Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

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think twice
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon think twice » Fr 3. Aug 2018, 11:28

Billie Holiday hat geschrieben:(03 Aug 2018, 10:34)

Ein guter Mensch tut einfach etwas fûr andere und macht kein Gehabe drum. Oft im Verborgenen, eher bekannt gemacht durch andere. Lob ist ihm eher peinlich, da Hilfsbereitschaft und Kümmern für ihn selbstverständlich sind und keine Erwähnung benötigen, solange es nicht darum geht, andere ins Boot zu holen.
Dem Gutmenschen geht es um seine Selbstgefälligkeit, er macht gern auf seine Taten aufmerksam, um sich in Lob und Aufmerksamkeit zu sonnen. Er hat die Wahrheit gepachtet und kann abweichende Meinungen oder kritische Anmerkungen nicht ertragen.
Selbstverständlich gibt es hier keine Vertreter von zweitem.

Die uebliche Rechtfertigung für praktiziertes Schlechtmenschentum.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 3. Aug 2018, 11:32

Dampflok94 hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:03)

Ach, die sind es nicht nur vermeintlich. Und identifizieren sich mit ihrer Sprache eben selbst.

Eben nicht, sie werden von anderen "identifiziert". Scheint in der deutsche Geschichte ein beliebtes Hobby zu sein.

Denn Du bist intelligent genug zu wissen, was deine ständige Schreibweise "Rächte" über dich aussagt.

Ja? Was denn? Nur zu. Und ich wette mit dir, dass du falsch liegst!
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 3. Aug 2018, 11:36

JJazzGold hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:13)

Dann geht sie ja nicht flöten.

Hm, das finde ich im Kontext der Diskussion aber merkwürdig.

Ausgangspunkt:
"Spuren des Wirkens deiner Gutmenschen findet man überall da, wo sich Spuren untergegangener Hochkulturen finden"
Daraufhin du:
"Der Gutmensch ruft durch sein plötzlich wahrgenommenes, öffentliches Auftreten den Schlechtmenschen auf den Plan und da dieser skrupellos ist, geht die Kultur flöten."

Also geht die Kultur nicht unter, wenn "die Gutmenschen" die Mehrheit stellen? Gibt es eigentlich noch Menschen dazwischen?
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon becksham » Fr 3. Aug 2018, 11:36

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:32)

Eben nicht, sie werden von anderen "identifiziert". Scheint in der deutsche Geschichte ein beliebtes Hobby zu sein.
...

Aber andere können ja auch nichts dafür, dass z. B. das Wort "Goldstücke" nur von einer politischen Seite benutzt wird.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Keoma » Fr 3. Aug 2018, 11:37

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:36)

Hm, das finde ich im Kontext der Diskussion aber merkwürdig.

Ausgangspunkt:
"Spuren des Wirkens deiner Gutmenschen findet man überall da, wo sich Spuren untergegangener Hochkulturen finden"
Daraufhin du:
"Der Gutmensch ruft durch sein plötzlich wahrgenommenes, öffentliches Auftreten den Schlechtmenschen auf den Plan und da dieser skrupellos ist, geht die Kultur flöten."

Also geht die Kultur nicht unter, wenn "die Gutmenschen" die Mehrheit stellen? Gibt es eigentlich noch Menschen dazwischen?


Wahrscheinlich gibt es auch Halbgutmenschen.
Oder sind das dann Halbschlechtmenschen?
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 3. Aug 2018, 11:37

becksham hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:36)

Aber andere können ja auch nichts dafür, dass z. B. das Wort "Goldstücke" nur von einer politischen Seite benutzt wird.

Selbstverständlich nicht, ich hatte ja auch beide Seiten in meine Kritik mit einbezogen (siehe Idiotenpingpong).
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Selina » Fr 3. Aug 2018, 11:47

Dampflok94 hat geschrieben:(02 Aug 2018, 17:49)

Klick mich
Ein wunderbarer Artikel von Sascha Lobo. Polemisch? Sehr polemisch! Aber genau deswegen eben gut. Was einige Leser leider nicht verstanden haben. Und offensictlich denken, es handle sich wirklich um den Versuch eines Wörterbuches. :D

Aber so einiges finde ich auch hier im Forum wieder. Wenn z. B. statt des Begriffes Flüchtling der der Fackkraft genutzt wird. War schon öfters zu sehen.

Sehr geschmunzelt habe ich auch über die Definition von Gutmensch:


Sehr treffend der Beitrag von Sascha Lobo. Die Stelle finde ich besonders passend und witzig:

Rechte Ecke

Sogar selbsterklärte Rechte wehren sich dagegen, "in die rechte Ecke" gestellt zu werden. Denn Rechte und Rechtsextreme haben den Trick entwickelt, sich selbst für die "politische Mitte" zu halten. Deshalb empfinden sie nicht "rechts" als beleidigend, sondern "Ecke". Eigentlich fehlt nur noch die Beschwerde, dass man Nazis nicht immer gleich in die rechte Ecke stellen solle.


:D :thumbup:
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon JJazzGold » Fr 3. Aug 2018, 11:49

Dark Angel hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:26)

Nein, das ist dann eine ganz andere Kategorie.
Mir ging es mehr um die Gleichsetzung von "guter Mensch" und "Gutmensch", die es m.M. nach nicht gibt.
Der gute Mensch handelt überlegt, selbstlos - ohne dabei im Mittelpunkt stehen zu wollen und er denkt auch über die Konsequenzen seines Handelns nach. Dem Gutmenschen hingegen geht es in erster Linie um Aufmerksamkeit, darum sich anderen moralisch überlegen fühlen zu können. Die Konsequenzen seines Handelns sind ihm egal - es ist ihm wurscht ob aus seinem Handeln Schaden entstehen kann. Für ihn zählt nur der Moment, eine Art Selbstbefriedigung bzw Selbstbestätigung.
Darum ja mein Verweis auf Tucholsky


Inzwischen ist uns doch allen bekannt, dass die ursprüngliche Definition von Gutmensch einer neuen Zuordnung unterzogen wurde, siehe den verlinkten Artikel.


Gutmenschen

Auch in intellektueller Darreichungsform als "Hypermoralisten" verfügbar, handelt es sich im rechten Sprachgebrauch um Leute, die einen gewissen Mindestanstand im Alltag und Grundrechte für alle Menschen für politische Werte halten. Die Bezeichnung Gutmensch ist eine Schuldabwehr, weil sich Rechte und Rechtsextreme schlecht fühlen, wenn ihr fehlender Anstand im Kontrast zu Nichtrechten so deutlich wird.

Für mich war bis dato der “gut meinende“ Grüne, die Personifizierung des Tucholsky'schen Gutmenschen.
Durch den inflationären Gebrauch des Begriffs durch nicht mehr zwischen gut und gut gemeint Unterscheidende, muss ich davon ausgehen, dass ursprüngliche Definition derart derangiert wurde, dass von gut bis gut gemeint, so ziemlich jeder Mensch, der eine bestimmte Weltanschauung nicht teilt, darin ein Platz zugewiesen wurde. Was letztendlich nur der leichteren Zuordnung zur schärferen Trennung zwischen “wir“ und “ihr“ dienen soll.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Keoma » Fr 3. Aug 2018, 11:49

Selina hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:47)

Sehr treffend der Beitrag von Sascha Lobo. Die Stelle finde ich besonders passend und witzig:

Rechte Ecke

Sogar selbsterklärte Rechte wehren sich dagegen, "in die rechte Ecke" gestellt zu werden. Denn Rechte und Rechtsextreme haben den Trick entwickelt, sich selbst für die "politische Mitte" zu halten. Deshalb empfinden sie nicht "rechts" als beleidigend, sondern "Ecke". Eigentlich fehlt nur noch die Beschwerde, dass man Nazis nicht immer gleich in die rechte Ecke stellen solle.


:D :thumbup:


So lange "rechts" als Synonym für empathieloses, demokratiefeindliches Arschloch verwendet wird, kann's auch keine Koseform sein.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Selina » Fr 3. Aug 2018, 11:53

Interessant auch, was hier alles so zum Begriff "Gutmensch" gesagt wird. Im Grunde ist das lediglich ein Begriff zur Diffamierung der politischen Gegenseite. Und auch genau aus diesem Grund und noch ein paar anderen Gründen wurde "Gutmensch" zum Unwort des Jahres.

Zitat:

Bei Wahlen zum Unwort des Jahres in Deutschland erhielt das Wort für das Jahr 2011 den zweiten und für 2015 den ersten Platz.[32]

2011 war der Begriff Kandidat für das Unwort des Jahres in Deutschland. Der Begriff wurde – hinter Döner-Morde – auf Platz 2 gewählt. Dies begründete die Jury folgendermaßen:

Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“ verstärkt entfaltet.“[33]

Für das Jahr 2015 war die Begründung, dass im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema insbesondere auch diejenigen beschimpft werden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe oder gegen flüchtlingsfeindliche Angriffe in der Bundesrepublik Deutschland einsetzen.[34][35] Die Wahl war beeinflusst durch das Flüchtlingsthema 2015.[36] „Gutmensch“ wurde gewählt, weil der Begriff Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd diffamiere.[37] Die Kritik richte sich nicht nur gegen Rechtspopulisten, sondern auch gegen Journalisten auch von Leitmedien, die das Wort „Gutmensch“ gebrauchen würden.[38]


https://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch ... des_Jahres
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Keoma » Fr 3. Aug 2018, 11:56

Selina hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:53)

Interessant auch, was hier alles so zum Begriff "Gutmensch" gesagt wird. Im Grunde ist das lediglich ein Begriff zur Diffamierung der politischen Gegenseite. Und auch genau aus diesem Grund und noch ein paar anderen Gründen wurde "Gutmensch" zum Unwort des Jahres.

Zitat:

Bei Wahlen zum Unwort des Jahres in Deutschland erhielt das Wort für das Jahr 2011 den zweiten und für 2015 den ersten Platz.[32]

2011 war der Begriff Kandidat für das Unwort des Jahres in Deutschland. Der Begriff wurde – hinter Döner-Morde – auf Platz 2 gewählt. Dies begründete die Jury folgendermaßen:

Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“ verstärkt entfaltet.“[33]

Für das Jahr 2015 war die Begründung, dass im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema insbesondere auch diejenigen beschimpft werden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe oder gegen flüchtlingsfeindliche Angriffe in der Bundesrepublik Deutschland einsetzen.[34][35] Die Wahl war beeinflusst durch das Flüchtlingsthema 2015.[36] „Gutmensch“ wurde gewählt, weil der Begriff Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd diffamiere.[37] Die Kritik richte sich nicht nur gegen Rechtspopulisten, sondern auch gegen Journalisten auch von Leitmedien, die das Wort „Gutmensch“ gebrauchen würden.[38]


https://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch ... des_Jahres


Irgendwie ist das das Selbe wie mit "rechts" - die Gutmenschen wollen nicht als solche bezeichnet werden.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Selina » Fr 3. Aug 2018, 11:59

Keoma hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:56)

Irgendwie ist das das Selbe wie mit "rechts" - die Gutmenschen wollen nicht als solche bezeichnet werden.


Naja, ich werde oft als "Gutmensch" betitelt. Mir isses egal. Weil ich ja weiß, wie der Begriff verwendet wird und wer ihn verwendet. Da isses fast noch ne Auszeichnung, von den "Richtigen" so genannt zu werden :D Übrigens: "Gutmenschen" gabs auch schon in der Begriffswelt der "klassischen" Nazis damals.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Dampflok94 » Fr 3. Aug 2018, 12:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:32)

Eben nicht, sie werden von anderen "identifiziert". Scheint in der deutsche Geschichte ein beliebtes Hobby zu sein.

Nö, das ist überall so. So funktioniert nämlich überall in der Welt Kommunikation. Du wirst u. a. danach beurteilt was Du sagst und wie Du es sagst. Alles andere würde ja auch bedeuten, daß mich dich ignoriert.

Wenn jemand Nazi-Sprech verwendet, dann darf er sich nicht wundern, daß er in diese Ecke einsortiert wird. Wenn jemand die Terminologie der Antifa verwendet wird es dem genauso ergehen.
Ja? Was denn? Nur zu. Und ich wette mit dir, dass du falsch liegst!

Man muß nicht über jedes Stöckchen springen, was einem hingehalten wird. Aber Du wirst Dir sicherlich was bei gedacht haben, als Du diese Schreibweise wähltest. Ich würde außerdem nicht unbedingt nur aus einer Bemerkung Rückschlüsse ziehen wollen. Aber das ist ja auch ein Sinn von Lobos Kolumne. Er zeigt auf, daß so einige eben mehrere dieser Phrasen verwenden. Und dann gilt da irgendwann "Wenn etwas aussieht wie eine Ente, so watschelt wie eine Ente und so quakt wie eine Ente, dann wird es wohl eine Ente sein!" :)
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Dark Angel » Fr 3. Aug 2018, 12:16

JJazzGold hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:49)

Inzwischen ist uns doch allen bekannt, dass die ursprüngliche Definition von Gutmensch einer neuen Zuordnung unterzogen wurde, siehe den verlinkten Artikel.


Gutmenschen

Auch in intellektueller Darreichungsform als "Hypermoralisten" verfügbar, handelt es sich im rechten Sprachgebrauch um Leute, die einen gewissen Mindestanstand im Alltag und Grundrechte für alle Menschen für politische Werte halten. Die Bezeichnung Gutmensch ist eine Schuldabwehr, weil sich Rechte und Rechtsextreme schlecht fühlen, wenn ihr fehlender Anstand im Kontrast zu Nichtrechten so deutlich wird.

Für mich war bis dato der “gut meinende“ Grüne, die Personifizierung des Tucholsky'schen Gutmenschen.
Durch den inflationären Gebrauch des Begriffs durch nicht mehr zwischen gut und gut gemeint Unterscheidende, muss ich davon ausgehen, dass ursprüngliche Definition derart derangiert wurde, dass von gut bis gut gemeint, so ziemlich jeder Mensch, der eine bestimmte Weltanschauung nicht teilt, darin ein Platz zugewiesen wurde. Was letztendlich nur der leichteren Zuordnung zur schärferen Trennung zwischen “wir“ und “ihr“ dienen soll.

Tut mir leid, aber ich kann dieser Deutung des Begriffes durch Lobo nicht folgen, weil der Begriff "Gutmensch" ganz allgemein nicht in dieser (unterstellten) Form gebraucht wird, wie im Tucholsky-Zitat dargestellt.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon JJazzGold » Fr 3. Aug 2018, 12:39

Dark Angel hat geschrieben:(03 Aug 2018, 13:16)

Tut mir leid, aber ich kann dieser Deutung des Begriffes durch Lobo nicht folgen, weil der Begriff "Gutmensch" ganz allgemein nicht in dieser (unterstellten) Form gebraucht wird, wie im Tucholsky-Zitat dargestellt.


Die Begründung, weshalb Gutmensch 2015 zum Unwort des Jahres gewählt wurde, gibt Lobo recht.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon JJazzGold » Fr 3. Aug 2018, 12:41

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Aug 2018, 12:36)

Hm, das finde ich im Kontext der Diskussion aber merkwürdig.

Ausgangspunkt:
"Spuren des Wirkens deiner Gutmenschen findet man überall da, wo sich Spuren untergegangener Hochkulturen finden"
Daraufhin du:
"Der Gutmensch ruft durch sein plötzlich wahrgenommenes, öffentliches Auftreten den Schlechtmenschen auf den Plan und da dieser skrupellos ist, geht die Kultur flöten."

Also geht die Kultur nicht unter, wenn "die Gutmenschen" die Mehrheit stellen? Gibt es eigentlich noch Menschen dazwischen?


Je nach Perspektive wenige oder viele.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 3. Aug 2018, 12:41

Dampflok94 hat geschrieben:(03 Aug 2018, 13:07)

Nö, das ist überall so.

Nö, Deutschland und die Deutschen haben da so ihre ganz eigene Geschichte mit.

Du wirst u. a. danach beurteilt was Du sagst und wie Du es sagst.

WIE man etwas sagt lässt sich in Foren gar nicht ermitteln.

Wenn jemand Nazi-Sprech verwendet...

Und was Nazi-Sprech ist, definiert wer?

Man muß nicht über jedes Stöckchen springen, was einem hingehalten wird.

Jetzt bist du zu feige, den letzten Schritt zu gehen und bleibst beim Gemunkel.

Aber ich will es dir erklären: ich benutze rächts und Rächter als Synonyme für rechtsextrem und Rechtsextremisten, weil ich bei der Diskreditierung von "rechts" als politischem Begriff nicht mehr mitmachen möchte. Mach draus, was du willst.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 3. Aug 2018, 12:43

JJazzGold hat geschrieben:(03 Aug 2018, 13:41)

Je nach Perspektive wenige oder viele.

Das ist nichtssagend. Aber gut, es soll nicht konkreter werden, belassen wir es dabei.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon Dark Angel » Fr 3. Aug 2018, 14:10

JJazzGold hat geschrieben:(03 Aug 2018, 13:39)

Die Begründung, weshalb Gutmensch 2015 zum Unwort des Jahres gewählt wurde, gibt Lobo recht.

Ähem - ja - Unwort des Jahres. Von wem wird das eigentlich, unter welchen Prämissen/Intentionen, "gekürt"?
Was ist das für ein Gremium?
Ich gebrauche den Begriff "Gutmensch" im tucholskyschen Sinn, lasse mir von niemandem vorschreiben, was ich zu denken habe und ich lasse mich auch nicht aufgrund eines Begriffes oder einer Phrase in eine politische Ecke stellen, weil das der PC zuwider läuft oder als Mikroaggression empfunden wird.
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Re: Deutsch-Rechts/Rechts-Deutsch

Beitragvon McKnee » Fr 3. Aug 2018, 14:34

Dampflok94 hat geschrieben:(02 Aug 2018, 21:51)

Die nicht existente Sprachpolizei wieder. :D

Wenn mich jemand zutextet, die apokalyptischen Reiter ständen vor der Tür, ich solle Buße tun, denn das jüngste Gericht würde bald tagen, dann würde ich diese Person einordnen. Nicht grade unter Atheist.

Und wenn jemand "Ausländer raus" brüllt und von "Scheiß Kanacken" faselt, dann sortiere ich den ein. Und das machen die meisten Menschen. Und wenn Du behauptest, Du würdest dies nicht tun, dann glaube ich dir kein Wort. Wenn jemand von open-boarder-policy oder refugees welcome schwärmt, dann sortierst du den auch ein.


Mit deiner Einordnung hast du ein Problem, wenn du den Kontext einer Äußerung vernachlässigst.

Dampflok94 hat geschrieben:(02 Aug 2018, 21:51)
...
Und wenn jemand "Ausländer raus" brüllt und von "Scheiß Kanacken" faselt, dann sortiere ich den ein. ....


Wo sortierst du den mit den Kanacken denn ein?
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

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