Was ist links ...

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Narrative
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Was ist links ...

Beitragvon Narrative » So 25. Nov 2018, 18:52

Mir sei erlaubt eine Frage in den öffentlichen Raum zu stellen.

Was sind die Unterscheidungsmerkmale resp. die grundlegenden Prädikate einer linken "Haltung"?

Mir ist hierbei natürlich bewusst, das in einer komplexen Gesellschaft diese metrischen Zuschreibungsformeln sich in actu oft verwischen und die Linien verschwimmen können.
"Dass etwas rechts oder links sei, konservativ oder progressiv, enthält immer weniger Informationswerte. (...) Es hängt damit zusammen, dass die gewohnten Beschreibungschiffren, mit denen sich unsere Gesellschaft öffentlich selbst beschreibt, offenbar nicht mehr das treffen, worum es geht (...)." (Armin Nassehi).

Aber im politischen Beschreibungsrahmen und in der politischen Auseinandersetzung sind solche Narrative und Formate wiederum Abgrenzungs- und Deutungsbögen - deshalb meine Frage. :?: :?:
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DarkLightbringer
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Re: Was ist links ...

Beitragvon DarkLightbringer » So 25. Nov 2018, 19:32

Natürlich muss die Frage erlaubt sein und möglicherweise gibt es dazu auch ein paar besonders Berufene, die dazu etwas sagen könnten.

Robert Habeck sagt, "links" sei heute ein leerer Ort.

Aus einem älteren Interview:
Einfach nur Patriot sein, das ist zu belastet. Und einfach nur Linker sein geht auch nicht mehr, weil man nicht weiß, was das sein soll und der Begriff objektiv seinen Sinn verloren hat. Aber die Mitte zwischen beiden funktioniert, das ist der Ort, an dem ich mich politisch zu Hause fühle.
https://www.welt.de/kultur/literarische ... hland.html

Macron geht ja in eine ähnliche Richtung. Manche sagen auch, heute würde man vorwiegend zwischen liberal und illiberal unterscheiden.
>>We’ll always have Paris<<
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Progressiver
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Progressiver » So 25. Nov 2018, 20:38

Der Kampf für soziale Gerechtigkeit wird immer links sein. Die neoliberalen Eliten wollen vor allem die multinationalen Konzerne pampern und gewähren ihnen eine Steuererleichterung nach der anderen. Und dies, obwohl kriminelle Banden nachweislich mit ihren Cum-Cum oder Cum-Ex-Geschichten oder ganz einfach durch Steuerflucht der Allgemeinheit schaden. Alleine in Europa gehen jährlich zig Milliarden an Steuern verloren, die man besser in Krankenhäuser, das Schulsystem, bezahlbaren Wohnraum etc. etc. stecken könnte. Aber nein: Unsere Regierungen verzichten lieber völlig auf das Geld und lassen lieber Sozialhilfeempfänger oder Niedriglöhner bluten, um dadurch etwas Geld einzusparen. Links zu sein, bedeutet, gegen die systemimmanente Ungerechtigkeit des Kapitalismus anzukämpfen. Nur wer tot ist, leistet keinen Widerstand.

Links zu sein bedeutet aber auch, die Blendgranaten beispielsweise der AfD zu ignorieren. Die derzeitige gesellschaftliche Konfliktlinie geht ja nicht zwischen innen und außen in einem Staat. Nein, weltweit sehen es die Regierungen als ihr Ziel an, für die Reichen die Steuern zu senken. Die sinkende Kaufkraft der Mehrheit der Bevölkerung wird bei denen aber nicht thematisiert. Entgegen aller Beteuerungen sehe ich die Unionsparteien immer noch als Obrigkeitsparteien, die gegen Freiheit, Gleichheit und Solidarität stehen. Wer die AfD wählt, ist selber Schuld. Gegen diese nationalen Spalter und neoliberalen Fanatiker sieht selbst die FDP wie ein kommunistischer Kampfverband aus.

Wenn Robert Habeck wiederum links als leeren Ort bezeichnet, dann kommt mir das vor, als ob die Grünen mittlerweile ein wohlstandsverwöhnter Haufen sind, die lieber mit der CDU ins Bett gehen als sich der sozialen Frage in diesem Land zu stellen. Nebenbei gesagt waren die Ökologie und der Pazifismus auch immer linke Themen. Dass die heutigen Grünen von beiden nichts mehr wissen wollen und lieber zum Lieblingen irgendwelcher Wirtschaftskonzerne avancieren wollen, zeigt mir nur, dass sie ihre Wurzeln verraten haben.

Macron wiederum hat gar nichts begriffen. Die Losungen der ersten Französischen Revolution lauteten Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit. Links zu sein bedeutet, diese Einzelaspekte nicht gegeneinander auszuspielen. Natürlich gibt es unter den rechten Populisten Illiberale. Als links gerichteter Mensch sollte man aber klar machen, dass die drei Aspekte nur miteinander möglich sind. Freiheit sollte zum Beispiel für alle gleichermaßen da sein. Dafür braucht es dann auch einen funktionierenden Sozialstaat. Wenn jemand für seine sozialen Rechte auf die Straße geht, dem sollte also nicht gleich ein Hang zum Illiberalismus nachgesagt werden. Die Protestierenden in Frankreich und Belgien derzeit wollen ja nur mehr Gerechtigkeit. Wer dagegen den Mächtigen das Wort redet, kann nur für die inoffizielle, aber faktische Diktatur der Finanzmärkte sein. Und dies ist weder freiheitlich noch links.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Uffhausen » So 25. Nov 2018, 20:39

Narrative hat geschrieben:(25 Nov 2018, 18:52)
Was sind die Unterscheidungsmerkmale resp. die grundlegenden Prädikate einer linken "Haltung"?


Ich kann dir nur von meinen persönlichen - also nicht allgemein gültigen! - Erfahrungen berichten:

Ich interpretiere mittlerweile als Unterschied, dass Links sich eher um Minderheiten sorgt, während Rechts eher an Mehrheiten interessiert ist.

Mehr eindeutige Unterschiede konnte ich bislang nicht erkennen, ansonsten verhalten sich Links und Rechts mMn nämlich herzlich identisch - sie neigen beide zum Populismus (=eigene Realität steht über tatsächlicher Realität), sie machen beide Angstpolitik (Links bspw. Rassismus/Rechts bspw. Überfremdung) und sie haben beide Probleme mit der Demokratie (quasi "Null-Toleranz" gegenüber Andersdenkenden).
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Fliege » So 25. Nov 2018, 20:43

Progressiver hat geschrieben:(25 Nov 2018, 20:38)
Die neoliberalen Eliten wollen [...]
Links zu sein, bedeutet, gegen die systemimmanente Ungerechtigkeit des Kapitalismus anzukämpfen.

Kapitalismus ist allerdings liberal und nicht rechts, weswegen die Pointe gegen rechts fehlt.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Progressiver » So 25. Nov 2018, 21:23

Die Kapitalisten haben sich mit dem Neoliberalismus eine Herrschaftsideologie geschaffen, mit denen sie große Teile der Bevölkerung ausbeuten können. Quasi "Teile und herrsche". Links zu sein bedeutet, gegen die herrschenden Verhältnisse und ihre Verursacher aufzustehen, um eine andere, egalitärere Gesellschaft zu schaffen. Es sollte aber auch klar sein, dass nicht nur die Ausbeuter Freiheiten haben sollten, sondern auch die Masse der Bevölkerung. Links steht in meinen Augen für "links unten". Der Kapitalismus ist dagegen eine Ideologie, die weiter rechts davon steht. Also für "rechts oben". Die Rechtsradikalen wollen diesen Konflikt nicht lösen, sondern mit Blendgranaten a la armer HartzIV-ler gegen armer Billiglöhner die Leute spalten. Und da wird jetzt im Moment lieber gegen Flüchtlinge gehetzt, anstatt generell zu fordern, dass auch reiche und superreiche Leute ihren Beitrag zur Gemeinschaft leisten mögen.

Odfer um es anders zu sagen: Wenn ein Reicher 90 Prozent eines Kuchens bekommt, wird nicht das thematisiert. Sondern es wird dafür gesorgt, dass HartzIV-ler, deutsche Niedriglöhner und auch Flüchtlinge gegeneinander aufgestachelt werden, weil von den restlichen 10 Prozent des Kuchens einer der drei Parteien mehr bekommen könnte. Links zu sein bedeutet also, grundlegendere Fragestellungen zuzulassen. Rechte dagegen argumentieren mit Argumenten von anno dazumal.

Ein Beispiel hierfür ist die Einstellung zur Globalisierung. Die Rechten sind Antiglobalisierer und wollen sich am liebsten einmauern. Die nicht so ganz rechten Kapitalisten wollen den freien Kapital- und Warenverkehr. Linke Positionen sind dagegen globalisierungskritisch. Als links orientierter Mensch weiß ich zum Beispiel, dass die Globalisierung nicht aufzuhalten ist. Viele Probleme wie beispielsweise die Migrationsfrage oder der Klimawandel oder die internationale soziale Frage lassen sich nur auf europäischer Ebene lösen. Oder aber die ganze Menschheit muss zusammenarbeiten, damit die Erde als Ökosystem nicht kollabiert. Ich finde es auch erstaunlich, dass jeden Tag Billionen von Geld um den Globus transferiert wird. Gleichzeitig geben die Staatschefs einem zu verstehen, dass kein Geld für die Nichtmillionäre und Nichtmilliardäre vorhanden ist. Die Rechten wollen da nur den Sozialneid unter den Armen befeuern, weil vielleicht ein Flüchtling oder ein HartzIV-Empfänger sich ein Handy kaufen können, während der Neidriglöhner dies vielleicht nicht kann. Dies löst aber kein Problem. Ebenso wenig wie die Leugnung des menschengemachten Klimawandels durch rechte Gruppierungen.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon BlueMonday » So 25. Nov 2018, 21:31

Mal eine erfrischendere Definition: "Rechts steht für Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität und Vielfalt, links steht für Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes)."
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Re: Was ist links ...

Beitragvon MäckIntaier » So 25. Nov 2018, 21:52

Progressiver hat geschrieben:(25 Nov 2018, 20:38)

Nebenbei gesagt waren die Ökologie und der Pazifismus auch immer linke Themen.


Was die Ökologie angeht, hilft ein Blick in die Geschichte.

https://www.heise.de/tp/features/Wie-gruen-waren-die-Nazis-3393291.html

Tauchen Sie mal ein bisschen in die konservative Heimatwelt der Weimarer Republik, schauen Sie sich Biografien wie die von Waldemar Bonsels an oder die des nachpolitischen Friedrich Georg Jünger (schon mal "Die Perfektion der Technik" gelesen?). Ökologie war einmal Heimat und Schutz und Bewahrung der Heimat, teilweise auch Technikfeindlichkeit, die mit den Grünen salonfähig wurde. Also mindestens Ökologie war nicht immer ein linkes Thema, wie Sie behaupten. Eher im Gegenteil, wer sich die Ideologie der UdSSR ansieht und die Umweltverheerungen dort.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Narrative » Mo 26. Nov 2018, 08:48

"Rechts steht für Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität und Vielfalt, links steht für Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes)."
Erik von Kuehnelt-Leddihn


Nun in gewisser Weise ist dieses Zuschreibungsgestammel eines rechtskonservativen und wie er sich selbst bezeichnete rechtsradikalen Liberalen Österreichers dann doch schon erfrischend lächerlich.
Die einzelnen Verwirrungen und Verirrungen zu entknoten möchte ich mir nicht die Mühe machen, das wäre angesichts dieser mentalen Verzirkelung des Zitatiers wenig erfrischend.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon MäckIntaier » Mo 26. Nov 2018, 08:53

Narrative hat geschrieben:(26 Nov 2018, 08:48)

Nun in gewisser Weise ist dieses Zuschreibungsgestammel eines rechtskonservativen und wie er sich selbst bezeichnete rechtsradikalen Liberalen Österreichers dann doch schon erfrischend lächerlich.
Die einzelnen Verwirrungen und Verirrungen zu entknoten möchte ich mir nicht die Mühe machen, das wäre angesichts dieser mentalen Verzirkelung des Zitatiers wenig erfrischend.


Nun, es scheint doch sehr zu schmerzen. Und gemessen am geistreichen Zitat fällt die Antwort doch ein wenig ab. Man sollte jedem Argument mindestens ein gleichwertiges entgegensetzen, wie das bei den Skeptikern heißt.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Ein Terraner » Mo 26. Nov 2018, 09:15

MäckIntaier hat geschrieben:(26 Nov 2018, 08:53)

Und gemessen am geistreichen Zitat


Ist Eigenlob für dich geistreich ?
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Re: Was ist links ...

Beitragvon JJazzGold » Mo 26. Nov 2018, 09:23

Narrative hat geschrieben:(25 Nov 2018, 18:52)

Mir sei erlaubt eine Frage in den öffentlichen Raum zu stellen.

Was sind die Unterscheidungsmerkmale resp. die grundlegenden Prädikate einer linken "Haltung"?

Mir ist hierbei natürlich bewusst, das in einer komplexen Gesellschaft diese metrischen Zuschreibungsformeln sich in actu oft verwischen und die Linien verschwimmen können.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon odiug » Mo 26. Nov 2018, 09:24

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Nov 2018, 09:15)

Ist Eigenlob für dich geistreich ?

Das ist halt auch rechts ... siehe Trump :p
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Re: Was ist links ...

Beitragvon odiug » Mo 26. Nov 2018, 09:28

JJazzGold hat geschrieben:(26 Nov 2018, 09:23)

Links ist das was Geld kostet, liberal ist das was das Geld produziert und konservativ ist das was die Kasse verwaltet.

Links: Siehe Rot Grün und die Reform des Arbeitsmarkts.
Liberal: Siehe Bankenkrise und Rettungsschirme.
Rechts: Siehe Schäuble, AfD und schwarze Kassen.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon MäckIntaier » Mo 26. Nov 2018, 09:33

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Nov 2018, 09:15)

Ist Eigenlob für dich geistreich ?


Warum soll Eigenlob nicht geistreich sein können? Hängt das Geistreiche daran, über wen man spricht? Oder ist das nur eine Neidfrage, weil "der Linke" das nicht kann?

Ich füge mal eine Antwort hinzu auf die Frage "Was ist links" (auch): Völlige Humorlosigkeit. Säkularer Pietismus und/oder Calvinismus.
Zuletzt geändert von MäckIntaier am Mo 26. Nov 2018, 10:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Narrative » Mo 26. Nov 2018, 09:33

Nun, es scheint doch sehr zu schmerzen.


Angesichts dessen, das in meiner Familie der jüdische Teil bis auf eine Person in der Schoa ausgelöscht wurde, schmerzt es mich tatsächlich das heute wieder rechtes Gedankengut und eine Verharmlosung des unvorstellbaren Grauens als "Vogelschiss" einen gesellschaftlichen Vorlaut erhalten hat. Ja, das schmerzt mich!
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Re: Was ist links ...

Beitragvon MäckIntaier » Mo 26. Nov 2018, 09:44

Narrative hat geschrieben:(26 Nov 2018, 09:33)

Angesichts dessen, das in meiner Familie der jüdische Teil bis auf eine Person in der Schoa ausgelöscht wurde, schmerzt es mich tatsächlich das heute wieder rechtes Gedankengut und eine Verharmlosung des unvorstellbaren Grauens als "Vogelschiss" einen gesellschaftlichen Vorlaut erhalten hat. Ja, das schmerzt mich!


Ihre persönliche Geschichte bzw. die Ihrer Familie bedaure ich.
Doch Sie haben gefragt: Was ist links? und darauf Antworten erhalten.
Wenn Sie wissen wollen, "Was ist rechts?" dann müssen Sie so fragen. Aber dass "links sein" automatisch positiv sein muss, weil "rechts sein" automatisch Völkermord ist, da kann ich nicht mitgehen.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 26. Nov 2018, 10:18

MäckIntaier hat geschrieben:(26 Nov 2018, 09:44)

Ihre persönliche Geschichte bzw. die Ihrer Familie bedaure ich.
Doch Sie haben gefragt: Was ist links? und darauf Antworten erhalten.
Wenn Sie wissen wollen, "Was ist rechts?" dann müssen Sie so fragen. Aber dass "links sein" automatisch positiv sein muss, weil "rechts sein" automatisch Völkermord ist, da kann ich nicht mitgehen.

Man kann an sich nur an Taten messen bzw. bewerten. und für mich haben da extreme LINKE wie auch extreme RECHTE Systeme mehr als genug Dreck am Stecken. weltweit und von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon Ein Terraner » Mo 26. Nov 2018, 10:52

MäckIntaier hat geschrieben:(26 Nov 2018, 09:33)

Warum soll Eigenlob nicht geistreich sein können? Hängt das Geistreiche daran, über wen man spricht? Oder ist das nur eine Neidfrage, weil "der Linke" das nicht kann?

Ich füge mal eine Antwort hinzu auf die Frage "Was ist links" (auch): Völlige Humorlosigkeit. Säkularer Pietismus und/oder Calvinismus.

Oh, ich bin mir sicher das auch der Linke es bei völliger Humorlosigkeit schaffen wird das eigene Lager als überragend darzustellen und das gegnerische als kacke.
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Re: Was ist links ...

Beitragvon MäckIntaier » Mo 26. Nov 2018, 10:57

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Nov 2018, 10:52)

Oh, ich bin mir sicher das auch der Linke es bei völliger Humorlosigkeit schaffen wird das eigene Lager als überragend darzustellen und das gegnerische andere als kacke.


Ja, das ist ja das, was man mit "links" oft verbindet. Da wäre selbst in dem Falle, in dem das Geistreiche im Vermögen läge, nichts Geistreiches nötig. Genau deshalb kommt "links" so rüber, wie es rüberkommt.
Hermann Hesse schrieb einmal, es sei viel einfacher, geistreich zu kritisieren als geistreich zu loben. Man müsste ergänzen: Manche können beides nicht, das nennt man dann das "linke Urteilen".
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