19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

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Senexx
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19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Senexx » So 4. Nov 2018, 11:16

Nach der Erhebung LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) waren 2017 19% der Bevölkerung oder 15,5 Millionen Menschen in Deutschland arm oder von sozialer Ausgrenzung bedroht. Einele leichte "Besserung" gegenüber 2016, als der Anteil noch bei 19,7% lag. Im europäischen Schnitt liegt er Anteil sogar bei 22,5%.

D liegt bei der Armutsquote schlechter als Belgien, die Niederlande, Frankreich und natürlich deutlich schlechter als die skandinavischen Staaten. Im Grunde können nur die letztgenannten unser Maßstab sein. Und es ist ein Skandal, dass D nicht an der Spitze, sondern hinter diesen liegt.

Die Studien, die regelmäßig durchgeführt werden, sind interessant, weil sie im Grunde Material für die gesellschaftliche Diskussion liefern könnten. Aber kaum liefern, weil sie nicht Gegenstand öffentlicher Debatte sind und die Herrschenden nicht daran gemessen und danach beurteilt werden.

Es werden unterschiedliche Auswertungen nach verschiedenen soziodemographischen Kriterien vorgenommen, die recht interessante Rückschlüsse erlauben.

Allerdings leidet die Studie anscheinend, wie viele andere, an der üblichen PC. Bisher habe ich keine Auswertung nach Staatsangehörigkeit bzw. Migrationsstatus gefunden. Dabei könnte eine solche Auswertung wertvolle Hinweise auf weitere Faktoren der Armutsgefährdung und hilfreiche Anstöße für die gesellschaftliche Debatte liefern.



https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... 1_634.html
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Senexx » Mo 5. Nov 2018, 12:07

Zum Thema hat nun das WSI nachgelegt. Im Verteilungsbericht 2018 kommt es zu der Feststellung, dass sich die dauerhafte Armut in den letzten knapp 3 Jahrzehnten fast verdoppelt hat. 5,4 Prozent der Bevölkerung sitzen inzwischen in der Armutsfalle, aus der sie nicht befreien können.

https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_43_2018.pdf
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon streicher » Mo 5. Nov 2018, 18:55

Jetzt haben wir die Zahlen. Was sind mögliche Lösungsansätze?
Die Zukunft ist Geschichte.
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 5. Nov 2018, 20:14

streicher hat geschrieben:(05 Nov 2018, 18:55)

Jetzt haben wir die Zahlen. Was sind mögliche Lösungsansätze?

1. Grundrente für alle Erwerbslosen über 60 Jahre in Höhe von 1200,00 Euro.
2. Förderung von alleinerziehenden Eltern in Höhe von 300,00 Euro pro Kind.
3. Erhöhung der anzurechnenden Zuverdienstgrenzen bei Hartz 4 Beziehern.
4. Aktivierung des staatlichen sozialen Wohnungsbaues bis eine Senkung des Mietspiegels erreicht ist.
5. Abgeschlossene Berufs- und Hochschulausbildungen mit einer 5000,00 Euro Abschlussprämie belohnen.
So einfach wäre es Armut zu bekämpfen und den Leistungsgedanken zu fördern. :)
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Senexx » Mo 5. Nov 2018, 20:33

streicher hat geschrieben:(05 Nov 2018, 18:55)

Jetzt haben wir die Zahlen. Was sind mögliche Lösungsansätze?


Die Ursachen sind - wie die Daten auswesien - durchaus komplexer Natur. Folglich gibt es auch keinen Patentansatz.

Es wäre nötig, die Probleme öffentlich zu diskutieren und die Herrschenden zu stellen.

Im Übrigen vermute ich, dass es viel mit der gezielten Unterschichtung der Gesellschaft durch Massenimmmigration zu tun hat, ein großer Teil der Betroffenen eben aus Immigrantenkreisen stammt, die deutsche Bevölkerung weit geringer betroffen ist. Aber das wurde ja - bezeichnenderweise - nicht untersucht.
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Bielefeld09
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 5. Nov 2018, 21:34

Senexx hat geschrieben:(05 Nov 2018, 20:33)

....................

Es wäre nötig, die Probleme öffentlich zu diskutieren und die Herrschenden zu stellen.

Im Übrigen vermute ich, dass es viel mit der gezielten Unterschichtung der Gesellschaft durch Massenimmmigration zu tun hat, ein großer Teil der Betroffenen eben aus Immigrantenkreisen stammt, die deutsche Bevölkerung weit geringer betroffen ist. Aber das wurde ja - bezeichnenderweise - nicht untersucht.

Na ja, du kannst hier ja öffentlich diskutieren.
Und natürlich kannst du unsere demokratisch gewählten Vertretter ("Herrschenden") jederzeit stellen.
Das Geschreibsel von der gezielten Unterschichtung und weiterem BlabBla gehört möglicherweise in
andere Threads.
Aber was hast du denn zu Vorschlägen zur Bekämpfung von Armut aktuell zu schreiben?
Werde doch mal konkrett!
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Progressiver » Mo 5. Nov 2018, 22:15

Man muss nicht Immigrant sein, um arm zu sein. Es reicht schon, als Deutscher so krank oder schwerbehindert zu sein, dass man auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr hat. Oder man ist eine alleinerziehende Mutter. Oder man hat eine schlechte Ausbildung gekriegt und muss für einen Hungerlohn arbeiten gehen.

Es gibt sicher viele Gründe, wieso Menschen arm werden. Um reich zu sein, genügt es vor allem, reiche Eltern zu haben. Oder man besitzt kriminelle Energie. Oder jemand gewinnt im Lotto. Letzteres ist aber sehr selten.
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon lila-filzhut » Mo 5. Nov 2018, 23:30

Progressiver hat geschrieben:(05 Nov 2018, 22:15)

Man muss nicht Immigrant sein, um arm zu sein. Es reicht schon, als Deutscher so krank oder schwerbehindert zu sein, dass man auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr hat. Oder man ist eine alleinerziehende Mutter. Oder man hat eine schlechte Ausbildung gekriegt und muss für einen Hungerlohn arbeiten gehen.

Es gibt sicher viele Gründe, wieso Menschen arm werden. Um reich zu sein, genügt es vor allem, reiche Eltern zu haben. Oder man besitzt kriminelle Energie. Oder jemand gewinnt im Lotto. Letzteres ist aber sehr selten.


Der Witz ist ja, daß dieser Zustand von einem großen Teil der Bevölkerung als Ergebnis von linker Politik oder auch Gutmenschenpolitik angesehen wird. Heißt: Der Staat war/ist noch viel zu sozial gewesen.

Armut in D und die Eurokrise

Edit: noch besseres Video gefunden
Zuletzt geändert von lila-filzhut am Di 6. Nov 2018, 10:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 5. Nov 2018, 23:35

Progressiver hat geschrieben:(05 Nov 2018, 22:15)

Man muss nicht Immigrant sein, um arm zu sein. Es reicht schon, als Deutscher so krank oder schwerbehindert zu sein, dass man auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr hat. Oder man ist eine alleinerziehende Mutter. Oder man hat eine schlechte Ausbildung gekriegt und muss für einen Hungerlohn arbeiten gehen.

Es gibt sicher viele Gründe, wieso Menschen arm werden. Um reich zu sein, genügt es vor allem, reiche Eltern zu haben. Oder man besitzt kriminelle Energie. Oder jemand gewinnt im Lotto. Letzteres ist aber sehr selten.

Soll das hier ein Armutsstrang werden und es geht um Lösungen,
oder darf hier jeder Reiche Arsch beschreiben,
wie man Armut entkommt?
Das wäre aber schade für das Thema!
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 5. Nov 2018, 23:44

lila-filzhut hat geschrieben:(05 Nov 2018, 23:30)

Der Witz ist ja, daß dieser Zustand von einem großen Teil der Bevölkerung als Ergebnis von linker Politik oder auch Gutmenschenpolitik angesehen wird. Heißt: Der Staat war/ist noch viel zu sozial gewesen.

Armut in D und die Eurokrise


Der Witz ist einfach nur,
das dein Zitat nu mal weg ist.
Fasse doch einfach mal dein Zitat in eigene Worte.
Nur so können wir uns über Armut austauschen.
Und du dürftest auch schreiben,
was man dagegen zu tun gedenkt.
Aber komm zum Thema!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Bielefeld09 » Di 6. Nov 2018, 01:01

Das Thema darf eben nicht vergessen werden!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon lila-filzhut » Di 6. Nov 2018, 08:30

Bielefeld09 hat geschrieben:
Der Witz ist einfach nur,
das dein Zitat nu mal weg ist.
Fasse doch einfach mal dein Zitat in eigene Worte.
Nur so können wir uns über Armut austauschen.
Und du dürftest auch schreiben,
was man dagegen zu tun gedenkt.
Aber komm zum Thema!


1. Schritt Mindestlohn, 17 € um nen Signal zu setzen und nen bisschen Wiedergutmachung
2. Nach 1-2 Jahren 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Senexx » Di 6. Nov 2018, 08:54

Auch die Welt berichtet nun über die WSI-Studie

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... Reich.html

Die Autoren der Studie würden behaupten, verantwortlich für die Zunahme der Armutsquote sei die Zuwanderung. Die Situation der autochtonen Bevölkerung habe sich nicht geändert.

Würde meine Vermutung bestätigen. Konnte ich aber bisher so noch nicht lesen.
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon lila-filzhut » Di 6. Nov 2018, 09:28

Senexx hat geschrieben:(06 Nov 2018, 08:54)

Auch die Welt berichtet nun über die WSI-Studie

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... Reich.html

Die Autoren der Studie würden behaupten, verantwortlich für die Zunahme der Armutsquote sei die Zuwanderung.
Immer sind die Ossis an allem schuld ☹️
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon KarlRanseier » Di 6. Nov 2018, 09:49

lila-filzhut hat geschrieben:(06 Nov 2018, 09:28)

Immer sind die Ossis an allem schuld ☹️



Nunja, die in die alten Bundesländer geflüchteten Ossis sind tatsächlich fast ausnahmslos Wirtschaftsflüchtlinge. Oder meinst Du, irgendjemand ging nach Dusseldoof, weil's dort so schön ist? :D
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon KarlRanseier » Di 6. Nov 2018, 09:53

Bielefeld09 hat geschrieben:(05 Nov 2018, 20:14)

1. Grundrente für alle Erwerbslosen über 60 Jahre in Höhe von 1200,00 Euro.
2. Förderung von alleinerziehenden Eltern in Höhe von 300,00 Euro pro Kind.
3. Erhöhung der anzurechnenden Zuverdienstgrenzen bei Hartz 4 Beziehern.
4. Aktivierung des staatlichen sozialen Wohnungsbaues bis eine Senkung des Mietspiegels erreicht ist.
5. Abgeschlossene Berufs- und Hochschulausbildungen mit einer 5000,00 Euro Abschlussprämie belohnen.
So einfach wäre es Armut zu bekämpfen und den Leistungsgedanken zu fördern. :)



Punkt 5 halte ich für überflüssig. Ich persönlich kenne niemanden, der besonders depressiv wurde, weil er sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Die Motivation ist sehr groß, da braucht es keine zusätzliche finanzielle Belohnung.
Allerdings bin ich der Meinung, dass die Aufnahme eines Studiums nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein sollte, aber diese Meinung gilt hierzulande als "sozialistische Gleichmacherei"... :(

Auch halte ich es für einen riesigen Skandal, dass in diesem Land immer mehr Menschen keine Krankenversicherung haben. Aber manche Kreise wollen offenbar US-Zustände, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis hier Lebensmittelmarken auch keine Seltenheit mehr sind.
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Re: 19% der Bevölkerung (oder 15,5 Millionen) sind arm ... und andere wissenschaftliche Erkenntnisse

Beitragvon Wähler » Mi 7. Nov 2018, 12:05

SZ 5. November 2018 Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4197292
Grundlage der Untersuchung sind die Daten des sogenannten sozio-ökonomischen Panels. Seit 1984 werden dafür Haushalte vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) befragt. Als dauerhaft arm gelten dem Verteilungsbericht nach Haushalte, die fünf Jahre lang ein verfügbares Einkommen - netto, inklusive aller Transferzahlungen - unterhalb der Armutsgrenze hatten...Zudem werden in dem WSI-Bericht weder Schulden noch Vermögen jenseits von Wohneigentum berücksichtigt - aus "forschungspragmatischen Gründen", wie es heißt. Es gebe schlicht "keine Datenquelle, die im Zeitverlauf umfassend Daten über Einkommen als auch über Vermögen der Haushalte liefert".

"Auf Grundlage der vorhandenen Daten zeigt sich: 1991 lebten gut elf Prozent aller Personen hierzulande in armen Haushalten, 2015 knapp 17 Prozent. Zurückzuführen sei der Anstieg vor allem auf die Zuwanderung, schreiben die Autoren, unter den in Deutschland Geborenen sei die Armutsquote zuletzt stabil geblieben...
Dauerhafte Armut trifft bestimmte Gruppen: Überrepräsentiert sind Ostdeutsche, Rentner, Arbeitslose, Hauptschulabsolventen, Alleinerziehende, Migranten, Singles und Frauen. Die soziale Ungleichheit werde durch geringe soziale Mobilität verstärkt, warnt das WSI...In Deutschland werde es immer schwieriger, von einer Schicht in die nächste aufzusteigen."
Es macht also Sinn, Gegenmaßnahmen je nach Gruppe zu differenzieren.
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