Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
X3Q
Beiträge: 3585
Registriert: So 7. Okt 2012, 07:46
Benutzertitel: Pro Gloria et Coetus

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon X3Q » Fr 7. Aug 2015, 04:42

schelm » Di 4. Aug 2015, 01:10 hat geschrieben:Meine Aussage war, die Theorie basiert auf willkürlichen Annahmen, um Rechenmodelle passend zu machen. Konkret geht es dabei um die Beseitigung von Unstimmigkeiten zwischen Quantenmechanik und allgemeiner Relativitätstheorie zueinander, durch willkürliche Einführung allerlei zusätzlicher Dimensionen und der Abschaffung der Idee des punktförmigen Teilchens.

http://m.faz.net/aktuell/wissen/physik- ... 55003.html

Es sind aber keine willkürlichen Annahmen, da sie bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Ob diese Annahmen allerdings richtig sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.

--X
Benutzeravatar
Selaht
Beiträge: 233
Registriert: Di 13. Mär 2012, 14:18

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Selaht » So 9. Aug 2015, 17:46

PublicEye » Mi 5. Aug 2015, 00:06 hat geschrieben:Da Gott nicht Teil der Natur ist, kannst du Gott auch nicht mit Thermometer und Massband beikommen.
Falsches Vorgehen und falsche Mittel.

Gott muss man mit dem Herzen suchen und damit kann man Gott begegnen und finden.

Richtig! Gott ist ebensowenig wie die Zahnfee, Zeus oder Odin oder die Demokratie ein Teil der Natur. Nur manchmal wird auch der Ursprung allen Seins mit Gott bezeichnet, was aber nur selten eine Rolle in den Gotteslehren spielt. Denn vor allem ist Gott ein ideologischer Begriff: er ist eine unsichtbare Autorität, die verschiedenen Ideologien als Ehrfurchtsargument oben angestellt ist, um die Ideologie bedeutungsvoller erscheinen zu lassen, als sie ist.

Und welche Ideologie ein Mensch gutheißt, ist eine Herzensangelegenheit. Es ist nur äußerst problematisch aus Wahrheit eine Glaubenssache zu machen (was wahr ist, muss man erforschen und nicht erglauben: wer die zweite Methode für sinnvoll hält, sitzt früher oder später unweigerlich Gerüchten auf, die er dann im Brustton der Überzeugung als Wahrheit verkauft). Noch problematischer ist es, aus Moral eine Glaubenssache zu machen (wer nicht begründen kann, wieso er seine Moral/Ethik für gut und vernünftig hält, behauptet eben, Gott oder die Zahnfee hätte sie offenbart und wers nicht glaubt hätte keine Ahnung oder käme gar in die Hölle. Und Moral wird nicht als Moral bezeichnet, sondern als Wahrheit! Laut Johannes liebt nämlich nicht der das Licht, der gemäß der christlichen Etihk handelt, sondern wer die Wahrheit tut.

PS.: Ob nun Angela Merkel oder Jesus die personifizierte Wahrheit ist, ist eine Herzensangelegenheit. Und nachdem jedem bekannt ist, dass es viele Liebesbeziehungen auf dieser Erde gibt, ist es gar nicht so unplausibel, dass auch jemand, der die Wahrheit sucht zur Überzeugung kommt, dass Angela Merkel die Wahrheit ist und die CDU die einzig wahre Partei.

Wenn Milliarden von Menschen glauben, dass Jesus die Wahrheit ist und ein gutes Gefühl dabei haben... . Wieso nicht auch Merkel? Es ist ja schließlich lediglich eine Herzensangelegenheit! Unsere muslimischen Mitbürger halten ja einen Politiker für einen Propheten!
Zuletzt geändert von Selaht am So 9. Aug 2015, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
aleph
Moderator
Beiträge: 7122
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 17:25
Benutzertitel: Hat den Überblick
Wohnort: ប្រទេសអាល្លឺម៉ង់

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon aleph » So 9. Aug 2015, 18:17

PublicEye » Di 4. Aug 2015, 23:06 hat geschrieben:Da Gott nicht Teil der Natur ist, kannst du Gott auch nicht mit Thermometer und Massband beikommen.
Falsches Vorgehen und falsche Mittel.

Gott muss man mit dem Herzen suchen und damit kann man Gott begegnen und finden.


Das Herz ist doch genauso Teil der Natur, wie das Thermometer
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
Economic Left/Right: -2.5 Social Libertarian/Authoritarian: -3.54
Benutzeravatar
Selaht
Beiträge: 233
Registriert: Di 13. Mär 2012, 14:18

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Selaht » So 9. Aug 2015, 18:23

PublicEye » Mi 5. Aug 2015, 00:00 hat geschrieben:Dostojewski hatte schon festgestellt: "Wenn Gott nicht existiert, ist alles erlaubt."
Atheisten haben somit eigentlich keine Grundlage für Moral und auch keine Rechtfertigung irgendetwas aufgrund von moralisch-ethischen Gründen anzuklagen.

Menschenrechte sind keine Christengebote. Der Anspruch, der mit ihnen einhergeht ist, dass sie für alle Menschen gelten.

Du favorisierst aber offensichtlich eine christliche Moral, die Atheisten dann tatsächlich einen Dreck schert.
Benutzeravatar
Selaht
Beiträge: 233
Registriert: Di 13. Mär 2012, 14:18

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Selaht » So 9. Aug 2015, 18:25

Harmoniebeauftragter » So 9. Aug 2015, 19:17 hat geschrieben:
Das Herz ist doch genauso Teil der Natur, wie das Thermometer

Wie auch immer: auf seine Liebesbeziehungen erhebt man nicht den Anspruch, dass sie für alle Menschen Gültigkeit haben müssten. Sie sind Privatsache. Deswegen sind sie selbstverständlich nicht irreal.
Demolit

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Demolit » So 9. Aug 2015, 18:53

Menschenrechte sind keine Christengebote. Der Anspruch, der mit ihnen einhergeht ist, dass sie für alle Menschen gelten.


;)

Da es Menschen ja v. C gab..ist das so logisch wie irgendwas logisch ist. Da aber es darum geht, wie das Selbstverständliche selbst-verständlich gemachtwird darf daran erinnert werden, dass es dem Vermögen in der Durchdringung diese Selbstverständlichkeit eines Einzelnen oder einer Gruppe unterliegt, mehr aus den Dinge zu machen, als die, die schon immer selbstverständlich sind.

echt ;) ;)
Atheist

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Atheist » So 9. Aug 2015, 19:09

Demolit » So 9. Aug 2015, 19:53 hat geschrieben:
;)

Da es Menschen ja v. C gab..ist das so logisch wie irgendwas logisch ist. Da aber es darum geht, wie das Selbstverständliche selbst-verständlich gemachtwird darf daran erinnert werden, dass es dem Vermögen in der Durchdringung diese Selbstverständlichkeit eines Einzelnen oder einer Gruppe unterliegt, mehr aus den Dinge zu machen, als die, die schon immer selbstverständlich sind.

echt ;) ;)


Vollkommen richtig. Und dafür sollte nicht das Christentum die Lorbeeren einheimsen, da sie u.a. den Stoikern gebühren. Loben kann man aber fromme Christen dafür, dass sie die Geistesleistungen jener antiken Philosophen und Gelehrten für die Nachwelt konserviert haben.
Demolit

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Demolit » So 9. Aug 2015, 19:32

Atheist » So 9. Aug 2015, 19:09 hat geschrieben:
Vollkommen richtig. Und dafür sollte nicht das Christentum die Lorbeeren einheimsen, da sie u.a. den Stoikern gebühren. Loben kann man aber fromme Christen dafür, dass sie die Geistesleistungen jener antiken Philosophen und Gelehrten für die Nachwelt konserviert haben.


Nicht ganz richtig.........der antike Philosoph ist nur ein Quader im Puzzle....die Denker da nach Paulus waren genauso gut wie die und da wurde etwas transponiert in das, was für eine neue Zeit ein neues Denken mitbrachte...deshalb heißt das ja auch Neues Testament nach demolitischer Rede......nicht nur im Gegensatz zu alt.

echt ;)
Benutzeravatar
Selaht
Beiträge: 233
Registriert: Di 13. Mär 2012, 14:18

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Selaht » So 9. Aug 2015, 19:48

garfield336 » Mo 27. Apr 2015, 11:38 hat geschrieben:Der Glaube an die Nichtexistenz eines Gottes ist auch ein Glaube.

Nein, es ist ein Unglaube.

Aber da kann man wohl nichts machen. Den Unterschied zwischen der Ablehnung einer Theorie, einer Lehre, einer Behauptung und dem Glauben an eine Theorie, eine Lehre, eine Behauptung zu bemerken und auch in Begrifflichkeiten zu artikulieren, ist für manche Menschen bereits eine zu große intelektuelle Herausforderung.
Zuletzt geändert von Selaht am So 9. Aug 2015, 20:12, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Sri Aurobindo
Beiträge: 9079
Registriert: Do 14. Mär 2013, 21:02
Benutzertitel: ॐ नमः शिवाय
Wohnort: Leipzig
Kontaktdaten:

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Sri Aurobindo » So 9. Aug 2015, 19:55

Der Glaube daran, dass Gott nicht existiert, kann natürlich genauso ein Irrtum sein, wie der Glaube an die Zahnfee.
Zuletzt geändert von Sri Aurobindo am So 9. Aug 2015, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.
SID77

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon SID77 » So 9. Aug 2015, 19:58

Sri Aurobindo » So 9. Aug 2015, 20:55 hat geschrieben:Der Glaube daran, dass Gott nicht existiert, kann natürlich genauso ein Irrtum sein, wie der Glaube an die Zahnfee.


Nein, du missachtest die Wahrscheinlichkeit.
Die ist nämlich viel höher, für den Fall dass es keinen Gott gibt.
Benutzeravatar
Provokateur
Moderator
Beiträge: 12533
Registriert: Sa 3. Jan 2015, 16:44
Benutzertitel: Alpha by choice&Liberalpatriot
Wohnort: जर्मनी

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Provokateur » So 9. Aug 2015, 20:02

Wenn wir Theorien des Elfdimensionalen Raum betrachten, kann es schon sein, dass ein Gott existiert.

Aber es muss nicht unbedingt sein, dass er/sie/es/WHATEVER hier, in diesem "Bereich" der vierdimensionalen Raumzeit, existiert. ESEW könnte woanders schalten und walten, das kann schon sein...
Zuletzt geändert von Provokateur am So 9. Aug 2015, 20:02, insgesamt 1-mal geändert.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
twitter.com/Provokateur_Tom
Benutzeravatar
Sri Aurobindo
Beiträge: 9079
Registriert: Do 14. Mär 2013, 21:02
Benutzertitel: ॐ नमः शिवाय
Wohnort: Leipzig
Kontaktdaten:

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Sri Aurobindo » So 9. Aug 2015, 20:05

Es ist mit dem augenblicklichen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand nicht möglich eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes zu treffen.

Die Welt könnte auch eine Computersimulation sein und wir müssten nichts davon bemerken.

Vielleicht können auch Menschen (oder die kulturellen Nachkommen der Menschen) in ein paar tausend Jahren Universen mit Leben darin simulieren. Dann wären diese Wesen Schöpfer dieser Welten.
Demolit

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Demolit » So 9. Aug 2015, 20:12

Selaht » So 9. Aug 2015, 19:48 hat geschrieben:Nein, es ist ein Unglaube.

Aber da kann man wohl nichts machen. Denn Unterschied zwischen der Ablehnung einer Theorie, einer Lehre, einer Behauptung und dem Glauben an eine Theorie, eine Lehre, eine Behauptung zu bemerken und auch in Begrifflichkeiten zu artikulieren, ist für manche Menschen bereits eine zu große intelektuelle Herausforderung.

Sagt doch einfach, dass auch Unglaube ein Irrtum sein kann. Was ein Argumentum ad ignorantiam ist, weiß ich schon!


Nein..das ist es nicht.... Dark Angel war da schon weiter......

Nur du bekommst - egal wie - Glauben nicht vom Spielfeld gekegelt..

echt ;)
SID77

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon SID77 » So 9. Aug 2015, 20:17

Sri Aurobindo » So 9. Aug 2015, 21:05 hat geschrieben:Es ist mit dem augenblicklichen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand nicht möglich eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes zu treffen.

Mit Naturwissenschaft hat das nicht zu tun, sondern mit Logik. Gott werden viele Eigenschaften angedichtet.
- Singularität
- Allwissenheit
- Allmächtigkeit
- Oberste Stufe der Erhabenheit
, usw

Das alles als Zweiwertigkeit (wahr/falsch) gesehen, dann multipliziert und Kehrwert gebildet, ist die Wahrscheinlichkeit für Gottes Existenz. Und die ist kleiner als die seiner Nichtexistenz.
Zuletzt geändert von SID77 am So 9. Aug 2015, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
SID77

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon SID77 » So 9. Aug 2015, 20:20

Sri Aurobindo » So 9. Aug 2015, 21:05 hat geschrieben:Vielleicht können auch Menschen (oder die kulturellen Nachkommen der Menschen) in ein paar tausend Jahren Universen mit Leben darin simulieren. Dann wären diese Wesen Schöpfer dieser Welten.

Das geht schon seit DOOM auf dem 286'er. Spätestens.
Benutzeravatar
Shlabotnik
Beiträge: 362
Registriert: Di 30. Jul 2013, 19:17

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Shlabotnik » So 9. Aug 2015, 20:21

Selaht » So 9. Aug 2015, 18:23 hat geschrieben:Menschenrechte sind keine Christengebote. Der Anspruch, der mit ihnen einhergeht ist, dass sie für alle Menschen gelten.

Du favorisierst aber offensichtlich eine christliche Moral, die Atheisten dann tatsächlich einen Dreck schert.


Nun, ein genauer Blick in die Bibel zeigt aber, dass das, was da steht, schon an alle Menschen gerichtet war (auf die Unterschiede von AT und NT gehe ich jetzt mal nicht ein, das würde wohl zu weit führen). Das heißt, die biblische Offenbarung hat den Anspruch, für alle Menschen zu gelten.

Die Menschenrechte haben ebenfalls den Anspruch, für alle zu gelten.

So. Nun gibt es aber für jeden, und für jede Gesellschaft, die Möglichkeit, zu sagen: die christliche Offenbarung gilt für mich nicht (ändert nichts an dem Anspruch). Ebenso kann man sagen: die Menschenrechte gelten für mich nicht (ändert nichts an dem Anspruch).

Ich hoffe, der Unterschied ist klargeworden zwischen "Anspruch" und "was der Adressat daraus macht" (Zustimmung/Ablehnung).

S.
Виден сокол по полёту.
Benutzeravatar
Sri Aurobindo
Beiträge: 9079
Registriert: Do 14. Mär 2013, 21:02
Benutzertitel: ॐ नमः शिवाय
Wohnort: Leipzig
Kontaktdaten:

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Sri Aurobindo » So 9. Aug 2015, 20:28

SID77 » vor 2 Minuten hat geschrieben:Mit Naturwissenschaft hat das nicht zu tun, sondern mit Logik. Gott werden viele Eigenschaften angedichtet.
- Singularität
- Allwissenheit
- Allmächtigkeit
- Oberste Stufe der Erhabenheit
, usw

Das alles als Zweiwertigkeit (wahr/falsch) gesehen, dann multipliziert und Kehrwert gebildet, ist die Wahrscheinlichkeit für Gottes Existenz. Und die ist kleiner als die seiner Nichtexistenz.

Hm - ich glaube nicht daran, dass unsere durch evolutionäre Anpassung an die Welt entstandene Logik bereits vollkommen ist.

Beziehungsweise glaube ich daran, dass die Welt einer höheren Logik gehorcht und es noch sehr viel mehr Zeit der evolutionären Anpassung bedarf, bis wir Menschen (oder unsere kulturellen Nachfahren) die Existenz Gottes auch logisch nachweisen können.

Individuell und subjektiv lässt sich Gott bereits heute "beweisen".
(mystische Erfahrung, Meditation, Yoga usw. sind dafür relevante Begriffe)
Benutzeravatar
Selaht
Beiträge: 233
Registriert: Di 13. Mär 2012, 14:18

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Selaht » So 9. Aug 2015, 20:33

Sri Aurobindo » So 9. Aug 2015, 20:55 hat geschrieben:Der Glaube daran, dass Gott nicht existiert, kann natürlich genauso ein Irrtum sein, wie der Glaube an die Zahnfee.

Zweiteres wäre ein harmloser Irrtum. Ersteres laut verschiedenen Lehrmeinungen, katastrophal fürs Seelenheil.

Wenn Gott existiert ist es auch ein Irrtum, an ein Zerrbild von Gott zu glauben.
Benutzeravatar
Selaht
Beiträge: 233
Registriert: Di 13. Mär 2012, 14:18

Re: Atheismus als Religion bzw. religiöses Bekenntnis

Beitragvon Selaht » So 9. Aug 2015, 20:51

Shlabotnik » So 9. Aug 2015, 21:21 hat geschrieben:Nun, ein genauer Blick in die Bibel zeigt aber, dass das, was da steht, schon an alle Menschen gerichtet war (auf die Unterschiede von AT und NT gehe ich jetzt mal nicht ein, das würde wohl zu weit führen). Das heißt, die biblische Offenbarung hat den Anspruch, für alle Menschen zu gelten.

Die Menschenrechte haben ebenfalls den Anspruch, für alle zu gelten.

Der Unterschied ist die Begründung.
Christliche Moral gilt für die, die die christliche "Wahrheit" (nicht die christliche Moral) annehmen. Diese Moral basiert auf einem recht unglaubwürdigen Wunderglauben (Auferstehung von den Toten; Luther behauptete noch, dass allein der Glaube selig machen würde. Wer sich dieser Glaubensautorität nicht unterwirft, dessen Sünden werden auch nicht vergeben). und dann gibts noch die Feindesliebe, wobei "die Feinde" selbst ihre Regeln für Moral aufstellen müssen. Die Menschenrechte erheben den Anspruch der menschlichen Vernunft zugänglich zu sein und basieren damit nicht auf Glauben. Der Sinn der Menschenrechte für das menschliche Zusammenleben kann rational begründet werden. Sie können natürlich dennoch abgelehnt werden.
Zuletzt geändert von Selaht am So 9. Aug 2015, 20:52, insgesamt 1-mal geändert.

Zurück zu „81. Religion“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast