Grundsatzdiskussion Islam

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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon H2O » So 29. Apr 2018, 10:32

Dark Angel hat geschrieben:(29 Apr 2018, 11:06)

Sorry, war gestern nicht mehr on.
Ammianus und Bleibtreu haben das Wesentliche bereits gesagt. Nur noch eine kleine Hinzufügung: einiges an verschollenem/verlorenem Wissen, Philosophie wurde erst vor kurzem neu entdeckt und wird gegenwärtig rekonstruiert.
Bei Ausgrabungen in Herkulaneum wurde zu Beginn des 21.Jh. eine Bibliothek mit (verkohlten) Schriftrollen entdeckt, die gegenwärtig mittels modernster Technik wieder lesbar gemacht werden.


Das sind doch aufregende Neuigkeiten! Vielleicht ist das eine oder andere wertvolle Stück dabei, von dessen Existenz bisher niemand etwas ahnte... oder noch aufregender: Man wußte um seine Existenz, aber das Dokument galt als verschollen / untergegangen!
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Dark Angel » So 29. Apr 2018, 10:35

van Kessel hat geschrieben:(28 Apr 2018, 23:01)

Ist schon seltsam, dass eine Sprache so viele Begriffe verwendet https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deu ... dem...wenn die sprechenden, schreibenden Menschen dieser Zeiten keine Ahnung hatten, was sie da vor sich hin brabbelten.

Allein die Tatsache, dass viele Begriffe nur aus dem Arabischen überliefert sind, bedeutet noch lange nicht, dass Araber die Urheber dieses Wissens sind - sind sie nämlich nicht.

van Kessel hat geschrieben:(28 Apr 2018, 23:01)
Dass die Null aus Indien kam ist auch schierer Zufall, den die Araber samt ihres Zahlengeschmiers in das Abendland brachten. Und diese Schelme beanspruchen gar Schriftzeichen für sich, obwohl doch die ganze westliche Welt weiß, dass das Alphabet aus Griechenland kommt, oder doch etwa aus den syrischen Palästina? Aleph, Beth, Gimel, Dalet... klingt doch so vertraut europäisch, oder?

Unser gesamtes Zahlensystem stammt aus Indien, lediglich die "Null" ist arabisch.
Das Alphabet ist phönizischen Ursprungs, wurde erst von den Griechen und danach von den Römern übernommen.

van Kessel hat geschrieben:(28 Apr 2018, 23:01)
Die Frage ist also, warum fällt es dem Abendland so schwer, die Leistungen anderer Kulturen zu achten und zu würdigen? "Und es kamen Könige aus dem Morgenland und erzählten von einem Stern, der ihnen den Weg gewiesen hatte...". Hatten die etwa schon Instrumente der Himmelsbeobachtung?

Dem Abendland fällt gar nichts schwer. Die Leistungen anderer Kulturen werden sehr wohl anerkannt, diese Kulturen werden auch benannt. Tatsache ist allerdings die Urheber des Wissen entstammen vorislamischen Völkern und Kulturen!
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Bleibtreu » So 29. Apr 2018, 10:55

Dark Angel hat geschrieben:(29 Apr 2018, 11:12)

Der Buchdruck mit beweglichen Lettern zum Bleistift, die Reformation, die Entdeckung der Planetengesetze u.v.m.
Dazu muss man aber schlaue Bücher lesen.


Wobei nur Deutschland als Vergleich unfair ist, wenn auf der anderen Seite das gesamte islamisch beherrschte Gebiet steht. Wenn schon, muessen alle christlichen Laender herangezogen werden. M.E. ist es nicht nur der religioese Einfluss des Islam, der Forschung & Entwicklung zunehmend absterben lies, sondern auch die starre Mentalitaet des Osmanischen Reiches. Und die arabischen Laender, die von den Osmanen beherrscht wurden, sind in diesen Jahrhundert voellig verkommen, weil sie nur ausgebeutet wurden.

Ammianus hat geschrieben:(29 Apr 2018, 00:16)

Bei allen Göttern, langsam tut es nur noch weh. Da bekommt man die ziemlich umstrittene Alexandria-Geschichte serviert und der Clou sind die Araber, die ihren Hauptsitz 638 nach Konstantinopel verlegten ...
ist das hier jetzt Realsatire, das Ergebnis einer verlorenen Wette ...

Gute Guete. Ein Glueck bin ich Gestern off gegangen :D
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Dark Angel » So 29. Apr 2018, 11:14

van Kessel hat geschrieben:(29 Apr 2018, 00:04)
Aber auch Cäsar und Antonius nutzten schon diesen Brennstoff für ihre Bäder.

DAS ist absoluter Unsinn!

Immerhin muss soviel übrig geblieben sein, dass die 'Welt' nach 638 (als die Araber ihren Hauptsitz nach Konstantinopel verlegten) von den Resten noch gut 'leben' konnten.Arabisch? Ich denke eher, es war ein Konvolut aller möglichen, auch vorislamischer Sprachen, Arabisch ist ja nur eine von mehreren, semitischen Sprachen. Aramäisch (als 'lingua franca') oder auch Hebräisch dürfte die Schrift gewesen sein, in denen auch Inder und Perser schrieben, obwohl diese zur indogermanischen Sprachgruppe zählten.

Was für ein Unsinn! Das Byzantinische Reich - mit der Hauptstadt Byzanz = Konstantinopel - existierte bis 1453!
638 war Mekka das kulturelle Zentrum des Islam, ab 661 bis 750 war es Damaskus - unter der Herrschaft der Omaijaden-Dynastie und 750 bis 1258 war es Bagdad unter der Herrschaft der Abbasiden-Dynastie. Die Herrschaft der Abbasiden-Dynastie kennzeichnet gleichzeitig die Hochzeit arabischer/islamischer Kultur und Wissenschaft.

van Kessel hat geschrieben:(29 Apr 2018, 00:04)Für eine Grundsatzdiskussion ist es wichtig, dass die Mönche des christlichen Frühmittelalters, diese Schriften erwarben (wie immer) und sie in die 'lingua franca' (Latein) des Abendlandes übersetzten. Dies berührt nicht die Leistungen späterer Denker und Erfinder des Abendlandes.

Und genau DAS ist nachweislich falsch!
Bereits in der Spätantike begannen christliche Mönche vorhandene Schriften zu kopieren und zu übersetzen, andere wurden von Juden bewahrt und übersetzt und wieder andere stammen aus Byzanz. "Erworben" haben christliche Mönche gar nichts.
Richtig ist, dass christliche Gelehrte an der Universität zu Cordoba studierten, die vielen Bibliotheken Cordobas nutzen und auf diese Weise Wissen ins christliche Europa brachten.
Richtig ist auch, dass Kreuzfahrer - insbesondere Johanniter-Ritter - medizinisches Wissen direkt in den, von Arabern eroberten Gebieten erwarben.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Dark Angel » So 29. Apr 2018, 11:26

Bleibtreu hat geschrieben:(29 Apr 2018, 11:55)

Wobei nur Deutschland als Vergleich unfair ist, wenn auf der anderen Seite das gesamte islamisch beherrschte Gebiet steht. Wenn schon, muessen alle christlichen Laender herangezogen werden. M.E. ist es nicht nur der religioese Einfluss des Islam, der Forschung & Entwicklung zunehmend absterben lies, sondern auch die starre Mentalitaet des Osmanischen Reiches. Und die arabischen Laender, die von den Osmanen beherrscht wurden, sind in diesen Jahrhundert voellig verkommen, weil sie nur ausgebeutet wurden.

Nun - dann nimm das "Heilige Römische Reich deutscher Nation" - dies existierte immerhin bis 1806. ;)
Ich stimme zu, dass insbesondere der Niedergang der Abbasiden-Dynastie und das Erstarken des Osmanischen Reiches mit seinen starren archaischen Strukturen, zur Stagnation führten.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Dark Angel » So 29. Apr 2018, 11:29

H2O hat geschrieben:(29 Apr 2018, 11:32)

Das sind doch aufregende Neuigkeiten! Vielleicht ist das eine oder andere wertvolle Stück dabei, von dessen Existenz bisher niemand etwas ahnte... oder noch aufregender: Man wußte um seine Existenz, aber das Dokument galt als verschollen / untergegangen!

Nein, man wusste nichts von der Existenz dieser Dokumente. Die Entdeckung war eine archäologische Sensation.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Bleibtreu » So 29. Apr 2018, 13:28

Dark Angel hat geschrieben:(29 Apr 2018, 12:26)

Nun - dann nimm das "Heilige Römische Reich deutscher Nation" - dies existierte immerhin bis 1806. ;)

Das ist mir zu Kurz gegriffen, wenn ich allein nur an die Briten und Franzosen denke :)

Sie haben das Leben auf bahnbrechende Weise verändert
Die Briten sind Exzentriker. Manche ihrer putzig-schrulligen Angewohnheiten lösen im Rest der Welt Ratlosigkeit aus: Etwa die Vorliebe der Untertanen ihrer Majestät für lauwarmes Bier, Blutpudding und Rechtsanwaltsperücken.
Andererseits hat die Insel einige der größten und einflussreichsten Denker, Mathematiker und Erfinder der jüngeren Menschheitsgeschichte hervorgebracht. Deren Ideen, Theorien und technische Neuerungen haben das Leben auf dem europäischen Kontinent — ja der ganzen Welt — auf bahnbrechende Weise verändert.


Liste britischer Erfinder und Entdecker https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bri ... _Entdecker
Liste franzoesischer Erfinder und Entdecker https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fra ... _Entdecker

Dazu die zahlreichen Schriftsteller/Poeten, Philosophen + Komponisten

Das ist auch interessant und spielt in meine gestrige Antwort an HSO hinein, gilt auf fuer Juden wie Maimonides, Masardjis aus Basra, Isaak ben Suleiman Israeli, Efraim usw:
Christliche Wissenschaftler im Orient
Viele Christen wirkten schon vor der islamischen Expansion als Wissenschaftler in Nahost und Nordafrika. So wurden von ihnen viele philosophische und wissenschaftliche Werke in griechischer Sprache zunächst in das Aramäische übersetzt. Die Vielsprachigkeit der Absolventen der christlichen Institutionen (Aramäisch, Griechisch, Latein, Arabisch bzw. verschiedene Liturgiesprachen), bedeutete einen großen Vorteil.

In der Akademie von Gundischapur waren vor allem christliche Wissenschaftler als Mediziner tätig. Gabriel ibn Bukhtishu war ein Mitglied einer Familie die über acht Generationen Mediziner hervorbrachte. Für das Haus der Weisheit wurden von Christen, unter anderem Hunayn ibn Ishaq, viele antike hellenistische Werke aus dem Aramäischen oder Griechischen in die Arabische Sprache übersetzt.

Die Forschung über den Einfluss der griechischen Antike auf die arabische Wissenschaft und Kultur bildet unter dem Namen Graeco-Arabistik einen Schwerpunkt. Dabei nehmen orientalische Christen (unter anderem als Wissenschaftler und Kulturschaffande) einen wichtigen Platz ein.


Und noch was:
Mit der Entstehung des Islam war ein neues wissenschaftliches Leben im Orient erwacht. Kultur und Wissenschaft gelangten unter den bildungsfreundlichen Kalifen zu hoher Blüte; besonders waren es aber die medizinischen und naturwissenschaftlichen Studien, die von den Arabern mit Eifer gepflegt wurden. An diesen wissenschaftlichen Bestrebungen nahmen auch die Juden regen Anteil und wetteiferten mit der mohammedanischen Bevölkerung, in deren Mitte sie wohnten, um die Palme des Wissens. Hier im Morgenlande treten zuerst auf dem Schauplatze der jüdischen Geschichte viele ausgezeichnete jüdische Arzte auf, die einerseits durch die erfolgreiche Ausübung ihrer Kunst und anderseits durch ihre fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit auf dem Gebiete der Heilkunde zu hohem Ansehen emporstiegen und zu einflussreichen Würden gelangten 2). [...]

Und noch eine Ergaenzung zur GraecoArabistic:
Graeco-Arabica
Als Graeco-Arabica bezeichnet man die im Mittelalter seit dem 8. Jahrhundert entstandenen arabischen Übersetzungen antiker griechischer Texte, die aus dem Griechischen direkt oder aus vorausgegangenen syrischen Übersetzungen ins Arabische übertragen wurden. Die Erforschung dieser Übersetzungen ist Aufgabe der Graeco-Arabistik. Diese leistet damit einen Beitrag zur Erschließung der Überlieferung anderweitig vielfach nicht mehr erhaltener Werke der griechischen Wissenschaft und Philosophie, aber auch und vor allem zum Verständnis von deren Aneignung und Weiterentwicklung in der arabischen und jüdisch-arabischen Kultur.

Dabei klärt sie zugleich die Bedingungen der weiteren Transmission des graeco-arabischen Erbes in der lateinischen Welt. Erstes Zentrum der Übersetzung aus dem Griechischen oder Syrischen ins Arabische war das Haus der Weisheit in Bagdad, ein großer Teil der anschließenden Übertragungen ins Lateinische und Romanische verdankt sich dann im 12. und 13. Jahrhundert Übersetzern in Toledo. Das philosophische Werk von Maimonides und sein Versuch einer Synthese von Glaube und Vernunft sind ohne die vorausgegangenen griechisch-arabischen Übersetzungsarbeiten nicht denkbar.


Ich stimme zu, dass insbesondere der Niedergang der Abbasiden-Dynastie und das Erstarken des Osmanischen Reiches mit seinen starren archaischen Strukturen, zur Stagnation führten.

Sehr gut :thumbup:
Zuletzt geändert von Bleibtreu am So 29. Apr 2018, 15:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Dark Angel » So 29. Apr 2018, 14:46

Bleibtreu hat geschrieben:(29 Apr 2018, 14:28)

Das ist mir zu Kurz gegriffen, wenn ich allein nur an die Briten und Franzosen denke :)

Ich glaube wir reden grade meilenweit aneinander vorbei. :)

TT's Frage im Zusammenhang mit neuen Erkenntnisse, Erfindungen im Mittelalter, der Renaussance/Aufklärung (zumindest habe ich das so verstanden) lautete:

"Kommt was aus Deutschland?"

und meine Antwort darauf war "Buchdruck mit beweglichen Lettern, Reformation, Entdechung der Planetengesetze u.v.m."

Das schließt natürlich nicht aus, dass viele wichtige Erkenntnisse, Entdeckungen und Erfindungen in anderen europäischen Staaten/Ländern getätigt wurden bzw dass Entdeckungen, Erkenntnisse, die in Deutschland gemacht wurden, ohne voran gegangene Erkenntnisse aus Spanien, Italien, Frankreich GB etc gar nicht möglich gewesen wären und umgekehrt.
Europa hat eine gemeinsame Kultur, mit gemeinsamen Wurzeln und gegenseitiger Beeinflussung und Wechselwirkung.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Bleibtreu » So 29. Apr 2018, 14:51

Dark Angel hat geschrieben:(29 Apr 2018, 15:46)
[...]

Ich weiss, sie kreiste es nur auf Deutschland ein. Mein Einwurf ging damit nicht direkt an deine Adresse. :D

Richtig, mit ging es um den GegenPart und dazu gehoert nicht nur Deutschland. Wenn es um Gelehrte und Entdeckungen etc. aus der islamischen Welt geht, wird diese ja auch gesamt aufgezaehlt und nicht auf bestimmte Regionen begrenzt. Wenn man also vergleicht, dann sollte es ein fairer Vergleich sein.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Dark Angel » So 29. Apr 2018, 15:46

Bleibtreu hat geschrieben:(29 Apr 2018, 15:51)

Ich weiss, sie kreiste es nur auf Deutschland ein. Mein Einwurf ging damit nicht direkt an deine Adresse. :D

Richtig, mit ging es um den GegenPart und dazu gehoert nicht nur Deutschland. Wenn es um Gelehrte und Entdeckungen etc. aus der islamischen Welt geht, wird diese ja auch gesamt aufgezaehlt und nicht auf bestimmte Regionen begrenzt. Wenn man also vergleicht, dann sollte es ein fairer Vergleich sein.

Da bin ich ganz deiner Meinung. :thumbup:
Aber wir kennen ja TT und ich denke diesbzüglich ist jeder weitere Kommentar überflüssig. :D
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon keinproblem » Do 7. Jun 2018, 01:31

Progressiver hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:57)

Fortschritt und geistige Freiheit wären in dieser Form niemals möglich gewesen! Gerade diese ist aber nötig, um in einer offenen Gesellschaft und einem demokratischen Staat zu leben. Religionen -egal welcher Art-, sei es der Islam oder aber irgendeine christliche Heilslehre, bieten dagegen nur geschlossene Weltbilder an. Im Katholizismus durften früher die Unfehlbarkeit des Papstes sowie das Gottesgnadentum nicht hinterfragt werden. Sie wurden hinweggefegt. Im Islam darf der Koran, Mohammed und die Existenz des dort beschriebenen Allahs nicht hinterfragt oder kritisiert werden. Wer es dennoch tun, wird wie im christlichen Mittelalter mit dem Tode bestraft.


Nein, im Islam gibt es kein Kritik- oder gar Hinterfragungsverbot. Teil der islamischen Philosophie ist es, dass ernsthafter Glaube und Zweifel sich antagonistisch gegenüberstehen und man solange einem Zweifel nachgehen soll, bis man zu einer handfesten logischen Antwort kommt, da Gläubigkeit beim Ignorieren von Zweifeln nur ein Schauspiel ist. Das ist vermutlich auch einer der Gründe, weshalb im Qur'an an diversen Stellen zum nachdenken und reflektieren aufgerufen wird. Strafe für das eigenständige Nachdenken würde in der Tat nicht nur den rationalen wissenschaftlichen Fortschritt, sondern auch alle tiefliegenden soziologischen Begebenheiten einer jeden Gesellschaft überlebensunfähig machen und zerbersten. Die Attentate auf Charlie Hebdo zum Beispiel gelten nämlich nicht als theologischer Beleg für etwas Gegenteiliges.

Dies ist nicht nur tödlich für geistig freie Menschen. Ohne diese Geistesfreiheit bleiben die islamischen Gesellschaften auch in ihrer Untertanenkultur stecken. Fortschritt ist Fehlanzeige! Gesellschaftlich sind viele islamsische Länder im Mittelalter stecken geblieben. Und auch die modernen Technologien -Computer, moderne Waffen, medizinische Geräte etc. etc. müssen alle importiert werden. So wird das aber nichts mit der Aufholjagd gegenüber dem Westen.

Das hängt mit der Epoche des Imperialismus beziehungsweise Kolonialismus zusammen. Südamerika (überwiegend katholisch) und Afrika (überwiegend nicht-muslimisch) sind Kontinente auf die allgemein gesprochen jeder deiner Punkte zutrifft. Ich stimme dir zu wenn du sagst, dass muslimische Länder, würden Sie das weiter oben beschriebene gewaltsame (und viele ähnlich primitiv-reaktionöre Beispiele) Paradigma ablegen geben es in diesen Staaten monumentale Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit, Korruption und andere Formen der Mißwirtschaft, politische Instabilität und autoritäre Regime etc. etc. ad infinitum gar nicht geben. Vielleicht kannst du nun nach meiner kleinen Korrektur, dass diese Paradigmen mit dem Islam nicht vereinbar sind und sich sogar gegenseitig ausschließen, besser verstehen weshalb ich dafür werbe, dass Muslime den Islam leben sollten.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon keinproblem » Do 7. Jun 2018, 01:34

Antonius hat geschrieben:(08 Apr 2018, 14:54)

Was Du über Galileo Galilei schreibst, bedarf der Berichtigung.
Galileo und die päpstliche Behörde waren zwar hinsichtlich einiger Fragen unterschiedlicher Meinung, die Horrormeldung von der Verbrennung Galileos ist jedoch schlicht falsch.
Es gab nur die recht milde Ermahnung von 1616, Galilei möge „von einer Verbreitung des kopernikanischen Weltbildes absehen“.

    1741 gewährte die römische Inquisition auf Bitte von Papst Benedikts XIV. das Imprimatur auf die erste Gesamtausgabe der Werke Galileis.
    Unter Papst Pius VII. wurde 1822 erstmals ein Imprimatur auf ein Buch erteilt, das das kopernikanische System als physikalische Realität behandelte.
    Der Autor, ein gewisser Settele, war Kanoniker. Für Nicht-Kleriker war das Interdikt wohl längst belanglos geworden.

    1979 beauftragte Papst Johannes Paul II. die Päpstliche Akademie der Wissenschaften, den berühmten Fall aufzuarbeiten.
    Am 31. Oktober 1992 wurde der Kommissionsbericht übergeben, und Johannes Paul II. hielt eine Rede,
    in der er seine Sicht des Verhältnisses von kirchlicher Lehre und Wissenschaft darstellte.
    Am 2. November 1992 wurde Galileo Galilei von der römisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert.
    Er soll eine Statue im Vatikan erhalten. Im November 2008 distanzierte sich der Vatikan erneut von der Verurteilung Galileis durch die päpstliche Inquisition.
https://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_G ... die_Kirche


Vielen Dank für deine Berichtigung und sorry für die späte Antwort, sehr lieb von dir!
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Orbiter1 » Fr 13. Jul 2018, 10:05

Innenminister Seehofer möchte die Islamkonferenz auf neue Beine stellen. Er will neben den konservativen Islamverbänden auch wieder Einzelpersonen zulassen. Es geht um die Frage ob es einen "deutschen Islam" geben kann.

"Die Frage sei, ob es einen "deutschen Islam" geben könne, der auf den rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen in Deutschland basiere, sagte der für den Themenbereich "Heimat" zuständige Staatssekretär. Die Antwort könnten nur deutsche Muslime geben. "Der Staat kann dafür nur Rahmenbedingungen schaffen", sagte Kerber. "Fest steht: Es gibt einen deutschen Katholizismus, es gibt einen deutschen Protestantismus, und es gibt ein deutsches Judentum. Und wenn es einen Islam geben soll, der zu Deutschland gehört, dann müssen die deutschen Muslime ihn als 'deutschen Islam' definieren - und zwar auf dem Boden unserer Verfassung." Das werde die Aufgabe der nächsten Islamkonferenz sein, sagte der Staatssekretär." Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/islamkonferenz-117.html

Wird bei 4 bis 5 Mio Moslems in Deutschland auch allerhöchste Zeit diese Frage zu klären.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Fr 13. Jul 2018, 10:09

Orbiter1 hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:05)

Innenminister Seehofer möchte die Islamkonferenz auf neue Beine stellen. Er will neben den konservativen Islamverbänden auch wieder Einzelpersonen zulassen. Es geht um die Frage ob es einen "deutschen Islam" geben kann.

"Die Frage sei, ob es einen "deutschen Islam" geben könne, der auf den rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen in Deutschland basiere, sagte der für den Themenbereich "Heimat" zuständige Staatssekretär. Die Antwort könnten nur deutsche Muslime geben. "Der Staat kann dafür nur Rahmenbedingungen schaffen", sagte Kerber. "Fest steht: Es gibt einen deutschen Katholizismus, es gibt einen deutschen Protestantismus, und es gibt ein deutsches Judentum. Und wenn es einen Islam geben soll, der zu Deutschland gehört, dann müssen die deutschen Muslime ihn als 'deutschen Islam' definieren - und zwar auf dem Boden unserer Verfassung." Das werde die Aufgabe der nächsten Islamkonferenz sein, sagte der Staatssekretär." Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/islamkonferenz-117.html

Wird bei 4 bis 5 Mio Moslems in Deutschland auch allerhöchste Zeit diese Frage zu klären.

Überfällig , ich hoffe die Diskussion darüber bleibt Sachlich und kommt ohne Polemik und Vorurteile aus.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Skeptiker » Fr 13. Jul 2018, 10:24

Orbiter1 hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:05)
Innenminister Seehofer möchte die Islamkonferenz auf neue Beine stellen. Er will neben den konservativen Islamverbänden auch wieder Einzelpersonen zulassen. Es geht um die Frage ob es einen "deutschen Islam" geben kann.

"Die Frage sei, ob es einen "deutschen Islam" geben könne, der auf den rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen in Deutschland basiere, sagte der für den Themenbereich "Heimat" zuständige Staatssekretär. Die Antwort könnten nur deutsche Muslime geben. "Der Staat kann dafür nur Rahmenbedingungen schaffen", sagte Kerber. "Fest steht: Es gibt einen deutschen Katholizismus, es gibt einen deutschen Protestantismus, und es gibt ein deutsches Judentum. Und wenn es einen Islam geben soll, der zu Deutschland gehört, dann müssen die deutschen Muslime ihn als 'deutschen Islam' definieren - und zwar auf dem Boden unserer Verfassung." Das werde die Aufgabe der nächsten Islamkonferenz sein, sagte der Staatssekretär." Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/islamkonferenz-117.html

Wird bei 4 bis 5 Mio Moslems in Deutschland auch allerhöchste Zeit diese Frage zu klären.

Finde ich ebenfalls den richtigen Ansatz. Man hat ja offenbar verstanden dass konservative Islamverbände nicht alleinig für alle Muslime sprechen sollten/dürfen.

Die Glaubensausübung in muslimisch dominanten Gesellschaften ist alles andere als neutral zu anderen Religionen. Wir dürfen uns diesen Aspekt unserer Kultur nicht von anderem Religionsverständnis kaputt machen lassen. Ansonsten wäre Toleranz nur die Vorstufe zur Aufgabe unserer Werte zugunsten dominant intolleranter Gesellschaftsvorstellungen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Fr 13. Jul 2018, 10:30

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:24)

Finde ich ebenfalls den richtigen Ansatz. Man hat ja offenbar verstanden dass konservative Islamverbände nicht alleinig für alle Muslime sprechen sollten/dürfen.

Die Glaubensausübung in muslimisch dominanten Gesellschaften ist alles andere als neutral zu anderen Religionen. Wir dürfen uns diesen Aspekt unserer Kultur nicht von anderem Religionsverständnis kaputt machen lassen. Ansonsten wäre Toleranz nur die Vorstufe zur Aufgabe unserer Werte zugunsten dominant intolleranter Gesellschaftsvorstellungen.

Wichtig ist m.M., daß man in diesen Konferenzen die "Willigen" herausfiltern kann, mit denen man so ein Projekt dann auch durchzieht. Es wird Zeit das sich die säkulären Muslime mehr zutrauen und auch Offensiver werden und die Gesellschaft sollte ihnen dabei helfen, denn es wird da harte Kontroversen mit den Rest der in Deutschland lebenden Muslime geben.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Orbiter1 » Fr 13. Jul 2018, 10:31

Skeptiker hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:24)

Finde ich ebenfalls den richtigen Ansatz. Man hat ja offenbar verstanden dass konservative Islamverbände nicht alleinig für alle Muslime sprechen sollten/dürfen.

Die Glaubensausübung in muslimisch dominanten Gesellschaften ist alles andere als neutral zu anderen Religionen. Wir dürfen uns diesen Aspekt unserer Kultur nicht von anderem Religionsverständnis kaputt machen lassen. Ansonsten wäre Toleranz nur die Vorstufe zur Aufgabe unserer Werte zugunsten dominant intolleranter Gesellschaftsvorstellungen.
Bin mal gespannt welche konservativen Islamverbände dann überhaupt noch zur Islamkonferenz kommen. Die tun sich ja teilweise etwas scher damit wenn liberalere Vorstellungen zum Islam geäußert werden.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Keoma » Fr 13. Jul 2018, 10:35

relativ hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:30)

Wichtig ist m.M., daß man in diesen Konferenzen die "Willigen" herausfiltern kann, mit denen man so ein Projekt dann auch durchzieht. Es wird Zeit das sich die säkulären Muslime mehr zutrauen und auch Offensiver werden und die Gesellschaft sollte ihnen dabei helfen, denn es wird da harte Kontroversen mit den Rest der in Deutschland lebenden Muslime geben.


Säkulare Muslime wird das so interessieren wie Taufscheinchristen die Wahl zum Pfarrgemeinderat.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Fr 13. Jul 2018, 10:50

Keoma hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:35)

Säkulare Muslime wird das so interessieren wie Taufscheinchristen die Wahl zum Pfarrgemeinderat.

Es gibt ja schon Initiativen in diese Richtung sogar in Österreich auch. Beispiel.
http://saekulare-muslime.org/unterzeichner.html
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Keoma » Fr 13. Jul 2018, 11:00

relativ hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:50)

Es gibt ja schon Initiativen in diese Richtung sogar in Österreich auch. Beispiel.
http://saekulare-muslime.org/unterzeichner.html


Ist mir bekannt.
Sind in der Community vermutlich so präsent wie Flagellanten bei den Christen.
Wie überhaupt "säkular" und "Gläubiger wurscht welcher Konfession" irgendwie schwer zusammengeht.
Aber natürlich sind jene zu unterstützen, die den Ritenislam, die Orthopraxis, ablehnen.

Allerdings scheint im Moment der Zug in die Gegenrichtung zu fahren.
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