Krise der "Leitmedien"

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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon EinePerson » Mo 9. Jul 2018, 17:57

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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 9. Jul 2018, 18:25

EinePerson hat geschrieben:(09 Jul 2018, 18:57)

Hier ein paar Quellen, denen ich vertraue:



und warum vertraust du denen?
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon EinePerson » Mo 9. Jul 2018, 18:44

Hallo 3x schwarzer Kater,

weil ich dort häufig(er) auf Artikel stoße, die entweder selbst mit guten Quellen aufwarten und die Aussagen sich belegen lassen, oder weil ich dort häufig Artikel finde, die ich selbst durch eigene Recherche bestätigen konnte. Weil ich dort häufig auf Artikel stoße, die Zusammenhänge aufzeigen, anstatt nur zerstückelte Ereignisse mit einfachen (und falschen) Erklärungen dazu.
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon EinePerson » Mo 9. Jul 2018, 18:46

Oft ist es auch hilfreich gezielt nach Beiträgen von Personen zu suchen. Hier ein paar Personen, die ich vertrauenswürdig finde:

Noam Chomsky
Daniele Ganser
Ken Jebsen
Jürgen Todenhöfer
Vanessa Beeley
Eva Bartlet
Graig Murray
John Pilger
Gabriele Krone Schmalz
Rainer Mausfeld
Uwe Krüger
Ulrich Teusch
Daniele Dahn
Edward Snowden
Peter Scholl-Latour
Patrick Cockburn
William Binney
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 9. Jul 2018, 19:34

EinePerson hat geschrieben:(09 Jul 2018, 19:44)

Hallo 3x schwarzer Kater,

weil ich dort häufig(er) auf Artikel stoße, die entweder selbst mit guten Quellen aufwarten und die Aussagen sich belegen lassen, oder weil ich dort häufig Artikel finde, die ich selbst durch eigene Recherche bestätigen konnte. Weil ich dort häufig auf Artikel stoße, die Zusammenhänge aufzeigen, anstatt nur zerstückelte Ereignisse mit einfachen (und falschen) Erklärungen dazu.


Inwiefern belegen diese Quellen nun ihre Aussagen mehr als die von dir kritisierten Medien? Ich vermute mal es ist einfach so, dass sie mehr deinem Meinungsbild entsprechen.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon easylocoman » Di 10. Jul 2018, 07:24

EinePerson hat geschrieben:(09 Jul 2018, 18:45)

[...]Wie gehe ich damit um, dass Medien selektieren, interpretieren, teilweise auch lügen, etc?[...]


Ich wollte aber weniger wissen, wie Du mit den Wissen, welches Du über die Medien gesammelt hast, umgehst.
Ich hätte gerne gewußt, zu welchen Konsequenzen das bei den Medienkonsumenten, welche ebenfalls über dieses Wissen verfügen, führen sollte?

Für mich ist es recht uninteressant, mich intensiv mit einem Thema zu befassen, wenn daraus keine Konsequenzen entstehen.
Die Erkenntnis, dass in dieser Welt etwas schwerwiegendes falsch läuft, liegt ja bereits unzweifelhaft vor und bedarf als solches eigentlich auch keiner Erklärung mehr.
Jetzt sollte es sich vielemehr darum drehen, wie man daran etwas ändert!
Deine Argumentation ist um so richtiger, je plötzlicher sie zu ignorieren versucht wird. - www.clusev.de
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon easylocoman » Fr 13. Jul 2018, 08:58

EinePerson hat geschrieben:[...]


Gibt es einen Grund dafür, dass Du auf meine Anfragen nicht antwortest?
Deine Argumentation ist um so richtiger, je plötzlicher sie zu ignorieren versucht wird. - www.clusev.de
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon EinePerson » Fr 13. Jul 2018, 15:59

Hallo 3x schwarzer Kater,

zuerst einmal möchte ich nochmal auf meine Formulierung verweisen:

„weil ich dort häufig(er) auf Artikel stoße, die entweder selbst mit guten Quellen aufwarten und die Aussagen sich belegen lassen, oder weil ich dort häufig Artikel finde, die ich selbst durch eigene Recherche bestätigen konnte. Weil ich dort häufig auf Artikel stoße, die Zusammenhänge aufzeigen, anstatt nur zerstückelte Ereignisse mit einfachen (und falschen) Erklärungen dazu.“


Lass uns das ganze doch an einem aktuellen Beispiel erörtern:

Die OPCW hat einen Zwischenbericht vorgelegt, in welchem sie ihre Ergebnisse der Untersuchung des angeblichen Einsatzes von Giftgas (es wurde behauptet es wurde Chlorgas und Saringas eingesetzt) veröffentlicht. Hier ist der Zwischenbericht:

https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/S_s ... 018_e_.pdf

Werfen wir doch einen Blick auf die Ergebnisse der Laboruntersuchungen (Seite 15 bis 19) und schauen, was bei den einzelnen Proben unter „Results“ zu finden ist. Zwei Labore haben unabhängig voneinander Untersuchungen an Blutproben und Proben aus der Umgebung des angeblichen Giftgaseinsatzes untersucht.

Blutproben:
Kein Befunde von Rückständen, die auf den Einsatz von Nervengiften hinweisen würden – das ist das Ergebnis von beiden Laboren.

‚Umweltproben‘:

Labor DL03:
In keiner Probe wurden Rückstände eines Nervengiftes gefunden. Zu fast allen Proben bis auf 4 schreibt das Labor, dass keine chemischen Rückstände gefunden wurden, die auf den Einsatz chemischer Waffen schließen lässt. Bedeutet das, dass in den 4 Proben Rückstände chemischer Waffen gefunden wurden? Nein, in den 4 Proben wurden chemische Rückstände gefunden, die beim Einsatz chemischer Waffen zurückbleiben können, allerdings auch beim Einsatz haushaltsüblicher Stoffe, wie Kosmetika, Medizin, Kunststoffhaltigen Gegenständen, Leitungswasser - mehr Details im nächsten Absatz.

LaborDL02:
Dieses Labor listet mehr chemische Rückstände auf – woher die Diskrepanz zwischen beiden Laboren kommt, wird leider nicht erörtert. Leider wird auch von keinem Labor angegeben, in welchen Konzentrationen die Rückstände vorzufinden waren – das ist ein sehr wichtiger Aspekt, der leider nicht erörtert wird.

Anmerkung, um die Bezeichnung „CWC“ im OPCW Bericht zu verstehen:
CWC Scheduled chemicals
https://www.opcw.org/chemical-weapons-c ... chedule-1/



Auflistung der Stoffe, welche durch die beiden Labore angegeben wurden und mögliche/häufige Quellen, die nichts mit chemischen Waffen zu tun haben:

Phenol

Häufigste Verwendung ist der Einsatz bei der Herstellung von Kunststoffen, kann durch das Verbrennen von Kunststoffen als Rückstand zurückbleiben.


Chlorinated acetic acids

„1.4 Major uses and sources in drinking-water Chlorinated acetic acids, including dichloroacetic acid, are formed from organic material during water chlorination (Coleman et al., 1980; IPCS, 2000). “

Übersetzung:

„Häufige Verwendung und Quellen in Trinkwasser. Chloressigsäure, einschließlich Dichloressigsäure, entstehen aus organischen Verbindungen durch die Chlorinierung von Wasser“

http://www.who.int/water_sanitation_hea ... id0505.pdf



Chloral hydrate

„1.3 Major uses and sources in drinking-water

Chloral hydrate can be formed as a by-product of the chlorination of water containing organic precursor molecules, such as fulvic and humic acids.“

Übersetzung:
„Häufige Verwendung und Quellen in Trinkwasser.

Chloralhydrat kann als ein Nebenprodukt entstehen, wenn Wasser, das organische Moleküle wie Fulvosäure und Huminsäure enthält, chloriniert wird“

http://www.who.int/water_sanitation_hea ... 130605.pdf







Chlorphenol


„Chlorphenole sind schlecht wasserlösliche, schwerflüchtige, giftige, teils krebserzeugende Verbindungen, die häufig als Holzschutzmittel, Herbizide und Fungizide, zum Bleichen von Zellstoff in der Papierherstellung sowie als Zwischenprodukte in der Arzneimittel- und Farbstoffsynthese eingesetzt werden. Da sie chemisch sehr stabil sind, reichern sie sich in der Nahrungskette an. Beim Erhitzen von Chlorphenolen können unter Abspaltung von Chlorwasserstoff polychlorierte Dibenzodioxine entstehen.
...
Chlorphenol wird zur Herstellung von Arzneimitteln und Farbstoffen sowie als Desinfektionsmittel eingesetzt und taucht als Schadstoff im Grundwasser auf. 3-Chlorphenol und 4-Chlorphenol werden als Zwischenprodukte zur Herstellung von Arzneimitteln und Farbstoffen sowie als Desinfektionsmittel eingesetzt. “

https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorphenole



Trichlorophenol

„Sources and potential exposure
- 2,4,5-Trichlorophenol may be released through its production and use as a pesticide and pesticide
intermediate.
...
- It has also been detected in drinking water. The general population may be exposed to low levels of 2,4,5-trichlorophenol through air, food, or drinking water.“

Übersetzung:

„“
https://www.epa.gov/sites/production/fi ... phenol.pdf





Trinitrotoluene
TNT – Sprengstoff


Triethanolamine
Das ist eine Base, welche z.B. in vielen Medikamenten und Kosmetika enthalten ist


Zusammenfassung:
Beide Labore sind sich einig, dass keine Nervengifte nachzuweisen sind. KEINES der beiden Labore hat Rückstände von Chlorgas nachgewiesen, es wurden Rückstände von chlorhaltigen chemischen Verbindungen gefunden. Diese Rückstände können von chemischen Waffen stammen – deshalb hat der OPCW Bericht nicht eindeutig gesagt, dass der Einsatz von Chlorgas ausgeschlossen werden kann. Allerdings kommen diese chlorhaltigen Verbindungen auch in Haushalten vor, in denen kein Chlorgas eingesetzt wurde, z.B. weil das Leitungswasser durch Chlor desinfiziert wird und dann alles, was mit Leitungswasser gewaschen wird viele dieser chlorhaltigen Verbindungen aufweist. Und genau deshalb steht auch im OPCW Bericht NICHT drin, dass Chlorgas nachgewiesen wurde, bzw. der Einsatz von Chlorgas nachgewiesen wurde.






Schauen wir uns nun an, welche Medien uns die Ergebnisse des OPCW Berichtes wahrheitsgemäß wiedergeben und welche das nicht tun:

Falschmeldungen, bzw. falls die Journalisten wussten, dass der OPCW Bericht nicht aussagt, was sie berichten, dann waren es Lügen:
https://www.tagesschau.de/ausland/duma- ... s-101.html
https://www.bild.de/politik/ausland/syr ... .bild.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 17175.html
http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa ... 79371.html
https://www.wr.de/politik/opcw-findet-s ... 85967.html
https://www.stern.de/politik/ausland/an ... 59258.html
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/im ... s-100.html

Bessere Berichtserstattung, hier finden wir eine wahrheitsgemäße Wiedergabe des OPCW Berichtes. Wir werden darauf hingewiesen, dass uns viele Vertreter der mainstream Medien falsch informieren über den OPCW Bericht und wenn man den Links folgt, findet man noch viele andere interessante Informationen.

http://www.moonofalabama.org/2018/07/sy ... douma.html
http://www.moonofalabama.org/2018/07/sy ... douma.html
https://www.heise.de/tp/features/OPCW-B ... 06221.html
https://www.nachdenkseiten.de/?p=44911



Was soll man mit Medien anfangen, die noch nicht mal öffentlich zugängliche Berichte wahrheitsgemäß wiedergeben?
Fällt euch auf, wie quer durch die mainstream-Bank alle zu dem gleichen, falschen Ergebnis gekommen sind? Wie kann denn das sein, da sich unsere Medien doch gerne damit rühmen, dass sie so neutral, unabhängig, der Wahrheit verpflichtet sind und so eine riesige Vielfalt herrschen würden im Meinungsspektrum. Wieso kommen sie dann alle zum selben, falschen Ergebnis?
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon EinePerson » Fr 13. Jul 2018, 16:05

Hallo easylocoman,

easylocoman hat geschrieben:(10 Jul 2018, 08:24)

Ich wollte aber weniger wissen, wie Du mit den Wissen, welches Du über die Medien gesammelt hast, umgehst.
Ich hätte gerne gewußt, zu welchen Konsequenzen das bei den Medienkonsumenten, welche ebenfalls über dieses Wissen verfügen, führen sollte?
...


Ich habe dir bereits in diesem Beitrag einige Konsequenzen geschrieben, die man darauf ziehen kann (und meiner Meinung nach sollte), das sind keine unwichtigen oder nebensächlichen Konsequenzen:

EinePerson hat geschrieben:(09 Jul 2018, 18:45)

Hallo easylocoman und Maikel,
...
.


Bevor du anfängst zu handeln, solltest du erst einmal gut informiert sein - ansonsten verfallts du leicht in blinden Aktionismus, der leicht fehl-gelenkt werden kann.


Wenn du über Formen politisch aktiv zu werden sprechen möchtest, geht das weit über das Thema dieses Beitrages hinaus. Das wäre ein eigenes Thema für sich, das einen eigenen Faden wert ist: Ich empfehle dir deshalb so einen Faden zu erstellen. Z.B. "Welche Formen gibt es politisch aktiv zu werden" oder "Politisch aktiv werden - aber wie?" oder denke dir etwas eigenes aus.




easylocoman hat geschrieben:(13 Jul 2018, 09:58)

Gibt es einen Grund dafür, dass Du auf meine Anfragen nicht antwortest?



Ich bin nicht jeden Tag hier aktiv, deshalb kann es schon vorkommen, dass sich meine Antwort verzögert.
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon Quatschki » Fr 13. Jul 2018, 16:12

Es geht halt immer um Interessen.
Die deren Interesse lediglich "Gewinnerzielung durch Quote" ist, sind dabei noch die ehrlichsten.
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon EinePerson » Fr 13. Jul 2018, 16:52

Maikel hat geschrieben:(09 Jul 2018, 13:59)
...
Das könnte man als Pladoyer für unseren gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk (miß)verstehen; am besten ganz ohne Werbung, wie z.B. die BBC in England. Dann müßten aber wohl die Gebühren (noch) höher sein.

Leider sind auch die Journalisten etc. bei den öffentlich-rechtlichen meist nicht neutral.


Da stimme ich dir voll und ganz zu, auch bei den öffentlich rechtlichen findet man häufig keine ausgewogene Berichterstattung, sondern eine sehr einseitige Berichterstattung und oftmals auch schlichtweg Falschdarstellungen. Siehe dazu meinen Beitrag:

EinePerson hat geschrieben:(13 Jul 2018, 16:59)
...
Schauen wir uns nun an, welche Medien uns die Ergebnisse des OPCW Berichtes wahrheitsgemäß wiedergeben und welche das nicht tun:

Falschmeldungen, bzw. falls die Journalisten wussten, dass der OPCW Bericht nicht aussagt, was sie berichten, dann waren es Lügen:
https://www.tagesschau.de/ausland/duma- ... s-101.html
...
https://www.wr.de/politik/opcw-findet-s ... 85967.html
...
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/im ... s-100.html

...

Was soll man mit Medien anfangen, die noch nicht mal öffentlich zugängliche Berichte wahrheitsgemäß wiedergeben?
Fällt euch auf, wie quer durch die mainstream-Bank alle zu dem gleichen, falschen Ergebnis gekommen sind? Wie kann denn das sein, da sich unsere Medien doch gerne damit rühmen, dass sie so neutral, unabhängig, der Wahrheit verpflichtet sind und so eine riesige Vielfalt herrschen würden im Meinungsspektrum. Wieso kommen sie dann alle zum selben, falschen Ergebnis?
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon Wähler » Fr 13. Jul 2018, 16:56

EinePerson hat geschrieben:(08 Jul 2018, 21:43)
Wer verstehen möchte wieso es in den Medien zu so vielen Themen nur eine Meinung oder nur eine ganz enge Spannweite von Meinungen gibt, muss sich nur die erwähnten 6 Filter ansehen. Zusätzlich muss man sich vor Augen führen, dass die Vielfalt der Medien zu weiten Teilen eine Schein-Vielfalt ist. 5 Verlage kontrollieren in Deutschland fast die Hälfte des gesamten Zeitungsmarktes:
1) Springerpresse
2) DuMont
3) Funke Medien Gruppe
4) MadSack
5) SWMH

Die SWMH gehört sehr vielen verschiedenen Familien.
Mit TAZ, Spiegel und FAZ gibt es auch andere Eigentümer-Modelle, Genossenschaft, Arbeitnehmer-Miteigentümerschaft und Stiftung.
Bei diesen sind die Einnahmen aus Verkauf übrigens höher als aus Werbung.
Die sozialen Medien bilden ein Gegengewicht zur alten Medienwelt, unter anderem auch dieses Forum.
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender bilden ebenso ein sogar öffentlich kontrolliertes Gegengewicht.
Da gibt es viele Wirtschaftsbranchen mit einem deutlich größeren Konzentrationsproblem.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon easylocoman » Fr 13. Jul 2018, 19:02

EinePerson hat geschrieben:(13 Jul 2018, 17:05)

[...]Wenn du über Formen politisch aktiv zu werden sprechen möchtest, geht das weit über das Thema dieses Beitrages hinaus. Das wäre ein eigenes Thema für sich, das einen eigenen Faden wert ist: Ich empfehle dir deshalb so einen Faden zu erstellen. Z.B. "Welche Formen gibt es politisch aktiv zu werden" oder "Politisch aktiv werden - aber wie?" oder denke dir etwas eigenes aus.[...]


Ich halte es für durchaus vorteilhaft, die aus einem Thema resultierende logische Konsequenz, im Thema selbst auch zu erwähnen.
Darüber bedarf es auch keiner großen Diskussion, eine logische Konsequenz sollte besser Anwendung finden.

Und die logische Konsequenz, dass der Konsument dringend die Medien verändern muss, sprengt auch keinen Rahmen, ist aber hilfreich, denn viele haben gelernt, dass das nicht funktionieren soll!
Deine Argumentation ist um so richtiger, je plötzlicher sie zu ignorieren versucht wird. - www.clusev.de
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 13. Jul 2018, 20:39

easylocoman hat geschrieben:(13 Jul 2018, 20:02)

Ich halte es für durchaus vorteilhaft, die aus einem Thema resultierende logische Konsequenz, im Thema selbst auch zu erwähnen.
Darüber bedarf es auch keiner großen Diskussion, eine logische Konsequenz sollte besser Anwendung finden.

Und die logische Konsequenz, dass der Konsument dringend die Medien verändern muss, sprengt auch keinen Rahmen, ist aber hilfreich, denn viele haben gelernt, dass das nicht funktionieren soll!

Der Konsument kann kaum auf die Mediengestaltung einwirken. Nichtmal ein Leseboykott würde entscheidend wirken. In den Köpfen der MACHER sollte ein Umdenken stattfinden. Aber da können wir lange warten, bis das passiert!
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon Brainiac » Fr 13. Jul 2018, 20:56

Hallo EinePerson,

kommen in deinen Analysen auch die (fraglos vorhandenen) antiwestlichen Narrative in russischen Medien vor, oder ist das hier nur scheinbar eine objektive Analyse und in Wirklichkeit ein weiterer Baustein deines prorussischen / antiamerikanischen Feldzugs in diesem Forum?

http://www.politik-forum.eu/search.php?keywords=&terms=all&author=eineperson&sc=1&sf=all&sr=posts&sk=t&sd=d&st=0&ch=1000&t=0&submit=Suche

Nur um einordnen zu können, wie ernst man das hier zu nehmen hat.
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon BingoBurner » Fr 13. Jul 2018, 21:42

EinePerson hat geschrieben:(09 Jul 2018, 19:46)

Oft ist es auch hilfreich gezielt nach Beiträgen von Personen zu suchen. Hier ein paar Personen, die ich vertrauenswürdig finde:


Daniele Ganser
Ken Jebsen
Jürgen Todenhöfer


Ach, Kenny der wegen Atisemitismus rausgeworfen wurde ?
Todenhöfer, der mal gerne Fotos fälscht im Sinne von Palestina ?
Daniele Ganser, den man an seiner Uni vom Hof gejagt hat wegen unplausibler Schlussfolgerungen.

Na du hast ja Freunde....

Aber Klaus Kleber, der ist ist die Marionette. Wundert mich das du nicht Elsässer erwähnst und Compact. :rolleyes:
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon easylocoman » Sa 14. Jul 2018, 07:13

Fuerst_48 hat geschrieben:(13 Jul 2018, 21:39)

Der Konsument kann kaum auf die Mediengestaltung einwirken. Nichtmal ein Leseboykott würde entscheidend wirken. In den Köpfen der MACHER sollte ein Umdenken stattfinden. Aber da können wir lange warten, bis das passiert!


Aber natürlich kann das der Konsument und er kann das nicht nur. Im eigenen Interesse muss er das auch! Die pauschale und definitiv falsche These, dass der Konsument das nicht können sollte, wirkt dabei äusserst kontraproduktiv.

Brainiac hat geschrieben:http://www.politik-forum.eu/search.php?keywords=&terms=all&author=eineperson&sc=1&sf=all&sr=posts&sk=t&sd=d&st=0&ch=1000&t=0&submit=Suche

[...]kommen in deinen Analysen auch die (fraglos vorhandenen) antiwestlichen Narrative in russischen Medien vor, oder ist das hier nur scheinbar eine objektive Analyse und in Wirklichkeit ein weiterer Baustein deines prorussischen / antiamerikanischen Feldzugs in diesem Forum?[...]


Ist eine Analyse über die Rolle und Motivation der Medien in UNSERER Gesellschaft nur dann objektiv, wenn man sie mit den russischen Medien vergleicht? Nein, natürlich nicht! Für eine Analyse der Rolle und Motiovation der russischen Medien in der russischen Gesellschaft, wäre ein objektives Wissen über die russische Gesellschaft sowohl beim Autor als auch beim Leser unabdinglich. Die Analyse von EinePerson passt hinsichtlich der Weisheit, ein Jeder kehr vor seinem Tor, da hat er Dreck genug davor, sogar ziemlich gut. Und hinsichtlich der "Presse als vierte Staatsgewalt", bedarf es dabei wirklich keinem Vergleich zu den russischen Medien.

Nun frage ich aber Dich, warum ausgerechnet die russischen Medien in dieser Analyse platz finden sollten?
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon Julian » Sa 14. Jul 2018, 07:27

Grundsätzlich finde ich es interessant, das Selbstverständnis und die Arbeit der Medien zu beleuchten und kontrovers zu diskutieren. Ja, es gibt dabei viel Negatives zu berichten; letztlich sind viele Medien auch interessengeleitet, und sie sind Teil unserer Gesellschaft und können sich oft nicht von den vorherrschenden Denkstilen distanzieren. Oft wird Berichterstattung mit Meinung verwechselt; oft findet eine Selbstzensur statt; oft sind Journalisten inkompetent und verlassen sich auf Experten; und oft werden gewisse Narrative geisterhaft in verschiedensten Medien wiederholt, ohne sie zu hinterfragen.

Allerdings muss man sich auch fragen, was daraus folgt, oder was die Alternative wäre. Ein kritischerer Umgang mit Medien? Gerne. Ein grundsätzlicher Umsturz der Verhältnisse, um der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen? Eher nicht. Ein Lob der Verhältnisse in nicht-westlichen Ländern, in denen es keine freie Medien gibt? Auf gar keinen Fall.
Projekt Julian I: 5 Jan 2016 - 14 Aug 2018
Projekt Julian II: 14 Aug 2018 -
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon easylocoman » Sa 14. Jul 2018, 11:15

Julian hat geschrieben:(14 Jul 2018, 08:27)

[...]Allerdings muss man sich auch fragen, was daraus folgt,[...]


Dafür zu sorgen, dass die Medien des eigenen Landes keine Lügenpropaganda mehr verbreiten. Die große Verantwortung des deutschen Volkes!
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Re: Die Rolle und Motivation der Medien in unserer Gesellschaft

Beitragvon EinePerson » Sa 14. Jul 2018, 11:23

Hallo Brainiac,


1. Teil: Antwort auf deine Frage

Brainiac hat geschrieben:(13 Jul 2018, 21:56)

Hallo EinePerson,

kommen in deinen Analysen auch die (fraglos vorhandenen) antiwestlichen Narrative in russischen Medien vor, oder ist das hier nur scheinbar eine objektive Analyse und in Wirklichkeit ein weiterer Baustein deines prorussischen / antiamerikanischen Feldzugs in diesem Forum?

http://www.politik-forum.eu/search.php?keywords=&terms=all&author=eineperson&sc=1&sf=all&sr=posts&sk=t&sd=d&st=0&ch=1000&t=0&submit=Suche

Nur um einordnen zu können, wie ernst man das hier zu nehmen hat.



Das Propaganda-Model von Herman und Chomsky, über das ich hier schreibe:

EinePerson hat geschrieben:(08 Jul 2018, 21:43)

Was ist die Rolle der Medien, was treibt sie an? In Wessen Interesse handeln sie? Berichten sie „die Wahrheit“? Wieso findet man bei so vielen Themen so eine Homogenität der Meinungen in den Medien? Um den Rahmen dieses Beitrags nicht völlig
...


ist nicht spezifiziert für die Medien eines bestimmten Landes - es muss auch auf russische Medien angewendet werden, sowie auf die Medien jedes anderen Landes auch.

Mein Fokus liegt BISHER auf deutsch- und englischsprachigen Medien. Des weiteren auf Medien speziell aus Deutschland, weil ich in diesem Land aufgewachsen bin und die deutsche Politik und die Berichterstattung in deutschen Medien einen besonderen Einfluss auf meine Lebenswelt haben. Darüber hinaus auch amerikanische Medien und amerikanische Politik, weil spätestens seit dem 2. Weltkrieg die USA das Imperium sind. Ob es 1) Politischer Einfluss, 2) Wirtschaftskraft, 3) "soft power institutions" wie NGOs, think thanks, 4) militärische Stärke oder 5) Kultureller Einfluss sind - auf allen Feldern hatten die USA seit dem 2. Weltkrieg bis vor wenigen Jahren noch im Vergleich zu anderen Ländern einen überwältigenden Einfluss auf den Rest der Welt. Es war lange Zeit nicht nur Einfluss - die USA konnten international ihren Willen lange Zeit einfach durchdrücken - auch gegen die Interessen der Staaten, denen der Wille der USA aufgedrückt wurde. Die Machtverhältnisse haben sich seit wenigen Jahrzehnten zuerst langsam und dann immer schneller verschoben, aber noch heute gibt es kein Land, dass so mächtig und Einflussreich ist - auch wenn andere Länder, z.B. China sehr schnell aufholen und falls sich der Trend fortsetzt, die USA in 1-2 Jahrzehnten in den Bereichen militärische Stärke, wirtschaftlicher Einfluss weit überflügelt haben werden und in Bereich politischer Einfluss mindestens gleich gezogen sind.
Da meine täglich zur Verfügung stehende Zeit und Motivation begrenzt sind, habe ich Schwerpunkte gesetzt - ich befasse mich lieber intensiv mit weniger Themen und versuche dann noch andere Themen zu streifen, als mich mit vielem nur oberflächlich zu befassen.
Da ich mich sehr viel intensiver mit Deutschland und den USA befasst habe, mit Blick auf die Politik und Medien, habe ich dazu auch mehr zu schreiben. Ich bin auch schon auf Arbeiten gestoßen, welche aufzeigen, dass es einen media bias in Russland gibt, allerdings ist das bisher im Vergleich zu dem media bias in Deutschland und den USA (und Europa) die Minderheit. Ich nehme an, dass das nicht daran liegt, dass die Medien in Russland weniger voreingenommen wären - das glaube ich nicht - sondern weil mein Fokus woanders liegt. Ein Beispiel für eine wissenschaftliche Arbeit, die sich mit dem Russlandbild in deutschen Medien und dem Deutschlandbild in russischen Medien befasst ist die hier:

https://f-origin.hypotheses.org/wp-cont ... rdeeva.pdf

Untersucht wurde die Berichterstattung in der Tagesschau und in Wremja (quasi das russische Pendant der Tagesschau). Das Ergebnis: Die Tagesschau hat tendenziell eine pro-deutsche, pro-westliche Sicht, Wremja eine tendenziell pro-russische Sicht auf die Dinge.



2. Teil: Untersuchung deines Beitrages auf mögliche rhetorische Methoden, kognitive Verzerrungen, Manipulation

a. Schwarz-Weiß-Sicht

Brainiac hat geschrieben:(13 Jul 2018, 21:56)
...
kommen in deinen Analysen auch die (fraglos vorhandenen) antiwestlichen Narrative in russischen Medien vor, ...
Nur um einordnen zu können, wie ernst man das hier zu nehmen hat.


Wenn ich eine Aussage über die Straßen in Rom treffe, dann ist die Güte meiner Aussage (Beschreibung) lediglich davon abhängig, wie gut diese Beschreibung die tatsächliche Beschaffenheit der römischen Straßen wiedergibt. Die Güte meiner Aussage ist nicht davon abhängig, ob ich auch vergleichbare Aussagen über die Straßen von Lyon (Frankreich) oder Stockholm (Schweden) gemacht habe. Das heißt, will man wirklich "einordnen", was man von meiner Aussage bezüglich der römischen Straßen zu halten hat, dann müsste man sich mit meiner Aussage auseinandersetzen und dem Bezugsobjekt dieser Aussagen - den römischen Straßen. Das scheint aber nicht dein Weg zu sein, du setzt dich nicht mit meinen Aussagen auseinander und auch mit mit dem Bezugsobjekt - zumindest nicht hier in diesem Beitrag, was in deinem Kopf vorgeht, kann ich nicht beurteilen - sondern gibst hier ein einziges Kriterium an, wonach du dein Urteil ausrichtest, ob man das hier auch ernst nehmen könne und zwar, ob ich auch russische Medien kritisiere. Wenn du dir Zeit nimmst und den Vergleich mit dem Straßensystem durchdenkst, kannst du erkennen, wie absurd die Annahme ist: Nur wer auch russische Medien kritisiert, kann glaubhafte Analysen von nicht-russischen Medien anstellen.

Die zugrunde liegende Problematik, oder eine davon, ist meiner Meinung nach ein Denken in simplen Dualitäten, schwarz-weiß-Bildern. Das vermutete schwarz-weiß-Bild hier wäre: Wer soviel Kritik an westlichen Medien führt und kaum welche an russischen Medien, der MUSS wohl pro-russisch sein, ein russischer Propagandist.
Ich habe auch keine explizite Kritik an französischen, libanesischen, peruanischen, etc Medien geübt - bin ich nun deswegen ein französischer, libanesischer, peruanischer, etc Propagandist oder habe eine pro-Frankreich, pro...etc Haltung?


b. Relativierung

"Wer x kritisiert muss auch y kritisieren, ansonsten ist er voreingenommen" - so könnte man eine meistens unausgesprochene Forderung zusammenfassen, welche häufig, mehr oder minder verdeckt, in vielen Medien transportiert wird. Wer ausschließlich x aber nicht y kritisiert KANN voreingenommen sein, MUSS es aber NICHT sein. Es kann auch sein, wie ich weiter oben ausgeführt habe, dass die Person sich mit x einfach besser auskennt. Die Forderung, man müssen y kritisieren, wenn man x kritisiert dient häufig der Relativierung. Wenn die Handlungen von x schon kritisiert werden, dann müssen auch die Handlungen von y kritisiert werden, damit die Kritik an Gewicht verliert. Damit der Eindruck entsteht, naja, niemand ist perfekt, überall gibt's hier und da was zu mäkeln, alles halb so wild, unterhalten wir uns nicht weiter drüber, es gibt nichts Besonderes zu sehen.


c. Das Schüren und Bemühen von Feindbildern

Brainiac hat geschrieben:(13 Jul 2018, 21:56)
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und in Wirklichkeit ein weiterer Baustein deines prorussischen / antiamerikanischen Feldzugs in diesem Forum?

http://www.politik-forum.eu/search.php?keywords=&terms=all&author=eineperson&sc=1&sf=all&sr=posts&sk=t&sd=d&st=0&ch=1000&t=0&submit=Suche
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Es ist ein häufiges verwendetes rhetorisches Mittel, die Aussagen einer Person mit einem bestehenden Feindbild zu verknüpfen, um damit die Aussagen an sich zu diskreditieren. Das wird oft dann eingesetzt, wenn die Erwartung ist, dass auf sachlicher Ebene die Diskussion nicht 'zu gewinnen' ist. Seit einigen Jahren befinden sich die USA, meiner Meinung nach, in einer neuen McCarthy-Ära - ein anti-russisches Narrativ jagt das nächste und selbst wenn die meisten nach kurzer Zeit in sich zusammenbrechen wie ein Kartenhaus, sind schon wieder 10 neue aufgetaucht. Sehr unkritisch wird jede noch so unbewiesene, spekulative Meldung verbreitet - und zwar meistens nicht als Spekulation, sondern als Tatsachenbericht. Dieses Verhalten wird weder von den Massenmedien, noch den meisten Politikern, noch von großen Teilen der Bevölkerung als anti-russisch wahrgenommen, es ist einfach 'normal'. Es werden von den meisten Vertretern von Medien, Politik und großen Teilen der Bevölkerung auch keine böswilligen Unterstellungen bezüglich der Motive getätigt wie: Die verbreiten anti-russische Propaganda, weil....Es wird auch selten nach Beweisen gefragt. Wenn das Fernsehen etwas negatives über Russlands Außenpolitik berichtet, dann wird das schon stimmen. Man muss sich da nicht mit Beweisführungen rumschlagen, das würde ja nur Putin in die Hände spielen! Es wird eher unterstellt, dass Alles sachlich und wahrheitsgemäß berichtet wird. Der Teil der dieses Verhalten kritisiert und als anti-russischen bias einstuft ist meiner Wahrnehmung nach eher gering.
Demgegenüber wird mit Personen, welche auch nur wagen, auf die Fehlerhaftigkeit vieler Berichterstattungen über die russische Politik hinzuweisen, ganz anders umgegangen. Zuerst einmal sehe ich häufig, dass die angeführten Beweise völlig ignoriert werden. Oft reicht die Behauptung "ach, das ist doch alles russische Propaganda" - und das war's - Untersuchung und 'kritische Analyse' abgeschlossen. Oder Vertreter von Medien und Politik schweigen ein Thema einfach tot. Darüber hinaus ist es häufig anzutreffen, dass die Personen, welche diese Kritik vorbringen persönlich diskreditiert werden, um eine sachliche Diskussion zu unterbinden und auf einen persönlichen Disput herunterzubrechen.

Dazu werden dann bereits etablierte Feindbilder benutzt - eines davon ist "Person mit pro-russischer Einstellung", "Putin-Versteher" (man muss sich das mal überlegen, wo wir bereits gelandet sind, jemand, der sich nur anschickt Putin verstehen zu wollen tut bereits etwas, was gesellschaftlich geächtet werden muss, wie absurd und verbohrt ist das?), "anti-Amerikaner".

Es gibt viele Falschdarstellungen über die russische Außenpolitik, jemand, der das aufzeigt hat nicht zwangsläufig eine pro-russische Einstellung - er kann einfach nur ein Missfallen empfinden, wenn er angelogen wird, bzw. wenn andere angelogen werden. Solche Menschen werden mundtot gemacht, oder sollen zumindest sozial geächtet werden, indem sie als "pro-russisch" oder "Putin-Versteher" bezeichnet werden. Die Absicht dahinter ist: Es ist gibt in dieser speziellen Frage nur die eine gesellschaftlich akzeptable Meinung und du weichst zu stark davon ab! Sei fügsam und kehre zurück zum Chor derjenigen, die ausschließlich Kritik an Russland üben - alles andere ist nicht akzeptabel! Wenn du dich weigerst, werden wir dich sozial ächten und andere dazu animieren das auch zu tun.

Das gleiche gilt für anti-Amerikaner. Dieses Feindbild wird ebenso benutzt, um sachlich fundierte Kritik an der amerikanischen (außen-)Politik zu unterbinden, indem suggeriert wird, dass jeder, der zu häufig die USA kritisiert ein anti-Amerikaner sei, jemand, der die Amerikaner an sich hasst, also die Menschen dort, also quasi ein 'Rassist' ist, bzw. eine ganze Kultur hasst. Wieder dasselbe Prinzip: Unterstelle eine Verbindung zwischen den tatsächlich gemachten Aussagen und den Aussagen von gesellschaftlich geächteten Personen. Die erhoffte Wirkung: "Hört gar nicht auf den, der ist pro-russisch, anti-ermikanisch, ein Verschwörungstheoretiker, ein Rassist, etc - alles, was der sagt, stimmt nicht. Ich braucht euch seine Argumente gar nicht erst durchzulesen. Verurteilt ihn ganz einfach so wie wir, dann seid ihr auf der richtigen Seite!


d. Sachliche Diskussionen auf persönliche Voreingenommenheiten reduzieren

Brainiac hat geschrieben:(13 Jul 2018, 21:56)
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und in Wirklichkeit ein weiterer Baustein deines prorussischen / antiamerikanischen Feldzugs in diesem Forum?
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Diese Technik ist vergleichbar mit den Feindbildern. Die Aussagen einer Person sollen dadurch entkräften, lächerlich, unglaubwürdig, unsichtbar, etc gemacht werden, indem die Person als unglaubwürdig, als moralisch verwerflich, etc dargestellt wird. Die Hoffnung dahinter: Die Argumente der diskreditierten Person werden gar nicht mehr wahrgenommen, sie werden unsichtbar. Man muss sich der sachlichen Diskussion nicht mehr stellen.




Abschließende Bemerkung:
Ich weiß nicht, ob du eine dieser Techniken vorsätzlich und wissentlich angewendet hast oder ob du quasi lediglich nachmachst, was dir vorgemacht wurde - es gibt ja reichlich Beispiele dieser Form in unseren Medien. BingoBurner bringt 3 gute Beispiele dafür, wie sachliche Diskussionen in der Öffentlichkeit unterdrückt werden, indem öffentliche Personen durch, meiner Meinung nach, unwahre Berichterstattungen diskreditiert werden. Aber darauf werde ich später noch eingehen.

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