Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

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unity in diversity
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon unity in diversity » Fr 7. Sep 2018, 01:31

Misterfritz hat geschrieben:(06 Sep 2018, 21:35)

Wenn sich die Leute eher nicht mit ihrem eigenen Tod beschäftigen wollen, hilft auch Überzeugungsarbeit nix.

Und noch etwas sollte man bedenken: Wären viel mehr Spender vorhanden, könnte kranken Menschen viel schneller geholfen werden. jahrelange Wartezeit, z.T. dauerhaft an lebenserhaltenden Maschinen im Krankenhaus könnten auf ein Minimum verrimgert werden. Es würde auch die Erfolge bei der Transplantation erhöhen, da z.B. Jahre in der Dialyse dem Körper arg zusetzen.

Überzeugungsarbeit ist der Schlüssel und dazu gehört das große Aufräumen, vor allem gegen die offensichtlich vorhandene Korruption.
Dann hat man es auch nicht nötig, den Verweigerern Schuldkomplexe einzuimpfen, oder gar zur Beweislastumkehr (Widerspruchslösung anstatt Zustimmungslösung) voranzuschreiten. Daran erkennt man zumindest unrechtsstaatliche Tendenzen.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Fr 7. Sep 2018, 06:49

Misterfritz hat geschrieben:(06 Sep 2018, 21:35)

Wenn sich die Leute eher nicht mit ihrem eigenen Tod beschäftigen wollen, hilft auch Überzeugungsarbeit nix.

Und noch etwas sollte man bedenken: Wären viel mehr Spender vorhanden, könnte kranken Menschen viel schneller geholfen werden. jahrelange Wartezeit, z.T. dauerhaft an lebenserhaltenden Maschinen im Krankenhaus könnten auf ein Minimum verrimgert werden. Es würde auch die Erfolge bei der Transplantation erhöhen, da z.B. Jahre in der Dialyse dem Körper arg zusetzen.

Dann lass uns mal noch den Punkt erwähnen, dass man bereits heute die Zahl der Spenderorgane auf Schlag verdreifachen könnte, wenn die Kliniken personell entsprechend aufgestellt wären. In einem Radiobeitrag war die Rede davon, dass man die Zahl heute nicht erreicht, weil bei potentiellen Spendern gar nicht überprüft wird, ob die einen solchen Ausweis bei sich tragen. Der Berichtende war übrigens selbst Organspender.

Obwohl also das heutige Potential nur zu einem Drittel ausgeschöpft wird, weil man den Prüfungsvorgang bei bestehender Zustimmungslösung nicht gewuppt bekommt, will man uns also weismachen, dass alles besser wird, wenn bei den potentiellen Organspendern zukünftig nach einer Widerspruchserklärung gesucht werden müsste??? :?:
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon unity in diversity » Fr 7. Sep 2018, 17:06

Kritikaster hat geschrieben:(07 Sep 2018, 07:49)

Dann lass uns mal noch den Punkt erwähnen, dass man bereits heute die Zahl der Spenderorgane auf Schlag verdreifachen könnte, wenn die Kliniken personell entsprechend aufgestellt wären. In einem Radiobeitrag war die Rede davon, dass man die Zahl heute nicht erreicht, weil bei potentiellen Spendern gar nicht überprüft wird, ob die einen solchen Ausweis bei sich tragen. Der Berichtende war übrigens selbst Organspender.

Obwohl also das heutige Potential nur zu einem Drittel ausgeschöpft wird, weil man den Prüfungsvorgang bei bestehender Zustimmungslösung nicht gewuppt bekommt, will man uns also weismachen, dass alles besser wird, wenn bei den potentiellen Organspendern zukünftig nach einer Widerspruchserklärung gesucht werden müsste??? :?:

Man muss darauf achten, dass sich keine Mehrklassenmedizin durchsetzt.
Jeder und jede wird gebraucht und ist damit gleich wichtig und gleich wertig.
Anderenfalls werden Eintrittspforten für Korruption geschaffen.
Dann wird alles medizynisch und jede humanitäre Heuchelei völlig zu Recht sabotiert und untergraben.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Mi 12. Sep 2018, 10:32

H2O hat geschrieben:(06 Sep 2018, 11:03)

Rührt Sie denn gar nicht meine Bitte, anstatt Bedenken zu formulieren, mit konstruktiven Lösungsvorschlägen auf zu warten? Merkwürdig!


Wieso? Mein konstruktiver Lösungsvorschlag: Es bleibt, wie es ist und die Überzeugungsarbeit wird intensiviert.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Mi 12. Sep 2018, 10:37

Misterfritz hat geschrieben:(06 Sep 2018, 21:35)

Wenn sich die Leute eher nicht mit ihrem eigenen Tod beschäftigen wollen, hilft auch Überzeugungsarbeit nix.

Und noch etwas sollte man bedenken: Wären viel mehr Spender vorhanden, könnte kranken Menschen viel schneller geholfen werden. jahrelange Wartezeit, z.T. dauerhaft an lebenserhaltenden Maschinen im Krankenhaus könnten auf ein Minimum verrimgert werden. Es würde auch die Erfolge bei der Transplantation erhöhen, da z.B. Jahre in der Dialyse dem Körper arg zusetzen.

Dann sollte man sie aber doch nicht zwingen, oder? Und man will ja nicht durch die Regelung überzeugen, sondern erwartet ja gerade deshalb eine Steigerung der Spende(frei?)willigen...
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Mi 12. Sep 2018, 11:01

denkmal hat geschrieben:(12 Sep 2018, 11:32)

Wieso? Mein konstruktiver Lösungsvorschlag: Es bleibt, wie es ist und die Überzeugungsarbeit wird intensiviert.

Richtig. Die Menschen müssen überzeugt werden, wenn sie Spenden sollen. Ist in allen Lebensbereichen so.

Und so lange das gegenwärtige Spenderpotential nur zu rund einem Drittel genutzt wird, gibt es schon mal so überhaupt keine Veranlassung, irgend etwas auf deren Seite zu ändern.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon H2O » Mi 12. Sep 2018, 12:41

denkmal hat geschrieben:(12 Sep 2018, 11:32)

Wieso? Mein konstruktiver Lösungsvorschlag: Es bleibt, wie es ist und die Überzeugungsarbeit wird intensiviert.


Und wer soll das dann tun? Die es tun sollen, die haben nichts davon. Das gibt Schwung!
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Mi 12. Sep 2018, 13:09

H2O hat geschrieben:(12 Sep 2018, 13:41)

Und wer soll das dann tun? Die es tun sollen, die haben nichts davon. Das gibt Schwung!

Verstehe ich nicht.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon H2O » Mi 12. Sep 2018, 13:13

denkmal hat geschrieben:(12 Sep 2018, 14:09)

Verstehe ich nicht.


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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 12. Sep 2018, 13:26

denkmal hat geschrieben:(03 Sep 2018, 15:28)

Da scheint mir der Zweck die Mittel zu heiligen.
Grundsätzlich sollte mein Körper mir gehören und ich bestimme dezidiert darüber, was damit geschieht. Für mich hat die Widerspruchslösung den Geschmack der stillschweigenden Vereinnahmung der Körper der Bürger durch den Staat. Dieses scheint immer mehr um sich zu greifen. Unterstellt wird: Du gehörst dem Staat.
In meinen Augen eine besorgniserregende Entwicklung.
Dan könnte man ja auch die Unschuldsvermutung abschaffen und der Bürger soll sich dann im Einzelfall kümmern, einen Nachweis seiner Unschuld zu führen.

Schon mit der Allgemeinen Schulpflicht bemächtigt sich der Staat in gewisser Weise der Bürger. In diesem Fall der Kindergehirne. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Gesellschaften in den modernen Staaten hochgradig organisierte und intern vernetzte Gebilde sind.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Do 13. Sep 2018, 14:24

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Sep 2018, 14:26)

Schon mit der Allgemeinen Schulpflicht bemächtigt sich der Staat in gewisser Weise der Bürger. In diesem Fall der Kindergehirne. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Gesellschaften in den modernen Staaten hochgradig organisierte und intern vernetzte Gebilde sind.


War die allgemeine Schulpflicht nicht gedacht zum Nutzen der Kinder? Damit die Eltern die nicht arbeiten schicken können?
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Do 13. Sep 2018, 14:25

H2O hat geschrieben:(12 Sep 2018, 14:13)

Ist nicht so wichtig! Engagement fällt vom Himmel.

jaja
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon unity in diversity » Do 13. Sep 2018, 14:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Sep 2018, 14:26)

Schon mit der Allgemeinen Schulpflicht bemächtigt sich der Staat in gewisser Weise der Bürger. In diesem Fall der Kindergehirne. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Gesellschaften in den modernen Staaten hochgradig organisierte und intern vernetzte Gebilde sind.

Spatzenhirne sind eigentlich nicht das Ziel der Organspendemafia.
Empfänger von Spenderorganen überleben die Transplantation im Durchschnitt um 5,7 Jahre.
Lohnt sich der Aufwand?
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Billie Holiday » Do 13. Sep 2018, 15:05

unity in diversity hat geschrieben:(13 Sep 2018, 15:44)

Spatzenhirne sind eigentlich nicht das Ziel der Organspendemafia.
Empfänger von Spenderorganen überleben die Transplantation im Durchschnitt um 5,7 Jahre.
Lohnt sich der Aufwand?


Was würden dir 5 oder 6 Jahre mehr bedeuten?
Es wird ja niemandem ein Spenderorgan aufgezwungen. Ich vermute, wer sich auf die Warteliste setzen läßt, weiß die geschenkten Jahre zu schätzen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Do 13. Sep 2018, 15:14

Billie Holiday hat geschrieben:(13 Sep 2018, 16:05)

Was würden dir 5 oder 6 Jahre mehr bedeuten?
Es wird ja niemandem ein Spenderorgan aufgezwungen. Ich vermute, wer sich auf die Warteliste setzen läßt, weiß die geschenkten Jahre zu schätzen.

Die gönne ich der Person auch, sollte sie nicht zu den zwei Dritteln potentieller Empfänger gehören, denen nach dem gegenwärtigen Spenderprinzip wegen Personalmangel in Organisation und Verwaltung der Organentnahmestellen nicht geholfen wird, obwohl es heute bereits möglich wäre.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon unity in diversity » Do 13. Sep 2018, 15:19

Billie Holiday hat geschrieben:(13 Sep 2018, 16:05)

Was würden dir 5 oder 6 Jahre mehr bedeuten?
Es wird ja niemandem ein Spenderorgan aufgezwungen. Ich vermute, wer sich auf die Warteliste setzen läßt, weiß die geschenkten Jahre zu schätzen.

Ich bin nur Gast und beobachte die Festklammerungssstrategien der Reichen mit Sarkasmus.
Du wirst geboren, erfüllst deine biologische Funktion, in dem du Kinder in die in die Welt setzt, ohne sie gefragt zu haben, ob sie das überhaupt wollen, ziehst sie auf und wirst darüber alt.
Und rufst nach Organspenden.
Ein gigantischer Betrug an der Natur.
Denn du bekommst keine Organspende.
Zuletzt geändert von unity in diversity am Do 13. Sep 2018, 15:25, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Billie Holiday » Do 13. Sep 2018, 15:20

Kritikaster hat geschrieben:(13 Sep 2018, 16:14)

Die gönne ich der Person auch, sollte sie nicht zu den zwei Dritteln potentieller Empfänger gehören, denen nach dem gegenwärtigen Spenderprinzip wegen Personalmangel in Organisation und Verwaltung der Organentnahmestellen nicht geholfen wird.


Es liegt zuviel im Argen, da gebe ich dir recht.
Aber ich bezog mich auf die Frage, ob der Aufwand eines Spenderorgans grundsätzlich lohnt.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Billie Holiday » Do 13. Sep 2018, 15:29

unity in diversity hat geschrieben:(13 Sep 2018, 16:19)

Ich bin nur Gast und beobachte die Festhaltungsstrategien der Reichen mit Sarkasmus.
Du wirst geboren, erfüllst deine biologische Funktion, in dem du Kinder in die in die Welt setzt, ohne sie gefragt zu haben, ob sie das überhaupt wollen, ziehst sie auf und wirst darüber alt.
Und rufst nach Organspenden.
Ein gigantischer Betrug der Natur.


Früher sind Babys und Mütter im Kindbett verstorben. Dank Medizin, Hygiene etc. überleben die allermeisten. Ein gigantischer Betrug der Natur?
Früher ist man auch in jungen Jahren an einem eitrigen Zahn gelitten und verstorben. Heute eine Bagatelle dank Zahnmedizin und Hygiene. Betrug der Natur?

Außerdem erkranken auch junge Menschen, Kinder, oder verunfallen. Sollte man den medizinischen Fortschritt einfach ad acta legen und nach dem Motto -Pech gehabt, mein Freund- die Leute sterben lassen?

Bist du religiös oder besitzt du keine Wertschätzung für dein Leben? :?:
Ich lebe sehr gern, selbstverständlich gebe ich meine Organe nach meinem Ableben frei, in der Hoffnung, selbst in den Genuß im Notfall zu kommen. Ich würde mich über 5 oder 6 Jahre mehr freuen als über meinen baldigen Tod.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Do 13. Sep 2018, 15:30

Billie Holiday hat geschrieben:(13 Sep 2018, 16:20)

Es liegt zuviel im Argen, da gebe ich dir recht.
Aber ich bezog mich auf die Frage, ob der Aufwand eines Spenderorgans grundsätzlich lohnt.

Sähe ich das nicht so, wäre ich unter der geltenden Zustimmungslösung kein Spender. Da bin ich also bei Dir.

So lange das vorhandene Spenderpotential allerdings nicht annähernd ausgeschöpft wird, ist die ganze Diskussion um die Einführung einer Widerspruchslösung m. A. n. nichts weiter als eine gewaltige Nebelkerze zur Ablenkung vom Wesentlichen, nämlich dem strukturellen Versagen unseres Gesundheitssystems bei diesem Thema.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 13. Sep 2018, 15:33

Kritikaster hat geschrieben:(07 Sep 2018, 07:49)

Dann lass uns mal noch den Punkt erwähnen, dass man bereits heute die Zahl der Spenderorgane auf Schlag verdreifachen könnte, wenn die Kliniken personell entsprechend aufgestellt wären. In einem Radiobeitrag war die Rede davon, dass man die Zahl heute nicht erreicht, weil bei potentiellen Spendern gar nicht überprüft wird, ob die einen solchen Ausweis bei sich tragen. Der Berichtende war übrigens selbst Organspender.

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Die Kliniken werden heute alle betriebswirtschaftlich optimiert. Hüftoperationen lohnen sich beim derzeitigen Abrechnungssystem. Organentnahmen lohnen sich nicht. Also macht man Hüftoperationen bis der Arzt erschöpft umfällt. Weil es sich betriebswirtschaftlich lohnt. Ein Systemfehler den die "Privat vor Staat" Puristen von der FDP in das Gesundheitssystem eingebaut haben. Es war nämlich mal anders.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)

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