Grundsatzdiskussion Islam

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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 5. Mär 2018, 20:47

Roady66 hat geschrieben:(05 Mar 2018, 12:43)

Anders.

Den Prozess, der mit dem Islam heute noch von den dort Herrschenden angestoßen wurde/wird, haben wir seit 1803 hier hinter uns. Die da können heute noch rufen deus vult und die Massen dort jubeln. Einige wollen, das wir hier auch wieder jubeln.


Schön wärs ja. Hier in Berlin brauch ich nur ca. 50 km Richtung Osten mit der Regionalbahn zu fahren, um mich vom Gegenteil zu überzeugen. Du lebst in einem kleinen Bläs-chen, das vielleicht und in etwa Norddeutschland, Benelux, Skandinavien und UK betrifft. In der ganzen übrigen Welt ist die Religion im Vormarsch. Aber sowas von. Die Islam-Welle seit 20,30 Jahren ist ein Teil davon.

Aber denke mal nicht, dass ich das positiv sehe.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Adam Smith » Mo 5. Mär 2018, 20:58

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Mar 2018, 20:47)

Schön wärs ja. Hier in Berlin brauch ich nur ca. 50 km Richtung Osten mit der Regionalbahn zu fahren, um mich vom Gegenteil zu überzeugen. Du lebst in einem kleinen Bläs-chen, das vielleicht und in etwa Norddeutschland, Benelux, Skandinavien und UK betrifft. In der ganzen übrigen Welt ist die Religion im Vormarsch. Aber sowas von. Die Islam-Welle seit 20,30 Jahren ist ein Teil davon.

Aber denke mal nicht, dass ich das positiv sehe.

Die Zahl der Atheisten nimmt stetig zu und wird weiter stetig zu nehmen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 5. Mär 2018, 21:02

Zunder hat geschrieben:(05 Mar 2018, 13:04)

Aha.
Mit der Vokabel "vermeintlich" wolltest du also ausdrücken, daß es die einheitliche "muslimische Welt" geben muß, weil andernfalls gar keine Trennlinie hindurchgehen könnte.

Im Übrigen gibt es 2017 einen Artikel des ZEIT-Chefredakteurs Josef Joffe (Ich weiß, dass der - wahrscheinlich zu Recht - umstritten ist), der Wort für Wort exakt das wiedergibt, was ich als kleiner politik-forum-user zum Thema Huntington versuche zu artikulieren, was aber ein erfahrener Journalist sicher weit trefflicher auzudrücken versteht. ("Der Prophet, der brillant danebengriff")
Sein endlos zitierter Satz – "Der Islam hat blutige Grenzen" – stimmt bei näherem Hinsehen nicht. Denn die "blutigen Grenzen" verlaufen nicht zwischen Orient und Okzident, sondern quer durch die islamische Welt, die sich vom Hindukusch bis zum Atlasgebirge zieht.

Den blutigsten Kampf der Kulturen führt der Islam gegen sich selber. Allein die Statistiken widerlegen Huntington en masse. In sechs Kriegen gegen die Araber seit 1948 hat Israel knapp 13.000 Menschen verloren. Doch den längsten und grausamsten Krieg in Nahost haben zwei Staaten ausgefochten, die demselben Gott huldigen: der Irak und der Iran, acht Jahre lang, mit einer Million Toten.

http://www.zeit.de/2017/01/samuel-huntington-kampf-der-kulturen-prophezeiung
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 5. Mär 2018, 21:09

Adam Smith hat geschrieben:(05 Mar 2018, 20:58)

Die Zahl der Atheisten nimmt stetig zu und wird weiter stetig zu nehmen.


:p

Adam Smith, würdest Du dich bitte mal in das Jahr 2018 begeben und den Blick von Deutschland oder maximal West-Mittel-Europa auf die Welt erweitern? DIe Zahl der Atheisten nimmt (seit vielleicht 20, 30 Jahren) anteilig stetig ab.

Tatsächlich fraglich ist der Fall des (ja doch beträchtlich großen) China. Jedenfalls für mich. Ich kann nicht einschätzen, ob es dort eine Wiederhinwendung zu religiösen oder sonst irgendwie spirituellen oder irrationalen Weltbildern gibt, Auf jeden Fall ist aber Russland das andere große Symptom für eine Renaissance der Religion.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Adam Smith » Mo 5. Mär 2018, 21:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Mar 2018, 21:09)

:p

Adam Smith, würdest Du dich bitte mal in das Jahr 2018 begeben und den Blick von Deutschland oder maximal West-Mittel-Europa auf die Welt erweitern? DIe Zahl der Atheisten nimmt (seit vielleicht 20, 30 Jahren) anteilig stetig ab.

Tatsächlich fraglich ist der Fall des (ja doch beträchtlich großen) China. Jedenfalls für mich. Ich kann nicht einschätzen, ob es dort eine Wiederhinwendung zu religiösen oder sonst irgendwie spirituellen oder irrationalen Weltbildern gibt, Auf jeden Fall ist aber Russland das andere große Symptom für eine Renaissance der Religion.

Auch in Russland gibt es immer mehr Atheisten. Zwar nicht so viele wie in Ostdeutschland, aber doch schon recht viele. Der russische Staat möchte jedoch wie beim Militär was anderes haben.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon schokoschendrezki » Di 6. Mär 2018, 09:29

Adam Smith hat geschrieben:(05 Mar 2018, 21:24)

Auch in Russland gibt es immer mehr Atheisten. Zwar nicht so viele wie in Ostdeutschland, aber doch schon recht viele. Der russische Staat möchte jedoch wie beim Militär was anderes haben.

Aber nicht doch. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ein einfacher Blick auf Wikipedia reicht:
Seit dem Niedergang der Sowjetunion erlebt die Russisch-Orthodoxe Kirche eine Renaissance. 2011 hatte sie wieder etwa 150 Millionen Mitglieder. Fast 30.000 Kirchen sind wiedereröffnet worden, davon allein 5.000 zwischen 2009 und 2016. Mehrere große Kathedralen wurden wiederaufgebaut oder neu gebaut. Hierzu gehört beispielsweise die Kaliningrader Christ-Erlöser-Kathedrale. Die Anzahl der Diözesen stieg von 2009 bis 2016 von 159 auf 296.

Und diese Kirchen und Kathedralen sind nicht nur einfach erbaut worden sondern voll mit einer stetig wachsenden Zahl von Gläubigen.

Und das ist auch nicht ganz unbedeutsam für das Verständnis der Islam-Renaissance. Nehmen wir jetzt noch - zum Beispiel - die jüngste Popularitätswelle des Hindu-Nationalismus in Indien, die Ausschreitungen des Buddhisten gegen Muslime in Myanmar, hinzu, so zeigt sich, dass diese Islam-Renaissance Teil einer seit 20,30 Jahren laufenden weltweiten Wieder-Religiösifizierung ist. "Desäkularisierung" ist der religionssoziologische Fachbegriff dafür. Und es sind seit Anfang der 90er Jahre mehrere Bücher erschienen, die sich diesem Phänomen der Desäkularisierung widmen. Dafür gilt es, eine Erklärung zu finden. Ich denke mal, die wird nicht ganz einfach, nicht eindimensional sein und keiner vorgefassten Ideologie oder simplen Meinungsrichtung entsprechen.

Zumindest eine Erklärung ist allerdings relativ simpel: Sowohl durch den Fall des Eisernen Vorhangs als auch durch die allgemeine Entwicklung der globalen medialen Kreuz- und Quer-Informationsflüsse hat sich ganz einfach das Blickfeld der Westeuropäer erweitert. Man sieht mehr auf die Welt als Ganzes.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Adam Smith » Di 6. Mär 2018, 10:06

Die sind einfach so erbaut worden. Nur in Bezug auf den Islam hat der Glauben zugenommen (wobei im Iran der Glauben abnimmt). Der Drogenkonsum- u. Handel auch. Aus dem Grund gab es dann auch Probleme in Myanmar.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Di 6. Mär 2018, 10:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Mar 2018, 09:29)

Aber nicht doch. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ein einfacher Blick auf Wikipedia reicht:

Und diese Kirchen und Kathedralen sind nicht nur einfach erbaut worden sondern voll mit einer stetig wachsenden Zahl von Gläubigen.

Und das ist auch nicht ganz unbedeutsam für das Verständnis der Islam-Renaissance. Nehmen wir jetzt noch - zum Beispiel - die jüngste Popularitätswelle des Hindu-Nationalismus in Indien, die Ausschreitungen des Buddhisten gegen Muslime in Myanmar, hinzu, so zeigt sich, dass diese Islam-Renaissance Teil einer seit 20,30 Jahren laufenden weltweiten Wieder-Religiösifizierung ist. "Desäkularisierung" ist der religionssoziologische Fachbegriff dafür. Und es sind seit Anfang der 90er Jahre mehrere Bücher erschienen, die sich diesem Phänomen der Desäkularisierung widmen. Dafür gilt es, eine Erklärung zu finden. Ich denke mal, die wird nicht ganz einfach, nicht eindimensional sein und keiner vorgefassten Ideologie oder simplen Meinungsrichtung entsprechen.

Zumindest eine Erklärung ist allerdings relativ simpel: Sowohl durch den Fall des Eisernen Vorhangs als auch durch die allgemeine Entwicklung der globalen medialen Kreuz- und Quer-Informationsflüsse hat sich ganz einfach das Blickfeld der Westeuropäer erweitert. Man sieht mehr auf die Welt als Ganzes.

Man darf einen wichtigen Punkt dabei nie vergessen. Was zu früheren Zeiten noch besser funktioniert hat als heute, aber heute auch immer noch sehr wirksam ist. Religion und Nationalgefühl sind gerade für autoritäre Machthaber/Regime immer noch der einfachste Weg, ihre Reihen zu schließen und die meist eher ungebildete/unaufgeklärte Bevölkerung für ihre Zecke zu gewinnen. Dieser Fakt ist auch der Grund warum angenommen wird, der Mensch ansich wird Religiöser. Ich glaube dies eher nicht.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon schokoschendrezki » Di 6. Mär 2018, 10:48

relativ hat geschrieben:(06 Mar 2018, 10:24)

Man darf einen wichtigen Punkt dabei nie vergessen. Was zu früheren Zeiten noch besser funktioniert hat als heute, aber heute auch immer noch sehr wirksam ist. Religion und Nationalgefühl sind gerade für autoritäre Machthaber/Regime immer noch der einfachste Weg, ihre Reihen zu schließen und die meist eher ungebildete/unaufgeklärte Bevölkerung für ihre Zecke zu gewinnen. Dieser Fakt ist auch der Grund warum angenommen wird, der Mensch ansich wird Religiöser. Ich glaube dies eher nicht.


Oder eben auch umgekehrt. Die islamische Revolution 1979 im Iran war zu großen Teilen auch eine Reaktion auf die Modernisierungspläne der "Weißen Revolution" des amtierenden Schahs Reza Pahlavi. Und der wiederum war zum einen von eigenen autoritären Machtphantasien und zum anderen vom Druck der verbündeten USA geleitet. Je mehr man sich konkreten politischen und religiösen Entwicklungen nähert, umso verworrener wird es.

Desgleichen in Russland. Es wird immer wieder gerätselt, ob die offen ausgelebte Frömmigkeit Putins echt oder politisches Kalkül ist. Und ob er die orthodoxe Kirche als Machtinstrument benutzt oder sie ihn. Letzteres ist keineswegs ausgeschlossen. Eine kaum zu unterschätzende Wirkmächtigkeit hatte der polnische Papst Johannes Paul II. Der wurde hundertprozent von niemandem instrumentalisiert sondern instrumentalisierte umgekehrt selbst. Und wie! Er hätte das ohne den Rückhalt zutiefst gläubiger Katholiken weltweit niemals tun können.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Di 6. Mär 2018, 14:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Mar 2018, 10:48)

Oder eben auch umgekehrt. Die islamische Revolution 1979 im Iran war zu großen Teilen auch eine Reaktion auf die Modernisierungspläne der "Weißen Revolution" des amtierenden Schahs Reza Pahlavi. Und der wiederum war zum einen von eigenen autoritären Machtphantasien und zum anderen vom Druck der verbündeten USA geleitet. Je mehr man sich konkreten politischen und religiösen Entwicklungen nähert, umso verworrener wird es.
Sorry aber das mit dem Iran hat Machtpolitisch und somit auch Religionrevolutionär Hauptsächlich die USA zu verantworten. Iran hatte einen demokratisch gewählten Präsidenten . Nachweislich hat die CIA mitgeholfen ihn abzusetzen und dem Schah zur Macht zur verhelfen mit all den Konsequenzen die das hatte. Es war ja nicht so, daß der Iran damals Islamistisch war, eher im Gegenteil.
Desgleichen in Russland. Es wird immer wieder gerätselt, ob die offen ausgelebte Frömmigkeit Putins echt oder politisches Kalkül ist. Und ob er die orthodoxe Kirche als Machtinstrument benutzt oder sie ihn. Letzteres ist keineswegs ausgeschlossen. Eine kaum zu unterschätzende Wirkmächtigkeit hatte der polnische Papst Johannes Paul II. Der wurde hundertprozent von niemandem instrumentalisiert sondern instrumentalisierte umgekehrt selbst. Und wie! Er hätte das ohne den Rückhalt zutiefst gläubiger Katholiken weltweit niemals tun können.
Die Intetion vom Papst und von Putin sind wohl nicht miteinander zu vergleichen. Ich glaube nicht das Putin wirklich ein Gläubiger ist. Wirklich Gläubige werden wohl keine Politiker, noch Machtmenschen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Tom Bombadil » Di 6. Mär 2018, 14:55

relativ hat geschrieben:(06 Mar 2018, 14:17)

Nachweislich hat die CIA mitgeholfen ihn abzusetzen und dem Schah zur Macht zur verhelfen mit all den Konsequenzen die das hatte.

Das ist eine nachweislich falsche Behauptung:
Doch Mossadegh hielt sich nicht an die Auflagen des Gesetzes und regierte weiter ohne das Parlament. Als sich die Mehrheit der Abgeordneten gegen Mossadegh wandte, organisierte Mossadegh am 3. August 1953 ein Referendum zur Auflösung des Parlaments. Am 15. August 1953 unterzeichnete der Schah ein Dekret, mit dem er Mossadegh als Premierminister entließ und Fazlollah Zahedi zum neuen Premierminister ernannte. Mossadegh lehnte seine Demission ab und ließ den Offizier, der ihm das Entlassungsdekret überbrachte, verhaften.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammad_ ... _Mossadegh

Die Intervention von USA und GB fand die Legitimation des Parlaments und des Staatsoberhauptes:
Der Plan basierte auf einer Zusammenarbeit mit prominenten Geistlichen, der Unterstützung der iranischen Armee und einer Mehrheit der Abgeordneten des iranischen Parlaments sowie des Schahs.

Mossadegh wurde auch nicht von USA und GB gestürzt, sondern vom iranischen Volk:
Am 19. August 1953 (28. Mordad 1332) entwickelte sich der Tag aber völlig anders, als Henderson erwartet und Mossadegh gehofft hatte. Bereits am frühen Morgen zogen Pro-Schah-Demonstranten durch die Straßen Teherans. Gegen Mittag schlossen sich Polizei- und Militäreinheiten den Mossadeghgegnern an und stürmten Außenministerium, Polizeizentrale und Hauptquartier des Armee-Generalstabs.[12] Um der Bevölkerung den Erlass des Schahs, dass Mossadegh vom Schah als Premierminister entlassen und General Zahedi zum neuen Premierminister ernannt wurde, bekannt zu machen, hatte der Sohn von General Zahedi, Ardeschir Zahedi, bereits am 16. August 10.000 Exemplare in einer Druckerei herstellen und unter der Bevölkerung und an die Presse verteilen lassen. Am 18. August war eine Kopie der vom Schah unterschriebenen Entlassungsurkunde Mossadeghs und Ernennungsurkunde Zahedis auf der ersten Seite der Zeitung Shahed, herausgegeben von Mozaffar Baqai, abgedruckt worden. Weitere Zeitungen veröffentlichten die Urkunden am 19. August. Die Nachrichten über die Entlassung Mossadeghs verbreiteten sich rasch in Teheran. Im Basarviertel sammelten sich die Pro-Schah-Demonstrationen gegen neun Uhr und zogen dann durch die Straßen Teherans mit Pro-Schah-Rufen.[26] Auch in den Provinzen kam es zu Pro-Schah-Demonstrationen. In Tabriz, Esfahan und Schiraz waren Zivilisten und Militärs auf den Straßen und riefen „Lang lebe der Schah“. Öffentliche Gebäude wurden von den Demonstranten besetzt und über die lokalen Radiostationen wurden Durchsagen zur Unterstützung von Schah Mohammad Reza Pahlavi gesendet.[27]
https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Di 6. Mär 2018, 14:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Mar 2018, 14:55)

Das ist eine nachweislich falsche Behauptung:
Doch Mossadegh hielt sich nicht an die Auflagen des Gesetzes und regierte weiter ohne das Parlament. Als sich die Mehrheit der Abgeordneten gegen Mossadegh wandte, organisierte Mossadegh am 3. August 1953 ein Referendum zur Auflösung des Parlaments. Am 15. August 1953 unterzeichnete der Schah ein Dekret, mit dem er Mossadegh als Premierminister entließ und Fazlollah Zahedi zum neuen Premierminister ernannte. Mossadegh lehnte seine Demission ab und ließ den Offizier, der ihm das Entlassungsdekret überbrachte, verhaften.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammad_ ... _Mossadegh

Die Intervention von USA und GB fand die Legitimation des Parlaments und des Staatsoberhauptes:
Der Plan basierte auf einer Zusammenarbeit mit prominenten Geistlichen, der Unterstützung der iranischen Armee und einer Mehrheit der Abgeordneten des iranischen Parlaments sowie des Schahs.

Mossadegh wurde auch nicht von USA und GB gestürzt, sondern vom iranischen Volk:
Am 19. August 1953 (28. Mordad 1332) entwickelte sich der Tag aber völlig anders, als Henderson erwartet und Mossadegh gehofft hatte. Bereits am frühen Morgen zogen Pro-Schah-Demonstranten durch die Straßen Teherans. Gegen Mittag schlossen sich Polizei- und Militäreinheiten den Mossadeghgegnern an und stürmten Außenministerium, Polizeizentrale und Hauptquartier des Armee-Generalstabs.[12] Um der Bevölkerung den Erlass des Schahs, dass Mossadegh vom Schah als Premierminister entlassen und General Zahedi zum neuen Premierminister ernannt wurde, bekannt zu machen, hatte der Sohn von General Zahedi, Ardeschir Zahedi, bereits am 16. August 10.000 Exemplare in einer Druckerei herstellen und unter der Bevölkerung und an die Presse verteilen lassen. Am 18. August war eine Kopie der vom Schah unterschriebenen Entlassungsurkunde Mossadeghs und Ernennungsurkunde Zahedis auf der ersten Seite der Zeitung Shahed, herausgegeben von Mozaffar Baqai, abgedruckt worden. Weitere Zeitungen veröffentlichten die Urkunden am 19. August. Die Nachrichten über die Entlassung Mossadeghs verbreiteten sich rasch in Teheran. Im Basarviertel sammelten sich die Pro-Schah-Demonstrationen gegen neun Uhr und zogen dann durch die Straßen Teherans mit Pro-Schah-Rufen.[26] Auch in den Provinzen kam es zu Pro-Schah-Demonstrationen. In Tabriz, Esfahan und Schiraz waren Zivilisten und Militärs auf den Straßen und riefen „Lang lebe der Schah“. Öffentliche Gebäude wurden von den Demonstranten besetzt und über die lokalen Radiostationen wurden Durchsagen zur Unterstützung von Schah Mohammad Reza Pahlavi gesendet.[27]
https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax

Sorry aber die eigentliche Wahrheit liegt hier.

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelge ... 90582.html
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Skeptiker » Mo 19. Mär 2018, 23:37

Bin gerade auf dieses sehr schöne Video von Ebiker gestoßen:
Ebiker hat geschrieben:(19 Mar 2018, 18:16)

Was könnte den Unterschied unserer Gesellschaft zu islamisch geprägten Gesellschaften besser verdeutlichen?

Man mag darüber lächeln, aber es ist nichts weiter als die Konfrontation der aufgeklärten Welt mit der nicht aufgeklärten Welt. In der nicht aufgeklärten Welt ist Gott die Autorität, nicht die Vernunft. Wer gegen das Prinzip von Gott argumentiert, der kann nur Geisteskrank sein.

Ich kann darüber nicht lachen, weil ich meinen "Glaubensbruder" da in einer gefährlichen Welt leben sehe und er, als wahrscheinlich ehemaliger Moslem in einem Land auch mit radikalem Islamismus, m.E. um sein Leben fürchten muss.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Ger9374 » Di 20. Mär 2018, 00:03

Ich hege berechtigte zweifel ob es einen aufgeklärten Islam geben kann.
Alleine die männliche Dominanz in den Islamischen Staaten dürfte ein zu grosses hindernis darstellen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Mär 2018, 01:30

relativ hat geschrieben:(06 Mar 2018, 14:58)

Sorry aber die eigentliche Wahrheit liegt hier.

Der Wikiartikel ist mit Quellen belegt, die Pötzl-Geschichte nicht.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Di 20. Mär 2018, 09:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Mar 2018, 01:30)

Der Wikiartikel ist mit Quellen belegt, die Pötzl-Geschichte nicht.

Sorry , aber die CIA hat doch schon längst zugegeben, daß sie beim Umsturz mitverantwotrtlich war und zwar maßgebend.
https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax

Die genauen Abläufe sind inzwischen weitgehend geklärt, da zahlreiche, ursprünglich in den USA geheim gehaltenen Dokumente seit 2013 zugänglich sind.


Also bitte Tom informiere dich ein wenig besser.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Di 20. Mär 2018, 09:42

Ger9374 hat geschrieben:(20 Mar 2018, 00:03)

Ich hege berechtigte zweifel ob es einen aufgeklärten Islam geben kann.
Alleine die männliche Dominanz in den Islamischen Staaten dürfte ein zu grosses hindernis darstellen.

Ich finde unsere subtilere männliche Dominanz auch besser. ;)
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Zunder » Di 20. Mär 2018, 12:48

Ger9374 hat geschrieben:(20 Mar 2018, 00:03)

Ich hege berechtigte zweifel ob es einen aufgeklärten Islam geben kann.
Alleine die männliche Dominanz in den Islamischen Staaten dürfte ein zu grosses hindernis darstellen.

Wie hoch war eigentlich der Frauenanteil unter den Aufklärern des christlichen Abendlandes?

Die Emanzipation ist eine Folge der Aufklärung, nicht ihre Bedingung.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Mär 2018, 12:49

relativ hat geschrieben:(20 Mar 2018, 09:39)

Also bitte Tom informiere dich ein wenig besser.

Vllt. solltest du die Beiträge auch mal lesen, bevor du auf sie antwortest, genau den Wikiartikel hatte ich zitiert und verlinkt. Selbstverständlich waren MI6 und CIA beteiligt, das ist völlig unstrittig, allerdings mit Willen und Zustimmung des Staatsoberhauptes, des Parlamentes, der Armee und der prominenten islamischen Geistlichkeit, letztlich wurde Mossadegh vom Volk gestürzt, siehe die Zitate des verlinkten Wikis.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Di 20. Mär 2018, 15:13

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Mar 2018, 12:49)

Vllt. solltest du die Beiträge auch mal lesen, bevor du auf sie antwortest, genau den Wikiartikel hatte ich zitiert und verlinkt. Selbstverständlich waren MI6 und CIA beteiligt, das ist völlig unstrittig, allerdings mit Willen und Zustimmung des Staatsoberhauptes, des Parlamentes, der Armee und der prominenten islamischen Geistlichkeit, letztlich wurde Mossadegh vom Volk gestürzt, siehe die Zitate des verlinkten Wikis.

1. Wieso hast du dann mein Artikel angezweifelt? Der ja genau den umstand beschrieb der zum Umsturz führte.
2. Beschrieb der Artikel auch, wer alles bestochen und manipuliert werden musste, um diesen Umsturz in die Tat umzusetzen, nämlich genau diese Stellen die du hier gerade als das Volk bezeichnet hast.
3. Die Intrige der Briten und der USA in einen dritten Staat mit Namne Iran sind belegt und da kommst du mit einen fabulierten Volksaufstand, den es so gar nicht gab. Ohje Ohje....
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