Kritik der DDR

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Alexyessin
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Alexyessin » Mi 27. Jun 2018, 12:20

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:09)

Ja, vermutlich.

Wirklich strukturierte politische Bildung erfolgt bei uns eher nicht, sie ist eher so was wie ein Abfallprodukt, die im Sozialkunde- und z. T. vielleicht auch im Geschichtsunterricht gestreift wird. Der Rest erfolgt dann wohl via Medien...


Ich würde mir hier auch mehr Demokratiekunde wünschen. Pflichtfach, denn dann würden solche Sachen wie "nur alle 4 Jahre Kreuz machen" gar nicht ankommen.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 12:24

Alexyessin hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:20)

Ich würde mir hier auch mehr Demokratiekunde wünschen. Pflichtfach, denn dann würden solche Sachen wie "nur alle 4 Jahre Kreuz machen" gar nicht ankommen.


Hmmm - naja. In BY wäre diese dann in das Resort von Frau Hohlmeier gefallen.... :D
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Dieter Winter
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 12:28

Selina hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:18)

Noch nordischer der Vorname: Björn :D


Für den kann er nix. Es war mal scher in Mode skandinavische Vornamen zu vergeben.

In der Klasse meiner Tochter gibt es einen "German". Ich habe nachgefragt, ob er gerne Thor Steinar Klamotten oder dgl. trägt. Meine Tochter: "Nö, er ist Jude" :D Soll heißen, der Name sagt noch nicht viel über den Träger aus.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Selina » Mi 27. Jun 2018, 12:35

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:28)

Für den kann er nix. Es war mal scher in Mode skandinavische Vornamen zu vergeben.

In der Klasse meiner Tochter gibt es einen "German". Ich habe nachgefragt, ob er gerne Thor Steinar Klamotten oder dgl. trägt. Meine Tochter: "Nö, er ist Jude" :D Soll heißen, der Name sagt noch nicht viel über den Träger aus.


Logisch, war auch eher ironisch gemeint. Weil es viele solche radikal Rechten (eben wie Herrn Höcke) gibt, die vor allem auf die nordische Mythologie und Sagenwelt und die entsprechenden Namen stehen. Manche geben sich sogar solche Nicks ;)
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Odin1506 » Mi 27. Jun 2018, 14:04

Selina hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:35)

Logisch, war auch eher ironisch gemeint. Weil es viele solche radikal Rechten (eben wie Herrn Höcke) gibt, die vor allem auf die nordische Mythologie und Sagenwelt und die entsprechenden Namen stehen. Manche geben sich sogar solche Nicks ;)


Dann müssten ja fast alle Skandinavier Rechtsradikale sein.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Mi 27. Jun 2018, 15:24

Alexyessin hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:20)

Ich würde mir hier auch mehr Demokratiekunde wünschen. Pflichtfach, denn dann würden solche Sachen wie "nur alle 4 Jahre Kreuz machen" gar nicht ankommen.


Dann würde wohl doch gar nichts geschehen, außer dass die Nickerchen und Auf-Durchzug-Schaltungen noch etwas intensiver wären. Abgesehen davon gibt es das wohl auch. Allerdings kenn ich jetzt nur aus den Neunzigern Politische Weltkunde und da wurde, einschließlich der Wahl des Bundespräsidenten, alles Wesentliche durchgenommen. Der Mehrheit meiner Mitschüler war das absolut egal.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Mi 27. Jun 2018, 15:26

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:11)

Etwas konservativer?

Bernd Höcke ist Geschichtslehrer.... :?


Und da haben wir einen weiteren Faktor neben den Vorgaben durch Bildungsbehörden. Auf dem Abendgymnasium gab es ein ganzes Semester die Nazizeit. Gleich zu Anfang verkündete die Lehrkraft, dass der 2. Weltkrieg aber ausfällt. War halt nicht ihr Ding.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Alexyessin » Mi 27. Jun 2018, 15:27

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 16:24)

Dann würde wohl doch gar nichts geschehen, außer dass die Nickerchen und Auf-Durchzug-Schaltungen noch etwas intensiver wären. Abgesehen davon gibt es das wohl auch. Allerdings kenn ich jetzt nur aus den Neunzigern Politische Weltkunde und da wurde, einschließlich der Wahl des Bundespräsidenten, alles Wesentliche durchgenommen. Der Mehrheit meiner Mitschüler war das absolut egal.


Bundeswahlrecht und Bundesversammlung gab es bei uns auch. Aber Wahlrecht Kommunal, Wahlrecht Land - totale Fehlanzeige. Möglichkeiten zur Willensbildung? Fehlanzeige. Wurde halt nicht gelehrt.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Mi 27. Jun 2018, 22:11

Alexyessin hat geschrieben:(27 Jun 2018, 16:27)

Bundeswahlrecht und Bundesversammlung gab es bei uns auch. Aber Wahlrecht Kommunal, Wahlrecht Land - totale Fehlanzeige. Möglichkeiten zur Willensbildung? Fehlanzeige. Wurde halt nicht gelehrt.


Wobei ich finde, dass auch Eltern in der Beziehung die Pflicht haben, ihre Kinder zu informieren und mit der Gesellschaft in der sie leben vertraut zu machen. Das sollte man nicht alles der Schule überlassen bzw. von dieser verlangen.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Alexyessin » Do 28. Jun 2018, 07:07

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 23:11)

Wobei ich finde, dass auch Eltern in der Beziehung die Pflicht haben, ihre Kinder zu informieren und mit der Gesellschaft in der sie leben vertraut zu machen. Das sollte man nicht alles der Schule überlassen bzw. von dieser verlangen.


Natürlich hast du da Recht. Mein Glück war, das mich meine Mutter frühzeitig über die diversen Möglichkeiten aufgeklärt hat, die unser Wahlsystem beinhaltet. Trotzdem sollte sowas auch anständig in den Schulen erklärt werden.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Europa2050 » Do 28. Jun 2018, 07:41

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 23:11)

Wobei ich finde, dass auch Eltern in der Beziehung die Pflicht haben, ihre Kinder zu informieren und mit der Gesellschaft in der sie leben vertraut zu machen. Das sollte man nicht alles der Schule überlassen bzw. von dieser verlangen.


Das ist aber das Problem - nicht nur, aber auch in der Demokratieerziehung:

Auf die Eltern ist heutzutage kein Verlass mehr, da rennen zu viele kaputte Gestalten rum, die der nächsten Generation die Zukunft gleich mit versauen.

Und doch - bei allem „jeder ist seines Glückes Schmied“ - die Kinder können für Ihre Ektern nichts.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Do 28. Jun 2018, 10:07

Ich finde, man sollte nicht von "heutzutage" ausgehen. Das impliziert doch automatisch, dass es früher besser gewesen wäre. Ein Klischee, dass vielleicht so alt ist wie menschliche Kultur überhaupt. Große Bevölkerungsgruppen, denen Politik und vieles mehr aus den verschiedensten Gründen meilenweit am Allerwertesten vorbeigeht, die gab es schon immer. Mal waren das mehr mal weniger und die Gründe sind unterschiedlich. Zwingen kann man die Leute nicht. Da wir hier von der DDR sprechen ist die aber eine gute Illustration dazu. Denn vor sich und nach Außen versuchte das Regime das genaue Gegenteil darzustellen. Man denke nur an eine Wahlbeteiligung von fast 99 Prozent, was sie dann als "politisch-moralische Einheit" der DDR-Bevölkerung verkauften. Und wie fleißig die Leute an allen möglichen Versammlungen teilnahmen, an den Demonstrationen zum 1. Mai oder wie doch fast alle in Gewerkschaft, Jugendverband oder der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft waren. Dabei taten die Meisten bloss so um ihre Ruhe zu haben.
Bei Bundestagswahlen bleiben so im Schnitt ca. 25 % zu Hause. Denen ist das wurscht. Die kümmert so etwas nicht. Und das war schon immer so. Die meisten von denen wird man auch nicht erreichen. Die leben in ihrer eigenen Welt und man sollte einfach auch akzeptieren, dass das auch dies eine Variante von freier Wahl ist.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Antonius » Do 28. Jun 2018, 10:54

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 16:26)
Und da haben wir einen weiteren Faktor neben den Vorgaben durch Bildungsbehörden. Auf dem Abendgymnasium gab es ein ganzes Semester die Nazizeit.
Gleich zu Anfang verkündete die Lehrkraft, dass der 2. Weltkrieg aber ausfällt. War halt nicht ihr Ding.
Wir hatten an unserer Schule (in Westdeutschland) einen sehr guten Geschichtslehrer - damals in den 50er Jahren.
Er war ein Antifaschist; es war ihm eine Bedürfnis, uns die Zeit von 1870 - 1945 besonders eindringlich darzustellen.
Bei ihm haben wir über den Hitler-Faschismus - und über seine Vorlaufzeit - sehr viel gelernt.
Dafür bin ich ihm heute noch dankbar.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon unity in diversity » Do 28. Jun 2018, 12:40

In der DDR gab es keine Arbeitslosen, trotzdem hatte die Hälfte nichts zu tun.
Obwohl die Hälfte nichts zu tun hatte, wurden alle Pläne zu 105% erfüllt.
Obwohl die Pläne übererfüllt wurden, waren die Regale leer.
Obwohl es nichts zu kaufen gab, hatten die Bürger alles.
Obwohl sie alles hatten, meckerte die Hälfte.
Obwohl die Hälfte meckerte, wählten 99% die Kandidaten der nationale Front.
Obwohl sie so gewählt haben, kannten nur 1% ihre Abgeordneten.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon BlueMonday » Do 28. Jun 2018, 12:45

Als "guter Geschichtslehrer" müsste man auch auf Unterschiede achten statt sie ideologisch zu verrühren: Nationalsozialismus hießt das Ding, Nationalsozialismus. Faschismus gab es in Italien.

Ideologisch verfärbten Geschichtsunterricht gab es wohl dann auch nicht nur in der DDR. Und gerade so "eingefärbte" oder eindimensionale Lehrer sind der Graus eines jeden Schülers, der unter Bildung vor allem Herausbildung seines Selbst versteht. "Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" usw. Das müsste eigentlich an jedem Schulgebäude übergroß als Leitspruch stehen ... nach zwei überstandenen Sozialismen auf deutschem Boden.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Do 28. Jun 2018, 13:23

BlueMonday hat geschrieben:(28 Jun 2018, 13:45)

Als "guter Geschichtslehrer" müsste man auch auf Unterschiede achten statt sie ideologisch zu verrühren: Nationalsozialismus hießt das Ding, Nationalsozialismus. Faschismus gab es in Italien.

Ideologisch verfärbten Geschichtsunterricht gab es wohl dann auch nicht nur in der DDR. Und gerade so "eingefärbte" oder eindimensionale Lehrer sind der Graus eines jeden Schülers, der unter Bildung vor allem Herausbildung seines Selbst versteht. "Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" usw. Das müsste eigentlich an jedem Schulgebäude übergroß als Leitspruch stehen ... nach zwei überstandenen Sozialismen auf deutschem Boden.


Man sollte aber wissen, dass "Faschismus" eben sehr häufig als Synonym für den Nationalsozialismus gebraucht wird. Das hat auch historische Gründe und beruht natürlich auf der doch sehr engen ideologischen Verwandtschaft zwischen den entsprechenden Ideologien in Italien und Deutschland.
Was die "Sozialismen" angeht, so lehne ich diese Gleichsetzung entschieden ab. Der in Marxismus-Leninismus wurzelnde Stalinismus und Poststalinismus ist nicht mit der nationalsozialistischen Rassenideologie verwandt. Wobei das den Opfer meistens egal gewesen sein dürfte.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Alexyessin » Do 28. Jun 2018, 13:40

BlueMonday hat geschrieben:(28 Jun 2018, 13:45)

Als "guter Geschichtslehrer" müsste man auch auf Unterschiede achten statt sie ideologisch zu verrühren: Nationalsozialismus hießt das Ding, Nationalsozialismus. Faschismus gab es in Italien.

Ideologisch verfärbten Geschichtsunterricht gab es wohl dann auch nicht nur in der DDR. Und gerade so "eingefärbte" oder eindimensionale Lehrer sind der Graus eines jeden Schülers, der unter Bildung vor allem Herausbildung seines Selbst versteht. "Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" usw. Das müsste eigentlich an jedem Schulgebäude übergroß als Leitspruch stehen ... nach zwei überstandenen Sozialismen auf deutschem Boden.


Einem - nicht zwei.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Antonius » Do 28. Jun 2018, 13:48

BlueMonday hat geschrieben:(28 Jun 2018, 13:45)
Als "guter Geschichtslehrer" müsste man auch auf Unterschiede achten statt sie ideologisch zu verrühren: Nationalsozialismus hießt das Ding, Nationalsozialismus. Faschismus gab es in Italien.

Ideologisch verfärbten Geschichtsunterricht gab es wohl dann auch nicht nur in der DDR. Und gerade so "eingefärbte" oder eindimensionale Lehrer sind der Graus eines jeden Schülers, der unter Bildung vor allem Herausbildung seines Selbst versteht. "Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" usw. Das müsste eigentlich an jedem Schulgebäude übergroß als Leitspruch stehen ... nach zwei überstandenen Sozialismen auf deutschem Boden.
Gut, ich sollte vielleicht noch ein paar erklärende Worte hinterherschicken....

Unser Geschichtslehrer hat damals - soweit ich mich erinnere - durchaus immer vom Nationalsozialismus gesprochen.
Den Begriff Hitlerfaschismus - er stammt, soweit ich weiß, aus der DDR - habe ich mir selbst später angeeignet, weil ich ihn für treffender halte.
Denn die Politik der Nazis war weder eine solche, die Ziele zum Wohle der Nation verfolgte, noch waren die Nazis Sozialisten.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Misterfritz » Sa 30. Jun 2018, 09:13

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 16:26)

Und da haben wir einen weiteren Faktor neben den Vorgaben durch Bildungsbehörden. Auf dem Abendgymnasium gab es ein ganzes Semester die Nazizeit. Gleich zu Anfang verkündete die Lehrkraft, dass der 2. Weltkrieg aber ausfällt. War halt nicht ihr Ding.
Wie geht das denn, Nazizeit und 2. WK inhaltlich im Unterricht zu trennen?
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Sa 30. Jun 2018, 10:07

Misterfritz hat geschrieben:(30 Jun 2018, 10:13)

Wie geht das denn, Nazizeit und 2. WK inhaltlich im Unterricht zu trennen?


Du hörst am 31.08.1939 auf.
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