Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

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Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 10. Aug 2018, 07:32

Hallo,

unsere Gesellschaft entwickelt sich beständig weiter. Noch die Großeltern und Urgroßeltern, von manchem die Väter, haben gelernt, dass der Jude zum eigenen Besten umgesiedelt gehört und dass die Partei mit dem Hakenkreuz weiß, wo's langgeht. Nachdem der Ritt nach Ostland einem Taumel zurück gen Westen wich, wurde umgelernt. Nazi war jetzt böse, teilweise sogar sehr böse. Überhaupt wollte man alles, das damit zu tun hatte, nicht mehr sehen. Das Zeigen der NS-Symbole in der Öffentlichkeit war nicht en vogue und passende Gesetze wurden gemacht. Fremdländische Medienerzeugnisse, die für den deutschen Markt aufbereitet werden sollten, mussten umdekoriert werden. Dazu gehörten ab den 80er Jahren auch immer wieder Komputerspiele. Davor mussten vornehmlich Bildbände und Filme zurechtgerückt werden, damit nicht gezeigt wurde, was nicht gezeigt werden durfte. Prominent wurde der Fall des Spieles "Wolfenstein", in dem man aus der Ich-Perspektive relativ unterschiedslos Menschen abmurkst und gegenteiliges verhindert. Jedoch wurden auch die Exportversionen eher friedliebend angelegter Spiele wie "Indiana Jones and the Last Crusade: The Graphic Adventure" (1989, LucasFilm Games - heute Disney)" um Nazisymbole wie Hakenkreuze fast vollständig bereinigt. Mit der Zeit ändert sich auch der Geschmack. Heute, in Zeiten von AfD und NSU, wertet die Gesellschaft offenbar die Kunstfreiheit in Filmen und Videospielen höher als den Wunsch, Nazisymbole weitgehend aus der Öffentlichkeit draußenzuhalten. So hat unter anderem der Selbstkontrolle-Verband "USK" seine Regeln verändert und will im Einzelfall heute Hakenkreuze in Erzeugnissen auch für jugendliche Spieler dulden. Das Zeigen der Symbole könne sozialadäquat sein, also in einem angemessenen Kontext stehen. Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), ehemals Schriften - BPjS, hat über die Zeit ihre Prüfstandards verändert. Galt es in den 80ern noch als jugendgefährdend, wenige Bildpunkte hohe Männchen an Fallschirmen mit einer Kanone abzuschießen, geht heute kaum ein Titel in den Handel, der nicht wesentlich grafischere Gewaltdarstellungen und Anspielungen enthält. Auch Bezüge zum Nationalsozialismus und zum Angriffskrieg sind wesentlich freier. In den 90ern urteilte man da noch strenger.

Auszüge aus der Indizierungs­entscheidung Nr. 4600 vom 13.6.1996
Die jugendgefährdende Wirkung (…) beruht (…) darauf, dass der Inhalt des Computerspiels kriegsverharmlosend und kriegsverherrlichend ist, im weitesten Sinne die Ideologie des Nationalsozialismus verharmlost wird und (...) gegen Art. 26 GG verstößt, da das Führen eines Angriffskrieges befürwortet wird. Das Spiel ist kriegsverharmlosend, weil (…) seine zahlreichen schmerzhaften Auswirkungen verschwiegen werden. (…) Damit wird objektiv der Tatbestand der Kriegsverharmlosung durch nahezu alle Kriegssimulationsspiele erfüllt.
Entscheidend für die Einstufung des vorliegenden Spiels als jugendgefährdend ist jedoch nach Ansicht des Entscheidungsgremiums der konkrete Realitätsbezug.
...
Das Computerspiel kann damit nach Auffassung des 12er-Gremiums dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche eine positive Haltung zum Angriffs- und Eroberungskrieg einnehmen. Es kann gerade durch diesen konkreten Realitätsbezug dazu beitragen, ­Kindern und Jugendlichen einen Teil der Ideologie des Nationalsozialismus nahezubringen.
...
[Die Textpassagen aus der Spielanleitung], die im Spiel ihre Entsprechung finden, haben das 12er-Gremium (…) veranlasst, hervorzuheben, dass es in diesem Spiel nicht um Siegen oder Besiegtwerden (…) geht, sondern um die spielerische Befürwortung des Angriffs- und Eroberungskrieges. So sah das 12er-Gremium Art. 26 GG insofern tangiert, als in dem Handbuch systematisch zur Kriegsführung gegen Polen und zwar basierend auf dem historischen Geschehen während des Zweiten Weltkrieges aufgerufen wird.



Kriegführung gegen Polen - das geht natürlich 1996 nicht. In Zeiten der Konfrontation mit Russland und der allgemeinen Bewerbung von Auslandseinsätzen sieht das ganz anders aus.
Eine angepasste Version des Erzeugnisses ist heute am Markt. Viele BPjS-Entscheidungen der 80er und 90er Jahre sind heute revidiert. Aus einem abstrakten Freiheitsstandpunkt heraus ist das sicher zu begrüßen. Es geht auch nicht darum, ob die Entscheidungen der Vergangenheit möglicherweise im Einzelfall falsch waren. Ich möchte den Blick auf einen gesellschaftlichen Aspekt lenken: Fehlte denn in geschnittenen oder visuell entschärften Werken je ein Hakenkreuz, um einen Film oder ein Spiel genießen zu können? Fühlte sich jemand in seiner Freiheit beschränkt? Ist es euch ein wichtiges Anliegen, künftig mehr Hakenkreuz wagen zu dürfen als Rezipient oder Kulturschaffender? Oder ist es ein Thema, das ihr eher gleichgültig hinnehmt, wie es eben kommt?
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Senexx » Fr 10. Aug 2018, 07:47

Was will uns der Threadersteller sagen? Ist er etwas verwirrt?
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Tom Bombadil
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 10. Aug 2018, 08:05

Ich halte das für keine gute Entscheidung, durch solche Spiele kommt das Hakenkreuz dann als völlig "normales" Symbol in die Kinderzimmer.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Milady de Winter » Fr 10. Aug 2018, 08:10

In Punkto Filme oder Ego-Shooter Spiele mache ich mir keine Gedanken über potenzielle Hakenkreuze sondern über die immer roher und tabuloser werdenden Inhalte. Wenn ein Film oder Spiel im 3. Reich spielt oder dieses inhaltlich verarbeitet wird, dann gehören in meinen Augen dort selbstversändlich Hakenkreuze dazu. Sie waren Teil davon. Sie aus diesen Passagen zu entfernen wäre m.E. ebenso sinn- wie nutzlos.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Keoma » Fr 10. Aug 2018, 08:13

Sehr kindisch finde ich auch die Schwärzung von Hakenkreuzen bei den Abziehbildern von Modellbausätzen.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Kritikaster » Fr 10. Aug 2018, 08:14

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(10 Aug 2018, 08:32)

Hallo,

unsere Gesellschaft entwickelt sich beständig weiter. Noch die Großeltern und Urgroßeltern, von manchem die Väter, haben gelernt, dass der Jude zum eigenen Besten umgesiedelt gehört und dass die Partei mit dem Hakenkreuz weiß, wo's langgeht. Nachdem der Ritt nach Ostland einem Taumel zurück gen Westen wich, wurde umgelernt. Nazi war jetzt böse, teilweise sogar sehr böse. Überhaupt wollte man alles, das damit zu tun hatte, nicht mehr sehen. Das Zeigen der NS-Symbole in der Öffentlichkeit war nicht en vogue und passende Gesetze wurden gemacht. Fremdländische Medienerzeugnisse, die für den deutschen Markt aufbereitet werden sollten, mussten umdekoriert werden. Dazu gehörten ab den 80er Jahren auch immer wieder Komputerspiele. Davor mussten vornehmlich Bildbände und Filme zurechtgerückt werden, damit nicht gezeigt wurde, was nicht gezeigt werden durfte. Prominent wurde der Fall des Spieles "Wolfenstein", in dem man aus der Ich-Perspektive relativ unterschiedslos Menschen abmurkst und gegenteiliges verhindert. Jedoch wurden auch die Exportversionen eher friedliebend angelegter Spiele wie "Indiana Jones and the Last Crusade: The Graphic Adventure" (1989, LucasFilm Games - heute Disney)" um Nazisymbole wie Hakenkreuze fast vollständig bereinigt. Mit der Zeit ändert sich auch der Geschmack. Heute, in Zeiten von AfD und NSU, wertet die Gesellschaft offenbar die Kunstfreiheit in Filmen und Videospielen höher als den Wunsch, Nazisymbole weitgehend aus der Öffentlichkeit draußenzuhalten. So hat unter anderem der Selbstkontrolle-Verband "USK" seine Regeln verändert und will im Einzelfall heute Hakenkreuze in Erzeugnissen auch für jugendliche Spieler dulden. Das Zeigen der Symbole könne sozialadäquat sein, also in einem angemessenen Kontext stehen. Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), ehemals Schriften - BPjS, hat über die Zeit ihre Prüfstandards verändert. Galt es in den 80ern noch als jugendgefährdend, wenige Bildpunkte hohe Männchen an Fallschirmen mit einer Kanone abzuschießen, geht heute kaum ein Titel in den Handel, der nicht wesentlich grafischere Gewaltdarstellungen und Anspielungen enthält. Auch Bezüge zum Nationalsozialismus und zum Angriffskrieg sind wesentlich freier. In den 90ern urteilte man da noch strenger.

Kriegführung gegen Polen - das geht natürlich 1996 nicht. In Zeiten der Konfrontation mit Russland und der allgemeinen Bewerbung von Auslandseinsätzen sieht das ganz anders aus.
Eine angepasste Version des Erzeugnisses ist heute am Markt. Viele BPjS-Entscheidungen der 80er und 90er Jahre sind heute revidiert. Aus einem abstrakten Freiheitsstandpunkt heraus ist das sicher zu begrüßen. Es geht auch nicht darum, ob die Entscheidungen der Vergangenheit möglicherweise im Einzelfall falsch waren. Ich möchte den Blick auf einen gesellschaftlichen Aspekt lenken: Fehlte denn in geschnittenen oder visuell entschärften Werken je ein Hakenkreuz, um einen Film oder ein Spiel genießen zu können? Fühlte sich jemand in seiner Freiheit beschränkt? Ist es euch ein wichtiges Anliegen, künftig mehr Hakenkreuz wagen zu dürfen als Rezipient oder Kulturschaffender? Oder ist es ein Thema, das ihr eher gleichgültig hinnehmt, wie es eben kommt?

Was Du beschreibst und - für mich nachvollziehbar - beklagst, scheint mir eine Anpassung an die Realität in der virtuellen Welt (klingt widersprüchlicher als es ist).

Bereits in den von Dir angesprochenen 90ern gab es die Möglichkeit, sich für die "abgespeckten" Versionen solcher Spiele Patches im Netz zu besorgen/herunterzuladen, die es Interessierten ermöglichten, "das volle Spielerlebnis" zu "genießen", bekannt u.a. als sogenannte "Bloodpatches". Damit war es kein echtes Problem, die deutschen Vorgaben zu umgehen. Das war hierzulande natürlich illegal, aber wer wurde dafür schon sanktioniert? Aus dem mir bekannten Kreis jener, die das nutzten, jedenfalls niemand.

Ist es da angesichts der seither stattgefundenen Weiterentwicklung des www nicht vielleicht nur konsequent, diese ohnehin hoffnungslosen Beschränkungsversuche einzustellen? In diesem Forum wird ja immer wieder behauptet, eine Kontrolle sei praktisch sowieso nie, zumindest nicht praktikabel, umsetzbar. Und erschiene es angesichts der Diskussionen um ein immer weiter herabzusetzendes Alter beim Wahlrecht nicht geradezu anachronistisch, für Vorgänge, die im privaten Bereich stattfinden, solche Schranken aufrecht zu erhalten?

Das sind nur mal ein paar Aspekte, die in der Diskussion auch beachtet werden sollten.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Trutznachtigall » Fr 10. Aug 2018, 08:23

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(10 Aug 2018, 08:32)
Ist es euch ein wichtiges Anliegen, künftig mehr Hakenkreuz wagen zu dürfen als Rezipient oder Kulturschaffender? Oder ist es ein Thema, das ihr eher gleichgültig hinnehmt, wie es eben kommt?

Also, falls dereinst wirklich mal der Zeitpunkt kommen sollte, in Kunstwerken gar kein Hakenkreuz mehr genießen zu dürfen, dann ... ;)

http://deavita.tk/wp-content/uploads/2017/12/schrottimmobilien-wenn-im-bad-ein-hakenkreuz-aus-fliesen-prangt-von-fantastische-fliesengestaltung-badezimmer-bild.jpg
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Milady de Winter » Fr 10. Aug 2018, 08:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:05)

Ich halte das für keine gute Entscheidung, durch solche Spiele kommt das Hakenkreuz dann als völlig "normales" Symbol in die Kinderzimmer.

Gut, Indiana Jones ist ab 12, aber das dürfte eher der Exot in der Reihe der Spiele sein, um die es hier geht. Die meisten anderen, im Stil von COD o.ä., sind ab 16 oder haben keine Jugendfreigabe. Da hätte ich ein ganz anderes Problem, wenn die den Weg in ein "Kinderzimmer" finden würden, als ein paar imaginäre Hakenkreuze.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 10. Aug 2018, 08:31

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:05)

völlig "normales" Symbol in die Kinderzimmer.


Global gesehen ist es das ja auch, in Asien interessieren sich herzlich wenige dafür das Hitler ein Swastika als Banner verwendete. Und in den Spiele die für den deutschen Markt zensiert werden, die sind dann auch nur für den deutschen Markt zensiert. Das ist aber nicht weiter schlimm, man kann ja auch in Österreich bestellen, es lebe die EU.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Kritikaster » Fr 10. Aug 2018, 08:33

Milady de Winter hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:29)

Gut, Indiana Jones ist ab 12, aber das dürfte eher der Exot in der Reihe der Spiele sein, um die es hier geht.

Hinzuzufügen ist, dass der "Held" im Spiel wie in den Filmen überdeutlich werden lässt, dass die Nazis die Bösen sind, und er - und damit der Spieler - sie ja auch erfolgreich bekämpft.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Milady de Winter » Fr 10. Aug 2018, 08:36

Kritikaster hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:33)

Hinzuzufügen ist, dass der "Held" im Spiel wie in den Filmen überdeutlich werden lässt, dass die Nazis die Bösen sind, und er - und damit der Spieler - sie ja auch erfolgreich bekämpft.

Wobei es mir fairerweise hier nicht darum geht, dass im Spiel deutlich wird, wer die "Bösen" sind - meine Sorge gilt in der Tat mehr den Inhalten und Möglichkeiten, Menschen zu massakrieren. Und die werden immer tabuloser. Gilt natürlich in dem Fall nicht für Indiana Jones, klar, daher hast Du recht. Aber ich beziehe mich auf das, was ich oben schon erwähnte. Meine Sorge gilt nicht den Symbolen...
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 10. Aug 2018, 09:05

Milady de Winter hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:29)

Gut, Indiana Jones ist ab 12, aber das dürfte eher der Exot in der Reihe der Spiele sein, um die es hier geht. Die meisten anderen, im Stil von COD o.ä., sind ab 16 oder haben keine Jugendfreigabe. Da hätte ich ein ganz anderes Problem, wenn die den Weg in ein "Kinderzimmer" finden würden, als ein paar imaginäre Hakenkreuze.

Das ist eine gesunde Einstellung, aber der Konjunktiv hat hier - zumindest in der Realität - wenig Platz.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 10. Aug 2018, 09:07

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:05)

Das ist eine gesunde Einstellung, aber der Konjunktiv hat hier - zumindest in der Realität - wenig Platz.


Bei Spielen, je verbotener desto interessanter würde ich sagen.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 10. Aug 2018, 09:07

Milady de Winter hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:36)

Wobei es mir fairerweise hier nicht darum geht, dass im Spiel deutlich wird, wer die "Bösen" sind - meine Sorge gilt in der Tat mehr den Inhalten und Möglichkeiten, Menschen zu massakrieren. Und die werden immer tabuloser. Gilt natürlich in dem Fall nicht für Indiana Jones, klar, daher hast Du recht. Aber ich beziehe mich auf das, was ich oben schon erwähnte. Meine Sorge gilt nicht den Symbolen...

Im Gegensatz zur Filmreihe und den neuesten Spielen in dem Bereich, taucht bei Indiana Jones 3/4 tatsächlich maximal ein Faustkampf, Betrunkenmachen oder mit Steinen überrollen von Seiten der "Guten" auf. Schießen dürfen fast ausschließlich die Schurken.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Kritikaster » Fr 10. Aug 2018, 09:08

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:07)

Bei Spielen, je verbotener desto interessanter würde ich sagen.

Das ist so. Hat schon mit Äpfeln im Paradies nicht geklappt. ;)
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 10. Aug 2018, 09:47

Kritikaster hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:08)

Das ist so. Hat schon mit Äpfeln im Paradies nicht geklappt. ;)

Seit die Äpfel gefahrlos konsumiert werden können, hat das Interesse am Apfel nicht nachgelassen. Ob nun als Saft, als Mus, als Rohfrucht oder in der Babynahrung, im Apfelkorn oder als ideologisch motivierter Stützkauf für Polenbauern, die ihre B-Ware nicht mehr in Russland verklappen dürfen.

Die Frage, um die es sich hier gesellschaftlich dreht, ist aber, ob denn überhaupt was gefehlt hat, als das Hakenkreuz noch pfui war.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 10. Aug 2018, 10:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(10 Aug 2018, 10:47)
Die Frage, um die es sich hier gesellschaftlich dreht, ist aber, ob denn überhaupt was gefehlt hat, als das Hakenkreuz noch pfui war.

Ich glaube gefehlt an sich hat es den wenigsten. Aber ich glaube, es gibt so einige die sind nicht begeistert, daß man ihnen das einfach so vorschreibt. Deswegen haben sich Spieler unzensierte Varianten besorgt, um selber entscheiden zu können. Auch dann, wenn man eigentlich mit dem Hakenkreuz gar nichts am Hut hat. Das geht es eher ums Prinzip.
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Re:

Beitragvon Quatschki » Fr 10. Aug 2018, 11:08

Das Balkenkreuz reicht doch aus, wenn man sich lustiges Spielzeug kaufen will
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Re: Re:

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 10. Aug 2018, 11:33

Quatschki hat geschrieben:(10 Aug 2018, 12:08)

Das Balkenkreuz reicht doch aus, wenn man sich lustiges Spielzeug kaufen will

Das ist kein spezifisches NS-Symbol, insofern trägt es zum Thema nur bedingt bei. Balken- und Tatzenkreuze haben die deutsche Unschuld von der Ausrottung der Prussen bis hin zum jederzeit versehentlich-unvermeidbaren Kindersprengen in Afghanistan begleitet, sodass eine Fokussierung auf 12 Jahre in dem Fall schwer zu begründen wäre.
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Re: Habt ihr auch das Hakenkreuz vermisst?

Beitragvon Polibu » Fr 10. Aug 2018, 11:47

Ich habe es nicht vermisst. Mir ist es aber auch egal, ob es verboten ist oder nicht.

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