Kritik der DDR

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unity in diversity
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon unity in diversity » Sa 23. Jun 2018, 12:00

Ja, ich glaube, mich darin auszukennen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Rote_Galaxie
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Rote_Galaxie » Di 26. Jun 2018, 15:32

zollagent hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:21)

Die Legitimation erfolgt durch Wahlen. Verantwortlichkeit muß der Gewählte natürlich selbst zeigen. Negativbeispiele sind da Trump, Erdogan, Orban und Putin.


Platon hat die Diktatur der Philosophen vorgeschlagen.
Und wer kontrolliert die Kontrolle?
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zollagent
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon zollagent » Di 26. Jun 2018, 21:54

Rote_Galaxie hat geschrieben:(26 Jun 2018, 16:32)

Platon hat die Diktatur der Philosophen vorgeschlagen.

Sozusagen die Demokratie durch eine "Regierung der Klugen" zu ersetzen. Die Frage dabei ist, ob die Philosophen allesamt wirklich so klug sind.
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Ammianus
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Mi 27. Jun 2018, 00:02

Rote_Galaxie hat geschrieben:(26 Jun 2018, 16:32)

Platon hat die Diktatur der Philosophen vorgeschlagen.


Und da würde genau das geschehen, was auch bei den Kommunisten passierte. Der skrupelloseste der Philosophen würde sich, unterstützt von Komplizen, in hemmungslosen Machtkämpfen durchsetzen. Der würde dann bestimmen, wer ein Philosoph ist und wer nicht und was überhaupt Philosophie ist und wie das Klo richtig zu benutzen ist.

Für unphilosophische Machenschaften käme man ins Lager oder gleich in den Erschießungskeller. Und irgendwann wäre dieser Alptraum dann auch einmal zu Ende.
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Dieter Winter
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 08:36

zollagent hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:21)

Die Legitimation erfolgt durch Wahlen. Verantwortlichkeit muß der Gewählte natürlich selbst zeigen. Negativbeispiele sind da Trump, Erdogan, Orban und Putin.


Bezeichnenderweise fehlt in Deiner Aufstellung der Anstreicher aus Braunau....
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Dieter Winter
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 08:39

zollagent hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:09)

Die Thesen von Diktaturverstehern überfordern mich nicht, sondern rufen nur Mitleid bei mir hervor.


Warum?

Wer nicht weiß, wie eine Diktatur funktioniert, kann eine Demokratie gar nicht beurteilen. Dein Mitleid ist demnach so was wie der Stolz auf die eigene Beschränktheit... :cool:
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Dieter Winter
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 08:40

zollagent hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:23)

Das ist völliger Quatsch. Ein Gesetz in einer Demokratie entspricht auch dem Willen der Wähler, in einer Diktatur entspricht es dem Willen des Diktators, ist also wörtlich ein Diktat.


Es geht aber nicht um das Zustandekommen einer Rechtsvorschrift, sondern lediglich um die Auswirkung. Und da ist nun mal auch ein demokratischer Beschluss ein Diktat. :D
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 08:43

zollagent hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:24)

Verrannt habt Ihr Euch. Eure Gleichsetzungsversuche funktionieren nicht.


Ach was. Du stellst einfach auf das falsche Ende ab und weigerst Dich zu kapieren, dass das hier nicht Thema ist. Es geht lediglich um die Auswirkung.
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Dieter Winter
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 08:49

unity in diversity hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:42)

In einem demokratisch regierten Land, dürfen 51% die anderen 49% unterdrücken.
Ist das demokratisch, @Zollagent?


Du kannst auch noch ketzerischer fragen: "Gewährleistet ein gewähltes Parlament überhaupt eine wirkliche Demokratie, oder ist das nicht nur ein Demokratie Placebo?" :D (Kleiner Tipp: Berufsgruppen der Parlamentarier vs. Berufsgruppen der Bevölkerung)
Zuletzt geändert von Dieter Winter am Mi 27. Jun 2018, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon KarlRanseier » Mi 27. Jun 2018, 09:04

1. Positiv:

- Es gab keine echte Armut. Niemand konnte sich den Strom, die Miete oder die Krankenversicherung nicht leisten.

- Die Lohngerechtigkeit war mehr gegeben als heute. Warum verdient ein Büromensch, der 8 Stunden im Büro sitzt und davon 6 oder 7 mit seinen Kollegen über Dinge redet, die nichts mit der Arbeit zu tun haben, mehr als eine Putzfrau, die tatsächlich 8 Stunden/Tag arbeitet? Leistet er wirklich mehr? Ich hatte das einmal mit Kollegen erörtert, und die meinten, ich solle die Frage nicht so laut stellen...
Warum werden Spitzensportler so extrem mit Geld überhäuft? Ist das "gerecht"? Ich wäre körperlich, auch wenn ich täglich 8 Stunden trainieren würde, nicht in der Lage, im Tennis einen Weltranglistenplatz unter den besten 500 zu erreichen. Ist das vielleicht meine Schuld???

- Niemand konnte durch echte Ausbeutung reich werden, weil Löhne und Gehälter staatlich festgelegt waren.

- Das Bildungssystem war deutlich besser, besonders im Bereich der Naturwissenschaften. Die DDR musste ja ihr Geld auch nicht ständig für Bankensubventionen und Mittelstandsentlastung ausgeben, da es einen Mittelstand gar nicht gab.


2. Negativ

- Die Reisefreiheit war sehr stark eingeschränkt, Meinungsfreiheit gab es nicht. Schon wir als damalige Kinder wussten, dass man viele Dinge nicht sagen durfte. Selbst fragen durfte man nicht alles.

- Mangelwirtschaft. Es gab, abgesehen von elementaren Lebensmitteln und Kleidung, kaum etwas zu kaufen. Reparaturen waren zwar billig, aber man musste sehr lange auf Ersatzteile warten oder improvisieren.

- Spitzelei. Man wusste, dass man überall überwacht wurde. Einzig und allein zu Hause war man davor sicher. Zwar dürfte heute die Überwachung flächendeckender und intensiver sein, aber zumindest derzeit hat man keine negativen Folgen zu befürchten.

- Wohnhäuser und Fabrikhallen sind verfallen, da sie in der Regel keine Eigentümer hatten und sich folglich kein Mensch dafür verantwortlich fühlte.


--> Fazit: Für die meisten Menschen dürfte das Ende der DDR insgesamt positiv sein. Wer allerdings heute auf soziale Leistungen angewiesen ist, der kann das auch anders sehen. Insbesondere Altersarmut wird ja ein immer größeres Problem, und auch einen Krankenversicherungsschutz gibt es -leider- nicht mehr für jeden, obwohl er auf dem geduldigen Papier gesetzlich vorgeschrieben ist.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Mi 27. Jun 2018, 09:19

KarlRanseier hat geschrieben:(27 Jun 2018, 10:04)

1. Positiv:

...

- Das Bildungssystem war deutlich besser, besonders im Bereich der Naturwissenschaften. Die DDR musste ja ihr Geld auch nicht ständig für Bankensubventionen und Mittelstandsentlastung ausgeben, da es einen Mittelstand gar nicht gab.

...



Nur zu diesem Punkt eine Anmerkung. Um in der DDR im Lauf der regulären Schulzeit, also gleich nach Abschluss der 10. Klasse das zweijährige Abitur zu machen bedurfte es nicht nur sehr guter Leistungen - oder Eltern im oberen Bereich der Nomenklatur. Man hatte auch unbedingte Staatstreue vorzutäuschen, fals die nicht vorhanden war.
Zwar gab es dann noch die Möglichkeit, dass Abitur auf der Abendschule nachzuholen. Ein Studium und gar ein Studium der eigenen Wahl war auch wieder nur unter Vortäuschung von bedingungsloser Staatstreue möglich. Dazu wurden männliche Studienanwärter noch zu einem Wehrdienst von 3 Jahren erpresst um das gewünschte Fach studieren zu dürfen.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Rote_Galaxie » Mi 27. Jun 2018, 09:36

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 01:02)

Und da würde genau das geschehen, was auch bei den Kommunisten passierte. Der skrupelloseste der Philosophen würde sich, unterstützt von Komplizen, in hemmungslosen Machtkämpfen durchsetzen. Der würde dann bestimmen, wer ein Philosoph ist und wer nicht und was überhaupt Philosophie ist und wie das Klo richtig zu benutzen ist.

Für unphilosophische Machenschaften käme man ins Lager oder gleich in den Erschießungskeller. Und irgendwann wäre dieser Alptraum dann auch einmal zu Ende.


Es könnte auch sein dass jeder eine philosophische Bildung erhält und jeder regiert.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon zollagent » Mi 27. Jun 2018, 09:45

Rote_Galaxie hat geschrieben:(27 Jun 2018, 10:36)

Es könnte auch sein dass jeder eine philosophische Bildung erhält und jeder regiert.

Man fragt sich nur, was. :D :D
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Mi 27. Jun 2018, 10:59

Rote_Galaxie hat geschrieben:(27 Jun 2018, 10:36)

Es könnte auch sein dass jeder eine philosophische Bildung erhält und jeder regiert.


Und was philosophische Bildung ist, dass entscheidet dann mal wieder der "geliebte Führer des Volkes" ...

Und wer das nicht einsieht, der muss eben umerzogen werden. Und wer das dann immer noch nicht versteht, weil er von feindlichen Gedanken verseucht ist, der muss eben leider beseitigt werden.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 11:09

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 11:59)

Und was philosophische Bildung ist, dass entscheidet dann mal wieder der "geliebte Führer des Volkes" ...




Davon ist auszugehen.

Wer entscheidet eigentlich aktuell, in diesem, unserem Lande über die Inhalte politischer Bildung?
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Ammianus » Mi 27. Jun 2018, 11:22

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Jun 2018, 12:09)

Davon ist auszugehen.

Wer entscheidet eigentlich aktuell, in diesem, unserem Lande über die Inhalte politischer Bildung?


Das dürfte Ländersache sein. Damit dann wohl in Bayern und Sachsen etwas konservativer als in Berlin und Hamburg.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Alexyessin » Mi 27. Jun 2018, 11:55

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Jun 2018, 12:09)

Davon ist auszugehen.

Wer entscheidet eigentlich aktuell, in diesem, unserem Lande über die Inhalte politischer Bildung?


Wird pol. Bil. überhaupt strukturiert gelehrt?
Ansonsten ging es ja um diese philosophische Bildung, ein Weg, der via Platon recht schnell in die Diktatur führt.
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 12:09

Alexyessin hat geschrieben:(27 Jun 2018, 12:55)

Wird pol. Bil. überhaupt strukturiert gelehrt?
Ansonsten ging es ja um diese philosophische Bildung, ein Weg, der via Platon recht schnell in die Diktatur führt.


Ja, vermutlich.

Wirklich strukturierte politische Bildung erfolgt bei uns eher nicht, sie ist eher so was wie ein Abfallprodukt, die im Sozialkunde- und z. T. vielleicht auch im Geschichtsunterricht gestreift wird. Der Rest erfolgt dann wohl via Medien...
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Dieter Winter » Mi 27. Jun 2018, 12:11

Ammianus hat geschrieben:(27 Jun 2018, 12:22)

Das dürfte Ländersache sein. Damit dann wohl in Bayern und Sachsen etwas konservativer als in Berlin und Hamburg.


Etwas konservativer?

Bernd Höcke ist Geschichtslehrer.... :?
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Re: Kritik der DDR

Beitragvon Selina » Mi 27. Jun 2018, 12:18

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Jun 2018, 13:11)

Etwas konservativer?

Bernd Höcke ist Geschichtslehrer.... :?


Noch nordischer der Vorname: Björn :D
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz

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