Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

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JunkerPhil
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Re: Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

Beitragvon JunkerPhil » Di 4. Dez 2018, 10:17

streicher hat geschrieben:(21 Oct 2018, 18:16)

In Brasilien, in welcher der rechtsextreme Präsidentschaftskandidat Bolsonario im Wahlkampf wild um sich schießt zeigt sich ebenfalls, wie Begriffe der Sexualität kunterbunt zusammengeworfen werden und damit auch irregeführt wird. Dort bahnt sich eine Hexenjagd von konservativen Katholiken und Freikirchlern auf Andersdenkende und Andersorientierte an.


Wie christliche Eiferer die Kunstfreiheit bedrohen
Wie schon gesagt: die Bibel kennt keine Textstelle, in welcher Kindesmissbrauch explizit verurteilt wird. Scheinbar wird dieser blinde Fleck von christlichen Eiferern auch schamlos ausgenutzt anstatt tatsächlich an Vorbeugung und Aufklärung zu arbeiten und sauber zu differenzieren oder sich mal glaubwürdig mit diesem blinden Fleck zu beschäftigen.


Dies stimm so nicht ! Im Matthäus und Lukas Evangelium wird durchaus berichtet, welche Strafe Kinderschänder verdient hätten. Kennst du nicht die Mühlsteindrohung ( Math 18,6 ) für den der Kinder verführt ? Vielleicht ließe sich diese Textstelle auch anders interpretieren, aber manche Theologen deuten die Stelle als Drohung für potentiellen Kindesmissbrauch.

Aber es muss zugegeben werden, dass im Vergrleich zu den Strafen die sonst im NT angedroht werden diese Strafe ungewöhnlich milde erscheint. Also ist die Aussagekraft wohlmöglich wieder geschmälert. Im AT könnte Kindesmissbrauch als Unzucht definiert werden, welche nach damaligen Wertmaßstäben mit dem Tode zu bestrafen war. Pädophile die auf Jungs standen wären wahrscheinlich demgemäß wegen Homosexualität verurteilt worden.

Es kann aber sein, dass zur damaligen Zeit die Unzucht mit Mädchen als minderschweres Vergehen betrachtet wurde, was natürlich falsch und nicht gerade tugendhaft war . Zu behaupten die Bibel fördere durch einen blinden Fleck bei diesem Sachverhalt Missbrauch ist absurd. Eher das System in dem Priester und Nonnen leben sowie das Zöllibat können begünstigen, dass sündhafte, verlorene Seelen Missbrauch begehen. Ich denke nicht unbedingt , dass das fehlen des Androhens von jenseitigen Strafen dazu verführt, dass Möchtegern Eiferer dies schamlos ausnutzen. Aber es kann schon sein, dass die fehlende differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema einfältige und verfluchte Seelen dazu bewegen kann so etwas zu tun.
Es ist keinewegs bekannt, ob Adolf ein Autist war ! Deshalb lohnt sich kein Disput darüber.
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Re: Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

Beitragvon streicher » Di 4. Dez 2018, 19:56

firlefanz11 hat geschrieben:(03 Dec 2018, 18:15)

Kann ich mir ehrlich gesagt nicht mal ansatzweise vorstellen woran das liegt... Christen wählen allerdings nicht nur die Parteien mit dem C vorne. Von daher könnte es sein, dass man quer durch die Parteienlandschaft die (ja leider immer noch viel zu vielen) Anhänger der RKK nicht als Wähler vergnatzen- oder gar auf die Straße bringen will...
Mich wundert auf jeden Fall, wie die Kirche sich das immer noch leisten kann, sich über die Justiz hinwegzusetzen und "selbst zu ermitteln". Das zeugt nicht von Gleichheit vor dem Gesetz und ich finde, dass es dem Grundgesetz widerspricht, oder nicht?
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Re: Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

Beitragvon streicher » Di 4. Dez 2018, 20:32

JunkerPhil hat geschrieben:(04 Dec 2018, 10:17)

Dies stimm so nicht ! Im Matthäus und Lukas Evangelium wird durchaus berichtet, welche Strafe Kinderschänder verdient hätten. Kennst du nicht die Mühlsteindrohung ( Math 18,6 ) für den der Kinder verführt ? Vielleicht ließe sich diese Textstelle auch anders interpretieren, aber manche Theologen deuten die Stelle als Drohung für potentiellen Kindesmissbrauch.

Aber es muss zugegeben werden, dass im Vergrleich zu den Strafen die sonst im NT angedroht werden diese Strafe ungewöhnlich milde erscheint. Also ist die Aussagekraft wohlmöglich wieder geschmälert. Im AT könnte Kindesmissbrauch als Unzucht definiert werden, welche nach damaligen Wertmaßstäben mit dem Tode zu bestrafen war. Pädophile die auf Jungs standen wären wahrscheinlich demgemäß wegen Homosexualität verurteilt worden.

Es kann aber sein, dass zur damaligen Zeit die Unzucht mit Mädchen als minderschweres Vergehen betrachtet wurde, was natürlich falsch und nicht gerade tugendhaft war . Zu behaupten die Bibel fördere durch einen blinden Fleck bei diesem Sachverhalt Missbrauch ist absurd. Eher das System in dem Priester und Nonnen leben sowie das Zöllibat können begünstigen, dass sündhafte, verlorene Seelen Missbrauch begehen. Ich denke nicht unbedingt , dass das fehlen des Androhens von jenseitigen Strafen dazu verführt, dass Möchtegern Eiferer dies schamlos ausnutzen. Aber es kann schon sein, dass die fehlende differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema einfältige und verfluchte Seelen dazu bewegen kann so etwas zu tun.

Mt 18, 6: Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.
Ist Sache der Interpretation bzw. der Intention desjenigen, der diese Stelle auslegt. Sie wird meist so ausgelegt, dass ein Jemand ein Kind vom Glauben abbringen möchte. Denn Kinder gelten als Anhaltspunkt für denjenigen der glaubt oder umkehrt: 2 Und er rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich.

Was allerdings die Kinderschändung (Ehrverlust, Erniedrigung, wird als Begriff heute problematisch gesehen) betrifft: ist von "Kinderschändung" oder von "Knabenschändung" die Rede? Das würde das Vergehen gegen Mädchen unter den Tisch fallen lassen. Und so, wie ich es verstehe, ist dann die Rede bei "Unzucht" vom sexuellen Akt. Allerdings ist der Begriff des "sexuellen Kindesmissbrauchs" deutlich breiter.
Wie du schon sagst, die fehlende differenzierte Auseinandersetzung scheinen Täter dazu zu bewegen, dies als "Freiraum" auszunutzen. Deswegen ist die Thematisierung so wichtig. Die differenzierte Thematisierung ist jedoch ein relativ junges Phänomen.

(Am Rande: Und eigentlich wird sogar schon der "Missbrauchsbegriff" kritisiert: sexualisierte Gewalt wird als treffender gesehen)
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Re: Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 5. Dez 2018, 09:52

streicher hat geschrieben:(04 Dec 2018, 19:56)

Mich wundert auf jeden Fall, wie die Kirche sich das immer noch leisten kann, sich über die Justiz hinwegzusetzen und "selbst zu ermitteln". Das zeugt nicht von Gleichheit vor dem Gesetz und ich finde, dass es dem Grundgesetz widerspricht, oder nicht?

Absolut...!
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Re: Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

Beitragvon JunkerPhil » Mi 5. Dez 2018, 18:51

Wegen kleinen Vergehen hat die katholische Kirche und auch die Bibel mit Feuer gedroht und Kinderschänder will sie nicht brennen lassen !?
Es ist keinewegs bekannt, ob Adolf ein Autist war ! Deshalb lohnt sich kein Disput darüber.
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Re: Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

Beitragvon JunkerPhil » Do 6. Dez 2018, 15:56

Hier hab ich ein historisches Schriftstück aus dem 16.Jh indem es um die Bestrafung von Päderasten geht. Der berühmte Reformator Calvin war übrigens einer der Gutachter. Dieses Dokument belegt, dass die Menschen damals in der Theorie ein sehr tugendhaftes Denkgebäude pflegten , Unsitte ablehnten und härter straften als heute. Vielleicht könnte sich an dieser Denkweise die heutige Gesellschaft eine Scheibe von abschneiden !




Gutachten über die Bestrafung einiger Päderasten.

In Erwägung der Geständnisse und Aussagen, die die jungen Leute bei ihrer Konfrontation abgelegt haben in Gegenwart der hochedeln Herren Syndics und der Unterzeichneten, wegen des Vergehens der Sodomie, und nachdem wir alles wohl gehört, betrachtet, geprüft und verglichen haben, ist unsre Meinung: Genanntes Vergehen ist genügend erwiesen in Bezug auf genannte Knaben, und wie solches Vergehen eins der furchtbarsten und abscheulichsten ist, die es gibt (was aus heiliger Schrift und gemeinem Recht erhellt), so ist es bei solcher Jugend ein sonderlich seltsames, ungeheuerliches Vorkommnis. Immerhin finden wir, dass ein Unterschied besteht im Vergehen und in der Strafwürdigkeit bei genannten Knaben. Denn die beiden Jüngsten ließen nur solches Vergehen an sich ausüben und konnten bei ihrer großer Jugend das Furchtbare und Entsetzliche an genanntem Vergehen nicht so leicht begreifen, wie die andern drei. Nichtsdestoweniger können sie nicht ganz von der Strafe befreit werden, denn eine gewisse Urteilsfähigkeit und Überlegung konnten sie doch auch haben. Deshalb, und damit sie für die Zukunft einen Abscheu und eine Erinnerung an ihr Übeltun haben zur Vermeidung eines Rückfalls, scheint es uns, ohne besserer Ansicht vorgreifen zu wollen, richtig, dass sie mit Ruten gestrichen werden in verschlossenem Raum in Gegenwart genannter Herren und einiger ihrer Angehörigen. Die Knaben sollen durch das Erdulden solcher Strafe in Gegenwart ihrer Angehörigen lernen, sie in Zukunft mehr zu fürchten und sich ihrer Zucht und Ermahnung williger zu fügen. Und damit sie besser erkennen, dass ihnen damit noch Gnade erwiesen wird, und wie gräulich ihre Übeltat war, wird es gut sein, ihnen die Feuerstrafe vorzuführen, indem man ein paar Bündlein Holz vor ihnen verbrennt unter scharfer Androhung genannter Feuerstrafe, falls sie rückfällig werden. Über alles das soll ein Protokoll geführt werden.

Was nun die drei Älteren betrifft, so finden wir: in Anbetracht dieses ihres Alters sind sie zurechnungsfähig in genanntem Vergehen; dazu tritt die Gewohnheit, Vertrautheit und Kenntnis besagten Verbrechens und seiner Strafbarkeit und sein fortgesetztes, wiederholtes Tun; das nicht allein, nachdem sie gesehen haben, wie der letzte Sodomit zum Tod verurteilt und verbrannt wurde, sondern auch noch nach besagtem Verhör, wie sie alle drei gestanden. Dadurch wird ihre große, bewusste Bosheit erwiesen, in der jeder von ihnen auch schon versucht hat, kleine Mädchen zu schänden. Aus diesen Gründen finden wir nicht, dass sie um ihrer Jugend willen von der Strafe genannten Vergehens befreit werden sollen. Denn wenn die Gesetze vom Entschuldigen der Verbrechen Jugendlicher reden, so brauchen sie den deutlichen Ausdruck unmündige Kinder, und damit sind solche gemeint, die noch nicht zurechnungsfähig sind und wirklich nicht wissen, was sie tun, und nicht bereits mannbare oder der Mannbarkeit nahe junge Leute, die der Bosheit fähig sind, solche Vergehen fortgesetzt zu verüben. So können wir nach Anordnung des Rechts nicht finden, dass die Burschen die Todesstrafe nicht verdient hätten; immerhin nicht in der scharfen Ausführung, wie wenn sie schon älter gewesen wären. Es würde nach der Strenge des Gesetzes, um die Strafe dem Vergehen entsprechen und doch um ihrer Jugend willen nicht gar zu streng sein lassen, genügen, wenn sie ertränkt würden. Sollten jedoch Ew. Exzellenzen geruhen, ihnen die Todesstrafe in Gnaden zu schenken, so scheint es uns doch unumgänglich, dass sie einer um der Abschreckung willen öffentlichen, körperlichen Züchtigung unterworfen werden. Denn es ist unmöglich, das Vergehen zu verbergen und zu verschweigen, und es läge in der Straflosigkeit oder Verheimlichung der Strafe größere Gefahr, als im öffentlichen, abschreckenden Strafvollzug, wobei auch zu erwägen ist, dass man den Zorn Gottes fürchten müsste, der nicht darum ein solches Vergehen bei solchen Leuten aufgedeckt hat, damit es sogar in dieser Stadt ungestraft bleibe. Es bestünde Gefahr, dass der Herr durch eine viel entsetzlichere Strafe offenbar machte, was die Menschen verbergen wollten, und dass sein Zorn dann auch andere mit ins Unglück brächte. Deshalb scheint es uns, verdienen die drei größern Burschen mindestens, an den Kreuzwegen öffentlich ausgepeitscht zu werden, den Strick um den Hals, und an einigen Stellen, wo sie ausgepeitscht werden, soll ein Feuer angezündet werden, um ihnen zu zeigen, welche Strafe ein so abscheuliches Verbrechen verdiente; auch soll ihnen damit angedeutet und gedroht werden, was sie bei einem Rückfall erwartet. Und damit sie, nach genannter Strafe der Auspeitschung, nicht dem Abscheu des Volkes zu sehr ausgesetzt sind, sollen sie dann für bestimmte Zeit irgendwo, wo es Ihnen gut scheint, in Haft gehalten werden, z. T. bei Wasser und Brot, und wenn Sie beschließen, sie ihren Angehörigen zum Hausarrest anzubefehlen, so soll diesen eingeschärft werden, was ihnen damit überbunden wird.

[März 1554]
Germ. Colladon Johannes Calvin
Francois Chevallier Abel Poupin.

http://www.glaubensstimme.de/doku.php?i ... riefe:1554
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Re: Kindesmissbrauch in der katholischen kirche, ab wann wird es System?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 6. Dez 2018, 17:20

Dieses Thema ist so widerwärttig, ich kann dazu nichts schreiben, ohne hier jede Menge Regeln zu brechen. Ich hoffe, diese Drecksäue bekommen allesamt eine harte Strafe.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson

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