Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

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3x schwarzer Kater
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 19. Jan 2018, 11:30

relativ hat geschrieben:(19 Jan 2018, 11:10)

Mit meiner Frau rede ich nicht mehr viel über Politik, häufig zu unterschiedliche Standpunkte, die zu oft zu unkontrollierbaren Diskussionen führen.


Das ist interessant. Habt ihr aber eine gemeinsame Wertebasis? Ich diskutier mit meiner Partnerin auch nicht viel über Politik. Wobei ich mir über unkontrollierbare Diskussionen weniger Gedanken mache. Da ist es eher so, dass wir uns über das Ziel (die Werte) einig sind, über den Weg dahin vielleicht unterschiedlich.... Aber das in der Partnerschaft auszudiskutieren wäre mir zu anstrengend. Da halte ich gegenseitige Akzeptanz für wichtiger.
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 19. Jan 2018, 11:40

Wenn bestimmte ganz grundsätzliche Diskussionsregeln wenigstens im Großen und Ganzen eingehalten werden, mag ich Diskussionen mit möglichst kontroversen Standpunkten bei weitem mehr als solche mit Harmonie und Übereinstimmung. Das "Problem" bei Diskussionen mit meiner Partnerin besteht eher darin, dass wir zu häufig gleicher oder ähnlicher politischer Ansicht sind. Aber bei Diskussionen mit ihren Verwandten ...
da prallen die Ansichten schon öfter mal ordentlich gegeneinander. Macht wie gesagt nix. Im Gegenteil. Nur persönlich sollte es nicht werden.
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 19. Jan 2018, 11:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jan 2018, 11:40)

Wenn bestimmte ganz grundsätzliche Diskussionsregeln wenigstens im Großen und Ganzen eingehalten werden, mag ich Diskussionen mit möglichst kontroversen Standpunkten bei weitem mehr als solche mit Harmonie und Übereinstimmung. Das "Problem" bei Diskussionen mit meiner Partnerin besteht eher darin, dass wir zu häufig gleicher oder ähnlicher politischer Ansicht sind. Aber bei Diskussionen mit ihren Verwandten ...
da prallen die Ansichten schon öfter mal ordentlich gegeneinander. Macht wie gesagt nix. Im Gegenteil. Nur persönlich sollte es nicht werden.


Ich denke man muss hier auch unterscheiden. Wichtig in einer Partnerschaft ist ja, dass man über gemeinsame Werte verfügt, dabei kann man ja über den Weg dahin unterschiedlicher Meinung sein. Und den sollte man sicherlich nicht überbewerten und überstrapazieren, sondern halt meiner Meinung akzeptieren.
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relativ
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon relativ » Fr 19. Jan 2018, 13:00

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(19 Jan 2018, 11:30)

Das ist interessant. Habt ihr aber eine gemeinsame Wertebasis? Ich diskutier mit meiner Partnerin auch nicht viel über Politik. Wobei ich mir über unkontrollierbare Diskussionen weniger Gedanken mache. Da ist es eher so, dass wir uns über das Ziel (die Werte) einig sind, über den Weg dahin vielleicht unterschiedlich.... Aber das in der Partnerschaft auszudiskutieren wäre mir zu anstrengend. Da halte ich gegenseitige Akzeptanz für wichtiger.

Ja , ich finde es auch manchmal komisch, aber hierbei ist eben der Habitus der beteiligten Personen m.M. entscheidend.
Ab einem gewissenPpunkt kommen wir nicht weiter und die Themen vermischen sich unkontrolliert (gibt ja kein Moderrator ;) ). Dann ist es besser aufzuhören, was mir am Anfang eher schwer gefallen ist.
Mir ist vorallem persönlicher Respekt wichtig, den man sich natürlich auch Rethorisch verdienen muss.
Ich kann z.B. einem Diskussionspartner wenig Respekt entgegenbringen, der Dritten keinen entgegenbringt, indem er z.B. für mich pauschale/unbeweisene Urteile fällt.
Zuletzt geändert von relativ am Fr 19. Jan 2018, 13:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon relativ » Fr 19. Jan 2018, 13:09

CharlotteK hat geschrieben:(19 Jan 2018, 11:17)

Solche gibt es natürlich auch. Ich habe auch Personen im Umfeld, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie sich nur sehr bedingt für Politik und aktuelles Geschehen interessieren. Da kommen dann auch keine Diskussionen in Gang.
Aber viele, mit denen man früher über alles mögliche sprach, scheinen in den letzten Jahren doch interessierter bzw. haben mehr Lust über solche Themen zu disktutieren.
Was sind denn unkontrollierbare Diskussionen? :?

Unkontrollierbare Diskussionen sind z.B. solche, indem eine Diskussion zu viel ins Themenfremde rutscht und /oder im Laufe der Diskussionsverlaufs zu sehr ins Persönliche geht. Sowas kommt m.M., ausserhalb des Internets und vis-à-vis bei Menschen, die sich gut kennen, häufiger vor.
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon CharlotteK » Fr 19. Jan 2018, 13:29

Kann sicher passieren, ja
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 19. Jan 2018, 13:39

relativ hat geschrieben:(19 Jan 2018, 13:00)

Ja , ich finde es auch manchmal komisch, aber hierbei ist eben der Habitus der beteiligten Personen m.M. entscheidend.
Ab einem gewissenPpunkt kommen wir nicht weiter und die Themen vermischen sich unkontrolliert (gibt ja kein Moderrator ;) ). Dann ist es besser aufzuhören, was mir am Anfang eher schwer gefallen ist.
Mir ist vorallem persönlicher Respekt wichtig, den man sich natürlich auch Rethorisch verdienen muss.
Ich kann z.B. einem Diskussionspartner wenig Respekt entgegenbringen, der Dritten keinen entgegenbringt, indem er z.B. für mich pauschale/unbeweisene Urteile fällt.


wichtig ist, denke ich mal, dass man eine gemeinsame Wertebasis hat. Also dass man sich grundsätzlich mal darüber einig ist, welche Werte, dass man den vertritt.
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon relativ » Fr 19. Jan 2018, 13:41

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(19 Jan 2018, 13:39)

wichtig ist, denke ich mal, dass man eine gemeinsame Wertebasis hat. Also dass man sich grundsätzlich mal darüber einig ist, welche Werte, dass man den vertritt.

Ja stimmt, ohne die könnte ich gar keine Partnerschaft eingehen, bzw. würde es nicht lange gut gehen.
Bis jetzt haben wir 15 Jahre geschafft, mal schauen wie es weiter geht. ;)
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon imp » Mo 12. Mär 2018, 23:38

Klar gibt es Diskussionen. Man kennt mich, man weiss, wofür ich stehe und wie ich die Welt durchdringe. Andere anders. Das kann dann interessant werden. Wenn nicht, bleibenlassen. Zucht und Training sind doch auch tolle Themen.
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Re: Die gesellschaftliche Spaltung in eurem Umfeld?

Beitragvon hafenwirt » Do 22. Mär 2018, 18:35

Watchful_Eye hat geschrieben:(18 Dec 2017, 19:53)

Ist vielleicht eine etwas persönliche Frage, aber habt ihr in eurem Freundeskreis schon Situationen gehabt, wo ihr aufgrund linker oder rechter Positionen Streit hattet oder gar verstoßen wurdet? Habt ihr bei bestimmten Freunden das Gefühl, des Friedens willen eure Meinungen verheimlichen zu müssen?

Mich interessiert das sowohl von Linken als auch von Rechten. Fühlt ihr euch ausgegrenzt? Grenzt ihr selbst aus? Seid ihr schonmal gegenüber einem Freund auf Distanz gegangen, weil er euch politisch zu abtrünnig wurde?


Unter meinen linken Freunden ist es kein Problem Dinge offen anzusprechen. * Wir diskutieren auch kritisch über Islam und Flüchtlingspolitik und vor allem Gender, mit dem Unterschied das keiner von uns mit der stumpfen Polemik anfängt. Es heult auch niemand rum im Sinne von "wääh, jetzt werde ich bestimmt wieder rechts genannt für meine Position", sondern man äußert etwas und redet darüber. Wenn man anderer Meinung ist, sagt aber auch keiner "Mein Gott, wie kann man nur so ein dummer naiver Gutmensch sein" oder feiert sich selbst wie "hahaha du Idiot, vor 2 Monaten habe ich das gesagt, jetzt ist es eingetreten und du warst so ein blöder Trottel. Ich habs dir gezeigt!" Da fängt man dann auch manchmal selbst Diskussionen an, indem man sagt "Erinnerst du dich an meine Aussage von vor 4 Wochen? Ich hätte nicht gedacht, dass ich so daneben liegen kann, aber da korrigiere ich mich jetzt".

Anders ist es in den Freundeskreisen aus der Kindheit, da bin ich auch der Einzige, der studiert hat. Ich denke, dass macht einen großen Unterschied in Sprache, Argumentation und Denken. Da heißt es dann auch mal "Die Molukken mal wieder, nur am prügeln, ich kann das Pack nich mehr sehn". "Scheiß Musels, die gehören abgeschoben, stattdessen kassieren se Sozialhilfe, 10.000 Euro im Monat und wir Deutschen kriegen nix!" (Wohlgemerkt: Das sind keine Arbeitslosen oder sonstwie vernachlässigte, sondern Menschen mit Berufsausbildung und 1500-2000 netto.) Neger, Zigeuner, Musels, das ganze Programm. Jeder Scheiß, den man irgendwo aufschnappt wird geglaubt und es wird auch nicht differenziert. Ich hab mehrmals versucht zu diskutieren oder die Thematik zu entschärfen, aber das bringt nichts, weil es ne Woche später wieder so los geht. Einer von denen hat dieses Jahr AfD gewählt, der Rest hat auch kein wirkliches Interesse an Politik. RTL2 News oder Pro7 News, das wars. Nichtwähler, bei der letzten Bundestagswahl wussten einige sogar nicht mal, dass diese 2 Tage später stattfand.

In der Familie ist es ein Mix aus Beidem. Da wird zwar auch teilweise rumpolemisiert - auch hier, weil keiner studiert hat und dieses differenzierte Denken nicht so verankert ist - aber wenn man es ihnen erklärt, dann verstehen sie es auch.

Im zweiteren Fall habe ich es daher aufgegeben, mit den Menschen kann ich gut über Computerspiele, Essen, Musik und Partyerlebnisse reden, aber bei gesellschaftlichen Themen halte ich mich lieber raus, da die Personen sonst aggressiv werden. Ist mir aber egal, ich muss nicht überall und immer meine Meinung raushauen.

edit, Nachtrag: Dieser Rückzug, dass ich fast nur noch mit Linken Freunden diskutiere ist eine direkte Folge der konservativen Jammerei. Falls das eine Strategie sein sollte, Linke Meinungen zurückzudrängen, Glückwunsch, es hat Erfolg. Die "Dekonstruktion", die vor einiger Zeit angekündigt wurde, wirkt. Denn durch ständiges wiederholen von "Du bist doch Linker, also unterstelle ich dir, dass du jeden Nazi nennst, der nicht deiner Meinung ist, dass du Burkas toll findest und außerdem willst du die Meinung anderer Leute verbieten und wirfst Steine" hat man die Lust verloren, sich aktiv zu beteiligen und überlässt lieber all denen das Feld, die sich für die konservative Bürgerliche Mitte halten. Und das merke ich nicht nur bei mir. Während im Facebook und unter Zeitungsartikeln früher noch gegen Rechte argumentiert wurde, sind diverse Kommentarspalten mittlerweile geflutet von den stets gleichen Parolen. Gegenwehr existiert nicht mehr.

* Bevor man mir hier was draus dreht, dass ich die Linken nur zu den Guten machen möchte: Ich glaube, dass viele Klischees über Linke aus dem Internet stammen und aus dem Grünenumfeld. Zu diesen Linken, die auf Twitter + Facebook untereinander organisiert sind, habe ich keinen Kontakt. Deswegen kann ich auch nie wirklich nachvollziehen, wenn hier einfach behauptet wird "die Linken sind alle Veganer", "die Linken finden den Islam voll supi", "die Linken mögen Burkas", "die Linken finden das man MenschInnen_X* schreiben muss", nur weil das irgendeine Parteimitglied der Grünen mal auf Twitter geschrieben hat.

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