Die Fastenzeit

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Gregorius I
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Gregorius I » Sa 3. Mär 2012, 22:44

Krabat » Sa 3. Mär 2012, 22:33 hat geschrieben:Das beste Fasten, das man betreiben kann, ist der gelegentliche Genuß von Haschisch. Regelmäßige Haschischkonsumenten kennen kein Übergewicht, keinen Alkoholismus, keine Maßlosigkeit. Sich selbst mit dem zeitweiligen Verzicht auf Genüsse zu quälen, ist eher eine Art Masochismus, da die meisten Menschen daraus nichts dauerhaft lernen.

Im klassisch katholischen Sinne kenne ich nur einen Fastentag. Das ist der Todestag des Herrn, an dem ich kein Fleisch esse.



Die Änderung der Speisegewohnheiten und die Enthaltung von ungesunder Kost wenigstens für eine kurze Zeit dient der Erholung des Körpers und damit der Gesundheit. In vielen Klöstern wird in regelmäßigen Abständen gefastet - im Schnitt werden Mönche und Nonnen recht alt.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Nudelholz » Sa 3. Mär 2012, 22:46

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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Krabat » Sa 3. Mär 2012, 23:43

Gregorius I » Sa 3. Mär 2012, 23:44 hat geschrieben:

Die Änderung der Speisegewohnheiten und die Enthaltung von ungesunder Kost wenigstens für eine kurze Zeit dient der Erholung des Körpers und damit der Gesundheit. In vielen Klöstern wird in regelmäßigen Abständen gefastet - im Schnitt werden Mönche und Nonnen recht alt.


Die Klöster wissen um die spirituelle Kraft des Fastens. Nicht umsonst haben gerade die germanischen Klöster die flüssige Fastenspeise Bier kultiviert.

Das flüssige Brot fällt unter keine Fastenregel, aber ein paar gehaltvolle Biere sind auch eine Mahlzeit.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Gregorius I » Sa 3. Mär 2012, 23:46




AUCH SCHLAF IST SEHR GESUNDHEITSFÖRDERLICH!

Gute Nacht, lieber Sohn, und träume von Pilzen, die in die Höhe sprießen. :thumbup:
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Nudelholz » Sa 3. Mär 2012, 23:54

Danke Gregorius. Ich hoffe, du hast meanwhile in russia nicht allzu wild um dich geschossen. ;)
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Berk » So 4. Mär 2012, 11:16

Krabat » Sa 3. Mär 2012, 22:33 hat geschrieben:Das beste Fasten, das man betreiben kann, ist der gelegentliche Genuß von Haschisch. Regelmäßige Haschischkonsumenten kennen kein Übergewicht, keinen Alkoholismus, keine Maßlosigkeit. Sich selbst mit dem zeitweiligen Verzicht auf Genüsse zu quälen, ist eher eine Art Masochismus, da die meisten Menschen daraus nichts dauerhaft lernen.

Im klassisch katholischen Sinne kenne ich nur einen Fastentag. Das ist der Todestag des Herrn, an dem ich kein Fleisch esse.


Drogen einer der Sünden ??? Hammer du solltest weniger Konsumieren es sei denn du hast eine Krankheit das würde dann so einiges Erklären.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Antonius » Mo 5. Mär 2012, 09:22

Berk » So 4. Mär 2012, 11:16 hat geschrieben:Drogen einer der Sünden ??? Hammer du solltest weniger Konsumieren es sei denn du hast eine Krankheit das würde dann so einiges Erklären.

Drogen - in kleinen Mengen - sind wichtig für unser Leben.
Das sollte man erkennen.

Ansonsten war das ja bis hierher eine witzige, eine leichtfüßige Debatte; so sollte es sein!
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Berk » Mo 5. Mär 2012, 18:04

Antonius » Mo 5. Mär 2012, 09:22 hat geschrieben:Drogen - in kleinen Mengen - sind wichtig für unser Leben.
Das sollte man erkennen.

Ansonsten war das ja bis hierher eine witzige, eine leichtfüßige Debatte; so sollte es sein!


Sorry aber alles was den Ego ernährt ist naja nichts für mich auch wenn es mir schwerfällt. ;)

schau mal unter Nafs nach ;)
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Antonius » So 11. Mär 2012, 14:44

Berk » Mo 5. Mär 2012, 18:04 hat geschrieben:Sorry aber alles was den Ego ernährt ist naja nichts für mich auch wenn es mir schwerfällt. ;)

schau mal unter Nafs nach ;)
Bitte erkläre uns, Berk, was "Nafs" ist.
Welche Bedeutung hat dieser Begriff?
In welchem Zusammenhang spielt er eine Rolle?
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Katenberg » So 11. Mär 2012, 19:39

Also ich wollte dieses Jahr fasten, bin damit jedoch nicht weit gekommen. Habe nun mit mir selbst ausgemacht, in der gesamten Fastenzeit keinen Alkohol zu konsumieren. Einen so hohen Konsum habe ich jedoch normalerweise auch nicht, also werde ich das locker durchhalten, obwohl das nicht Sinn der Sache ist. Allgemein versuche ich jedoch weniger zu essen.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Antonius » Mo 12. Mär 2012, 18:00

Mich interessiert Dein Avatar, Katenberg....

Die Farben - schwarz, rot, gold - in Form eines Kreuzes angeordnet, das ist eine großartige Idee. :)
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Katenberg » Mo 12. Mär 2012, 18:03

Selbst entworfen. :) Wie in anderen Foren bereits schrieb, ist das mein Entwurf für eine (neue) deutsche Flagge.
Basierd auf den Entwürfen des NS-Widerstandskämpfers Josef Wirmer, jedoch habe ich die Reihenfolge korrigiert. Zwar ist diese Flaggenform protestantisch, jedoch ist unser Land schließlich Quelle dieser Religionsform.

Ein Dankeschön für dein Lob :)
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Berk » Mo 12. Mär 2012, 19:00

Antonius » So 11. Mär 2012, 14:44 hat geschrieben:Bitte erkläre uns, Berk, was "Nafs" ist.
Welche Bedeutung hat dieser Begriff?
In welchem Zusammenhang spielt er eine Rolle?


Entschuldige war mein Fehler ich hätte an stelle von Nafs auch die Deutsche Form nehmen sollen.
Ich Habe eine Erklärung in Wiki gefunden :


Vor allem innerhalb des Sufismus entstand eine reiche Literatur über dieses Thema, und es wurden verschiedene Einteilungen der nafs beschrieben, an denen man den Entwicklungsstand eines Gottessuchenden definieren kann. Diese Lehre hat auch Denker außerhalb des Islam beeinflusst. Das ethische Werk Pflichten der Herzen des jüdischen Philosophen Bachja ibn Pakuda, der im 11. Jahrhundert im muslimischen Spanien lebte, folgt in seinem Aufbau der Sufi-Lehre von der aufsteigenden Seele.

Die bekannte Mystikerin Rābiʿa al-ʿAdawiyya al-Qaisiyya soll einmal gefragt haben: "Wer wird uns zum Geliebten (=Gott) führen?" Ihr Diener antwortete ihr: "Unser Geliebter ist stets mit uns, aber diese Welt schneidet uns von ihm ab."
an-nafs al-ammara [Bearbeiten]

an-nafs al-ammara ist die Seele, die zum Übel aneifert (genauer an-nafs al-ammara bi's-su) und wird meist mit das niedere Selbst, das bestimmende Selbst oder das tyrannische Ego übersetzt. Diese Stufe gilt als ein Ausgangspunkt auf dem Weg zu Gott, und auf dieser Stufe befinden sich nach der Lehre der Sufis alle Menschen, die nicht oder nicht ernsthaft nach den Gesetzen Gottes leben und handeln; Menschen, die in den Augen der Sufis der dunya ("Welt") verhaftet sind.

Das niedere Selbst versucht, den Menschen zu beherrschen und dessen Gedanken und Taten zu kontrollieren. Die Sufis sagen, dass ein Mensch, der unter dem Einfluss der nafs al-ammara steht, den Befehlen dieses niederen Selbst mehr gehorcht, als den Befehlen Gottes. Es heißt, das niedere Selbst wird sich niemals den Geboten Gottes unterwerfen.

Laut der sufischen Tradition ist eine Person, die sich auf dieser Stufe befindet, "schlimmer als ein Tier", denn Tiere gehorchen wenigstens aufgrund ihrer natürlichen Instinkte gewissermaßen den Befehlen ihres Schöpfers und handeln nicht aufgrund von Motiven, die von Macht, Habsucht, Egoismus, Habgier, Arroganz oder Stolz geprägt sind.

Im Koran wird das an-nafs al-ammara in Sure 12 Vers 53 erwähnt:

"Und ich erachte mich selbst nicht frei von Schwäche; denn die Seele gebietet oft Böses, die allein ausgenommen, deren mein Herr Sich erbarmt. Fürwahr, mein Herr ist allverzeihend, barmherzig"


Sehr Schöner Text auch von Hz.Mevlana zu diesem Thema.

Manchmal ist die Liebe ein Freund,
manchmal ist sie vom Anfang bis zum Ende eine Schande.


Nachdem der Mensch im Grab zur Erde wird, gibt es für ihn entweder einen Verlust oder einen Gewinn! Dann werde ich, wenn schon, bevor ich sterbe zur Erde werden und schauen, was geschieht.

Zur Erde werden ist eine Sache der Verliebten. Denn Gott hat den Verliebten gezeigt, wie man sich von der Verbundenheit zum Leben-, wie man sich von der materiellen Welt loslösen kann.

Los, lass uns – wie Hz. Mohammed (Friede sei mit Ihm) – auch dem Befehl „Stirb bevor du stirbst“ folgen und gegen diese verfluchten Nafs in den Krieg ziehen!

Manchmal ist die Liebe vollumfänglich Erde, manchmal ganz Wasser. Manchmal wird sie zum Feuer. Verbrennt, vernichtet. Manchmal ist sie ganz Qualm!

Manchmal ist sie ein Freund. Manchmal ist sie vom Anfang bis zum Ende eine Schande.

Dem Auge dieses sitzenden und stehenden Volkes, zeigt sie sich in tausend Formen. Doch in deinen Augen wird sie weder mehr, noch wird sie weniger.


Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band I, Gedicht Nr. 262
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Antonius » So 18. Mär 2012, 16:56

Berk » Mo 12. Mär 2012, 19:00 hat geschrieben:Entschuldige war mein Fehler ich hätte an stelle von Nafs auch die Deutsche Form nehmen sollen.
Ich Habe eine Erklärung in Wiki gefunden :

Vor allem innerhalb des Sufismus entstand eine reiche Literatur über dieses Thema, und es wurden verschiedene Einteilungen der nafs beschrieben, an denen man den Entwicklungsstand eines Gottessuchenden definieren kann. Diese Lehre hat auch Denker außerhalb des Islam beeinflusst. Das ethische Werk Pflichten der Herzen des jüdischen Philosophen Bachja ibn Pakuda, der im 11. Jahrhundert im muslimischen Spanien lebte, folgt in seinem Aufbau der Sufi-Lehre von der aufsteigenden Seele.

Die bekannte Mystikerin Rābiʿa al-ʿAdawiyya al-Qaisiyya soll einmal gefragt haben: "Wer wird uns zum Geliebten (=Gott) führen?" Ihr Diener antwortete ihr: "Unser Geliebter ist stets mit uns, aber diese Welt schneidet uns von ihm ab." an-nafs al-ammara

an-nafs al-ammara ist die Seele, die zum Übel aneifert (genauer an-nafs al-ammara bi's-su) und wird meist mit das niedere Selbst, das bestimmende Selbst oder das tyrannische Ego übersetzt. Diese Stufe gilt als ein Ausgangspunkt auf dem Weg zu Gott, und auf dieser Stufe befinden sich nach der Lehre der Sufis alle Menschen, die nicht oder nicht ernsthaft nach den Gesetzen Gottes leben und handeln; Menschen, die in den Augen der Sufis der dunya ("Welt") verhaftet sind.

Das niedere Selbst versucht, den Menschen zu beherrschen und dessen Gedanken und Taten zu kontrollieren. Die Sufis sagen, dass ein Mensch, der unter dem Einfluss der nafs al-ammara steht, den Befehlen dieses niederen Selbst mehr gehorcht, als den Befehlen Gottes. Es heißt, das niedere Selbst wird sich niemals den Geboten Gottes unterwerfen.

Laut der sufischen Tradition ist eine Person, die sich auf dieser Stufe befindet, "schlimmer als ein Tier", denn Tiere gehorchen wenigstens aufgrund ihrer natürlichen Instinkte gewissermaßen den Befehlen ihres Schöpfers und handeln nicht aufgrund von Motiven, die von Macht, Habsucht, Egoismus, Habgier, Arroganz oder Stolz geprägt sind.

Im Koran wird das an-nafs al-ammara in Sure 12 Vers 53 erwähnt:
"Und ich erachte mich selbst nicht frei von Schwäche; denn die Seele gebietet oft Böses, die allein ausgenommen, deren mein Herr Sich erbarmt. Fürwahr, mein Herr ist allverzeihend, barmherzig".
Zunächst, vielen Dank, Berk, für Deinen Beitrag.
Also:
Nafs = "das niedere Selbst, das bestimmende Selbst oder das tyrannische Ego."
Auf gut Deutsch etwa: Man soll sich vom eigenen Egoismus nicht so sehr leiten lassen.
Gut!
Aber das kann man sicherlich nicht durch irgendwelche Ge- und Verbote, wie etwa Ess- und Trinkvorschriften, Bekleidungsordnungen, etc.
oder Strafandrohungen erreichen, sondern durch die Einübung von Tugenden, die einsichtig und vernünftig sind.
Zum einen durch die göttlichen Tugenden : Glaube, Liebe, Hoffnung,
zum anderen durch die Kardinaltugenden: Klugkeit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung.
(Darüber hatten wir bereits vor ein paar Jahren diskutiert.)

Berk » Mo 12. Mär 2012, 19:00 hat geschrieben:Sehr Schöner Text auch von Hz.Mevlana zu diesem Thema.

Manchmal ist die Liebe ein Freund,
manchmal ist sie vom Anfang bis zum Ende eine Schande.

Nachdem der Mensch im Grab zur Erde wird, gibt es für ihn entweder einen Verlust oder einen Gewinn! Dann werde ich, wenn schon, bevor ich sterbe zur Erde werden und schauen, was geschieht.

Zur Erde werden ist eine Sache der Verliebten. Denn Gott hat den Verliebten gezeigt, wie man sich von der Verbundenheit zum Leben-, wie man sich von der materiellen Welt loslösen kann.

Los, lass uns – wie Hz. Mohammed (Friede sei mit Ihm) – auch dem Befehl „Stirb bevor du stirbst“ folgen und gegen diese verfluchten Nafs in den Krieg ziehen!

Manchmal ist die Liebe vollumfänglich Erde, manchmal ganz Wasser. Manchmal wird sie zum Feuer. Verbrennt, vernichtet. Manchmal ist sie ganz Qualm!

Manchmal ist sie ein Freund. Manchmal ist sie vom Anfang bis zum Ende eine Schande.

Dem Auge dieses sitzenden und stehenden Volkes, zeigt sie sich in tausend Formen. Doch in deinen Augen wird sie weder mehr, noch wird sie weniger.

Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band I, Gedicht Nr. 262
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can
Ehrlich gesagt:
Mit diesem Text kann ich nicht viel anfangen:
"Manchmal ist die Liebe ein Freund, manchmal ist sie vom Anfang bis zum Ende eine Schande."
Wie kann Liebe eine Schande sein.? :?:

Papst Benedikt XVI. erinnert in seiner Enzyklika "DEUS CARITAS EST" vom 25.12.2005 an die Bedeutungsvielfalt des Wortes "Liebe":

    ...Nehmen wir hier schon vorweg, daß das Alte Testament das Wort Eros nur zweimal gebraucht, während es im Neuen Testament überhaupt nicht vorkommt: Von den drei griechischen Wörtern für Liebe — Eros, Philia (Freundschaftsliebe), Agape — bevorzugen die neutestamentlichen Schriften das letztere, das im griechischen Sprachgebrauch nur am Rande gestanden hatte. Der Begriff der Freundschaft (Philia) wird dann im Johannesevangelium aufgegriffen und in seiner Bedeutung vertieft, um das Verhältnis zwischen Jesus und seinen Jüngern auszudrücken. Dieses sprachliche Beiseiteschieben von Eros und die neue Sicht der Liebe, die sich in dem Wort Agape ausdrückt, zeigt zweifellos etwas Wesentliches von der Neuheit des Christentums gerade im Verstehen der Liebe an. In der Kritik am Christentum, die sich seit der Aufklärung immer radikaler entfaltet hat, ist dieses Neue durchaus negativ gewertet worden. Das Christentum — meinte Friedrich Nietzsche — habe dem Eros Gift zu trinken gegeben; er sei zwar nicht daran gestorben, aber zum Laster entartet. Damit drückte der deutsche Philosoph ein weit verbreitetes Empfinden aus: Vergällt uns die Kirche mit ihren Geboten und Verboten nicht das Schönste im Leben? Stellt sie nicht gerade da Verbotstafeln auf, wo uns die vom Schöpfer zugedachte Freude ein Glück anbietet, das uns etwas vom Geschmack des Göttlichen spüren läßt?(...)
Zuletzt geändert von Antonius am So 18. Mär 2012, 17:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Berk » Mi 21. Mär 2012, 09:47

Hallo Antonius,

ich werde später auf deine Frage eingehen habe die tage wenig zeit sorry.

ich hoffe das ich es heute Abend schaffe.


Gruß
Berk
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Berk » Di 27. Mär 2012, 18:09

Wenn die Liebe zu diesem wird Zitat: " Manchmal wird sie zum Feuer. Verbrennt, vernichtet. Manchmal ist sie ganz Qualm!

Manchmal ist sie ein Freund. Manchmal ist sie vom Anfang bis zum Ende eine Schande."

Wenn man vor Übereifer (Fundamentalismus würde man heute dazu sagen) so wird das man weder vorne noch hinten erkennt.

Du Darfst nicht die Weltliche Liebe mit der Göttlichen Liebe verwechseln.

Beispiele für die Liebe die zur Schande wird :Gier, Neid, Stolz, Geiz, Wetteifer, Sinneslust, Hass, Wut, Klägerei, Heuchelei, Grübelei, Ärger, Arroganz, Drang zur Belehrung.

Mal eine kleine Auflistung von den Mevlevi wie eine Aufteilung sein kann:

Die befehlende Seele (nafs al-ammare)
- Lebens- und Arterhaltungstrieb, Habsucht, Automatismen des Unbewussten (Auge um Auge, Zahn um Zahn).
- Die Folgen davon: Lebenskraft, Standhaftigkeit,
aber auch Gier, Neid, Stolz, Geiz, Wetteifer, Sinneslust, Hass, Wut.

Die tadelnde Seele (nafs al-lawwame)
- Verstandestätigkeit, Ringen um Sinnhaftigkeit und Identität, Sehnsucht nach höherem Bewusstsein.
- Die Folgen davon: Selbstkritik, Frömmigkeit, Gesetzestreue, Enthaltsamkeit,
aber auch Klägerei, Heuchelei, Grübelei, Ärger.

Die erleuchtete Seele (nafs al-molhama)
- Befähigung zu Inspiration und Eingebung, waches Bewusstsein für die andere Welt (die nicht nur Gutes enthält!).
- Die Folgen davon: Vernunft, Weisheit, Wissen, Güte, Gnade, Freigebigkeit,
aber auch Arroganz, Drang zur Belehrung, Sendungsbewusstsein, Mission

Die beruhigte Seele (nafs al-motma’ene)
- Innerer Frieden und Ruhe, Zustand der Gewissheit, Bewusstsein der kosmischen Ordnung, fortwährendes Gottesgedenken (Dhikr)
- Die Folgen davon: Erkenntnis, Wissen, Zufriedenheit, Geduld, Gerechtigkeit, Armut (kein Besitzesanspruch = Derwisch)
aber auch Selbstgenügsamkeit, Selbstzufriedenheit, Passivität, Faulheit, Genuss an der erreichten Stufe (Gemäss Annemarie Schimmel nennt dies Jâmî „das Vergnügen, das aus den Werken des Gehorsams abgeleitet ist“)
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Antonius » Sa 31. Mär 2012, 14:18

Berk » Di 27. Mär 2012, 18:09 hat geschrieben:Wenn die Liebe zu diesem wird Zitat: " Manchmal wird sie zum Feuer. Verbrennt, vernichtet. Manchmal ist sie ganz Qualm!

Manchmal ist sie ein Freund. Manchmal ist sie vom Anfang bis zum Ende eine Schande."

Wenn man vor Übereifer (Fundamentalismus würde man heute dazu sagen) so wird das man weder vorne noch hinten erkennt.

Du Darfst nicht die Weltliche Liebe mit der Göttlichen Liebe verwechseln.

Beispiele für die Liebe die zur Schande wird :Gier, Neid, Stolz, Geiz, Wetteifer, Sinneslust, Hass, Wut, Klägerei, Heuchelei, Grübelei, Ärger, Arroganz, Drang zur Belehrung.

Mal eine kleine Auflistung von den Mevlevi wie eine Aufteilung sein kann:

Die befehlende Seele (nafs al-ammare)
- Lebens- und Arterhaltungstrieb, Habsucht, Automatismen des Unbewussten (Auge um Auge, Zahn um Zahn).
- Die Folgen davon: Lebenskraft, Standhaftigkeit,
aber auch Gier, Neid, Stolz, Geiz, Wetteifer, Sinneslust, Hass, Wut.

Die tadelnde Seele (nafs al-lawwame)
- Verstandestätigkeit, Ringen um Sinnhaftigkeit und Identität, Sehnsucht nach höherem Bewusstsein.
- Die Folgen davon: Selbstkritik, Frömmigkeit, Gesetzestreue, Enthaltsamkeit,
aber auch Klägerei, Heuchelei, Grübelei, Ärger.

Die erleuchtete Seele (nafs al-molhama)
- Befähigung zu Inspiration und Eingebung, waches Bewusstsein für die andere Welt (die nicht nur Gutes enthält!).
- Die Folgen davon: Vernunft, Weisheit, Wissen, Güte, Gnade, Freigebigkeit,
aber auch Arroganz, Drang zur Belehrung, Sendungsbewusstsein, Mission

Die beruhigte Seele (nafs al-motma’ene)
- Innerer Frieden und Ruhe, Zustand der Gewissheit, Bewusstsein der kosmischen Ordnung, fortwährendes Gottesgedenken (Dhikr)
- Die Folgen davon: Erkenntnis, Wissen, Zufriedenheit, Geduld, Gerechtigkeit, Armut (kein Besitzesanspruch = Derwisch)
aber auch Selbstgenügsamkeit, Selbstzufriedenheit, Passivität, Faulheit, Genuss an der erreichten Stufe (Gemäss Annemarie Schimmel nennt dies Jâmî „das Vergnügen, das aus den Werken des Gehorsams abgeleitet ist“)

Danke für diese Erläuterungen, leider führen sie aus meiner Sicht nicht weiter.
Im Christlichen Verständnis kommt die Liebe aus Gott und zwar in ihrer vollständigen Ausprägung derart,
daß die griechischen Begriffe Eros, Philia, Agape darin eingeschlossen sind.
Nicht eingeschlossen sind darin gegenteilige Begriffe wie: Gier, Neid, Stolz, Geiz, etc. etc., denn das sind Sünden.

Papst Benedictus XVI. hat das Wesen der göttlichen Liebe in seiner Enzyklika DEUS CARITAS EST sehr schön beschrieben:
    In der Liturgie der Kirche, in ihrem Beten, in der lebendigen Gemeinschaft der Gläubigen erfahren wir die Liebe Gottes,
    nehmen wir ihn wahr und lernen so auch, seine Gegenwart in unserem Alltag zu erkennen.
    Er hat uns zuerst geliebt und liebt uns zuerst; deswegen können auch wir mit Liebe antworten. Gott schreibt uns nicht ein Gefühl vor, das wir nicht herbeirufen können.
    Er liebt uns, läßt uns seine Liebe sehen und spüren, und aus diesem ,,Zuerst’’ Gottes kann als Antwort auch in uns die Liebe aufkeimen.
http://www.vatican.va/holy_father/bened ... st_ge.html

Und im Johannes-Evangelium lesen wir:
    16Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
    17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
    18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
(Joh 3, 16-18)

In der kommenden Woche begehen wir die Karwoche.
In dieser Woche wird des Einzugs Jesu in Jerusalem, der Einsetzung der Eucharistie, des Leidens und Sterbens des Gottessohnes an Karfreitag
und an Ostern schließlich der Auferstehung Jesu Christi gedacht.
Zuletzt geändert von Antonius am Sa 31. Mär 2012, 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Berk » Sa 31. Mär 2012, 16:04

Ich hatte ja auch geschrieben :" Du Darfst nicht die Weltliche Liebe mit der Göttlichen Liebe verwechseln.

Beispiele für die Liebe die zur Schande wird :Gier, Neid, Stolz, Geiz, Wetteifer, Sinneslust, Hass, Wut, Klägerei, Heuchelei, Grübelei, Ärger, Arroganz, Drang zur Belehrung."



habe wenig zeit demnächst etwas mehr dazu.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Berk » So 1. Apr 2012, 11:52

Gier, Neid, Stolz, Geiz, Wetteifer, Sinneslust, Hass, Wut, Klägerei, Heuchelei, Grübelei, Ärger, Arroganz, Drang zur Belehrung.


Das alles gehört zur Sünde darüber brauchen wir nicht Diskutieren aber was leider Fakt ist sind das Dinge die mit anderen sachen einhergehen.
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Re: Die Fastenzeit

Beitragvon Antonius » Di 3. Apr 2012, 08:48

Antonius » Sa 31. Mär 2012, 14:18 hat geschrieben:In (...) dieser Woche wird des Einzugs Jesu in Jerusalem, der Einsetzung der Eucharistie, des Leidens und Sterbens des Gottessohnes an Karfreitag und an Ostern schließlich der Auferstehung Jesu Christi gedacht.

Zum Inhalt und zur Bedeutung der Karwoche:

Die letzte Woche vor dem Osterfest wird als Karwoche bezeichnet. Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag, also in diesem Jahr am Sonntag, dem 1.4.2012.

Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche des letzten Abendmahles, das Jesus mit seinen Jüngern hielt; es ist also der Gedenktag für die Einsetzung der Eucharistie.
Nach dem Gloria-Gesang in der hl. Messe verstummen Orgel und Glocken. Den Namen dürfte dieser Tag dem althochdeutschen "Greinen", d.h. "Weinen" verdanken.

Der Karfreitag ist der Gedächtnistag der Kreuzigung Christi.
Die liturgische Ordnung der Römischen Liturgie kennt an diesem Tag einen Hauptgottesdienst besonderer Art:
Die „Feier vom Leiden und Sterben Christi“. Sie besteht aus drei Teilen:
- Wortgottesdienst mit Verkündigung des Passionsevangeliums und den Großen Fürbitten,
- Verehrung des Heiligen Kreuzes,
- Kommunionfeier.
Der Karfreitagsgottesdienst beginnt gewöhnlich um 15:00 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu.

Der Karsamstag ist der Gedächtnistag der Grabesruhe. Es finden keine Gottesdienste statt.
Die Zeitspanne zwischen der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis zum Ostersonntag werden als die drei österlichen Tage bezeichnet.

Ostern ist das christliche Fest der Auferstehung Jesu Christi nach dem Kreuzestod. Es ist das Fest der Freude über den Sieg des Gottessohnes über Tod und Verdammnis. Es ist das Fest der Erlösung der Menschheit.

Ich wünsche allen eine besinnliche Karwoche und ein gesegnetes Osterfest.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)

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