Linke ledert Knabe weg

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imp
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Linke ledert Knabe weg

Beitragvon imp » Di 25. Sep 2018, 19:23

Politisches Erdbeben in Berlin. Der in der Politopfer-Szene bestens vernetzte und politisch stark verankerte Hubertus Knabe von der Gedenkstätte Hohenschönhausen muss voraussichtlich abtreten. Wegen Frauenbelästigung seines Vize hat Kultursenator Lederer (Linke, vergleichbar Minister) dem Knabe das Vertrauen entzogen. Doch auch die Bundes-CDU hat bei dieser Personalie mitzureden. Stoppt Grütters die linke Kampagne gegen den Vergangenheitshubertus? Braucht die Gedenkstätte einen Neustart oder glaubt ihr, Knabe habe alles im Griff?
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon H2O » Di 25. Sep 2018, 21:49

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Sep 2018, 20:23)

Politisches Erdbeben in Berlin. Der in der Politopfer-Szene bestens vernetzte und politisch stark verankerte Hubertus Knabe von der Gedenkstätte Hohenschönhausen muss voraussichtlich abtreten. Wegen Frauenbelästigung seines Vize hat Kultursenator Lederer (Linke, vergleichbar Minister) dem Knabe das Vertrauen entzogen. Doch auch die Bundes-CDU hat bei dieser Personalie mitzureden. Stoppt Grütters die linke Kampagne gegen den Vergangenheitshubertus? Braucht die Gedenkstätte einen Neustart oder glaubt ihr, Knabe habe alles im Griff?


Die Frage ist doch, ob Herr Knabe von diesen Vorfällen gewußt hat und nichts dagegen unternommen hat, oder ob ihm nichts dergleichen vorgehalten werden kann. Sind die Vorfälle klar nachgewiesen, oder könnte sich eine Seilschaft ein Mobbing-Opfer gesucht haben? Schwer aus der Ferne eine Einschätzung zu versuchen!
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon imp » Di 25. Sep 2018, 21:57

H2O hat geschrieben:(25 Sep 2018, 22:49)

Die Frage ist doch, ob Herr Knabe von diesen Vorfällen gewußt hat und nichts dagegen unternommen hat, oder ob ihm nichts dergleichen vorgehalten werden kann. Sind die Vorfälle klar nachgewiesen, oder könnte sich eine Seilschaft ein Mobbing-Opfer gesucht haben? Schwer aus der Ferne eine Einschätzung zu versuchen!

Es handelt sich wohl um mehrere Vorfälle und Personeb über Jahre. Der Lederer hat das schlau eingefädelt, alles ging immer wieder auf dem Dienstweg zum Chef - und der tat lange nichts, später das mindeste im Bezug auf seinen engen Freund.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon Jordanes » Di 25. Sep 2018, 22:02

Herr Knabe war immer ein exponierter Kritiker von Kommunisten, DDR-Nostalgikern und sonstigen Linksextremisten. Insbesondere mit der SED-Nachfolgern und ihrer DDR-Verklärung ist er immer hart ins Gericht gegangen. Daß der Berliner Kultursenator Herr Lederer von der SED-Nachfolgepartei Herrn Knabe nur zu gerne aus der Gedenkstätte entfernen wollte, ist da nicht verwunderlich.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon H2O » Di 25. Sep 2018, 22:03

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Sep 2018, 22:57)

Es handelt sich wohl um mehrere Vorfälle und Personeb über Jahre. Der Lederer hat das schlau eingefädelt, alles ging immer wieder auf dem Dienstweg zum Chef - und der tat lange nichts, später das mindeste im Bezug auf seinen engen Freund.


Dazu wird es sicher eine Verhandlung vor Gericht geben, wo das Maß an zu zu messender Schuld ermittelt wird. Keine erfreuliche Angelegenheit.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon H2O » Di 25. Sep 2018, 22:06

Jordanes hat geschrieben:(25 Sep 2018, 23:02)

Herr Knabe war immer ein exponierter Kritiker von Kommunisten, DDR-Nostalgikern und sonstigen Linksextremisten. Insbesondere mit der SED-Nachfolgern und ihrer DDR-Verklärung ist er immer hart ins Gericht gegangen. Daß der Berliner Kultursenator Herr Lederer von der SED-Nachfolgepartei Herrn Knabe nur zu gerne aus der Gedenkstätte entfernen wollte, ist da nicht verwunderlich.


Ein Gericht wird auch diesen Umstand in seinen Untersuchungen berücksichtigen. Wenn den Beschuldigten am Ende nichts vor zu werfen ist, dann wir das zum politischen Bumerang!
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 26. Sep 2018, 08:10

Jordanes hat geschrieben:(25 Sep 2018, 23:02)

Herr Knabe war immer ein exponierter Kritiker von Kommunisten, DDR-Nostalgikern und sonstigen Linksextremisten. Insbesondere mit der SED-Nachfolgern und ihrer DDR-Verklärung ist er immer hart ins Gericht gegangen. Daß der Berliner Kultursenator Herr Lederer von der SED-Nachfolgepartei Herrn Knabe nur zu gerne aus der Gedenkstätte entfernen wollte, ist da nicht verwunderlich.

Nur dass das "System Knabe" eben auch eine Art nostalgisches, verklärtes Weltbild etablierte.
Deshalb ging es auch nicht mehr nur um Frauendorfer, der Mitarbeiterinnen privat kontaktiert, über Jahre jungen Frauen körperlich zu nahe getreten sein und ihnen seine Sex-Vorlieben berichtet haben soll. Es steht auch die Frage im Raum, ob das alles durch das System Knabe begünstigt wurde – und ob er der Richtige ist, um die Vorgänge aufzuklären. In ihrem Brief schrieben die betroffenen Frauen, dass sie bei ihren Vorgesetzten „eine Regelhaftigkeit übergriffiger Verhaltensmuster“ festgestellt haben. Ein „Frauenbild der 50er Jahre“ habe vorgeherrscht. Abteilungsleiter sollen sich die Führungsetage und ihren „strukturellen Sexismus“ zum Vorbild genommen haben, körperliche Nähe gesucht, anzügliche Komplimente gemacht haben.

Nicht aus "Neues Deutschland" sondern aus: https://www.tagesspiegel.de/berlin/stasi-gedenkstaette-hohenschoenhausen-direktor-hubertus-knabe-muss-nach-vorwuerfen-gegen-seinen-vize-gehen/23112912.html

Man muss sich über folgende Tatsache im Klaren sein: Unmittelbar neben der Stasi-Gedenkstätte gibts ein großes Jugendherbergshotel, wo beständig Busse aus Holland, Litauen, Spanien, Frankreich ... parken. Und diese Jugendlichen sollen dann mit einer Realität der 50er bis 80er Jahre konfrontiert werden, in der sie noch nicht gelebt haben.

Der Tagesspiegel bringt schon eins ziemlich deutlich auf den Punkt:
Die Führung der nach Besucherzahlen sehr erfolgreichen Gedenkstätte verbreite intern das Gefühl, es sei ihre persönliche Gedenkstätte, gewissermaßen der Stachel im Fleisches des roten Berlin, sagen manche. Dazu beigetragen hat laut Beobachtern auch der Senat selbst: Niemand wollte sich bislang ernsthaft mit Knabe anlegen, zu groß, zu einflussreich seien seine Unterstützer.


Es ist für mich seit Jahren ziemlich klar, dass die offensichtliche Vernachlässigung der unmittelbaren Umgebung dieser Stasi-Gedenkstätte zu diesem Programm gehörte und absolut garnix mit der nötigen Aufarbeitung der DDR-Geschichte zu tun hat.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon Jordanes » Mi 26. Sep 2018, 21:50

Ein Frauenbild der 50er Jahre? Das bedeutet, Herr Knabe hält Damen die Tür auf, hilft ihnen in den Mantel und drückt seine Wertschätzung für die holde Weiblichkeit mit einem Handkuß aus? Wie schrecklich.

Könnte nicht doch etwas anderes dahinter stecken? Das hier zum Beispiel?

Und es gab Signale, dass Lederer, aber auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Knabe gern los werden wollen.

Ausgerechnet Lederer: Knabe hatte im Herbst 2016 harsche Worte genutzt, dass ein Linke-Politiker wieder Kultursenator werden sollte. Lederers Partei habe immer noch ein positives Verhältnis zur DDR und könne schwerlich Verantwortung tragen für die Aufarbeitung des SED-Unrechts. Berlins Kultursenator ist qua Amt zugleich Vorsitzender des Stiftungsrates der von Bund und Berlin finanzierten Gedenkstätte, die aus dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der


https://www.tagesspiegel.de/berlin/stas ... 12912.html
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon Fliege » Mi 26. Sep 2018, 22:18

Vielleicht hätte Knabe nicht beim Focus (Sekundärquelle) über die "Stasi-IM als Netz-Spionin" referieren sollen? Bekanntlich vergisst die Stasi nichts.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon imp » Mi 10. Okt 2018, 10:20

Jordanes hat geschrieben:(26 Sep 2018, 22:50)

Ein Frauenbild der 50er Jahre? Das bedeutet, Herr Knabe hält Damen die Tür auf, hilft ihnen in den Mantel und drückt seine Wertschätzung für die holde Weiblichkeit mit einem Handkuß aus? Wie schrecklich.

Schrecklich, wie ungebildet du über die 50er daherredest. Dagegen hat sich heute viel verändert. Knabe offenbar nicht. Nicht nur hat er seinen Stellvertreter lang gewähren lassen, auch gegen ihn selbst häuften sich Vorwürfe. Dass Leiter staatsnaher Einrichtungen in ihren 60ern auch mal vorzeitig gehen müssen, wenn sie den Laden nicht mehr korrekt führen, ist im Grunde ganz in Ordnung.

Marianne Birthler berät die Einrichtung nun kommissarisch, bis ein Nachfolger etabliert ist. Das zeigt, dass es hier nicht um Parteibücher geht.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 22. Okt 2018, 07:54

Das frauenverachtende Klima in der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen vernebelt etwas die Tatsache, dass dort weitere (mindestens) ebenso fragwürdige Machenschaften liefen. Inzwischen ist Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen, aus Protest aus dem Förderverein dieser Gedenkstätte ausgetreten. Die gesamte "Aufarbeitungsszene" ist zunehmend von Rechtslastigkeit und ganz konkret von der AfD und der Jungen Freiheit nahestehenden Leuten durchdrungen. Auch wenn man sich von Extremfällen wie Sigmar Faust getrennt hat oder trennen musste.

Dieser Beitrag in der Reihe "Essay und Diskurs" des Deutschlandfunks analysiert ausführlich die Hintergründe: https://www.deutschlandfunk.de/erinneru ... _id=427797

Dabei geht es unter anderem auch um die Bemühungen von Hubertus Knabe, dem SED-Staat den gleichen Stellenwert zuzuschreiben wie dem Dritten Reich. Und die Stasi-Gedenkstätte in Berlin ganz ausdrücklich als Parallele zur Shoah-Gedenkstätte Yad Vashem aufzubauen. Ich glaube, ich brauche nicht extra zu betonen, dass der Skandal dabei zum Wenigsten in einer eventuell etwas verzerrten Überhöhung der Menschenrechtsverletzungen in der DDR besteht.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 08:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Sep 2018, 20:23)

Politisches Erdbeben in Berlin. Der in der Politopfer-Szene bestens vernetzte und politisch stark verankerte Hubertus Knabe von der Gedenkstätte Hohenschönhausen muss voraussichtlich abtreten. Wegen Frauenbelästigung seines Vize hat Kultursenator Lederer (Linke, vergleichbar Minister) dem Knabe das Vertrauen entzogen. Doch auch die Bundes-CDU hat bei dieser Personalie mitzureden. Stoppt Grütters die linke Kampagne gegen den Vergangenheitshubertus? Braucht die Gedenkstätte einen Neustart oder glaubt ihr, Knabe habe alles im Griff?

Was hat er denn gemacht?
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 09:02

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Oct 2018, 08:54)
Dabei geht es unter anderem auch um die Bemühungen von Hubertus Knabe, dem SED-Staat den gleichen Stellenwert zuzuschreiben wie dem Dritten Reich. Und die Stasi-Gedenkstätte in Berlin ganz ausdrücklich als Parallele zur Shoah-Gedenkstätte Yad Vashem aufzubauen. Ich glaube, ich brauche nicht extra zu betonen, dass der Skandal dabei zum Wenigsten in einer eventuell etwas verzerrten Überhöhung der Menschenrechtsverletzungen in der DDR besteht.


Das glauben Sie doch selbst nicht.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 22. Okt 2018, 09:11

Senexx hat geschrieben:(22 Oct 2018, 10:02)

Das glauben Sie doch selbst nicht.

Was konkret glaube ich selbst nicht? Dass HUbertus Knabe ein Opferregister ausdrücklich nach Vorbild von Yad Vashem anzulegen gedachte? Das wurde ganz offiziell als Pressemitteilung herausgegeben.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 09:18

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Oct 2018, 10:11)

Was konkret glaube ich selbst nicht? Dass HUbertus Knabe ein Opferregister ausdrücklich nach Vorbild von Yad Vashem anzulegen gedachte? Das wurde ganz offiziell als Pressemitteilung herausgegeben.


Quelle?
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 22. Okt 2018, 10:22

Senexx hat geschrieben:(22 Oct 2018, 10:18)

Quelle?


(Unter anderem) die auch von Ihnen gern zitierte WELT:
Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen will ein umfassendes Namensregister für die Opfer des DDR-Regimes anlegen. Nach dem Vorbild der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entsteht damit die erste gesicherte Datenbank für politisch Verfolgte des SED-Staates, wie die Gedenkstätte am Freitag mitteilte.

https://www.welt.de/newsticker/news2/article179691908/Forschung-Berliner-Gedenkstaette-Hohenschoenhausen-will-umfassendes-DDR-Opferregister-anlegen.html

Das waren im Juli dieses Jahres aber einfach nur die offiziellen Fakten ...

Der weiter oben verlinkte Beitrag in der Reihe "Essay und DIskurs" beleuchtet die Hintergründe. Er stammt von dem (promovierten) Historiker und Journalisten Karsten Krampitz, der in den 90ern vor allem für Straßenzeitungen schrieb und bis vor kurzem selbst Mitglied der Partei "Die Linke" war. Einiges in seinem Beitrag sehe ich etwas anders. Seinen Blick auf die DDR halte ich in mancherlei Hinsicht für etwas romantisiert. Aber in dem Punkt DDR/DrittesReich-Vergleich - der von Leuten wie Knabe favorisiert wird - hat er vollkommen recht, wennn er schreibt:

Problematischer Vergleich mit dem Dritten Reich

Das Dritte Reich steht für zwei zentrale Ereignisse, zum einen für die Shoa – den Mord an über sechs Millionen Juden – zum anderen für den Zweiten Weltkrieg. Frage: Hat es in der DDR Gaskammern gegeben? Hat die NVA Polen überfallen? Und: Wurde das SED-Politbüro am Ende militärisch besiegt? Und umgekehrt: Hat es, sagen wir im Februar/März ‚45, auf den Straßen Hitlerdeutschlands Massendemonstrationen gegeben, mit der Forderung nach einem ‚Faschismus mit menschlichem Antlitz‘?

War die DDR-Staatsgründung vielleicht doch eher eine Folge des Zweiten Weltkriegs, wohingegen das Dritte Reich denselben – einen mörderischen Vernichtungskrieg – verschuldet hat?

https://www.deutschlandfunk.de/erinnerungspolitik-ddr-neu-erzaehlen.1184.de.html?dram:article_id=427797
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon Senexx » Mo 22. Okt 2018, 10:53



Er nahm sich die Holocaust-Datenbank zum Vorbild. Das hat nichts damit zu tun, dass er die Stasi-Gedenkstätte auf eine Stufe mit der Holocaust-Stätte stellen wollte.

Eine Opferdatenbank ist sicher sinnvoll. Damit ist das Unrecht dann gut dokumentiert und gegen Vertuschungsversuche gefeit.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 22. Okt 2018, 14:37

Senexx hat geschrieben:(22 Oct 2018, 11:53)

Er nahm sich die Holocaust-Datenbank zum Vorbild. Das hat nichts damit zu tun, dass er die Stasi-Gedenkstätte auf eine Stufe mit der Holocaust-Stätte stellen wollte.

Eine Opferdatenbank ist sicher sinnvoll. Damit ist das Unrecht dann gut dokumentiert und gegen Vertuschungsversuche gefeit.


Letzteres ist sicher richtig. Es ist ja auch unter anderem die Aufgabe solcher Gedenkstätten, historische Verläufe vor dem Vergessen oder Vertuschtwerden zu schützen. Yad Vashem dokumentiert aber nicht den historischen Verlauf der Vorgänge in einem autoritären Unrechts-Staat sondern ein singuläres historisches Ereignis. Die Bezugnahme ist ganz offensichtlich in einem bestimmten Sinn beabsichtigt. Ist aber von der anderen Seite her gesehen völlig inakzeptabel. Zumal damals mitbeteiligte Personen wie etwa der Historiker Jörg Baberowski gerade in Hinblick auf seine Ansichten zum Dritten Reich, nun, sagen wir mal vorsichtig, umstritten ist. Der schon erwähnte AfD-Nahe Shoah-Leugner SIegmar Faust war schon vor längerer Zeit nicht mehr zu halten. Er hatte Anfang der 90er einer ehemaligen KZ-Aufseherin in Sachsenhausen und Ravensbrück (Margot Pietzner), die dort nachweislich an Misshandlungungen beteiligt war und dafür von der russischen Militärverwaltung verurteilt wurde, zur Anerkennung als politischer Häftling und zu über 60000 Mark Haftentschädigung verholfen. Irgendwann ist es genug. Dass Leute von so hohem Ansehen wie der sächsische Stasiunterlagenbeauftragte Lutz Rathenow oder eben der Bundesbeauftragte Roland Jahn (und weitere sowohl den Grünen wie der Union nahestehende Leute) auf Distanz zur Gedenkstätte und seinem Ex-Leiter gehen ... verwunderlich ist das nicht. Und bezeichnend ganz sicher.
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Re: Linke ledert Knabe weg

Beitragvon imp » Mi 28. Nov 2018, 10:52

https://www.tagesspiegel.de/berlin/gede ... 89256.html
CDU-Mann Dombrowski kritisiert, dass das alte Knabe-Netzwerk in der CDU (Vaatz&co) zwar für den Mann Lobbyismus betreibe, aber die DDR-Oppositionellen ganz aus dem Auge verliere. Er trägt die Entlassung mit. Dombrowski ist auch Chef des Lobbyverbandes UOKG und war in der DDR im Gefängnis. Knabetreue Mitgliedsvertreter hatten einen Misstrauensantrag gegen Dombrowski gestellt.
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