Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

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Raul71
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Raul71 » Mi 12. Sep 2018, 22:33

think twice hat geschrieben:(12 Sep 2018, 22:10)

Dabei ist die Frage des Threaderstellers doch eigentlich ganz einfach zu beantworten:
Wer nicht rechts sein will, muss einfach damit aufhören, wie ein Rechter zu labern. Gilt natürlich auch für die Linken, aber die haben nunmal eher weniger Probleme mit ihrer Identität.
Da es bei Linken schon als rechts gilt, wenn man gegen die Flüchtlingspolitik ist, labern viele Linke, nicht die Politiker, inzwischen rechts. Gar nicht so schwer zu begreifen?
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 12. Sep 2018, 22:44

Alexyessin hat geschrieben:(12 Sep 2018, 23:15)

Was ist denn genau, "wie ein Rechter labern"? Und wer bestimmt dies, was es ist wie ein Rechter zu labern?

Das kann jeder selbst entscheiden. Dazu braucht es keinen Vorstandsbeschluss.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Alexyessin » Mi 12. Sep 2018, 22:48

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Sep 2018, 23:44)

Das kann jeder selbst entscheiden. Dazu braucht es keinen Vorstandsbeschluss.


Was soll die Spammerei bezgl. Vorstand?

Es geht um die Frage, was dieses "rechte Labern" sein soll und wer das klassifiziert. Denn da dürften wir zum Grund des Gedanken kommen, den Tom Bombadil hier angeschrieben hat.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 12. Sep 2018, 22:56

Alexyessin hat geschrieben:(12 Sep 2018, 23:48)

Was soll die Spammerei bezgl. Vorstand?

Es geht um die Frage, was dieses "rechte Labern" sein soll und wer das klassifiziert. Denn da dürften wir zum Grund des Gedanken kommen, den Tom Bombadil hier angeschrieben hat.

Bleib locker. Genau auf diese Frage habe ich geantwortet: Das kann jeder selbst entscheiden. Jeder hier hat seine eigene Vorstellung davon, was "rechts" ist und was "Mitte" und was "links". Meiner Meinung nach ist die CDU eine Partei der Mitte. Dinge, die Merkel sagt, sind im Allgemeinen nicht "rechts". Dinge, die Erika Steinbach sagt, sind heute rechts und waren gestern rechts. Da war sie noch in der Union, aber auch nicht prägend. Dinge, die zB der AfD-Hohmann sagt, sind typischerweise rechts. Kostprobe:

"Massenabtreibung ist ein moralischer Supergau"

"Letzten Endes zielt das Ganze darauf ab, jeden
Widerstand gegen die Masseneinwanderung im
Keim zu ersticken. Von e i n e m Rassismus ist
deshalb auch konsequenterweise nie die Rede,
nämlich von dem Rassismus, der sich gegen das
eigene Volk richtet und den eine Anetta Kahane
unter Beweis gestellt hat, als sie allen Ernstes
beklagt hat, es sei ein Skandal, dass der Osten
Deutschlands noch weiß geblieben ist.
Diesen antideutschen, diesen antiweißen Rassismus
bekämpft das Programm „Schule ohne
Rassismus“ nicht. Dieser Rassismus zermürbt
schließlich die Urbevölkerung, schwächt ihren
Selbstbehauptungswillen und ist dem Ideal einer
reibungslosen Masseneinwanderung somit sehr
förderlich. Man lässt ihn freundlich gewähren, wie
auch die Beleidigung von Deutschen durch Türken
in diesem Land nicht als Volksverhetzung
geahndet wird, die Beleidigung von Türken durch
Deutsche aber sehr wohl.
Das Programm „Schule ohne Rassismus“ arbeitet
jedoch nicht nur mit einem verzerrten Rassismusbegriff.
Seitdem im Jahr 2000 die GEW-Funktionärin
Sanem K. und der TAZ-Journalist Eberhard
S. die Führung übernommen haben, wendet
sich das Programm gegen sämtliche Ideologien
der Ungleichwertigkeit, worunter von Homophobie
bis zur Muslimfeindlichkeit das gesamte Spektrum
linker Kampfbegriffe fällt. Das Programm propagiert
eine krude Antidiskriminierungsideologie, die
illegitim ist, weil sie über das rechtlich gebotene
Maß an Gleichbehandlung hinausgeht und die
Gesellschaft radikal verändern will."

Sowas ist zB rechts.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Zunder » Do 13. Sep 2018, 00:14

Rechts - stramm rechts - ist, wenn ein Köthener, der mit 22 Jahren aus nicht zweifelsfrei geklärten Umständen stirbt, als "Köther" verunglimpft wird, weil dieser Kalauer einfach raus muß, auch wenn der Tote damit unbestreitbar entwürdigt wird.

Aber in Wirklichkeit ist das gar nicht rechts, weil rechts die Anderen sind. Außerdem hat der "Köther" einen rechten Bruder. Das muß reichen. Einem Nazi (auch wenn er vielleicht gar keiner ist) kann man die Menschenwürde gar nicht nehmen. Er hat nämlich keine. Kann man hier lernen. In diesem Forum.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 13. Sep 2018, 01:49

becksham hat geschrieben:(11 Sep 2018, 09:24)

Eben. Warum soll es wichtig sein, in welche Schublade einen andere Menschen packen. Man selber muss sich morgens im Spiegel angucken können. Das ist wichtig.


Hört sich alles sehr zu Ende gedacht, in sich ruhend und grundsätzlich gut an. Wohlfühlfaktor 1+ - Das will ich auch :)

Aber sobald ich diese auf die eigene Person zugeschnittene Verhaltensmaxime auch auf jeden anderen übertrage oder sogar als Richtschnur empfehle, kann es
problematisch werden.

Wenn ein politisch eindeutig positionierter Mensch abends z. B. Flüchtlinge klatscht oder auf einer al quds- Demo "Juden ins Gas" brüllt, und sich selbst - durchaus mit sich im Reinen - morgens im Spiegel angucken kann
und sich sagt: "Nur das ist wichtig"...wie sieht es dann aus? - Ist es nicht genauso wichtig, nicht nur über sein eigenes Innenverhältnis Klarheit zu haben, sondern genauso über die Aussenwirkung und die Folgen des eigenen
Denkens (und Handelns) nachzudenken? Ich könnte niemals einem Neonazi, einem linksaufgestandenen Knecht der Wagenknecht in seiner Flüchtlingsfeindseligkeit oder einem palästinensischen Judenhasser sagen oder zugestehen, "egal, in welche Schublade andere dich stecken, wichtig ist nur, ob du selbst morgens in den Spiegel gucken und gut gelaunt ertragen kannst, was du da siehst".

becksham hat geschrieben:(11 Sep 2018, 09:24)
Allerdings frage ich mich, was das jetzt hier im Unterforum "innere Sicherheit" zu suchen hat?


Aus vorstehend hoffentlich gut genug erläuterten Grundsätzlichkeiten ergibt sich - zumindest für mich - hier durchaus eine gewisse Relevanz zum Thema innere Sicherheit, sowohl für die eigene (Selbst-)Sicherheit,
als auch für die allgemeine "innere Sicherheit" der anderen Menschen, die mich in ihrem Umfeld ertragen müssen. :D
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 13. Sep 2018, 03:45

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Sep 2018, 02:49)

Hört sich alles sehr zu Ende gedacht, in sich ruhend und grundsätzlich gut an. Wohlfühlfaktor 1+ - Das will ich auch :)

Aber sobald ich diese auf die eigene Person zugeschnittene Verhaltensmaxime auch auf jeden anderen übertrage oder sogar als Richtschnur empfehle, kann es
problematisch werden.

Wenn ein politisch eindeutig positionierter Mensch abends z. B. Flüchtlinge klatscht oder auf einer al quds- Demo "Juden ins Gas" brüllt, und sich selbst - durchaus mit sich im Reinen - morgens im Spiegel angucken kann
und sich sagt: "Nur das ist wichtig"...wie sieht es dann aus? - Ist es nicht genauso wichtig, nicht nur über sein eigenes Innenverhältnis Klarheit zu haben, sondern genauso über die Aussenwirkung und die Folgen des eigenen
Denkens (und Handelns) nachzudenken? Ich könnte niemals einem Neonazi, einem linksaufgestandenen Knecht der Wagenknecht in seiner Flüchtlingsfeindseligkeit oder einem palästinensischen Judenhasser sagen oder zugestehen, "egal, in welche Schublade andere dich stecken, wichtig ist nur, ob du selbst morgens in den Spiegel gucken und gut gelaunt ertragen kannst, was du da siehst".



Aus vorstehend hoffentlich gut genug erläuterten Grundsätzlichkeiten ergibt sich - zumindest für mich - hier durchaus eine gewisse Relevanz zum Thema innere Sicherheit, sowohl für die eigene (Selbst-)Sicherheit,
als auch für die allgemeine "innere Sicherheit" der anderen Menschen, die mich in ihrem Umfeld ertragen müssen. :D

Die Frage war, was man tun solle, wenn man nicht als r/l gelten will. Die meisten frühen Antworten gingen dahin, dass man eben das sagen soll, was man sagen will und dann am Besten nichts drauf gibt, was andere davon halten. Das ist eine gute Haltung zum eigenen tun. Umgekehrt wäre es für das Forum gut, sich mit Argumenten zu befassen statt mit Personen. Regelverstöße sind zu melden statt zu diskutieren. Was im Rahmen der Regeln erlaubt gesagt ist, das kann man ebenso regelkonform angreifen. Das schadet niemandem. Oder man kommentiert es nicht weiter, wenn man sich nichts davon verspricht.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Selina » Do 13. Sep 2018, 05:57

Skull hat geschrieben:(12 Sep 2018, 17:35)

Weisst Du was...genau solche subtilen Beiträge und Äusserungen...meine ich...meint vielleicht die Mitte...

Erst irgendetwas raushauen, dann relativieren, dann klein reden und dann von fehlendem Kontext schreiben.

Du brauchst mich nicht für soooo blöd halten.

Deine "Argumentation" ist da auf ähnlichem Niveau, von denjenigen, die Du auf's schärfste bekämpfst.

Genau DAS mag die Mitte eben nicht. Unterschiedliche Ziele...gleiche ähnliche Methoden.
Zum "Wohle" der eigenen Ansichten.

So. Genug geschrieben. :D

mfg


Ich relativiere überhaupt nichts und ich rede auch nichts klein. Und ich weiß auch gar nicht, warum du dich so aufregst. Es geht um die schweigende Mitte. Und du schweigst doch überhaupt gar nicht. Oder? Ich weiß auch nicht, was schlecht daran sein soll, Leute "aufs Schärfste zu bekämpfen", wie du es formulierst, die einen neuen menschenfeindlichen "Nationalsozialismus" vorbereiten und solche zu kritisieren, die diesen Leuten unhinterfragt hinterherlaufen. Das hat mit Links und Rechts vordergründig gar nichts zu tun, sondern nur mit dem Willen, Demokratie, Humanismus und Anstand zu erhalten. Und sowas sollte halt parteienübergreifend passieren. Eine ganz normale Sache. Ich glaube, für solche Ansichten gibt es auch immer noch Mehrheiten im Land. Falls das mal nicht mehr so sein sollte eines Tages, dann gute Nacht.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Neandertaler » Do 13. Sep 2018, 06:05

Joka hat geschrieben:(12 Sep 2018, 21:24)[/url

Ich meine ich weiß schon worauf du hinaus willst aber reden wir hier jetzt von 1939 oder 2018 ? Den dazwischen liegen Welten. Den wer glaubt oder besser Angst davor hat dass das wieder passieren könnte, der sollte sich seine FAZ, die Bild, Grimms Märchen und was weiß ich nicht noch alles nehmen und bei Alice im Wunderland bleiben den da ist ganz eindeutig Realitätsverlust am Werk.

Ist ja auch egal wie ich schon sagte, wer glaubt das die die da marschieren alle die schlimmsten Massenmörder sind, Menschenverachtende kinderfresser und was weiß ich nicht noch alles der sollte tatsächlich mal sein eigenes Weltbild seine eigenen moralischen Werte dem gegenüberstellen.

Der sollte die Geschichte, Geschichte sein lassen das hier und jetzt fokussieren und sich die Menschen für sich in Persona nehmen.

Ich höre jedenfalls keine Vergleiche in Vietnam mit Hồ Chí Minh oder in Spaniern mit den Konquistadoren. Man wirft den Trump Anhängern nicht das abschlachten der Indianer vor, in Frankreich finden keine Vergleiche zu Napoleon statt oder in Russland zu Stalin. Ich höre nicht das wenn es um die katholische Kirche geht jemand das Malleus Malificarum anspricht? Oder in Italien von den Cäsaren? etc etc nur die Deutschen die kriegen das nicht aus dem Hirn. Wo wir wieder beim Thema identitätskrise und Deutsch sein kommen.

Die Geschichte ist wie man so schön sagt Geschichte. Und das diese sich wiederholen könnte ist so realistisch wie fliegende Elefanten.


Wie wahr die Idee das man eine geschichtliche Epoche, natürlich nur eine bestimmte, wieder heraufbeschwören kann, das man auf Zeichen achten muss die von einer Wiederkehr künden, ist so irreal und gehört in einen Fantasy-Roman nicht jedoch in eine Politik Diskussion.

Wer nicht sieht wie weit sich Deutschland und die Welt im Jahre 2018 von der 1932, auch durch das Jahr 1945, unterscheiden ist wahrlich mit Blindheit geschlagen.
Ich bin linksliberal, ich habe mich testen lassen.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 13. Sep 2018, 06:38

Neandertaler hat geschrieben:(13 Sep 2018, 07:05)

Wie wahr die Idee das man eine geschichtliche Epoche, natürlich nur eine bestimmte, wieder heraufbeschwören kann, das man auf Zeichen achten muss die von einer Wiederkehr künden, ist so irreal und gehört in einen Fantasy-Roman nicht jedoch in eine Politik Diskussion.

Wer nicht sieht wie weit sich Deutschland und die Welt im Jahre 2018 von der 1932, auch durch das Jahr 1945, unterscheiden ist wahrlich mit Blindheit geschlagen.

Zwei Weltkriege und 6 Millionen tote Juden reichen wohl nicht, um ein wenig hellhörig zu werden, wenn schon wieder jede zweite Woche eine Synagoge angegriffen wird, schon wieder Leute sich zusammenrotten um Fremde zu verfolgen. Nimm's mir nicht übel, aber dein Umgang mit dieser offensichtlichen Propagandanummer irritiert mich ein klein wenig. Selbstverständlich kommt nichts 1:1 wieder, der Angriff auf die so sicher geglaubte demokratische Ordnung ist aber immer wieder in Worten formuliert. Ich nehme das sehr ernst.

Beispiel: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... d1812.html

Es gehe darum, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben, um den historischen Nationalsozialismus Stück für Stück zu relativieren. Ziel sei es, ideologische Räume zu schaffen für neue rassistische und völkisch-nationalistische Konzepte.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Skull » Do 13. Sep 2018, 06:52

Selina hat geschrieben:(13 Sep 2018, 06:57)

Ich weiß auch nicht, was schlecht daran sein soll, Leute "aufs Schärfste zu bekämpfen", wie du es formulierst,
die einen neuen menschenfeindlichen "Nationalsozialismus" vorbereiten und solche zu kritisieren,
die diesen Leuten unhinterfragt hinterherlaufen.

Das was ich kritisiere, sind die Mittel. Und stellenweise Parallelen, wer welche Mittel für sich in Anpruch nimmt.
Beim "bekämpfen" und gegenhalten bin ich ja bei DIr. Bei den Mitteln und der Art der Auseinandersetzung eben nicht.

mfg
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Wähler » Do 13. Sep 2018, 06:54

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Sep 2018, 22:09)
Um zur Ursprungsfrage zurückzukommen:
Wenn man weder rechts noch links sein will, sollte man rechte und linke Argumente und Diskursmuster meiden. Unsere Kanzlerin Angela Merkel macht das gut vor. Sie ist weder rechts noch links, wie die CDU insgesamt auch.
Ich halte es aber gar nicht für nötig, "nichts rechts" oder "nicht links" sein zu wollen. Man sollte die Argumente vorbringen, die man für richtig hält. Man sollte auch damit leben können, wenn es dafür Kritik gibt.

https://oxiblog.de/studie-boeckler-lebe ... lerschaft/
Studie Böckler Stiftung 2018 Was verbindet, was trennt die Deutschen?
https://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_report_002_2018.pdf
Abb.1 Seite 5 Zwei Achsen des politischen Raumes
" Um maximale Vergleichbarkeit der neu zu erstellenden Typologie mit ihrer Vorgängerin aus dem Jahr 2006 zu gewährleisten, wurden im Prinzip erneut die gleichen konstituierenden Merkmale abgefragt und anschließend zur Auswertung herangezogen. Dabei handelte es sich um insgesamt zwei Itembatterien: eine erste Batterie enthielt 18 Werte bzw. Grundsätze, deren Bedeutung die Befragten für sie persönlich jeweils auf einer Skala von 1(überhaupt nicht wichtig) bis 7 (sehr wichtig) angeben sollten. Hierbei wurde u.a. die Bedeutung von solidarischen, libertären, konservativen und postmaterialistischen Werten und Grundsätzen abgefragt. Eine zweite Batterie diente der politischen Verortung der Befragten. Sie orientierte sich an einem zwei­dimensionalen Modell, welches den politischen Raum über eine traditionelle, ökonomisch soziale Link-Rechts-Achse (regulierend vs. marktorientiert) und eine kulturelle Libertär-Autoritär-Achse konstituiert ( s. Abb.1)".
Gestern kam in 3Sat eine interessante Dokumentation über die Neue Rechte um Götz Kubitschek, der Leute wie Björn Höcke von der AfD und Lutz Bachmann von Pegida ideologisch stark beeinflusst. Dessen Denken ist ganz klar extrem autoritär und nationalistisch. Pegida und die Identitären werden bisher nur von einzelnen Landesämtern des Verfassungsschutzes beobachtet.
Der Umgang mit der AfD in den Parlamenten und auf der Straße sollte auf deren programmatische Ideenlosigkeit abzielen. Eine weitere Befeuerung der Emotionen führt hier nicht weiter.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon JJazzGold » Do 13. Sep 2018, 07:20

Neandertaler hat geschrieben:(13 Sep 2018, 07:05)

Wie wahr die Idee das man eine geschichtliche Epoche, natürlich nur eine bestimmte, wieder heraufbeschwören kann, das man auf Zeichen achten muss die von einer Wiederkehr künden, ist so irreal und gehört in einen Fantasy-Roman nicht jedoch in eine Politik Diskussion.

Wer nicht sieht wie weit sich Deutschland und die Welt im Jahre 2018 von der 1932, auch durch das Jahr 1945, unterscheiden ist wahrlich mit Blindheit geschlagen.



Es sollte für jeden logisch Denkenden nachvollziehbar sein, dass sich zum Vergleich historische Analogien anbieten, die in der näheren Vergangenheit liegen und ihre Auswirkungen bis heute zeigen. Die Italiener greifen auch nicht zu Diokletian, wenn sie im Bezug auf die Lega Nord Parallen zu den Faschisten ziehen, sondern zu Mussolini. Die Spanier messen an Franco und nicht an Pizzaro. Ereignisse, die explizit, weil sie in näherer Vergangenheit liegen, den Blick aufs Aktuelle schärfen, was mitnichten als “Identitätskrise“ einzuordnen ist, sondern unter AEG (Aus Erfahrung Gut). Eine Identitätskrise erkenne ich nur bei Denjenigen, die verzweifelt versuchen die historische Erfahrung auszublenden, oder zu minimieren, auch auf dem Weg kruder internationaler Vergleiche.


Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon zollagent » Do 13. Sep 2018, 08:38

Julian hat geschrieben:(12 Sep 2018, 15:11)

In Chemnitz gab es eine Demo am Sonntag, die nur von der AfD veranstaltet wurde und absolut friedlich verlief. Auch der Trauermarsch wurde nur von der AfD veranstaltet, auch wenn Pegida teilweise indirekt involviert war. Das sind für mich aber keine Rechtsextremisten.

Ich würde niemandem einen Vorwurf machen, der da friedlich mitläuft. Die Rechte, Thügida usw. sind dagegen etwas anderes.

Viele Leute wollen nicht mehr hinnehmen, wie sich einige der Flüchtlinge aufführen und wie inadäquat der Rechtsstaat damit umgeht. Das ist vollkommen legitim. Und das wird auch nicht nachlassen, solange dieser Staat sich weigert, dem Schutz seiner Bürger oberste Priorität einzuräumen. Die zweifelhafte Berichterstattung in den Medien, die normale Bürger als Rechtsextreme diffamieren und Flüchtlingskriminalität herunterspielen, steigert die ohnmächtige Wut noch zusätzlich.

Du drückst doch genau das aus, und hältst offensichtlich auch für richtig, was gerade die AfD UND ALLE Rechtsextremen durchsetzen wollen: ALLE Flüchtlinge sanktionieren, weil EINIGE Verbrechen begehen. Ist das nicht auch so was wie eine Hetzjagd auf Flüchtlinge? Und für die, die denken willst du natürlich eine "Differenzierung", in solche, die "friedlich demonstrieren" und die, die mit Gewalt reagieren, "die es natürlich nicht gibt". Merkst du eigentlich gar nichts?
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon ThorsHamar » Do 13. Sep 2018, 08:45

zollagent hat geschrieben:(13 Sep 2018, 09:38)

ALLE Flüchtlinge sanktionieren, weil EINIGE Verbrechen begehen. Ist das nicht auch so was wie eine Hetzjagd auf Flüchtlinge? ....


Nein, das ist sowas wie auf jedem Flughafen ....
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon zollagent » Do 13. Sep 2018, 08:57

Billie Holiday hat geschrieben:(12 Sep 2018, 16:53)

Ist man eigentlich immer Nazi, wenn man pauschal Abneigung/Vorbehalte/Vorurteile gegen irgendeine Gruppe Menschen hat?

Das kommt auf die Art der Vorbehalte an. Und auf die Art, wie man es kommuniziert und evtl. auch durchsetzt. Vorurteile gegen eine bestimmte Menschengruppe sind jedenfalls ein hinreichender Hinweis auf eine Denkweise, die der Denkweise von Nazis ähnlich ist.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon zollagent » Do 13. Sep 2018, 08:58

Billie Holiday hat geschrieben:(12 Sep 2018, 17:08)

Ich versehe keine Gruppen mit irgendwelchen Attributen. Meine Abneigungen richten sich gegen konkrete Einzelmenschen und das kann ich dann auch begründen.

Also mit pauschaler Abneigung gegen Ossis, Wessis, Alte, Kinder, Behinderte, Raucher, Hartz4-Empfänger etc. ist man kein Nazi?

Mir scheint, du hättest gerne eine Absolution. Sozusagen ein vorbeugender Ablaß. :D
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon zollagent » Do 13. Sep 2018, 08:59

Billie Holiday hat geschrieben:(12 Sep 2018, 17:23)

Das können wohl die wenigsten begründen, da irrational.
Eine ehem. Schulfreundin von mir hasst alte Menschen wie die Pest. Die nörgeln alle, riechen, sind egoistisch, nerven, werden immer älter und kränker, nehmen im Wartezimmer Platz und Zeit weg......ist sie nun ein Nazi?

Dann würde sie zwangsläufig irgendwann mal Subjekt eines Selbsthasses. Irrationaler Schwachsinn ist so nicht erfassen.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Billie Holiday » Do 13. Sep 2018, 09:04

zollagent hat geschrieben:(13 Sep 2018, 09:58)

Mir scheint, du hättest gerne eine Absolution. Sozusagen ein vorbeugender Ablaß. :D


Von wem, von dir etwa? :D

Nein, ich frag nur aus Interesse. Der Nazivorwurf wird ja heute inflationär verteilt.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Was kann man tun, wenn man weder rächts noch links sein will?

Beitragvon Betrachter » Do 13. Sep 2018, 09:18

zollagent hat geschrieben:(13 Sep 2018, 09:57)

Das kommt auf die Art der Vorbehalte an. Und auf die Art, wie man es kommuniziert und evtl. auch durchsetzt. Vorurteile gegen eine bestimmte Menschengruppe sind jedenfalls ein hinreichender Hinweis auf eine Denkweise, die der Denkweise von Nazis ähnlich ist.


Demzufolge müssten viele Polizisten Rassisten sein. Die kontrollieren oft nach Hautfarbe Ausweise. Letztlich sind es freilich nicht diese Polizisten, sondern deren Auftraggeber, der Staat, spezielle das Innenministerium, die den Rassismus anordnen, welcher- wie du sagst- "der Denkweise von Nazis ähnlich ist".
Zuletzt geändert von Betrachter am Do 13. Sep 2018, 09:22, insgesamt 1-mal geändert.

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