Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

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Cat with a whip
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Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 01:56

Kirchen sind Unternehmen, und Gläubigen ist das irdische doch wichtiger, als ihr Seelenheil.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 78315.html

Womit begründen Kirchen, dass einerseits ein Eintritt bei den Verwaltungsstellen der Kirche kostenfrei erklärt werden kann, ein Austritt jedoch dort nicht? Es ist offensichtlich, dass hier Kirchen sich dem Willen ihrer Mitglieder verweigern.

Weiterhin, der Austritt ist in fast allen Bundesländern seit längeren nur gegen eine Verwaltungsgebühr für das Land möglich, wo der Austritt nur selbst über die kommunale Verwaltung erklärt werden kann. Soweit noch nachvollziehbar.
Aber dieser Verwaltungsaufwand entstünde umgekehrt auch beim Kircheneintritt, wenn die Kirchenverwaltung die kommunale Vewaltung informiert. Nur ist mir hier jedoch von keinen Kosten bekannt. Wie verhält es sich hier? Ist das für Kirchen kostenlos? Lassen sich hier Kirchen den Verwaltungsakt von allen Steurzahlern finanzieren? Oder zahlen sie, und geben die Kosten an die Eingetreteten nicht weiter, in der Aussicht Kirchensteuern zu erhalten?

Für den Fall, dass es die Kirche nichts kostet, wäre das eine steuerliche Subventionierung der Kirchen und eine staatliche Förderung von Kirchenmitgliedschaft bei Verletzung der weltanschauliche Neutralität des Staates.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am So 3. Aug 2014, 02:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Lomond
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Lomond » So 3. Aug 2014, 07:11

Ein Rekord:

Erst vor zwei Wochen hatte die katholische Bischofskonferenz bekanntgegeben, dass sie aufgrund der Diskussion um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bereits im vorigen Jahr 179.000 Austritte zu verzeichnen hatte, fast so viele wie im Jahr 2010 wegen des Missbrauchsskandals. Sollten die Zahlen in diesem Jahr weiter ansteigen, wäre das bei der katholischen Kirche die größte Austrittswelle ihrer Geschichte.



http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 78315.html

Btw: Ich bin keiner der Austreter.

Ich trete nicht aus.

Das überlasse ich den Pferden. :)
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Joker » So 3. Aug 2014, 08:25

Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 02:56 hat geschrieben:Kirchen sind Unternehmen, und Gläubigen ist das irdische doch wichtiger, als ihr Seelenheil.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 78315.html

Womit begründen Kirchen, dass einerseits ein Eintritt bei den Verwaltungsstellen der Kirche kostenfrei erklärt werden kann, ein Austritt jedoch dort nicht? Es ist offensichtlich, dass hier Kirchen sich dem Willen ihrer Mitglieder verweigern.

Weiterhin, der Austritt ist in fast allen Bundesländern seit längeren nur gegen eine Verwaltungsgebühr für das Land möglich, wo der Austritt nur selbst über die kommunale Verwaltung erklärt werden kann. Soweit noch nachvollziehbar.
Aber dieser Verwaltungsaufwand entstünde umgekehrt auch beim Kircheneintritt, wenn die Kirchenverwaltung die kommunale Vewaltung informiert. Nur ist mir hier jedoch von keinen Kosten bekannt. Wie verhält es sich hier? Ist das für Kirchen kostenlos? Lassen sich hier Kirchen den Verwaltungsakt von allen Steurzahlern finanzieren? Oder zahlen sie, und geben die Kosten an die Eingetreteten nicht weiter, in der Aussicht Kirchensteuern zu erhalten?

Für den Fall, dass es die Kirche nichts kostet, wäre das eine steuerliche Subventionierung der Kirchen und eine staatliche Förderung von Kirchenmitgliedschaft bei Verletzung der weltanschauliche Neutralität des Staates.

Hat sich da doch schon einiges gebessert.
Vor ein paar hundert Jahren hätte die Inquisition deine Tür eingetreten und dich doch eher unhöflich zum mitkommen aufgefordert.

Heute ist es ein wenig Schreibkram und ein paar Euro.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Antonius » So 3. Aug 2014, 13:04

Kircheneintritt

Die Zahl der Kircheneintritte bzw. Wiedereintritte steigt ebenfalls. Gott-sei-Dank.
    Es mag viele äußere Gründe geben, Christ zu werden.
    Zentral ist: Christlicher Glaube meint eine Beziehung des Menschen mit Gott.

http://www.katholisch-werden.de/
Zuletzt geändert von Antonius am So 3. Aug 2014, 13:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Lomond » So 3. Aug 2014, 13:06

:thumbup:
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Marmelada » So 3. Aug 2014, 13:23

Antonius » So 3. Aug 2014, 14:04 hat geschrieben:Kircheneintritt

Die Zahl der Kircheneintritte bzw. Wiedereintritte steigt ebenfalls. Gott-sei-Dank.
    Es mag viele äußere Gründe geben, Christ zu werden.
    Zentral ist: Christlicher Glaube meint eine Beziehung des Menschen mit Gott.

http://www.katholisch-werden.de/
Das ist hier nicht das Thema. Es geht um die Frage, von wem die Verwaltungskosten für Kircheneintritte getragen werden.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Daylight » So 3. Aug 2014, 13:30

Lomond » So 3. Aug 2014, 08:11 hat geschrieben:Ein Rekord:

Erst vor zwei Wochen hatte die katholische Bischofskonferenz bekanntgegeben, dass sie aufgrund der Diskussion um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bereits im vorigen Jahr 179.000 Austritte zu verzeichnen hatte, fast so viele wie im Jahr 2010 wegen des Missbrauchsskandals. Sollten die Zahlen in diesem Jahr weiter ansteigen, wäre das bei der katholischen Kirche die größte Austrittswelle ihrer Geschichte.



http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 78315.html

Btw: Ich bin keiner der Austreter.

Ich trete nicht aus.

Das überlasse ich den Pferden. :)

Pferde? Was soll das!? :rolleyes:
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Daylight » So 3. Aug 2014, 13:31

Antonius » So 3. Aug 2014, 14:04 hat geschrieben:Kircheneintritt

Die Zahl der Kircheneintritte bzw. Wiedereintritte steigt ebenfalls. Gott-sei-Dank.
    Es mag viele äußere Gründe geben, Christ zu werden.
    Zentral ist: Christlicher Glaube meint eine Beziehung des Menschen mit Gott.

http://www.katholisch-werden.de/

Um Christ zu sein, oder auch wie einer zu handeln (im Guten) bedarf es einer Kirche nicht.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 3. Aug 2014, 13:44

Na, so teuer ist es ja auch nicht aus der Kirche auszutreten. Ist halt ein Verwaltungsakt beim Standesamt, der was kostet, wie viele andere Verwaltungsakte auch.

Wo bei "Kirchenaustritt" wohl oft missverständlich ist. Aus der katholischen Kirche kann man kirchenrechtlich z.B. gar nicht austreten. Für die gilt einmal katholisch, immer katholisch. ?.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 14:06

Marmelada » So 3. Aug 2014, 13:23 hat geschrieben:
Antonius » So 3. Aug 2014, 14:04 hat geschrieben:Kircheneintritt

Die Zahl der Kircheneintritte bzw. Wiedereintritte steigt ebenfalls. Gott-sei-Dank.
    Es mag viele äußere Gründe geben, Christ zu werden.
    Zentral ist: Christlicher Glaube meint eine Beziehung des Menschen mit Gott.

http://www.katholisch-werden.de/
Das ist hier nicht das Thema. Es geht um die Frage, von wem die Verwaltungskosten für Kircheneintritte getragen werden.


Sie sind der einzige User der kapiert worum es geht.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon John Galt » So 3. Aug 2014, 14:24

Die Verwaltungskosten gehen an den Staat. Weil der Staat der Meinung ist, er müsse über Eintritte und Austritte informiert sein, weil es ja den Kirchen nicht zuzumuten ist, ihre Mitgliederbeiträge selber einzutreiben.

Wenn dann ein paar Sektenmitglieder in der Stadtverwaltung sitzen, werden schon mal 50€ für einen Austritt fällig.

Eintritte verursachen magischerweise keine Kosten für Standesbeamte, gepriesen sei der Herr.
Zuletzt geändert von John Galt am So 3. Aug 2014, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 15:21

Das wurde bereits ohne Polemik festgestellt. Die Frage war, wie die Kirche dies begründet und wie es sich hier genau verhält.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Progressiver » So 3. Aug 2014, 17:01

Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 02:56 hat geschrieben:Kirchen sind Unternehmen, und Gläubigen ist das irdische doch wichtiger, als ihr Seelenheil.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 78315.html

Womit begründen Kirchen, dass einerseits ein Eintritt bei den Verwaltungsstellen der Kirche kostenfrei erklärt werden kann, ein Austritt jedoch dort nicht? Es ist offensichtlich, dass hier Kirchen sich dem Willen ihrer Mitglieder verweigern.

Weiterhin, der Austritt ist in fast allen Bundesländern seit längeren nur gegen eine Verwaltungsgebühr für das Land möglich, wo der Austritt nur selbst über die kommunale Verwaltung erklärt werden kann. Soweit noch nachvollziehbar.
Aber dieser Verwaltungsaufwand entstünde umgekehrt auch beim Kircheneintritt, wenn die Kirchenverwaltung die kommunale Vewaltung informiert. Nur ist mir hier jedoch von keinen Kosten bekannt. Wie verhält es sich hier? Ist das für Kirchen kostenlos? Lassen sich hier Kirchen den Verwaltungsakt von allen Steurzahlern finanzieren? Oder zahlen sie, und geben die Kosten an die Eingetreteten nicht weiter, in der Aussicht Kirchensteuern zu erhalten?

Für den Fall, dass es die Kirche nichts kostet, wäre das eine steuerliche Subventionierung der Kirchen und eine staatliche Förderung von Kirchenmitgliedschaft bei Verletzung der weltanschauliche Neutralität des Staates.


Das ist doch alles ganz einfach. Wenn jemand in eine dieser Kirchen eintritt, wird er für ziemlich lange Zeit Kirchensteuer zahlen und somit viel Geld in die Kassen der Großsekten spülen. Wenn dagegen jemand austritt, will man ihn dafür mit einer Art Strafsteuer belegen. Da der Staat die Hoheitsgewalt hat, ist er auch derjenige, der den Austrittswilligen ein letztes Mal abzocken will.

Natürlich spricht das gegen die Wahlfreiheit. Aber unsere christlichen Politiker erhoffen sich dadurch, dass ihre Schafe nicht rechnen können und lieber ein Leben lang Kirchensteuer zahlen als einen kleinen Obulus zu blechen, um dann frei zu sein. Dumm nur, dass die Leute doch rechnen können, denn die Anzahl der Austritte steigt und steigt. Meiner Meinung nach ist diese Politik aber trotzdem ungerecht und illegitim, da die bibelchristlichen Politiker alles versuchen, die Kirchen hier künstlich am Leben zu halten.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon John Galt » So 3. Aug 2014, 17:08

Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 15:21 hat geschrieben:Das wurde bereits ohne Polemik festgestellt. Die Frage war, wie die Kirche dies begründet und wie es sich hier genau verhält.


Die Kirche hat mit den Gebühren direkt nichts zu tun.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Progressiver » So 3. Aug 2014, 17:21

Antonius » So 3. Aug 2014, 14:04 hat geschrieben:Kircheneintritt

Die Zahl der Kircheneintritte bzw. Wiedereintritte steigt ebenfalls. Gott-sei-Dank.
    Es mag viele äußere Gründe geben, Christ zu werden.
    Zentral ist: Christlicher Glaube meint eine Beziehung des Menschen mit Gott.

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Ja, es gibt viele äußere Gründe, die Kirche nicht zu verlassen. Kindergärtnerinnen können ein Lied davon singen. Konfessionelle Kindergärten zum Beispiel stellen unverschämterweise keine Konfessionsfreien ein. Und wer auf die Idee kommt, sich scheiden zu lassen, ist seinen Job bei denen auch gleich los, obwohl der Hauptanteil der Kosten von der Öffentlichen Hand finanziert wird und nicht von den Kirchen.

Und auch das "Zentrale" kann ich nicht nachvollziehen. Als Atheist ist es mir vor allem wichtig, eine Beziehung zu meinen Mitmenschen zu haben. Idealerweise hat man auch einen Lebenspartner, mit dem man sein Intimleben austauschen kann. Aber "Gott"? Das ist doch so, wie wenn ich mit einer Wand rede! Da wird nicht gesprochen, nicht geantwortet. Und wenn ich die "Stimme Gottes" reden höre, dann weiß ich: Ich habe eine akute Psychose und muss in die Psychiatrie. Und auch sonst ist keine wirkliche Kommunikation möglich. "Gott" zeigt keine emotionalen Reaktionen. Man kann ihn oder sie nicht berühren oder streicheln. Und wenn manche doch meinen, so etwas wie Kommunikation in den sogenannten "Heiligen Schriften" zu erspähen, ist das genau so, wie wenn ich hier in einem virtuellen Forum einen Text eines anderen Users lese. Und ich kann nicht einmal meinen Kommentar dazuschreiben. Zusätzlich muss noch gesagt werden, dass besonders fromme Menschen von lauter Gotteswahn ihre Mitmenschen vergessen, sie in religiösem Eifer verachten und ihnen sogar Schaden zufügen.

Was ich also sagen will, ist: Kein Text ersetzt die unmittelbare lebendige Erfahrung und Begegnung. Es sei denn, man ist mit einem toten Büchergott zufrieden, der weder hört noch antwortet.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 19:56

John Galt » So 3. Aug 2014, 17:08 hat geschrieben:
Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 15:21 hat geschrieben:Das wurde bereits ohne Polemik festgestellt. Die Frage war, wie die Kirche dies begründet und wie es sich hier genau verhält.


Die Kirche hat mit den Gebühren direkt nichts zu tun.


Das war doch klar. Daher ja auch meine erweiternde Anschlußfrage im Eingangsposting, wer die Kosten trägt.

Noch mal für die langsameren:

Angenommen ich wollte in eine Amtskirche eintreten, dann kann ich das nur bei der Kirche selbst erklären. Der Vorgang ist für mich konstenfrei. Diese Kirche meldet mich dann bei der zuständigen kommunalen Verwaltung an. Dieser letzte Schritt ist für den Bürger "unsichtbar".

Meine Vermutung war, dass im Falle wenn dieser Schritt für die Amtskirche kostenfrei ist, er von der Allgmeinheit finanziert wird (es entstehen ja dennoch Verwaltungskosten). Und wenn er für die Kirche nicht kostenfrei ist, warum wird er nicht auf die eintretenden Personen abgewälzt, wie es beim Austritt geschieht.

Bisher hatte noch niemand eine kompetente Antwort darauf. Bisher leider nur Vermutungen und Spam.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am So 3. Aug 2014, 22:57, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Jekyll&Hyde » Mo 4. Aug 2014, 17:34

Cat with a whip » So 3. Aug 2014, 01:56 hat geschrieben:Für den Fall, dass es die Kirche nichts kostet, wäre das eine steuerliche Subventionierung der Kirchen und eine staatliche Förderung von Kirchenmitgliedschaft bei Verletzung der weltanschauliche Neutralität des Staates.

Natürlich kostet es die Kirchen nicht mehr. Die Aufgaben lassen sich doch auch gar nicht trennen. Räumlichkeiten, Bedienstete und andere Verwaltungskosten kann man doch nicht herausrechnen. Wer sollte das auch kontrollieren? Die führen ja nicht einmal ordentlich Buch über alles. Überhaupt bezahlt man doch seinen Mitgliedsbeitrag. Da ist sowas doch dabei.

Ich sehe das genauso, dass sie den Austritt damit nur erschweren wollen. Letztendlich ist es sogar so, dass die Kirchen ein Interesse daran haben müssen, nur Gläubige in ihren Reihen zu haben. Wenn ich erkläre, nicht mehr an deren Humbug zu glauben, müssten sie mich normalerweise auf eigene Kosten entpflichten. Aber das Pack ist ja sonst auch nur auf den eigenen Vorteil aus.

Ich habe für meinen Austritt (Bremen) noch nichts bezahlt. Das muss gegen Ende der 90er gewesen sein. Jahrelang bezahlte und bezahlte ich, ohne jede Gegenleistung. Wenn sie dann noch Geld verlangt hätten, dafür, dass sie mir das Hirn gewaschen haben, wäre ich ausgeflippt. Normalerweise müsste ich ihnen jetzt nachträglich eine Rechnung zuschicken, für die Folgeschäden ihrer Misshandlungen an mir. Die müssten mir das Paradies ausbezahlen und die Füße lecken! Echt voll der Abschaum...
Zuletzt geändert von Jekyll&Hyde am Mo 4. Aug 2014, 17:37, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Antonius » Mo 4. Aug 2014, 22:28

Progressiver » So 3. Aug 2014, 18:21 hat geschrieben:
Antonius » So 3. Aug 2014, 14:04 hat geschrieben:Kircheneintritt

Die Zahl der Kircheneintritte bzw. Wiedereintritte steigt ebenfalls. Gott-sei-Dank.
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Ja, es gibt viele äußere Gründe, die Kirche nicht zu verlassen. Kindergärtnerinnen können ein Lied davon singen. Konfessionelle Kindergärten zum Beispiel stellen unverschämterweise keine Konfessionsfreien ein. Und wer auf die Idee kommt, sich scheiden zu lassen, ist seinen Job bei denen auch gleich los, obwohl der Hauptanteil der Kosten von der Öffentlichen Hand finanziert wird und nicht von den Kirchen.

Und auch das "Zentrale" kann ich nicht nachvollziehen. Als Atheist ist es mir vor allem wichtig, eine Beziehung zu meinen Mitmenschen zu haben. Idealerweise hat man auch einen Lebenspartner, mit dem man sein Intimleben austauschen kann. Aber "Gott"? Das ist doch so, wie wenn ich mit einer Wand rede! Da wird nicht gesprochen, nicht geantwortet. Und wenn ich die "Stimme Gottes" reden höre, dann weiß ich: Ich habe eine akute Psychose und muss in die Psychiatrie. Und auch sonst ist keine wirkliche Kommunikation möglich. "Gott" zeigt keine emotionalen Reaktionen. Man kann ihn oder sie nicht berühren oder streicheln. Und wenn manche doch meinen, so etwas wie Kommunikation in den sogenannten "Heiligen Schriften" zu erspähen, ist das genau so, wie wenn ich hier in einem virtuellen Forum einen Text eines anderen Users lese. Und ich kann nicht einmal meinen Kommentar dazuschreiben. Zusätzlich muss noch gesagt werden, dass besonders fromme Menschen von lauter Gotteswahn ihre Mitmenschen vergessen, sie in religiösem Eifer verachten und ihnen sogar Schaden zufügen.

Was ich also sagen will, ist: Kein Text ersetzt die unmittelbare lebendige Erfahrung und Begegnung. Es sei denn, man ist mit einem toten Büchergott zufrieden, der weder hört noch antwortet.

(Möglicherweise OT, dennoch:)
Es geht nicht um "einen toten Büchergott", der keine "emotionalen Reaktionen" zeigt; das wäre ein Mißverständnis.

Es geht um ein Prinzip, das uns erkennen läßt, daß es mehr als das alltäglich Materielle gibt,
daß eine Ethik gibt, die in die Charta der universalen Menschenrechte Eingang gefunden hat,
daß es spirituelle Erfahrungen gibt, die die Menschen unmittelbar emotional berühren.
Ein Beispiel zu Letzterem: Die Mottete "LOCUS ISTE" von Anton Bruckner (1824-1896):

http://www.youtube.com/watch?v=vT2_jVvTvH4

Text:
Locus iste a Deo factus est,
inaestimabile sacramentum,
irreprehensibilis est.

Übersetzung:
Dieser Ort ist von Gott geschaffen,
ein unschätzbares Geheimnis,
kein Fehl ist an ihm.
Zuletzt geändert von Antonius am Mo 4. Aug 2014, 22:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon Cat with a whip » Mo 4. Aug 2014, 22:29

Natürlich kostet es die Kirchen nicht mehr. Die Aufgaben lassen sich doch auch gar nicht trennen.



Natürlich lassen sich die Ausgaben trennen. Beim Austritt lassen sie sich doch offensichtlich trennen.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Mo 4. Aug 2014, 22:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eintritt/Austritt in/aus eine/r Kirche

Beitragvon paradoxx » Di 5. Aug 2014, 08:25

Cat with a whip » Mo 4. Aug 2014, 22:29 hat geschrieben:
Natürlich kostet es die Kirchen nicht mehr. Die Aufgaben lassen sich doch auch gar nicht trennen.



Natürlich lassen sich die Ausgaben trennen. Beim Austritt lassen sie sich doch offensichtlich trennen.
In Sachen Pädophilie müssen sie sich ehrlich machen und Schadensregulierung betreiben, dann sieht man weiter
Willensbildung ist demokratisch-repräsentativ oder totalitär, eins schließt das andere aus (s. Art. 137 GG)

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