Agnostizismus

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harry52
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Re: Agnostizismus

Beitragvon harry52 » Do 6. Okt 2016, 21:41

schelm hat geschrieben:Ähm, aber drängt sich bei der Vorstellung der Idee keine Grenzen nicht das Prinzip eines stetigen Zyklus auf ? Expansion, Kontraktion und wieder Expansion ?

(Ich bin kein Astrophysiker, deswegen bitte korrigieren, wenn ich was Falsches sage)

Nein.
Vor ein paar Jahren gab es eine "schockierende" Beobachtung, nämlich dass sich die Expansion des Universums beschleunigt und nicht verlangsamt und dass es es vermutlich nicht irgendwann zu einer Kontraktion kommt. Jetzt geht man also davon aus, dass das Universum immer schneller expandiert und in einem Big Rip endet, wo alles "auseinandergerissen" wird.

Aber der Urknall ist nur dann ein Anfang und der Big Rip nur dann das Ende, wenn man die Zeit als eindimensionale Größe ansieht. Hat die Zeit mehr als eine Dimension gibt es gar keinen Anfang und auch kein Ende und somit keine Grenzen.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Antonius
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Re: Agnostizismus

Beitragvon Antonius » Fr 7. Okt 2016, 09:13

Powerwolf hat geschrieben:(06 Oct 2016, 18:06)
Falsch. Du warst wohl noch nie in einer katholischen Messe.
Da gibt es schon oft anmaßende Dinge, die angeblich geglaubt werden "müssen".

Z.B. das apostolische Glaubensbekenntnis: Jungfrau Maria ... Abrakadabra, am dritten Tage auferstanden von den Toten usw.
Simsalabim, Hostie und Messwein werden zu "Fleisch und Blut" Jesu ...

Manche Priester zelebrieren das auch noch besonders, als würde dies alles 1:1 stimmen. Und wehe dem, der nicht daran glaubt. Oje, für den heißt es wohl: Highway to hell.
Da sind auch mir Agnostiker bzw. solche, die nicht alles wortwörtlich nehmen, lieber.
Oh, es tut mir leid, ich wollte Dich nicht auf Deine Ressentiments ansprechen....
Wann warst Du denn das letzte Mal in einer katholischen Messe, beispielsweise in einer Messe mit der wunderbaren Musik von Palestrina oder von Mozart?
Wie hast Du die Stufen von Introitus, Kyrie, Gloria, Credo, Präfation, Wandlung, Pater Noster, Agnus Dei, Communio und Postcommunio erlebt?

Und bitte dabei nicht das Denken ausschalten, denn die Eucharistiefeier ist eine Danksagung, ein Dank für das Geschenk des eigenen Lebens, der Familie, für die Gemeinschaft der Kirche.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
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Antonius
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Re: Agnostizismus

Beitragvon Antonius » Fr 7. Okt 2016, 09:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Oct 2016, 13:19)

Vom Reformator Melanchthon stammt der Ausspruch "Freiheit - das ist das Christentum". Es handelt sich allerdings um die Freiheit, auf Gott vertrauen
zu dürfen. Oder genauer gesagt: Um die Freiheit, der Selbstmächtigkeit entsagen zu dürfen. Also genau der Variante von Freiheit, die ein aufgeklärter Zeitgenosse einfordert.
Das ist sicherlich auch richtig.
Mit Freiheit meine ich die geistige Freiheit, wie sie im 2. Paulus-Brief an die Korinther zum Ausdruck kommt (2.Kor, 3,17):
UBI SPIRITUS DOMINI IBI LIBERTAS - Wo der Geist des Herrn wirkt, dort ist Freiheit.
Für die Freiheit hat Christus uns befreit. (Gal. 5,1)

Wir hatten hier im Forum bereits einen interessanten Diskussions-Strang zum Thema der Christlichen Freiheit:
viewtopic.php?f=21&t=29285#p1433349
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Powerwolf
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Re: Agnostizismus

Beitragvon Powerwolf » Fr 7. Okt 2016, 10:07

Antonius hat geschrieben:(07 Oct 2016, 10:13)

Oh, es tut mir leid, ich wollte Dich nicht auf Deine Ressentiments ansprechen....
Wann warst Du denn das letzte Mal in einer katholischen Messe, beispielsweise in einer Messe mit der wunderbaren Musik von Palestrina oder von Mozart?
Wie hast Du die Stufen von Introitus, Kyrie, Gloria, Credo, Präfation, Wandlung, Pater Noster, Agnus Dei, Communio und Postcommunio erlebt?

Und bitte dabei nicht das Denken ausschalten, denn die Eucharistiefeier ist eine Danksagung, ein Dank für das Geschenk des eigenen Lebens, der Familie, für die Gemeinschaft der Kirche.


Ressentiments? Ich gehe selbst fast jeden Sonntag in eine katholische Messe.
Du scheinst genau so ein engstirniger "Überzeugungstäter" zu sein, von dem hier gesprochen wurde.

Anstatt auf meine kritischen Punkte einzugehen, erzählst du von der schönen Musik, die in den Messen gespielt bzw. gemeinsam gesungen wird. Meinst du, das würde ich nicht kennen und gutheißen?

In den katholischen Messen, in denen ich regelmäßig bin, wird nicht nur gedankt und gesungen, sondern es werden auch die oben genannten Dinge als Wahrheiten verkauft.

Was hat schöne Musik mit dem Thema Agnostizismus zu tun? Nichts!
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Perdedor
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Re: Agnostizismus

Beitragvon Perdedor » Fr 7. Okt 2016, 18:03

schelm hat geschrieben:Woran es hapert ist die Vorstellung des Punktes. Die Analogie mit dem nicht gekrümmten Blatt Papier hilft mir nicht wirklich weiter, weil ich den Punkt nicht ohne lineare 3D Ausdehnung denken kann, und sei sie noch so klein.


Aber das Problem gibt es doch für jeden Punkt (z.B. jetzt und hier), nicht nur im Bezug auf den Anfang des Universums.
Punkte sind ein mathematisches Konzept, welches sich bisher als für die Beschreibung des Universums geeignet herausgestellt hat.
Deine Augen haben natürlich nur eine begrenzte Auflösung, können also Differenzen unter einer bestimmten Größe nicht mehr wahrnehmen. De fakto sind aber bereits Sterne aus unserer Entfernung punktförmig. Wenn du meinst eine Ausdehnung zu erkennen liegt das nur an der Beugung an der Iris (oder atmosphärische Einflüsse). Ebenso in Bezug auf die Zeit kann dein Gehirn nicht beliebig kurze Zeiträume verarbeiten. Wenn der zeitliche Abstand zweier Ereignisse zu klein ist, nimmst du es nur als eines wahr.
Kurz: In deiner direkten Wahrnehmung gibt es keine Punkte. Aber als mathematisches Objekt sind sie zur Beschreibung der Welt geeignet.

schelm hat geschrieben:Ähm, aber drängt sich bei der Vorstellung der Idee keine Grenzen nicht das Prinzip eines stetigen Zyklus auf ? Expansion, Kontraktion und wieder Expansion ?


Die Idee gibt es, aber das ist nicht Hawkings Keine-Grenzen-Theorie. Dort hat die Zeit einen Anfang in der endlichen Vergangenheit.

schelm hat geschrieben:so wäre der Schöpfungsgedanke unendlich lange vorhanden


Aber das Universum ist doch bereits unendlich lange vorhanden. Es gab also keinen Zeitpunkt in dem es nur einen "Schöpfungsgedanken" gab, aber das Universum nicht. Der Schöpfungsgedanken, was auch immer das sein soll, kann dann nur im Universum existieren.


harry52 hat geschrieben:Aber der Urknall ist nur dann ein Anfang und der Big Rip nur dann das Ende, wenn man die Zeit als eindimensionale Größe ansieht. Hat die Zeit mehr als eine Dimension gibt es gar keinen Anfang und auch kein Ende und somit keine Grenzen.


Richtig.
Den Urknall als Anfang der (reellen) Zeit gibt es dann aber trotzdem, genau wie es den Nordpol als Punkt gibt (von dem aus gesehen alles südlich ist, genau wie vom Anfang der Zeit aus gesehen alles "später" ist), obwohl dieser keine Grenze darstellt.
Arbeit. Leben. Zukunft.

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