

Leider. Wer so ein schweres Verbrechen deckt und die Strafverfolgung behindert oder gar vereitelt, der gehört vor Gericht. Aber die Krähn hacken sich nicht gegenseitig die Augen aus.



Jede Religion hat einen totalitären Kern, richtig schlimm wird es, wenn die Religion echte Macht über Menschen hat, wie im Mittelalter oder wie hier bei den misshandelten Kindern.


Macht über Menschen - das christliche südliche Afrika hat die höchste AIDS-erkrankungsrate weltweit.
Doch Franziskus verbietet Kondome und andere Verhütungsmittel, sondern empfielt Enthaltsamkeit!
Kinder werden bereits AIDS-krank geboren und Millionen Frauen werden ungewollt schwanger.
Die Kirche ist stolz in diesen Gebieten die höchste Zuwachsrate an Gläubigen zu haben.

Wo beginnt Kriminalität?
Warum wird dies nicht als Völkermord gewertet und von der UNO verurteilt?
Kriegsverbrecher kommen vor das internationale Kriegsgericht - der Papst wird nach wie vor freundlichst empfangen und gewürdigt!
Ein Absurdistan für Logik und Gerechtigkeit!
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Adlerauge » So 2. Okt 2016, 01:24

Wenn Franziskus gegen den Willen der Camarilla arbeitet ist er ein toter Mann, wie einmal schon ein Papst vor ihm.
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Fuerst_48 » So 2. Okt 2016, 08:50

Beim aktuellen Papst reicht der Widerstand der erzkonservativen Kreise in der Kurie. Da braucht er nicht umgebracht werden. Ein Feindbild ist für die alten Knacker viel "nützlicher"!
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon harry52 » Mo 31. Okt 2016, 20:42

suchender hat geschrieben: das christliche südliche Afrika hat die höchste AIDS-erkrankungsrate weltweit.
Doch Franziskus verbietet Kondome und andere Verhütungsmittel, sondern empfielt Enthaltsamkeit!

Fairerweise muss man schon sagen, dass diese Empfehlungen:
keinSex vor der Ehe, lebenslange Monogamie und Treue ... durchaus wirkam die Ausbreitung von AIDS stoppen würden, aber die Menschen halten sich nicht an diese Empfehlungen. In Südafrika sind außerdem nur 8,6% (Stand 2008) römisch katholisch.

Insofern ist es nicht korrekt,
für die hohe Verbreitung von AIDS der katholischen Kirche die Schuld zu geben. Ich persönlich bin Atheist und lerne eins daraus. Die katholische Kirche hat ein utopisches und somit falsches Bild vom Menschen und das hilft wenig bei Problemen wie AIDS. Vielleicht sollte man auch bei dem Thema auf die hören, die die Sexualität des Menschen wissenschaftlich untersucht haben und keine Märchen erzählen und Unmögliches verlangen.

Gut fände ich, wenn sich die Kommunisten
auch von ihrem Glauben abwenden, denn die haben ebenfalls falsche Theorien, über das wie Menschen ticken und was gut funktioniert.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 1. Nov 2016, 21:39

Ich habe in einer Doku über Ratzinger ihn als jungen Mann auftreten sehen. Ohne in Stereotypen zu denken, aber wenn das nicht total schwul im Auftreten war, dann weiß ich auch nicht. Er hat wohl später gelernt das zu kaschieren. Sicher macht ihn das nicht zum Kriminellen. Und wenns auch nur das Auftreten ist. Aber es ist schon verwunderlich, wie energisch gerade die katholischen Priester ihre Brüder verfolgen. Oder schützen. Warum sollte Ratzinger eine Ausnahme sein?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon suchender » So 13. Nov 2016, 18:11

Religionsstatistik:
Die Statistik zeigt den Anteil der Anhänger ausgewählter Religionen an der Gesamtbevölkerung in Afrika im Jahr 2010. Im Jahr 2010 betrug der Anteil der Christen in Afrika 47,3 Prozent. Der Anteil der Katholiken lag bei 16,5 Prozent.

In der Nordhälfte domoniert der Islam - auf der Südhälfte das Christentum, wobei die kath. Kirche einen starken Zuwachs hat!
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Fuerst_48 » So 13. Nov 2016, 23:32

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Nov 2016, 21:39)

Ich habe in einer Doku über Ratzinger ihn als jungen Mann auftreten sehen. Ohne in Stereotypen zu denken, aber wenn das nicht total schwul im Auftreten war, dann weiß ich auch nicht. Er hat wohl später gelernt das zu kaschieren. Sicher macht ihn das nicht zum Kriminellen. Und wenns auch nur das Auftreten ist. Aber es ist schon verwunderlich, wie energisch gerade die katholischen Priester ihre Brüder verfolgen. Oder schützen. Warum sollte Ratzinger eine Ausnahme sein?

Die katholische Kirche tut sich im Umgang mit der Homosexualität besonders schwer. Das eigentliche Übel ist aber den Mantel des Schweigens über die Pädophilie zu breiten. Das ist der kriminelle Aspekt, der bekämpft gehört.
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Wildermuth » Mo 14. Nov 2016, 01:59

Adlerauge hat geschrieben:(02 Oct 2016, 02:24)

Wenn Franziskus gegen den Willen der Camarilla arbeitet ist er ein toter Mann, wie einmal schon ein Papst vor ihm.


Als beweis hätten wie den film "der pate".
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 14. Nov 2016, 17:30

Fuerst_48 hat geschrieben:(13 Nov 2016, 23:32)

Die katholische Kirche tut sich im Umgang mit der Homosexualität besonders schwer. Das eigentliche Übel ist aber den Mantel des Schweigens über die Pädophilie zu breiten. Das ist der kriminelle Aspekt, der bekämpft gehört.


In der Tat werden Täter leider in vielen Systemen geschützt. Theoretisch müsste man annehmen, daß gerade in einer religiösen Organisation, die das Seelenheil anpreist das anders wäre. Ist es aber nie, auch nicht in anderen Formen.

In religiösen Organisationen, hier sprechen wie in dem Fall über den Katholizismus, ist das Thema Mißbrauch fast vorprogrammiert. Die Sexualität ist praktisch verboten. Jeder Art. Oder ist Masturbation erlaubt? Bei Priestern und Nonnen? Ich weiß ich nicht. Wäre interessant, was Ratzinger dazu zu sagen hat. Wenn solche emotionalen Dampfkessel, oder emotionale Eisblöcke (wer die Sexualität verneint, hat eigentlich schon ein Problem), in einer hierarchisch auf Gehorsam und Schweigen und Loyalität fußenden Organisation, auf Schutzbefohlene oder "schwächere" Brüder und Schwestern stößt, ist der Mißbrauch fast automatisch auf dem Fuße folgend. Egal in welcher Form. Das gibts in ähnlichen Formen auch im Knast, Internat, Sekten oder dem Militär.

Berichte über Mißbrauchsopfer, die aussagten kommt dies immer wieder zu Tage. Fast hermetisch abgeschlossene Gesellschaften. Macht, Gehorsam, Schweigen, Loyalität. Dann Personen, die irgendwie Probleme mit einem wesentlichen Teil ihres Daseins haben (wie könnte man sonst freiwillig auf seine Sexualität verzichten?) und dann gibts Stress. Natürlich kann man da nicht alle in einem Topf schmeissen und auch Atheisten sind sexuelle Täter. Nicht zu knapp. Aber die Struktur scheint zu verführen. So jedenfalls bei Darstellungen bei der Aufarbeitung von Mißbrauchsfällen innerhalb der Kirche.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 14. Nov 2016, 17:51

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Nov 2016, 17:30)

In der Tat werden Täter leider in vielen Systemen geschützt. Theoretisch müsste man annehmen, daß gerade in einer religiösen Organisation, die das Seelenheil anpreist das anders wäre. Ist es aber nie, auch nicht in anderen Formen.

In religiösen Organisationen, hier sprechen wie in dem Fall über den Katholizismus, ist das Thema Mißbrauch fast vorprogrammiert. Die Sexualität ist praktisch verboten. Jeder Art. Oder ist Masturbation erlaubt? Bei Priestern und Nonnen? Ich weiß ich nicht. Wäre interessant, was Ratzinger dazu zu sagen hat. Wenn solche emotionalen Dampfkessel (wer die Sexualität verneint, hat eigentlich schon ein Problem), in einer hierarchisch auf Gehorsam und Schweigen und Loyalität fußenden Organisation, auf Schutzbefohlene oder "schwächere" Brüder und Schwestern stößt, ist der Mißbrauch fast automatisch auf dem Fuße folgend. Egal in welcher Form. Das gibts in ähnlichen Formen auch im Knast, Internat, Sekten oder dem Militär.

Berichte über Mißbrauchsopfer, die aussagten kommt dies immer wieder zu Tage. Fast hermetisch abgeschlossene Gesellschaften. Macht, Gehorsam, Schweigen, Loyalität. Dann Personen, die irgendwie Probleme mit einem wesentlichen Teil ihres Daseins haben (wie könnte man sonst freiwillig auf seine Sexualität verzichten?) und dann gibts Stress. Natürlich kann man da nicht alle in einem Topf schmeissen und auch Atheisten sind sexuelle Täter. Nicht zu knapp. Aber die Struktur scheint zu verführen. So jedenfalls bei Darstellungen bei der Aufarbeitung von Mißbrauchsfällen innerhalb der Kirche.

Deine umfassende Darstellung ist zutreffend. Wie mühselig die Aufarbeitung stattfindet, ist überall zu beobachten. Bei uns hat eine ehemalige Landeshauptfrau (Frau Klasnic) die Abwicklung der Entschädigung der Opfer übernommen. Aus falscher Scham melden sich aber nicht alle Betroffenen. Und über das schmale Brett des akuten Priestermangels versuchen die Ordinariate nur selten, pädophile Priester den Gerichten zu übergeben. Gern werden solche Leute (meist Männer, selten auch Frauen) in Klöster gesteckt. Frei nach der Methode: Schwamm drüber...
Insgesamt gesehen : peinlich...
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Elser » So 20. Nov 2016, 18:57

Fuerst_48 hat geschrieben:(13 Nov 2016, 23:32)

Die katholische Kirche tut sich im Umgang mit der Homosexualität besonders schwer. Das eigentliche Übel ist aber den Mantel des Schweigens über die Pädophilie zu breiten. Das ist der kriminelle Aspekt, der bekämpft gehört.



Ach was - aus einer kriminellen Vereinigung tritt man einfach aus!
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Fuerst_48 » So 20. Nov 2016, 19:06

Elser hat geschrieben:(20 Nov 2016, 18:57)

Ach was - aus einer kriminellen Vereinigung tritt man einfach aus!

Stimmt. Geht ganz formlos.
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon suchender » Mo 21. Nov 2016, 17:22

aus einer kriminellen Vereinigung tritt man einfach aus ???

Das ist keine Lösung in Sinne einer Demokratie!

Eigentlich sollte in einer Kirchenorganisation Gerechtigkeit und Humanität Priorität haben - doch davon sind wir meilenweit entfernt!

Diese Organisation gehört den staatlichen Gerichten unterstellt und die eigenen Kirchengerichte verboten.
Voraussetzung dafür ist die Kündigung des Konkordates.
Derzeit lebt diese Organisation sehr gut auf Kosten der Steuerzahler.

Die zukünftige Entwicklung wird eine Reduzierung ihrer Mitglieder bringen, so dass im Endeffekt eine kath. Organisation
über ein großes Vermögen, zu dem sie auf betrügerische Art kam, verfügt!
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Re: warum wurde Papst Benedikt XVI nie verurteilt?

Beitragvon Elser » Mi 23. Nov 2016, 18:46

suchender hat geschrieben:(21 Nov 2016, 17:22)

aus einer kriminellen Vereinigung tritt man einfach aus ???

Das ist keine Lösung in Sinne einer Demokratie!

Eigentlich sollte in einer Kirchenorganisation Gerechtigkeit und Humanität Priorität haben - doch davon sind wir meilenweit entfernt!

Diese Organisation gehört den staatlichen Gerichten unterstellt und die eigenen Kirchengerichte verboten.
Voraussetzung dafür ist die Kündigung des Konkordates.
Derzeit lebt diese Organisation sehr gut auf Kosten der Steuerzahler.

Die zukünftige Entwicklung wird eine Reduzierung ihrer Mitglieder bringen, so dass im Endeffekt eine kath. Organisation
über ein großes Vermögen, zu dem sie auf betrügerische Art kam, verfügt!



Richtig - die Kirchen sind verbandelt mit der Politik und dem Großkapital. Tust Du mir nix tu ich die nix. Gibst du mir was, diszipliniere ich Dir dafür die gläubigen Massen. Jesus - haben die längst verraten. Aber austreten ist ein Anfang !

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