Linke Argumentation/Agitation

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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Skeptiker » Do 19. Apr 2018, 22:46

JFK hat geschrieben:(19 Apr 2018, 23:38)
Mitte ist da, wo nicht der Rand ist.

:) Als gelernter Technischer Zeichner würde ich die Mitte da definieren wo die Rändern gleich weit entfernt sind.
Oder bin ich in der Mitte wenn es noch einen gibt der extremer ist als ich? Dann hätten wir nur zwei Extremisten und ansonsten brave Bürger der Mitte ... ;)
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon JFK » Do 19. Apr 2018, 23:00

Skeptiker hat geschrieben:(19 Apr 2018, 23:46)

:) Als gelernter Technischer Zeichner würde ich die Mitte da definieren wo die Rändern gleich weit entfernt sind.
Oder bin ich in der Mitte wenn es noch einen gibt der extremer ist als ich? Dann hätten wir nur zwei Extremisten und ansonsten brave Bürger der Mitte ... ;)


Bei 825 Bürgern ist nur einer in der Mitte, 412 Rechts und 412 Links, wobei die #412 noch am nächsten zu Mitte steht, und nun geht es darum mit Politscher Spinnerei die #1 zu erobern.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Skeptiker » Do 19. Apr 2018, 23:06

JFK hat geschrieben:(20 Apr 2018, 00:00)
Bei 825 Bürgern ist nur einer in der Mitte, 412 Rechts und 412 Links, wobei die #412 noch am nächsten zu Mitte steht, und nun geht es darum mit Politscher Spinnerei die #1 zu erobern.

Tja, daher also die Polarisierung in der Gesellschaft ... ;)
Dann mal gute Nacht für heute, äh, gestern ...
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Marmelada » Do 19. Apr 2018, 23:25

Skeptiker hat geschrieben:(19 Apr 2018, 23:31)
...
Hier ein schöner Artikel zu dem was Linksorientierung heute hauptsächlich ausmacht:
https://www.welt.de/kultur/article17554 ... urden.html

...
Dieser Autor hat also dieses Jahr entdeckt, dass es nicht nur wirtschafts- sondern auch gesellschaftspolitisch unterschiedliche Orientierungen gibt und teilt dies nun per "Welt" der Welt mit. Das ist ja ganz famos. Dass er "(ursprüngliches) links" vollständig mit Marxismus gleichsetzt, geschenkt, aber seinen subjektiven Gefühlen, ständig von Diskriminierten verfolgt zu werden, wird hoffentlich mit rationalen Einwänden beizukommen sein.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon JFK » Fr 20. Apr 2018, 00:43

Skeptiker hat geschrieben:(20 Apr 2018, 00:06)

Tja, daher also die Polarisierung in der Gesellschaft ... ;)
Dann mal gute Nacht für heute, äh, gestern ...


Wo denkst du hin, das wir kurz vor einem Bürgerkrieg stehen? :s
Muss ich dich enttäuschen, das lässt sich auf alle Gesellschaftlichen schichten projizieren, auf den Rechts Rock Konzerten ist es wohl die "bürgerliche Mitte", die abhitlert.
Wer darauf verzichtet, dürfte vor Ort als Linksextrem gelten.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon unity in diversity » Fr 20. Apr 2018, 02:52

Selina hat geschrieben:(19 Apr 2018, 19:38)

Was würde Schwejk dazu sagen? Vielleicht so etwas hier: "Hat Ihr Hund auch die Hundeseuche?" - "Essen Sie auch gerne Gorgonzola?"

Dies ist dein erster ablenkender Kommentar in diesem Faden.
Obwohl es mir gar nicht zusteht, Bewertungen vorzunehmen.
Aber jeder andere bewertet ja auch. Damit sind wir beim Thema: Whataboutism.
Darf man vergleichen?
Wann ist es legitim und wann eine Nebelgranate?
Diese Frage geht mal wieder in alle Richtungen.
Helfender Hinweis: Die Guten dürfen.
Ein linker Klassiker ist die Symbiose zwischen Marx und Engels.
Marx schrieb das Kapital, während das Kapital des Unternehmers Engels das ärgste Elend in der Marx-Familie linderte. Ohne Engels-kein Kapital, wäre eine mögliche Schlußfolgerung.
Ein gutgehender Sozialismus braucht Subventionen des Klassenfeindes, sonst geht er unter. Ist das eine Tatsache, oder eine These?
Pol Pot war eine Entartung der Ideen von Marx, wird gern kolportiert.
Dabei war Pol Pot ein Maoist, oder doch ein Stalinist, oder Leninist, oder alles zusammen? Waren die Killing Fields eine Reaktion auf die allgemeine Nahrungsgüterknappheit und diese wiederum das Ergebnis einer geringen Produktivität im Sozialismus?
Es existieren fast so viele linke Strömungen, wie es Linke gibt.
Jeder Linke ist im Besitz seiner eigenen, unanfechtbaren Wahrheit über die Triebkräfte der Gesellschaft, denen sich das Individuum, natürlich nur zu seinem Besten, unterordnen muß.
Die Wahrheiten unterscheiden sich nur in Nuancen, machen aber jeden Linken zum Erzfeind jedes anderen Linken.
Deshalb fristen die Linken, in ihrer Gesamtheit, so ein unbedeutendes Dasein.
Stimmt das so in etwa?
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Adam Smith » Fr 20. Apr 2018, 05:27

Brainiac hat geschrieben:(19 Apr 2018, 17:57)

Ich glaube, dem ist das einfach zu blöd.

Tipp: Lies einfach seinen ersten Beitrag in diesem Strang nochmal ganz langsam und vollständig. Du hast bisher offensichtlich nur ca. 25% der Bedeutung erfasst.

Der schreibt immer so.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Zinnamon » Fr 20. Apr 2018, 09:30

Skeptiker hat geschrieben:(18 Apr 2018, 22:12)

Ich bin ja noch relativ neu hier, trotzdem hat jeder der hier eine Zeit lang aktiv ist und dabei nicht ausschließlich linke Meinungen vertritt, sicher schon die Bekanntschaft mit linker Argumentationstechnik gemacht.

Argumentationstechnik ist für eine Strategie, die oft nur aus der reinen Vermeidung von Sachdebatten besteht, eigentlich eine beschönigende Formulierung - oft entspricht es einfach nur einem verbissenen Kampf gegen jeden der andere Positionen vertritt als die Linken.

Ich würde gerne wissen welche Argumentations- und Agitationsmethoden die Mitforisten bei speziell dieser Spezies von Foristen erkennen können. Beispielhaft möchte ich meine Eindrücke wiedergeben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
A) Das pauschale Unterstellung von Böswilligkeit oder gnädigerweise nur Dummheit (die den anderen in die Verteidigung bringt - beliebte Ablenkung, wenn es für den Gesprächspartner unangenehm nahe an die Wahrheit kommt)
B) Das bewußte Missverständnis (Gleiche Taktik wie die Unterstellung der Böswilligkeit)
C) Das Etikettieren mit neu erfundenen Worten (Pseudowissenschaftlich: -ismus, -phobie, ... Verächtlich machend: Herdprämie, ...)
D) Das Stigmatisieren von Worten (bis die eigene Argumentation zum 100m Lauf im Minenfeld wird)
E) Die Leugung des Offensichtlichen (neiiiiiin, es ist nicht einfach, es ist immer seeeehr kompliziert - einfache Lösungen sind IMMER falsch. Es sei denn es ist eine einfache Lösung gegen Rechte ...)
F) Der feste Glaube an das Prinzip, dass derjenige der sich als Opfer fühlt (was ausschließlich derjenige selber bestimmt) dadurch das Recht erworben hat anderen zum Ausgleich Unrecht antun zu dürfen (Quotenregelungen, Hausbesetzungen, ...)
G) Grundsätzlich IMMER (okay, okay, sagen wir 99.95%) in stereotypen Lagern zu denken und die Bewertung des Gesagten immer von der Zugehörigkeit zum Lager abhängig zu machen (Nur Migranten dürfen migrationskritisch sein, nur Frauen etwas gegen Feminismus einwenden, nur der Linke darf Linkskritisch sein, to be continued ...). ERST wird die Person bewertet, dann viel viel später erst das Gesagte.
H) Auf jede Kritik am linken Lager wird mit postwendender Kritik am rechten Lager geantwortet - geantwortet wird allenfalls mit ätzendem Sarkasmus. Es ist eine Todsünde auf sachliche Kritik eines Rechten etwa sachlich zu antworten.
I) Die eigne Position ist nicht nur richtig, nein, es ist auch die einzig moralisch vertretbare Position. Undenkbar, dass man anderer Meinung ist und gleichzeitig das Recht auf Respekt und Gesprächskultur hat ...
J) Alles was rechts der eigenen Meinung ist, ist Nazi.
K) Gegen Nazis ist jedes Mittel recht. Da muss man auch nicht pingelig sein ...
L) Jeder der sich darüber beklagt Nazi zu sein, bestätigt damit 1. einer zu sein und 2. ist ein jämmerlicher Typ, der nur nicht dazu steht
M) Bei alle dem das Unrechtsbewußtsein eines trotzigen Teenagers - auch noch im hohen Alter.

Ich könnte hier noch sehr lange weiter schreiben, aber vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Mitforisten der hier auch noch über seine Anektoten mit diesem Typ Mensch berichten kann. Gerne sind auch Beispiele willkommen, da sowieso davon auszugehen ist, dass alles das prinzipiell und pauschal geleugnet wird - auch wenn jeder von denen, die nicht brav im Linkskonformismus mitschwimmen, diese Erfahrungen hier tagtäglich machen.

Gerne würde ich auch wissen welche Methoden insbesondere nur von Links verwendet werden.

Mir ist klar, dass man rechts eigene Agitation betreibt. Hier geht es aber um die linke.

Anbei noch ein passender Artikel zum Thema:
https://www.tichyseinblick.de/meinungen ... -verlernt/


Es gibt nichts davon, was hier nicht auch täglich von rechts orientierten usern x-fach praktiziert würde. Insofern ist der Strantitel irreführend und sollte korrigiert werden.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Apr 2018, 09:40

unity in diversity hat geschrieben:(20 Apr 2018, 03:52)
Marx schrieb das Kapital, während das Kapital des Unternehmers Engels das ärgste Elend in der Marx-Familie linderte. Ohne Engels-kein Kapital, wäre eine mögliche Schlußfolgerung.

Ein Vermögen, das zur Konsumtion bestimmt ist, ist im Marxschen Sinne kein Kapital, egal wie groß. Damit reduziert sich deine Darstellung für die Marxisten auf "Der reiche Engels hat den Marx beim Schreiben durchgefüttert, weil er seiner Meinung war".
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 20. Apr 2018, 09:46

Zinnamon hat geschrieben:(20 Apr 2018, 10:30)

Es gibt nichts davon, was hier nicht auch täglich von rechts orientierten usern x-fach praktiziert würde. Insofern ist der Strantitel irreführend und sollte korrigiert werden.


Vollkommen korrekt.

"Argumentations- und Agitationsmuster in extremen politischen Lagern" wäre als Strangtitel wesentlich angebrachter.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Zinnamon » Fr 20. Apr 2018, 10:12

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(20 Apr 2018, 10:46)

Vollkommen korrekt.

"Argumentations- und Agitationsmuster in extremen politischen Lagern" wäre als Strangtitel wesentlich angebrachter.


Es müssen ja nicht einmal Extremisten sein. Ein Gegenbeispiel wäre der account, der so auf Bargeld steht, oder der realistische account im WiFo, der egal, wie argumentiert wird schreibt, das es bleibt wie es ist oder der Mod, der sobald jemand auf ihn eingeht und das Thema vertiefen möchte, denjenigen damit diskreditiert, dass dieses blabla jetzt nicht zielführend wäre... .

Das hat mehr mit Persönlichkeit, Motivation und Kommunikationsvermögen zu tun als mit politischer Ausrichtung.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Selina » Fr 20. Apr 2018, 13:08

unity in diversity hat geschrieben:(20 Apr 2018, 03:52)

Dies ist dein erster ablenkender Kommentar in diesem Faden.
Obwohl es mir gar nicht zusteht, Bewertungen vorzunehmen.
Aber jeder andere bewertet ja auch. Damit sind wir beim Thema: Whataboutism.
Darf man vergleichen?
Wann ist es legitim und wann eine Nebelgranate?
Diese Frage geht mal wieder in alle Richtungen.
Helfender Hinweis: Die Guten dürfen.
Ein linker Klassiker ist die Symbiose zwischen Marx und Engels.
Marx schrieb das Kapital, während das Kapital des Unternehmers Engels das ärgste Elend in der Marx-Familie linderte. Ohne Engels-kein Kapital, wäre eine mögliche Schlußfolgerung.
Ein gutgehender Sozialismus braucht Subventionen des Klassenfeindes, sonst geht er unter. Ist das eine Tatsache, oder eine These?
Pol Pot war eine Entartung der Ideen von Marx, wird gern kolportiert.
Dabei war Pol Pot ein Maoist, oder doch ein Stalinist, oder Leninist, oder alles zusammen? Waren die Killing Fields eine Reaktion auf die allgemeine Nahrungsgüterknappheit und diese wiederum das Ergebnis einer geringen Produktivität im Sozialismus?
Es existieren fast so viele linke Strömungen, wie es Linke gibt.
Jeder Linke ist im Besitz seiner eigenen, unanfechtbaren Wahrheit über die Triebkräfte der Gesellschaft, denen sich das Individuum, natürlich nur zu seinem Besten, unterordnen muß.
Die Wahrheiten unterscheiden sich nur in Nuancen, machen aber jeden Linken zum Erzfeind jedes anderen Linken.
Deshalb fristen die Linken, in ihrer Gesamtheit, so ein unbedeutendes Dasein.
Stimmt das so in etwa?


Nö. Diese Beschreibungen haben mit meinem persönlichen Linkssein nix zu tun. Das hier sind eher Motive oder Kritikpunkte, die mich "links" sein lassen:

Ich zitiere:

Wenn das Kapital sich in einen Götzen verwandelt und die Optionen der Menschen bestimmt, wenn die Geldgier das ganze sozioökonomische System bevormundet, zerrüttet es die Gesellschaft, verwirft es den Menschen, macht ihn zum Sklaven, zerstört die Brüderlichkeit unter den Menschen, bringt Völker gegeneinander auf und gefährdet [...] dieses unser gemeinsames Haus, die Schwester und Mutter Erde.

Ich träume von einem Europa der Familien mit einer echt wirksamen Politik, die mehr in die Gesichter als auf die Zahlen blickt und mehr auf die Geburt von Kindern als auf die Vermehrung der Güter achtet.

Die Zukunft der Menschheit liegt nicht allein in den Händen der großen Verantwortungsträger, der bedeutenden Mächte und der Eliten. Sie liegt grundsätzlich in den Händen der Völker [...]

Wir können nicht ruhig schlafen, während Kinder an Hunger sterben und alte Menschen keine medizinische Versorgung haben.

Die wirtschaftliche Entwicklung muss ein menschliches Gesicht behalten, so dass keiner ausgeschlossen wird.

Die gerechte Verteilung der Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit ist keine bloße Philanthropie. Es ist eine moralische Pflicht.

Die Völker der Welt wollen ihr Schicksal selbst bestimmen. Sie wollen in Frieden ihren Weg zur Gerechtigkeit gehen. Sie wollen weder Bevormundung noch Einmischung, wo der Stärkere den Schwächeren unterordnet.

Wir sagen Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der sozialen Ungerechtigkeit, wo das Geld regiert, anstatt zu dienen. Diese Wirtschaft tötet. Diese Wirtschaft schließt aus. Diese Wirtschaft zerstört die Mutter Erde.

Das stimmt, die Globalisierung hat viele Menschen aus der Armut gerettet, aber auch viele andere zum Hungertod verurteilt, weil sie mit diesem Wirtschaftssystem selektiv wird... Die derzeitige wirtschaftliche und vor allem finanzielle Globalisierung führt zu einem Einheitsdenken, zu einem schwachen Denken. Im Zentrum steht nicht mehr der Mensch, sondern das Geld.

Wenn die Politik wirklich den Menschen dienen soll, darf sie nicht Sklave der Wirtschaft und Finanzwelt sein.


Von wem stammen diese Äußerungen? Naaa? Richtig. Von Papst Franziskus.

https://www.gutzitiert.de/zitat_autor_f ... _6942.html
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Skeptiker » Fr 20. Apr 2018, 18:43

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(20 Apr 2018, 10:46)
"Argumentations- und Agitationsmuster in extremen politischen Lagern" wäre als Strangtitel wesentlich angebrachter.

Sehe ich nicht so. Wie ich schon mehrfach hier erwähnt habe, sehe ich durchaus Unterschiede in der Argumentation und Agitation von rechts und links. Es ging mir auch nicht ausschließlich um die Extreme.

Ich hatte schon selber aufgeteilt welche der genannten Muster ich eher bei allen, und welche ich verstärkt oder ausschließlich bei den Linken sehe. Das wurde nicht thematisiert. Stattdessen bestätigt man sich gegenseitig lapidar darin, dass im Prinzip alle Lager gleichartig Argumentieren.

Ist das wirklich so, oder ist das einfach Wunsch oder Weltbild einzelner Foristen?

Ich sehe kein rechtes Äquivalent zu der gebetsmühlenartigen Bezichtigung dass jeder der rechts tickt ein Nazi ist. Wer anderer Meinung ist, der gebe mir bitte die entsprechende Bezeichnung und wir wollen mal sehen ob sie es mit "Nazi" (27637 Treffer) aufnehmen kann (ja, schon klar, nicht alle davon sind als Bezichtigung zu verstehen ...).

Wo werden wir mit rechten Wortschöpfungen überhäuft und andererseits mit moralisierenden Blicken, wenn wir wiedermal ein Wort welches wie seit unserer Kindheit vollkommen ohne bösen Hintergedanken aussprechen nicht mehr sagen dürfen, weil irgendwer um drei Ecken herum einen Diskriminierungstatbestand darin entdeckt (oder konstruiert) hat? Sicher kann man darüber diskutieren, welche Rechtfertigung das hat, aber viel weniger darüber, dass dieses eine sehr dominant linke Methode ist.

Den Strangtitel nun auf die rechte Seite zu erweitern könnte von manchem als Relativierung aufgefasst werden. Ich denke das ist keine gute Idee. Es gibt doch die Möglichkeit sich in einem eigenen Strang zu den Methoden Rechter auszutauschen. In vergleichbarer Weise wird doch schon reichlich davon Gebrauch gemacht. "Rechtsextremistische Kriminalität", "Rechtsextremismus in der Truppe", "Angst vor einem Umsturz von Rechts", da könnte man auch "Extremistische Kriminalität", "Extremismus in der Truppe" und "Angst vor staatlichen Umstürzen" draus machen. So könnten wir dann alle Stränge schön politisch korrekt gestalten - nur was macht dann noch die Politik aus ... ?
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Excellero » Fr 20. Apr 2018, 19:54

Tatsächlich ist mir das hier in dem Forum auch schon sehr oft begegnet. Jüngst wieder von H2O der auf fundamentale Kritik durch Logik und Vernunft mit Entscheidungsprozessen im Bundestag antwortet, statt sich mit der eigentlichen Thematik zu befassen.
Auch beliebt um die Liste mal zu ergänzen:
Frage nach Quellen, und wenn die nicht aus dem selben Mileu stammt ist es per se nicht wahr.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Progressiver » Fr 20. Apr 2018, 21:23

Excellero hat geschrieben:(20 Apr 2018, 20:54)

Tatsächlich ist mir das hier in dem Forum auch schon sehr oft begegnet. Jüngst wieder von H2O der auf fundamentale Kritik durch Logik und Vernunft mit Entscheidungsprozessen im Bundestag antwortet, statt sich mit der eigentlichen Thematik zu befassen.
Auch beliebt um die Liste mal zu ergänzen:
Frage nach Quellen, und wenn die nicht aus dem selben Mileu stammt ist es per se nicht wahr.


Das wiederum ist etwas, was auf die Rechten zutrifft. Im Allgemeinen sollte aber gelten: "Es gibt ein Recht auf eigene Interpretationen und Meinungen. Es gibt aber kein Recht auf eigene Tatsachen."

Und zu dem Threadthema: Es sollte Konsens sein, dass jeder Mensch gleich viel Wert hat. So sagt es das Grundgesetz. So sagt es aber auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Links stehende Menschen fechten das nicht an. Es sind aber die Rechten, die eine Kategorisierung in verschiedene Wertigkeiten vornehmen. Und wenn sie dann menschenverachtende Sprüche klopfen und mit dem Gesetz in Konflikt kommen, jaulen sie auf über dieses allzu linke Staatswesen.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Excellero » Fr 20. Apr 2018, 22:02

Progressiver hat geschrieben:(20 Apr 2018, 22:23)

Das wiederum ist etwas, was auf die Rechten zutrifft. Im Allgemeinen sollte aber gelten: "Es gibt ein Recht auf eigene Interpretationen und Meinungen. Es gibt aber kein Recht auf eigene Tatsachen."

Und zu dem Threadthema: Es sollte Konsens sein, dass jeder Mensch gleich viel Wert hat. So sagt es das Grundgesetz. So sagt es aber auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Links stehende Menschen fechten das nicht an. Es sind aber die Rechten, die eine Kategorisierung in verschiedene Wertigkeiten vornehmen. Und wenn sie dann menschenverachtende Sprüche klopfen und mit dem Gesetz in Konflikt kommen, jaulen sie auf über dieses allzu linke Staatswesen.


Was hat das jetzt mit meinem Beitrag zu tun? :?:
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon think twice » Sa 21. Apr 2018, 09:29

Excellero hat geschrieben:(20 Apr 2018, 20:54)

Tatsächlich ist mir das hier in dem Forum auch schon sehr oft begegnet. Jüngst wieder von H2O der auf fundamentale Kritik durch Logik und Vernunft mit Entscheidungsprozessen im Bundestag antwortet, statt sich mit der eigentlichen Thematik zu befassen.
Auch beliebt um die Liste mal zu ergänzen:
Frage nach Quellen, und wenn die nicht aus dem selben Mileu stammt ist es per se nicht wahr.

Vernunft und Logik bei abgehängten AfD-Waehlern? :?
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon think twice » Sa 21. Apr 2018, 09:45

Skeptiker hat geschrieben:(20 Apr 2018, 19:43)


Wo werden wir mit rechten Wortschöpfungen überhäuft und andererseits mit moralisierenden Blicken, wenn wir wiedermal ein Wort welches wie seit unserer Kindheit vollkommen ohne bösen Hintergedanken aussprechen nicht mehr sagen dürfen, weil irgendwer um drei Ecken herum einen Diskriminierungstatbestand darin entdeckt (oder konstruiert) hat? Sicher kann man darüber diskutieren, welche Rechtfertigung das hat, aber viel weniger darüber, dass dieses eine sehr dominant linke Methode ist.

Bei konservativen Menschen hapert es eben auch an der Rhetorik und an der Fähigkeit, um die Ecke zu denken.
Scheuklappendenken und Nachplappern von einfachen Parolen zeichnen sie aus.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon nasziv » Sa 21. Apr 2018, 12:17

Skeptiker hat geschrieben:(20 Apr 2018, 19:43)

Sehe ich nicht so. Wie ich schon mehrfach hier erwähnt habe, sehe ich durchaus Unterschiede in der Argumentation und Agitation von rechts und links. Es ging mir auch nicht ausschließlich um die Extreme.

Ich hatte schon selber aufgeteilt welche der genannten Muster ich eher bei allen, und welche ich verstärkt oder ausschließlich bei den Linken sehe. Das wurde nicht thematisiert. Stattdessen bestätigt man sich gegenseitig lapidar darin, dass im Prinzip alle Lager gleichartig Argumentieren.

Ist das wirklich so, oder ist das einfach Wunsch oder Weltbild einzelner Foristen?

Es ist m.E. ein Fehler, wenn man Argumentations- und Agitationsmethoden politisch mit einem politischen links-rechts-Schema erklären möchte. Einfacher ist es, wenn man die Begriffe konservativ und progressiv (der Ursprung der bis heute geltenden Einteilung in links und rechts, auch "räumlich betrachtet) verwendet.

Der konservativ Bewahrende ("rechts") ist von etwas träger Natur, er benötigt wenig oder keine Argumentation. Sein "das war schon immer so, ist heute noch so, und dabei bleibt es" kennzeichnet seine Ignoranz und Abwehr gegenüber Veränderungen, er muss und will nichts erklären.

Der progressiv Denkende ("links") ist risikofreudiger, er sucht und erkennt eher Missstände und Potentiale. Er möchte dann auch verändern. Dafür muss er viel erklären, was anders oder besser werden soll, sich gegen Vorwürfe zu Risiken und mangelnden Erfahrungen wehren. Mit einem "das war zwar schon immer so, wir machen das jetzt aber anders" überzeugt man niemanden.

Inwieweit nun "Linke" progressiver denken und daher mehr Rhetorik und Eifer aufwenden müssen, sei dahingestellt. Es kommt auf das jeweilige Thema an.

Wortschöpfungen:
Geschlechtsneutrale Begriffe werden von denen gesucht, die die vielen Unterschiede, z.B bei Besetzung von Stellen, Gehalt usw. erkennen und ändern möchten. Geschlechtsneutrale Begriffe gehören für sie dazu. Progressives Denken und Handeln durch Veränderung.
Konservativ betrachtet bleibt ein Begriff Neger als solcher weitgehend unverändert, inhaltlich und in Bedeutung. Man hat es früher insgeheim schon ein wenig rassistisch benutzt, und das ist bis heute so. Dennoch verändern sich im Lauf der Jahre häufig Inhalte und Bedeutung. Neger ist hat sich zu einem politischen Kampfbegriffe weltweit entwickelt, bis heute halten Versklavung, Ausgrenzung und Angriffe gegen Schwarze an (Polizeiübergriffe in den USA, wirtschaftliche Ausbeutung von Flüchtlingen in Italien, usw.), trotz Aufklärung und Humanismus. Progressives Denken bedeutet hier, dieser anhaltenden Unterdrückung, z.B. über die Erklärung der verächtlichen Verwendung und damit verbundenen diskriminierenden Botschaft des Begriffs, wenn nötig durch Verbieten des Begriffs entgegenzutreten. Dem Konservativen ist das egal, es betrifft ihn nicht, kann also bleiben, wie es ist.
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Re: Linke Argumentation/Agitation

Beitragvon Skeptiker » Sa 21. Apr 2018, 14:59

think twice hat geschrieben:(21 Apr 2018, 10:45)
Bei konservativen Menschen hapert es eben auch an der Rhetorik und an der Fähigkeit, um die Ecke zu denken.
Scheuklappendenken und Nachplappern von einfachen Parolen zeichnen sie aus.

Es reicht vollkommen aus über linke Polemik und Schubladendenken zu diskutieren. Du braucht es nicht praktizieren. Dennoch vielen Dank für Deine anschauliche Demonstration.

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