Grundsatzdiskussion Islam

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relativ
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Fr 9. Nov 2018, 08:20

van Kessel hat geschrieben:(08 Nov 2018, 23:38)

Was @MäckIntaier über die Ordnungsfunktion des Islam in 'unterentwickelten Ländern' schrieb, kann nur bestätigt werden. Man setzt - wenn man denn diskutieren will - die katholische Kirche auch nicht mit der Inquisition gleich. In vielen Ländern des Islam, sind öffentliche Schulen von den Eltern zu bezahlen (wenn sie ihre Sprösslinge denn nicht zur Feldarbeit o.ä. benötigen [Abstellung ihrer Kinder als Haussklaven z.B.). Die islamische Community informiert (auch wenn in jämmerlichen Blech- oder Grashütten), Jungen und Mädchen über die Grundlagen des Schreibens. Zwar von rechts nach links und in arabischen Zeichen, aber immerhin ist dies mehr, als überhaupt keine Unterrichtung über nonverbale Kommunikation.

In den lokalen Koranschulen ist auch keine Schuluniform Pflicht (wie in staatlichen Schulen) weil die Eltern häufig nicht die Mittel haben, diese Uniformen zu bezahlen (von Büchern ganz zu schweigen). Unser Bild wird beherrscht von den Eliten, wie sie sich in der UN langweilen und mit ihren Rolex spielen; es wird nicht gesehen, dass der gewöhnlich 'zu Entwickelte', die gleichen Interessen, Wünsche und Talente hat ein normal ausgebildetes, euro/amerikanisches Kind.

Der Islam als Verkündungsreligion hat ein vitales Interesse, durch Zuwendungen aus den Ölländern, in den anderen Ländern Fuß zu fassen. Der Verdrängungswettbewerb geht so weit, dass Zahlungen an Interessenten erfolgen, wenn sie z.B. dem Christentum abschwören und sich dem Islam zuwenden. Saudi-Arabien baut 'für umme' südlich der Sahara Moscheen und teuft Brunnen ab. Andere Religionen befinden sich auf dem Rückzug (Baptisten [Relikt aus der Kolonialzeit] und anderer christliche Kirchen). Einzig uralte Stammesreligionen führen ein stilles Leben, ohne politisch aufzufallen.

Europäische Entwicklungshilfe ist a-ideell und will nur die wirtschaftliche Kompetenz der Menschen verbessern. Sie - diese Politik - hat aber vergessen, dass 'der Mensch nicht allein vom Brote lebt'. Die Herzen der Menschen werden damit nicht erreicht und so kann der missionarische Islam, Land für Land abhaken.

Es ist natürlich falsch den Eindruck zu erwecken, als wenn nur der Islam versucht mit Entwicklungshilfe Schäfchen auf seine Seite zu ziehen. Christliche Kirchen haben etliche Projekte auf die genau das zutrifft, was du hier auch über den Islam geschrieben hast. Es ist kaum davon auszugehen, daß alle diese Projekte nur auf dem einen Grund, der Entwicklung, dienen sollen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Misterfritz
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Misterfritz » Fr 9. Nov 2018, 22:18

relativ hat geschrieben:(09 Nov 2018, 08:20)

Es ist natürlich falsch den Eindruck zu erwecken, als wenn nur der Islam versucht mit Entwicklungshilfe Schäfchen auf seine Seite zu ziehen. Christliche Kirchen haben etliche Projekte auf die genau das zutrifft, was du hier auch über den Islam geschrieben hast. Es ist kaum davon auszugehen, daß alle diese Projekte nur auf dem einen Grund, der Entwicklung, dienen sollen.
Es ist immer nett, wenn man dieses Spiel "aber die anderen sind ja auch nicht besser" anfängt. Nur greift es zu kurz.
Was von Kessel beschreibt ist nun mal Realität in vielen islamischen (wie auch anderen armen) Staaten.
Säkulare Bildung, kostenlos und zwingend, nur das hilft gegen die Verdummung durch Religion resp. deren Führer.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » Fr 9. Nov 2018, 22:40

Hey "relativ"](09 Nov 2018, 08:20)
Es ist natürlich falsch den Eindruck zu erwecken, als wenn nur der Islam versucht mit Entwicklungshilfe Schäfchen auf seine Seite zu ziehen. Christliche Kirchen haben etliche Projekte auf die genau das zutrifft, was du hier auch über den Islam geschrieben hast. Es ist kaum davon auszugehen, daß alle diese Projekte nur auf dem einen Grund, der Entwicklung, dienen sollen.
der kleine - aber gravierende - Unterschied ist der, dass der Islam mit seinen Projekten klotzt, christliche Kirchen aber kleckern.

Wenn ein Herrscher in Westafrika eine Kirche baut, welcher gewaltiger als der Vatikandom ist, dann ist dies nur lächerlich. Der gesponserte Islam aus S-A trägt nicht nur die Basisarbeit, sondern zielt speziell auf Koranschulen und Bewässerung. Dass diese Bewässerungsorgien der Saudis auch eine schlimme Nebenwirkung hat, interessieren die Kleinfarmer nicht, sondern veranlassen sie, noch mehr Vieh zu 'züchten', welche den Boden noch mehr belasten. Ergebnis ist eine fortschreitende Aridisierung des Kulturbodens.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Umetarek » Sa 10. Nov 2018, 06:57

Misterfritz hat geschrieben:(09 Nov 2018, 22:18)

Es ist immer nett, wenn man dieses Spiel "aber die anderen sind ja auch nicht besser" anfängt. Nur greift es zu kurz.
Was von Kessel beschreibt ist nun mal Realität in vielen islamischen (wie auch anderen armen) Staaten.
Säkulare Bildung, kostenlos und zwingend, nur das hilft gegen die Verdummung durch Religion resp. deren Führer.

Das hilft nicht allein. Beispiel Ägypten, da ist die Bildung zwar säkular, kostenlos und zwingend (naja, wenn sich jemand drum kümmert), aber beispielsweise der Hijab, der offiziell in der Schule verboten ist, ist auf (ebenfalls staatlichen Schulen) im Hinterland zwingender Bestandteil der Schuluniform.
Noch problematischer ist es, dass das "soziale Netz" in Händen der Religion ist.

Und auch deutsche Schulen könnten bisweilen säkularer sein, es liegt da zwar meistens an der Schulleitung, aber die Strukturen für den Mißbrauch sind angelegt.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Misterfritz » Sa 10. Nov 2018, 08:19

Umetarek hat geschrieben:(10 Nov 2018, 06:57)

Das hilft nicht allein. Beispiel Ägypten, da ist die Bildung zwar säkular, kostenlos und zwingend (naja, wenn sich jemand drum kümmert), aber beispielsweise der Hijab, der offiziell in der Schule verboten ist, ist auf (ebenfalls staatlichen Schulen) im Hinterland zwingender Bestandteil der Schuluniform.
Noch problematischer ist es, dass das "soziale Netz" in Händen der Religion ist.
Ägypten hat eine Analphabetenrate von fast 40% http://www.atanango.com/laendervergleic ... p--50--28/
Die haben zwar eigentlich Schulpflicht, aber das nimmt dort wohl niemand so genau. Ich habe jetzt auf die Schnelle keinen Link dazu gefunden, dass es vor Allem die Frauen sind, die nicht lesen und schreiben können. Und solche Leute "wählen" dann halt das, was der örtliche Pfaffe/Mufti/Priester in Kirche/Moschee vorgeben.
Ein fehlendes Sozialsystem ist natürlich auch nicht sonderlich förderlich ;)
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » So 11. Nov 2018, 00:10

Es ist ausgesprochen schwierig, die 'Eigenheiten' von arabischen, afrikanischen oder indonesischen Staaten zu 'bündeln. Namentlich was die Hauptreligion des Islam betrifft. Auch sind einzelne Staaten mit dieser Religion, erfolgreicher als andere (wenn man den Erfolg denn überhaupt messen kann). Ich war z.B. in Westafrika in einer afghanischen Zahnklinik, welche unter ihrem Islam, den 'Negern' fast kostenlos die Zähne zog (mir fehlte eine Plombe :eek: ).
Die Schulpflicht ist kein Argument für den Besuch dieser Einrichtung. Kinder müssen 'früh ran', wobei natürlich ein unvorstellbares Gefälle von Stadt- zu Landkindern besteht. Die von mir erwähnte Kindersklaverei ist nicht nur so geschrieben, sondern der Fall, wenn verarmte Familien, ihre Kinder, reicheren Volksgenossen, zwecks Arbeit überlassen. Die Kinder wollen bestimmt nicht mit ihren zarten Knochen, den ganzen Tag Wasser von Brunnen zum Hause schaffen - von Morgen bis zum Abend.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Mo 12. Nov 2018, 12:55

Misterfritz hat geschrieben:(09 Nov 2018, 22:18)

Es ist immer nett, wenn man dieses Spiel "aber die anderen sind ja auch nicht besser" anfängt. Nur greift es zu kurz.
Was von Kessel beschreibt ist nun mal Realität in vielen islamischen (wie auch anderen armen) Staaten.
Säkulare Bildung, kostenlos und zwingend, nur das hilft gegen die Verdummung durch Religion resp. deren Führer.



Es ist nicht nett, es ist einfach die Realität. Der Islam hat diesbezüglich ( Verkündungsreligion ) also kein Alleinstellungsmerkmal.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Senexx » Mo 12. Nov 2018, 23:02

Misterfritz hat geschrieben:(09 Nov 2018, 22:18)

Es ist immer nett, wenn man dieses Spiel "aber die anderen sind ja auch nicht besser" anfängt. Nur greift es zu kurz.
Was von Kessel beschreibt ist nun mal Realität in vielen islamischen (wie auch anderen armen) Staaten.
Säkulare Bildung, kostenlos und zwingend, nur das hilft gegen die Verdummung durch Religion resp. deren Führer.

Es gibt keine "säkulare" Bildung. Bildung ist Bildung.
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