Atheophobie

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Quatschki
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Re: Atheophobie

Beitragvon Quatschki » Fr 20. Okt 2017, 13:42

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Oct 2017, 13:41)

Du wirst Frau Merkels Kopf nicht aufmachen können, um reinzuschaugen. Nimm sie als was sie ist, die Chefin der Christdemokraten und Kanzlerin aller Deutschen.

Falls sie glaubt, dass sie im Auftrag des Herrn unterwegs sei, würde das immerhin einige ihrer Handlungen erklären.
Wenn aber jemand nur für sein Seelenheil und an seiner Reputation im Jenseits arbeitet und nicht für Land und Volk im diesseits, wäre das für mich als Atheisten inakzeptabel.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Okt 2017, 15:17

Quatschki hat geschrieben:(20 Oct 2017, 14:42)

Falls sie glaubt, dass sie im Auftrag des Herrn unterwegs sei, würde das immerhin einige ihrer Handlungen erklären.
Wenn aber jemand nur für sein Seelenheil und an seiner Reputation im Jenseits arbeitet und nicht für Land und Volk im diesseits, wäre das für mich als Atheisten inakzeptabel.

Frau Merkel ist im Auftrag des ganzen Volkes, nicht nur irgendeines Herren unterwegs. Sie kümmert sich um den deutschen Staat sehr gut. Wenn sie sagt, dass aus ihrer christlichen Sicht das eigene Gebet mehr kümmern muss als das der anderen, hat sie sicher im Sinne der Christen etwas bemerkenswertes gesagt. Einem weniger religiösen Menschen kann es ja egal sein.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Ein Terraner » Fr 20. Okt 2017, 15:20

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Oct 2017, 16:17)

Frau Merkel ist im Auftrag des ganzen Volkes, nicht nur irgendeines Herren unterwegs. Sie kümmert sich um den deutschen Staat sehr gut. Wenn sie sagt, dass aus ihrer christlichen Sicht das eigene Gebet mehr kümmern muss als das der anderen, hat sie sicher im Sinne der Christen etwas bemerkenswertes gesagt. Einem weniger religiösen Menschen kann es ja egal sein.


Ich finde es bedenklich wenn ein Staatschef mit Phantasiewesen spricht. :)
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Re: Atheophobie

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Okt 2017, 15:23

Ein Terraner hat geschrieben:(20 Oct 2017, 16:20)

Ich finde es bedenklich wenn ein Staatschef mit Phantasiewesen spricht. :)

Man muss immer gesprächsbereit bleiben, auch wenn die Fantasiewesen nicht unseren Vorschlägen folgen. Evtl sollten wir es mit Sanktionen und Einreiseverboten probieren.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Progressiver » Fr 20. Okt 2017, 21:13

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Oct 2017, 16:17)

Frau Merkel ist im Auftrag des ganzen Volkes, nicht nur irgendeines Herren unterwegs. Sie kümmert sich um den deutschen Staat sehr gut. Wenn sie sagt, dass aus ihrer christlichen Sicht das eigene Gebet mehr kümmern muss als das der anderen, hat sie sicher im Sinne der Christen etwas bemerkenswertes gesagt. Einem weniger religiösen Menschen kann es ja egal sein.


Merkel kümmert sich überhaupt nicht gut um Deutschland. Ich sage nur: Pflegenotstand, Bildungskatastrophe, verrottende Infrastruktur. Das Internet ist für sie auch Neuland. Deswegen sind wir in puncto Breitbandausbau ja auch Entwicklungsland.

Wenn sie zudem wirklich christlich unterwegs ist, gehört sie abgewählt. Das Christentum sagt, kurz zusammengefasst: Dieses Leben ist des Teufels. Das wahre Leben wartet im Jenseits. Außerdem steht das "Reich Gottes" direkt vor unserer Haustür. Jegliche Investitionen in einen irdischen Staat, in Bildung -siehe oben!- sind unnötig, da Jesus noch "zu unseren Lebenszeiten", d.h. vielleicht schon morgen -oder aber erst nächste Woche- mit Pauken und Trompeten zurückkehren wird.

Insofern halte ich das ganze Christentum schon vom Kern her als Lebensphilosophie, um im Diesseits zu bestehen, für einen Murks. Wohin das führt, wenn man eine Endzeitsekte hochkommen lässt, sieht man an dieser Religion. Zwei Jahrtausende lang haben die Christen im Endzeitwahn gelebt. Dies immer im Widerspruch zur Institution der Kirche, die, ganz diesseitig ausgerichtet, immer reicher wurde. Irgendwann merkt aber selbst der letzte Gläubige, dass weder Jesus noch irgendwelche Außerirdische in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten, Jahrhunderten jemals zurückkommen wird. Und auf solch eine Ethik will sich Merkel, wollen sich die Christen überhaupt berufen?
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Re: Atheophobie

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Okt 2017, 21:18

Das Internet ist für sie auch Neuland.

Du hast den Satz bis heute nicht verstehen können. Es geht hier um Angst vor bzw Feindseligkeit gegen Atheisten. Deine platte "Religionskritik" macht da nicht viel her.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Billie Holiday » Sa 21. Okt 2017, 10:03

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Oct 2017, 22:18)

Du hast den Satz bis heute nicht verstehen können. Es geht hier um Angst vor bzw Feindseligkeit gegen Atheisten. Deine platte "Religionskritik" macht da nicht viel her.


Welche Angst müßte man vor einem Atheisten haben? Er hat kein Gesetzbuch, keine Regeln von einem heiligen Geist diktiert und keine Verhaltensvorschriften, andere zu bekämpfen oder zu missionieren. Welche Gefahren gehen denn von ihm aus, außer dass er sich lustig macht und die empfindliche religiöse Seele leidet? Sein gänzliches Unbeeindruckt-sein mag stören, aber er bildet keine Gefahr für andere.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 21. Okt 2017, 11:29

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Oct 2017, 11:03)

Welche Angst müßte man vor einem Atheisten haben? Er hat kein Gesetzbuch, keine Regeln von einem heiligen Geist diktiert und keine Verhaltensvorschriften, andere zu bekämpfen oder zu missionieren. Welche Gefahren gehen denn von ihm aus, außer dass er sich lustig macht und die empfindliche religiöse Seele leidet? Sein gänzliches Unbeeindruckt-sein mag stören, aber er bildet keine Gefahr für andere.

Muss man nicht. Gibt es aber.
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Re: Atheophobie

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 21. Okt 2017, 13:06

Progressiver hat geschrieben:Sowohl Gott als auch die Menschenrechte existieren nur als Ideen, an die kollektiv geglaubt wird. Der Unterschied ist jedoch: Bei den Menschenrechten weiß man es nicht nur, sondern akzeptiert es auch, dass sie menschliche Erfindungen sind. Sie haben sich evolutionär entwickelt und stellen, ethisch gesehen, die höchste Stufe der Menschheit dar.
Eine für mich akzeptable Sicht - nicht das ich wichtig genug wäre.

Für mich stellt sich allerdings die Frage, war es genug - war es sinnvoll - war es die richtige Entwicklung :?: Im Grund hat doch der Mensch sich lediglich an die Stelle von "Gott" gesetzt und bestimmt was für den Rest aller Spezies "richtig" ist. Ein sehr einseitige Vorstellung. Etwas, was durchaus eine fatale Fehlentwicklung sein könnte. Für alle Beteiligten.

Da sind mir persönlich Fakten die eindeutig Phänomen verstehen lassen lieber, als jede "humanistische Vorstellung" die sich selbst den höchsten Stellenwert zuschreibt. Ist das sog. "Nutztier" das man völlig asozial halten "darf", deswegen völlig rechtlos, weil wir uns als das Wesen aller Dinge zurechtgedacht haben :?: Nicht das ich kein Fleisch essen würde, ich bin aber oder gerade deswegen "human".

Gäbe es den "Homo erectus" noch - dürften wir die "Homo sapiens" den nicht auch so "halten" wie z.B. Schweine und Rinder :?: Zum Glück bleibt diese Frage belanglos, es gibt keinen "Homo erectus" mehr und zunehmend auch keine unserer nächsten Verwandten aus dem "Tierreich" auch so eine Idee die "wir" praktischerweise kollektiv so glauben.

Wir sind Tiere die sich Werkzeuge und besondere Ideen ausdenken können. Dort wo es zunächst keine "verständlichen" Erklärungen ergaben, wurden "Götter" (das ist die noch am erträglichste Form angeblicher Überwesen) oder in den schlimmsten Fällen "EIN Gott" geschaffen - wobei "EIN" lediglich das Ausschlusskriterium für den "EINEN Gott" der anderen darstellt. Das dann nach und nach - mit jeder beweisbaren Einsicht in die Zusammenhänge, der naheliegende Gedanke kam, es sei eigentlich der Mensch, der all das, wenn auch nicht selbst geschaffen hat, es doch beherrschen kann, nun selbst die Rolle von Gott / Göttern zusteht. Leider, nur ihm - der Rest bleibt weiter "Untertan" - hier hat nur das gedachte Oberhaupt gewechselt.
Yuval Noah Harari hat geschrieben:Nur der Mensch kann über etwas sprechen, das gar nicht existiert, und noch vor dem Frühstück sechs unmögliche Dinge glauben. Einen Affen würden Sie jedenfalls nie im Leben dazu bringen, Ihnen eine Banane abzugeben, indem Sie ihm einen Affenhimmel ausmalen und grenzenlose Bananenschätze nach dem Tod versprechen. Auf so einen Handel lassen sich nur Sapiens ein.
Nun längst nicht für alles - zuwenig ist mit Humanismus allein erklärbar. Zuviele Fragen bleiben weiter offen. Da ist es geradezu "logisch" weiter die Instanz "Gott" darüber zu stülpen. Mit der notwendigen Portion Gewalt versteht sich....

Da keiner weiß ob es überhaupt eine Leben nach dem Tod gibt und recht logisch niemand wissen kann wie es denn aussehen könnte, kann kollektiver Glaube, das Wissen, also überprüfbare Zusammenhänge, problemlos ersetzen. Schuld daran ist wohl die Sprache - "wir" nur wir können damit Dinge erfinden, die dann auch "glaubhaft" weitererzählen. Nur Menschen sind in der Lage über etwas zu sprechen, was nicht existiert. Schlimmer noch, "wir" können andere dazu zwingen solche erfundenen Geschichten und Zusammenhänge zu glauben und danach zu handeln.

Die mildeste Form davon ist der Humanismus. Nicht wirklich perfekt - das würde jedes Rindvieh, jede arme Sau sofort betätigen. Wir sind die Götter - wir bestimmen über Wohl und Wehe aller anderen Lebewesen - dumm nur, wir werden ohne eine weitere Stufe des Verstehens, unsere Klugscheißerei eher nicht überleben. Nun ja - womöglich sehen das ja einige Wenige ähnlich, aber die Zeiten wo man einfach auswandern konnte, um den ganzen Irrsinn zu entgehen, sind definitiv vorbei.
Billie Holiday hat geschrieben:Welche Angst müßte man vor einem Atheisten haben? Er hat kein Gesetzbuch, keine Regeln von einem heiligen Geist diktiert und keine Verhaltensvorschriften, andere zu bekämpfen oder zu missionieren. Welche Gefahren gehen denn von ihm aus, außer dass er sich lustig macht und die empfindliche religiöse Seele leidet? Sein gänzliches Unbeeindruckt-sein mag stören, aber er bildet keine Gefahr für andere.
Für Menschen wohl eher nicht - doch falls außer uns Humanoiden noch jemand Angst empfinden kann - fallen mir da sofort - Milliarden und mehr ein - alles was da sonst noch "kreucht und fleucht". Es sei denn, es gäbe tatsächlich "Geschöpfe" da draußen... :rolleyes:
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Re: Atheophobie

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 21. Okt 2017, 13:07

Das Entscheidende sind nicht die Regeln sondern die Erkenntnis, dass sie von Menschen gemacht sind.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Progressiver » Sa 21. Okt 2017, 21:54

immernoch_ratlos hat geschrieben:(21 Oct 2017, 14:06)

Eine für mich akzeptable Sicht - nicht das ich wichtig genug wäre.

Für mich stellt sich allerdings die Frage, war es genug - war es sinnvoll - war es die richtige Entwicklung :?: Im Grund hat doch der Mensch sich lediglich an die Stelle von "Gott" gesetzt und bestimmt was für den Rest aller Spezies "richtig" ist. Ein sehr einseitige Vorstellung. Etwas, was durchaus eine fatale Fehlentwicklung sein könnte. Für alle Beteiligten.

Da sind mir persönlich Fakten die eindeutig Phänomen verstehen lassen lieber, als jede "humanistische Vorstellung" die sich selbst den höchsten Stellenwert zuschreibt. Ist das sog. "Nutztier" das man völlig asozial halten "darf", deswegen völlig rechtlos, weil wir uns als das Wesen aller Dinge zurechtgedacht haben :?: Nicht das ich kein Fleisch essen würde, ich bin aber oder gerade deswegen "human".

Gäbe es den "Homo erectus" noch - dürften wir die "Homo sapiens" den nicht auch so "halten" wie z.B. Schweine und Rinder :?: Zum Glück bleibt diese Frage belanglos, es gibt keinen "Homo erectus" mehr und zunehmend auch keine unserer nächsten Verwandten aus dem "Tierreich" auch so eine Idee die "wir" praktischerweise kollektiv so glauben.

Wir sind Tiere die sich Werkzeuge und besondere Ideen ausdenken können. Dort wo es zunächst keine "verständlichen" Erklärungen ergaben, wurden "Götter" (das ist die noch am erträglichste Form angeblicher Überwesen) oder in den schlimmsten Fällen "EIN Gott" geschaffen - wobei "EIN" lediglich das Ausschlusskriterium für den "EINEN Gott" der anderen darstellt. Das dann nach und nach - mit jeder beweisbaren Einsicht in die Zusammenhänge, der naheliegende Gedanke kam, es sei eigentlich der Mensch, der all das, wenn auch nicht selbst geschaffen hat, es doch beherrschen kann, nun selbst die Rolle von Gott / Göttern zusteht. Leider, nur ihm - der Rest bleibt weiter "Untertan" - hier hat nur das gedachte Oberhaupt gewechselt.Nun längst nicht für alles - zuwenig ist mit Humanismus allein erklärbar. Zuviele Fragen bleiben weiter offen. Da ist es geradezu "logisch" weiter die Instanz "Gott" darüber zu stülpen. Mit der notwendigen Portion Gewalt versteht sich....

Da keiner weiß ob es überhaupt eine Leben nach dem Tod gibt und recht logisch niemand wissen kann wie es denn aussehen könnte, kann kollektiver Glaube, das Wissen, also überprüfbare Zusammenhänge, problemlos ersetzen. Schuld daran ist wohl die Sprache - "wir" nur wir können damit Dinge erfinden, die dann auch "glaubhaft" weitererzählen. Nur Menschen sind in der Lage über etwas zu sprechen, was nicht existiert. Schlimmer noch, "wir" können andere dazu zwingen solche erfundenen Geschichten und Zusammenhänge zu glauben und danach zu handeln.

Die mildeste Form davon ist der Humanismus. Nicht wirklich perfekt - das würde jedes Rindvieh, jede arme Sau sofort betätigen. Wir sind die Götter - wir bestimmen über Wohl und Wehe aller anderen Lebewesen - dumm nur, wir werden ohne eine weitere Stufe des Verstehens, unsere Klugscheißerei eher nicht überleben. Nun ja - womöglich sehen das ja einige Wenige ähnlich, aber die Zeiten wo man einfach auswandern konnte, um den ganzen Irrsinn zu entgehen, sind definitiv vorbei.Für Menschen wohl eher nicht - doch falls außer uns Humanoiden noch jemand Angst empfinden kann - fallen mir da sofort - Milliarden und mehr ein - alles was da sonst noch "kreucht und fleucht". Es sei denn, es gäbe tatsächlich "Geschöpfe" da draußen... :rolleyes:


Ich sehe da einiges anders: Die Menschenrechte wurden entwickelt, gerade weil sich die Menschen vorher gegenseitig abgeschlachtet hatten. Es geht da keineswegs darum, sich über die Tiere zu stellen. Und manche Leute wollen ja auch schon den Schimpansen etc. Menschenrechte zugestehen.

Die Sicht, dass der Mensch über allen anderen stehen müsse, ist dagegen ein zutiefst religiöses Bild. In der Bibel hieß es noch: "Und Gott schuf sich den Menschen nach seinem eigenen Angesichte" bzw. "Machet euch die Erde untertan". Gerade moderne Atheisten heben gerne hervor, dass man Empathie gegenüber seinen Mitmenschen und anderen Lebewesen haben soll. Die Gläubigen der verschiedenen Religionen praktizieren dagegen, wo sie es dürfen, immer ein "Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein". Wie später die Nazis sind sie der Meinung gewesen, dass Ungläubige keine Menschen mehr seien, sondern im Gegenteil Tiere, die man für vogelfrei erklären und abschlachten dürfe. Und diejenigen, die sich selbst zu Schlächtern machen, wurden bzw. werden selbst zu mordlustigen Bestien!

Als moderner Atheist weiß ich, dass sowohl mein eigenes Leben endlich ist als auch das meiner Mitmenschen. Welchen Sinn hätte es also, wenn wir es uns gegenseitig entweder zur Hölle machen würden oder aber uns gegenseitig vernichten würden? Für einen Atheisten winkt weder als Märtyrer noch als Schlächter, Henker oder Selbstmordattentäter ein tolles Leben im Jenseits. Wir haben es in der Hand, ob wir das irdische Leben zu einem Höllenritt werden lassen oder aber die Erde zu einem Paradies. So etwas sehen aber Gläubige oft anders. Diese sehen nur das jenseitige Paradies. Und gehen dafür viel zu oft über Leichen.

Deswegen frage ich noch einmal: Wer ist denn tatsächlich die größere Gefahr für sich und seine Mitmenschen? Ein atheistischer Hedonist? Oder aber jemand, der meint, sein unsichtbarer Freund würde ihm auf irrationale Weise alles mögliche befehlen?
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Re: Atheophobie

Beitragvon Progressiver » Sa 21. Okt 2017, 22:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Oct 2017, 22:18)

Du hast den Satz bis heute nicht verstehen können. Es geht hier um Angst vor bzw Feindseligkeit gegen Atheisten. Deine platte "Religionskritik" macht da nicht viel her.


Deutschland ist für dich kein Entwicklungsland in puncto Breitbandausbau? Wirklich? Und Atheisten sind tatsächlich gefährlicher für sich und andere? Das Christentum ist weiterhin keine Endzeitsekte, die zu einer Weltreligion wurde?
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Re: Atheophobie

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 21. Okt 2017, 22:04

Progressiver hat geschrieben:(21 Oct 2017, 23:00)

Deutschland ist für dich kein Entwicklungsland in puncto Breitbandausbau? Wirklich? Und Atheisten sind tatsächlich gefährlicher für sich und andere? Das Christentum ist weiterhin keine Endzeitsekte, die zu einer Weltreligion wurde?

Peinliche Suggestivfragen, bei denen nicht mal die Prämisse stimmt. Auf dem Niveau kannst du nur verlieren.
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Re: Atheophobie

Beitragvon Progressiver » Sa 21. Okt 2017, 22:11

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(21 Oct 2017, 23:04)

Peinliche Suggestivfragen, bei denen nicht mal die Prämisse stimmt. Auf dem Niveau kannst du nur verlieren.


Das ist ein Kommentar zu meinen Fragen. Eine Antwort sieht anders aus. Klär mich doch auf, wenn du meinst, es besser zu wissen.
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Re: Atheophobie

Beitragvon immernoch_ratlos » So 22. Okt 2017, 00:02

Nun ja Progressiver - auch ich sehe da einiges anders - muss nicht bedeuten, dass ich alle Deine Überlegungen verwerfe. Menschen haben diese Gottesideen entwickelt - das selbe Spezies, welches später zu einer neuen Theorie fand, dem Humanismus.

Nicht wirklich umfassend neu. Nur eben ohne einen (gern auch mehrere Götter) Gott. An dem Verhältnis zu anderen Spezies hat das in der Masse nichts geändert. Nur eines ist gravierend anders, "wir" sind nun alleinige Entscheider über das was, wie auf diesem Planeten geschieht.

Sicher keiner muss das explizit aussprechen - etwas verräterisch klingt jedoch der Satz "Und manche Leute wollen ja auch schon den Schimpansen etc. Menschenrechte zugestehen."

Soweit das über Verhaltensforschung durch Menschen überhaupt möglich ist - alle Tiere - das schließt uns Sapiens ein - sind derart verschieden, dass es schlicht Unsinn ist, von uns erdachte Muster auf andere Lebewesen anzuwenden - "Menschenrechte" existieren noch nicht einmal, als von allen beachtete kollektive Verhaltensweise. Gleich mehre Vorstellungen wie Mensch sich selbst sehen und verhalten sollen, konkurrieren bis hin zum Willen Andersdenkende physisch zu vernichten.

Empathie ist ein notwendiger "Kitt" um seine eigene Art einigermaßen verstehen zu können. Ähnliches Verhalten bei anderen Lebewesen löst u.U. Empathie aus. Ein Beispiel das "Kindchenschema" was bei vielen Menschen positive Verhaltensmuster auslöst. Geht vorüber und schon ist uns deren soziales Verhalten schnurtzpipegal.

Aus der Position der Stärke und Überlegenheit entscheidet Mensch was für ihn nützlich ist und was "weg" kann. Darin unterscheiden sich Religion und Ideologie nicht. Es gibt nur angepasste Erklärungsmuster. Das in der humanistischen Ideologie auch anderer Lebewesen "mehr Raum" gegeben wird, ist allenfalls ein Anfang - die Regel ist es nicht.

Wir H.S. sind Nahrungsopportunisten - Raubtier - Aasfresser - Insekten- und Pflanzenfresser. Was gerade verfügbar war. Dank unserer Fähigkeiten können "wir" es uns inzwischen aussuchen, was oder wer uns als Nahrung dient. Einige interessante Ausschlüsse was das nicht "koscher", "halal" - ekelhaft usw. ist, hat sich in den verschiedenen Kollektiven "verankert" - gleichgültig wie unsinnig oder im Fall echter Gefahr, wie nützlich solche "Regeln auch sein können.

Ich könnte Dir vermutlich eine große Liste zusammenstellen, die auch eingefleischte Atheisten für "vernünftig" einschätzen, obwohl sie auf religiöse Vorstellungen begründet sind. Längst übertreffen unsere (unfreiwilligen) Nahrungslieferanten in Zahl und Masse jede andere nicht domestizierte Tierart. Das wir uns (bis auf wenige Ausnahmen meist in der Vergangenheit) nicht "leckere Menschen" als Nahrungsquelle halten, ist einer der wenigen positiven Verdienste den man getrost Religionen zuordnen kann.

Kannibalismus zu ächten, ist eine wichtige Gemeinsamkeit von Religionen und Ideologien. Alle anderen Lebewesen stehen uns schlicht nicht nah genug um sie nicht als "lecker irgendwas" zu sehen. Ich esse gerne Fleisch - aber auch pflanzliche Kost. Aber, wer mal die Masse der "Kochbücher" durchforstet und sieht wie ungeniert, rücksichtslos und höchst raffiniert wir uns "geeignete Lebewesen" halten - zwangsvermehren - gern auch zwangsernähren - in Millionen möglichst effizient töten - inzwischen jede Aufregung dabei vermeidend (schmeckt besser) - und fachmännisch zerlegen - mit Raffinesse die Kadaver (zu Geschmacksverbesserung) malträtieren usw. usf.

Nein, so richtig die Natur liebend sind wir noch nicht - wie auch - andere Menschen töten - effizient und gleich massenweise - Gründe - durchaus nachvollziehbare Gründe gibt es zu Hauf - wenn nicht, unserer Fantasie geschuldet, da fällt uns sich etwas "passendes" ein. Ja ich weiß - einige - sehr wenige - genauer betrachtet - lehnen das schon mal ab - das ist ein unverkennbarer Fortschritt. Aber solche Regungen finden sich auch in Religionen - wo also ist der ganz große Unterschied wischen Religionen und den humanistischen Ideologien ?
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