Welcher Religion gehoert ihr an? II

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Welcher Religion gehoert ihr an?

Christentum (katholisch)
25
15%
Christentum (protestantisch)
20
12%
Christentum (orthodox)
0
Keine Stimmen
Christentum (keine der genannten)
5
3%
Islam (Sunni)
4
2%
Islam (Schia)
0
Keine Stimmen
Judentum
3
2%
Buddhismus
0
Keine Stimmen
Hinduismus
2
1%
Neuheidentum
7
4%
Bahai
1
1%
Sikhismus
0
Keine Stimmen
Fernöstliche Religion (Shinto, Dao, Konfuzius, ...)
1
1%
Satanismus
0
Keine Stimmen
Animismus
0
Keine Stimmen
Atheismus
45
28%
Agnostizismus
33
20%
keine Meinung zu Religion
2
1%
religiös aber Religionslos
8
5%
Sonstige
6
4%
 
Abstimmungen insgesamt: 162
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Platon
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Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Platon » So 21. Apr 2013, 17:29

Liebe Userinnen und User

hier nun die zweite Version des Erfolgstrangs "Welcher Religion gehoert ihr an?". Dabei stellte sich heraus, dass ein großer Teil der User sich unter "Atheist/Agnostiker" (~40%) einordnen würden. Darum habe ich versucht diesen Punkt ein wenig aufzuteilen. Wie ohnehin mehr Auswahlmöglichkeiten ein differenzierteres Umfrageergebnis erhoffen lassen. Auch wenn natürlich wieder eine (subjektive) Auswahl getroffen werden musste und fast jede Bezeichnung als Oberbezeichnung einer ganzen Reihe von Strömungen zu gelten hat.
Im Endeffekt soll jeder dort ankreuzen wo er seiner Meinung nach am Besten hinpasst.

Liste von Religionen und Weltanschauungen

Ach und "religiös aber Religionslos" bitte nur dann, wenn es wirklich so ist. :|
Zuletzt geändert von Platon am So 21. Apr 2013, 17:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Sri Aurobindo
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Sri Aurobindo » So 21. Apr 2013, 17:36

Hinduismus ist so etwas wie ein Schwamm ... da wird Jesus zu einer von vielen Inkarnationen Vishnus

Die Weltsicht von Aurobindo überzeugt mich
http://de.wikipedia.org/wiki/Aurobindo_Ghose

Sein Werk ist äußerst modern (hatte in England studiert) ... Dort gibt es keinen Widerspruch zu den Naturwissenschaften
Hier gibt es dann letztendlich auch nur noch ein absolutes Prinzip, auf das alles zurückgeführt wird (Monismus) - das Brahman (neutrum nicht masc.!).

Das ist vor allem Philosophie - Es geht um Evolution - als Hervorkommen von Bewusstsein mit dem Ziel des absoluten Bewusstseins
(Wiedergeburt gibt es auch ... es geht um die Evolution der Fertigkeiten - nicht der Inhalt von Erfahrung überdauert ... also der Weg von niederen Geschöpfen zum Menschen und darüber hinaus)
Zuletzt geändert von Sri Aurobindo am So 21. Apr 2013, 17:38, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Platon » So 21. Apr 2013, 17:41

Du solltest am Besten einen eigenen Strang zu diesem Herrn aufmachen. Wer er war, welche Fragen er gestellt hat und welches seine Grundideen waren. Er scheint mir im Kontext der Frühphase des modernen Indiens eine recht interessante Person zu sein. (hatte die Tage den Wiki-Artikel von ihm mal überflogen, nachdem du ihn verlinkt hast)
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Sri Aurobindo » So 21. Apr 2013, 19:19

Platon » So 21. Apr 2013, 17:41 hat geschrieben:Du solltest am Besten einen eigenen Strang zu diesem Herrn aufmachen. Wer er war, welche Fragen er gestellt hat und welches seine Grundideen waren. Er scheint mir im Kontext der Frühphase des modernen Indiens eine recht interessante Person zu sein. (hatte die Tage den Wiki-Artikel von ihm mal überflogen, nachdem du ihn verlinkt hast)



Ich spiele bereits mit diesem Gedanken - wobei mir sein Werk mehr vertraut ist, als sein Leben


Nur muss ich überlegen, wie ich das angehe ... wahrscheinlich werde ich versuchen den Kontrast seines Begriffs der Evolution zu dem der Naturwissenschaft herauszuarbeiten ...


vielleicht
Evolution = sukzessives Erwachen von Bewusstsein (im Universum)
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Katenberg » So 21. Apr 2013, 19:47

katholisches Christentum :)
Je freier die Nation, desto sozialer ist sie
Denn jeder Unterdrücker will die Menschen nur vor sich selbst schützen
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon nichtkorrekt » So 21. Apr 2013, 19:58

ich bin ein christlicher Häretiker
Wer nicht AfD wählt, wählt Merkel.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Watchful_Eye » So 21. Apr 2013, 20:00

Ich weiß, dass ich nichts weiß, daher Agnostiker. :>
"In a world where I feel so small, I can't stop thinking big." (Rush - Caravan)

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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon GG146 » So 21. Apr 2013, 20:01

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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon NMA » So 21. Apr 2013, 20:41

Agnostiker mit Sympathien zum Protestantismus.

New Model Army, 2010 hat geschrieben:Auf dem Papier bin ich Protestant, deshalb habe ich das auch angewählt.
Allerdings ist das alles nicht so einfach. In gesellschaftlicher oder alltagsweltlicher Hinsicht fällt es mir deutlich leichter, Protestant als Katholik zu sein, einfach weil ich glaube, dass Restriktionen, Strenge und penetrante Entwicklungsresistenz nicht sinnvoll sein können. Wenn ich beobachte, wie viele Menschen auf dem Land in den katholischen Gottesdienst gehen "weil es sich so gehört" oder weil sonst "die Nachbarn reden", dann kann ich das nur verachten. Leider stelle ich diese Haltung unter Katholiken sehr häufig fest. Ein Protestant gilt dahin gehend gelassener, toleranter.

Toleranz ist mein Stichwort: Ich finde sie ausgesprochen wichtig. Wichtig finde ich dazu auch, dass Toleranz ohne angemessenen Respekt niemals aufrichtig sein kann. Toleranz heißt nicht "Jaja, glaub was du willst :) ....armer Idiot :D "

Nur wer aufrichtige Toleranz leistet, kann dieselbe auch erwarten. Die Fähigkeit zu aufrichtiger Toleranz glaube ich häufiger unter Verschiedengläubigen zu finden als zwischen Gläubigen und Atheisten. Agnostiker( ja ich weiß, was der Begriff meint) wissen ja eigentlich selber nicht, was sie sind...). Der Atheist als "Nicht-Gläubiger" ist für mich allerdings auch ein Gläubiger, im Sinne davon, dass er nicht glaubt.
Atheisten sind es meist, die Gläubige angreifen und für nicht ganz bei Sinnen halten, bzw. über sie lustig machen. Dabei hat die Frage, ob man nun glaubt oder nicht, beileibe nichts mit Entrücktheit oder kognitiver Leistungsfähigkeit zu tun.

Was die großen "europäischen" Religionen zusammen mit dem Islam angeht: Dabei finde ich interessant, dass Christentum, Judentum und Islam im Endeffekt die gleichen Wurzeln haben. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Denn die unterschiedlichen kulturellen Ausprägungen von Religionen haben ihren Ursprung in der geographischen Herkunft: Ob etwas koscher ist oder nicht, oder ob etwas geschächtet werden darf oder soll oder nicht, ob nun Schwein unrein oder die Kuh heilig ist oder nicht, ist auf die klimatischen Bedingungen der Ursprungsregion zurückzuführen. Außerdem haben diejenigen, die einen Glauben durch dessen Ausbreitung angenommen haben, unterschiedlichen kulturellen Background, der immer auch die Religionen mitprägte. Daraus ergaben sich letztlich unterschiedliche Auffassungen und Weltsichten.

Die grundlegenden Regeln: Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht ehebrechen etc. sind in allen Religionen gleich. Die Frage ob man einen heiligen Krieg führen darf/soll oder nicht, kann ebenso auf Basis der Bibel wie auf Basis des Koran diskutiert werden. Beide befürworten ihn und lehnen ihn auf anderen Seiten ab. Dahinter steckt letztlich nicht mehr und nicht weniger als Politik... :D .

Religionsbekenntnis hat für mich nur sehr bedingt etwas mit Glauben zu tun. Letztlich weiß, mich selbst eingeschlossen, ohnehin niemand, was er wirklich glauben soll. Jeder von uns rätselt und zweifelt, jeder sucht. Wüsste er es, dann würde er wissen, nicht glauben. Auch Atheisten machen sich Gedanken über das Woher und Warum, auf ihre Art. Selbst Wissenschaftler tun nicht anderes. Dies zu leugnen, finde ich unaufrichtig. Mit Schöpfungsgeschichten kann ich wenig anfangen, aber man sollte sie ja ohnehin bildlich verstehen, wie fast alles in den heiligen Schriften. Urknallforschung, Naturwissenschaft leistet bislang nur, nach dem wie zu fragen und vermag es letztlich nicht, Antworten auf das Warum zu liefern (frei nach Prof. Harald Lesch, den kann man kennen).
Religionsbekenntnis ist Ausdruck einer kulturellen Zugehörigkeit, nicht mehr, nicht weniger. Und das ist den Menschen wichtig, sonst würden sie es nicht milliardenfach tun. Hier sehe ich so mache siebengescheite, überhebliche Atheisten genauso in der Pflicht wie so viele religiöse Fundamentalisten.
Deshalb wiederum - und jetzt schließt sich vielleicht ein Kreis - ist es wichtig, aufrichtige Toleranz, eine Respekt beinhaltende Toleranz, zu üben. Nur das erfüllt den kategorischen Imperativ und meiner Meinung nach hat dieser durchaus seine Daseinsberechtigung (was nicht heißt, dass ich immer menschlich dazu in der Lage bin, mich an ihm zu halten. Auch ich selbst bin nicht vor Intoleranz gefeit, besonders gegenüber religiösen Extremen).

Ich finde das protestantische Christentum nicht übermäßig verwerflich, deshalb kann ich gut damit leben. Als Deutscher, als Europäer, als Bewohner des Abendlandes stehe ich vor und in alten Kirchenbauten ehrfürchtiger, als in modernen, architektonisch streitbar gestalteten Kirchen. Ich sauge gerne die (historische, kulturelle) Atmosphäre in Gotteshäusern auf, verhalte mich gerne respektvoll bekreuzige mich aber nicht. Die schönste Kirche, die ich je bestaunen durfte, war eine orthodoxe. In einer Moschee war ich noch nie, sollte ich aber mal, um es mal selbst erlebt zu haben.

Die christliche Kirche stellt die Säulen meiner abendländischen Herkunft dar, die Geschichte der Kirchen ist europäische Geschichte, mit ihren Höhen und Tiefen. Als solche respektiere ich sie. Aber im Alltag finde ich Protestantismus bequemer und sinnvoller als Katholizismus....außerdem belasten zu viele Feiertage unser BIP...;)

Ich weiss nicht, was ich glauben soll, ich weiss nur:
Toleranz ist nur sinnvoll, wenn sie aufrichtig ist, also auf gegenseitigem Respekt fußt.

P.S.: Diese Woche ist im Magazin von DIE ZEIT eine Karte der räumlichen Verteilung von Lotto-Spielern. Es zeigt sich, dass sich die Häufungen von Lottospielern mit katholischen Hochburgen tendenziell und deutlich erkennbar decken.

Zuletzt geändert von NMA am So 21. Apr 2013, 20:43, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon SLclem » So 21. Apr 2013, 21:35

Watchful_Eye » So 21. Apr 2013, 21:00 hat geschrieben:Ich weiß, dass ich nichts weiß, daher Agnostiker. :>

      Ich weiß, dass ich nichts weiß.

… sondern glaube. (Siehe "Glaubensbekenntnis", "Vater-unser" etc.!)
Zum Glauben muss man nicht wissen.

(Thema: "Haben Atheisten einen festen Glauben ?")
Moshe Zuckermann zu Israel-Palästina: https://www.youtube.com/watch?v=ROe_T4MQorM
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Watchful_Eye » So 21. Apr 2013, 21:51

SLclem » So 21. Apr 2013, 21:35 hat geschrieben:Zum Glauben muss man nicht wissen.
Richtig. Ich will aber nicht glauben, deshalb bin ich weder Theist noch Atheist. ;) Ich stand als Kind mal dem Christentum nahe, aber ich habe mit der Zeit bemerkt, dass wir Menschen ohnehin nicht wissen können, "was die Welt im innersten zusammenhält". Somit ist es meines Erachtens sinnlos, sich in der Hinsicht klar zu positionieren.

Wobei Atheisten mir geistig schon näher stehen als Theisten, da sie aus ihrem "Glauben" (ob man es so nennen will oder nicht, ist Definitionssache) heraus keine moralischen Leitlinien oder Rituale ableiten.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon HugoBettauer » So 21. Apr 2013, 22:05

Ich glaube nicht an Götter und solchen Hokuspokus.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Selaht » So 21. Apr 2013, 22:54

Matthias Pochmann » So 21. Apr 2013, 17:36 hat geschrieben:Die Weltsicht von Aurobindo überzeugt mich
http://de.wikipedia.org/wiki/Aurobindo_Ghose

Sein Werk ist äußerst modern (hatte in England studiert) ... Dort gibt es keinen Widerspruch zu den Naturwissenschaften.

Ich kenne das Werk von Aurobindo_Ghose nicht, ausser das, was ich nun gerade in wikipedia gelesen habe.

Ich stimme aber als Naturalist und soziokultureller Konstruktivist mit dieser Aussage hier nicht überein:
"Die geistige Entwicklung der Menschheit sah er als einen fortdauernden Prozess an. Er begründete diese Aussage mit der Bemerkung, dass die Entdeckung der Wahrheit ein unendlicher Vorgang sei, der es notwendig mache, dass Personen zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Erkenntnisse haben."
Zuerst einmal habe ich Schwierigkeiten damit, dass Ghose leichtfertig von der Entdeckung der Wahrheit spricht. Wahrheit ist für mich ein abstrakter Begriff, der nur für Wesen eine Bedeutung hat, die auch die Bedeutung des Begriffs Irrtum analytisch erfassen können. Man entdeckt meines Erachtens daher nicht die Wahrheit, sondern die Realität und bezeichnet seine Theorien über die Realität als wahr, wenn man sie für objektiv gültig hält, also - anders ausgedrückt - glaubt, dass sie wahr seien. Unabhänig vom Menschen existiert in der objektiven Realität kein Irrtum und keine Wahrheit.
Dass die Entdeckung der objektiven Realität solange andauern wird, solange es Menschen gibt, davon gehe ich auch aus. Und diese Entdeckung findet mit den Naturwissenschaften statt. Welche Bedeutung wir aber diesen Erkenntnissen beimessen, was wir mit diesem Wissen machen, wie wir uns selbst zur Natur in Beziehung sehen, unabhängig davon, wieviel wir über sie wissen, wie wir uns das Gemeinschaftsleben der Menschen in unserem Umfeld oder aller Menschen wünschen und wie wir daran arbeiten, dass wir unseren Zielen näher kommen, das ist nicht objektiv gültig und kann daher abhängig von dem was objektiv gültig ist, konstruiert werden.

Aber als Wahrheit bezeichnen, sollte man das nicht, sondern als wichtig, bedeutsam, gut, vernünftig, unwichtig, unbedeutend, schlecht, ... . Eben mit Begriffen, die abhängig vom Menschen einen Sinn ergeben. Und sich mit diesem Themengebiet zu beschäftigen ist mitnichten uninteressanter als das was die Naturwissenschaft zu bieten hat.

Es ist mir zwar wohlbekannt, dass auch Sprache ein soziokulturelles Konstrukt ist, so dass unterschiedliche Menschen dem Wahrheitsbegriff eine unterschiedliche Bedeutung zuweisen können, ihn also unterschiedlich definieren können und Definitonen sind Dogmen, das weiß ich schon.

In der Naturwissenschaft, wird der Begriff Wahrheit aber zum Bezugsystem objektive Realität hin benutzt. Und wer ihn anders nutzt, kann sehr schnell mit der Naturwissenschaft in Widerspruch geraten. Insbesondere für den, dessen Bezugsystem für den Wahrheitsbegriff eine Ideologie ist, also etwas, das nur in Abhängigkeit vom Menschen eine Bedeutung hat, der rennt sehr wahrscheinlich irgendwann in einen Widerspruch, wenn möglicherweise auch nur in den, dass er den Wahrheitsbegriff doppeldeutig benutzen muss.

Der Mensch schuf nicht nur Gott nach seinem Bilde, sondern jede Ideologie oder Weisheits-Lehre, auch solche die vernünftig, schön und gut sind. Aber objektiv gültig und damit wahr sind sie nicht. Sie ergeben unabhängig vom Menschen gar keinen Sinn. Physik dagegen würde auch ohne Menschheit funktionieren.

Bereits in der Schöpfungsgeschichte mit Adam und Eva in der Bibel wurde unter Erkenntnis die Unterscheidungsfähigkeit zwischen gut und böse benannt, nicht die zwischen den Theorien die wahr und unwahr sind.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon SLclem » Mo 22. Apr 2013, 09:04

Watchful_Eye » So 21. Apr 2013, 22:51 hat geschrieben:SLclem » So 21. Apr 2013, 21:35 Zum Glauben muss man nicht wissen.

Richtig. Ich will aber nicht glauben, deshalb bin ich weder Theist noch Atheist. ;) Ich stand als Kind mal dem Christentum nahe, aber ich habe mit der Zeit bemerkt, dass wir Menschen ohnehin nicht wissen können, "was die Welt im innersten zusammenhält". Somit ist es meines Erachtens sinnlos, sich in der Hinsicht klar zu positionieren.
Wobei Atheisten mir geistig schon näher stehen als Theisten, da sie aus ihrem "Glauben" (ob man es so nennen will oder nicht, ist Definitionssache) heraus keine moralischen Leitlinien oder Rituale ableiten.
Verständlich.
Ich "definiere" meinen Glauben allerdings weder über die RKK noch über "die Menschen", sondern über Jesus Christus.
Sein Leben und Handeln, seine Lehren sind so eindrucksvoll, dass ich das, was daraus an Nachfolge durch schlichtere Menschen entstanden ist, in seinem Geist zu sehen und anzunehmen versuche. Nicht immer leicht (oder auch mal unmöglich).

Und zum Glauben gehört –wie Du ja selbst "bedenkst"– auch das Wollen. Geschenkt kriegt man den nicht (naja, manche vielleicht …).
Ich denke, dass es "der Welt" gut tut, wenn möglichst viele Menschen Jesus-artige "Ideale" hätten.

Der zweite Mensch (außer Gandhi), der mich (aus weiter Entfernung) an ihn erinnert, wäre John Lennon – der aber natürlich in "IMAGINE" singt "above us only sky".
Eher atheistisch, aber idealistisch … :thumbup:
Moshe Zuckermann zu Israel-Palästina: https://www.youtube.com/watch?v=ROe_T4MQorM
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Joker » Mo 22. Apr 2013, 09:49

SLclem » Mo 22. Apr 2013, 10:04 hat geschrieben:
Der zweite Mensch (außer Gandhi), der mich (aus weiter Entfernung) an ihn erinnert, wäre John Lennon – der aber natürlich in "IMAGINE" singt "above us only sky".
Eher atheistisch, aber idealistisch … :thumbup:

“Christianity will go. It will vanish and shrink. […] We’re more popular than Jesus now – I don’t know which will go first, rock and roll or Christianity.”

Schönes Zitat
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Moses » Mo 22. Apr 2013, 11:12

Ich bin unbeschnittener Teilzeit-Jude.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon SLclem » Mo 22. Apr 2013, 11:28

Joker » Mo 22. Apr 2013, 10:49 hat geschrieben:SLclem » Mo 22. Apr 2013, 10:04
      Der zweite Mensch (außer Gandhi), der mich (aus weiter Entfernung) an ihn erinnert, wäre John Lennon – der aber natürlich in "IMAGINE" singt "above us only sky".
      Eher atheistisch, aber idealistisch … :thumbup:

      TheBeatles: “Christianity will go. It will vanish and shrink. […] We’re more popular than Jesus now – I don’t know which will go first, rock and roll or Christianity.”

Schönes Zitat

Du bist nicht ganz auf dem Laufenden:

ZEIT-online hat geschrieben:Vier Jahrzehnte später – was ist das schon angesichts des Ewigen Reichs – dürfen die vier Abtrünnigen wieder unter die Soutane des Papstes schlüpfen. Die Vatikan-Zeitung L’Osservatore Romano hat sich 2008 bei den Beatles entschuldigt, jetzt wurde deren Liedkompendium Revolver in die Liste der zehn päpstlich empfohlenen Musikalben aufgenommen.
[…]
Eines der bekanntesten Stücke der Beatles ist das Opus Let It Be. Kaum ein anderer Choral über eine Marienbegegnung hat so viele Menschen bewegt. "When I sometimes find myself in trouble, Mother Mary comes to me, speaking words of wisdom, let it be."

Eins meiner Lieblingsstücke … :thumbup:
Moshe Zuckermann zu Israel-Palästina: https://www.youtube.com/watch?v=ROe_T4MQorM
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon Helmut III. » Mo 22. Apr 2013, 17:38

Für mich machte Jahwe die steilste aller Karrieren, die es ja gab. Vom einfachen Wetter- u. Hirtengott, zum absoluten, uneingeschränkten, ewigen und allmächtigen Herscher für über 3,3 Milliarden Menschen.
Zuletzt geändert von Helmut III. am Mo 22. Apr 2013, 17:41, insgesamt 3-mal geändert.
Freiheit bedeutet selber wählen zu dürfen wessen Sklave man ist.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon aleph » Mo 22. Apr 2013, 18:28

SLclem » Mo 22. Apr 2013, 12:28 hat geschrieben:Du bist nicht ganz auf dem Laufenden:


Eins meiner Lieblingsstücke … :thumbup:


Da stand oder lag der Texter vermutlich unter dem Einfluss von WeinGeist.
Zuletzt geändert von aleph am Mo 22. Apr 2013, 18:29, insgesamt 2-mal geändert.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: Welcher Religion gehoert ihr an? II

Beitragvon SLclem » Mo 22. Apr 2013, 20:05

Dionysos » Mo 22. Apr 2013, 19:28 hat geschrieben:Da stand oder lag der Texter vermutlich unter dem Einfluss von WeinGeist.
Tja, stimmt.

Unsere Favoriten sind (z.B.) Because, A Day In The Life, Hey Bulldog, I Me Mine, Here Comes The Sun. Natürlich Hey Jude. Kann man wunderbar im Internet-radio "Beatles-Radio.com" hören … :thumbup:

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