Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

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Demolit

Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Demolit » Mi 27. Mai 2015, 07:06

Flat » Mi 27. Mai 2015, 06:50 hat geschrieben:
Moin,

aus zweierlei Gründen wohl eher ein Ideal:

Weder sind alle Mitglieder gottgläubig im christlichen Sinne

Noch sind alle christlich Glaubenden Mitglied einer Kirche (vor allem einer Kirche im kath. Sinne)


Das ist in sich völlig unlogisch.

Alle Mitglieder müssen gottgläubig sein, weil sonst können sie nicht in der Gemeinschaft Kirche sein. Da dies nicht an äußeren Zeichen festgemacht werden kann, ist die ideelle Bindung maßgebend. Wir sich dementsprechend nicht bindet ist nicht drin, sondern draußen, auch wenn es von außen wie drinnen scheint.

Dann vergisst du den deklarierenden Anspruch dessen, was Kirche ist mit seiner Bedeutung für das Gemeinschaftliche.

Aber das ist eigentlich alles egal. Hauptsache´........ daaagegen!!

Was man sein kein. Sogar oft sein sollte, nur etwas besser aufgestellt.

echt ;)
Demolit

Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Demolit » Mi 27. Mai 2015, 07:09

Vardarovic » Mi 27. Mai 2015, 06:55 hat geschrieben:Deinen Unsinn nehme ich zur Kenntnis.

Nun antworte bitte, ob die Angaben der Herabsenkung auf 12 Jahren stimmen, oder diese sich als Unwahr zeigen.


Ich kann in dem Sinne antworten wie Sokrates es getan hätte.: wenn du etwas als wahr siehst, hast du auch erkannt aus welchem Grund da wahr entstand und ob der Grund noch was bedeutet?

So in etwa verständlich? Mir fällt gerade keine Antwort auf die Schnelle ein, die die " 3 Vielfältigkeit" des hellenistischen Begriffes Liebe zu meinen Zwecken nutzbar machen ließe.

also.......

zufrieden ?

echt ? ;)
Zuletzt geändert von Demolit am Mi 27. Mai 2015, 07:10, insgesamt 1-mal geändert.
Vardarovic

Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Vardarovic » Mi 27. Mai 2015, 07:14

Demolit » Mi 27. Mai 2015, 07:09 hat geschrieben:
Ich kann in dem Sinne antworten wie Sokrates es getan hätte.: wenn du etwas als wahr siehst, hast du auch erkannt aus welchem Grund da wahr entstand und ob der Grund noch was bedeutet?

So in etwa verständlich? Mir fällt gerade keine Antwort auf die Schnelle ein, die die " 3 Vielfältigkeit" des hellenistischen Begriffes Liebe zu meinen Zwecken nutzbar machen ließe.

also.......

zufrieden ?

echt ? ;)


Deinen Unsinn lese ich erneut und nehme diesen erneut zur Kenntnis.
Und da ich Sokrates so lesen und verstehen kann, wie er es auch gesagt hatte, lege mir doch seinen Text vor bitte. Deinen Übersetzungen traue ich inzwischen nicht mehr, mein aufrichtiger Vertrauensvorschuß ist verflogen.

Nachtrag:
Bitte antworte klar und unzweideutig, ob die Zahlenangaben (siehe oben) stimmig sind, ohne erneut rumzueiern.
Zuletzt geändert von Vardarovic am Mi 27. Mai 2015, 07:15, insgesamt 1-mal geändert.
Demolit

Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Demolit » Mi 27. Mai 2015, 07:19

Vardarovic » Mi 27. Mai 2015, 07:14 hat geschrieben:
Deinen Unsinn lese ich erneut und nehme diesen erneut zur Kenntnis.
Und da ich Sokrates so lesen und verstehen kann, wie er es auch gesagt hatte, lege mir doch seinen Text vor bitte. Deinen Übersetzungen traue ich inzwischen nicht mehr, mein aufrichtiger Vertrauensvorschuß ist verflogen.

Nachtrag:
Bitte antworte klar und unzweideutig, ob die Zahlenangaben (siehe oben) stimmig sind, ohne erneut rumzueiern.


a) ich habe nicht Sokrates zitiert, ich habe mich wie ! S versucht auszudrücken. Mein Graecum ist so lange her, dass ich Mühe hätte, den gute Sokrates heute noch im Original zu lesen.

b) Habe ich die Zahl im Gesetz nicht bestritten. Ich habe mich der differenzierten Betrachtung der Morgenpost angeschlossen. Diese in Gegensatz zu deiner strikten einseitig ausgelegten Argumentation gesetzt.

So in etwa verstanden?

echt? ;)

Und jetzt wieder zurück zum Spooocht, dem einfachen Procedere des Kirchenaustritts............................
Zuletzt geändert von Demolit am Mi 27. Mai 2015, 07:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Vardarovic » Mi 27. Mai 2015, 07:24

Demolit » Mi 27. Mai 2015, 07:19 hat geschrieben:
a) ich habe nicht Sokrates zitiert, ich habe mich wie ! S versucht auszudrücken. Mein Graecum ist so lange her, dass ich Mühe hätte, den gute Sokrates heute noch im Original zu lesen.

b) Habe ich die Zahl im Gesetz nicht bestritten. Ich habe mich der differenzierten Betrachtung der Morgenpost angeschlossen. Diese in Gegensatz zu deiner strikten einseitig ausgelegten Argumentation gesetzt.

So in etwa verstanden?

echt? ;)

Und jetzt wieder zurück zum Spooocht, dem einfachen Procedere des Kirchenaustritts............................

Sorry, aber soviel Unsinn auf einem Haufen, und das zur frühen Stunde ...

Ich werde mir Gedanken machen, ob ich Dich fortan ignorieren werde, soviel Herumgeeiere aufgrund Deines absolut sinnlosen Einwurfs auf einen inhaltlich korrekten Beitrag.
Zuletzt geändert von Vardarovic am Mi 27. Mai 2015, 07:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Jekyll&Hyde » Mi 27. Mai 2015, 17:42

Demolit » Mi 27. Mai 2015, 07:06 hat geschrieben:Das ist in sich völlig unlogisch.

Fiats Einwand ist zu 100% richtig und logisch.

Die meisten Kirchenmitglieder kann man nicht als Christen bezeichnen, wenn man das Glaubensbekenntnis herannimmt. Viele Christen glauben mal eben, dass da etwas ist, dass größer ist als wir. Die allermeisten Christen glauben mittlerweile nicht mal mehr, dass es einen Schöpfergott gibt. Und nicht ein Christ kann ernsthaft daran glauben, dass Maria tatsächlich Jungfrau war, als sie deren Idol empfing. Und an die Auferstehung der Toten glaubt auch niemand. Ergo: Es gibt praktisch keine Christen!

Wenn man es weit auslegt und jeden als Christen anerkennen würde, der sich der Moral des Christenidols verpflichtet sieht und seine Werte zu leben beabsichtigt, sieht die Rechnung anders aus. Aber die können nicht Mitglied in einer Kirche sein; sind es auch nicht. Wegen des fehlenden Bekenntnisses.

Tatsächlich ist es so, dass die Kirchen jeden in der Kirche halten. Sogar bewust die, die dem Glauben längst abgeschworen haben und das auch offen bekennen. Da muss erst der Antrag gestellt werden und eine Gebühr bezahlt. Vorher wird das nichts mit dem Austritt. Dabei sollte es nur logisch sein, dass die Kirche von sich aus exkommunizieren muss, wenn jemand das Bekenntnis nicht erbringt.

Man sollte die Menschen anonym befragen, ob sie den Murks tatsächlich glauben oder nicht und danach den Anspruch der Kirchen auf Steuern, Mitsprache u.Ä. neu bewerten. So eine Befragung würde ich nur allzugern durchsetzen. Aber die kungeln da oben alles in Hinterzimmern aus. So auch die Gretchenfrage. Ein Argument mehr für die direkte Demokratie!

Wo bitte ist denn die Macht in Händen des Volkes, wenn Volkes Wille nicht einmal mehr nachgefragt wird?! Gestern gab es eine Umfrage zur Gleichstellung der Homo-Ehe. 73% waren dafür. Und was machen sie? Sie stellen die Ehe nicht gleich!
Zuletzt geändert von aleph am Mi 27. Mai 2015, 21:44, insgesamt 5-mal geändert.
Grund: unharmonisch
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Flat » Do 28. Mai 2015, 06:38

Demolit » Mi 27. Mai 2015, 07:06 hat geschrieben:
Alle Mitglieder müssen gottgläubig sein, weil sonst können sie nicht in der Gemeinschaft Kirche sein. Da dies nicht an äußeren Zeichen festgemacht werden kann, ist die ideelle Bindung maßgebend. Wir sich dementsprechend nicht bindet ist nicht drin, sondern draußen, auch wenn es von außen wie drinnen scheint.



Moin,

wenn das der Maßstab ist, ist die Zahl der Christen hierzulande eine kleine Minderheit.

Dann aber stellt sich die Frage, wieso man einer kleinen Minderheit einen solchen Einfluss und derartige Sonderrechte einräumt.
_______
wer Rechtsradikales sagt und tut, ist rechtsradikal. Das hat nichts mit Nazikeule zu tun.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Demolit » Do 28. Mai 2015, 07:25

Dein Entrag widerspricht nicht meiner Darstellung.

Zwei Dinge sind zu bemerken. Einmal ist es in unserer Gesellschaft freier Wille , zu was man sich bekennt. Aus welchen Gründen ist unerheblich für die Gesellschaft, solange die Gründe nicht gegen deren Grundlagen verstoßen.

Dann ist es eine reine ideologische Debatte, wer welchen Einfluss auf die Gestalltung einer Gesellschaft hat. Ob jemand das Religiöse oder das Areligiöse bevorzugt.

Wo ist also das Problem, außer natürlich, dass einige verkrampft meinen, ihre Sicht wäre die allein seelig Machende.
Zuletzt geändert von Demolit am Do 28. Mai 2015, 07:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Marmelada » Do 28. Mai 2015, 07:54

Antonius » Di 26. Mai 2015, 18:28 hat geschrieben:Vielleicht hast Du ja Recht, daß ich einen neuen Strang für dieses Thema hätte eröffnen sollen...
Dennoch schien mir der gewählte Strangtitel "Eintritt in eine Kirche" der Richtige zu sein. :)

Immerhin freut es mich, daß dieses Thema heute hier auf große Resonanz getroffen ist.
Das scheinheilige Getue kannst du dir sparen. Aus dem gewählten Eingangsbeitrag geht klar hervor, um was es hier geht.

http://www.politik-forum.eu/nutzungsbed ... n.php#f0r7
» § 8 Spam
1. Spam jeder Art ist außerhalb der Weinstube unerwünscht! Mitglieder die gegen diese Regelung verstoßen können sanktioniert werden.
2. Spam sind :
...
d. Beiträge, die ohne Zusammenhang zum Strangthema stehen
...



Dabei ist es eigentlich kein großes Thema, denn Kircheneintritte gibt es tagtäglich in Deutschland.
Kirchenaustritte ebenso, wegen der Scheinheiligkeit.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Antonius » Do 28. Mai 2015, 10:57

Vardarovic » Di 26. Mai 2015, 22:33 hat geschrieben:
Das Thema der Wortherkunft "Kirche" hatte mich zuvor schon interessiert, und habe kurz nachgeguckt, dabei aber nur dieses auf die Schnelle finden können:

Mit dem Begriff Kyrios (vom altgriechischen Κύριος, Herr) bezeichnet man:
- mächtige Götter antiker, paganer Religionen, siehe Kyrios (antike Religion)
- Gott und auch Christus im Neuen Testament, siehe Kyrios (Christentum)
- eine auf dem Kyrios-Begriff basierende griechische Litanei, siehe Kyrie eleison
- das Familienoberhaupt, der Hausherr im antiken Griechenland, siehe Kyrios (Recht)

Kennst Du Dich darin aus und könntest Du ggf. zum ersten Punkt (in blauer Farbe markiert) etwas aufklärendes ergänzen? Hierfür wäre ich Dir sehr dankbar.
Ich bin kein Theologe, ich bin Naturwissenschaftler, daher kann ich Dir die gestellte Frage leider nicht beantworten.

Natürlich ist mir bewußt, daß der Begriff "Kirche" mannigfaltige Bedeutungen hat:
1. Kirche als Gebäude, als Gotteshaus, Dom,
2. Kirche als geistliche Organisationsform,
3. Kirche als die Gemeinschaft der Gläubigen.

Die letztere Bedeutung des Wortes ist für mich die wichtigste, denn die Kirche lebt durch die Gläubigen,
die die Lehre Jesu Christi in sich tragen, sie verkünden und an die nächste Generation weitergeben,
die Lehre Jesu Christi, die vor allem getragen ist das Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe.
Papst Benedikt hat in seiner Enzyklika "DEUS CARITAS EST" vom Dez. 2005 die verschiedenen Aspekte der Liebe,
also Eros, Philia und Agape, beleuchtet und die Zusammenhänge dargestellt.

http://w2.vatican.va/content/benedict-x ... s-est.html
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Vardarovic » Do 28. Mai 2015, 11:15

Antonius » Do 28. Mai 2015, 10:57 hat geschrieben:Ich bin kein Theologe, ich bin Naturwissenschaftler, daher kann ich Dir die gestellte Frage leider nicht beantworten.

Natürlich ist mir bewußt, daß der Begriff "Kirche" mannigfaltige Bedeutungen hat:
1. Kirche als Gebäude, als Gotteshaus, Dom,
2. Kirche als geistliche Organisationsform,
3. Kirche als die Gemeinschaft der Gläubigen.

Die letztere Bedeutung des Wortes ist für mich die wichtigste, denn die Kirche lebt durch die Gläubigen, die die Lehre Jesu Christi in sich tragen, sie verkünden und an die nächste Generation weitergeben, die Lehre Jesu Christi, die vor allem getragen ist das Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe.
Papst Benedikt hat in seiner Enzyklika "DEUS CARITAS EST" vom Dez. 2005 die verschiedenen Aspekte der Liebe, also Eros, Philia und Agape, beleuchtet und die Zusammenhänge dargestellt.

http://w2.vatican.va/content/benedict-x ... s-est.html


Interessant, mir ist keine originelle Lehre eines Jesus überhaupt bekannt, alles, was er gesagt haben soll, war den zivilisierten Völkern längst bekannt.

Aber Jesus sprach ja auch zu seinem Volk, zu den Juden, und dass jene davon keine Kenntnis hatten, das war schon bekannt. Das Ergebnis ist ja bekannt, seine Tötung am Tau.

Aber was sagst Du denn mit Blick auf Deine These (siehe Zitat) dazu?:

Benediktinerpater Anseln Grün im ZDF:
"Das Christentum kennt die Nächstenliebe, doch kannte der Heide (Grieche) die Feindes- & Nächstenliebe lange vor dem Christentum".
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Zahnderschreit » Do 28. Mai 2015, 12:24

Demolit » Mi 27. Mai 2015, 08:06 hat geschrieben:Alle Mitglieder müssen gottgläubig sein, weil sonst können sie nicht in der Gemeinschaft Kirche sein. Da dies nicht an äußeren Zeichen festgemacht werden kann, ist die ideelle Bindung maßgebend.

Papierchristen sind also nicht 'in der Gemeinschaft Kirche'? Oder wie soll man das sonst verstehen?

Ich kann mich da nur Flat anschließen:
Flat » Do 28. Mai 2015, 07:38 hat geschrieben:Moin,
wenn das der Maßstab ist, ist die Zahl der Christen hierzulande eine kleine Minderheit.
Dann aber stellt sich die Frage, wieso man einer kleinen Minderheit einen solchen Einfluss und derartige Sonderrechte einräumt.


Ich hoffe auf eine gut aufgestellte Antwort.
echt :)
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Selaht » Do 28. Mai 2015, 13:53

Antonius » Do 28. Mai 2015, 11:57 hat geschrieben:Die letztere Bedeutung des Wortes ist für mich die wichtigste, denn die Kirche lebt durch die Gläubigen,
die die Lehre Jesu Christi in sich tragen, sie verkünden und an die nächste Generation weitergeben,
die Lehre Jesu Christi, die vor allem getragen ist das Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe.

Dagegen wäre vom Prinzip her nichts einzuwenden, wenn Christen zugeben könnten, dass das Christentum eine Ideologie ist. Selbstverständlich leben Ideologien durch ihre Anhänger.

Ein Problem der christlichen Ideologie ist, dass es die ideologische Lehrschrift mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und stattdessen den Ideologiestifter als personifizierte Wahrheit bezeichnet (im Johannesevangelium) und somit den Wahrheitsbegriff ideologisch misbraucht.

Dadurch wird die Frage nach dem, was Tatsachen und was Unwahrheit ist, zur Nebensächlichkeit (Welchen Christen interessiert es schon, ob der Sintflutgott zu den menschengemachten Göttern, die man in den Mythen als Dutzendware findet, gezählt werden muss oder ob er eine reale Wesenheit ist? Selbst wenn sie gar nicht glauben, dass die weltweite Sintflut stattfand, der Gott der Sintflut wird weiterhin als reale Wesenheit angesehen).
Weiter macht es keinen Sinn mehr, verschiedene ideologische Lehren mit der christlichen qualitativ zu vergleichen. Wenn jemand ernsthaft glaubt, dass Jesus ohnehin die personifizierte Wahrheit (das perfekte Kultobjekt?) ist (oder glaubt, dass die AfD die einzig wahre Partei ist), macht es keinen Sinn herauszuarbeiten, was an verschiedenen existierenden Ideologien besser und was schlechter als an der Christenideologie (der Ideologie der AfD) ist. Mit Fundamentalisten kann man nämlich nicht diskutieren.

Dass jemand, der Jesus für einen Gott hält, diesen liebt, kann ich nachvollziehen. Für mich ist diese Gebot der Gottes (Jesus-)liebe aber ebensowenig ein ernstzunehmendes allgemeingültiges Gebot, wie die Frau meines Nachbarn zu lieben. Das ist der Job meines Nachbarn, nicht meiner.

Ähnlich ists bei der Nächstenliebe. Die goldene Regel ist besser. Ich kann nicht alle lieben. Aber ich kann vermeiden, dem Nächsten etwas anzutun, was ich mir auch nicht wünsche, selbst wenn ich ihn nicht liebe.

Verallgemeinerte Nächstenliebe halte ich für inpraktikabel. Gut gemeint, aber weil viel zu idealistisch, realitätsfern. Sie hat in der Kirchengeschichte höchst selten als allgemeiner Grundsatz funktioniert. Man kann wohl sogar von "nie", anstatt von "höchst selten" sprechen.

Lernt jemand, der an die Nächstenliebe glaubt aus der Geschichte? Nein, denn Jesus ist ja die Wahrheit.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Selaht » Do 28. Mai 2015, 14:28

Zahnderschreit » Do 28. Mai 2015, 13:24 hat geschrieben:Papierchristen sind also nicht 'in der Gemeinschaft Kirche'? Oder wie soll man das sonst verstehen?

Die missionarischen Religionen nehmen so jeden, der bei drei nicht auf den Bäumen ist, in ihre Religionen rein, durch Kindstaufe, Geburt, ... . Aber sie sind natürlich dennoch bekenntnisorientiert. Wahrheit ist Glaubenssache. Und wer das Glaubensbekenntnis nicht aus Überzeugung ausspricht, ist nicht in der christlichen Wahrheit, nicht in der muslimischen Wahrheit, nicht in der Wahrheit der Mormonen, .... Also sind Kulturchristen nicht in der Wahrheit. Es kann zudem nur eine Glaubenswahrheit geben, aber natürlich dennoch Ökumene.

Das Konzept der objektiven Wahrheit kommt dabei etwas zu kurz. Gemäß diesem Konzept wären alle Menschen teil des Universums, was für die christliche Glaubenswahrheit aber nur eine nebensächliche Rolle spielt.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Selaht » Do 28. Mai 2015, 14:33

Flat » Do 28. Mai 2015, 07:38 hat geschrieben:Moin,

wenn das der Maßstab ist, ist die Zahl der Christen hierzulande eine kleine Minderheit.

Dann aber stellt sich die Frage, wieso man einer kleinen Minderheit einen solchen Einfluss und derartige Sonderrechte einräumt.

Jede Lobbygruppe lebt auch durch ihre Mitläufer.

Der Begriff des Mitläufers bezieht sich sowohl auf die Motivation als auch die eingenommene Rolle. Ein Mitläufer schließt sich nicht aus innerer Überzeugung einer Gruppe oder Handlung an, sondern folgt einem Gruppenzwang oder sucht die soziale Umgebung. Er nimmt auch keine tragende oder treibende Rolle ein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mitl%C3%A4ufer
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Antonius » Do 28. Mai 2015, 14:42

Vardarovic » Do 28. Mai 2015, 12:15 hat geschrieben:Interessant, mir ist keine originelle Lehre eines Jesus überhaupt bekannt, alles, was er gesagt haben soll, war den zivilisierten Völkern längst bekannt.

Aber Jesus sprach ja auch zu seinem Volk, zu den Juden, und dass jene davon keine Kenntnis hatten, das war schon bekannt. Das Ergebnis ist ja bekannt, seine Tötung am Tau.

Aber was sagst Du denn mit Blick auf Deine These (siehe Zitat) dazu?:

Zitat: Benediktinerpater Anseln Grün im ZDF:
"Das Christentum kennt die Nächstenliebe, doch kannte der Heide (Grieche) die Feindes- & Nächstenliebe lange vor dem Christentum".
Ja, dem stimme ich teilweise zu.
Die Christen haben von den Juden und den Hellenen vieles übernommen.
Schon die Juden kannten das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, im 3.Buch Mose, Levitikus heißt es:
    An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.
(Lev, 19,18)

Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen, es ist eine große Reformbewegung.
Die Christliche Ethik ist nicht nur charakterisiert durch das Gebot der Gottes- und Menschenliebe, auch andere Reformvorstellungen kommen hinzu.
Die Tötung eines Menschen, z.B. durch Steinigung, ist verboten.
Ebenso die Sklaverei.
Körperverletzung durch Genitalbeschneidung Minderjähriger ist ebenfalls verboten.
Andere Gebote des AT wurden im Christentum verworfen, z.B. bestimmte Eß- und Trinkgebote, Bekleidungsvorschriften, das Bilderverbot, etc.

Schließlich konnte sich im christlich geprägten Abendland, begünstigt sicherlich durch die Hellenistische Prägung der christlichen Philosophie, die Aufklärung durchsetzen.
Zuletzt geändert von Antonius am Do 28. Mai 2015, 14:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Antonius » Do 28. Mai 2015, 14:56

Selaht » Do 28. Mai 2015, 14:53 hat geschrieben:Dagegen wäre vom Prinzip her nichts einzuwenden, wenn Christen zugeben könnten, dass das Christentum eine Ideologie ist. Selbstverständlich leben Ideologien durch ihre Anhänger.

Ein Problem der christlichen Ideologie ist, dass es die ideologische Lehrschrift mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und stattdessen den Ideologiestifter als personifizierte Wahrheit bezeichnet (im Johannesevangelium) und somit den Wahrheitsbegriff ideologisch misbraucht.

Dadurch wird die Frage nach dem, was Tatsachen und was Unwahrheit ist, zur Nebensächlichkeit (Welchen Christen interessiert es schon, ob der Sintflutgott zu den menschengemachten Göttern, die man in den Mythen als Dutzendware findet, gezählt werden muss oder ob er eine reale Wesenheit ist? Selbst wenn sie gar nicht glauben, dass die weltweite Sintflut stattfand, der Gott der Sintflut wird weiterhin als reale Wesenheit angesehen).
Weiter macht es keinen Sinn mehr, verschiedene ideologische Lehren mit der christlichen qualitativ zu vergleichen. Wenn jemand ernsthaft glaubt, dass Jesus ohnehin die personifizierte Wahrheit (das perfekte Kultobjekt?) ist (oder glaubt, dass die AfD die einzig wahre Partei ist), macht es keinen Sinn herauszuarbeiten, was an verschiedenen existierenden Ideologien besser und was schlechter als an der Christenideologie (der Ideologie der AfD) ist. Mit Fundamentalisten kann man nämlich nicht diskutieren.

Dass jemand, der Jesus für einen Gott hält, diesen liebt, kann ich nachvollziehen. Für mich ist diese Gebot der Gottes (Jesus-)liebe aber ebensowenig ein ernstzunehmendes allgemeingültiges Gebot, wie die Frau meines Nachbarn zu lieben. Das ist der Job meines Nachbarn, nicht meiner.

Ähnlich ists bei der Nächstenliebe. Die goldene Regel ist besser. Ich kann nicht alle lieben. Aber ich kann vermeiden, dem Nächsten etwas anzutun, was ich mir auch nicht wünsche, selbst wenn ich ihn nicht liebe.

Verallgemeinerte Nächstenliebe halte ich für inpraktikabel. Gut gemeint, aber weil viel zu idealistisch, realitätsfern. Sie hat in der Kirchengeschichte höchst selten als allgemeiner Grundsatz funktioniert. Man kann wohl sogar von "nie", anstatt von "höchst selten" sprechen.

Lernt jemand, der an die Nächstenliebe glaubt aus der Geschichte? Nein, denn Jesus ist ja die Wahrheit.
Zum Deinem letzten Satz eine kurze Replik:
Der Christ immer dazu aufgerufen zu denken und zu lernen.
Dieses Prinzip ist das der Christlichen Freiheit, zu dem es hier bereits vor längerem einen eigenen Strang gab.

UBI SPIRITUS DOMINI IBI LIBERTAS.
(2 Kor. 3,17)
Zuletzt geändert von Antonius am Do 28. Mai 2015, 15:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Vardarovic » Do 28. Mai 2015, 14:57

Antonius » Do 28. Mai 2015, 14:42 hat geschrieben:Ja, dem stimme ich teilweise zu.
Die Christen haben von den Juden und den Hellenen vieles übernommen.
Schon die Juden kannten das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, im 3.Buch Mose, Levitikus heißt es:
    An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.
(Lev, 19,18)

Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen, es ist eine große Reformbewegung.
Die Christliche Ethik ist nicht nur charakterisiert durch das Gebot der Gottes- und Menschenliebe, auch andere Reformvorstellungen kommen hinzu.
Die Tötung eines Menschen, z.B. durch Steinigung, ist verboten.
Ebenso die Sklaverei.
Körperverletzung durch Genitalbeschneidung Minderjähriger ist ebenfalls verboten.
Andere Gebote des AT wurden im Christentum verworfen, z.B. bestimmte Eß- und Trinkgebote, Bekleidungsvorschriften, das Bilderverbot, etc.

Schließlich konnte sich im christlich geprägten Abendland, begünstigt sicherlich durch die Hellenistische Prägung der christlichen Philosophie, die Aufklärung durchsetzen.

Na ja, das ist aus der Sicht eines eur. Mittelmeermenschen eher eine Anleitung zur Nationalistenwerdung, und nichts was wir als Mitmenschlichkeit oder Nächstenliebe verstehen.

Für gewöhnlich amüsieren sich die Griechen vorzüglich über solche Versuche, im Juden etwas Feindes- oder Nächstenliebendes zu sehen, da sie so einige Male von den Juden überfallen wurden, und das aus reinem Nationalismus (das gehört aber nicht hierher).

Ich wiederhole was ich zuvor schrieb: Wir wollen uns nicht auf jüdische Wahrheiten stützen, sondern auf die Wahrheit. Und die sieht ohne christliche Brille ganz anders aus, ohne die jüdische erst recht.
Demolit

Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Demolit » Do 28. Mai 2015, 15:34

Vardarovic » Do 28. Mai 2015, 14:57 hat geschrieben:Na ja, das ist aus der Sicht eines eur. Mittelmeermenschen eher eine Anleitung zur Nationalistenwerdung, und nichts was wir als Mitmenschlichkeit oder Nächstenliebe verstehen.

Für gewöhnlich amüsieren sich die Griechen vorzüglich über solche Versuche, im Juden etwas Feindes- oder Nächstenliebendes zu sehen, da sie so einige Male von den Juden überfallen wurden, und das aus reinem Nationalismus (das gehört aber nicht hierher).

Ich wiederhole was ich zuvor schrieb: Wir wollen uns nicht auf jüdische Wahrheiten stützen, sondern auf die Wahrheit. Und die sieht ohne christliche Brille ganz anders aus, ohne die jüdische erst recht.




Ach...was ist das Gebläute eigentlich ?? Der erste Schritt zur Nazi-Demaskierungs-Schablone, die Prämisse zu Godwin's Law?? Grundlage für Ansprüche auf Reparationen ?

Und nur am Rande es gibt keine christliche Wahrheit, keine jüdische Wahrheit. Es gibt aus den jeweilgen Sichtweisen einen aufgestellten Wahrheitsanspruch.

Das mit der Institutionalisierung der uralten ethischen Grundsätzen in einen religiösen Gesamtkontext zwecks höherer Wertigkeit ist dir auch entgangen. Diese höhere Wertigkeit können wir mit aufklärerischen Gedanken auch erreichen.

Die Schwierigkeiten dabei sind ersichtlich.......

echt ;)
JFK
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon JFK » Do 28. Mai 2015, 18:43

Demolit » Do 28. Mai 2015, 16:34 hat geschrieben:


Ach...was ist das Gebläute eigentlich ?? Der erste Schritt zur Nazi-Demaskierungs-Schablone, die Prämisse zu Godwin's Law?? Grundlage für Ansprüche auf Reparationen ?

Und nur am Rande es gibt keine christliche Wahrheit, keine jüdische Wahrheit. Es gibt aus den jeweilgen Sichtweisen einen aufgestellten Wahrheitsanspruch.

Das mit der Institutionalisierung der uralten ethischen Grundsätzen in einen religiösen Gesamtkontext zwecks höherer Wertigkeit ist dir auch entgangen. Diese höhere Wertigkeit können wir mit aufklärerischen Gedanken auch erreichen.

Die Schwierigkeiten dabei sind ersichtlich.......

echt ;)


Hier wurde wohl deine Ader getroffen, langsam ergibt dein gesteigerter Fabel zu "Leitkultur" auch Sinn, sag das doch gleich.

Die Salafisten und die Hardliner sind ja noch schlimmer in ihrer Ideologie als die Völkischen Dummköpfe wenn es um den Schwanzvergleich Mohamed vs Jesus geht, früher hieß dieses Spiel Jesus vs seine Henker, aber das ist dann auch entartet.

Die Wissenschaft hat bewiesen das alles eine riesengroße Lüge, und mittlerweile nichts anderes als ein Lukrativer Geschäft ist.

Bevor die Menschen nicht ihre schniedel einpacken und kurz und lang mal seien lassen, wird es nie Frieden geben, dabei haben die Wissenschaftler schon bewiesen, wie schwul es ist, ständig die Pimmel aneinander zu halten.

Und Demolit, da gibt's keine höhere Wertigkeit mehr zu erreichen, die Religionen haben Lange ihren Zenit überschritten, und eine neue Ideologie hat die alle schon bei weitem übertroffen, es nennt sich Humanismus, ist universell, und jeder hat was davon.

Aber du wirst mir jetzt verzapfen wollen das sie ein Ausfluss des Christentums ist, deine sogenannte "Leitkultur"

Echt :)

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