Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

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Maltrino
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Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Maltrino » Fr 5. Jan 2018, 13:25

Sorry wenn ich nerve, aber das muss man erstmal verdauen:

https://www.anwalt.org/arzneimittelfael ... hzuweisen/

Was heißt das was da steht? Stellen wir uns mal folgenden Fall vor: Ein Apotheker oder ein Arzt fälscht (verdünnt oder sonstwas) das Medikament eines Krebspatieten weil er ihn nicht mag und töten will. Der Täter wird nie wegen Mordversuch verurteilt werden, da immer gesagt werden kann, dass der Patient ja auch so hätte sterben können. Sobald also bei einem Menschen Krebs diagnostiziert wurde und er durch Medikamente (oder das Verdünnen von Medikamenten) getötet wird, wird dies also nie als Mord oder Mordversuch gewertet werden. Weil die Krebsdiagnose dafür sorgt dass man sagen kann "Vielleicht wäre er ja auch so gestorben".

Einfache Schlussfolgerung: Als Krebspatient bist du Freiwild.

Komplizierte Schlussfolgerung: Und wenn irgendwann mal (und das wird wohl früher oder später eintreten) es möglich ist jeden Krebs in äußerst frühem Stadium zu diagnostizieren, und dann vielleicht bei 100% der Bevölkerung irgendein bösartiger Tumor, in äußerst frühem Stadium, diagnostiziert wurde, der potentiell irgendwann zum Tode führen kann, dann sind bei all diesen "Patienten" plötzlich Tötungsversuche durch Medikamente oder Medikamentenpanscherei erlaubt, da ja immer gesagt werden kann, dass er auch an seinem Krebs hätte sterben können?

Sorry, ich weiß, leider wird auch das wieder zu keiner sinnvollen Diskussion führen, da hier wahrscheinlich sofort wieder Wutbürger ankommen die mich als Troll rauswerfen wollen und dem Apotheker den Friedensnobelpreis verleihen wollen, aber ich fände es schon wichtig sich darüber mal Gedanken zu machen.

Was passiert da gerade? Der Rechtsstaat zeigt seine Stärke und schützt den Apotheker vor dem wütenden Mob? Oder sind das vielleicht die ersten Anzeichen eines neuartigen faschistoiden Systems, das Tötung legitimiert weil gesagt wird "Die Menschen wären ja vielleicht auch so gestorben". Und wenn dann (sorry wenn ich mich wiedrhole) die Medizin einmal so weit ist, dass sie feststellt, dass alle Menschen mit afrikanischen Vorwahren (also eigentlich alle...) ein Gen in sich tragen, das mit einer äußerst kleinen, aber eben doch vorhandenen, Wahrscheinlichkeit zu einem plötzlichen Herztod führt, dann kann ich also jeden dieser Menschen mit einem aggressiven Herzmittel töten und dann kann ich sagen "Vielleicht wäre er ja auch so gestorben"?

Naja. Was noch skuriler ist: Wenn es wirklich stimmt, dass die von dem Apotheker belieferten Patienten eine höhere Überlebensdauer haben, dann würde es bedeuten, dass die Chomotherapien eigentlich schädlich waren... Aber gut, ich weiß, Denken ist in diesem Land ja seid einigen Jahren verboten. Also, denkt daran. Wenn ihr eventuell irgendwann von jemandem getötet werdet, dann war es auf keinen Fall Mord, den ihr wäret ja vielleicht auch so gestorben.
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Watchful_Eye » Fr 5. Jan 2018, 13:32

Naja, meinem laienhaften Rechtsverständnis nach ist das grundsätzlich erstmal richtig. Natürlich ist jemand, der so handelt, moralisch gesehen ein Arschloch. Aber es ist ein Unterschied, ober den Tod anderer Menschen z.B. aus finanziellen Gründen billigt, oder ob er ihn bewusst herbeiführen will ("Tötungsabsicht").
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Maltrino
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Maltrino » Fr 5. Jan 2018, 13:36

Watchful_Eye hat geschrieben:(05 Jan 2018, 13:32)

Naja, meinem laienhaften Rechtsverständnis nach ist das grundsätzlich erstmal richtig. Natürlich ist jemand, der so handelt, moralisch gesehen ein Arschloch. Aber es ist ein Unterschied, ober den Tod anderer Menschen z.B. aus finanziellen Gründen billigt, oder ob er ihn bewusst herbeiführen will ("Tötungsabsicht").


Ob er den Tod herbeiführen wollte, das werden wir nie wissen, ok. Das wissen wir aber auch bei vielen Mördern nicht. Das heißt, wenn ich jemanden ermorden will, und nicht wegen Mordversuch hinter Gittern will, dann muss ich einfach nur eine Methode wählen bei der nicht 100% sicher ist, dass sie zum Tod führt? Puuuh...
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Watchful_Eye » Fr 5. Jan 2018, 13:44

Maltrino hat geschrieben:(05 Jan 2018, 13:36)

Ob er den Tod herbeiführen wollte, das werden wir nie wissen, ok. Das wissen wir aber auch bei vielen Mördern nicht. Das heißt, wenn ich jemanden ermorden will, und nicht wegen Mordversuch hinter Gittern will, dann muss ich einfach nur eine Methode wählen bei der nicht 100% sicher ist, dass sie zum Tod führt? Puuuh...

Nur weil es keine "Tötungsabsicht" beinhaltet, wird das ja noch lange nicht erlaubt sein. Mir stellt es sich etwa so dar wie bei jemandem, der in der Stadt ein illegales Autorennen durchführt. Sein Ziel ist es nicht, Menschen zu töten, aber er nimmt den Tod von Menschen billgend in Kauf.

Ich finde nicht, dass es naheliegt, dass der Apotheker es tat, um Menschen zu töten. Es ist in dem Link von mehreren 1000 Opfern die Rede, insofern wird das wohl seine Kunden auf breiter Ebene betroffen haben. Es ist unwahrscheinlich, dass der Apotheker all diese Menschen gehasst hat.
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Maltrino » Fr 5. Jan 2018, 14:01

Watchful_Eye hat geschrieben:(05 Jan 2018, 13:44)

...Es ist in dem Link von mehreren 1000 Opfern die Rede, insofern wird das wohl seine Kunden auf breiter Ebene betroffen haben. Es ist unwahrscheinlich, dass der Apotheker all diese Menschen gehasst hat.


Ich glaube er wäre nicht der erste Massenmörder, der viele Menschen ermordet hat ohne sie zu kennen... Aber danke, dass du geantwortet hast.
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Ammianus » Fr 5. Jan 2018, 14:28

Da können wir den Straftatbestand des Mordes doch gleich abschaffen. Klar, wenn ich jetzt auf der Straße einfach mal ein ganzes Magazin in einen Kinderwagen feuere, weil mich das nervige Plärren gestört hat, dann ist das Balg natürlich tot. Aber in 80, 90 oder 100 Jahren wäre das doch auch gestorben.
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Russin93 » Fr 5. Jan 2018, 19:05

Tötungsabsicht halte ich für unwahrscheinlich. Wer töten will, braucht auch den Lustgewinn. Der Apotheker sieht und hört nichts vom Patienten. Er mischt einfach in seiner Küche was zusammen, was Profit bringt, weil es billig ist und teuer in Rechnung gestellt werden kann. Der Spaß am Töten bleibt da auf der Strecke.
Es dürfte hier also um das Gewinnstreben gehen. Und dabei wäre die Tötung des Medikamentenempfängers kontraproduktiv. Wenn sich die Therapie hinzieht und mehrere Chemotherapiezyklen stattfinden, ist ein gutes Geschäft zu machen.
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Thomas I » So 7. Jan 2018, 02:54

Tötungsabsicht vielleicht nicht, aber dass er aus Habgier den Tod von Menschen billigend in Kauf nahm dürfte wohl schwerlich von der Hand zu weisen sein.
Und das wäre Vorsatz und der sollte ausreichen...
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Maltrino » So 7. Jan 2018, 08:19

Thomas I hat geschrieben:(07 Jan 2018, 02:54)

Tötungsabsicht vielleicht nicht, aber dass er aus Habgier den Tod von Menschen billigend in Kauf nahm dürfte wohl schwerlich von der Hand zu weisen sein.
Und das wäre Vorsatz und der sollte ausreichen...


Mal, schauen, vielleicht endet es ja auch wie da: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 84429.html
Wo der Richter den Angeklagten fast noch heilig sprach "Vorreiterrolle"...
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Re: Medikamentenpanschung bei Krebspatienten ist "keine Tötungsabsicht".

Beitragvon Thomas I » So 7. Jan 2018, 21:30

Maltrino hat geschrieben:(07 Jan 2018, 08:19)

Mal, schauen, vielleicht endet es ja auch wie da: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 84429.html
Wo der Richter den Angeklagten fast noch heilig sprach "Vorreiterrolle"...


Da ging es im Verfahren aber nur um unerlaubte Werbung und nicht um den Tod des Jungen.

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