Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 13. Mai 2018, 18:51

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 17:30)

Der Lehrer hatte Vermutungen ausgesprochen wie sie auch durch die aktuelle Debatte zu Antisemitismus als durchaus glaubhaft und wahrscheinlich erscheinen.

Ihm ist wohl aufgegangen, dass beim eigenen Arbeitsplatz "stimmt" besser ist als "hätte man aber glauben können".

Es war also höchste Zeit dem Lehrer die Grenzen aufzuzeigen, oder?

Das ist deine Vermutung - wie auch, dass überhaupt etwas passiert sei. Wenn man aus deinen wilden Vermutungen die Luft rauslässt, bleibt nichts übrig - ein Artikel darüber, dass Zitate nicht zum Druck autorisiert wurden. Ist schon wieder Sommerloch?

Da sind es immer wieder die Gläubigen und Tugendhaften, welche die Welt vom Übel erlösen müssen. Die Mittel sind für sie dann nur Mittel zum Zweck.

Hör auf, in den Spiegel zu schauen, wenn du das Bild nicht erträgst.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » So 13. Mai 2018, 19:03

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 May 2018, 19:29)
Immer nur Einzelbeispiele. Und deswegen haben wir hier ein System, wie du es nur in Nordkorea vermutest? Da Bedarf es schon mehr.

Als Beispiel. Du kannst hier völlig ungestraft deine kruden Thesen verbreiten. Das wäre in einem repressiven Staat nicht möglich.

Ich wusste dass ich es mir sparen konnte weitere Fallbeispiele zu nennen, sie sind immer Einzelfälle.

Du scheinst nicht viel Ahnung von repressiven Systemen zu haben, sonst würdest du nicht den Satz mit den kruden Thesen schreiben, die ich hier ungestraft verbreiten kann. Natürlich darf ich hier meine Meinung ausdrücken und natürlich wird die nicht verfolgt. Natürlich sagt das alleine aber noch nichts darüber aus ob in Deutschland systematisch repressive Methoden eingesetzt werden.

Beispiel gefällig? Gerne.
Russland ist ein klassisches repressives Land. Dennoch kann man in Russland in weiten Teilen sehr systemkritisch seine Meinung äußern.
Die Repression wird man dort immer dann spüren, wenn diese Meinungsäußerung eine gewisse Reichweite hat, wenn sie in der Gefahr ist ernsthaft die Mächtigen in Bedrängnis zu bringen. Auch stellt man natürlich sicher, dass staatliche Stellen systemkonform besetzt sind.

Ein repressives System duldet keine ernsthafte Kritik am staatlichen Kurs in Bildung, Verwaltung und Medien. Selbstverständlich sind wir da um Welten liberaler als Russland. Aber genau da möchte ich eben unter dem Vorwand der Liberalität auch nicht landen!
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 13. Mai 2018, 19:07

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 20:03)

Natürlich darf ich hier meine Meinung ausdrücken und natürlich wird die nicht verfolgt.


eben, deswegen ist das hier kein repressives System wie du es sonst anscheinend nur aus Nordkorea kennst.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » So 13. Mai 2018, 19:19

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 May 2018, 19:51)
Ihm ist wohl aufgegangen, dass beim eigenen Arbeitsplatz "stimmt" besser ist als "hätte man aber glauben können".

Das ist deine Vermutung - wie auch, dass überhaupt etwas passiert sei. Wenn man aus deinen wilden Vermutungen die Luft rauslässt, bleibt nichts übrig - ein Artikel darüber, dass Zitate nicht zum Druck autorisiert wurden. Ist schon wieder Sommerloch?

Hör auf, in den Spiegel zu schauen, wenn du das Bild nicht erträgst.

Ich halte mich an die Darstellung in dem Artikel und die war eindeutig. Es ist typisch dass nun die Tatsache als Spekulation und der eigene Wunsch als Tatsache verkauft wird.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 13. Mai 2018, 19:23

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 20:19)

Ich halte mich an die Darstellung in dem Artikel und die war eindeutig.

In der Tat - der Artikel ist eindeutige Spekulation im Nichts. Die Fantasie vom Berufsverbot lässt sich daraus nicht herleiten, dass jemand einer Zeitung ein Interview gegeben und nachher Zitate nicht freigegeben hat.

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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 13. Mai 2018, 19:34

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 19:24)
Da du aber Beispiele benötigst, wie wäre es mit der Kampagne um Eva Herman?

Die Verschwörungs-Sprechbase vom Kopp-Verlag behauptet heute auf ihrem Sudelblog
Deutschland fehlt einfach alles


oder auch schön, weil natürlich falsch:

Ebenso wenig kann man als Deutscher, wie alle andern Nationen es selbstverständlich tun, zu seiner Heimat sich etwa stolz bekennen, sollte sie am besten gar nicht erst nennen, sondern besser schamvoll schweigen. Keine Fahne, keine Hymne, keine Volkslieder, die die Kinder in der Schule noch lernen würden.

Das ist totaler Unfug. Selbstverständlich gibt es viele Deutschlandfahnen, selbstverständlich werden Nationalhymne, Landeshymne und Volkslieder in den Schulen gelehrt.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » So 13. Mai 2018, 19:42

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 May 2018, 20:07)
eben, deswegen ist das hier kein repressives System wie du es sonst anscheinend nur aus Nordkorea kennst.

Du hast offensichtlich meinen Beitrag nicht gelesen, sonst würdest du nun nicht diesen Satz so offensichtlich aus dem Kontext greifen. Ich habe Dir darauf bereits geantwortet.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 13. Mai 2018, 19:46

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 20:42)

Du hast offensichtlich meinen Beitrag nicht gelesen, sonst würdest du nun nicht diesen Satz so offensichtlich aus dem Kontext greifen. Ich habe Dir darauf bereits geantwortet.


Doch, ich hab deinen Beitrag gelesen. Nur denke ich, man sollte immer wieder zum Wesentlichen zurückkehren. Und das Wesentliche ist, dass du der Meinung bist, das Deutschland ein repressiver Staat ist. Und du hast den Vergleich mit Nordkorea gezogen.

schon sehr skurril.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Julian » So 13. Mai 2018, 19:47

Ich lade die Leute ein, die Welt nicht immer in Schwarz-Weiß, sondern auch in Graustufen zu sehen.

Nein, Deutschland ist nicht vergleichbar mit Nordkorea, China, Iran oder selbst Russland, was Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit angeht. Das heißt aber noch lange nicht, dass alles in Butter ist.

Persönlich habe ich das Gefühl, dass sich die Situation für die Meinungsfreiheit durchaus verschlechtert hat in den letzten Jahren. Dabei muss man sicher unterscheiden zwischen repressiven Maßnahmen des Staates einerseits versus der Gesellschaft andererseits.

Der Staat übt bislang eine moderate Zensur aus, die größtenteils (aber nicht nur) Themen betrifft, die mich und die meisten anderen Bürger nur peripher tangieren. Über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz und über öffentlich-rechtlich initiierte Kampagnen scheint aber durchaus das Ziel zu bestehen, die Kontrolle über das wuchernde, freie Meinungsbecken des Internets zurückzugewinnen.

Man wird sehen müssen, inwiefern repressive Methoden, die neuerdings in Österreich angewandt werden, Beispiel auch für Deutschland sind. Ich schweige dazu nicht, auch wenn ich kein Identitärer bin: Ich finde so etwas für einen freiheitlichen Rechtsstaat mindestens zweifelhaft und grenzwertig, eher aber schon wesentlich mehr als das.

Das größere Problem in Deutschland ist aktuell, dass der Staat auf dem linken Auge blind ist und sich weigert, Bürger, die ihre Meinung äußern wollen, ausreichend zu schützen.

Damit kommen wir zu gesellschaftlichen Ebene, und hier ist aufgrund der Dominanz des linksgrünen Denkstils nicht nur bei Linken und Grünen, sondern auch bei der SPD und der CDU, die Repression gegen Andersdenkende schon sehr viel weiter gediehen. Wer offen seine Meinung äußert, der muss damit rechnen, seinen Job zu verlieren, auch wenn er keine Straftat begangen hat. Gaststätten, die ihre Räumlichkeiten der falschen Partei zur Verfügung, müssen mit gewalttätigen Angriffen, mit Sachbeschädigungen und Brandstiftungen, mit Blockaden, mit Diffamierungen und letztlich dem wirtschaftlichen Ruin rechnen. Politiker, die anders denken als vom Mainstream vorgegeben, müssen damit rechnen, dass ihre Häuser verunstaltet, ihre Autos angezündet, ihre Kinder bedroht und sie selber zusammengeschlagen werden.

Und hier kommt auch wieder der Staat ins Spiel, der sich sichtbar nicht gerade darum bemüht, solche Straftaten aufzuklären oder sie gar zu verhindern. Linksextreme Strukturen werden toleriert, akzeptiert und teilweise sogar staatlich gefördert, beispielsweise im berühmten "Kampf gegen Rechts".

All dies schafft ein Klima der mangelnden Meinungsfreiheit in Deutschland. Der Diskurs ist vergiftet, auch hier im Forum, wo jeder, der sich weigert, sich der Mehrheitsmeinung anzuschließen, mit Nazivorwürfen überhäuft wird. Das ist nicht spezifisch für dieses Forum; das Blockwartdenken und die Errichtung eines engen Meinungskorridors ist überall in der deutschen Gesellschaft sichtbar, aktuell beispielsweise an der völlig hysterischen Reaktion auf die Bäckereianekdote des FDP-Vorsitzenden Lindner, der offenbar die Deutungshoheit, die dogmatische Schärfe und die Macht der linksgrünen Öffentlichkeit unterschätzt hat.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » So 13. Mai 2018, 19:52

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 May 2018, 20:23)

In der Tat - der Artikel ist eindeutige Spekulation im Nichts. Die Fantasie vom Berufsverbot lässt sich daraus nicht herleiten, dass jemand einer Zeitung ein Interview gegeben und nachher Zitate nicht freigegeben hat.

Die Geistesenthaltung von Julian lebt ja davon, dass man lieber nicht genau nachfragt, sich lieber was zusammenmeint. Große Klasse.

An Julians Geisteshaltung ist nichts verkehrt und sie wird von Leuten genährt die Probleme ignorieren solange sie nicht in ihr politisches Weltbild passen.

Ich finde dieses Bashing gegen Personen übrigens unter aller Sau! Es würde sich lohnen sich mit Julian stärker argumentativ auseinaderzusetzen anstatt in jedem zweiten Beitrag den Ekel gegenüber einer so empfundenen „Geisteshaltung“ zu betonen.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » So 13. Mai 2018, 20:00

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 May 2018, 20:46)

Doch, ich hab deinen Beitrag gelesen. Nur denke ich, man sollte immer wieder zum Wesentlichen zurückkehren. Und das Wesentliche ist, dass du der Meinung bist, das Deutschland ein repressiver Staat ist. Und du hast den Vergleich mit Nordkorea gezogen.

schon sehr skurril.

Du ziehst dich an dem Vergleich mit nordkoreanischen Methoden nur hoch um den Argumenten auszuweichen.

Ich habe klar dargestellt, dass Deutschland weit liberaler ist als Russland und damit sowieso als Nordkorea. Es ist somit sehr klar ersichtlich wie dieser Vergleich zu verstehen ist. Ich schließe daraus dass du ihn missverstehen willst, und das Spiel mache ich nicht mit. Deine theatralische Verwunderung kann mich nicht beeindrucken.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 13. Mai 2018, 20:01

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 20:52)

An Julians Geisteshaltung ist nichts verkehrt

Na, wenn du das sagst.

Ich finde dieses Bashing gegen Personen übrigens unter aller Sau!

Ich finde es wichtig, hier die Kritik der Position in den Vordergrund zu stellen. Die Person ist mir egal, ich kenne sie nicht.

Es würde sich lohnen sich mit Julian stärker argumentativ auseinaderzusetzen

Würdest du das tun, würdest du vor allem das Fehlen jeglichen Arguments bemerken. Die präsentierten Geschichten bestehen immer aus dem, das in der Primärquelle nicht gezeigt wird sondern er (oder eine Sekundärquelle) sich zusammenreimt. Das hatten wir jetzt zig mal. Davon wird Deutschland aber kein repressiver Staat. Dass wir Stasiverstrickte und Staatsfeinde nicht als Lehrer an staatlichen Schulen haben, ist ganz normal. Zeig mir mal den Staat, der Staatsfeinde anstellt als Lehrer.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon sünnerklaas » So 13. Mai 2018, 20:44

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 18:50)

So wurde seitens der Schule aber nicht argumentiert. Die Schule hätte ja mit Verweis auf das Dienstverhältnis weitere Interviews untersagen können. Stattdessen wird aber der Mitarbeiter unter Druck gesetzt öffentlich „abzuschwören“.

Das hat mit einem Dienstverhältnis nichts zu tun, das ist Repression. Schauspiel nach außen, Strafandrohung nach innen. Bestes nordkoreanisches Prinzip.


Ich erinnere an die besonderen Loyalitätspflichten eines Beamten. Und selbst bei einem normalen Arbeitsverhältnis dürfen Betriebsinterna nicht einfach ausgeplaudert werden - erst recht nicht bei einem Beamtenverhältnis. Brötchengeber und Brötchenesser haben zueinander loyal zu sein - in beide Richtungen. Für Beamte gibt es verschiedenste Beschwerdestellen und Gremien, da kann man auch richtig auf die Kacke hauen.
Was man auf gar keinen Fall darf, ist seinen Arbeitgeber oder gar Dienstherren via Externe in die Pfanne hauen - so gerechtfertigt das auch aus Sicht des Einzelnen sein mag.

Glaub mir, ich kenne diese Klientel, die gibt es nicht nur unter Lehrers. Das sind Leute, die aus irgendwelchen Gründen mal öffentlich ordentlich auf Dicke Hose machen wollen - von der Sorte Hoppla-Jetzt-Komm-Ich. Wirds konkret, entpuppen sich diese Leute dann ganz schnell als ganz kleine Würstchen, die irgendwas saudummes Unausgegorenes von sich geben. Dunning-Kruger at it's best.

Und es ist auch sehr richtig, was die Schulleitung da gemacht hat: ihn unter Aufsicht des Schulleiters vor die Presse treten zu lassen, ihn vorher unmissverständlich gebrieft zu haben und dann die offizielle Haltung der Schule bzw. der Institution öffentlich vortragen zu lassen. Sowas dient der Disziplinierung. Der Lehrer kann froh sein, dass man ihn für den Alleingang nicht gefeuert hat.

Und hier geht es nicht ums "Abschwören", hier geht es um Disziplinwahrung.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » So 13. Mai 2018, 21:27

sünnerklaas hat geschrieben:(13 May 2018, 21:44)
Ich erinnere an die besonderen Loyalitätspflichten eines Beamten.
...
Der Lehrer kann froh sein, dass man ihn für den Alleingang nicht gefeuert hat.

Und hier geht es nicht ums "Abschwören", hier geht es um Disziplinwahrung.

Bei vielem was Du über das Dienstverhältnis schreibst, kann ich dir durchaus Recht geben. Anders beurteile ich allerdings den Lehrer selber und die Art und Weise wie seitens der Schulleitung damit umgegangen wurde.

Wenn ein Lehrer schon öffentlich diese Äusserungen gemacht hat, dann ist es ein ganz fatales Signal ihn öffentlich erkennbar einzuschüchtern. Das verstehe ich als unter den Teppich kehren, und offensichtlich nicht nur ich.

Ich wünsche mir eine Stimmung in Deutschland in der Probleme die bestehen offen angesprochen werden können. Als Ingenieur lebe ich davon Probleme zu analysieren um sie zu lösen. Wer die Analyse behindert, der behindert die Problemlösung. Daher hatte ich im Titel des Threads explizit die Problemlösung genannt.

Wir sind als Gesellschaft nicht annähernd so offen wie es manche gerne darstellen möchten, wenn wir mehr Ehrgeiz haben erkannte Probleme wegzudiskutieren als zu versuchen sie zu lösen.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 13. Mai 2018, 22:58

sünnerklaas hat geschrieben:(13 May 2018, 21:44)

Ich erinnere an die besonderen Loyalitätspflichten eines Beamten. [..]
Glaub mir, ich kenne diese Klientel, die gibt es nicht nur unter Lehrers. Das sind Leute, die aus irgendwelchen Gründen mal öffentlich ordentlich auf Dicke Hose machen wollen - von der Sorte Hoppla-Jetzt-Komm-Ich. Wirds konkret, entpuppen sich diese Leute dann ganz schnell als ganz kleine Würstchen, die irgendwas saudummes Unausgegorenes von sich geben. Dunning-Kruger at it's best.

Mein Tipp ist auch, dass der Sportlehrer sich in der Talkshow produzieren wollte und schlicht fantasiert hat.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon sünnerklaas » So 13. Mai 2018, 23:31

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 22:27)

Bei vielem was Du über das Dienstverhältnis schreibst, kann ich dir durchaus Recht geben. Anders beurteile ich allerdings den Lehrer selber und die Art und Weise wie seitens der Schulleitung damit umgegangen wurde.

Wenn ein Lehrer schon öffentlich diese Äusserungen gemacht hat, dann ist es ein ganz fatales Signal ihn öffentlich erkennbar einzuschüchtern. Das verstehe ich als unter den Teppich kehren, und offensichtlich nicht nur ich.

Ich wünsche mir eine Stimmung in Deutschland in der Probleme die bestehen offen angesprochen werden können. Als Ingenieur lebe ich davon Probleme zu analysieren um sie zu lösen. Wer die Analyse behindert, der behindert die Problemlösung. Daher hatte ich im Titel des Threads explizit die Problemlösung genannt.

Wir sind als Gesellschaft nicht annähernd so offen wie es manche gerne darstellen möchten, wenn wir mehr Ehrgeiz haben erkannte Probleme wegzudiskutieren als zu versuchen sie zu lösen.


Wäre er als Privatperson aufgetreten und nicht als Lehrer, hätte es kein Problem gegeben. Als Privatmensch kann und darf er eine Meinung haben. Er ist aber quasi mit dem Schild auf getreten "ACHTUNG - ACHTUNG - JETZT SPRICHT DER LEHRER VON DER SCHULE XYZ!". Genau das geht nicht, das ist vorab mit seinen Vorgesetzten abzuklären. Für die ist das nämlich ganz doof, wenn ihnen jemand aus derselben Institution ohne Vorwarnung und ohne Absprache unvorbereitet öffentlich in den Rücken fällt. Wer in einer Behörde, einem Verein, einer Partei oder einem Unternehmen was und wann zu sagen hat, ist eigentlich immer genau geregelt - gerade, was den Umgang mit Medien angeht.
Und prinzipiell gilt: Probleme sollten in allererster Linie intern angesprochen werden. Und intern kann man zur Not richtit auf die Kacke hauen wenn was nicht funktioniert. Da kann und darf und sollte man zur Not auch mal ein bisschen lauter werden.

Ich habe es von Anfang an gelernt, dass es sehr sinnvoll ist, bei Pressemitteilungen z.B. das Sechs-Augen-Prinzip anzuwenden: Einer schreibt, der zweite liest und korrigiert, gibt es zurück und der Erste verfasst neu. Anschliessend wird der Entwurf einem Dritten vorgelegt, der am besten in der Sache fachlich gar nicht involviert ist. Erst wenn der den Text beim ersten Lesen kapiert und keine Rückfragen kommen, also der Text unmissverständlich formuliert ist, bekommen es alle anderen vorab zugeschickt und danach geht das Ding raus. Das ist zwar nervig und erbsenzählerisch, spart aber einen Haufen unnötigen Ärger.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » Mo 14. Mai 2018, 08:18

sünnerklaas hat geschrieben:(14 May 2018, 00:31)
Wäre er als Privatperson aufgetreten und nicht als Lehrer, hätte es kein Problem gegeben. Als Privatmensch kann und darf er eine Meinung haben. Er ist aber quasi mit dem Schild auf getreten "ACHTUNG - ACHTUNG - JETZT SPRICHT DER LEHRER VON DER SCHULE XYZ!". Genau das geht nicht, das ist vorab mit seinen Vorgesetzten abzuklären. Für die ist das nämlich ganz doof, wenn ihnen jemand aus derselben Institution ohne Vorwarnung und ohne Absprache unvorbereitet öffentlich in den Rücken fällt. Wer in einer Behörde, einem Verein, einer Partei oder einem Unternehmen was und wann zu sagen hat, ist eigentlich immer genau geregelt - gerade, was den Umgang mit Medien angeht.
Und prinzipiell gilt: Probleme sollten in allererster Linie intern angesprochen werden. Und intern kann man zur Not richtit auf die Kacke hauen wenn was nicht funktioniert. Da kann und darf und sollte man zur Not auch mal ein bisschen lauter werden.

Ich habe es von Anfang an gelernt, dass es sehr sinnvoll ist, bei Pressemitteilungen z.B. das Sechs-Augen-Prinzip anzuwenden: Einer schreibt, der zweite liest und korrigiert, gibt es zurück und der Erste verfasst neu. Anschliessend wird der Entwurf einem Dritten vorgelegt, der am besten in der Sache fachlich gar nicht involviert ist. Erst wenn der den Text beim ersten Lesen kapiert und keine Rückfragen kommen, also der Text unmissverständlich formuliert ist, bekommen es alle anderen vorab zugeschickt und danach geht das Ding raus. Das ist zwar nervig und erbsenzählerisch, spart aber einen Haufen unnötigen Ärger.

Wie ich schon in meiner Antwort zuvor geschrieben hatte, ist mir durchaus klar, wie diesbezüglich das Dienstrecht funktioniert. Formal mag diese Vorgehensweise korrekt sein, ich halte sie in der Anwendung hier dennoch für falsch.

Das Dienstrecht ist letztendlich auch dazu da, den Staatsdiener gefügig zu machen. Ich habe meine Zweifel ob es hier zur Problemlösung eingesetzt wird - in meinen Augen eher zur Problemverschleierung.

Nur damit das klar ist: Antisemitische mobbinghafte Übergriffe sind strafbar. Nur weil sie hier Migraten im Fokus stehen sollte man keine Scheuklappen anlegen. Würde man mit der gleichen Leidenschaft für das Dienstrecht argumentieren, wenn es darum ginge dass "Biodeutsche" systematisch Mädchen belästigen? Wie würde man die Schulleitung bewerten, wenn diese versuchen würde das zu relativieren?

Die verbreitete Neigung bei der Beurteilung von Tatsachen nicht sachlich sondern moralistisch auf Seiten des vermeindlichen Opfers zu argumentieren ist hier fatal. Es zeigt, dass ganz offensichtlich Migranten im Opferstatus über Juden zu stehen scheinen. Dann muss man sich aber auch nicht über antisemitische Übergriffe in Problemschulen wundern - sie sind dann systematisch, weil folgerichtig.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 14. Mai 2018, 08:47

Skeptiker hat geschrieben:(14 May 2018, 09:18)

Nur damit das klar ist: Antisemitische mobbinghafte Übergriffe sind strafbar. Nur weil sie hier Migraten im Fokus stehen sollte man keine Scheuklappen anlegen. Würde man mit der gleichen Leidenschaft für das Dienstrecht argumentieren, wenn es darum ginge dass "Biodeutsche" systematisch Mädchen belästigen? Wie würde man die Schulleitung bewerten, wenn diese versuchen würde das zu relativieren?



Ja, da bin ich mir sehr sicher, dass man das würde. Allerdings würde da nicht medial so ein Pohei gemacht. Das wären aber eben keine Storys, die Auflage oder Quote machen oder massanhaft Clicks erzeugen. Die Sache ließe sich bei weitem nicht so emotionalisieren und skandalisieren.
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon Skeptiker » Mo 14. Mai 2018, 11:23

sünnerklaas hat geschrieben:(14 May 2018, 09:47)
Ja, da bin ich mir sehr sicher, dass man das würde. Allerdings würde da nicht medial so ein Pohei gemacht. Das wären aber eben keine Storys, die Auflage oder Quote machen oder massanhaft Clicks erzeugen. Die Sache ließe sich bei weitem nicht so emotionalisieren und skandalisieren.

Nun, an der Stelle sind wir dann offensichtlich vollkommen unterschiedlicher Auffassung. Im #MeToo-Zeitalter sehe ich den Schutz von Mädchen medial nicht unterbewertet. Systematische Fälle von Belästigung von Mädchen (klassisches Opfer) von biodeutschen Jungs/Männern (klassischer Tätertypus) und der Versuch das zu Relativieren (klassischer Schlüsselreiz für Medien) würde mit großer Wahrscheinlichkeit zu erheblichem Medienecho führen.

Ich will den Linken sehen, der sich mit dem Verweis auf Dienstvorschriften begnügen würde, oder dem Lehrer (oder besser einer Lehrerin) der/die das unter Umgehung der Vorschriften öffentlich macht, pauschalisiert Falschaussagen oder Geltungssucht unterstellen würde, so wie das hier vorhersehbar im Falle von Beschuldigungen gegen Migranten latent mitschwingt. Es würde IMMER ein erheblicher Druck ausgeübt werden die Wahrheit ans Licht zu bringen. Als Schulleiter der das relativiert müsste man sich sehr warm anziehen - zurecht!
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Re: Ist Deutschland bei Problemlösung ein repressiver Staat geworden?

Beitragvon relativ » Mo 14. Mai 2018, 11:37

Skeptiker hat geschrieben:(13 May 2018, 20:52)

An Julians Geisteshaltung ist nichts verkehrt und sie wird von Leuten genährt die Probleme ignorieren solange sie nicht in ihr politisches Weltbild passen.

Ich finde dieses Bashing gegen Personen übrigens unter aller Sau! Es würde sich lohnen sich mit Julian stärker argumentativ auseinaderzusetzen anstatt in jedem zweiten Beitrag den Ekel gegenüber einer so empfundenen „Geisteshaltung“ zu betonen.

Wenn man Julian diesbezüglich ein Erstvergehen eingestehen könnte, ja...aber kann man leider nicht. ;)
Es kommen in Art und Form fast immer wieder die selben Vts, oder Kritikbausteine wo man sich denkt, in welchem Land lebt der, doch nicht in meinem.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.

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