Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

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jack000
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon jack000 » Mi 28. Nov 2018, 00:27

MäckIntaier hat geschrieben:Wie sehen Sie diesen Fall aus ethischer Sicht?

Er ist halt ein Krimineller, so soll er im Gefängnis verschimmeln!
=> Aus Kostenersparnisgründen könnte es aber ggf. sinnvoll sein, ihm seinen Suizid zu erlauben ...
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Vongole
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Vongole » Mi 28. Nov 2018, 00:29

Gute Güte! :dead:
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jack000
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon jack000 » Mi 28. Nov 2018, 00:30

Vongole hat geschrieben:(28 Nov 2018, 00:29)

Gute Güte! :dead:

Was gibt es denn jetzt schon wieder zu meckern?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Zunder
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Zunder » Mi 28. Nov 2018, 00:50

Vongole hat geschrieben:(27 Nov 2018, 23:56)

Ein Mensch, der sich umbringen möchte, findet immer einen Weg, auch im Knast.
Warum es nicht auf humane Weise ermöglichen?

Wenn jemand immer einen Weg findet, sich zu töten, kann er das natürlich tun. Aber der Staat kann sich doch nicht aktiv an der Tötung eines ihm bedingungslos Ausgelieferten beteiligen. Das ist nicht einmal unbedingt eine ethische Frage. Das geht allein schon aus politischen Gründen nicht. Würde er die Sterbehilfe zulassen, käme umgehend der Mordvorwurf. Und der wäre nicht einmal grundsätzlich falsch.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Zunder » Mi 28. Nov 2018, 00:52

Vongole hat geschrieben:(28 Nov 2018, 00:29)

Gute Güte! :dead:

Siehst du. Genau deswegen geht das gar nicht.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Vongole » Mi 28. Nov 2018, 00:57

Zunder hat geschrieben:(28 Nov 2018, 00:52)

Siehst du. Genau deswegen geht das gar nicht.


Ja, ich verstehe, was du meinst.
Mir geht es aber auch um eine grundsätzliche Frage: Ein inhaftierter Mensch verliert zum größten Teil das Recht, über sein Leben zu bestimmen.
Haben wir, der Staat, das Recht, ihm auch vorzuschreiben, wann er sterben darf?
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Zunder » Mi 28. Nov 2018, 01:12

Vongole hat geschrieben:(28 Nov 2018, 00:57)

Ja, ich verstehe, was du meinst.
Mir geht es aber auch um eine grundsätzliche Frage: Ein inhaftierter Mensch verliert zum größten Teil das Recht, über sein Leben zu bestimmen.
Haben wir, der Staat, das Recht, ihm auch vorzuschreiben, wann er sterben darf?

Wenn jemand keine Aussicht mehr hat, jemals aus dem Knast zu kommen, und sich deshalb selbst tötet, läßt sich moralisch kaum dagegen argumentieren, höchstens aus religiöser Perspektive.
Aber der Staat kann sich doch nicht aktiv daran beteiligen, indem er die Sterbehilfe im Knast zuläßt. Das geht aus politischen Gründen nicht.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Vongole » Mi 28. Nov 2018, 01:24

Zunder hat geschrieben:(28 Nov 2018, 01:12)

Wenn jemand keine Aussicht mehr hat, jemals aus dem Knast zu kommen, und sich deshalb selbst tötet, läßt sich moralisch kaum dagegen argumentieren, höchstens aus religiöser Perspektive.
Aber der Staat kann sich doch nicht aktiv daran beteiligen, indem er die Sterbehilfe im Knast zuläßt. Das geht aus politischen Gründen nicht.


Gesetzt den Fall, dass Beihilfe zum Suizid bei uns wie in der Schweiz erlaubt wäre, dann müsste der Staat diese Hilfe auch Inhaftierten gewähren.
Die politische Debatte, die daraus entstehen würde, mag ich mir zwar nicht vorstellen, aber führen müssten wir sie, genau wie im jetzt vorliegenden Fall.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon MäckIntaier » Mi 28. Nov 2018, 08:11

Zunder hat geschrieben:(27 Nov 2018, 23:45)

Lebenslänglich + Sicherheitsverwahrung + unerträgliche Haftbedingungen = ?



Nein, der Mann hat seine Haftstrafe verbüßt und von unerträglichen Haftbedingungen ist nicht die Rede.

Der Staat hindert ihn lediglich daran, am normalen Alltagsleben draußen teilnehmen zu dürfen.

Aber warum darf er ihn hindern, über sein Leben frei zu verfügen? Gibt es eine Pflicht zu leben?
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon MäckIntaier » Mi 28. Nov 2018, 08:14

jack000 hat geschrieben:(28 Nov 2018, 00:27)

Er ist halt ein Krimineller, so soll er im Gefängnis verschimmeln!
=> Aus Kostenersparnisgründen könnte es aber ggf. sinnvoll sein, ihm seinen Suizid zu erlauben ...


Die Menschenwürde ist also antastbar oder kann auch ökonomischen Überlegungen unterworfen werden.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon McKnee » Mi 28. Nov 2018, 08:44

Grundsätzlich hat jeder das Recht sein Leben zu beenden, wann immer er es will.

Exit hat ein Regelwerk dafür, dass nach Angaben des Vereins rechts- und verfassungskonform ist. Exit hilft in Kooperation mit den behandelnden Ärzten beim Suizid und begleitet ihn.

Auch in Deutschland ist der Suizid nicht verboten, eine aktive und passive Sterbehilfe aber umstritten bis rechtlich unstrittig verboten.

Ich halte den Suizid für ethisch vertretbar, wenn er ohne unmittelbaren Einfluß auf Unbeteiligte erfolgt.

In diesem Fall wäre es für die Opfer besser gewesen, der Täter hätte sich früher für einen Suizid entschieden.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 28. Nov 2018, 08:45

MäckIntaier hat geschrieben:(28 Nov 2018, 08:11)

Aber warum darf er ihn hindern, über sein Leben frei zu verfügen? Gibt es eine Pflicht zu leben?

Nehmen wir mal an, der Staat würde dem Inhaftierten den Wunsch erfüllen und ihn töten. Müsste der Staat das dann nicht auch den Nicht-Inhaftierten ermöglichen? Und wer führt das dann aus?
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon McKnee » Mi 28. Nov 2018, 08:52

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Nov 2018, 08:45)

Nehmen wir mal an, der Staat würde dem Inhaftierten den Wunsch erfüllen und ihn töten. Müsste der Staat das dann nicht auch den Nicht-Inhaftierten ermöglichen? Und wer führt das dann aus?


Der Staat muss es nur zulassen, nicht ausführen.

https://www.exit.ch/startseite/
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon MäckIntaier » Mi 28. Nov 2018, 09:02

McKnee hat geschrieben:(28 Nov 2018, 08:52)

Der Staat muss es nur zulassen, nicht ausführen.

https://www.exit.ch/startseite/


Exakt. Das Schweizer Recht unterscheidet sich hier grundlegend vom deutschen, das nach der letzten Änderung de facto eine Pflicht zu leben oder das Recht auf einen schweren Tod zur Pflicht macht.

Im vorliegenden Fall kommt aber dann auch in der Schweiz in eine eigenartige Rolle. Zwar gewährt er das Recht durchaus, aber wie sieht es dann aus mit jemandem, der (unfreiwillig) unter seiner Obhut steht. Zählt das mehr als die freie Entscheidung über das eigene Leben?
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 28. Nov 2018, 17:27

Wir sind aber nunmal nicht in der Schweiz. Wie ist es denn dort? Ermöglicht man dort Gefängnisinsassen den Selbstmord via Exit?
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Zunder » Mi 28. Nov 2018, 23:56

MäckIntaier hat geschrieben:(28 Nov 2018, 08:11)

Nein, der Mann hat seine Haftstrafe verbüßt und von unerträglichen Haftbedingungen ist nicht die Rede.

Mein Beitrag steht im Konjunktiv.
Einen Teil aus dem Kontext zu lösen und etwas zu unterstellen, was nicht einmal andeutungsweise ausgesagt wird, zeugt nicht gerade von einem seriösen Diskussionsstil.
MäckIntaier hat geschrieben:(28 Nov 2018, 08:11)
Der Staat hindert ihn lediglich daran, am normalen Alltagsleben draußen teilnehmen zu dürfen.
Aber warum darf er ihn hindern, über sein Leben frei zu verfügen? Gibt es eine Pflicht zu leben?

Es gibt keine Pflicht zu leben und der Staat kann den Häftling auch nicht effektiv hindern, sein Leben zu beenden.
Wäre es ihm ernst, würde er Mittel und Wege finden, es zu tun. Warum also will er den Staat mit einbeziehen? Um ihm die Verantwortung für den Tod, der aus Sicherungsverwahrung und Sterbehilfe resultiert, aufzuhalsen? Darauf soll sich ein Staat einlassen?
Ich bin alt genug, um mich an die Aufregung um die Toten von Stammheim zu erinnern.

Im Prinzip halte ich es für vertretbar, selbstbestimmt aus freiem Willen sein Leben zu beenden. Allerdings ist eine freie Entscheidung unabdingbar.

Inwiefern ist im Status der Unfreiheit (als Häftling) eine freie Entscheidung überhaupt möglich?
Wenn die Unfreiheit der Grund ist, aus dem Leben scheiden zu wollen, kann von einem freien Willen doch nicht ernsthaft die Rede sein.
Würde der Häftling auch sterben wollen, wenn er in Freiheit wäre? - Wohl eher nicht.

Die Sicherungsverwahrung ist übrigens unbefristet, aber nicht zwingend lebenslänglich. Eine Resozialisierung ist zumindest theoretisch möglich. Aber nur lebend.
Zuletzt geändert von Zunder am Do 29. Nov 2018, 00:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon Ein Terraner » Do 29. Nov 2018, 00:02

MäckIntaier hat geschrieben:(27 Nov 2018, 22:49)

Er ist gesund und hat seine Strafe verbüßt. Aber weil man fürchtet, dass er rückfällig wird (also eigentlich: dass er krank ist im Kopf), lässt man ihn nicht frei. Er wird im Gefängnis sterben, obwohl er eigentlich ein freier Mann ist. Aber auch frei genug, um jetzt sterben zu dürfen auf seinen Wunsch?


Dann wäre auch eine entsprechende Behandlung angebracht, einfach nur Wegsperren ist der falsche Weg.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon JunkerPhil » So 9. Dez 2018, 11:04

Warum Barmherzigkeit mit einem Vergewaltiger zeigen ? Damit so ein Typ weniger leidet als ich Autist unter Jungfräulichkeit ? Soll der Verbrecher ruhig elendig zugrunde gehen. Aber wenn derjenige viel Geld besitzen sollte, wäre es angebracht diesem sofern er seine Zeit in den Haftanstalten und das Medikament bezahlt diese Möglichkeit zum Suizid anzubieten. Der eigentliche Schrecken wird ihn sowieso erst nach seinem Tod ereilen. (s. Johannesapokalypse )
Es ist keinewegs bekannt, ob Adolf ein Autist war ! Deshalb lohnt sich kein Disput darüber.
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon JunkerPhil » So 9. Dez 2018, 14:37

https://www.srf.ch/news/schweiz/dem-leb ... -sinn-mehr

Atemnotige Weihnachten Peter V.

Und wenn du nicht gestorben bist, hast du hoffentlich noch heute täglich Atemnot bis dir schwarz vor Augen wird.
Es ist keinewegs bekannt, ob Adolf ein Autist war ! Deshalb lohnt sich kein Disput darüber.
PeterK
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Re: Sterbehilfe im Gefängnis (Ethik)

Beitragvon PeterK » So 9. Dez 2018, 15:14

jack000 hat geschrieben:(28 Nov 2018, 00:27)
Er ist halt ein Krimineller, so soll er im Gefängnis verschimmeln!

JunkerPhil hat geschrieben:(09 Dec 2018, 14:37)

...

Und wenn du nicht gestorben bist, hast du hoffentlich noch heute täglich Atemnot bis dir schwarz vor Augen wird.

Mal abgesehen von dem schwierigen Thema Sterbehilfe halte ich die Einstellung, die Euren Posts zugrunde zu liegen scheint, für sehr seltsam.

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