Politische Einstellungen und Intelligenz

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Wähler
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Wähler » So 21. Okt 2018, 10:27

Alpha Centauri hat geschrieben:(21 Oct 2018, 10:44)
Den Wähler nun als dumm hinzustellen nur weil einem das Wahlverhalten in Bezug auf bestimmte Parteien nicht passt zeugt schon von einer gewissen mentalen Verzweiflung.

Es entbehrt vor allem jeglicher sozialempirischer Begründung. Was soll denn ein grünes Zwischenbürgertum sein?
siehe auch: Studie zu Wählern der Parteien
https://www.euractiv.de/section/bundest ... n-sich-an/
" Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün oder auch Schwarz-Grün-Gelb, also „Jamaika“, hätten eines gemeinsam: Es wären Koalitionen mit noch höherer sozial-ökonomischer Homogenität ihrer Wähler – es kämen jene zusammen, deren Anhänger die geringsten wirtschaftlichen Probleme und Nöte haben."
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Skeptiker
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Skeptiker » So 21. Okt 2018, 12:03

Senexx hat geschrieben:(21 Oct 2018, 04:52)
In der Politik geht es nicht darum, das zu wählen, was man leiden kann, sondern um Interessen. Ihr Einwurf ist unsachlich und am Thema vorbei.

Wer grün wählt und nicht zur Kernzielgruppe der Grünen gehört, wählt gegen die eigenen Interessen und handelt somit dumm. Wie ich bereits mehrfach expliziert habe, sind die Grünen die Interessenvertretung eines neuen Zwischenbürgertums. Ihr derzeitiger Erfolg greift aber weit über diese doch beschränkte Klientel hinaus und lässt viele gegen ihre eigenen Interessen wählen. Dummheit wäre dafür eine gute Erklärung.

Du scheinst mir sehr sehr fixiert zu sein auf die Wahrung persönlicher UNMITTELBARER Interessen. Das greift aber sehr kurz.

Wenn ich z.B. einen Diesel fahre, aber gleichzeitig für Fahrverbote bin, dann muss sich das nicht widersprechen. Es kann einfach auch sein, dass ich die Einsicht habe, dass es insgesamt sinnvoll ist Fahrverbote auszusprechen, auch wenn ich in dem Fall selber betroffen bin. Das ist eine Frage der Prioritäten.

Mich erinnert das an die Diskussion aus dem Vereinsstrang, wo es auch hauptsächlich darum ging, welcher primäre Vorteil aus der Mitgliedschaft hervorgeht, obwohl doch für die meisten Menschen klar ist, das man sich in einen Verein eher mit Leistung einbringt, als Vorteile herauszuziehen. Der Vorteil liegt eben darin sich mit einer Unternehmung zu befassen die einem Spaß macht.

Viele Wähler der Grünen sind eher bessergestellt. Sie können "es sich erlauben" sich für hohe Ideale einzusetzen, insbesondere dann, wenn man weiss, dass deren Einlösung einem selber weniger weh tut, wie den anderen. Das ist durchaus rational in einer zunehmend moralistischen Gesellschaft. Die Wahl der Grünen ist soetwas wie der Klingelbeutel für Atheisten. Gut leben, aber dann bei der Wahl für die gute Moral spenden.

Du solltest also vorsichtig sein großeren Bevölkerungsteilen Dummheit vorzuwerfen. Das hat was von "ein Geisterfahrer? Hunderte!".
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Der Neandertaler » So 21. Okt 2018, 13:49

Hallo Senexx.
Wenn Intelligenzniveau und IQ miteinander in Korrelation gebracht werden kann, dann eher im Sinne einer amerikanischen Langzeit-Studie mit 15.000 Teilnehmern, in der junge Leute, die sich als "sehr konservativ" bezeichneten, im Schnitt einen IQ von 95 (fünf Punkte unter dem Durchschnitt) besaßen.
Altersgenossen, die sich als "sehr liberal" einstuften, kamen demnach auf 106 IQ-Punkte. Der englische Psychologen Ian Deary von der Universität Edinburgh führte 2008 einr Studie durch, danach besaßen Grünen-Wähler in einer Stichprobe einen mittleren IQ von 108 - Anhänger der Konservativen 104 und Labour-Unterstützer 103. Nichtwähler und Anhänger einer rechtsextremen Partei lagen jeweils unter 100.

Noch eines:
    Unter den befragten Amerikanern hatten die "überhaupt nicht religiösen" einen IQ von 103 und die "sehr religiösen" einen IQ von 97. Und was im amerikanischen als "sehr liberal" bezeichnet wird, würde nach hiesigem Verständnis "progressiv" bedeuten - fortschrittlich, sich in einem bestimmten Verhältnis allmählich steigernd, entwickelnd.
Der Intelligenz-Forscher Detlef Rost von der Universität Marburg erklärte zu Alledem:
    "Um progressiv zu sein, brauchen Menschen kognitive Leistungsfähigkeit. Wer immer im Bekannten bleibt, muß nicht viel überlegen."
Bezogen auf deutsche Verhältnisse würde dies wiederum bedeuten, daß der durchschnittliche Intelligenzquotient umgekehrt nicht bei den sogenannten Volksparteien liegt - sondern grün ist. Wobei etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland nach der Normalverteilung einen IQ zwischen 90 und 109 aufweist.

Wähler der Linkspartei konnten danach mit durchschnittlich 105 Punkten den höchsten IQ aufweisen. Wähler der Grünen verfügen im Schnitt schon über einen IQ von 99 Punkten - die Wähler der FDP kommen auf 103 - bei der SPD sind es 100. Während es bei CDU-Wähler immerhin noch 101 sind, liegen AfD-Wähler gerade mal bei 93 Punkten. Demnach schneidet die Partei, die sich selber als "konservativ" bezeichnet, schon schlecht ab, aber die Fortschrittsfeindlichkeits-Partei und die sich den Kampf gegen die Lebensgrundlagen der modernen Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben hat, schneidet unterdurchschnittlich ab.

Nur in dieser Tradition kann ich mir auch Deine Aussage erklären:
    "Aufkommen und dann das Anschwellen der Grünen ... Fortschrittsfeindlichkeit ... mit dem irrationalen Kampf gegen Atomkraft und dem Kampf gegen die Nachrüstung ... der Regierungsbeteiligung der Grünen mit all ihren verheerenden Wirkungen."
À propos:
    Deutschland liegt im IQ-Ländervergleich mit durchschnittlichen IQ von 100 Punkten in diesem Ranking auf Platz 15. Noch vor Spanien, das mit durchschnittlichen 97 Punkten auf Platz 34 abschneidet.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Senexx » So 21. Okt 2018, 13:56

Schön,dass sie es schaffen Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Alpha Centauri » So 21. Okt 2018, 14:53

Wähler hat geschrieben:(21 Oct 2018, 11:27)

Es entbehrt vor allem jeglicher sozialempirischer Begründung. Was soll denn ein grünes Zwischenbürgertum sein?
siehe auch: Studie zu Wählern der Parteien
https://www.euractiv.de/section/bundest ... n-sich-an/
" Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün oder auch Schwarz-Grün-Gelb, also „Jamaika“, hätten eines gemeinsam: Es wären Koalitionen mit noch höherer sozial-ökonomischer Homogenität ihrer Wähler – es kämen jene zusammen, deren Anhänger die geringsten wirtschaftlichen Probleme und Nöte haben."


Naja vor kurzem hat doch der Dobrindt in einer Sendung auch wieder vom sogenannten " linken" ( SPD, LINKSPARTEI, GRÜNE) und " bürgerlichen Lager ( CDU/CSU, FDP, ) schwadroniert , alleine wenn man mal in die Analyse der Wählerschaft der jeweiligen Parteien geht , stellt man fest diese klassische Unterteilung ist zumindest was die Klientel und Wählerschaft an geht völlig unsinnig, und trifft so wie es Dobrindt suggeriert im Jaht 2018 nicht mehr zu, ( zumal entsprechende Leute nie mal erklären was sie denn genau unter "links" und "bürgerlich" denn eigentlich genau verstehen, sondern dann kommen nur noch hirnlose Parolen dabei heraus ) aber der Dobrindt scheint mir ( wie die CSU ganz allgemein) geistig vor 10- 15 Jahren stehen geblieben zu sein.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon PeterK » So 21. Okt 2018, 15:46

Senexx hat geschrieben:(20 Oct 2018, 21:39)
Nun haben IQ-Forscher eine Spur gefunden. Seit den späten 70ern geht das Intelligenzniveau der Bevölkerung zurück. Zumindest in Norwegen. Die Menschen werden immer dümmer.

Das hat IMO mit dem höheren Durchschnittsalter zu tun. Der IQ soll ja mit zunehmendem Alter absinken. Das könnte auch erklären, warum ältere Menschen im Durchschnitt ein wenig konservativer (oder "rechter") ticken als die Jüngeren.

Es gibt natürlich auch junge Rechte - aber denen ist vermutlich schon bei der Geburt kein allzu hoher IQ beschert worden.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Senexx » So 21. Okt 2018, 16:28

PeterK hat geschrieben:(21 Oct 2018, 16:46)

Das hat IMO mit dem höheren Durchschnittsalter zu tun. Der IQ soll ja mit zunehmendem Alter absinken. Das könnte auch erklären, warum ältere Menschen im Durchschnitt ein wenig konservativer (oder "rechter") ticken als die Jüngeren.

Es gibt natürlich auch junge Rechte - aber denen ist vermutlich schon bei der Geburt kein allzu hoher IQ beschert worden.


Lesen Sie richtig, bevor Sie Unsinn posten. Die Studie bezog sich auf Rekruten.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon PeterK » So 21. Okt 2018, 17:01

Senexx hat geschrieben:(21 Oct 2018, 17:28)
Lesen Sie richtig, bevor Sie Unsinn posten. Die Studie bezog sich auf Rekruten.

Lies bitte Deine "Quellen" sorgfältig und aufmerksam:
Bernt Bratsberg und Ole Rogeberg folgern aus der Auswertung, dass die Menschen insgesamt immer dümmer werden. Die ernüchternde Erkenntnis deckt sich mit internationalen Studientrends: In den Industrienationen ist der IQ in den letzten Jahrzehnten immer mehr zurückgegangen.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 10:50

PeterK hat geschrieben:(21 Oct 2018, 18:01)

Lies bitte Deine "Quellen" sorgfältig und aufmerksam:


Habe ich. Im Gegensatz zu Ihnen. Die Autoren folgern das aus dem Dümmer werden von Rekruten. D.h. die alterspezifischen IQs sind niedriger als früher. Hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass der IQ im Alter sinkt und der Anteil der Alten steigt. Schon die Jungen sind dümmer.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Wolverine » Mo 22. Okt 2018, 10:54

Senexx hat geschrieben:(20 Oct 2018, 22:18)

In Deutschland und in den westlichen Ländern verliert die Religion immer mehr.

Stattdessen gibt es, da stimme ich Ihnen zu, mehr Esoterik. Man könnte also sagen: Dumme Menschen wenden sich von der Religion ab und der Essoterik zu. Bestätigt meine Thesen.

Die säkularisierte Form der Esoterik sind Gutmenschentum und Grünentum.


Jau, auch meine Erfahrung.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon MäckIntaier » Mo 22. Okt 2018, 10:58

Skeptiker hat geschrieben:(21 Oct 2018, 13:03)

Du scheinst mir sehr sehr fixiert zu sein auf die Wahrung persönlicher UNMITTELBARER Interessen. Das greift aber sehr kurz.

Wenn ich z.B. einen Diesel fahre, aber gleichzeitig für Fahrverbote bin, dann muss sich das nicht widersprechen. Es kann einfach auch sein, dass ich die Einsicht habe, dass es insgesamt sinnvoll ist Fahrverbote auszusprechen, auch wenn ich in dem Fall selber betroffen bin. Das ist eine Frage der Prioritäten.

Mich erinnert das an die Diskussion aus dem Vereinsstrang, wo es auch hauptsächlich darum ging, welcher primäre Vorteil aus der Mitgliedschaft hervorgeht, obwohl doch für die meisten Menschen klar ist, das man sich in einen Verein eher mit Leistung einbringt, als Vorteile herauszuziehen. Der Vorteil liegt eben darin sich mit einer Unternehmung zu befassen die einem Spaß macht.

Viele Wähler der Grünen sind eher bessergestellt. Sie können "es sich erlauben" sich für hohe Ideale einzusetzen, insbesondere dann, wenn man weiss, dass deren Einlösung einem selber weniger weh tut, wie den anderen. Das ist durchaus rational in einer zunehmend moralistischen Gesellschaft. Die Wahl der Grünen ist soetwas wie der Klingelbeutel für Atheisten. Gut leben, aber dann bei der Wahl für die gute Moral spenden.

Du solltest also vorsichtig sein großeren Bevölkerungsteilen Dummheit vorzuwerfen. Das hat was von "ein Geisterfahrer? Hunderte!".


Dem möchte ich mich anschließen.

Und der Strangeröffner sollte mal über die Begriffe Intelligenz, Klugheit, Dummheit, Blödheit, Cleverness sowie über den Unterschied zwischen materiellen und moralischen Interessen nachdenken.
If voting made any difference they wouldn't let us do it. (Mark Twain)
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Ein Terraner » Mo 22. Okt 2018, 11:01

Wolverine hat geschrieben:(22 Oct 2018, 11:54)

Jau, auch meine Erfahrung.

Dann sollte es dir doch ein leichtes sein seine Wortschöpfungen hier zu erklären. :)
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 11:04

Skeptiker hat geschrieben:(21 Oct 2018, 13:03)

Du scheinst mir sehr sehr fixiert zu sein auf die Wahrung persönlicher UNMITTELBARER Interessen. Das greift aber sehr kurz.


Den Begriff "unmittelbar" habe ich überhaupt nicht verwendet.

Ich wollte hier auch keine Diskussion über "Interessen" beginnen. Das Thema ist sehr komplex und durchaus kontrovers. Und für eine Diskussion unter den hiesigen Moderationsbedingungen schwerlich geeignet. Politiktheoretische Versuche scheitern hier regelmäßig.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 11:07

Wolverine hat geschrieben:(22 Oct 2018, 11:54)

Jau, auch meine Erfahrung.


Dazu, ein Klassiker

https://www.amazon.de/Die-Arbeit-andere ... s=schelsky
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Wolverine » Mo 22. Okt 2018, 11:22



Herrlich. :thumbup:

Aus einer Kundenrezension:
.........es geht um Herrschaft, aber nicht um weltliche sondern um geistliche Herrschaft, m. a. W.: um die Heraufkunft einer neuen Sozialreligion samt ihrer Verkünder, die zum Zeitpunkt der Abfassung des Buches dabei waren, die Sinngebungs- und Wertungskompetenz über die Gesellschaft an sich zu reißen. Man muss nicht lange raten, wer gemeint ist: es handelt sich um die Frankfurter Schule, deren Adepten im Namen von Emanzipation, Gleichheit, sozialer Gerechtigkeit und Bedürfnisbefriedigung die Kontrolle über die Schaltstellen in Kultur, Medien, Gewerkschaften, Schulen, Universitäten und Politik anstrebten. Die Beschreibung dieses Vorgangs ist von heute aus wie eine Geistesgeschichte der Siebziger Jahre zu lesen, mit Böll, Grass, Habermas, Spiegel und Stern und all den Leitfiguren und Leitmedien der sozialliberalen Weltanschauung an ihrer Spitze. Ich finde das Buch ungemein dicht und anspruchsvoll geschrieben, seine zahllosen Beispiele sind überzeugend, und am Ende bleibt nur die Frage: hat Schelsky recht behalten?
Leider ja. Eine Generation nach dem Erscheinen des vorliegenden Buches ist der Sieg dieser neuen Sozialreligion und ihrer Priesterkaste fast vollkommen. Bis in die Schulbücher (eigentlich die Gesangbücher der neuen Sozialreligion ) hinein, wird das Lied der harmonischen Gutmenschenwelt immer aufs Neue intoniert, aber wehe, es taucht irgendwo ein abweichender (ketzerischer ) Gedanke auf, dann wird dieser Ketzer mit der Peitsche der political correctness oder der "Auschwitzkeule" ( Martin Walser ) schnell zur Raison gebracht. Übrigens ist es inzwischen fast zum Erkennungsmerkmal dieser Sozialreleigion geworden, dass sie zwar den kommunikativen Diskurs in den Rang eines Dogmas erhoben hat, ihn aber sopfort abbricht, wenn es darum geht, ihre eigenen Präsmissen zu diskutieren. Auch die Arbeit tun noch immer die anderen, während die während es die kulturellen und politischen Eliten besser denn je verstehen, ihren fetten Rahm aus diesen Erträgen schon abzuschöpfen.
Gibt es denn gar keine Hoffnung, möchte man da 30 Jahre nach dem Erscheinen dieses Buches fragen. Doch, würde Schelsky wahrscheinlich antworten, aber nur, wenn sich eine andere, neue Sozialregligon durchsetzt. Ob die aber "besser" ist, kann niemand wissen. Dass es so etwas wie eine siegreiche Aufklärung auf dem Hintergrund nachprüfbarer Rationalität geben könnte, ist, so Schelsky, eher unwahrscheinlich. Umso ehrenwerter, dass er dieses Buch geschrieben hat."

Damit ist alles gesagt und auf den Punkt gebracht.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Ein Terraner » Mo 22. Okt 2018, 11:33

Wolverine hat geschrieben:(22 Oct 2018, 12:22)

Herrlich. :thumbup:

Aus einer Kundenrezension:

Damit ist alles gesagt und auf den Punkt gebracht.


Nun ist er wieder da, im Kreise anderer (Stein-)Bücher: "Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen Aber ach! Die Wiederkehr der fünfziger Jahre erreicht deren Höhen nicht, und die unverhohlene Freude derer, die einen Schneefall im Mai für den Anfang des Winters halten, stimmt eher traurig. Schelsky hat ein mittelmäßiges Modebuch geschrieben, mit dem er sich als einer der Ideologen der Neuen Rechten ausweist Er ist davon "überzeugt, daß die in diesem Buch entwickelten Thesen nicht so schnell veralten, wahrscheinlich Generationen überdauern werden"; das ist der einzige Unterschied zu seinen früheren Büchern und stimmt diejenigen noch trauriger, die ihn für eine anregende und belebende Erscheinung in der sonst oft faden deutschen Zeitsoziologie halten.

https://www.zeit.de/1975/14/die-denunzi ... ufklaerung
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 11:45



Rotfl.

Dahrendorf, der große selbst ernannte Liberale, wollte seine intellektuelle Priesterherrschaft in die politische Praxis umsetzen und ist dann damit grandios an seiner Hybris gescheitert.

Die DGS hat er in Trümmern zurückgelassen, deren Aktien sind erstmal in den Tiefen des Auswärtigen Amtes verschwunden und mussten von seinem Nachfolfer in mühseliger Kleinarbeit wieder rekonstruiert werden.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Ein Terraner » Mo 22. Okt 2018, 12:06

Wolverine hat geschrieben:(22 Oct 2018, 12:48)

Hier hat ein User einen ausgeprägten Rechtsradikalen-Fimmel. Bei dem sind jüdische Historiker gerne mal Holocaust-Leugner und Naziherrschaft-Verniedlicher.

Dafür habe ich mich Entschuldigt, ein Kommentar dazu das du ihm Aussagen verdreht und unterstellt hast die er so nie getätigt hat blieb aber leider offen.
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Re: Politische Einstellungen und Intelligenz

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 22. Okt 2018, 12:31

[list=]

[/list]
MäckIntaier hat geschrieben:(22 Oct 2018, 11:58)

Dem möchte ich mich anschließen.

Und der Strangeröffner sollte mal über die Begriffe Intelligenz, Klugheit, Dummheit, Blödheit, Cleverness sowie über den Unterschied zwischen materiellen und moralischen Interessen nachdenken.


Absolut daran täte er besser, statt hier undifferenziert und pauschal alle Grünen Wähler als durchweg dumm und geistig unter bemittelt zu verunglimpfen.

Wie gesagt warum sollten im Gegensatz Wähler von AFD oder CDU allesamt Intelligenz Bestien sein??

Totaler ideologischer Kokolores.

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