Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

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unity in diversity
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon unity in diversity » Do 6. Sep 2018, 00:09

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2018, 17:07)

Das ist überhaupt nicht möglich. Die Geschäftemacherei hat ja stattgefunden, und sie war kein Einzelfall. Auch hat es den Drang nach "Fallzahlen" gegeben, mit unnötigen Operationen, nur um eine bestimmte Anzahl von Operationen durchgeführt zu haben, was wohl wieder den Weg ebnet, weiter an diesem gut bezahlten Zweig der Heilkunst teilhaben zu dürfen. Sogar einen vermeidbaren Todesfall hat es dadurch gegeben. Aus meiner Sicht nicht verwerflich, wenn eine notwendige Operation mißlingt. Aber aus Gründen der Eitelkeit oder der Gewinnsucht, da hört der Spaß auf.

Wenn man diese Dinge alle bewußt zur Kenntnis nimmt, dann bleibt doch noch die Mitmenschlichkeit als Gegengewicht. Niemand kann Menschen wirklich frei von Habgier und Eitelkeit herstellen. Aber dennoch kann man das Bestmögliche tun, den Mitmenschen noch ein paar gute Lebensjahre zu schenken. Mir als Verstorbenem wird kein Schaden zugefügt, die allermeisten Ärzte sind gebildete Leute und biedere Familienväter, die nach allen Regeln ihrer Kunst den Kranken zu helfen versuchen, den Schwerkranken wird hoffentlich noch eine gute Zeit geschenkt. Und da soll ich wegen einiger schräger Geldschneider davon abraten, im eigenen Todesfall noch brauchbare Organe zu spenden? Nein, das wäre mir dann doch zu hartherzig!

Natürlich hoffe ich, daß ich wirklich einem Kranken mit meiner Organspende helfen konnte, hoffe ich, daß eine strenge Standesaufsicht darauf achtet, daß bekannter Mißbrauch unterbleibt. Aber mir ist klar, daß das nicht immer gelingen wird. Und dennoch!

Meine Aussage stammt von dieser Seite:
https://www.organspende-info.de
Die Fallpauschalen betreffen Wirbelsäulen-OPs und Hüftgelenke, die keine Garantie zur Verbesserung der Mobilität gewesen sein mußten.

Der Organspendeskandal:
http://www.spiegel.de/thema/organspendeskandal/
Hat viele Organspender vom Glauben abfallen lassen.
Reihenfolge wurden geändert und wirklich Akute mußten sterben, während Patienten, die es nicht so dringend nötig hatten, bevorzugt wurden. Spender wurden für hirntot erklärt, ohne es zu sein...
Diese aufkommende Mehrklassenmedizin haben die Leute hart geahndet.
Sollen sich die Reichen ihre Organe gefälligst selber malen, mer gebbe nix!
Klassenkampf von unten.
Darauf wollen die Regierigen mit der Widerspruchslösung antworten, Klassenkampf von oben.

Die Beweislastumkehr hat Folgen:
Wir haben bei ihrem Angehörigen keine Widerspruchserklärung gefunden…
Im Gegensatz zu:
Wir haben einen Spenderausweis gefunden…
Kann ich den mal sehen?
Zuletzt geändert von unity in diversity am Do 6. Sep 2018, 02:46, insgesamt 1-mal geändert.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Do 6. Sep 2018, 02:19

Misterfritz hat geschrieben:(05 Sep 2018, 22:53)

Das ist allerdings sehr richtig!
Gerade die Angehörigen direkt nach dem Tod damit zu belasten, ist schon heftig, zumal, wenn man das grundsätzlich vorher eh' schon entschieden hat - es sei denn, man hasst seine Angehörigen. Dann sollte man aber damit rechnen, dass sie keine Entscheidung treffen werden, mit der man zufrieden wäre - wenn man als Toter je diesen Zustand erreichen könnte.

Dann scheinst Du hier auf jemanden zu antworten, der genau das täte:
Raskolnikof hat geschrieben:Allerdings muss ich gestehen, dass wir die Einwilligung zur Organentnahme auch gegeben hätten, wenn unsere Kinder sich dagegen ausgesprochen hätten.

Sorry, aber wer sich so über den erklärten Willen Angehöriger hinweg zu setzen bereit ist, ist für mich raus aus der Diskussion - völlig unabhängig davon, ob diesem Verhalten die von Dir genannte Motivation "Hass" zugrunde liegt oder vielleicht auch nur die Einbildung, die eigene Sicht zum Thema erhebe einen über alle Andersdenkende und berechtige deshalb dazu.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Do 6. Sep 2018, 03:42

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2018, 19:39)

Das wäre aber nach unserem gemeinsamen Verständnis eine Straftat. Dagegen hilft Vorbeugen so gut wie möglich, aber ganz verhindern kann Straftaten niemand. Hilft nix, wir müssen damit leben, daß wir um das Gute und göttliche Gerechtigkeit immer kämpfen müssen... und dabei immer weiter das Gute tun.

Der Nachweis, dass eine Straftat vorliegt, ließe sich wohl leichter erbringen, wenn die handelnden Personen zur Rechtfertigung der Organentnahme verpflichtet wären, den Spenderausweis gemäß Zustimmungslösung vorzulegen.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon McKnee » Do 6. Sep 2018, 04:52

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2018, 23:26)

Nichts spricht aber dagegen, an der Lösung dieser Probleme gleichzeitig zu arbeiten. Denn "erfaßter Spender" heißt ja hoffentlich noch nicht gleich "Organ verfügbar". Und niemandem ist geholfen, wenn Menschen und Maschinen bereit stehen, aber keine Organe in entsprechender Zahl.


So lange nicht geklärt ist, wie sich die strukturellen und organisatorischen Probleme der Kliniken sich auswirken, die ja ganz offenkundig ein nicht unerhebliches Ausmaß haben, gibt es keinen Grund in Persönlichkeitsrechte einzugreifen. Wenn die Institutionen versagen, darf das nicht auf Kosten der Menschen kompensiert werden.

Wie wollen die Kliniken, die offensichtlich jetzt schon überfordert sind, mit dem MEHR an Spendern umgehen?

Vielleicht machen wir einen Schritt nach dem anderen und 30% Spender sind eine akzeptable Größe. Fraglich, wie viel größer diese Rate im Widerspruchsverfahren wird. Also möglicherweise viel Aufwand, hohe Kosten und kein Mehrwert.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon McKnee » Do 6. Sep 2018, 04:54

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2018, 23:26)
Denn "erfaßter Spender" heißt ja hoffentlich noch nicht gleich "Organ verfügbar". Und niemandem ist geholfen, wenn Menschen und Maschinen bereit stehen, aber keine Organe in entsprechender Zahl.


Wir wissen doch gar nicht, wie viele geeignete Organe "verschwendet" wurden.

Das Widerspruchsverfahren garantiert nicht einmal eine Verbesserung des Angebots durch ein Mehr an Spendern.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Alana4 » Do 6. Sep 2018, 05:40

Raskolnikof hat geschrieben:(05 Sep 2018, 19:48)

Auch wenn es dir jetzt weh tut Alana4, diese Denkweise empfinde ich als recht egoistisch. ............

Es sei dir unbenommen, das zu empfinden.
...........
.........
wäre dies dann von dir recht egoistisch gedacht. Mit diesem Gedanken transformierst du letztlich die Verantwortung dieser Frage auf deine Angehörigen nach dem Motto "Sollen die sich doch Gedanken darüber machen. Ich habe ja meine grundsätzliche Einwilligung zur Organentnahme gegeben und damit meinen guten Willen bekundet".

Genau! Es ist tatsächlich so: Mögen meine Hinterbliebenen darüber befinden, was mit meinen Überresten geschieht. Wer denn auch sonst? Ich teile denen lediglich vorher mit, dass ich gegen NICHTS etwas haben würde, was sie entscheiden.

Nein, so geht das nicht!

Aber sicher doch, das geht!
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon H2O » Do 6. Sep 2018, 06:54

McKnee hat geschrieben:(06 Sep 2018, 05:52)

So lange nicht geklärt ist, wie sich die strukturellen und organisatorischen Probleme der Kliniken sich auswirken, die ja ganz offenkundig ein nicht unerhebliches Ausmaß haben, gibt es keinen Grund in Persönlichkeitsrechte einzugreifen. Wenn die Institutionen versagen, darf das nicht auf Kosten der Menschen kompensiert werden.

Wie wollen die Kliniken, die offensichtlich jetzt schon überfordert sind, mit dem MEHR an Spendern umgehen?

Vielleicht machen wir einen Schritt nach dem anderen und 30% Spender sind eine akzeptable Größe. Fraglich, wie viel größer diese Rate im Widerspruchsverfahren wird. Also möglicherweise viel Aufwand, hohe Kosten und kein Mehrwert.

Wir wissen doch gar nicht, wie viele geeignete Organe "verschwendet" wurden.

Das Widerspruchsverfahren garantiert nicht einmal eine Verbesserung des Angebots durch ein Mehr an Spendern.


Daß Mißstände beseitigt werden müssen... gar kein Widerspruch, im Gegenteil. Natürlich wäre es bestürzend, wenn der schon getriebene Aufwand und der gute Wille der Organspender durch nachweisbare Schlamperei und Unvermögen in wesentlichen Teilen verpuffen dadurch, daß entnommenen Organe nicht sachgerecht zwischengelagert werden (können?).

Selbst mir als Unkundigem leuchtet aber ein, daß Organe dann entnommen und sachgerecht behandelt werden müssen, wenn der festgestellte Tod des Spenders eingetreten ist, und nicht erst dann, wenn im Einzelfall der sofortige Bedarf entstanden ist. Weiterhin ist mir jedenfalls klar, daß dadurch auch die Gefahr besteht, daß entnommene Organe unbrauchbar werden, und daß entnommene Organe gelegentlich einer genaueren Untersuchung zufolge nicht verwendbar sind. Diese erwartbaren Verluste würde ich nun nicht unter Fehlleistungen verbuchen.

Die erwartbaren Ausfälle könnten durch eine höhere Verfügbarkeit von Spenderorganen ausgeglichen werden. Daß dabei auch die Zahl nicht einsetzbarer Organe steigen muß, halte ich für vorhersehbar. Natürlich muß abgesichert werden, daß der Faktor menschliches/fachliches/institutionelles Versagen dabei kein unerträgliches Ausmaß annimmt.

Ich behaupte weiterhin, daß ein Mangel an Spenderorganen besteht, schon aus der eigenen Erfahrung im Familienkreis nachgewiesen, und daß daran etwas mit Verstand geändert werden muß. Bestehende Mängel an anderer Stelle können nicht dazu verwandt werden, diesen Mangel an Spenderorganen weg zu reden. Wenn ich weiß, daß mit entsprechender Sorgfalt vielen jetzt schwerkranken Menschen noch einige gute Lebensjahre geschenkt werden können, dann halte ich eine solche Nebendiskussion für verfehlt. Die Lösung ist in Sicht, aber ich sperre mich... NEIN!
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Do 6. Sep 2018, 08:52

NMA hat geschrieben:(03 Sep 2018, 15:56)

Aber wer bist du nach deinem Tod; oder besser gefragt: Bist du? Wenn du nicht existierst, kann dir auch nichts gehören.

Nun, es geht um eine Entscheidung über meinen Körper vor meinem Tod.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Do 6. Sep 2018, 08:56

Vongole hat geschrieben:(03 Sep 2018, 16:07)

Pro Vorschlag Spahn, allerdings ohne seine Option der doppelten Widerspruchsregelung.
Das Argument: "Mein Körper gehört mir" zieht in meinen Augen nicht, denn es wäre ja jedem Bürger möglich, der Spende ausdrücklich zu widersprechen.

Aber es ist doch ein Unterschied, ob im Zweifelsfalle eben eine stillschweigende Zustimmung oder eine stillschweigende Ablehnung unterstellt wird.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Do 6. Sep 2018, 08:59

Cat with a whip hat geschrieben:(03 Sep 2018, 18:18)

Unterstellt wird eher dass jeder gerne in Not ein verfügbares Spenderorgan erhalten kann. Wer das nicht will kann ja widerrufen. Ich fänds dann fair wenn diese Egoisten dann auch verbindlich auf Spenderorgane verzichteten.

Bestimmt denken sie anders wenn sie in Not sind und kein Spenderorgan da ist das ihnen das Leiden veringert.

Wieso Egoismus? Ich stoße mich daran, dass mal wieder keine Überzeugungsarbeit geleistet werden soll, sondern der einfache Weg der Bestimmung von oben gewählt wird.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon H2O » Do 6. Sep 2018, 09:08

denkmal hat geschrieben:(06 Sep 2018, 09:59)

Wieso Egoismus? Ich stoße mich daran, dass mal wieder keine Überzeugungsarbeit geleistet werden soll, sondern der einfache Weg der Bestimmung von oben gewählt wird.


In dem Zusammenhang wäre aber der Hinweis auf den mündigen Bürger eine arge Übertreibung. Denn so hochkomplex ist die gestellte Frage nach einer Organspende im Todesfall doch gar nicht.

Ich kann's nur wiederholen: Jeder konstruktive Vorschlag, der das Leben Schwerkranker durch eine Organspende erleichtert oder sogar verlängert ist doch sehr willkommen. Her damit, andernfalls kommt er ganz sicher nicht zur Wirkung!
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon denkmal » Do 6. Sep 2018, 09:47

H2O hat geschrieben:(06 Sep 2018, 10:08)

In dem Zusammenhang wäre aber der Hinweis auf den mündigen Bürger eine arge Übertreibung. Denn so hochkomplex ist die gestellte Frage nach einer Organspende im Todesfall doch gar nicht.

Ich kann's nur wiederholen: Jeder konstruktive Vorschlag, der das Leben Schwerkranker durch eine Organspende erleichtert oder sogar verlängert ist doch sehr willkommen. Her damit, andernfalls kommt er ganz sicher nicht zur Wirkung!

Sie meinen... im Zweifel heiligt der Zweck die Mittel? Nein, nochmals, wenn eine wie immer geartete Überzeugungsarbeit scheinbar nicht fruchtet (wobei, viele haben sich vielleicht auch entschieden, ohne es kundzutun...?), ist es m. E. nicht rechtens, die "Arbeit" auf den einzelnen zu verlagern und eine schweigende Zustimmung vorauszusetzen.
Aber bequem, nicht wahr - im Sinne der Exekutive?
Das ist völlig losgelöst vom Thema Organspende J/N. Es geht um die rechtlichen Mittel, die man anwenden will, um eine angeblich breitere Zustimmung zu erhalten...
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Uffzach » Do 6. Sep 2018, 09:56

JJazzGold hat geschrieben:(05 Sep 2018, 09:03)

Das klingt nach, wenn ich schon vorzeitig sterben muss, soll das Anderen gefälligst auch passieren.

Nein, das klingt nach: der eine stirbt früher, der andere später, so what?
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Uffzach » Do 6. Sep 2018, 09:58

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2018, 10:10)

Was soll dieser Haß und Selbsthaß nur?

Kein Hass, nur nüchterne Analyse.

H2O hat geschrieben:Wenn es gute Möglichkeiten gibt, einem Menschen noch einige gute Lebensjahre zu verschaffen, dann soll man das tun.

Ich habe nichts dagegen, wenn du dir diese Ethik zueigen machst.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon H2O » Do 6. Sep 2018, 10:03

denkmal hat geschrieben:(06 Sep 2018, 10:47)

Sie meinen... im Zweifel heiligt der Zweck die Mittel? Nein, nochmals, wenn eine wie immer geartete Überzeugungsarbeit scheinbar nicht fruchtet (wobei, viele haben sich vielleicht auch entschieden, ohne es kundzutun...?), ist es m. E. nicht rechtens, die "Arbeit" auf den einzelnen zu verlagern und eine schweigende Zustimmung vorauszusetzen.
Aber bequem, nicht wahr - im Sinne der Exekutive?
Das ist völlig losgelöst vom Thema Organspende J/N. Es geht um die rechtlichen Mittel, die man anwenden will, um eine angeblich breitere Zustimmung zu erhalten...


Rührt Sie denn gar nicht meine Bitte, anstatt Bedenken zu formulieren, mit konstruktiven Lösungsvorschlägen auf zu warten? Merkwürdig!
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon H2O » Do 6. Sep 2018, 10:08

Uffzach hat geschrieben:(06 Sep 2018, 10:58)

Kein Hass, nur nüchterne Analyse.

Mögen Sie dafür halten; ich nicht!
Ich habe nichts dagegen, wenn du dir diese Ethik zueigen machst.

Erfreulich!
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Raskolnikof » Do 6. Sep 2018, 10:58

Alana4 hat geschrieben:(06 Sep 2018, 06:40)
Genau! Es ist tatsächlich so: Mögen meine Hinterbliebenen darüber befinden, was mit meinen Überresten geschieht. Wer denn auch sonst? Ich teile denen lediglich vorher mit, dass ich gegen NICHTS etwas haben würde, was sie entscheiden.

Verstehe ich dennoch nicht. Wie du selbst sagst, habt ihr das Thema Organspende innerhalb des Familienrates besprochen und du hast deinen Willen, grundsätzlich deine Organe nach deinem Tod zur Verfügung zu stellen, kund getan. Dennoch sagst du:
… aber die Hinterbliebenen müssen damit zurecht kommen. DIE müssen es akzeptieren können.
Mir als Mutter war der Gedanke unerträglich, vielleicht meine Kinder vor so eine Situation zu stellen: Mama tot und jetzt soll sie noch.........

Und aus diesem Grunde sollen nun deine Angehörigen im Falle des Falles für dich die Entscheidung treffen.
Da würde mich doch in diesem Zusammenhang mal interessieren, wie deine Angehörigen zu deiner Spendenbereitschaft stehen. Wenn sie sich positiv dazu geäußert haben, wozu denn nun alles so kompliziert machen? Stelle dir doch nur mal die ganz konkrete Situation vor, wo die Ärzte am OP-Tisch stehen und auf das OK deiner Angehörigen warten, die zunächst einmal zusammengetrommelt werden müssen. Vielleicht befindet sich da sogar jemand auf einer Kreuzfahrt oder auf einer Pilgertour oder sonst wo und ist überhaupt nicht zu erreichen?

Ist diese Bürde, die du da deinen Angehörigen auferlegst nicht mindestens genau so schwer zu ertragen wie deine jetzige Entscheidung zur Organspende, ohne dass deine Angehörigen da angehört werden müssen?

Rücksicht auf seine Angehörigen zu nehmen ist ja schön und gut. Die Bereitschaft zur Organspende sollte aber eine ganz persönliche sein und nicht auf Dritte übertragen werden.
Aber wie ich äußerte ja bereits meine Vermutung, dass du dir unsicher bist.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Alana4 » Do 6. Sep 2018, 12:15

Raskolnikof hat geschrieben:(06 Sep 2018, 11:58)

Verstehe ich dennoch nicht.

Das ist nicht schlimm. Denn wie auch immer ICH mich entscheide oder entschieden habe oder wie meine Angehörigen/Hinterbliebenen sich entscheiden, müssen nur wir verstehen.

Wie du selbst sagst, habt ihr das Thema Organspende innerhalb des Familienrates besprochen und du hast deinen Willen, grundsätzlich deine Organe nach deinem Tod zur Verfügung zu stellen, kund getan.

Richtig. Wobei meine Kinder am Anfang ihres Erwachsenenlebens stehen und ganz sicher noch nicht bis ins Detail wissen, bei welcher auf sie zukommenden Situation sie sich genau wie entscheiden werden.

Dennoch sagst du:
Und aus diesem Grunde sollen nun deine Angehörigen im Falle des Falles für dich die Entscheidung treffen.

Nicht "Dennoch" sondern "gerade deshalb" !

Da würde mich doch in diesem Zusammenhang mal interessieren, wie deine Angehörigen zu deiner Spendenbereitschaft stehen.

Im Augenblick wird das schlicht zur Kenntnis genommen, wie wir Eltern dazu stehen. Ich frage die jungen Leute nicht täglich nach ihrer Ansicht dazu.

Wenn sie sich positiv dazu geäußert haben, wozu denn nun alles so kompliziert machen?

Es ist nicht kompliziert. Es ist ganz einfach.

Stelle dir doch nur mal die ganz konkrete Situation vor, wo die Ärzte am OP-Tisch stehen und auf das OK deiner Angehörigen warten, die zunächst einmal zusammengetrommelt werden müssen. Vielleicht befindet sich da sogar jemand auf einer Kreuzfahrt oder auf einer Pilgertour oder sonst wo und ist überhaupt nicht zu erreichen?

Ehemann und 4 erwachsene Kinder......irgendwer ist garantiert erreichbar. Ganz sicher......gibt ja schließlich Smartphone ;)

Ist diese Bürde, die du da deinen Angehörigen auferlegst nicht mindestens genau so schwer zu ertragen wie deine jetzige Entscheidung zur Organspende, ohne dass deine Angehörigen da angehört werden müssen?

von welcher "Bürde" redest du? Scheide ich dahin, müssen die Hinterbliebenen eine Menge entscheiden und organisieren. Warum also nicht das auch?

Rücksicht auf seine Angehörigen zu nehmen ist ja schön und gut. Die Bereitschaft zur Organspende sollte aber eine ganz persönliche sein und nicht auf Dritte übertragen werden.
Wenn ich tot bin, interessieren MICH meine Organe nicht die Bohne! Da bin ich ganz sicher. Aber wenn meine Hinterbliebenen- aus welchem Grunde auch immer- mich dann doch lieber im Ganzen beerdigen wollen, dann sollen sie das tun dürfen. Die müssen die Trauerarbeit leisten und dürfen es tun, nach ihrem Befinden.
Aber wie ich äußerte ja bereits meine Vermutung, dass du dir unsicher bist.


Nö, bin nicht unsicher.
Vor ein paar Wochen stand ich vor einer fast solchen Situation. Mein Mann war im KH nach einer OP. Am Entlassungstag gab es eine dramatische Situation- Aspiration, Lungenversagen. Er musste wiederbelebt werden und lag dann 10 Tage im künstlichen Koma am Beatmungsgerät. In den ersten 3 Tagen erhielt ich keinerlei gute Nachrichten, stattdessen die Frage nach Patientenverfügung und Organspende. Da aber- außer der Lunge-alles noch funktionierte, habe ich lediglich die Antwort gegeben: Generalvollmacht, Betreuungsverfügung liegt vor, habe ich in der Tasche. Über Organspende rede ich erst, wenn es sein muss. " Man gab sich-natürlich-damit zufrieden. Mein Mann steht der Organspende positiv gegenüber, hat aber ebenso die Entscheidung in die Hand der Hinterbliebenen gelegt. Das war ich in diesem Fall. Lange Rede kurzer Sinn: er hat diese Zeit überstanden und ist jetzt in einer Rehaklinik, schwach aber gesund!
Und ganz am Rande: wäre er nicht wieder aufgewacht, hätte ich einer Organentnahme ohne Zögern zugestimmt.
Aber ich gebe es zu: ich habe in all diesen Tagen nicht eine einzige Sekunde an Patienten gedacht, die auf dieses oder jenes Organ dringend warten.
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Raskolnikof » Do 6. Sep 2018, 17:31

Alana4 hat geschrieben:Und ganz am Rande: wäre er nicht wieder aufgewacht, hätte ich einer Organentnahme ohne Zögern zugestimmt.

Ohne zuvor den Familienrat einzuberufen? Das ist doch dir in deinem Todesfall, so wichtig. :?

OK Alana4. Bis auf unsere grundsätzliche Spendenbereitschaft unterscheiden wir uns da eben meinungsmäßig. Macht aber nichts. ;)
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
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Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Misterfritz » Do 6. Sep 2018, 20:35

denkmal hat geschrieben:(06 Sep 2018, 10:47)

Sie meinen... im Zweifel heiligt der Zweck die Mittel? Nein, nochmals, wenn eine wie immer geartete Überzeugungsarbeit scheinbar nicht fruchtet (wobei, viele haben sich vielleicht auch entschieden, ohne es kundzutun...?), ist es m. E. nicht rechtens, die "Arbeit" auf den einzelnen zu verlagern und eine schweigende Zustimmung vorauszusetzen.
Aber bequem, nicht wahr - im Sinne der Exekutive?
Das ist völlig losgelöst vom Thema Organspende J/N. Es geht um die rechtlichen Mittel, die man anwenden will, um eine angeblich breitere Zustimmung zu erhalten...
Wenn sich die Leute eher nicht mit ihrem eigenen Tod beschäftigen wollen, hilft auch Überzeugungsarbeit nix.

Und noch etwas sollte man bedenken: Wären viel mehr Spender vorhanden, könnte kranken Menschen viel schneller geholfen werden. jahrelange Wartezeit, z.T. dauerhaft an lebenserhaltenden Maschinen im Krankenhaus könnten auf ein Minimum verrimgert werden. Es würde auch die Erfolge bei der Transplantation erhöhen, da z.B. Jahre in der Dialyse dem Körper arg zusetzen.

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